#Hintergrund – Hiit the Beat: Kann man Fitness-Trends vorhersagen?


Schon mehrfach wurden Groupfitness-Konzepte in “Die Höhle der Löwen” vorgestellt, doch nie war eines so nahe am Deal wie Breakletics – Hiit the Beat. Die Löwen scheinen recht skeptisch den Erfolgsaussichten eines solchen Geschäftsmodells gegenüberzustehen, doch woran genau liegt das und welche Indizien können vielleicht doch den Erfolg solcher Modelle prognostizieren helfen?

Der Auftritt der Gründer Peter Sowinski und Samim Quraischi war definitiv einer der spektakulärsten bisher, und so genossen sie verdientermaßen direkt die volle Aufmerksamkeit der Löwen.
Das Konzept des auf Breakdance basierten Fitness-Workouts ist zwar erstmal ein bisschen erklärungsbedürftig, aber genau in dem richtigen Maße, dass es neugierig macht. So sehr, dass sogar Dr. Georg Kofler es direkt ausprobierte. Auch lässt es sich visuell sehr gut rüberbringen und so erfüllt HIIT the Beat schon einmal eines der grundsätzlichen Erfolgskriterien eines Groupfitness-Programms: es hat einen hohen Neuheitsgrad, ist aber nicht so kompliziert zu erklären, dass einmal neugierig Gewordene zu schnell aufgeben. Das ist wichtig, denn oft haben solche Konzepte nur ein paar Sekunden Zeit, um z.B. über ein kurzes Video die Neugier von Messe- und Fitnessstudio-Besuchern zu wecken.

Doch der Markt ist heiß umkämpft, seit Erfolgsgeschichten wie Zumba und Les Mills gezeigt haben, was umsatztechnisch möglich ist.

Denn neben den Trainerausbildungen können ab einer gewissen Reichweite und Verbreitung noch zusätzliche, sehr lukrative Einnahmequellen wie Abonnements für die Trainer, Lizengebühren von den Studios oder Bekleidungslinien etabliert werden. Und genau hier liegt der Knackpunkt: bei der großen Konkurrenz und Vielfalt der Konzepte ist es sehr schwierig zu bewerten, ob ein neues Konzept das Potenzial hat, diese Reichweite zu erlangen und zu einem solch starken Trend zu werden. Und genau diese Bedenken äußerten auch die Löwen in Hinblick auf HIIT the Beat: Kann das Konzept wirklich so groß werden, dass sich das Investment von 350.000 € für 10% irgendwann lohnt?

Ein interessierter Investor bräuchte also definitiv noch weitere Informationen, um eine rationale Entscheidung treffen zu können. Denn viele Fitnesskonzepte bleiben relativ klein, oder verschwinden sogar sehr schnell wieder. HIIT the Beat aber hält sich seit circa 3 Jahren am Markt und ist kontinuierlich gewachsen, und das ohne viel eigenes Investment und völlig ohne Fremdkapital bisher. Das ist beeindruckend, für einen Investor aber meistens noch lange nicht genug.

Welche Hinweise gäbe es also noch darauf, ob ein solches Konzept einmal zu den ganz großen gehören könnte? Da es um Reichweite geht, sollte man sich alles anschauen, was damit in Zusammenhang zu bringen ist. Und zwar nicht nur die Ist-Zahlen, sondern – in einer solchen Phase fast noch wichtiger – alle Fakten, die darauf hindeuten könnten, dass das Konzept in nächster Zeit (oder auch mit der entsprechenden Unterstützung) stark an Fahrt gewinnen könnte. Prinzipiell versucht man also herauszufinden, ob das Konzept das Potenzial zum Trend oder sogar zum Hype hat. Doch diese Fakten sind oft eher versteckt und verlangen ein sehr tiefes durchdringen des Marktes und seiner Mechanismen. Wie gut die existierenden Kurse besucht sind und wie viele Trainer anteilsmäßig ihre Lizenzen verlängern, sind z.B. solche Hinweise. Die Reaktionen, wo immer das Konzept vorgestellt wird, können auch viele Einblicke für jemanden bereithalten, der sich in diesem Markt auskennt: Wie gut besucht ist z.B. der entsprechende Stand auf einer Fitness-Messe, wie viele Leute machen spontan bei Vorführungen mit und ist hier eine Art Conversion zu interessierten Trainern und Studios bemerkbar? Aus den Publikumsreaktionen ist schon recht viel erkennbar, doch diese Informationen zu erlangen, ist natürlich zeitaufwändig.

Im Social Media-Zeitalter kann man aber natürlich auch online viel “ablesen”. Wie sind die Follower-Zahlen auf den verschiedenen Kanälen, wo funktioniert das Konzept gut und wie gut interagieren die Leute mit den Posts? Hieraus lassen sich nicht nur Informationen ableiten, wie gut das Konzept ankommt und was ggf. kritisiert wird, sondern auch, welche Kompetenzen das Gründerteam in diesem Bereich hat.

Ein kurzer Check des HIIT the Beat-Accounts bei Instagram zeigt definitiv überdurchschnittliche Werte an, was auch gut zu dem Background der Gründer passt.

Sollte man also wirklich zu dem Schluss kommen, dass ein Konzept Potenzial zum Trend in der Fitnessbranche hat, ist schließlich noch die Weiterentwicklung entscheidend: Welche Pläne haben die Gründer, die Reichweite dann tatsächlich auch zu monetarisieren? Wie oben beschrieben sind verschiedene Konzepte hier verschiedene Wege gegangen, der Plan muss also gut durchdacht sein und zum Konzept passen.

HIIt the Beat geht hier praktisch noch einmal einen Sonderweg und macht mit seiner App einen völlig neuen Geschäftsbereich auf. Das Konzept, das im Prinzip auch als Variante auf Musik von Hoch-Intensivem Intervalltraining (HIIT) beschrieben werden kann, eignet sich für diese Form besser als viele andere Fitness-Konzepte, die meist Lied-für-Lied choreografiert werden und daher für den kleinen Smart Phone-Bildschirm eher schlecht geeignet sind. Die ersten Zahlen scheinen den Gründern zu diesem ungewöhnlichen und mutigen Schritt Recht zu geben, auch die Bewertungen im App Store sprechen dafür.

Ein Groupfitness-Konzept zu bewerten und seine Erfolgsaussichten zu prognostizieren ist also sehr schwierig und kann wie bei den meisten komplexeren Geschäftsmodellen in eine Zahlen- und Informationsschlacht ausarten. Diese Zeit und Möglichkeiten hatten die Löwen leider nicht, was Investoren automatisch vorsichtiger werden lässt. Doch das Potenzial sahen auch sie, dem Lob für den insgesamt starken Auftritt nach zu urteilen. Sie sollten also ebenfalls gespannt sein, ob hier nicht tatsächlich ein neuer Fitness-Trend made in Germany entsteht.

Tipp: Alles über die Vox-Gründer-Show gibt es in unserer DHDL-Rubrik. Die jeweiligen Deals und Nicht-Deals gibt es hier: “Die Höhle der Löwen (8. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (7. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (6. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (5. Staffel), “Die Höhle der Löwen – Deals (4. Staffel)“, Die Höhle der Löwen – Deals (3. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (2. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (1. Staffel)“.

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Foto (oben):  TVNOW / Bernd-Michael Maurer

#aktuell, #breakletics, #die-hohle-der-lowen, #groupfitness, #reloaded

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#Hintergrund – Klang2, LetsAct, Forest Gum, FH2OCUS, Breakletics treten vor die Löwen #DHDL


Auch in der achten Staffel der erfolgreichen Vox-Erfolgsshow “Die Höhle der Löwen” (DHDL) wittert das Löwenrudel wieder Woche für Woche ganz fette Beute. Die Jury besteht in dieser Staffel aus dem Regal-Löwen Ralf Dümmel, dem Pharma-Löwen Nils Glagau, dem Influencer-Löwen Georg Kofler, dem Sales-Löwen Carsten Maschmeyer, der Beauty-Löwin Judith Williams, der Familien-Löwin Dagmar Wöhrl und erstmals dem GreenTech-Löwen Nico Rosberg. Nun aber wieder schnell rein in die Löwengrube: Hier die Startups der aktuellen Folge, die wieder um 20:15 Uhr bei Vox über den Bildschirm geht.

Tipp: Alles über die Vox-Gründer-Show gibt es in unserer DHDL-Rubrik. Die jeweiligen Deals und Nicht-Deals gibt es hier: “Die Höhle der Löwen (8. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (7. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (6. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (5. Staffel), “Die Höhle der Löwen – Deals (4. Staffel)“, Die Höhle der Löwen – Deals (3. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (2. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (1. Staffel)“.

Die DHDL-Startups der Woche

Forest Gum
Mit seinem biologisch abbaubaren Kaugummi Forest Gum will Thomas Krämer (40) aus Köln den Kaugummi-Markt revolutionieren. Der studierte Ressourcenmanager steht ganz am Anfang seines Unternehmens und erklärt: „Wir benötigen Unterstützer, die daran glauben, dass man auch mit Kaugummi die Welt ein bisschen besser machen kann.“ Ein herkömmliches Kaugummi besteht zum großen Teil aus Polyvinylacetaten: Synthetische Stoffe, aus denen auch Plastikflaschen oder Autoreifen hergestellt werden. „Wenn man auf Kaugummi kaut, kaut man auf Plastik“, erklärt der Gründer den Löwen. „580.000 Tonnen Kaugummi werden weltweit jedes Jahr gekauft, gekaut und wieder ausgespuckt. Bis zu 80 Kaugummis kleben in Deutschland an belebten Plätzen auf einem Quadratmeter Straße. Circa 900 Millionen Euro geben die Kommunen jedes Jahr aus, um Gehwege von Kaugummi zu reinigen.“ Um diese Umweltsünde aus der Welt zu schaffen, hat Thomas Forest Gum gegründet. Seine biologisch abbaubaren Kaugummis aus rein pflanzlichen Zutaten sind komplett plastikfrei, zuckerfrei, frei von künstlichen Aromen und zudem nachhaltig in Zentralamerika produziert. Für sein Unternehmen benötigt der Gründer ein Investment von 300.000 Euro und bietet dafür zehn Prozent Firmenanteile. Ob den Löwen dieser Pitch schmeckt?

FH2OCUS (heute FlowKiss)
Sonja Wüpping (28) und Jan Oostendorp (31) kennen sich aus Schulzeiten und wollen bald heiraten. Ihren Traum vom gemeinsamen Start-Up haben sich die Berufsberaterin und der Produktfotograf bereits verwirklicht. „Wir haben ein Getränk entwickelt, das zwar unscheinbar aussieht, Sie aber überraschen wird“, verspricht Jan den Löwen. Statt Kaffee schon morgens den ersten Energydrink: Das gehörte für Sonja lange Zeit zum Alltag. „Das fand keiner gut“, erinnert sich die 28-Jährige. So peinlich war ihr die Vorliebe für die süßen Koffein-Kicks, dass sie die leeren Pfanddosen vor ihrem damals neuen Freund Jan sogar im Küchenschrank versteckte. Doch der kam schnell dahinter und wunderte sich: „Denn eigentlich ernährt sich Sonja sehr gesund.“ Als die gemeinsame Suche nach erfrischenden Wachmachern ergebnislos blieb, entwickelten Sonja und Jan selbst eine gesündere Alternative. „FH2OCUS ist ein koffeinhaltiges Sprudelwasser. Es enthält keinen Zucker, keine künstlichen Geschmacksstoffe und auch keine Kalorien“, erklärt Jan. Das Power-Wasser besteht aus vier Zutaten (Wasser, Kohlensäure, Koffein und Zitrone für die Frische) und beinhaltet pro 100 ml 20 mg Koffein. „Damit macht eine 600 ml Flasche so wach wie eine große Tasse Kaffee, ist dabei aber so erfrischend wie ein Energydrink und so natürlich wie Wasser“, erklärt Sonja. Um ihr noch junges Unternehmen am Markt zu etablieren und neue Zielgruppen zu erobern, benötigt das Powerpärchen 90.000 Euro und bietet 25 Prozent Firmenanteile.

Breakletics
„Hit the Beat“: So lautet das Motto der passionierten Breakdancer Peter Sowinksi (34) und Samim Quraischi (32). „Ich habe für Breakdance alles vernachlässigt: Schule, Freunde, alles!“, erklärt Peter seine Leidenschaft. „Mein einziger Fokus war Breakdance. Ich liebe diese Kreativität und die Einzigartigkeit.“ Solo dreifacher Deutscher Meister im Breakdance holte sich Peter 2011 auch als Team mit Kumpel Samim 2011 die Deutsche Meisterschaft. Inzwischen haben die beiden den Sprung ins nächste Level geschafft und wollen mit dem speziellen Workout Breakletics die Fitness-Branche auf den Kopf stellen. „Wir haben die kreativen Elemente aus dem Breakdance genommen, sie runtergebrochen und mit normalen Fitnessübungen kombiniert“, erklärt Peter das High Intensity-Programm, das fit und vor allem Spaß machen soll. Die Trainings-Sessions lassen sich als digitales Workout per App oder Browser nach Länge und dem individuellem Fitness-Level abrufen. Zudem bieten die Gründer Trainer-Lizenzen für den Unterricht in Fitness-Studios an. Für ihr Unternehmen benötigen die Breakdancer Kapital in Höhe von 350.000 Euro und bieten dafür zehn Prozent ihres Unternehmens. Bevor es zu Verhandlungsgesprächen kommt, wagen sich Nico Rosberg und Dr. Georg Kofler allerdings erst einmal selbst auf die Trainings-Bühne.

Klang2
„Wir bringen Musik in Ihren nächsten Spieleabend“, versprechen Geigenbauer Sebastian Oberlin (39) und Musiker sowie hauptberuflicher Softwareentwickler Adrian Rennertz (33). Die beiden machen seit 2017 Musik zusammen und hatten 2018 gemeinsam die Idee zu „Klang2“: Kleine Holzquadrate, die über das Smartphone Sounds abspielen, wie z.B. Klassische Musik oder Tiergeräusche. Das Gedächtnisspiel für die Ohren soll musikalische sowie Allgemeinbildung mit Spaß verbinden: „Ich starte die App, wähle das Spiel ‚Klassische Musik‘ und muss dann zwei Hälften einer Melodie zusammenführen. Wie beim klassischen Memory, nur mit Tönen statt mit Bildern“, erklärt Adrian die Holzquadrate. Wenn die zwei richtigen Ton-Hölzer zusammengeführt wurden, erklingt als Belohnung die ganze Sinfonie. Um noch mehr Klangspiele anbieten zu können, suchen die Gründer ein Investment von 150.000 Euro für 10 Prozent Anteile. Treffen Adrian und Sebastian bei den Löwen den richtigen Ton?

Letsact
Ludwig Petersen (21) und Paul Bäumler (22) aus München engagieren sich bereits seit Jahren ehrenamtlich. Doch der Einstieg in ein solches Engagement ist gar nicht so einfach, wissen die beiden. „Jeder dritte Deutsche würde gerne ehrenamtlich etwas Gutes tun”, erklärt Ludwig. „Aber oft weiß man nicht, wie oder wo man anfangen soll.” Ihr Start-up Letsact soll dabei helfen. „Wir wollen es den Menschen leicht machen, einen Beitrag für eine bessere Welt zu leisten”, erklärt Paul. Ihre App bündelt unterschiedlichste soziale Organisationen und bietet einen guten Überblick über die breiten Möglichkeiten des Ehrenamts. So kann man einfach und unkompliziert soziale Projekte finden und sich engagieren. Die Plattform vermittelt somit zwischen Volunteers und Non Profit-Organisationen. Daneben bietet Letsact auch Möglichkeiten sich finanziell für den guten Zweck einzusetzen, um bspw. Klimaprojekte zu unterstützen. Letsact möchte weiterwachsen, unter anderem für ihre Expansion in Europa brauchen die zwei Gründer mehr Kapital. Für ein Investment von 300.000 Euro würden die Gründer zehn Prozent ihrer Unternehmensanteile abgeben. Mit ihrer Idee rühren die Jungunternehmer Nico Rosberg zu Tränen. Werden Sie auch die Unterstützung der Löwen erhalten?

Tipp: Alles über die Vox-Gründer-Show gibt es in unserer DHDL-Rubrik. Die jeweiligen Deals und Nicht-Deals gibt es hier: “Die Höhle der Löwen (8. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (7. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (6. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (5. Staffel), “Die Höhle der Löwen – Deals (4. Staffel)“, Die Höhle der Löwen – Deals (3. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (2. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (1. Staffel)“.

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Foto (oben):  TVNOW / Bernd-Michael Maurer

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