#DealMonitor – Libsyn übernimmt Julep – Lisa sammelt 2,7 Millionen ein – Matchory bekommt 1,6 Millionen


Im #DealMonitor für den 17. August werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Ordio
+++ Business Angels wie Käfer Capital, allygatr, Tiny Ventures, Elmar Broscheit, Claus Decker, Christoph Preuss, Boris Krumm, Fabian Deventer, Nicolas Gabrysch, Daniel Broda, Alexander Luik und Nils Wilde sowie Moritz Blees investieren nach unseren Informationen rund 1 Million Euro in Ordio. Das Kölner Unternehmen, das 2021 vom popula- und Sushi Ninja-Macher David Keuenhof sowie Gregor Pilz gegründet wurde, kümmert sich um das Thema Schichtpläne. Die Ordio-App bietet dabei verschiedene Funktionen an – “von der digitalen Personalakte und vorbereitenden Lohnbuchhaltung über die Zeiterfassung und Verwaltung von Abwesenheiten bis hin zur Schichtplanung, in die Mitarbeitende in Echtzeit einbezogen werden”. Mehr über Ordio #EXKLUSIV

Lisa
+++ Der TechVision Fonds (TVF), der britische Geldgeber Venrex und die Angel-Investorin Georgie Smallwood investieren 2,7 Millionen Euro in Lisa. Das Startup aus Düsseldorf, das 2018 von Sophie Frères und Philippe Frères gegründet wurde, positioniert sich als  “SaaS-Anbieter für Live- und Social-Shopping-Lösungen”. Das Unternehmen “wird das Investment nutzen, um international zu expandieren und seine Live-Shopping-SaaS-Lösung zu einem One-Stop-Shop für Social-Commerce-Erlebnisse weiterzuentwickeln”.

Matchory
+++ Earlybird UNI-X, ein Ableger von Earlybird, der sich an Uni-Ausgründungen richtet, und Angel-Investoren investieren 1,6 Millionen Euro in Matchory. Das Startup aus Ulm, das 2019 von Aiko Wiegand und Nils Liskien gegründet wurde, positioniert sich als “KI-gesteuerte Beschaffungsplattform”. Zum Konzept teilt die Jungfirma mit: “Mit der cloud-basierten Echtzeit-Lieferantensuche können Einkäufer Lieferanten weltweit suchen, analysieren und verwalten”.

MERGERS & ACQUISITIONS

Julep
+++ Der amerikanische Podcast Hosting-Anbieter Libsyn übernimmt Julep. “Mit der Übernahme schafft Libsyn die Voraussetzungen für eine zügige Internationalisierung von Julep Media in Europa”, heißt es in der Presseaussendung. Initiatoren des Münchner Unternehmens Julep, 2019 gegründet, sind Marcus Englert und Sebastian Weil. Zum Gründungsteam gehören außerdem Björn Jopen und Manfred Neumann. Mehr über Julep

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): azrael74

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#Interview – “Erfolg bringt automatisch viele Herausforderungen mit sich”


Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Dieses Mal antwortet Ramin Mohammadi, Gründer von Teppana. Das Hamburger Startup setzt auf Teppiche.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?
Der erste Blick am Morgen geht bei mir aufs Handy: ich checke die ersten Kennzahlen. Dann kommen – mit einer Tasse Kaffee in der Hand – die täglichen Meetings und Standups. Ich starte um 8 Uhr mit der hauseigenen Produktion, denn die Mitarbeiter:innen fangen dort sehr früh an. Damit alle immer up to date sind, erzählt jeder, was er oder sie am vorigen Tag gemacht hat und wo heute der Fokus liegt. Wir sprechen über Low- und Highlights. Danach sind bei mir im Kalender immer zwei Stunden Fokuszeit geblockt. Denn morgens bin ich am produktivsten.

Wie schaltest Du nach der Arbeit ab?
Mir ist das Abschalten in der Anfangszeit enorm schwer gefallen und ich arbeite immer noch daran, besser abschalten zu können. Ich kann alle Daten jederzeit über mein Handy abrufen – und das habe ich anfangs selbst im Kino oder Restaurant gemacht. Erst als ich gemerkt habe, dass die Dauerbelastung mir und auch meiner Produktivität nicht gut tut, habe ich dem ständigen Im-Kopf-bei-der-Arbeit-Sein einen Riegel vorgeschoben. Jetzt gehe ich jeden Tag nach der Arbeit joggen und verbringe viel Zeit mit Freunden und Familie. Das hilft mir enorm, auf andere Gedanken zu kommen und ich freue mich so noch mehr auf den nächsten Arbeitstag.

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest Du gerne vor dem Startup-Leben gewusst?
Dass Erfolg automatisch viele Herausforderungen mit sich bringt. Diese Herausforderungen sind am Anfang noch gar nicht sichtbar, sondern wachsen quasi mit. Schnelles Wachstum bedeutet auch ein gewisses, unvermeidbares Chaos. Genau das macht das Startup-Leben zwar aus, aber es kann wirklich belastend sein, wenn du nicht darauf eingestellt bist. Deshalb mein Tipp: Lieber von vornherein den Grundstein für Wachstum legen. Saubere, automatisierte Prozesse können am Anfang unnötig erscheinen, sie ermöglichen dir später aber viel mehr Freiheit, dich auf wichtige Wachstumshebel zu konzentrieren.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?
Um schnell zu wachsen, habe ich als Gründer zu voreilig Entscheidungen getroffen, die sich dann für mich als „falsch” entpuppt haben – zum Beispiel bezüglich größerer Investitionen. Ich hatte am Anfang noch keine Ahnung von hauseigener Produktion und hätte mir da vor bestimmten Kaufentscheidungen mehr Tipps von Experten einholen sollen. Zu dem Zeitpunkt habe ich mir einen Zeitdruck eingeredet, der gar nicht da war. In Wirklichkeit war es mein Ego und der Wille, noch schneller zu wachsen. Genauso war es beim Recruiting. Da habe ich anfangs zu voreilig Personen eingestellt, ohne zu hinterfragen, ob die überhaupt zu meinem Unternehmen passen. Ich hätte mir für größere Entscheidungen einfach mehr Zeit nehmen sollen – in der Ruhe liegt ja bekanntlich die Kraft.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter für sein Startup?
Am Besten arbeitet man mit Recruiting-Experten zusammen. Dafür hatten wir als Startup, ohne externe Finanzierungshilfe, aber nicht die Ressourcen. Ich habe damals die gleichen Kanäle genutzt, die ich für mein Produktmarketing verwendet habe. Einige Facebook-Ads später hatte ich dann meine ersten Mitarbeiter:innen, die heute noch bei uns sind. Wichtig finde ich, dass man die Bühne auch nutzt, um klar zu kommunizieren, was man als junges Startup bietet – und was andere, größere Firmen niemals bieten können.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?
Vor allem wenn du ohne Hilfe von außen gründest, bist du als Gründer oder Gründerin die wertvollste Ressource. So blöd das klingt: Deine eigene Zeit kostet keinen Euro. Ich habe am Anfang alles, was ging, selbst gemacht: von den Teppich-Designs über Performance-Marketing bis Kundenservice. Oft reicht heutzutage eine Youtube-Suche, um mit Themen starten zu können, von denen du vorher keinerlei Ahnung hattest. Ich war aber auch sehr froh, als dann neue Mitarbeiter:innen kamen, die ich schnell einarbeiten konnte. Bei Themen, bei denen ich selbst mit Youtube nicht weiter wusste, habe ich am Anfang auf das eigene Netzwerk gesetzt. Das hatte ich mir über Jahre aufgebaut und das war ganz besonders in diesen Momenten Gold wert.

Ohne welches externes Tool würde Dein Startup quasi nicht mehr existieren?
Bei uns läuft viel über den Google Workspace. Genauso relevant sind Slack, Asana und Co. Aber am Ende des Tages ist jedes Tool nur hilfreich, wenn es für den richtigen Zweck eingesetzt wird. Da achten wir sehr drauf und diskutieren intern immer wieder über den richtigen Einsatz aller Tools.

Wie sorgst Du in deinem Team für gute Stimmung?
Das Wichtigste ist bei uns die Flexibilität, die jede und jeder bei uns im Team auslebt. Bei uns wird in Eigenverantwortung gehandelt, jede Meinung wird ernst genommen und die geleistete Arbeit jeder Einzelnen wird wertgeschätzt. Auch wenn wir unterschiedliche Arbeitsbereiche haben, ziehen wir alle an einem Strang. Das sind die Arbeitsvoraussetzungen, die bei uns nachhaltig für gute Stimmung sorgen. Klar, wir haben auch immer wieder Teamevents und die sind cool. Aus meiner Sicht ist das Entscheidende aber, was während der Arbeitszeit im Alltag passiert – sprich in 99 % der Zeit und nicht in den fünf Stunden eines einmaligen Events.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?
Die Anfangszeit war als Ganzes betrachtet eines wildes Erlebnis. Damals haben wir noch nicht selbst produziert, sondern haben mit wenig Startkapital im Ausland gefertigt. Bevor die Ware da war, waren wir schon ausverkauft und Nachschub musste her. Zu Corona-Zeiten war das keine einfache Aufgabe und es hat extrem viele Nerven gekostet, den Shop am Laufen zu halten und die Kunden nicht durch zu lange Lieferzeiten abzuschrecken. Irgendwie hat es aber alles geklappt und heute produzieren wir ja vor Ort in Hamburg, was einiges einfacher und kalkulierbarer macht.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

Foto (oben): Teppana

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#StartupTicker – +++ Startup-Neugründungen +++ eGym +++ Mehrwelt +++ HelloFresh +++ Vorwerk Ventures +++


Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir einen kompakten Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Mittwoch, 17. August).

#STARTUPTICKER

Neugründungen
+++ Gründerkrise: Erstmals seit 2019 geht die Zahl der Startup-Gründungen zurück – zu diesem Ergebnis kommt der Next Generation-Report des Startup-Verband und startupdetector. Es gibt aber auch positive Nachrichten: Der langfristige Trend gehe weiter nach oben. Mehr im Next Generation-Report

eGym
+++ Große Pläne: Bis zum Jahresende peilt der Fitnessanbieter eGym schwarze Zahlen an. Wenn das Unternehmen dies schafft, ist auch ein IPO wieder Thema. “Wann der IPO tatsächlich stattfinden wird, das hänge am Ende vor allem vom Börsenmarkt ab”, heißt es bei Gründerszene. Mehr bei Gründerszene

Mehrwelt
+++ Offline: Der Lebensmittelriese Oetker führt seinen Mehrwegpfand-Versuch Mehrwelt (Start war im Frühjahr 2020) nicht fort, das Unternehmen wird eingestellt. Als Gründe nennt Oetker unter anderem “die komplizierte Beschaffungssituation”. Mehr im SupermarktBlog

HelloFresh
+++ Lobeshymne: “Die Zahlen vom Montag zeigen: Die Berliner Gründung hat es mit Kochboxen an die Weltspitze geschafft – und ist eine der wenigen deutschen Digitalwetten, die aufgehen”, schreibt das Handelsblatt. Spannend dabei: HelloFresh ist vor allem in den USA erfolgreich. Mehr im Handelsblatt

Vorwerk Ventures
+++ Aufstieg: Sascha Günther steigt bei Vorwerk Ventures zum Partner auf. “Sascha Günther ist 2020 als Principal zu Vorwerk Ventures gestoßen und war maßgeblich für die Investments in Startups wie Avi Medical, Nilo Health und Alpakas verantwortlich”, heißt es in der Presseaussendung. Mehr über Vorwerk Ventures

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#DealMonitor – #EXKLUISV 18 Business Angels investieren Millionensumme in Ordio


Eine stattliche Anzahl an Business Angels – darunter Käfer Capital, allygatr, Tiny Ventures, Elmar Broscheit, Claus Decker, Christoph Preuss, Boris Krumm, Fabian Deventer, Nicolas Gabrysch, Daniel Broda, Alexander Luik und Nils Wilde sowie Moritz Blees – investieren nach unseren Informationen rund 1 Million Euro in Ordio. Das Kölner Unternehmen, das 2021 vom popula- und Sushi Ninja-Macher David Keuenhof sowie Gregor Pilz gegründet wurde, kümmert sich um das Thema Schichtpläne.

Die Ordio-App bietet dabei verschiedene Funktionen an – “von der digitalen Personalakte und vorbereitenden Lohnbuchhaltung über die Zeiterfassung und Verwaltung von Abwesenheiten bis hin zur Schichtplanung, in die Mitarbeitende in Echtzeit einbezogen werden”.  “Mit Ordio möchten wir lückenlos alle Prozesse in Schichtbetrieben optimieren, und zwar über eine super intuitiv nutzbare App für alle Arbeitgeber und Arbeitnehmer”, sagt Gründer Keuenhof zum Konzept.

Ordio ging 2021 im Rahmen einer geschlossenen Testphase an den Start. Die Anfänge des Unternehmens liegen aber im Jahre 2009. Für das Sushi-Restaurant Sushi Ninja baute Ordio-Macher Keuenhof damals eine Lösung, um den Einsatz seiner Mitarbeiter:innen zu organisieren. “Mit der Zeit kamen weitere Funktionen hinzu. Gemeinsam mit Jörg Binnenbrücker von Capnamic entwickelte Keuenhof so die Idee, die Tools in einer Plattform anzubieten”, schreibt das Unternehmen in eigener Sache. Seit August ist Ordio nun für Unternehmen aller Branchen verfügbar.

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Foto (oben): Ordio

#aktuell, #koln, #ordio, #venture-capital

#StartupsToWatch – Mit Kadmos bekommen internationale Arbeitnehmer:innen schneller an ihr Geld


Zu den vielen Startups, die man unbedingt im Blick behalten sollte, gehört das Berliner FinTech Kadmos. Das Berliner FinTech Kadmos, das 2021 von Justus Schmüser, zuletzt McKinsey, und Sasha Makarovych, zuletzt Rocksteady Studios, gegründet wurde, kümmert sich um internationale Gehaltszahlungen. “We are bringing in fintech, low margins, and transparent FX to industries riddled with opaque mark-ups, kickbacks, and physical cash transactions”, schreibt das Team. Als Beispiel nennt das FinTech die Schifffahrtsindustrie.

“Die finanziellen Beschränkungen, die internationalen Arbeitnehmern auferlegt werden, sind schockierend. Arbeitnehmer müssen Tage oder Wochen warten, bis ihre Gehälter sie und ihre Familien erreichen, und sind dann gezwungen, exorbitante Transaktionsgebühren zu zahlen. Bei Kadmos arbeiten wir daran, den Status quo durch moderne Fintech-Lösungen zu ändern und sicherzustellen, dass die hart arbeitenden Menschen mehr von ihrem wohlverdienten Gehalt behalten können”, erklärt Gründer Schmüser das Konzept von Kadmos.

Blossom Capital und die Altinvestoren Addition und Atlantic Labs investierten zuletzt 29 Millionen Euro in das junge Unternehmen. Addition, Atlantic Labs und Co. pumpten zuvor bereits rund 8 Millionen Euro in Kadmos. “Mit veralteten Bank-Praktiken und einer Vielzahl von Vermittlern, die überhöhte Gebühren verlangen, ist es klar, dass der Prozess für grenzüberschreitende Zahlungen kaputt ist, und die Fintech-Plattform von Kadmos ist genau die richtige Technologie, um dies zu beheben”, sagt Alex Lim von Blossom Capital zum Investment.

Tipp: Mehr aufstrebende Startups gibt es in unserer Startups To Watch-Rubrik.

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Foto (oben): Kadmos

 

 

 

#aktuell, #berlin, #fintech, #kadmos, #startupstowatch

#DealMonitor – Triodos Energy Transition Europe Fund investiert in Einhundert Energie – REWE Group investiert in Sykell


Im #DealMonitor für den 16. August werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Einhundert Energie
+++ Der Triodos Energy Transition Europe Fund investiert in Einhundert Energie. Zudem gründen das Startup und der Geldgeber das Unternehmen Einhundert Solar. “Mit dem Joint Venture wird der Bau von Photovoltaik (PV)-Mieterstromanlagen auf Wohn- und Gewerbegebäuden finanziert, die von Einhundert installiert und betrieben werden”, heißt es in der Presseaussendung.  “Gemeinsam mit weiteren Bankpartnern soll das Eigen- und Fremdkapitalvolumen des Joint Ventures in den nächsten zwei bis drei Jahren auf bis zu 70 Millionen Euro wachsen.” Einhundert Energie aus Köln, 2017 von Markus Reinhold und Ernesto Garnier gegründet, kümmert sich um “softwarebasierte Anwendungen für skalierbare, digitale Mieterstromlösungen”. EWE, die NWR Bank, der Schweizer Impact-Investor Übermorgen Ventures und Clima Now investierten zuvor bereits in Einhundert Energie. Mehr über Einhundert Energie

Sykell
+++ Die REWE Group investiert in Sykell. Das Unternehmen aus Berlin, das von Davide Mazzanti gegründet wurde, positioniert sich als “Mehrwegsystem für LEH, System- und Verkehrsgastronomie”. “Pfand ist ein seit Jahrzehnten gelernter Prozess in Deutschland und macht das System von Sykell zu einem modernen und doch niedrigschwelligen und barrierefreien Angebot — alles ohne App-Download und ohne zusätzliche Registrierungen”, heißt es zum Konzept.

MERGERS & ACQUISITIONS

Vantik
+++ Vivid und Evergreen übernehmen die Kunden des insolventen Unternehmens Vantik – siehe FinanceFWD. Das Berliner FinTech, das eine digitale Altersvorsorge in Form eines Cashback-Systems anbietet, schlitterte im Juni in die Insolvenz. Vantik, 2017 von Til Klein und Lara Hämmerle (schon längst wieder ausgestiegen) gegründet, wurde in den vergangenen Jahren von Atlantic Labs, Seedcamp, STS Ventures, N26-Gründer Max Tayenthal und zuletzt etwa vom Family Office Custos finanziell unterstützt. Mehr über Vantik

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#aktuell, #berlin, #einhundert-energie, #einhundert-solar, #evergreen, #fintech, #koln, #rewe-group, #sykell, #vantik, #venture-capital, #vivid

#Interview – “Einfach machen, ist die wichtigste Regel”


Hinter Peeces, von Leon Jungfleisch und Moritz Gropp gegründet, verbirgt sich ein “Online-Shop für hochwertige Vintage Sportmode”. “Wir möchten die Lücke zwischen Neukleidung und dem Secondhand-Laden an der Ecke füllen. Mit sehr hochwertiger Vintage-Kleidung!”, sagt Gründer Gropp. Anfangs war Peeces nur ein Hobbyprojekt der beiden Gründer. “Ende 2018 haben wir uns entschieden, das Projekt nach unserem Abitur nun Vollzeit anzugehen! Im selben Jahr haben wir unsere erste Mitarbeiterin eingestellt”, erzählt Peeces-Macher Gropp.

Der wichtigste Tipp des Jungunternehmers an andere Gründer:innen: “Einfach machen, ist die wichtigste Regel! Wir haben beide ‘nur’ ein Abitur und haben uns alles selbst beigebracht! Es gibt keine Grenzen, nur diese, die man sich selbst setzt, also trau dich und fang einfach an!”. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Gropp außerdem über Zahlen, Fehler und Lieblingskaufhäuser.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Peeces erklären?
Wir verkaufen gebrauchte Klamotten online! Das funktioniert so: Wir haben ein altes Kleidungsstück aus den 90er, von dem machen wir dann Bilder uns im Internet kann es jede/r kaufen. Danach verschicken wir es an die Person, die es gekauft hat.

War dies von Anfang an euer Konzept?
Inzwischen nehmen wir noch neue Modelle wie regelmäßige Pop-ups in verschiedenen Städten sowie immer mehr Einzelhändler – Engelhorn, Breuninger – mit dazu. Das Online-Geschäft ist im Prinzip noch dasselbe wie damals!

Wie genau funktioniert denn euer Geschäftsmodell?
Wir haben den Wert in gebrauchter bzw. Vintage Kleidung erkannt und darauf reagiert! Wir möchten die Lücke zwischen Neukleidung und dem Secondhand-Laden an der Ecke füllen. Mit sehr hochwertiger Vintage-Kleidung!

Wie ist überhaupt die Idee zu Peeces entstanden?
Wir waren damals schon sehr am Unternehmertum interessiert und parallel dazu oft in Secondhand Läden aus rein privaten Gründen! Dann haben wir erkannt, dass diese Klamotten oft einen höheren Wert haben, wenn man sie auf der richtigen Plattform verkauft und sie schön darstellt. Daraus folgte dann ein eigener Webshop!

Anfangs war Peeces ein Hobbyprojekt. Wann wurde es ernst?
Ende 2018 haben wir uns entschieden, das Projekt nach unserem Abitur nun Vollzeit anzugehen! Im selben Jahr haben wir unsere erste Mitarbeiterin eingestellt!

Wie hat sich Peeces seit der Gründung entwickelt?
Wir sind momentan bei circa acht Vollzeitkräften, wobei das ja immer etwas schwierig zu definieren ist.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Wir haben einmal die Zahlen nicht richtig im Griff gehabt. Wir hatten eine BWA, die nicht korrekt war und haben dann lange Zeit nicht gemerkt, dass wir gerade große Fehler machen! So standen wir letztes Jahr kurz vor dem Aus, konnten uns aber glücklicherweise fangen.

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht?
In keinem Bereich! Sobald man ein Thema angeht, kommt nicht allzu viel später der erste Fehler! Anders geht es gar nicht, und aus diesen Fehlern lernt man dann.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?
Einfach machen, ist die wichtigste Regel! Wir haben beide “nur” ein Abitur und haben uns alles selbst beigebracht! Es gibt keine Grenzen, nur diese, die man sich selbst setzt, also trau dich und fang einfach an!

Wo steht Peeces in einem Jahr?
Hoffentlich auf deinem Laptop Screen und in deinem Lieblingskaufhaus.

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Foto (oben): Peeces

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#StartupTicker – +++ Chronext +++ Nuri +++ AndRobin +++ Flaschenpost +++ Startup-Kooperationen


Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir einen kompakten Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Dienstag, 16. August).

#STARTUPTICKER

Chronext 
+++ Entlassungen: Das Uhren-Startup Chronext entlässt ein Viertel seiner Mitarbeiter:innen. Die Maßnahme sei notwendig gewesen “um Chronext bestmöglich durch eine wahrscheinlich länger andauernde volatile Phase zu führen und um das Unternehmen stabil für die Zukunft aufzustellen”. Mehr bei der NZZ

Nuri
+++ Magere Zahlen: Immer wieder verkündete das insolvente FinTech, dass man 500.000 Kundinnen und Kunden habe. Jetzt kommt heraus: “Gerade einmal 200.000 Kunden hätten überhaupt die Identifizierung durchlaufen. Der Umsatz lag 2021 bei gerade einmal zwölf Millionen Euro”. Mehr bei FinanceFWD

AndRobin
+++ Neustart: Selfapy-Gründerin Farina Schurzfeld gründet AndRobin. Das Unternehmen aus Berlin stellt Gründer:innen Sidekicks, in diesem Fall Serienunternehmer:innen zur Seite. “Thinking two steps ahead on your growth path, we provide custom solutions to set up a solid foundation for scaleupsucces”, heißt es zum Konzept. Mehr bei Gründerszene

Flaschenpost
+++ Gute Zahlen: “Flaschenpost dürfte mittlerweile bei Umsätzen von 300 Millionen Euro liegen”, berichtet Exciting Commerce. “So meldet die Oetker-Gruppe im Geschäftsbericht für 2021 für seine ‘Weiteren Interessen’ Umsatzzuwächse von gut 300 Mio. Euro, die vor allem durch Flaschenpost getrieben sein dürften.” Mehr bei Exciting Commerce

Startup-Kooperationen
+++ Traurig: “Deutsche Unternehmen haben keine Zeit für Startups” – heißt es in einer Bitkom-Studie. >”Gerade einmal 24 % der Unternehmen in Deutschland kooperieren mit Startups. 71 Prozent haben kein einzige Startup-Kooperation, 5 % machten keine Angabe.” Mehr beim Bitkom

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#aktuell, #androbin, #chronext, #entlassungen, #flaschenpost-de, #nuri

#Brandneu – 5 neue Kölner Startups, die einen Blick wert sind


In Köln und Umgebung lässt es sich gut leben, feiern und gründen. Auch in den vergangenen Wochen und Monaten sind wieder einige spannende neue Startups in Köln entstanden. Einige sehr junge Startups davon stellen wie an dieser Stelle einmal vor.

Rental Holidays
Das Startup Rental Holidays bietet Besitzer:innen von Reisemobilen und Caravans die Möglichkeit, ihr Gefährt an andere Privatpersonen zu vermieten. “Alle, die ihren Camper nicht ungenutzt in der Garage stehen lassen wollen, können während der Leerlaufzeiten Geld verdienen”, schreiben die Gründer Jasper Fiebelkorn, Marius Ruppel und Jan Woltering zum Konzept.

Neutron Star Systems
Neutron Star Systems, das von Manuel La Rosa Betancourt und Marcus Collier-Wright gegründet wurde, entwickelt elektromagnetische Antriebssysteme für das Weltall. Zum Konzept heißt es: “The future of spaceflight is bright and electric! We are unlocking the future of space travel with electric propulsion.”

Colonia
Die Jungfirma Colonia, die von Kaspar Filipp und Jakob Sadoun gegründet wurde, setzt auf Mietmodelle im Nutzfahrzeugsegment. “Der Zugang zu Trucks und Trailern sollte so einfach sein wie die Buchung eines Uber-Taxis oder Bolt-Rollers”, schreibt das Unternehmen in eigener Sache.

DeepSkill
Das EdTech-Unternehmen DeepSkill, das von Miriam Mertens und Peter Goeke gegründet wurde, kümmert sich um “emotionale Skills und ganzheitliche Personalentwicklung”. Das Team möchte Mitarbeiter:innen “durch personalisierte Lernprogramme mit passgenau gematchten Coaches” unterstützen.

Oniq
Die Kölner Firma Oniq, die von Yvonne Therese Mertens und Christoph Kosmehl gegründet wurde, setzt auf eine Process Mining-Software, die Industrieunternehmen helfen soll, “ihre Produktion und angrenzende Wertschöpfungsbereiche kontinuierlich zu analysieren und optimieren”.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln werfen wir einen genaueren Blick auf das Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind dort die Voraussetzungen für Gründerinnen und Gründer, wie sieht es mit Investitionen aus und welche Startups machen gerade von sich reden? Mehr als 550 Startups haben Köln mittlerweile zu ihrer Basis gemacht. Mit zahlreichen potenziellen Investoren, Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents bietet Köln ein spannendes Umfeld für junge Unternehmen. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderung. #Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

Foto (oben): Shutterstock

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#Interview – “Wir warten immer noch auf Lieferungen, die seit 18 Monaten offen sind”


Duschbrocken aus Stuttgart, 2020 von Johannes Lutz und Christoph Lung gegründet, setzt auf eine Art feste Seife, die Shampoo und Duschgel vereint. “Ohne jede Vorkenntnis haben wir in unserer Waschküche ein gutes halbes Jahr an der Rezeptur getüftelt, bis wir die perfekte Rezeptur für Haut und Haar gefunden haben. Die Duschbrocken haben wir dann händisch in einer Pizzaknetmaschine gepresst. Die Zeiten sind natürlich längst vorbei”, blickt Gründer Lutz auf die Anfänge von Duschbrocken zurück.

Für das laufende Jahr plant das gebootstrappte Unternehmen, das 2020 in der Vox-Show “Die Höhle der Löwen” war, einen Umsatz in Höhe von 6 Millionen Euro. “Wir messen unseren Erfolg in Plastikflaschen”, führt der Duschbrocken zu den Unternehmenszahlen an. “Gemeinsam mit unserem 22-köpfigen Team und den 175.000 Schaumköpfen, so nennen wir unsere Kund:innen, konnten wir schon knapp 3 Millionen Plastikflaschen einsparen. Wir sind richtig stolz, dass wir gemeinsam einen Beitrag leisten können, Plastik im Alltag zu reduzieren.”

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Duschbrocken-Macher außerdem über Durststrecken, Wachstum und Entscheidungen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Duschbrocken erklären?
Der Duschbrocken ist das erste, feste Shampoo und Duschgel in einem. Er ist wie ein flüssiges 2in1-Produkt, dem das Wasser entzogen wurden. Dabei sieht er aus wie eine Seife, sorgt aber mit viel Duft und Schaum für ein tolles Duscherlebnis.

War dies von Anfang an euer Konzept?
Anfangs haben wir den Duschbrocken als Produkt für unterwegs gesehen, um das Reisen für uns und die Umwelt besser zu machen. Der Duschbrocken ist aber sowohl für zu Hause als auch für unterwegs der perfekte Duschbegleiter und dementsprechend ist unsere Zielgruppe deutlich größer geworden.

Wie ist überhaupt die Idee zu Duschbrocken entstanden?
Christoph und ich waren 2017 unabhängig voneinander auf Weltreise und haben uns dort kennengelernt. Da ist dann auch die Idee des Duschbrockens entstanden. Shampoo und Duschgel in der Plastikflasche nerven sowohl uns, als auch die Umwelt, aber warum gibt es da noch keine gute Lösung? Und genau da haben wir dann gestartet. Ohne jede Vorkenntnis haben wir in unserer Waschküche ein gutes halbes Jahr an der Rezeptur getüftelt, bis wir die perfekte Rezeptur für Haut und Haar gefunden haben und selbst meine Freundin, die bis dato nur teure Friseurprodukte genutzt hat, von der Waschkraft und Pflege für Haut und Haare überzeugt war. Die Duschbrocken haben wir dann händisch in einer Pizzaknetmaschine gepresst. Die Zeiten sind natürlich längst vorbei.

Wie hat sich Duschbrocken seit der Gründung entwickelt?
Wir messen unseren Erfolg in Plastikflaschen. Gemeinsam mit unserem 22-köpfigen Team und den 175.000 Schaumköpfen, so nennen wir unsere Kund:innen, konnten wir schon knapp 3 Millionen Plastikflaschen einsparen. Wir sind richtig stolz, dass wir gemeinsam einen Beitrag leisten können, Plastik im Alltag zu reduzieren. Wir wachsen jedes Jahr um circa 50 % und unser Plan für 2022 sind 6 Millionen Umsatz. Dabei machen wir 90 % des Umsatzes durch unseren Online-Shop.

Viele Rohstoffe sind derzeit knapp. Wie ist die Lage bei euch?
Trotz ehemals großer Rohstoff- und Fertigwarenvorräte haben wir aktuell mit der Rohstoffknappheit zu kämpfen. Wir warten immer noch auf Lieferungen, die seit 18 Monaten offen sind und weiterhin verschoben werden, und zahlen erhöhte Preise für bereits bestellte Rohstoffe. Das ist für uns aber auch ein wichtiges Zeichen einen noch größeren Fokus auf den Ausbau eines breiten Lieferant:innen-Netzwerks zu setzen. Zwischendurch waren wir einen ganzen Monat lang alle Lagerbestände komplett ausverkauft. Da wir aber sehr konservativ und nachhaltig wirtschaften, halten wir auch solche Durststrecken sehr gut durch.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
2021 stand unsere erste Produkterweiterung an: Eine feste Spülung namens Conny Conditioner. Als fast alles fertig war, haben wir uns entschieden Conny zum Vorverkauf anzubieten. Einfach, weil wir nicht mehr länger warten konnten, die Neuigkeiten mit allen zu teilen. Ab da ist alles schiefgelaufen, was schief gehen konnte. Erst ist eine Maschine des Produzenten kaputt gegangen, dann wurde durch die Produktionshitze die Masse zu ölig. Nach diesen Anpassungen ist auch noch das Werkzeug für Conny kaputt gegangen. Der Versand der Vorverkaufs-Bestellungen hat sich immer weiter verzögert, bis wir am Ende bei drei Monaten Verspätung waren.

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht?
Wir haben von Anfang an den Fokus auf unser Produkt und unsere Kund:innen gesetzt. Bei jedem Kauf erhalten sie z.B. eine persönliche Karte, wie viele Plastikflaschen sie bereits durch ihre Einkäufe bei uns eingespart haben. Wir möchten mit dem Duschbrocken ein tolles nachhaltiges Produkt und Erlebnis ohne Abstriche in der Usability. Genau dadurch konnten wir, wenn auch mal was schiefgeht, mit transparenter Kommunikation immer auf viel Verständnis setzen. Viele Start-Ups planen sehr optimistisch. Dadurch knallt es, wenn es mal nicht so gut läuft. Obwohl der Duschbrocken von der ersten Minute an immer profitabel und gebootstrapped war, bleiben wir auf dem Boden und wirtschaften nachhaltig. Trotz starkem Wachstum.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?
Sprecht immer mit so vielen Leuten wie möglich über eure Idee, man weiß nie was sich daraus ergibt. Wir hatten keine Angst vor Ideenklau und haben uns immer mit allen möglichen Leuten über die Duschbrocken unterhalten. Daraus sind tolle Kontakte entstanden, die uns weitergebracht haben. Zum Bespiel haben wir so den Kontakt zu den Geschäftsführern des Traditionsunternehmens Seifen Haag bei uns in Stuttgart bekommen. Als wir mit der händischen Produktion der Duschbrocken in der Pizzaknetmaschine nicht mehr hinterherkamen, haben sie uns quasi die Schlüssel zu der Manufaktur in die Hand gedrückt und wir durften dann immer produzieren, wenn ihre Maschinen stillstanden. Dafür sind wir super dankbar!

Wo steht Duschbrocken in einem Jahr?
Wir haben in den ersten vier Jahren geschaut, dass der Duschbrocken gut läuft, wir das Produkt kontinuierlich verbessern und unsere Kund:innen verstehen. Wir sind jetzt an einem guten Punkt, um auch an anderen Stellen im Badezimmer Plastik einzusparen. Wir wollen das Portfolio also noch weiter ausbauen. In einem Jahr feiert der Duschbrocken seinen fünften Geburtstag und damit sind wir dann auch kein Startup mehr. Mit etablierten Prozessen und Strukturen soll Duschbrocken bis dahin dann so aufgestellt sein, dass nicht mehr alle Entscheidungen über Christophs und meinen Tisch laufen müssen.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Duschbrocken

#aktuell, #bootstrapping, #d2c, #duschbrocken, #interview, #stuttgart

#StartupTicker – +++ Grüne Gründer +++ Betriebsräte +++ Edition F +++ Vantik +++ FinTech-Szene +++ Coronahilfen +++


Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir einen kompakten Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Montag, 15. August).

#STARTUPTICKER

Grün
+++ Bundestagswahl: Die “Hälfte der Start-up-Unternehmer würde Grüne wählen” – berichtet der Spiegel. “Nur rund 26 % der Gründer würden die Liberalen wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre. 2018 war sie unter den Startups noch die beliebteste Partei.” Mehr beim Spiegel

Betriebsräte
+++ Trauerspiel: “Lieferando, Gorillas, N26: Warum sich Start-ups mit Betriebsräten so schwertun” – berichtet Capital. “In einer Umgebung, in der man sich freundschaftlich duzt und im kleinen Team mit flachen Hierarchien zusammenarbeitet, werde die Gründung eines Betriebsrats oft als Verrat verstanden.” Mehr bei Capital

Edition F
+++ Offline: Das Berliner Medien-Startup Edition F, 2014 von Susann Hoffmann und Nora-Vanessa Wohlert gegründet, ist insolvent. “Die wirtschaftlichen Entwicklungen hätten keine andere Wahl gelassen”, schreibt Meedia zur Insolvenz. Mehr bei Meedia

Vantik
+++ Vivid und Evergreen übernehmen die Kunden des insolventen Unternehmens Vantik – siehe FinanceFWD. Das Berliner FinTech, das eine digitale Altersvorsorge in Form eines Cashback-Systems anbietet, schlitterte im Juni in die Insolvenz. Mehr bei FinanceFWD

FinTech-Szene
+++ Krise? “Die Fintech-Dämmerung hat begonnen”, berichtet die WirtschaftsWoche. “Die Insolvenz ist eine Warnung für die gesamte Szene. Nach Jahren des Wachstums – angetrieben durch eine Lockdown-gelangweilte Armada von Börsenneulingen und der Ära billigen Geldes – endet die sorglose Fintech-Zeit.” Mehr in der WiWo

Coronahilfen
+++ Geldregen: Während der Corona-Pandemie wurden in Berlin rund 190 Millionen Euro Coronahilfen für Startups ausgezahlt. Dabei wurden laut Investitionsbank Berlin “über 150 Startups unterstützt und mehr als 3.000 Arbeitsplätze gesichert”, Mehr bei der Investitionsbank Berlin

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

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#aktuell, #betriebsrate, #coronahilfen, #edition-f, #fintech, #vantik

#StartupsToWatch – Knowunity – von der Schulbank zum Millioneninvestment


Zu den vielen Startups, die man unbedingt im Blick behalten sollte, gehört das Unternehmen Knowunity. Redalpine, Stride und die Altinvestoren investierten kürzlich 10 Millionen Euro in die Jungfirma. Beim Stuttgarter EdTech, das 2019 von Benedict Kurz, Lucas Hild, Gregor Weber, Julian Prigl und Yannik Prigl gegründet wurde, dreht sich alles um Schulwissen. Knowunity tritt an, um den Schulalltag durch Präsentationen, Karteikarten, Buchzusammenfassungen und Nachhilfe zu vereinfachen will. Den Gründern schwebt eine “Art Spotify für den Schulalltag” vor.

Project A Ventures, Discovery Ventures. Verena Pausder, Chris Hitchen, Mario Götze und Angel-Investoren aus dem Saarbrücker21-Verbund investierten bereits 2021 rund 2 Millionen Euro in Knowunity. Vor dem Einstieg der neuen Investoren hielt Project A Ventures rund 18 % am Unternehmen. “Mit Stride und Redalpine haben wir Lead-Investoren gefunden, die unsere Vision unterstützen, die globale Plattform für Schüler:innen zu bauen und die Art und Weise, wie wir in der Schule lernen, neu zu erfinden”, glaubt Gründer Kurz.

Wie viel Potenzial im EdTech-Segment vorhanden ist, zeigt der rasante Aufstieg von GoStudent. Das Startup, das sich als E-Learning-Dienst positioniert und auf kostenpflichtige Einzelkurse setzt, wurde 2017 von Gregor Müller, Felix Ohswald und seinem Bruder Moritz Ohswald gegründet. Prosus, Telekom Innovation Pool, SoftBank, Tencent, Dragoneer, Left Lane Capital und Coatue investierten zuletzt 300 Millionen Euro in GoStudent. Die Bewertung stieg dabei auf 3 Milliarden Euro.

Bis zu so einer Bewertung, dürfte es bei Knowunity noch eine Weile dauern. Die Zahlen der Jungfirma, die das junge Gründerteam noch während der eigenen der Schulzeit gründete, können sich aber sehen lassen. Knowunity umfasst mehr als 300.000 Lerninhalte zu jedem Fach ab der 5. Klasse. Die Plattform startete im September 2020 und schaffte es in nur 12 Monaten mehr als 1,5 Millionen Nutzer:innen zu überzeugen”. 60 Mitarbeiter:innen arbeiten derzeit für das EdTech.

Tipp: Mehr aufstrebende Startups gibt es in unserer Startups To Watch-Rubrik.

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#aktuell, #edtech, #knowunity, #startupstowatch, #stuttgart

#StartupTicker – +++ Gunzilla Games +++ Unstoppable Finance +++ Topi +++ Junto +++ Nuri +++ Saiga 


Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker-Wochenrückblick liefern wir einen schnellen Überblick darüber, was in der deutschsprachigen Startup-Szene zuletzt wirklich wichtig war!

#StartupTicker – Was zuletzt wirklich wichtig war!

INVESTMENTS

Gunzilla Games
+++ Republic Capital, Griffin Gaming Partners, Animoca Brands und Co. investieren 46 Millionen US-Dollar in Gunzilla Games. Das Games-Startup aus Frankfurt am Main, 2020 von Vlad Korolev und Alexander Zoll gegründet, entwickelt das Online-Multiplayer-Spiel Off the Grid (OTG). Mehr über Gunzilla Games

Unstoppable Finance 
+++ Lightspeed Venture Partners, Anagram und Altinvestoren wie Speedinvest, Rockaway Blockchain Fund, Backed, Inflection, Discovery Ventures und Fabric Ventures investieren 12,5 Millionen Euro in Unstoppable Finance. Mehr über Unstoppable Finance

Topi
+++ Buy now, pay later boomt weiter! Das Berliner FinTech Topi, das eine Payment-Lösung für Unternehmen entwickelt, steht nach unseren Informationen vor einer großen Investmentrunde. Im Berliner Flurfunk ist von einem Investment in Höhe von 14 Millionen Euro die Rede – unter anderem von Index Ventures und Creandum. Mehr im Insider-Podcast #EXKLUSIV

Junto
+++ Earlybird Venture Capital, Picus Capital und Emerge Education sowie zehn Business Angels investieren 5 Millionen Euro in Junto. Das Berliner EdTech setzt auf digitale Live-Trainings für Unternehmen. Mehr über Junto

OFFLINE

Nuri
+++ Insolvenz: Das FinTech Nuri schlittert nun doch in die Insolvenz. Bis zuletzt versuchte die millionenschwere Neobank, 2015 als Bitwala gestartet, frisches Kapital aufzutreiben. im Insider-Podcast hatten wir gerade erst über eine angedachte Pay2Play-Investmentrunde berichtet. Mehr über Nuri

Saiga 
+++ Und noch eine Insolvenz: Auch Saiga schlittert nach unseren Informationen in die Insolvenz. Das millionenschwere Startup, das von Karl Moritz Hermann gegründet wurde, positioniert sich als eine Art digitaler Assistent für persönliche Angelegenheiten (Aufbewahrung von persönlichen Unterlagen etc.). Mehr über Saiga #EXKLUSIV

PODCAST

Insider #133
+++ In der neuen Insider-Ausgabe mit Sven Schmidt geht es insbesondere um Gorillas, Zapp, Arive, die Stimmung in der VC-Szene, McMakler, HomeDay, Infarm, Nuri, Topi und Saiga.

Insider #133 – Der Podcast

Abonnieren: Die Podcasts von deutsche-startups.de könnt ihr bei Amazon Music – Apple Podcasts – Castbox – Deezer – Google Podcasts – iHeartRadio – Overcast – PlayerFM – Podimo – Spotify – SoundCloud oder per RSS-Feed abonnieren.

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#aktuell, #wochenruckblick

#Gastbeitrag – Startup Europe? Es wird Zeit für eine politische Vision


Die Zeiten für Startups in Europa könnten aktuell besser sein. Für viele Neugründungen ist die Finanzmarktflaute der erste große Härtetest – nach einigen Jahren, in denen das Geld bei Investor:innen lockerer saß. 

Zusätzlich haben auch die Regierungen in Deutschland und Frankreich zuletzt die großen Hebel in Bewegung gesetzt, um ihr jeweiliges Startup-Ökosystem zu unterstützen. Die deutschen Wirtschafts- und Finanzminister investieren eine Milliarde Euro in einen Fonds zur Startup-Förderung. Gerade hat die Startup-Beauftragte der Bundesregierung einen Entwurf für die Startup-Strategie in Deutschland vorgelegt, der selbst Expert:innen der Startup-Szene positiv stimmt. Von einer Wagniskapitalquote für Rentenversicherungen über die Vereinfachung der Mitarbeitenden-Beteiligung bis hin zu mehr staatlichen Aufträgen für Startups – Deutschland will in Zukunft vieles besser machen. In Frankreich verspricht der gerade wiedergewählte Präsident Emmanuel Macron innerhalb eines Jahrzehnts 30 Milliarden Euro in Bereiche wie KI, Halbleiter, Wasserstoff und Raumfahrt zu investieren. Da kommt das Gefühl auf: Es wird geklotzt und nicht gekleckert in Europa.

Was Deutschland sich von Frankreich abschauen kann

Der Vergleich zwischen Frankreich und Deutschland verdeutlicht, wo die deutsche Regierung noch Hausaufgaben zu machen hat. Natürlich ist auch bei den französischen Nachbarn nicht alles perfekt. Jedoch platziert der Digital Riser Report der ESCP Business School, dass Deutschland unter den G7 auf dem vorletzten Platz (vor Japan) und in der G20 nur auf dem drittletzten Platz landet. Dabei sind drei zentrale Rahmenbedingungen in Deutschland besonders verbesserungswürdig: 

  1. Risikokapital ist nur relativ schwer verfügbar.
  2. Es herrscht eine generelle Scheu vor unternehmerischem Risiko.
  3. Die Bevölkerung hat großen digitalen Aufholbedarf.

Deutschland ist also ein Land, das ungern Geld für risikoreiche Ideen ausgibt, und in dem oft die digitale Kompetenz und die Rahmenbedingungen fehlen, um gute Ideen auch umzusetzen. Das klingt nicht gerade nach einer Einhorn-Schmiede. Im Vergleich dazu haben sich andere europäische Länder wie Frankreich und Italien deutlich verbessert. Der Entwurf zur Startup-Strategie in Deutschland ist hier natürlich nicht eingerechnet; es wird noch dauern bis er umgesetzt ist und Wirkung zeigt. Aber der Schritt geht in die richtige Richtung.

Zur Wahrheit gehört in jedem Fall auch: Trotz der bisherigen Startup-Unfreundlichkeit hat Deutschland insgesamt 25 Einhörner in die Welt gebracht – viele davon in den letzten zwei bis fünf Jahren. In  Frankreich sind es derzeit dagegen “nur” 18 gehörnte Wunderwesen. Der Unterschied ist jedoch: Frankreich hat eine klare Strategie und große Ambitionen. Macron hat sich daran messen lassen, bis 2025 mindestens 25 “licornes françaises” in einer Legislaturperiode ins Leben zu rufen. Im Jahr 2022 wurde dieses Ziel von 25 Einhörnern zwischenzeitlich erreicht und entsprechend feierlich per Twitter verkündet – stilecht im Steve-Jobs-Rollkragenpullover.

Was Deutschland von Frankreich lernen kann

Solche Visionen suchte man in Deutschland bislang vergeblich – die Ampel-Koalition gibt sich jedoch alle Mühe aufzuholen. Im Koalitionsvertrag haben sich die Partner  viel vorgenommen und erkannt, dass große Vorhaben ungemein viel Schwung in die Förderung von Startups bringen können. Der Entwurf zur Startup-Strategie des Bundeswirtschaftsministeriums setzt hier ein wichtiges Zeichen. Dennoch bleibt das Gefühl, dass eher an kleinen Stellschrauben gedreht, und nicht der große Hebel angelegt wird. 

Der Blick zu den Nachbarn beweist es: In Frankreich hat die Regierung auf Leuchtturmprojekte wie La French Tech gesetzt. Das ist eine Unternehmerplattform, die das Ziel verfolgt, die doch sehr unterschiedlichen Welten von staatlichen Institutionen und der Startup-Bubble zusammenzubringen. Darüber hinaus hat Frankreich regulatorische Programme wie “TECH.GOUV” geschaffen und signifikante Regierungsinvestitionen in Startups unternommen. Außerdem unterstützt die Initiative Business France französische Unternehmen bei der internationalen Expansion. Um aber an dieser Stelle nicht nur Frankreich über den Klee zu loben: Auch in Italien hat man durch den Italian Startup Act (ISA) einen rechtlichen Rahmen geschaffen, der Visum- und Steueranreize schafft und bereits mehr als 12.500 registrierte innovative Startups bis 2022 hervorgebracht hat.

Das zeigt: Es gibt Hebel, mit denen wir in Deutschland den digitalen Fortschritt vorantreiben können. Wir müssen diese schnell und konsequent angehen und umsetzen, statt über Digitalisierung nur zu reden. Wir haben das Talent und die Ressourcen, aber wir müssen auch die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.

3 Forderungen für ein besseres Startup-Deutschland

Was fehlt also ganz konkret, damit Deutschland seine Rolle als Startup-Schmiede Europas auch erfüllen kann?

  • Fachkräfte: Die große Frage ist, wie kriegen wir die besten Talente nach Deutschland? Lösungen reichen von attraktiven ESOP-Regelungen, bis hin zu Tech-Visas. Auch die Verschmelzung Europas zu einem wirklich einheitlichen Arbeitsmarkt kann zu einem USP werden. Work-From-Anywhere ist in vielen Unternehmen heute schon Realität. Zeit, die Regulierungen des europäischen Arbeitsmarkts entsprechend anzupassen.
  • Finanzierung: In Deutschland gab es durchaus Verbesserungen bei der Frühphasenfinanzierung, aber was ist mit weiter fortgeschrittenen Startups (Scaleups) und deren Finanzierung? Wie können wir verhindern, dass nicht-EU- und nicht-Deutschland-Investoren erfolgreiche deutsche Scaleups aufkaufen und Wertschöpfung extrahieren? Oder dass Scaleups z. B. in New York an die Börse gehen? Der Digitalstandort Europa braucht dringend einen besseren Zugang zu Kapital. Das bedeutet einen Kulturwandel hin zu mehr Risiko –  auch im vorsichtigen Deutschland.
  • Digitale Rahmenbedingungen: Es gibt auch Lichtblicke in Deutschland. Die Zeit pro Unternehmensgründung hat sich verbessert, aber auch hier gibt es Verbesserungsmöglichkeiten – bis hin zur 100%-Online-Gründung. Dabei befindet sich Deutschland dank dem “Gesetz zur Umsetzung der Digitalisierungsrichtlinie” (DiRUG) auf dem richtigen Weg. Allerdings werden damit oft nur analoge Prozesse wie der Besuch beim Notar ins Digitale übertragen, anstatt den Gründungsprozess komplett neu zu denken. Somit wird eine Gründung in Deutschland weiterhin mehrere Tage dauern. Hier glänzt ein anderes europäisches Land: Mit 18 Minuten hält Estland derzeit den Weltrekord für Online-Gründungen.

Zeit für eine europäische Vision

Am Ende ist Europa wie in so vielen Dingen nur gemeinsam stark. Es braucht in Deutschland und in Frankreich eine hervorragende Startup-Szene mit Allem, was dazugehört. Allein in ihrem eigenen Markt werden weder deutsche noch französische Startups weit kommen. Wir müssen an das europäische Projekt glauben und sicherstellen, dass die Expansion im europäischen Binnenmarkt einfacher wird – und der Finanzierungsmarkt in Europa auch für größere Scaleups attraktiv ist. Letzteres trifft für kleinere Startups meiner Meinung nach bereits zu. Viele Scaleups würden zwar gern in Europa bleiben, erwägen aber eine Abwanderung z. B. in die USA aufgrund besserer Finanzierungsbedingungen. Sollte es deshalb einen europäischen Nasdaq geben oder einen europäischen Pensionsfonds, die die Möglichkeit haben, in Unternehmen zu investieren, wie etwa in Kanada? Ideen gibt es viele und der Entwurf zur Startup-Strategie in Deutschland setzt die ersten richtigen Anreize – aber er verharrt auf nationaler Ebene. Jetzt ist es an der Zeit eine länderübergreifende Vision zu formulieren – für unser Land und für Europa. 

Über den Autor
Torben Rabe leitet das Deutschlandgeschäft bei Qonto. Das Unternehmen ist europäischer Marktführer im Finanzmanagement für Gründer, Selbstständige und KMU. Rabes Begeisterung gilt dem Thema Banking in Verbindung mit Technologie. Seine Karriere begann er 2015 bei Oliver Wyman im Bereich Geschäfts- und Digitalstrategien für Banken. Mit weiteren Stationen bei Lendico und Bird fühlt er sich in der Finanz- und Tech-Welt zu Hause. 

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#aktuell, #gastbeitrag

#DealMonitor – 12 aufstrebende (junge) Startups, die mehr Menschen kennen sollten


Immer mehr Startups, Scaleups und Grownups sammeln inzwischen zweistellige oder dreistellige Millionensummen ein. Gleichzeitig gelingt es aber auch vielen jüngeren Firmen erste mittlere siebenstellige Summen einzusammeln. Was leider oft untergeht, denn die Grownups ziehen die ganze Aufmerksamkeit auf sich. Zeit dies zu ändern, denn die nachrückenden Unternehmen sind im besten Fall die Scaleups und Grownups von Morgen. Und die sollte man kennen!

12 aufstrebende (junge) Startups

Bunch 
+++ Cherry Ventures, Embedded Capital, Discovery Ventures sowie Business Angels wie Cristina Stenbek, Philipp Klöckner und Alexander Argyros von Moonfare investieren 7,3 Millionen Euro in Bunch – siehe FinanceFWD. Das Berliner FinTech, das von Enrico Ohnemüller, zuletzt Innovationschef bei Finleap, und Levent Altunel, zuvor Paua Ventures, gegründet wurde, möchte Privat-Investments digitalisieren. Mehr über Bunch

node.energy
+++ BitStone Capital, 10x Group, BonVenture und Helen Ventures sowie Altinvestoren wie der High-Tech Gründerfonds (HTGF) investieren 7 Millionen Euro in node.energy. Das Frankfurter Startup, 2016 von Matthias Karger und Lars Rinn gegründet, vereinfacht das Management von Wind- und Solaranlagen. Das frische Kapital soll in die “Weiterentwicklung der Software” fließen. “Ziel ist der Aufbau einer Software-Plattform, die es Anlagenbetreibern ermöglicht, neue Geschäftsmodelle mühelos umzusetzen”, teilt das Unternehmen mit. Mehr über node.energy

Lumiform
+++ Capnamic Ventures, 42CAP, Equitypitcher, Westtech Ventures und das Unternehmen Exxeta sowie Business Angels wie Christoph Gerber, Kai Hansen, Christian Henschel, Paul Müller, Christophe Folschette, Thibaut Britz und Stefan Tietze investieren 6,4 Millionen Euro in Lumiform. Das Startup, das von Lukas Roelen-Blasberg und Philip Roelen-Blasberg gegründet wurde, digitalisiert Sicherheitsprüfungen. Anfangs war die Jungfirma als Zyp.One unterwegs. Mehr über Lumiform

Milano Vice
+++ Der New Yorker Geldgeber Coefficient Capital, Speedinvest, Shio Capital, CG Partners und Angel-Investoren wie Voilà-Gründer Julius Wiesenhütter, Just Spices-Gründer Ole Strohschnieder und sennder-Gründer Nicolaus Schefenacker investieren 6 Millionen Euro in Milano Vice – siehe auch Gründerszene. Hinter dem Berliner Food-Startup, das 2021 von den beiden ehemaligen Delivery-Hero-Managern Dennis Murselovic und Rudolf Donauer gegründet wurde, verbirgt sich eine Ghost Restaurants-Kette, die auf Pizza setzt.

Compredict
+++ Vektor Partners und BlackBerry investieren 5,5 Millionen Euro in Compredict. Hinter Compredict, 2016 von Rafael Fietzek und Stéphane Foulard in Darmstadt gergründet, verbirgt sich eine Softwarelösung, die die Belastung von Fahrzeugteile misst. Zuvor -im Frühjahr 2018 – investierten bereits die Flixbus-Gründer und THI Investments, das Family Office der Familie Hagenmeyer (Getrag), in das Unternehmen. Mehr über Compredict

Bringoo 
+++ Das Family Office CIC, Florian Schürenkrämer und Scoops investieren 5 Millionen Euro in Bringoo. Das Hamburger Startup, das 2019 von Hasib Khan, Robert Kosobucki und Christian Puell gegründet wurde, liefert im Stil von Instacart Lebensmittel aus Edeka-, Penny oder nahkauf-Märkten innerhalb von 45 Minuten aus.  “Mit dem zusätzlichen Kapital werden wir nun weiter expandieren, denn zwei Drittel der Bevölkerung hat immer noch keinen Zugang zu Same-Day-Delivery oder Quick-Commerce”, teilt das Startup mit.  100 Mitarbeiter:innen arbeiten derzeit für Bringoo. Mehr über Bringoo

Rex
+++ Vorwerk Ventures, Calm/Storm, Altinvestor Picus Capital, Vlad Lata und Julian Kley (Avi Medical), Florian Seubert (Zooplus) sowie Simon Bolz und Simon Lorenz (Klara) investieren 5 Millionen Euro in Rex. Das Berliner Startup, 2021 von Jonathan Loesing und Julian Lechner gegründet, versteht sich als “Tierarztpraxis des 21. Jahrhunderts”. Das junge Unternehmen schreibt in eigener Sache: “Wir schaffen ein System, das alle Prozesse einfach abbildet – einfache Terminverwaltung, Patientenakte und Abrechnung. 100% des Tages am Telefon – das ist Vergangenheit”. 30 Mitarbeiter:innen arbeiten derzeit für das Unternehmen. Mehr über Rex

Sentryc
+++ Der französische Investor Seventure Partners investiert 5 Millionen Euro in Sentryc. Beim Startup aus Berlin, das 2019 von Nicole Jasmin Hofmann gegründet wurde, dreht sich alles um automatisierten Produkt- und Markenschutz. “Dazu durchsucht die Software Online-Marktplätze und das Social Web nach potentiellen Fälschungen, meldet Vorfälle und unterstützt IT-basiert beim Entfernen aus dem Netz”, heißt es zum Konzept der Jungfirma. Das frische Kapital soll in die “Weiterentwicklung der SaaS-Lösung, das Wachstum und die weitere Expansion nach Europa” fließen. 35 Mitarbeiter:innen arbeiten derzeit für Sentryc. Mehr über Sentryc

qiibee 
+++ Z5 Capital, Meet The People, Ben Davey, Mainardo de Nardis, Phil Rubin und Altinvestor R/GA Ventures investieren 4,8 Millionen US-Dollar in qiibee. Das Unternehmen aus Zug, das 2012 von den Brüdern Gabriele und Gianluca Giancola gegründet wurde, positioniert sich als “blockchain-based B2B rewards marketplace”. “In addition, the investment will bolster the company’s plans for expansion into other priority markets such as North America”, teilt das Unternehmen mit.

b-rayZ
+++ LifeCare Partners, Protagon und Convergence Partners sowie die Eckenstein-Geigy-Stiftung, der Verband Swisspreneur und mehrere Angel-Investoren investieren 4 Millionen Schweizer Franken in b-rayZ. Das Spin-off des Universitätsspitals Zürich (USZ) mit Sitz in Schlieren, das 2019 von Andreas Boss, Cristina Rossi und Alexander Ciritsis gegründet wurde, entwickelt eine KI-basierte Software, die Radiolog:innen bei der Früherkennung von Brustkrebs unterstützen soll.

Conversion Maker AI
+++ Die Christian Funk Holding investiert 4 Millionen in Conversion Maker AI. Das Startup aus Offenburg, 2020 von Michael Witzenleiter gegründet, liefert Produktbeschreibungen. Zum Konzept heißt es: “Unsere benutzerfreundliche Software ermöglicht dir, mühelos hochwertige und aussagekräftige Texte für deinen Online-Shop zu erstellen, um deine Zielgruppe bestmöglich zu erreichen”. “Mit dem neuen Kapital möchte das Unternehmen die Textoptimierung weiterentwickeln und die Plattform in neue Bereiche ausbauen”, teilt das Unternehmen mit.

ScaleNC
+++ Das Unternehmen Trumpf investiert rund 4 Millionen Euro in ScaleNC. Das Startup aus Stuttgar1, das von Dr. Holger Röder, David Wida, Stephan Oechsle und Andreas Armbruster gegründet bereitet Konstruktionszeichnungen auf und nimmt Blechfertigern die NC-Programmierung ab. Das Angebot des Startups, das ein Ableger des Technologieunternehmen Trumpf ist, richtet sich insbesondere an kleine und mittelständische Unternehmen. Trumpf investierte bereits bei Ausgründung in das Startup. Mehr über ScaleNC

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#aktuell, #startupstowatch, #venture-capital

#DealMonitor – Triodos Food Transition investiert in Stadtsalat – elvah sammelt Millionen ein – Pathmonk bekommt 1,5 Millionen


Im #DealMonitor für den 11. August werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Stadtsalat
+++ Der Private Equity-Geldgeber Triodos Food Transition Europe Fund investiert in Stadtsalat. Das Unternehmen aus Hamburg, 2014 von Marcus Berg und Tom Smets gegründet positioniert sich als  Salat-Lieferservice samt Offline-Läden. “Das frisch eingesammelte Kapital aus der Series-C-Finanzierungsrunde will das Unternehmen im Rahmen seiner Wachstumsstrategie für die weitere Expansion im deutschen Markt nutzen”, heißt es in der Presseaussendung.

elvah
+++ Maingau Energie, die Thies Gruppe, das Single Family Office der Familie Thies, und Angel-Investor:innen aus der Tech-, Automotive- und Mobilitätsbranche investieren eine siebenstellige Summe in elvah. Das Startup aus Grafschaft, das von von Gowrynath Sivaganeshamoorthy, Wilfried Röper, Sören Ziems gegründet wurde, bietet eine App an, mit der Nutzer.innen “anbieterunabhängig und europaweit ihr E-Auto laden können”.

Pathmonk
+++ Der TechVision Fonds und Serienunternehmer Carsten Lebtig (Gründer WorkMotion) investieren 1,5 Millionen Euro in Pathmonk. Das Düsseldorfer Startup, 2021 von Lukas Haensch und Rayco Batista Diaz gegründet, setzt auf eine KI-basierte Plattform zur Steigerung der Conversion Rates. “Mit der Finanzierung plant Pathmonk, den Wachstumskurs zu beschleunigen und die Marke weiter zu stärken”, heißt es in der Presseaussendung.

MissPompadour
+++ Fure Capital rund um Jochen Krisch und Sven Rittau investiert eine siebenstellige Summe in MissPompadour. Das Startup aus Sinzing, das 2019 von Astrid Reintjes, Erik Reintjes und Niklas Lütteken gegründet wurde, setzt auf Wandfarben und Lacke. “Vor allem die Tiefe, mit der MissPompadour in der Kundenbeziehung agiert, hat uns beeindruckt und auch von Anfang an überzeugt” schrieben die Geldgeber zum Investment.

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#aktuell, #dusseldorf, #elvah, #food, #fure-capital, #grafschaft, #hamburg, #maingau-energie, #misspompadour, #pathmonk, #sinzing, #stadtsalat, #techvision-fonds, #thies-gruppe, #triodos-food-transition-europe-fund, #venture-capital

#Brandneu – 5 neue Startups: DriverHero, bluplanet, Scoopas, Immerok, entire stories


deutsche-startups.de präsentiert heute wieder einmal einige junge Startups, die zuletzt, also in den vergangenen Wochen und Monaten an den Start gegangen sind, sowie Firmen, die zuletzt aus dem Stealth-Mode erwacht sind. Übrigens: Noch mehr neue Startups gibt es in unserem Newsletter Startup-Radar.

DriverHero
Das Münchner Startup DriverHero möchte Fahrer:innen und Lieferunternehmen zusammenbringen. “Das erreichen wir durch unseren Marktplatz, der Jobsuchenden durch volle Transparenz und Vergleichsmöglichkeiten hilft, den idealen Job zu finden”, teilt das von Richard Fischer, Steven Miller, Michael König und Emanuel Wernitz ins Leben gerufene Unternehmen mit.

bluplanet
Die Berliner Jungfirma bluplanet positioniert sich als “digitaler Marktplatz und Reseller für Cloud-Lösungen von Salesforce, Tableau und mehr”. Das Team um die Gründer  Thorsten Köhler, Christian Leffin und Christopher Roskowetz verspricht dabei: “Wir bringen Vertrieb, Service, Marketing, Handel, IT und Analytik durch digitale Workflows zusammen.”

Scoopas
Scoopas aus Düsseldorf möchte Musiker:innen und Künstler:innen helfen, ihr Einkommen aufzubessern. “Ermöglicht wird dieses Einkommen einerseits durch den Verkauf von NFTs  und andererseits durch das Streamen von Livekonzerten oder anderem Content”, heißt es in der Selbstbeschreibung der von Haben Tesfai und Steven Palumbo gegründeten Frima.

Immerok
Das Berliner DeepTech-Startup Immerok, das von den ehemaligen Data Artisans-Mitarbeitern Konstantin Knauf, Johannes Moser und Holger Temme gegründet wurde, will das große und wichtige Thema “Real Time Data Streaming Analytics” in Angriff nehmen.

entire stories
entire stories aus Wildeshausen, das von Elena Gerdes, Jacqueline Taborsky und Cedric Michael gegründet wurde, setzt auf einen kuratierten Marktplatz für nachhaltige Mode. Alle Marken werden von entire stories dabei “auf ganzheitliche Nachhaltigkeit geprüft und transparent auf dem Marktplatz dargestellt”. 

Tipp: In unserem Newsletter Startup-Radar berichten wir einmal in der Woche über neue Startups. Alle Startups stellen wir in unserem kostenpflichtigen Newsletter kurz und knapp vor und bringen sie so auf den Radar der Startup-Szene. Jetzt unseren Newsletter Startup-Radar sofort abonnieren!

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#aktuell, #berlin, #bluplanet, #brandneu, #driverhero, #dusseldorf, #entire-stories, #immerok, #munchen, #scoopas, #wildeshausen

#StartupTicker – +++ Topi +++ Unstoppable Finance +++ Lendico +++ Stimmungslage +++


Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir einen kompakten Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Donnerstag, 11. August).

#STARTUPTICKER

Topi
+++ Buy now, pay later boomt weiter! Das Berliner FinTech Topi, das eine Payment-Lösung für Unternehmen entwickelt, steht nach unseren Informationen vor einer großen Investmentrunde. Im Berliner Flurfunk ist von einem Investment in Höhe von 14 Millionen Euro die Rede – unter anderem von Index Ventures und Creandum. Mehr im Insider-Podcast #EXKLUSIV

Unstoppable Finance 
+++ Gute Teams sammeln weiter massiv Geld ein! Lightspeed, Anagram und Altinvestoren investieren 12,5 Millionen Euro in Unstoppable Finance. Das FinTech bietet mit Ultimate eine mobile App an, “die Anlegern einen einfachen Zugang zu geprüften und verifizierten Decentralized Finance (DeFi) Produkten ermöglicht”. Mehr über Unstoppable Finance

Lendico 
+++ Tschüss: Lendico verschwindet vom Markt. “Einst von der Firmenfabrik Rocket Internet gestartet, wurde sie 2018 von der größten deutschen Direktbank ING gekauft. Dort geht das Unternehmen jetzt auf, die Marke verschwindet” – berichtet FinanceFWD. Mehr bei FinanceFWD

Startup-Szene
+++ Gute Stimmung: “In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Situation für Startups in Deutschland verbessert. Das sagen 42 % der Gründerinnen und Gründer. Weitere 40 % sehen keine Veränderung und nur 12 % beklagen Verschlechterungen für die Startup-Szene”. Mehr beim Bitkom

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#aktuell, #lendico, #topi, #unstoppable-finance

#DealMonitor – Unstoppable Finance bekommt 12,5 Millionen – Junto sammelt 5 Millionen ein


Im #DealMonitor für den 10. August werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Unstoppable Finance 
+++ Lightspeed Venture Partners, Anagram und Altinvestoren wie Speedinvest, Rockaway Blockchain Fund, Backed, Inflection, Discovery Ventures und Fabric Ventures investieren 12,5 Millionen Euro in Unstoppable Finance. “Der Deal wurde Anfang Juli unterzeichnet und folgt der im Oktober 2021 abgeschlossenen Seed-Runde in Höhe von 4,5 Millionen Euro”, heißt es in der Presseaussendung. Das Berliner FinTech, hinter dem solarisbank-Gründer Peter Grosskopf, Maximilian von Wallenberg-Pachaly und Omid Aladini stecken, bietet mit Ultimate eine mobile App an, “die Anlegern einen einfachen Zugang zu geprüften und verifizierten Decentralized Finance (DeFi) Produkten ermöglicht”. Mehr über Unstoppable Finance

Junto
+++ Earlybird Venture Capital, Picus Capital und Emerge Education sowie zehn Business Angels investieren 5 Millionen Euro in Junto. Das Berliner EdTech, das von Marius Hepp, Johannes Schnell-Kretschmer und Feliks Eyser gegründet wurde, setzt auf digitale Live-Trainings für Unternehmen. “Mit Junto ermöglichen wir Unternehmen und Talenten Zugang zu den praktischen Werkzeugen der erfolgreichsten Tech-Firmen”, teilt das Startup mit. Erst im Mai investierten 40 Angel-Investor:innen rund 1,2 Millionen Euro in das EdTech. Mehr über Junto

Bavest 
+++ Business Angels Moritz Luck, Dieter Staib, Felix Leonhardt und Alexander Burlis investieren eine sechsstellige Summe in Bavest. Das FinTech aus Karlsruhe,, das von William Todt, Pedram Babaei und Ramtin Babaei gegründet wurde, ermöglicht es Privatanleger:innen “den kompletten Investment Research-Prozess an einem Ort durchzuführen, inklusive Portfolio Tracking via Open-Banking API”.

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#aktuell, #bavest, #berlin, #earlybird-venture-capital, #edtech, #emerge-education, #fintech, #junto, #karlsruhe, #picus-capital, #ultimate, #unstoppable-finance, #venture-capital

#Interview – “Brenne für deine Idee. So bleibst du am Ball, auch wenn es schwierig wird”


Das junge Kölner EdTech-Unternehmen DeepSkill, das 2020 von Miriam Mertens und Peter Goeke gegründet wurde, kümmert sich um “emotionale Skills und ganzheitliche Personalentwicklung”. Das Team möchte Mitarbeiter:innen “durch personalisierte Lernprogramme mit passgenau gematchten Coaches” unterstützen. Der High-Tech Gründerfonds (HTGF), Kienbaum und Angel-Investor:innen wie Anna Kaiser investierten bereits in die Jungfirma.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht das DeepSkill-Team unter anderem über Verunsicherungen, Multitasking und Diversität.

Wie würdest Du Deiner Großmutter DeepSkill erklären?
Goeke: Fachliche Fähigkeiten sind wichtig, reichen aber heute und in Zukunft alleine nicht mehr aus. Bei Themen wie digitale Transformation, Wettkampf um Talente, Wertewandel reicht es nicht mehr, nur neue Prozesse und neue Tools einzuführen. Man muss auch die Menschen mitnehmen – und das geht über emotionale Fähigkeiten. Dafür bieten wir eine digitale Lernplattform an, die E-Learning und digitales Coaching perfekt verzahnt. Durch den Mix an Methoden, Formaten und Inhalten können alle Mitarbeitenden erreicht werden.

Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?
Mertens: Wir haben 2020 gegründet, zum Start der Corona-Krise. Teamaufbau und Teambuilding mussten am Anfang rein digital und remote vollzogen werden. Und natürlich war in Zeiten der Verunsicherung auch die Mitarbeiter-Rekrutierung eine Herausforderung. Hier merken wir aber, dass gerade die sinnstiftende Mission von DeepSkill, die Arbeitswelt menschlicher zu machen, viele Talente anzieht.

Goeke: Für mich haben sich zusätzlich noch private Hürden ergeben durch meinen Umzug mit meiner Familie inmitten der Pandemie 2020 von Hamburg zurück nach Bonn. Meine Frau und ich mussten eine Wohnung und einen Kitaplatz finden. Und ich habe parallel auch noch gegründet. Da war sehr viel Multitasking und Organisationstalent gefragt.

Wo steht DeepSkill derzeit, welche Zahlen, Daten und Fakten kannst Du mit uns teilen?
Mertens: Uns gibt es seit April 2020 und wir wachsen stetig. Unser Team besteht aktuell aus 16 Mitarbeitenden und wir planen für dieses Jahr auch weitere Stellen im Tech-, Content- und Sales-Team zu besetzen. Wir konnten bereits über 3500 Teilnehmenden mithilfe unserer maßgeschneiderten Programme zu verstärkten emotionalen Fähigkeiten verhelfen.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?
Goeke: Brenne für deine Idee. So bleibst du am Ball, auch wenn es mal schwierig wird. Und kannst andere viel besser und authentischer begeistern.

Miriam: Setze auf Diversität im Team, so generiert ihr die besten Ideen und baut euch ein Netzwerk auf. Dafür ist die Teilnahme an Accelerator-Programmen sehr hilfreich. Uns hat der Digitalhub und das Xdeck sehr geholfen.

Wo steht DeepSkill in einem Jahr?
Mertens: In einem Jahr möchten wir vor allem unsere digitale Plattform und die gesamte Tech weiterentwickelt haben. Wir arbeiten aktuell mit Hochdruck daran, den Algorithmus für unseren Programmkonfigurator zu optimieren, unsere Plattform weiterzuentwickeln, und unsere Content-Datenbank auszubauen.

Reden wir über den Standort Köln. Wenn es um Startups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was spricht für Köln als Startup-Standort?
Goeke: Köln liegt in NRW, dem bevölkerungsreichsten Bundesland der Republik und somit liegen viele kluge Ideen auch im Westen Deutschlands. Generell also ein sehr starker Standort mit einem großen Gründer:innen-Netzwerk. Es gibt tolle Accelerator-Programme und Venture Capital Firmen. Da hat der Standort Köln in den letzten Jahren stark aufgeholt. In Köln im spezifischen trifft man zudem auf eine Mentalität, in der einem mit rheinischer Offenheit und Herzlichkeit entgegengekommen wird. Da gründet es sich direkt leichter.

Was ist in Köln einfacher als im Rest der Republik?
Mertens: Köln steht für uns vor allem für Zusammenhalt in der Startup-Szene. Das haben wir besonders bei unserer Teilnahme an den Accelerator-Programmen des Xdeck oder des Digitalhubs gemerkt. Die Nähe zu weiteren Großstädten verstärkt das Netzwerkpotenzial zusätzlich.

Goeke: Mein erstes Venture, eine MarTech-Plattform für Influencer, habe ich in Hamburg gegründet. Dort steht eine wirklich ausgezeichnete Infrastruktur für Gründer:innen zur Verfügung. Eine einfachere Vernetzung zwischen Wirtschaft, Gründer:innen und Investor:innen erfahre ich aber in Köln. Mir hilft einfach die rheinische fröhliche Art der Menschen hier, um in Kontakt zu kommen.

Zum Schluss hast Du drei Wünsche frei: Was wünscht Du Dir für den Startup-Standort Köln?
Goeke: Erstens: Noch mehr Sichtbarkeit im nationalen, aber auch internationalen Kontext. Zweitens: Mit Capnamic, dem Tech Vision Fonds, oder auch dem HTGF gibt es schon einige tolle Wagniskapitalgeber in und um Köln herum. Gern noch mehr davon. Drittens: Noch mehr mutige Rheinländer.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln werfen wir einen Blick auf das Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind dort die Voraussetzungen für Gründer:innen, wie sieht es mit Investitionen aus und welche Startups machen von sich reden? Mehr als 550 Startups haben Köln mittlerweile zu ihrer Basis gemacht. Mit zahlreichen potenziellen Investoren, Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents bietet Köln ein spannendes Umfeld für junge Unternehmen. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderung. #Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

Foto (oben): Talento Today

#aktuell, #deepskill, #edtech, #interview, #koln

#StartupTicker – +++ Nuri +++ Gorillas +++ Saiga +++ Infarm +++ Gunzilla Games +++


Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir einen kompakten Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Mittwoch, 10. August).

#STARTUPTICKER

Nuri
+++ Insolvenz: Das FinTech Nuri schlittert nun doch in die Insolvenz. Bis zuletzt versuchte die millionenschwere Neobank, 2015 als Bitwala gestartet, frisches Kapital aufzutreiben. im Insider-Podcast hatten wir gerade erst über eine angedachte Pay2Play-Investmentrunde berichtet. Mehr über Nuri

Gorillas
+++ Schrumpfkurs: Das Quick-Commerce-Unicorn Gorillas steht nach unseren Informationen vor einer Downround. Zwar kann der schnelle Lieferdienst – wie erwartet – frisches Kapital einsammeln, aber nur zu einer deutlich schlechteren Bewertung als bei der letzten Investmentrunde. Mehr im Insider-Podcast  #EXKLUSIV

Saiga 
+++ Und noch eine Insolvenz: Auch Saiga schlittert nach unseren Informationen in die Insolvenz. Das millionenschwere Startup, das von Karl Moritz Hermann gegründet wurde, positioniert sich als eine Art digitaler Assistent für persönliche Angelegenheiten (Aufbewahrung von persönlichen Unterlagen etc.). Mehr über Saiga #EXKLUSIV

Infarm
+++ Rückgang: Der niedrige Umsatz von Infarm schrumpft! “Im ersten Quartal 2022 sei er um 3,6 % niedriger als im vierten Quartal 2021, heißt es in internen Unterlagen, die dem Handelsblatt vorliegen. Dahinter stecken offenbar Probleme in der Lieferkette.” Mehr im Handelsblatt

Gunzilla Games
+++ Und zum Schluss noch gute Nachrichten: Republic Capital, Griffin Gaming Partners, Animoca Brands und Co. investieren 46 Millionen US-Dollar in Gunzilla Games. Das Games-Startup aus Frankfurt am Main, 2020 von Vlad Korolev und Alexander Zoll gegründet, entwickelt das Online-Multiplayer-Spiel Off the Grid (OTG). Mehr über Gunzilla Games

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

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#aktuell, #gorillas, #gunzilla-games, #infarm, #insolvenz, #nuri, #offline, #saiga

#Zahlencheck – Verlust bei Billie steigt auf 8,7 Millionen


Das Berliner FinTech Billie, das sich um B2B-Zahlungen wie Factoring kümmert, legt neue Unternehmenszahlen vor – und zwar den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2020. Im Berichtszeitraum stemmte das Unternehmen “Forderungen im Volumen von 292,3 Millionen Euro (2019: 252,7 Millionen). Die Zinserträge aus Kredit- und Geldmarktgeschäften lagen 2020 bei 5,5 Millionen (Vorjahr: 4,7 Millionen). Der Jahresfehlbetrag lag bei 8,7 Millionen (Vorjahr: 4,8 Millionen). Insgesamt kostete der Aufbau von Billie bisher rund 18 Millionen.

“Nach Aufnahme des Geschäftsbetriebs am 28.4.2017 ist Billie im Jahr 2020 in ihr bisher herausforderndes Geschäftsjahr gegangen”, teilen die Hauptstädter im Jahresabschluss mit. “Vor Ausbruch der Corona-Pandemie war es das Ziel der Gesellschaft den starken Wachstumskurs des vergangenen Jahres fortzusetzen. Bereits im Nachtragsbericht des Jahresabschluss 2019 hat die Geschäftsführung allerdings prognostiziert, dass sowohl das Neu- als auch das Bestandsgeschäft während der Corona-Krise höchstwahrscheinlich trotz steigender Nachfrage stark reduziert werden müsse. Gleichzeitig hat die Gesellschaft im Basisszenario an moderat steigenden Ankaufsvolumina festgehalten. Aus heutiger Sicht hat sich diese Prognose als zutreffend erwiesen.”

Im bereits abgelaufenen Jahr 2021 plante das FinTech, 2016 gegründet, mit einem “steigenden Ankaufsvolumina und mit Wachstumsraten, die sich im hohen zweistelligen Prozentbereich bewegen werden”. Das Konzept ging wohl auf, denn im Oktober 2021 konnte Billie weitere 100 Millionen US-Dollar einsammeln – unter anderem von Dawn Capital, Tencent und Klarna. Die Bewertung lag bei rund 640 Millionen Dollar. Bei der vorherigen Investmentrunden waren es noch rund 230 Millionen.

Fakten aus dem Jahresabschluss 2020

* Nach Aufnahme des Geschäftsbetriebs am 28.4.2017 ist Billie im Jahr 2020 in ihr bisher herausforderndes Geschäftsjahr gegangen. Vor Ausbruch der Corona-Pandemie war es das Ziel der Gesellschaft den starken Wachstumskurs des vergangenen Jahres fortzusetzen. Bereits im Nachtragsbericht des Jahresabschluss 2019 hat die Geschäftsführung allerdings prognostiziert, dass sowohl das Neu- als auch das Bestandsgeschäft während der Corona-Krise höchstwahrscheinlich trotz steigender Nachfrage stark reduziert werden müsse. Gleichzeitig hat die Gesellschaft im Basisszenario an moderat steigenden Ankaufsvolumina festgehalten. Aus heutiger Sicht hat sich diese Prognose als zutreffend erwiesen.
* Die Ankaufsvolumina der Gesellschaft sind im Gesamtjahr 2020 im zweistelligen Prozentbereich gewachsen. Allerdings war dieses Wachstum sehr ungleich verteilt: Von Januar bis März 2020 betrug der monatliche Anstieg mehr als 10 Prozent, bevor das Geschäftsvolumen dann bis zum Herbst rund 30 % geschrumpft ist.
* Für das Jahr 2020 wurden insgesamt Forderungen im Volumen von EUR 292,3 Mio. (Vj. EUR 252,7 Mio.) verarbeitet. Der Zins- und Gebührenüberschuss im gleichen Zeitraum betrug TEUR 4.601,4 (Vj. TEUR 3.826,4).
* Das Jahresergebnis betrug 2020 TEUR -8.654,0 (Vj. TEUR -4.775,7).
* Vor diesem Hintergrund gehen wir im Jahr 2021 wiederum von steigenden Ankaufsvolumina und Erträgen aus dem Factoring-Geschäft aus mit Wachstumsraten, die sich im hohen zweistelligen Prozentbereich bewegen werden.
* Die Gesellschaft plant für das Jahr 2021 weitere Geschäftsfelder neben dem Factoring zu erschließen. In diesem Zusammenhang strebt die Geschäftsführung eine Erlaubnis nach dem Gesetz über die Beaufsichtigung von Zahlungsdiensten (ZAG-Lizenz) an. Der dafür notwendige Prozess wurde im Januar 2021 gestartet und soll spätestens bis zum 4. Quartal 2021 abgeschlossen sein. Da im Zuge der Erlaubniserteilung auch höhere Anforderungen an das vorzuhaltende Risikokapital bestehen, plant die Gesellschaft die letzte Finanzierungsrunde nachträglich mit rund EUR 10.000.000,00 zu erweitern. Dieser Prozess ist ebenfalls bereits gestartet und ein Abschluss der Gespräche wird für das Ende des zweiten Quartals 2021 erwartet.
* Mitarbeiter: Im Jahr 2020 beschäftigte die Gesellschaft im Durchschnitt 107 Mitarbeiter (inklusive neun Werkstudenten/Praktikanten).

Billie im Zahlencheck

2020: 5,5 Millionen Euro (Zinserträge); 8,7 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2019: 4,7 Millionen Euro (Zinserträge); 4,8 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2018
: 3,1 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2017: 1,8 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2016: 64.748 Euro (Jahresfehlbetrag)

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Foto (oben): Billie

#aktuell, #berlin, #billie, #fintech, #zahlencheck

#DealMonitor – Gunzilla Games bekommt 46 Millionen – anybill sammelt 5 Millionen ein – Löwenanteil bekommt 2,6 Millionen


Im #DealMonitor für den 9. August werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Gunzilla Games
+++ Republic Capital, Griffin Gaming Partners, Animoca Brands, Jump Crypto, Raptor Group, CoinFund, Shima Capital, Dominance Ventures, GSR, Kucoin Labs, Spartan Investment Group, AlphaCrypto Capital, Blizzard, Digital Strategies, Morningstar Ventures, Gamegroove Capital, NGG und Huobi Group investieren 46 Millionen US-Dollar in Gunzilla Games. Das Games-Startup aus Frankfurt am Main, 2020 von Vlad Korolev und Alexander Zoll gegründet, entwickelt das Online-Multiplayer-Spiel Off the Grid (OTG). “This investment round follows the recent released teaser-trailer of Gunzilla’s new game OTG, a AAA Battle Royale 2.0, third-person shooter, led by the studio’s Chief Visionary Officer and Oscar nominee Neill Blomkamp”, teilt das Unternehmen mit.

anybill
+++ Mutschler Ventures, Wenvest Capital und der Auxxo Female Catalyst Fund, mehrere Business Angels sowie Altinvestoren wie Ilavska Vuillermoz Capital investieren in anybill. “Somit konnte die Summe der Seed-Finanzierung auf 5 Millionen Euro ausgeweitet werden”, teilt die Jungfirma mit. Das Unternehmen mit Sitz in Regensburg und München, das 2019 von Lea Frank, Tobias Gubo und Patrick Göttler gegründet wurde, möchte zu jeder Zahlung einen digitalen Kassenbon liefern – “in Händler-Apps, Banking- und Payment-Apps oder ohne Applikation – dort wo Verbraucher:innen Belege erwarten”. Mehr über anybil

Löwenanteil
+++ Ein nicht genanntes Family Office investiert 2,6 Millionen Euro in Löwenanteil. “Das aufgebrachte Kapital wird in verschiedene Wachstumsmaßnahmen fließen, die vor allem die Präsenz des Unternehmens im hoch-frequentierten Markt stärken, aber auch der internationalen Expansion, der Erweiterung des Produktsortiments sowie dem personellen Ausbau dienen”, teilt das Unternehmen mit. Das Oldenburger Startup, 2017 von von Robin Redelfs und Thomas Kley gegründet, setzt auf Bio-Mahlzeiten für Sportler und Fitness-Begeisterte.

Doinstruct
+++ Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) und Born2Grow investieren eine siebenstellige Summe in Doinstruct. Das Startup, 2021 von Daniel Marinkovic und Charlotte Rothert in Osnabrück gegründet, entwickelt eine mobile Schulungslösung für Frontlineworker. “Die Software ermöglicht es Unternehmen, ihre Mitarbeitenden sowie Dienstleister lieferkettenübergreifend und ortsunabhängig auf dem Smartphone zu schulen”, teilt die Jungfirma mit.

Hypecast
+++ Angel-Investoren wie Matthias von Bechtolsheim, Benjamin Minack, Gunnar Lott, Joel Kaczmarek und Andreas Gebhard investieren eine sechsstellige Summe in Hypecast bzw. Hype1000, das Unternehmen dahinter. Das Startup aus Münster, das 2021 von Maximilian Conrad und Simon Kapell gegründet wurde, positioniert sich als Corporate-Audio-Plattform. “Die Plattform unterstützt das Recording, verwaltet und spielt Inhalte aus und versorgt den Absender mit umfassenden Analytics”, heißt es zum Konzept.

MERGERS & ACQUISITIONS

Spenoki 
+++ Die Liganova Group übernimmt Spenoki. “Mit dem Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an Spenoki erweitert Liganova seine Expertise im Wachstumsbereich Nachhaltigkeit”, heißt es in der Presseaussendung. Das Münchner Startup, 2020 von Markus Adler, Niklas Schönstein und Till Kundrun gegründet, bietet seinen Kunden eine cloudbasierte Software-Lösung, “mit der Nachhaltigkeitsmaßnahmen nahtlos analysiert, optimiert und an Stakeholder kommuniziert werden können”.

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Foto (oben): azrael74

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#Podcast – Insider #133: Gorillas – Arive – McMakler – HomeDay – Infarm – Nuri – Topi – Saiga


In unserem Insider-Podcast liefern OMR-Podcast-Legende Sven Schmidt und Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, alle vierzehn Tage spannende und vor allem aber exklusive Insider-Infos aus der deutschen Startup-Szene.

Insider #133 – Die Themen

+++ Gorillas steht vor Downround #EXKLUSIV
+++ Quick Commerce-Update: Zapp, Arive #EXKLUSIV
+++ Über die Stimmung bei den großen VCs #ANALYSE
+++ Ab September erwarten VCs Fundraising-Marathon #ANALYSE
+++ McMakler und HomeDay in der Krise #ANALYSE
+++ Umsatz bei Infarm schrumpft #ANALYSE
+++ Nuri steht vor Pay2Play-Investmentrunde #EXKLUSIV
+++ Topi steht vor großer Investmentrunde #EXKLUSIV
+++ Saiga schlittert in die Insolvenz #EXKLUSIV

Unser Sponsor

Wenn du für dein Business eine Web-Applikation brauchst, weil du zum Beispiel das nächste Software-as-a-Service Start-up gründest, dann solltest du jetzt zuhören. Die heutige Ausgabe wird präsentiert von ROQ Technology. Jeder, der schon einmal eine Web App gebaut hat weiß, dass die ersten Schritte viel Zeit kosten: Die Auswahl der Technologien, das initiale Setup der Infrastruktur und der App, oder die Entwicklung von Login, User Management, Notifications, Mailing oder Chat – es sind immer die gleichen Schritte. Dabei kann viel schief gehen. Mit der ROQ-Suite ist das anders. Ihr baut ab Tag 1 auf einer leistungsstarken und flexibel anpassbaren Applikation auf. Und Features wie Login, User Management, Notifications, Mailing, Chat und viele mehr sind bereits integriert. So spart ihr schnell über 200 Entwicklertage und eure Entwickler lieben den modernen Tech Stack. Damit ist eure einzigartige App schneller live als je zuvor. Und auch wenn ihr noch kein Tech Team habt, könnt ihr jetzt trotzdem direkt loslegen. Das ROQ Founders’ Program unterstützt euch in der Entwicklung eurer App. Hörer:innen des Insider-Podcasts erhalten die komplette ROQ Suite drei Monate for free. Geht auf www.roq.tech/insider und sichert euch das exklusive Angebot.

Insider #133 – Der Podcast

Abonnieren: Die Podcasts von deutsche-startups.de könnt ihr bei Amazon Music – Apple Podcasts – Castbox – Deezer – Google Podcasts – iHeartRadio – Overcast – PlayerFM – Podimo – Spotify – SoundCloud oder per RSS-Feed abonnieren.

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#Brandneu – 6 neue Startups: Mehrwelt, Arthur, Recoupling, Kompreno, The Base Club, Puck


deutsche-startups.de präsentiert heute wieder einmal einige junge Startups, die zuletzt, also in den vergangenen Wochen und Monaten an den Start gegangen sind, sowie Firmen, die zuletzt aus dem Stealth-Mode erwacht sind. Übrigens: Noch mehr neue Startups gibt es in unserem Newsletter Startup-Radar.

Mehrwelt
Das Berliner Startup Mehrwelt, ein Unternehmen aus dem Oetker-Konzern, setzt auf Lebensmittel im Pfandglas. Dazu schreiben die Gründer:innen Juliane Wagner und Dominik Welslau: “Mit Pfandgläsern kann man ressourcenschonend die Verpackung immer wieder verwenden. Das ist gut für die Umwelt und dein Mülleimer bleibt leer.”

Arthur
Das junge Unternehmen Arthur aus Planegg setzt auf “Lösungen für emissionsfreie Mobilität” und einen Wasserstoffbus. “Wir möchten mit unseren Bussen sowohl Groß- und Kleinstädten als auch regionalen Gemeinden die Möglichkeit geben, emissionsfrei und lärmarm Personen an ihr Ziel zu bringen”, teilt das Team um die Gründer Gerhard Mey und Philipp Glonner mit.

Recoupling
Hinter Recoupling aus Berlin verbirgt sich eine “wissenschaftlich fundierte Paartherapie”. Zum Konzept des von Johanna Lubig, Jaane Henning und Tom Haubner gegründeten Startups heißt es: “Ob super happy oder frustriert, wir bieten wissenschaftlich wirksame Paartherapie in Form von Übungen, Quizzes und Challenges. Beziehungsarbeit, die Spaß macht.”

Kompreno
Das Frankfurter Medien-Startup Kompreno setzt auf “Qualitätsjournalismus ohne Sprachbarrieren”. Dafür übersetzt das von Jochen Adler gegründete Unternehmen die “interessantesten redaktionellen Beiträge aus vertrauenswürdigen Quellen”. Zielgruppe sind Menschen, “die gerne lesen, aber nur wenig Zeit haben”.

The Base Club
The Base Club aus Berlin, von Banana Beauty-Macherin Astrid Jensch gegründet, kündigt eine “Alkaline Revolution” an. In der Selbstbeschreibung heißt es: “Be part of the journey from the beginning and let yourself be inspired by our product that combines empowering functionality, quality and lifestyle to fuel your wellbeing.”

Puck
Das Wiener PropTech Puck, das von Daniel Jelitzka gegründet wurde, entwickelt ein Kommunikationstool für Hausverwaltungen. Das Motto der Jungfirma dabei lautet: “Mit puck hast du jederzeit den Überblick über alle Dinge, die deine vier Wände betreffen.”

Tipp: In unserem Newsletter Startup-Radar berichten wir einmal in der Woche über neue Startups. Alle Startups stellen wir in unserem kostenpflichtigen Newsletter kurz und knapp vor und bringen sie so auf den Radar der Startup-Szene. Jetzt unseren Newsletter Startup-Radar sofort abonnieren!

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#aktuell, #arthur, #berlin, #brandneu, #frankfurt-am-main, #kompreno, #mehrwelt, #planegg, #puck, #recoupling, #the-base-club, #wien

#Gastbeitrag – Was vegane Food-Startups erfolgreich macht


Umweltfreundlich, tierfreundlich, lecker: Vegane Alternativen zu Fleisch, Milch und Käse haben dem Konsumenten viel zu bieten. Aber ihre Vermarktung ist schwierig – jedenfalls, wenn man nicht die Werbemillionen eines Konzerns im Rücken hat. Wie können sich Startups im wachsenden Wettbewerb gegen Platzhirsche behaupten? Ein Gastbeitrag von Katrin Kasper.

Der Veggie-Markt wächst rasant: Einer Mintel-Studie zufolge war 2021 schon jedes fünfte hierzulande neu eingeführte Produkt vegan. Deutschland gehört bei den Innovationen zu den Spitzenreitern. Nicht nur kleine Startups, sondern auch Unternehmen der Old Economy bringen immer mehr vegetarische oder vegane Produkte auf den Markt – ob Katjes, Coppenrath oder Deutschlands größte Molkerei, das Deutsche Milchkontor, mit Marken wie Milram und Oldenburger. Rügenwalder Mühle verkauft sogar schon mehr Veggie-Ware als Fleisch und Wurst, andere Fleischkonzerne investieren in Laborfleisch – dessen Markteintritt dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Doch: die Regale in den Läden sind verteilt, für jedes neue Produkt muss ein anderes gehen. Die großen Marken sind in den Supermärkten ohnehin schon gelistet, der Handel kommt mit Eigenmarken, von Edeka mit Vehappy über Rewe mit Bio + Vegan bis zu Lidl mit Food for Future. Die Großkonzerne verfügen über millionenschwere Werbebudgets für TV-Kampagnen zur Primetime, Promi-Testimonials, flächendeckende Außenwerbung nebst intensiver Lobby- und Pressearbeit.

Lebensfreude statt Moralkeule

Die Bedingungen für vegane Food-Startups sind ohnehin hart: Die Tierindustrie profitiert von riesigen Steuergeschenken, externalisierten Kosten und etablierten Strukturen. Pflanzliche Milchalternativen dürfen nicht heißen wie ihre „Vorbilder“, viele gesundheitsbezogene Aussagen sind verboten. Und moralische Argumente machen Kunden ein schlechtes Gewissen – das führt zu Abwehrhaltung. Denn wichtigste Zielgruppe veganer Food-Brands sind längst nicht mehr nur Vegetarier und Veganer, sondern die ungleich größere und stetig wachsende Gruppe der Flexitarier. Aber wie erreicht man Menschen, die ihren Konsum tierischer Produkte reduzieren wollen, aber nicht ganz drauf verzichten? Pflanzliche Zutaten alleine reichen nicht, um diese anspruchsvolle Klientel zu überzeugen – zumal die pflanzlichen Alternativen oft auch noch teurer sind.

Nur mit cleverer Kommunikation und Marketing lassen sich Einstellungen langfristig ändern. Purpose ist auch hier das Zauberwort – und wer könnte mehr Sinn stiften als Startups, die Alternativen zu tierischen Produkten anbieten? Ob Umweltschutz, Tierwohl, Gesundheit oder soziale Gerechtigkeit: die Argumente könnten stichhaltiger kaum sein. Doch damit Menschen ihren gewohnten Konsum ändern, braucht man starke Marken. Gefragt ist dafür eine ehrliche und inklusive Kommunikation: Storytelling statt Werbe-Blabla, humorvoll statt belehrend, unkonventionell statt austauschbar. Und das durchgängig auf allen Kanälen, vom Verpackungsdesign bis zu den sozialen Medien. 

Ernste Themen spielerisch vermitteln

Gesundheit, Genuss, Flexibilität – das sind Werte, mit denen sich immer mehr Konsumenten identifizieren. Vermitteln lassen sie sich mit Hilfe von emotionalen, spannenden oder auch witzigen Geschichten über das Unternehmen und seine Produkte. Sogar komplexe Nachhaltigkeitsthemen lassen sich so runterbrechen und konkretisieren, dass die Verbraucher sich abgeholt fühlen.

Hilfreich sind etwa spielerische Grafiken, die Leichtigkeit und Spaß vermitteln, und eine positive, kreative Sprache. Ein gutes Beispiel ist die Firma Oatly: Mit Sprüchen wie „It’s like milk, but made for humans für ihren Haferdrink weckt sie positive Assoziationen, ganz ohne erhobenen Zeigefinger oder schlechtes Gewissen. Oder die Firma SoFine: Sie bewirbt ihren veganen Fisch mit „garantiert grätenfrei“, MyEy seinen Ei-Ersatz mit „…da lachen ja die Hühner!“. Mit einem humorvollen Augenzwinkern lässt sich der starke Tobak Tierleid besser ertragen.

Storytelling ist keine Märchenstunde

Auch optische Reize sind wichtig, um Markenbotschaften zu vermitteln. Zur visuellen PR gehören schicke Verpackungen, dazu gute Fotos und Rezepte auf der Website, im Blog und in Social Media-Kanälen. Influencer-Kampagnen mit Micro-Bloggern bieten Zugang zu einer zwar kleinen, aber besonders passgenauen Zielgruppe – und sind im Gegensatz zu bekannten Influencern erschwinglich. Ihre Bilder können Produktvorteile glaubwürdig und auf unterhaltsame Weise erklären. Grundsätzlich die Finger lassen sollte man von Perfomance-getriebenen Influencer-Plattformen: sie verwässern nur das Image.

Storytelling ist nämlich keine Märchenstunde: Grundlage der Kommunikation muss immer eine wahrhafte Darstellung sein. Denn Vertrauen und Glaubwürdigkeit sind das höchste Gut für Lebensmittelhersteller. Überzogene Selbstdarstellungen werden schnell als Schaumschlägerei entlarvt. Und ein Shitstorm kann einem Startup das Genick brechen. Kritik, die sich durch ein aktives Community-Management früh erkennen lässt, begegnet man am besten mit ernährungswissenschaftlichen Fakten und Hintergrundinfos. Aussitzen ist gefährlich. Transparenz trägt dem hohen Informationsbedürfnis vieler Konsumenten Rechnung – und sie ist eine Grundregel erfolgreicher Unternehmenskommunikation.

Wann Profis übernehmen sollten

Nicht zu unterschätzen ist auch der Wert der Pressearbeit: Je häufiger Medien positiv über die vegane Ernährungsweise berichten, desto normaler wird sie in unserer Wahrnehmung. Wir Menschen sind soziale Wesen und machen gerne, was andere machen. Und wenn von Berufs wegen neutrale Journalisten vegane Produkte empfehlen, ist das wesentlich glaubwürdiger als jede Werbung. 

Pressearbeit, Online-PR und Social Media sind natürlich sehr zeitintensiv – vor allem, wenn man sich nicht gut auskennt. Solange man als Gründer oder Gründerin noch viel Zeit hat, spricht nichts dagegen, sich ein Profil auf Facebook und Instagram anzulegen und selbst zu bespielen. Für Design-Jobs wie Logos und Websites zieht man besser einen Profi hinzu, denn der DIY-Style wirkt schnell schredderig. Und auch Pressearbeit ist deutlich effizienter, wenn erfahrene Leute sie machen: Es gibt journalistische Standards, deren Einhaltung die Chancen auf Veröffentlichungen deutlich erhöht – und die verhindert, verbrannte Erde zu hinterlassen.

Spätestens, wenn andere geschäftliche Aufgaben leiden – sei es im Vertrieb, bei der Personalführung oder in der Produktion – sind Profis gefragt, die übernehmen, interne oder externe. Zu einem guten Businessplan gehört immer auch ein Budget für PR und Marketing. Gut investiert, amortisiert sich das schnell. Und es hilft Gründern dabei, nicht auszubrennen – gerade bei purpose-getriebenen Menschen eine große Gefahr.

Über die Autorin
Katrin Kasper macht seit 25 Jahren PR – die letzten zehn Jahre überwiegend für vegane Marken wie Oatly, Biovegan, iChoc und SoFine. Ihre Karriere begann die studierte Politikwissenschaftlerin bei Ericsson in Düsseldorf, anschließend ging sie als Projektmanagerin für Kellogg zur Webagentur Artundweise in Bremen. 2001 gründete sie ihre Agentur KASPER Kommunikation in Hamburg. Sie unterstützt Unternehmen mit Pressearbeit, Content Marketing und Influencer Relations – vom Startup bis zum DAX-Konzern.

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#aktuell, #food, #gastbeitrag, #vegan

#Interview – “Im Recruitingprozess haben wie uns immer wieder von makellosen CVs blenden lassen”


Das Berliner Startup Fertilly, das 2019 von Christoph Müller-Guntrum als Dein Kinderwunsch gegründet wurde, berät Frauen, Männer und Paare zu den Themen Fruchtbarkeit, Kinderwunsch und Familienplanung. TA Ventures, IBB Ventures, Wille Finance, Sanner Ventures und mehrere Business Angels investierten bereits in die Jungfirma. “Vielleicht die wichtigste Kennzahl: Mit der Unterstützung von Fertilly wurden bereits über 1.000 Babys geboren”, sagt Gründer Müller-Guntrum.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Fertilly-Macher außerdem über Spermatests, De-Stigmatisierung und Mentor:innen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Fertilly erklären?
Jedes siebte Paar in der westlichen Welt ist ungewollt kinderlos, und ohne Einwanderung wäre unsere demografische Entwicklung rückläufig. Wir wollen mit Fertilly als zentrale, digitale Anlaufstelle im Bereich Fruchtbarkeit, Kinderwunsch und künstliche Befruchtung fungieren. Durch die Digitalisierung wesentlicher Schritte wird der Prozess einer künstlichen Befruchtung für Patient*innen nicht nur angenehmer gestaltet, sondern auch deutlich verkürzt, da sich die Anzahl der notwendigen Klinikbesuche um rund die Hälfte reduzieren lässt.

War dies von Anfang an euer Konzept?
Mit Fertilly haben wir erfolgreich eine digitale Plattform aufgebaut, die ihren Patient:innen auf deren Reise zum Wunschkind zur Seite steht. Durch die Digitalisierung der Kernprozesse der Patient:innenjourney entlasten wir zusätzlich die Kinderwunschkliniken, da wir ihnen wesentliche Teile der Therapievorbereitung abnehmen, wie erste Konsultationsgespräche oder die Anamnese. Wir konnten in den vergangenen drei Jahren ein tiefes Verständnis für Patient:innenbefürfnisse aufbauen und unser Netzwerk mit führenden Kinderwunschzentren in ganz Europa ausbauen. Dabei gibt es weiteres Potential zur Vereinfachung der Patient:innenjourney, zum Beispiel durch Integration von Hormon- und Spermatests.

Wie genau funktioniert denn euer Geschäftsmodell?
Die Erstberatung über unsere Plattform ist für Patient*innen kostenlos. Dabei begleiten wir die Frauen und Paare, vom Aufklärungsgespräch über die Erstellung der Anamnese, bis hin zum Sammeln und Sichten relevanter ärztlicher Befunde. Die Patient*innen profitieren dabei von einem deutlich einfacheren und verkürzten Prozess. Auf der Klinikseite erbringen wir umfangreiche Vorleistungen, die ansonsten aufwändig in mehreren Terminen vor Ort erarbeitet werden müssten. Wir arbeiten derzeit mit über 30 qualitätsgeprüften Kinderwunschzentren in ganz Europa zusammen. Wenn wir nach einem Assessment einer neuen Klinik, einer erfolgreichen Pilotphase und positivem Patien*innenfeedback einen neuen Partner in unser Netzwerk aufnehmen, bezahlt dieser uns eine monatliche Administrationsgebühr für unsere Arbeit.

Wie ist überhaupt die Idee zu Fertilly entstanden?
Mich hat der Bereich Healthtech bereits während meiner Zeit als Unternehmensberater bei der Boston Consulting Group intensiv fasziniert. Das Potential zur Digitalisierung des Gesundheitswesen ist riesig, es gibt viele “low hanging fruits”, die einen großen Mehrwert für die Gesellschaft bieten können. Mir war es wichtig ein Unternehmen zu gründen, hinter dem ich bedingungslos stehe. Ausgelöst wurde die Gründung von Fertilly dann durch eine Geschichte aus meinem familiären Umfeld, die mir erst vor Augen geführt hat, wie viel im Bereich “unerfüllter Kinderwunsch” passieren muss. Dabei ist die digitale Lösung von heutigen Problemen mit der Kinderwunschreise nur ein Aspekt von Fertilly. Ebenso geht es uns um eine De-Stigmatisierung des Themas Unfruchtbarkeit. Ich würde mir wünschen, dass Betroffene, sowie die Gesellschaft in Zukunft offener mit den Themen Familienplanung und Unfruchtbarkeit umgehen können – unabhängig vom Geschlecht oder der sexuellen Orientierung. 

Wie hat sich Fertilly seit der Gründung entwickelt?
Wir waren die ersten zwei Jahre ein reines Bootstrapping-Startup und haben uns vor der ersten Wachstumsphase intensiv mit dem Markt auseinandergesetzt, mit vielen Betroffenenen über ihre genauen Bedürfnisse gesprochen und auf dieser Grundlage das Produkt entwickelt. Im Jahr 2021 haben wir unsere Seed-Runde abgeschlossen und haben mittlerweile nochmals deutlich zugelegt. Dabei sind wir im Vergleich zum letzten Jahr von 5 auf 20 Mitarbeiter:innen gewachsen. Vielleicht die wichtigste Kennzahl: Mit der Unterstützung von Fertilly wurden bereits über 1.000 Babys geboren. 

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Fehler haben wir definitiv viele gemacht, auch wenn glücklicherweise nichts davon fatale Auswirkungen hatte. Ein Versäumnis von mir war sicherlich, dass ich in der Vergangenheit zu wenig Zeit ins Recruiting investiert habe. Recruiting ist eine der zeitaufwendigsten Aufgaben für Gründer:innen, und gleichzeitig zu wichtig, als dass man wesentliche Schritte einfach “wegdelegieren” kann. Das Zusammenstellen eines starken und motivierten Teams ist eine der wichtigsten Fähigkeiten von Gründer*innen. Die ersten 15 bis 20 Mitarbeiter:innen stellen entscheidende Weichen für das Business und prägen die Unternehmenskultur. Weiter haben wir uns im Recruitingprozess immer wieder von makellosen CVs blenden lassen anstatt den Fokus auf echtes Können und Potential zu legen. Teilweise hatten wir absolute Rohdiamanten in der Firma, aber haben diese nicht an Bord gehalten, weil sie zum Beispiel zu dem Zeitpunkt “nur” Praktikant*innen waren, und wir zu wenig Zeit in sie investiert haben. 

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht?
Ich denke, dass wir neben unserem digitalen Produkt nie die menschliche Komponente vernachlässigt haben. Wir sind sehr nah dran an unseren Patient*innen; kennen ihre Sorgen, Wünsche, Ängste – in allen Stadien der Kinderwunschreise. Wird sind in dieser Hinsicht quasi ein “Healthtech with a human face”.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?
Gründer:innen sollten ausreichend Zeit ins Recruiting investieren, gerade zu Beginn. Denn das stellt die Weichen für alles, was danach kommt. Die ersten 15 bis 20 Mitarbeiter:innen werden eure Firmenkultur entscheidend prägen. Zusätzlich können gute Mentor:innen sehr viel helfen, wenn sie eure Sicht auf die Dinge regelmäßig hinterfragen, und euch eure eigenen blinden Flecken aufzeigen.

Wo steht Fertilly in einem Jahr?
Unser Ziel ist es, mit Fertilly die größte digitale Fruchtbarkeitsklinik in Europa aufzubauen, bei der die Patient:innen während des gesamten Prozesses unterstützt werden. Unser digitales Portal wird erweitert und in neuen Märkten verfügbar sein. Für die Zukunft planen wir eine elektronische Patientenakte rund um deren Fruchtbarkeit, so dass alle relevanten Infos und Diagnosen auf einen Blick zu finden sind. 

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Fertilly

 

#aktuell, #berlin, #fertilly, #interview

#Umfrage – “Der Markt war noch nicht bereit”


Woche für Woche bitten wir junge und gestandene Gründerinnen und Gründer zum Interview. Eine Frage, die wir dabei häufig stellen: “Was ist bei euch bisher so richtig schief gegangen?? Hier 11 Antworten auf diese spannende Frage.

An einem Punkt dachten wir, der (schulische) Bildungsmarkt sei zu kompliziert und wir bräuchten noch ein “zweites Standbein”. Wir haben dann tatsächlich parallel eine weitere Plattform entwickelt und auch eine neue GmbH mit gleichem Gesellschafterkreis gegründet. Die Idee der neuen Plattform war, dass jede:r sein bzw. ihr Wissen in Form von Online-Kursen und digitalen Produkten teilen kann. Wir hatten einen MVP und auch schon erste Kund:innen. Doch dann ging es bei fobizz auf einmal richtig rund. Mit beiden Produkten waren wir schnell ganz schön am Limit. Letztendlich haben wir uns daher entschieden, uns auf fobizz zu fokussieren und das andere Produkt wieder zu beenden. Das war kein einfacher Prozess.
Diana Knodel, fobizz 

Von Fehlkalkulationen im App Development bis hin zu großen Projekten die schlussendlich nicht aufgegangen sind. Wir versuchen jedoch immer aus unseren Fehlern zu lernen und besser zu werden.
Predrag Tokovic, Talento Today

Rückblickend muss ich sagen, dass wir wahrscheinlich ein gutes Beispiel für “Premature Scaling” sind. Wir haben nach anfänglichen Erfolgen zu schnell den Fokus auf regionalen Roll-out und überteuert eingekauftes und wenig nachhaltiges Wachstum über Google Ads gelegt anstatt uns erstmal nur darauf zu fokussieren unsere Kund:innen und ihre Probleme genau zu verstehen und unser Produkt darauf zu optimieren. Das haben wir deutlich zu spät gemacht.
Philipp Hartje, shareDnC

Wir haben just zu Beginn der Corona-Epidemie den Mietvertrag für ein neues größeres Office unterschrieben und hatten dabei ein Wachstum an Mitarbeitern von rund einem Drittel berücksichtigt. Am 15 März haben wir alle Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt. Nicht nur, dass wir aufgrund Homeoffice unsere ganzen Onboarding-Prozesse schnell umstellen mussten, was dank unserer sowieso gegebenen digitalen Struktur ganz gut gelang, kamen wir gar nicht so richtig dazu, in das neue Office einzuziehen und entsprechend auszustatten. Dann verdoppelten wir während Corona unsere Mannschaft in 2021 und mussten nun feststellen, dass wir weder alle Mitarbeiter ins Office einladen, noch das wir jedem überhaupt einen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen konnten. Das Office war ohne, dass wir jemals richtig vor Ort waren, während Corona zu klein geworden, und wir hatten weder Tische noch Stühle für unsere Mitarbeiter. Zum Glück haben wir jetzt mit Ende der Homeoffice-Pflicht ein schönes neues zu Hause gefunden und können nun auch alle Mitarbeiter wieder ins Office einladen. Viele unserer Kollegen lernen sich erst jetzt persönlich kennen.
Jan Schmidt, helden.de

Anfangs waren wir etwas naiv und dachten, dass es ausreicht, die Hersteller mit den richtigen Tools auszustatten, damit sich die Bauwirtschaft dann quasi von selbst dekarbonisiert. Wir merkten aber schnell, dass es Push and Pull braucht und dass neben den Herstellern auch die Bauunternehmen und Projektentwickler an Bord sein müssen. Das haben wir uns zu Herzen genommen und viele Gespräche mit Unternehmen entlang der gesamten bauwirtschaftlichen Wertschöpfungskette geführt.
Leopold Spenner, alcemy

Da fallen mir gleich drei Dinge ein, die in der Frühphase echte Herausforderungen waren, die wir meistern mussten. Zum einem war es die Insolvenz unseres damals größten Kunden – und das in einer sehr frühen Phase und zu einem Zeitpunkt, an dem wir richtig durchstarten wollten. Anschließend kam der Wirecard-Crash und der damit zusammenhängende Switch zu einer neuen Partnerbank in Höchstgeschwindigkeit. Das hat viele Nerven gekostet. Zusätzlich gab es dann noch dank der Chipkrise Probleme beim Roll-out im Werkstattbereich mit unserem Self-Service-Terminals, sodass wir zeitweise nicht das liefern konnten, was wir verkauft haben, weil es einen Mangel an Kartenlesern gab. Das tut natürlich immer doppelt weh. Trotz dieser Umstände in der Frühphase haben wir die Stolpersteine als großartige Teamleistung gemeistert und viel daraus gelernt.
Lasse Diener, bezahl.de

Wie bei vielen anderen Startups auch, hat die Corona-Pandemie uns vor einige Herausforderungen gestellt. Vor allem zu Beginn der Pandemie haben wir negative Auswirkungen auf unser Business zu spüren bekommen. Viele Unternehmen hatten einen Einstellungsstopp verhängt, IT-Projekte wurden teilweise pausiert und der Startup-Verband sprach die Empfehlung aus, die Zusammenarbeit mit externen Mitarbeitern zu pausieren. Innerhalb weniger Tage mussten wir unsere Umsatzprognosen und Kostenplanungen über den Haufen werfen, um der neuen Marktlage gerecht zu werden. Dazu kam ein sehr unglückliches Timing für den Umzug in ein neues, größeres Office. Dieser fiel genau auf den Beginn der Pandemie, was zur Folge hatte, dass die neu angemieteten Bürofläche, verteilt auf drei Etagen, aufgrund von Homeoffice lange Zeit leer stand und hohe Kosten verursachte. Die Situation hat sich aber wieder stabilisiert, es besteht erneut eine hohe Nachfrage nach IT-Freelancern, wir konnten im letzten Jahr viele neue Kunden gewinnen und unser Umsatz entwickelt sich sehr gut.
Alexander Schlomberg, Expertlead

Wie vielen anderen auch, hat uns die Supply Chain im Jahr 2021 einen Strich durch die Rechnung gemacht. Durch die Pandemie sind die globalen Lieferketten für Batteriezellen und Elektronikkomponenten teilweise zum erliegen gekommen, so dass wir nur die Hälfte unserer Bestellungen erfüllen konnten. Das haben wir so nicht kommen sehen.
Sebastian Berning, instagrid

Eine Menge, sonst ist man nicht innovativ genug. Zum Beispiel wollten wir zwischendurch mal Caravans, also Wohnwagen, vermieten. Die Zielgruppe war anders als beim Wohnmobil, das haben wir unterschätzt. Die Nachfrage war demensprechend schleppend. Der Höhepunkt war, dass der erste Caravan die Jungfernfahrt nicht überlebte, weil der Kunde seine Anhängerkupplung nicht korrekt befestigt hatte. Das war ein Wink des Schicksals, dass wir von der Wohnwagenvermietung lieber die Finger lassen.
Joscha Stephan, Roadfans

Baustellen und Herausforderungen gab es beinahe täglich. Der Imagewechsel, von einem innovativen Dentalunternehmen, das mit einem reinen Dentalprodukt in der ‘Höhle der Löwen’ aufgetreten ist, hin zu einem Unternehmen, das für nachhaltige Produkte im Haushalt-, Pflege- und Reinigungs-Bereich steht, war eine große Challenge, die nur mit sehr viel Marketing und Kommunikationsarbeit zu bewältigen war. Dann war natürlich die Logistik ein großes Problem in den letzten beiden Jahren, da Lieferketten gestört und die Beschaffung von Produkten und Rohstoffen mit großen Unwägbarkeiten verbunden war. Unsere Zulieferer konnten nur selten Liefertermine einhalten, sodass wir unsere Waren teilweise spontan vom einen auf den anderen Tag selbstständig quer durch Deutschland transportieren mussten, um unsere eigenen Liefertermine einhalten zu können. Aber auch auf technischer Ebene gab es große Challenges. Beispielsweise hatten wir beschlossen, unser Shopsystem zu wechseln, um bei dem neuen System mehr Möglichkeiten zur visuellen Shop-Gestaltung zu haben. Kurz bevor der neue Shop fertiggestellt war, haben wir, dank diverser Medien- und Presseberichte, eine so große Nachfrage im Shop erlebt, dass unser altes Shopsystem zusammengebrochen und der Shop nicht mehr erreichbar war. Glücklicherweise war der neue Shop schon so weit fertiggestellt, dass er noch am gleichen Tag online gehen konnte. Somit waren wir letztlich nur ein paar Stunden offline. Hätten wir aber nicht zufällig schon einige Wochen vorher, aus eigentlich ganz anderen Gründen, mit dem Aufbau des neuen Shops angefangen, wäre der Zusammenbruch des alten Shops fatal gewesen.
Burak Dönmezer, WingGuard

Der Markt war noch nicht bereit. Die Sustainable Development Goals – kurz SDGs -, 1,5 Grad, CO2-Beschränkungen, das Bewusstsein für Verbrennung. All diese Themen wurden nicht breit diskutiert und entsprechende politische Ziele haben gefehlt, als wir anfingen. Recycling ist fast vollständig reglementiert, so dass der Markt gerade erst in Gang gekommen ist – und wir sind in der Pole Position. Aber ja – wir hätten ein paar Jahre sparen können, wenn die gesellschaftliche Richtung schon früher mit konkreten Zielen vorgegeben wäre.
Gary Lewis, Resourcify

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#aktuell, #fehler, #interview, #umfrage

#StartupTicker – +++ LiveEO +++ IDnow +++ Precipoint +++ Highsnobiety +++ Frischepost +++ SoundCloud +++ Gorillas


Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker-Wochenrückblick liefern wir einen schnellen Überblick darüber, was in der deutschsprachigen Startup-Szene zuletzt wirklich wichtig war!

#StartupTicker – Was zuletzt wirklich wichtig war!

INVESTMENTS

LiveEO 
+++ Der Londoner DeepTech-Investor MMC Ventures, Segenia Capital und Hannover Digital Investments (HDInv), Dieter von Holtzbrinck Ventures (DvH Ventures), Helen Ventures, Matterwave, motu ventures, die Europäischen Kommission die Investitionsbank Berlin investieren 19 Millionen Euro in LiveEO. Mehr über LiveEO

IDnow
+++ BlackRock gewährt IDnow eine Kreditlinie in Höhe von 60 Millionen Euro. Die Münchner Jungfirma IDnow, 2014 von Felix Haas, Armin Bauer, Sebastian Baerhold und Dennis Ferenczy gegründet, positioniert sich als Anbieter von Identity Verification-as-a-Service Lösungen. Mehr über IDnow 

Precipoint
+++Altinvestoren wie bm-t beteiligungsmanagement thüringen (bm|t) und ein neues Family Office investieren 10 Millionen Euro in das MedTech Precipoint. Das Unternehmen kümmert sich um die “Entwicklung, Produktion und Vermarktung innovativer Digitalisierungslösungen und Photonik-Systeme im Bereich der Mikroskopie”. Mehr über Precipoint

CNC24
+++ Future Industry Ventues (FIV), Coparion, Equity Pitcher, Altinvestor Seedcamp und Business Angels wie die wefox-Gründer Fabian Wesemann und Dario Fazlic investieren 8,25 Millionen Euro in CNC24. Das Berliner Startup digitalisiert den Markt um Industrie- und Maschinenbauteile. Mehr über CNC24

MERGERS & ACQUISITIONS

Highsnobiety 
+++ Der Berliner Modegigant Zalando übernahm Mitte Juni die Mehrheit (86,83 %) an Highsnobiety. Jetzt gibt es offizielle finanzielle Details zur Übernahme. “Der Kaufpreis umfasst eine Barzahlung in Höhe von 123,6 Millionen Euro zuzüglich 35,0 Millionen Euro, heißt es im Halbjahresbericht von Zalando. Mehr über Highsnobiety

mementor
+++ Das US-Unternehmen Resmed, das Medizinprodukte anbietet, übernimmt das Leipziger Digital-Health-Unternehmen mementor. Die Jungfirma, die 2014 von Noah Lorenz, Alexander Rötger, Jan Kühni und Daniel Rotzetter in der Schweiz gegründet wurde, bietet die digitale Insomnie-Therapie somnio an. Mehr über mementor

VENTURE CAPITAL

Vorwerk Ventures
+++ Jetzt offiziell: Vorwerk Ventures legt – wie bereits Ende Mai im Insider-Podcast berichtet – einen neuen Fonds auf. Im Topf sind 150-Millionen Euro – siehe Handelsblatt. “Ziel sei es, kommende Tech-Einhörner aufzubauen”, heißt es zum neuen Fonds.

Excubate Ventures
+++ DerCompany Builder Excubate Ventures, der in Köln und München residiert, legt einen neuen Early Stage-Fonds auf. “Mit bis zu 100.000 Euro investiert Excubate Ventures in Startups und bietet darüber hinaus auch sogenannte Sweat Equity Investments an”, teilt der Geldgeber mit.

OFFLINE

CO2free
+++ Offline! Das Münchner ClimateTech CO2free ist nach unseren Informationen insolvent. Das Startup möchte Onliner:innen beim Thema Energieverbrauch helfen. “Unsere App scannt die Dateien, Fotos und Videos auf Deinem Smartphone und zeigt Dir auf einen Blick an, wie viel Treibhausgas sie verursachen”, teilt die Jungfirma mit. Mehr über CO2free #EXKLUSIV

Frischepost
+++ Überraschende Pleite nach dem Exit: Das Hamburger Startup Frischepost, ein Lieferdienst für regionale Lebensmittelhersteller, ist insolvent. Erst im Mai übernahm das Berliner Unternehmen Footprint.Club die Jungfirma, die 2015 von Eva Neugebauer und Juliane Willing gegründet wurde. Mehr bei Gründerszene

SoundCloud
+++ Das musikalische Unternehmen Soundcloud entlässt rund 20 % seiner Mitarbeiter:innen. “Making changes that affect people is incredibly hard. But it is one that is necessary to ensure SoundCloud’s long-term success given the challenging economic climate and financial market headwinds”, schreibt Soundcloud-Boss Michael Weissman. Mehr bei Billboard

Gorillas
+++ Sparkurs wird fortgesetzt! “Gorillas macht NRW-Standorte dicht” – berichtet die Lebensmittel Zeitung. Konkret geht es um Gelsenkirchen, Bochum, Münster und Dortmund. “Gorillas macht erneut mit Standortschließungen Schlagzeilen, nun hat es vier Dependancen im Westen Deutschlands getroffen”, heißt es im Bericht. Mehr in der Lebensmittel Zeitung

Kuchentratsch
+++ Das Münchner Social-Startup Kuchentratsch, eine Backstube für Omas und Opas, ist insolvent. Das Unternehmen, bekannt aus “Die Höhle der Löwen” schreibt von einer geplanten Anschlussfinanzierung, die nicht abgeschlossen werden konnte. Carsten Maschmeyer und Dagmar Wöhrl investierten einst in die Jungfirma. Mehr über Kuchentratsch

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#aktuell, #wochenruckblick

#Gastbeitrag – 5 Fehler, die wachsende Startups in der Produktentwicklung vermeiden sollten


Startups überholen sich selbst. Meistens passiert das, wenn der Product-Market Fit gefunden wurde und man nun die Produkt und IT-Abteilung skalieren muss. Fast 50 % der Startups in Deutschland benennen die Produktentwicklung als eines der größten Herausforderungen. Welche 5 größten Fehler ihr vermeiden solltet, um euch Wachstumsschmerzen in der Produktentwicklung zu ersparen, erfahrt ihr hier in diesem Beitrag:

1.  Zu wenig Fokus auf Menschen & Kultur

In einer Wachstumsphase werden fast immer neue Teammitglieder eingestellt. Die erste Hürde, die hier zu nehmen ist, ist fachlich starke Mitarbeiter zu finden, die zusätzlich auch eine Portion an Diversität, emotionaler Intelligenz und Empathie mit sich bringen. Warum das so wichtig ist liegt daran, dass Probleme zwischen den neuen und alten Mitarbeitern entstehen können. Konkurrenzdenken und ein Gegeneinander kann sich etablieren und das erzeugt eine sehr schädliche Arbeitsatmosphäre für alle Beteiligten.

Was hilft ist sich auf neue Mitarbeiter vorzubereiten, die bestehenden Mitarbeiter mit einzubinden und Klarheit über Aufgaben und die Rollen für alle Beteiligten schaffen. Im Großen und Ganzen und das ist das wesentliche: Alles dafür zu tun, um ein ehrliches und starkes Vertrauensverhältnis mit den neuen und den alten Mitarbeitern zu haben. Nur so kann langfristig gemeinsam eine nachhaltige Kultur erschaffen werden. Das Vertrauen zum Mitarbeiter steht sogar vor der Strategie.

2.  Keine neue Strategie

Menschen haben die Tendenz sich auf die vorherigen Erfolgsrezepte zu berufen und das oft sogar als geplante Strategie darzustellen. Basierend darauf wird eine sehr ähnliche und fast identische Strategie für die Zukunft vorgestellt.

Dazu muss man sagen, dass dieser Blickwinkel etwas limitiert ist und natürlich auch ein Quäntchen Glück zu dem Erfolg gehört hat. Viele Dinge haben sich in der Vergangenheit nicht kausal so ereignet, sondern passte unter den bestimmten Bedingungen. Man hat zur richtigen Zeit, die richtigen Lösung entwickelt.

Die Art und Weise wie ein Start-up in der Anfangsphase gearbeitet hat, ist mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht die gleiche Art und Weise für die nächsten Phasen.

Deswegen muss man sich ausgiebig und regelmäßig damit beschäftigen und sich auf die neuen Bedingungen einstellen, um eine neue Strategie entwickeln.

3.  Zu wenig oder zu viele Strukturen und Prozesse

In der Anfangsphase eines Startups ist das Team noch klein. Alle arbeiten sehr operative und ad hoc, somit schränken zu viel strikte Strukturen und Prozesse ein und sind fehl am Platz. Eine Lücke entsteht fast immer, wenn die nächste Etappe genommen werden muss und man wächst. Dabei scheitert die Führung daran, dass Prozesse und Strukturen nicht aufgebaut wurden, so dass neue Mitarbeiter den Rahmen dazu haben, die Arbeit fortzusetzen und weiterentwickeln zu können. Die Führung hat dann häufig zu viele Hüte auf, ist überfordert mit dieser neuen Situation und wird zum Flaschenhals. Sie erledigt immer noch selber Aufgaben und verpasst es, Verantwortung abzugeben und zu delegieren.

Stattdessen sieht man häufig ein Verwaltungsverhalten und Micromanagement. Frühzeitig sich dem bewusst zu sein und eine optimale Arbeitsumgebung für andere zu schaffen sorgt hier vor, um diesen Wachstumsschmerz zu vermeiden.

4.  Customizations entwickeln

Ein Start-up versucht, die beste Lösung für den Kunden zu entwickeln. Dabei arbeiten es sehr eng mit dem Kunden zusammen, um das Produkt zu definieren. Nicht selten steht man zu dem zahlenden Kunden auch in einer Abhängigkeit, was es umso schwieriger macht, spezielle Anforderungen des Kunden auszuschlagen. Fängt man jedoch an Customizations für den Kunden zu entwickeln, gerät man in weitere Abhängigkeit und man erwischt sich dabei jedem Kunden ein eigenes Produkt zu bauen. Sogar Features, die für mehrere Kunden funktionieren, aber unterschiedlichen Ausrichtung haben, sorgen dafür, dass das Produkt zu einem Bauchladen wird. Eine Alternative ist es dem Kunden eine Schnittstelle bereitzustellen, um die speziellen Anforderungen dennoch zu ermöglichen, jedoch außerhalb des Produktes. Deswegen ist das wichtigste die Produktvision klar zu definieren, im Auge zu behalten und zielstrebig in diese Richtung zu gehen, auch wenn das bedeutet den einen oder anderen Kunden zu verlieren, denn das ist dann auch nicht wirklich dein Kunde.

5.  Ignorieren der Technischen Schulden

Die Welt der Technologie entwickelt sich sehr schnell weiter. Während du das hier liest, werden unzählige neue Zeilen an Code geschrieben und neue Software released. Die technischen Schulden, die immer auftauchen, da man als Start-up sehr schnell sein muss und viele Veränderungen durchlebt, sollten regelmäßig beglichen werden.

Im besten Fall hat man von Grund auf sich Gedanken gemacht, wie ein System robust und resilient aufgebaut werden kann und flexible genug für Erweiterungen und Anpassungen ist, um in dieser sich sehr schnell verändernden Welt zu bestehen. Viele setzen dabei auf solide Standards, verlieren aber nicht den Blick darauf, neue Technologien zu verwenden, die für die Zukunft Verbesserungen liefern.

Erfolgt das regelmäßige Begleichen der technischen Schulden nicht, wird das System und die Weiterentwicklung nach einer gewissen Zeit sehr mühsam und kann bis hin zum Stillstand führen. Was dann noch hilft, jedoch teuer ist, ist wegschmeißen, aus den Fehlern lernen und neu bauen.

Über den Autor
Peyman Pouryekta arbeitet seit über 17 Jahren im Bereich Technologie und Produktentwicklung. Mit seinem Unternehmen beschäftige er sich intensiv mit dem Thema, wie Start-ups den schnellen Erfolg mit einhergehenden Wachstumsschmerzen in den Griff bekommen. Seit 2018 betreute er erfolgreich mehrere Unternehmen, darunter: Moody’s, All4Labels Group und Concular.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag aus? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

Foto (oben): Otovo

#aktuell, #gastbeitrag

#StartupTicker – +++ SoundCloud +++ Flink +++ GMX +++ Paypense +++ LiveEO +++


Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir einen kompakten Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Freitag, 5. August).

#STARTUPTICKER

SoundCloud
+++ Entlassungen: Das musikalische Unternehmen Soundcloud entlässt rund 20 % seiner Mitarbeiter:innen. “Making changes that affect people is incredibly hard. But it is one that is necessary to ensure SoundCloud’s long-term success given the challenging economic climate and financial market headwinds”, schreibt Soundcloud-Boss Michael Weissman. Mehr bei Billboard

Flink
+++ Streit um Betriebsrat: “Die Auseinandersetzung zwischen dem Flink-Management und den Mitarbeitenden, die bei dem Quick-Commerce-Anbieter einen Betriebsrat gründen wollen, geht in die nächste Runde”, berichtet Gründerszene. Die Sache geht nun vor das Arbeitsgericht. Mehr bei Gründerszene

GMX / Web.de
+++ Hier kommt ein Mega-Deal: United Internet erwägt den Verkauf bzw. Teilverkauf von GMX und Web.de “Bei einem Deal könnten die Portale mit rund 1,5 Milliarden Euro bewertet werden. GMX und Web.de, gegründet Mitte der Neunzigerjahre, gehören zu den deutschen Pionieren des Internetgeschäfts”, schreibt das Handelsblatt. Mehr im Handelsblatt

Paypense
+++ Das Kölner Travel-Unternehmen HRS übernimmt das junge Payment-Startup Paypense. Das Startup aus Bamberg, das 2020 von Christopher Hecht und Andreas Eichler gegründet wurde, betreibt eine sogenannte Expense-Lösung, die es ermöglicht, jegliche finanzielle Vorleistung durch Mitarbeiter:innen zu vermeiden. Mehr über Paypense

LiveEO
+++ MMC Ventures, Segenia Capital und Hannover Digital Investments (HDInv), Dieter von Holtzbrinck Ventures (DvH Ventures), Helen Ventures, Matterwave, motu ventures, die Europäischen Kommission die Investitionsbank Berlin investieren 19 Millionen Euro in LiveEO. Mehr über LiveEO

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#aktuell, #betriebsrat, #entlassungen, #flink, #gmx, #hrs, #liveeo, #paypense, #soundcloud, #web-de

#DealMonitor – CNC24 sammelt 8,25 Millionen ein – Alphin bekommt 6 Millionen – Ancla übernimmt Logsta


Im #DealMonitor für den 4. August werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

CNC24
+++ Future Industry Ventues (FIV), Coparion, Equity Pitcher, Altinvestor Seedcamp und Business Angels wie die wefox-Gründer Fabian Wesemann und Dario Fazlic investieren 8,25 Millionen Euro in CNC24. Das Berliner Startup, 2019 von Willi Ruopp und Marlon Gerat gegründet, digitalisiert den Markt um Industrie- und Maschinenbauteile. Das Unternehmen positioniert sich dabei als “Ansprechpartner für alle Anfragen und Aufträge zur Fertigung von Prototypen, Einzelteilen und Kleinserien”. Mit dem frischen Kapital möchte das Unternehmen “in Europa expandieren und auch schon mittelfristig in den asiatischen Markt eintreten”. 

Alphin
+++ Scale Capital, Wille Finance und Altinvestoren wie HV Capital und Partech investieren 6 Millionen Euro in Alphin. Das Berliner Startup, das 2017 von Lukas Krieger, Mario Geiß und Steffen Allesch als Freachly gegründet wurde, positioniert sich als SaaS-Marketing-Plattform für lokales Marketing. “In the following months alphin will use the newly-acquired funds to extend its geographical footprint and connect its marketing automation platform with relevant booking and conversion platforms for local businesses – thus generating even more valuable data on the marketing success of clients and their target personas”, teilt das Unternehmen mit.

Aivy
+++ Der Business Angel Club Berlin-Brandenburg, Matthias Helfrich und Andreas Schmitz investieren rund 1 Millionen Euro in Aivy. Das Startup aus Berlin, das von Boas Bamberger, David Biller, Arbnor Raci gegründet wurde, möchte den Berufswahlprozess durch den Einsatz intelligenter Algorithmen erleichtern und verkürzen. “Das Kapital wird genutzt, um das Produkt zu erweitern und weitere Unternehmen für Aivy zu begeistern”, teilt das Startup mit.

Swaarm 
+++ STS Ventures, also Onvista-Gründer Stephan Schubert, und Co. investieren in Swaarm – siehe tech.eu. Das Berliner Startup, das 2020 von Yogeeta Chainani und Alexandru Dumitru gegründet wurde, positioniert sich als “Operating System of Performance Marketing”.

Ocha-Ocha
+++ Der YouTuber Gronkh, im echten Leben als Erik Range bekannt, investiert via Range Ventures in das Augsburger Getränke-Startup Ocha-Ocha. Das Unternehmen, 2018 von Christopher Gogolin gegründet setzt auf Getränke ohne Süßung und ohne Zusatzstoffe.

MERGERS & ACQUISITIONS

Logsta
+++ Das Darmstädter Logistik-Unternehmen Ancla, 2006 gegründet, übernimmt das Wiener Logistik-Startup Logsta. “Durch den Zusammenschluss können wir unseren Kunden gemeinsam ein noch breiteres Spektrum an Leistungen anbieten, von Send-it-yourself, über kleine E-Commerce Logistik, bis hin zu Omnichannel und Großvolumina – und das an 9 Standorten in 5 Ländern”, teilt das Unternehmen mit. Logsta wurde 2017 von Georg Weiß, Christoph Glatzl und Dominik Bieringer in Wiener Neustadt gegründet. Das Logistik-Startup richtet sich primär an KMUs, Einzelunternehmer und Startups, die im E-Commerce tätig sind und “nur kleine Mengen vertreiben oder spezielle oder kreative Verpackungswünsche haben”. “Logsta, Ancla sowie die zugehörige Marke PackAngels für e-commerce fulfillment werden unter dem neuen gemeinsamen Dach als separate Marken auftreten”, teilen die Firmen mit.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): azrael74

#aivy, #aktuell, #alphin, #ancla, #augsburg, #berlin, #cnc24, #comparion, #equity-pitcher, #gronkh, #logistik, #logsta, #ocha-ocha, #packangels, #range-ventures, #scale-capital, #seedcamp, #sts-ventures, #swaarm, #venture-capital, #wien, #wille-finance

#Gastbeitrag – IT-Fachkräftemangel: Diversity als Chance


Seit einiger Zeit schon leiden deutsche Unternehmen unter einem Mangel an Fachkräften. Insbesondere technisches Personal ist heiß begehrt und schwer für das eigene Unternehmen zu finden. Laut einer bitkom-Umfrage blieben alleine in 2021 ca. 96.000 Fachstellen in der deutschen Gesamtwirtschaft unbesetzt. Startups leiden besonders an der aktuellen Lage: Sie benötigen schnell das notwendige Know-How, um ihre Ideen umzusetzen und um weiter zu wachsen. Bieten können sie potenziellen Bewerber:innen einiges. Dennoch bevorzugen viele Fachkräfte größere Unternehmen, da sie mutmaßlich mehr Sicherheit bieten. Die Folge: Ganze 90 Prozent der Startups beklagen offene Stellen, die sich nicht auf die Schnelle besetzen lassen, ergab eine Umfrage des Bundesverbands Deutsche Startups. 

Ein baldiges Ende der Lage ist nicht in Sicht. Wie also können Unternehmen dringend benötigtes Fachpersonal engagieren und halten? Einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung stellt Diversity dar: Trotz eines gewachsenen Bewusstseins für das Thema Diversität setzen Unternehmen egal welcher Größe meist immer noch auf männliche, vorwiegend deutschsprachige Programmierer , die in Vollzeit arbeiten können.

Andere Personengruppen werden auf diese Weise schon im Vorhinein ausgeschlossen und von den Vorgaben abgeschreckt. Wie kann man hier gegensteuern und wie helfen Diversity-Konzepte, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken? Linn Salles, Head of People Relations beim deutschen Cloudanbieter gridscale, geht im folgenden Fachbeitrag näher auf diese Fragen ein.

Nine-to-Five im Büro? Schnee von gestern

Home Office und flexible Arbeitszeiten als Teil der Unternehmensidentität? Was in der Corona-Pandemie als das neue Normal angepriesen wurde, hat sich danach nicht etablieren können. Viele Unternehmen erwarten von ihren Mitarbeiter:innen weiterhin Präsenz, nicht am heimischen Schreibtisch sondern im Büro. Darüber hinaus ist das klassische Modell von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr zu arbeiten, immer noch weit verbreitet.

Startups stehen hier vor einer besonderen Herausforderung: sie müssen mit ihrem Budget noch stärker haushalten als etablierte Unternehmen. Gleichzeitig sind sie darauf angewiesen, erste Projekte schnell zu realisieren, um sich im Markt zu festigen. Dies resultiert in einem, verglichen mit etablierten Unternehmen, 7 Prozent höheren Arbeitspensum bei gleichzeitig 10 Prozent schlechterer Bezahlung.

Insbesondere starre Arbeitszeiten und ein hohes Arbeitspensum stellen für viele Menschen eine Herausforderung dar: Acht Stunden am Schreibtisch zu sitzen lässt wenig Raum für alleinerziehende Personen. Ihnen fehlt oft die Möglichkeit, ihre Kinder in diesem Umfang betreuen zu lassen, vor allem der Mangel an Kita-Plätzen verschlechtert die Lage. Und Kinder neun Stunden am Tag fremdbetreuen zu lassen kann schließlich auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

Startups und Unternehmen sollten deswegen ihre Strategie umdenken, auch wenn es gerade am Anfang zu Reibungen kommen könnte. 

Flexible Arbeitsmodelle ermöglichen

Die Covid19-Pandemie hat gezeigt, dass auch andere Arbeitsmodelle möglich sind und diese sowohl Arbeitgeber:innen als auch Arbeitnehmer:innen Vorteile bringen. Vielen Befürchtungen zum Trotz arbeiteten Mitarbeiter:innen von zuhause aus entweder gleich effizient oder sogar effizienter als bei regulären Modellen. Zudem konnten Mitarbeiter:innen, die nun von zuhause aus arbeiteten, ihre eigene Zeit besser nutzen, da der Hin- und Rückweg von der Arbeit entfiel. Somit blieb ihnen mehr Freiraum, sich der Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen zu widmen.

Home Office ist ein Punkt, in dem Unternehmen und Startups ihren Mitarbeiter:innen entgegenkommen können. Ein weiterer ist die Arbeitszeit an sich: 

Viele Menschen wollen nicht mehr die üblichen 38 bis 45 Stunden in der Woche arbeiten – sie verbringen die Zeit lieber mit Familie, Freunden und Hobbies. Dafür sind sie bereit, am Ende des Monats weniger Geld zu erhalten. Laut Bertelsmann-Umfrage wollen 41 Prozent der Frauen und 50 Prozent der Männer, die zur Zeit in Vollzeit beschäftigt sind, weniger arbeiten.

Allerdings existiert auch der umgekehrte Fall: Mütter wünschen sich oft, nach der Geburt sofort wieder in den Beruf einsteigen zu können. Fehlende Kita-Plätze hindern sie allerdings häufig daran.

Um möglichst viele Bewerber:innen anzusprechen, sollten Startups und klassische Unternehmen flexible Arbeitszeitmodelle ermöglichen. Dazu zählen Teilzeitmodelle, aber auch die Möglichkeit, schnell wieder auf Vollzeit aufzustocken. Sind die Möglichkeiten erst einmal geschaffen, sollten sie in Ausschreibungen klar erwähnt werden, um Bewerber:innen gezielt  anzusprechen.

Frauen in Tech-Berufen ansprechen

Immer mehr Frauen sind heute in männlich dominierten Bereichen ausgebildet. Jobbeschreibungen, egal ob online auf Social-Media-Plattformen, Jobportalen oder in Printmedien, sprechen allerdings noch vorrangig männliche Bewerber an, meist unbewusst. So gelten bestimmte Worte als eher männlich konnotiert, andere gelten als eher dem weiblichen Geschlecht zugehörig. Vor allem Attribute, die Hardskills in Jobprofilen beschreiben, sprechen laut Umfragen der TU München eher Männer als Frauen an. Begriffe wie eigenständig, selbstständig, zielorientiert, direkt, bestimmt usw. sind eher männlich konnotiert, zu den weiblichen Attributen gehören committed bzw. engagiert, zuverlässig und ehrlich. Startups haben oft ein feineres Gespür dafür, die richtige Sprache in ihren Ausschreibungen zu verwenden. Jedoch gibt es auch hier Verbesserungspotenzial, das die Anzahl potenzieller Bewerber:innen erhöhen kann.

Ausländische Fachkräfte ansprechen

Wir leben in einer immer weiter vernetzten und globalisierten Welt und das Internet hat einen entscheidenden Teil dazu beigetragen. 

Dies bietet vor allem jungen Unternehmen und Startups die Möglichkeit, vakante Stellen mit ausländischem Fachpersonal zu füllen. Entscheidungsträger:innen sollten hierbei auch Nicht-Muttersprachler:innen ansprechen, indem sie Jobbeschreibungen auf englisch inserieren und innerhalb ihrer Organisation zumindest teilweise auf englisch kommunizieren, sobald Menschen Teil des Teams sind, die über keine oder wenige Deutschkenntnisse verfügen.

Dies wirkt nicht nur dem Fachkräftemangel entgegen: Menschen aus anderen Kulturkreisen und Ländern bringen oft andere Blickwinkel, Denkweisen und Erfahrungen mit ins Team, die der Zusammenarbeit und letztendlich dem Produkt echte Mehrwerte bieten. 

Inklusion von Menschen mit Behinderungen

Beeinträchtigte Menschen verfügen nicht nur über die gleichen Fähigkeiten wie diejenigen ohne Behinderung: Durch die Herausforderungen, die sich ihnen im Alltag entgegenstellen, haben sie oftmals eigene Herangehensweisen für komplexe Probleme entwickelt, die Mitarbeitende ohne Beeinträchtigung vor schier unlösbare Probleme stellen würden. Diese lösungsorientierte “Hands-on”-Mentalität ist für Teams ein unschätzbarer Vorteil. Zudem weisen Menschen mit Behinderungen in vielen Fällen eine hohe Arbeitsmoral auf, die aus dem Wunsch resultiert, sich im Vergleich zu Kolleg:innen ohne Behinderung zu beweisen.

Unternehmen und Startups sollten deshalb bei der Bewerbersuche darauf achten, auch Menschen mit Behinderung zu inkludieren – nicht nur bei Inseraten sondern auch in der alltäglichen Arbeit.

Dies fängt bei scheinbar profanen Dingen wie einem rollstuhlgerechten Büro an und lässt sich mit spezieller Hard- und Software für Hör- und sehbehinderte Menschen fortführen. Auch neurodivergente Personen, Autisten oder Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizit etwa, können in vielen Bereichen die gleiche oder sogar bessere Arbeit abliefern – sofern Arbeitgeber:innen eine gerechte und inklusive Umgebung für sie schaffen.  

Fazit

Der Fachkräftemangel existiert in der oft propagierten Form nicht, Bewerber:innen sind in ausreichender Anzahl am Markt vorhanden, wenn man die Suche anpasst. Der ideale Bewerber muss nicht immer männlich, deutscher Herkunft und bereit zu acht Stunden Arbeit am Tag sein. Unternehmen und Startups sollten ihre Suchkriterien anpassen, um möglichst viele Menschen anzusprechen.

Mitarbeiter:innen sind heute nicht mehr bereit, sich zu 100 Prozent an den Job anzupassen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass sich der Arbeitgeber an seine Mitarbeiter:innen anpassen muss, um in der Zukunft Personal finden zu können. Neben flexiblen Arbeitszeiten und der Möglichkeit zur Arbeit von zuhause aus gehört dazu auch die Barrierefreiheit. 

Schließlich wird es in der Zukunft darauf ankommen, wie gut ein:e Mitarbeiter:in die Arbeit erledigt und nicht, ob sie im Büro acht Stunden unterbrechungsfrei am Schreibtisch sitzt oder deutsch auf muttersprachlichem Niveau spricht.

Über den Autor
Henrik Hasenkamp ist CEO von gridscale.

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#aktuell, #gastbeitrag

#StartupTicker – +++ CO2free +++ Startup-Investments +++ Kapitalsuche +++ Jörg Gerbig +++ CNC24 +++


Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir einen kompakten Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Donnerstag, 4. August).

#STARTUPTICKER

CO2free
+++ Offline! Das Münchner ClimateTech CO2free ist nach unseren Informationen insolvent. Das Startup möchte Onliner:innen beim Thema Energieverbrauch helfen. “Unsere App scannt die Dateien, Fotos und Videos auf Deinem Smartphone und zeigt Dir auf einen Blick an, wie viel Treibhausgas sie verursachen”, teilt die Jungfirma mit. Mehr über CO2free #EXKLUSIV

Startup-Investments
+++ Bronze! Deutschland belegt im ersten Halbjahr 2022 bei Startup-Investments in Europa den dritten Platz. “Rund 7 Milliarden US-Dollar gingen in diesem Jahr bislang an deutsche Startups, nur Frankreich (9,7 Milliarden) und UK (20,8 Milliarden) sind besser”, heißt es in einem neuen Report der Silicon Valley Bank und Dealroom.

Kapitalsuche
+++ Große Zuversicht! “8 von 10 Startups in Deutschland (79 %) brauchen innerhalb der nächsten zwei Jahre frisches Kapital. Dabei ist die Zuversicht bei Gründerinnen und Gründern hoch, dass die Finanzierungsrunden erfolgreich verlaufen. Im Schnitt müssen diese Startups 3,3 Millionen Euro einsammeln”. Mehr beim Bitkom

Jörg Gerbig
+++ Verfahren einstellt! Die internen Ermittlungen gegen Lieferando-Gründer Jörg Gerbig wurden eingestellt. “Vor drei Monaten hat Takeaway, Mutter des Lieferdienstes Lieferando, Untersuchungen gegen Jörg Gerbig eingeleitet. Dem Vorstand wurde mögliches Fehlverhalten vorgeworfen” – berichtet Gründerszene. Mehr bei Gründerszene

CNC24
+++ Geldregen! Future Industry Ventues (FIV), Comparion, Equity Pitcher, Altinvestor Seedcamp und Business Angels wie die wefox-Gründer Fabian Wesemann und Dario Fazlic investieren 8,25 Millionen Euro in CNC24.

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#aktuell, #climatetech, #cnc24, #co2free, #insolvenz, #offline

#Brandneu – 6 neue Startups: Endo-App, 10 more in, Reverion, apprentigo, Playbook, Lubis Eda


deutsche-startups.de präsentiert heute wieder einmal einige junge Startups, die zuletzt, also in den vergangenen Wochen und Monaten an den Start gegangen sind, sowie Firmen, die zuletzt aus dem Stealth-Mode erwacht sind. Übrigens: Noch mehr neue Startups gibt es in unserem Newsletter Startup-Radar.

Endo-App
Die Endo-App aus Chemnitz, die von der Ärztin Nadine Rohloff gegründet wurde, unterstützt Nutzerinnen beim Selbstmanagement und im Alltag mit der Krankheit Endometriose. Die App bietet dafür unter anderem ein “ausführliches und doch schnell ausfüllbares Symptomtagebuch”.

10 more in
Hinter dem Berliner EdTech 10 more in, von Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer und Avery Fertility-Gründerin Lia Grünhage gegründet, verbirgt sich eine “Leadership Academy für Frauen”. Die Online-Akademie soll “mehr Frauen in Führung bringen”. Im Herbst diesen Jahres soll die erste Kohorte an den Start gehen.

Reverion
Reverion aus München baut modulare Kleinkraftwerke aus Hochtemperaturbrennstoffzellen. “The technology doubles electricity production through electrical efficiencies of 80 %. Additionally, Reverion stabilizes the power grid in electrolysis mode and produces renewable gases”, schreibt das Team um die Gründer Luis Poblotzki, Maximilian Hauck und Stephan Herrmann.

apprentigo
Das Wiener EdTech apprentigo, das von den DaVinciLab-Macher:innen Anna Gawin und Peter Gawin sowie Benjamin Ruschin gegründet wurde, positioniert sich als “Fortbildungs- und HR-Plattform für Auszubildende”. Das Team verspricht dabei: “Wir ördern soziale und digitale Kompetenzen für die neue Arbeitswelt.”

Playbook
Hinter Playbook aus Berlin verbirgt sich eine “Multi-Application Platform, über die Teams ihre Arbeit automatisieren – ohne eine Zeile Code”. In der Selbstbeschreibung des von Louis Buys und Nikolai Wessendorf  gegründeten Startups heißt es: “Playbook bietet jeder und jedem Mitarbeitenden einen virtuellen Arbeitsbereich, in dem alle operativen Aufgaben organisiert, nachgehalten und erledigt werden.”

Lubis Eda
Das Unternehmen Lubis Eda aus Kaiserslautern, das von Tobias Ludwig, Max Birtel, und Michael Schwarz gegründet wurde, entwickelte eine Software, die die “Erzeugung von Bauplänen für Halbleiter revolutioniert”. Dabei wird die “Nutzung aller während des Chip-Entwurfs erstellten Modelle ermöglicht”.

Tipp: In unserem Newsletter Startup-Radar berichten wir einmal in der Woche über neue Startups. Alle Startups stellen wir in unserem kostenpflichtigen Newsletter kurz und knapp vor und bringen sie so auf den Radar der Startup-Szene. Jetzt unseren Newsletter Startup-Radar sofort abonnieren!

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