#DealMonitor – Point Nine legt fünften Fonds auf (99,9 Millionen) – Forto bekommt 25 Millionen


Im aktuellen #DealMonitor für den 22. September werfen wir wieder einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Authada 
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InfoCert, eine Tochtergesellschaft der Tinexta-Gruppe, steigt bei Authada ein und sichert sich dabei 16,7 % der Anteile. “Unter bestimmten Bedingungen” kann  InfoCert in den kommenden Jahren die weiteren Anteile erwerben. InfoCert investiert zunächst einmal einen “mittleren siebenstelligen Betrag” in Authada. main incubator, eine Tochtergesellschaft der Commerzbank, investierte 2018 einen siebenstelligen Betrag in das Cybersecurity-Startup. Das 2015 gegründete Darmstädter Technologie-Startup bietet seinen Kunden BSI zertifizierte Produkte zur sicheren und nutzerfreundlichen Identitätsprüfung an.

Forto
+++ Der tschechische Investor Inven Capital, Cherry Ventures, Northzone, Cavalry Ventures und Maersk Growth, der Investmentarm des dänischen Logistikkonzerns, investieren in das Logistik-Startup Forto, früher als FreightHub bekannt. “Laut Insidern, die an dem Deal beteiligt waren, liegt die Höhe des Investments bei mindestens 25 Millionen Euro” – schreibt Gründerszene. Forto wurde 2016 von Ferry Heilemann, Erik Muttersbach, Michael Wax und Fabian Heilemann gegründet. Die Jungfirma vermittelt Aufträge zur Container-Beförderung an Transportunternehmen. Derzeit beschäftigt die Firma rund 300 Mitarbeiter. Knapp 50 Millionen dürften schon in Forto geflossen sein.

LawStar
+++ Der 1925 gegründete Linde Verlag investiert in das Wiener LegalTech-Startup LawStar – siehe Der Brutkasten. Die Lernplattform für Jusstudierende und Juristen in Österreich wurde von Georg Steiner und Christoph Angel gegründet.

EXITS

ioxp
+++ Das amerikanische Technologieunternehmen PTC übernimmt ioxp, ein Spin-off des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). ioxp gilt als Pionier auf dem Gebiet der videobasierten Augmented Reality, Das Unternehmen bietet kognitive AR- und KI-Lösungen für Wissenstransfer, Schulung und Qualitätssicherung an. “In einem ersten Schritt plant PTC die Integration der ioxp-Technologie zur Validierung und Verifizierung von Verfahrensanweisungen in seine Enterprise AR-Lösungssuite”, teilt das Unternehmen mit.

BioCBD
+++ Die Münchner Unternehmensgruppe SynBiotic übernimmt die europäische Marke BioCBD. “Die Marke ist bereits etabliert: Stand heute erwirtschaftet BioCBD über zwei Millionen Euro profitablen Nettoumsatz pro Jahr und ist aktuell in Deutschland, Italien, Spanien, Polen und Ungarn aktiv”, heißt es in der Presseaussendung. Nach Hempamed ist BioCBD bereits die zweite Akquisition von SynBiotic in diesem Jahr.  Kaufpreis ist ein niedriger einstelliger Millionenbetrag.

Much-Net
+++ Der Treasury-Management-System-Anbieter Bellin, der zum amerikanische Softwareunternehmen Coupa gehört, übernimmt Much-Net, einen Anbieter von Software und Services für die Bewertung von Finanzinstrumenten. “Die Software von Much-Net wird entsprechend in das bestehende Treasury-Angebot integriert. Zu den Instrumenten, die analysiert und bewertet werden können, zählen u.a. sämtliche Plain-Vanilla-Instrumente, strukturierte Anleihen, Rohstoffderivate, Sicherheiten und strukturierte Derivate, Hedge Accounting (IAS39 und IFRS9)”, teilt das Unternehmen mit.

DIE HÖHLE DER LÖWEN

FlowKiss
+++ In der vierten Folge der achten Staffel investierten Regal-Löwe Ralf Dümmel und Sales-Löwe Carsten Maschmeyer 90.000 Euro in FlowKiss (25 %), früher als FH2OCUS bekannt. Das Startup, das von Sonja Wüpping und Jan Oostendorp gegründet wurde, bietet ein koffeinhaltiges Sprudelwasser an.

Klang2
In der vierten Folge der achten Staffel investierte Pharma-Löwe Nils Glagau 150.000 Euro in Klang2 (33,3 %). Das Startup von Sebastian Oberlin und Adrian Rennertz bietet lleine Holzquadrate an, die über das Smartphone Sounds abspielen, wie Klassische Musik oder Tiergeräusche. Das Gedächtnisspiel für die Ohren soll musikalische sowie Allgemeinbildung mit Spaß verbinden. Die wollten ursprünglich 150.000 Euro für 10 % einsammeln.

VENTURE CAPITAL

Point Nine Capital
+++ Der Berliner Frühphasen Geldgeber Point Nine Capital legt seinen fünften Fonds auf. Im Topf sind diesmal symbolträchtige 99.999.999 Euro. “The new fund will invest between €0.5 to €2.5 million per company initially and commits to participating in the Series As of all companies”, teilen die Hauptstädter mit. Zuletzt legte Point Nine 2019 einen Fonds auf (75 Millionen). In den vergangenen Jahren investierte der der Geldgeber, der seit 2008 unterwegs ist, in Startups wie Algolia, Brainly, Chainalysis, Contentful, Delivery Hero, DocPlanner, Loom, Mambu, Revolut und Typeform. Point Nine interessiert sich insbesondere für Themen wie B2B-SaaS and B2B-Marketplace. Im Zuge des neuen Fonds steigen Louis Coppey und Ricardo Sequerra Amram bei Point Nine zu Partnern auf.

Achtung! Wir freuen uns über Tipps, Infos und Hinweise, was wir in unserem #DealMonitor alles so aufgreifen sollten. Schreibt uns eure Vorschläge entweder ganz klassisch per E-Mail oder nutzt unsere “Stille Post“, unseren Briefkasten für Insider-Infos.

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#Interview – “Wir helfen Unternehmen dabei, ihre ‘menschliche Firewall’ aufzubauen”


Das Startup SoSafe “testet, sensibilisiert und schult Mitarbeiter im richtigen Umgang mit Cyber-Attacken”. Über 220 Kunden setzen bereits auf das Kölner Unternehmen, das 2018 von Niklas Hellemann, Lukas Schaefer und Felix Schürholz gegründet wurde. “Die Anzahl der Nutzer bei unseren Kunden geht bald in Richtung halbe Million und wir versenden über 100.000 simulierte Phishing-Emails durchschnittlich pro Monat”, erzählt Mitgründer Hellemann.

Der Münchner Kapitalgeber Acton Capital investierte kürzlich eine siebenstellige Summe in das junge Startup. In der Vergangenheit investierte zudem Global Founders Capital (GFC), der Investmetarm von Rocket Internet, in das Unternehmen, das 60 Mitarbeiter beschäftigt. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht SoSafe-Macher Hellemann über Spamfilter, Voice-Phishing-Angriffe und Gamification.

Wie würdest Du Deiner Großmutter SoSafe erklären?
Eine Menge Hacker haben es auf Deine oder die Daten Deines Arbeitgebers abgesehen. Sie greifen nicht nur technisch an, sondern vor allem in dem sie Dich, den Nutzer, mit psychologischen Tricks manipulieren. In der Tat ist das in neun von zehn Angriffen der Fall. Und weil das unheimlich erfolgreich ist, geht der Schaden weit in die Milliardenhöhe. Im Grunde jedes Unternehmen hatte schon einmal mindestens einen ernsthaften Angriffsversuch. Unsere Plattform zeigt den Mitarbeitern von Unternehmen laufend, wie solche Angriffe aussehen und auf was Du sonst noch so achten musst. Sie schickt Dir zum Beispiel realistische Phishing-Mails und klärt Dich auf, woran Du sie hättest erkennen können, wenn Du darauf reingefallen bist. Sie erklärt Dir aber auch in kleinen kurzen interaktiven Lernnuggets, was ein sicheres Passwort ist. So lernst Du nachhaltig und schärfst Deinen Blick – und das Ganze macht auch noch Spaß und kommt Dir gar nicht wie klassisches Lernen vor. Dein Arbeitgeber verringert auf diese Weise sein Risiko dramatisch und erfüllt Pflichten, die ihm der Gesetzgeber vorschreibt.

Hat sich das Konzept seit dem Start irgendwie verändert?
Wir haben unsere Plattform natürlich stark in Bezug auf Features und Inhalte erweitert, aber das Konzept ist nach wie vor gleich: wir helfen Unternehmen dabei, ihre “menschliche Firewall” aufzubauen und nachhaltig zu stärken. Unser Ziel ist es immer, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch sichere Routinen zu schaffen. Während am Anfang noch das Thema Phishing im Vordergrund stand, schulen wir nun auch zu zahlreichen weiteren Themen, wie etwa auch Sicherheit im Home-Office und bei Remote-Work. Technologisch passen wir uns auch immer weiter der Angreiferseite an – und simulieren auch sogenannte Voice-Phishing-Angriffe, also betrügerische Angriffe per Telefon. Gleichzeitig haben wir noch weiter das Thema Spaß in den Fokus gerückt und unsere Plattform stark gamifiziert.

Die Corona-Krise traf die Startup-Szene zuletzt hart. Wie habt ihr die Auswirkungen gespürt?
Natürlich haben auch wir die initiale Corona-Krise gespürt. In den ersten Wochen des Lockdowns herrschte ja ein ziemliches Chaos. Firmen mussten mit unheimlicher Geschwindigkeit Home-Office-Möglichkeiten einrichten und waren damit sehr beschäftigt. Gleichzeitig hat aber auch die Angreiferseite das allgemeine Chaos erkannt und ausgenutzt. Mit dem Beginn der COVID19-Krise hat sich das Volumen von Phishing-Angriffen fast versiebenfacht! Beispielsweise wurden vermeintliche Schutzhinweise von der WHO verschickt – Menschen die sich vor dem echten Corona-Virus schützen wollten, haben sich dann so schnell ein Computervirus eingefangen. Wir haben daher ziemlich zügig bemerkt, dass unser Thema nun noch relevanter als vor Corona ist, was wir auch sehr deutlich an den Zahlen sehen. Der Juni war beispielsweise bis dahin unser historisch stärkster Monat. Wir glauben auch, dass das so bleiben wird, denn unsere Kernthemen „Digitales Lernen“ und Cybersecurity werden nun noch wichtiger. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten kann sich kein Unternehmen auch noch zusätzlich einen extrem kostspieligen Ransomware-Fall leisten.

Wie ist überhaupt die Idee zu SoSafe entstanden?
Wir hatten alle schon den einen oder anderen Berührungspunkt mit der Cybersecurity-Thematik, zum Beispiel durch die Beschäftigung mit Viren und Trojanern in der Jugend. Daneben haben wir uns auch beruflich sehr stark mit E-Learnings und digitalen Lernformaten beschäftigt. Ich zum Beispiel hatte nach meinem Psychologiestudium bei BCG zahleiche Projekte im Bereich Mitarbeitertraining und -entwicklung in großen Konzernen. Dabei ist mir immer wieder aufgefallen, wie antiquiert Mitarbeiterschulungen, insbesondere Pflichttrainings, teilweise umgesetzt wurden. Ausschlaggebend war dann ein Fall im Bekanntenkreis, bei dem eine Verwandte durch Phishing um eine große Summe betrogen wurde. Da haben wir uns gedacht: es muss doch eine Möglichkeit geben, wie man Menschen dabei helfen kann, sich digital besser zu verteidigen.

Wie genau funktioniert eigentlich euer Geschäftsmodell?
Wir haben ein klassisches SaaS-Modell. Unsere Kunden zahlen eine Gebühr je Mitarbeitende und erhalten dadurch Zugriff zu unserer Plattform sowie laufenden Lerncontent für Ihre Mitarbeitenden, zum Beispiel auch simulierte Phishing-Angriffe. Für verschiedene Unternehmensgrößen und Reifegrade haben wir verschiedene Bundles: vom Rundum-Sorglos-Paket mit allen technologischen Spielereien für unsere großen Corporates bis zum vollautomatisierten KMU-Produkt für die Anwaltskanzlei um die Ecke.

Wie hat sich SoSafe seit der Gründung entwickelt?
Wir haben ein sehr schnelles Wachstum hinter uns. Seit unserer Gründung in 2018 sind wir auf über 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewachsen – alleine über 50 % in den letzten Monaten. Zahlreiche bekannte Unternehmen nutzen mittlerweile unsere Plattform, so etwa Vattenfall, Aldi, Rossmann aber auch das Sicherheits- und Antivirus-Unternehmen Avira. Daneben gibt es noch viele weitere, zum Beispiel DAX-Unternehmen oder Organisationen im öffentlichen Bereich. Neben einer stabilen Umsatzbasis haben wir unser Wachstum auch mithilfe starker Investoren realisiert. So zählt neben GFC/Rocket Internet auch Acton Capital seit neuestem dazu.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist SoSafe inzwischen?
Wir haben mittlerweile über 220 Kunden, die meisten davon im Enterprise-Bereich. Die Anzahl der Nutzer bei unseren Kunden geht bald in Richtung halbe Million und wir versenden über 100.000 simulierte Phishing-Emails durchschnittlich pro Monat.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist seit dem Start so richtig schief gegangen?
So richtig schief gelaufen ist in der Tat nichts so wirklich. Spannend war allerdings zu Beginn, dass wir bei unseren allerersten simulierten Phishing-Wellen ganz schnell auf die Blacklist zahlreicher Spamfilter-Lösungen gekommen sind. Aus Sicht von Spamfilter-Anbietern sieht ein simulierter Phishing-Angriff ziemlich genau so aus wie ein echter. Mittlerweile haben wir hier aber technische Wege gefunden, dieses Problem zu managen. Wir versuchen derzeit aber auch über Digitalverbände wie Bitkom und eco eine zentrale Meldestelle zu etablieren, wo sich Firmen registrieren können, wenn sie simulierte Angriffe durchführen möchten.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?
Genau wie wir bei unserer Lösung den Fokus auf den Faktor Mensch legen, tun wir das auch in unserem Unternehmen. Gerade bei einem sehr schnellen Wachstum ist es aus unserer Sicht extrem wichtig, gute Leute mit an Bord zu holen und ihnen das bestmögliche Arbeitsumfeld zu bieten. Wir investieren sehr viel Zeit in Recruiting und Mitarbeiterentwicklung und sind sehr stolz auf das tolle Team, das wir aufgebaut haben! Gerade auch im Bereich Diversity sind wir sehr glücklich, dass wir zum Beipsiel für ein Tech- und Cybersecurity-Unternehmen einen sehr hohen Anteil an Mitarbeiterinnen haben.

Wo steht SoSafein einem Jahr?
Wir werden unser Wachstum in zentralen Bereichen auch weiter noch so fortführen. Hierbei insbesondere auch, um weitere internationale Märkte zu erschließen. Unsere Kunden sind ja häufig global aufgestellt, wodurch unsere Lösung schon weltweit in über 15 Sprachen im Einsatz ist. Wir möchten nun auch vertrieblich gezielt Auslandsmärkte angehen.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit circa 400 Startups, über 60 Coworking Spaces, Acceleratoren und Inkubatoren sowie attraktiven Investoren, zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH#Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

Foto (oben): SoSafe

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#Gastbeitrag – Produkthaftung und Datenschutz: Worauf Gründer unbedingt achten müssen


Ob Online-Marktplatz, Vertrieb von Produkten oder Dienstleistungen – rechtliche Verpflichtungen zu Datenschutz und Produkthaftung machen auch vor Startups nicht Halt. Hier die wichtigsten Tipps für Gründer und Unternehmen:

Verantwortung rechtzeitig klären
Gründer sollten schon zu Beginn klären, wer sich um die Einhaltung des Datenschutzrechts sowie der produkthaftungsrechtlichen Aspekte im Unternehmen kümmert. Die Verantwortung dafür trägt die Geschäftsführung. Denn: Das Datenschutz- wie Produkthaftungsrecht kennt für Startups keine Erleichterungen.

Relevante rechtliche Aspekte von Beginn an mitdenken
Wichtig ist, dass die rechtlichen Regelungen möglichst frühzeitig umgesetzt werden. Deswegen sollten sie bereits während des gesamten Gründungsprozesses mitgedacht werden. So müssen etwa Aspekte der Produkthaftung und -sicherheit bei der Produktentwicklung von Beginn an berücksichtigt werden. Werden zu Beginn die Weichen nicht oder falsch gestellt, so ist dies zu einem späteren Zeitpunkt, etwa wenn das Unternehmen durch die Decke geht, nur mit viel Aufwand korrigierbar.

Datenschutzbeauftragten ernennen
Gründer müssen bei der Verarbeitung von Kunden- und Mitarbeiterdaten die rechtlichen Anforderungen der Datenschutzgrund-Verordnung (DSGVO) vollständig einhalten. Die Geschäftsführung sollte schon zu Beginn klären, wer sich als Datenschutzbeauftragter um die Einhaltung des Datenschutzrechts im Unternehmen kümmert. Sofern, etwa aufgrund der Größe des Unternehmens, keine rechtliche Verpflichtung zur Bestellung eines Datenschutzbeauftragten besteht, sollte wenigstens ein Datenschutz-Koordinator bestimmt werden.

Dokumentieren nicht vergessen
Das sogenannte Verarbeitungsverzeichnis ist eine verpflichtende Dokumentation aller Datenverarbeitungen im Unternehmen, die gewissen formellen Anforderungen genügen muss. Das Verzeichnis muss auf Anfrage an das jeweilige Landesamt für Datenschutzaufsicht herausgegeben werden und sollte daher, nachdem es erstmalig angelegt wurde, fortlaufend gepflegt werden.

IT-Sicherheit umsetzen
Selbst wenn sie nur in der Cloud existiert, unterliegt Software dennoch den Regelungen der deutschen Produkthaftung. Die Widerstandsfähigkeit von Software gegen äußere Einflüsse ist also auch produkthaftungsrechtlich relevant. Durch die Umsetzung von IT-Sicherheit können Startups nicht nur Vertrauensverluste und Imageschäden, sondern auch Datenschutzverletzungen vermeiden. Kommt es dennoch zu einer Datenpanne, müssen in der Regel die Datenschutzaufsicht und unter Umständen auch die Betroffenen informiert werden.

Betroffenenrechte gewährleisten
Mit der Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) wurden die Rechte von Betroffenen erneut gestärkt. Von Informationspflichten bis zum Recht auf Datenübertragbarkeit kennt die DSGVO ein ganzes Bündel an Betroffenenrechten, die auch von Gründern bzw. Startups eingehalten werden müssen.

Rechtsrahmen für Datenweitergabe und -übermittlung klären
Werden personenbezogene Daten durch das Startup an Dritte, etwa Dienstleister oder Partner, weitergegeben oder übermittelt, muss dabei auch das Datenschutzrecht beachtet werden. So kann ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung oder ein Joint Controllership Agreement notwendig sind. Besondere Anforderungen gelten auch bei einer Datenübermittlung in Drittstaaten wie beispielsweise die USA.

Rechtzeitig Experten fragen
Sowohl das Datenschutz- als auch das Produkthaftungsrecht sind komplex, ihre Einhaltung stellt selbst für gestandene Unternehmen oft eine Herausforderung dar. Dies sollte Gründer und Startups aber nicht dazu verleiten, diese Fragen auf die lange Bank zu schieben. Wo nötig, sollten daher rechtzeitig Experten hinzugezogen werden.

Über die Autoren
Philipp Reusch ist Rechtsanwalt, Founding Partner und Teamleader Regulatory Affairs & Marktmaßnahmen bei reuschlaw Legal Consultants. Stefan Hessel ist Diplom-Jurist, Associate im Cybersecurity & Datenschutz-Team von reuschlaw Legal Consultants. Dieser Beitrag basiert auf den Inhalten des Workshops “Produkthaftung & Datenschutz fu?r Startups und Gru?nder2 von reuschlaw Legal Consultants und CISPA – Helmholtz-Center for Information Security.

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#aktuell, #cyber-security, #datenschutz, #gastbeitrag

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#DealMonitor – Millionen für Code Intelligence – HTGF investiert in 7Learnings


Im aktuellen #DealMonitor für den 24. Juni werfen wir wieder einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Code Intelligence
+++ LBBW Venture Capital, OCCIDENT und Investiere investieren 2 Millionen Euro in das Bonner Security-Startup Code Intelligence. Das Startup überprüft Software auf Sicherheitslücken – unter zwar “während des gesamten Softwareentwicklungs-Lebenszykluses”.  Der High-Tech Gründerfonds investierte zusammen mit dem Digital Hub Bonn zuletzt 700.000 Euro in das Startup, das von Khaled Yakdan, Henning Perl, Sergej Dechand und Matthew Smith gegründet wurde.

7Learnings
+++ Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) und mehrere Business Angels – darunter Elmar Broscheit, Managing Director bei Macquarie, und Harald Schedl, Mitglied des Aufsichtsrats von Intersport, investieren eine ungenannte Summe in 7Learnings. Das Berliner Startup, das 2019 von Martin Nowak, Eiko van Hettinga und Felix Hoffmann gegründet wurde, bietet Onlinehändlern eine SaaS-Lösung zur Machine Learning-basierten Preissetzung. Derzeit wirken 10 Mitarbeiter für die Jungfirma.

ID League
+++ Die Berliner Agenturgruppe antoni beteiligt sich an ID League. Das Berliner Startup analysiert die Performance von Sportlern. Die Mercedes-Benz-Leadagentur steht dem 2016 gegründeten Unternehmen “zukünftig als Partner für alle Fragen und Lösungen der Kommunikation sowie strategischen Weiterentwicklung zur Seite”. ID League steht bisher auf Fußball (KICK ID) und American Football (TD ID). Für ID League arbeiten bereits 45 Mitarbeiter.

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#Hintergrund – 11 junge Startups aus dem Ruhrgebiet, die jeder kennen sollte


Auch im Ruhrgebiet entstehen immer mehr Startups. Trotz Corona-Krise herrscht weiter digitale Aufbruchstimmung an Lippe, Ruhr und Emscher. Kein Wunder: Auch im Ruhrgebiet lässt es sich gut leben, feiern und gründen. Immer mehr jungen Firmen aus dem Revier gelingt es inzwischen auch größere Investmentsummen einzusammeln. Hier einige spannende – meist sehr – junge Startups aus dem Ruhrgebiet, die jeder kennen sollte.

Datatrustee
Das Bochumer Cyber Security-Startup Datatrustee kümmert sich um eine “rechtssichere und DSGVO-konforme Dokumentation von Werbeeinwilligungen”. Das System von Alexander Cernov, Daniel Simon, Martin Glück und Oliver Straubel lässt sich per API und ein paar Zeilen Code in jede Website und somit jeden Datenerhebungsvorgang einbauen. 

Dgree
Das junge Essener E-Learning -Startup Dgree positioniert sich als “Corporate Education Plattform für Unternehmen, Angestellte und Weiterbildungsanbieter”. Über die B2B-Plattform, die von Lasse Kroll und Jan Benjamin Fischer gegründet wurde, können Unternehmen dabei “die Prozesse der betrieblichen Weiterbildung vereinfachen und automatisieren”.

foxwork
Das Essener HR-Startup foxwork kümmert sich im Auftrag seiner Kunden um Freelancer. Die Jungfirma, die von Stefan Kessels und Vivien Koch gegründet wurde, nennt ihr Konzept etwas umständlich Freelancer-Shoring. Dabei übernimmt foxwork die Organisation und Bezahlung der Freelancer. Der Auftraggeber kann sich so um sein Kerngeschäft kümmern.

implacheck
Das Herner E-Health-Startup implacheck versucht, Kostentransparenz in den Implantatmarkt zu bringen. “Bisher erschwert es ein undurchsichtiger Markt Patienten und Interessenten, korrekte Informationen zu einer implantologischen Behandlung zu erhalten”, sagt Gründer Stefan Helka, der auch als Leiter  des Implantatzentrums Herne wirkt.

mellon
Mit mellon haben Abzockversuche in Sachen Schlüsseldienst ein Ende! Momentan ist der Service, der von Philip Schur gegründet wurde, in mehreren Städten verfügbar. Schon bald aber soll mellon deutschlandweit zum Einsatz kommen. Auch weitere “Notfalldienste rund ums Haus” sind geplant.

objego
Bei objego aus Essen geht es um Nebenkostenabrechnungen. “Die Software des jungen PropTechs unterstützt nicht nur bei der richtigen Umlage Ihrer Kosten, sondern erstellt auch die Kostenübersicht und die Anschreiben für Mieter”, teilen die Gründer Jörn Reckeweg und Philip Rodowski mit.

Packlogx
Das Essener Logistik-Startup Packlogx, das von Dennis Maschmeyer, Hakeem Moruf, Max Raschke gegründet wurde, positioniert sich als Beschaffungsplattform für Ladehilfsmittel. “B2B-Einkäufer können schnell, digital und transparent Preise vergleichen, verhandeln und diese in Auftrag geben”, teilt das Startup mit.

Parklab
Parklab aus Duisburg positioniert sich als “intelligente Parklösung”. Im Grunde geht es darum, die Parkplatzsuche zu digitalisieren. Das Team teilt dazu  mit: “Auf diese Weise sind wir für Städte, Unternehmen und Verkehrsverwaltungen die Anlaufstelle zu einer intelligenten Stadt”. Gründer sind: Kadir Oluz, Luthan Magat und Maximilian Knöfel.

securious
Das junge Bochumer Cyber Security-Unternehmen securious will kleinen und mittelständischen Unternehmen bei der automatisierten Ermittlung der IT-Sicherheit helfen. Dafür ermittelt das Startup, das von Alexandros Zinelis gegründet wurde, zunächst einmal das Niveau der IT-Sicherheit jedes jeweiligen Kunden bzw. Unternehmen. 

Semasquare
Semasquare aus Bochum, das von Sebastian Grüter, Marius Meisenzahl und Sebastian Weigel gegründet wurde, möchte Unternehmen bei der Digitalisierung unterstützen. Dabei sollen Systeme, Maschinen und Prozesse nicht ersetzt, sondern durch Semasquare miteinander vernetzt werden und so auf einen gemeinsamen Standard gebracht werden. 

Trustcerts
Bei Trustcerts aus Gelsenkirchen dreht sich alles um das wichtige Thema Sicherheit. “Durch uns wird es möglich, dass man Dokumenten wirklich vertrauen kann. Damit wären Betrugsmaschen wie der Enkeltrick nicht mehr realisierbar”, sagt Gründer Mirko Mollik.

Themenschwerpunkt Ruhrgebiet

#Ruhrgebiet: Gemeinsam mit dem ruhr:HUB berichtet deutsche-startups.de regelmäßig über die Startup-Szene im Ruhrgebiet. Mit hunderten Startups, zahlreichen Gründerzentren und -initativen, diversen Investoren sowie dutzenden Startup-Events bietet das Ruhrgebiet ein spannendes Ökosystem für Digital-Gründer – mehr im Startup Guide Ruhrgebiet. Das Buch “Wann endlich grasen Einhörner an der Emscher” wiederum erzählt die spannendsten Startup- und Grown-Geschichten aus dem Ruhrgebiet.

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#DealMonitor – 26 Millionen für E-Health-Startup Kaia – Neuer Fonds von Fly Ventures (53 Millionen)


Im aktuellen #DealMonitor für den 18. Juni werfen wir wieder einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Kaia
+++ Optum Ventures, Idinvest und capital300 sowie die Altinvestoren Balderton Capital, Heartcore Capital und Symphony Ventures investieren 26 Millionen US-Dollar in Kaia. Insgesamt flossen nun schon 50 Millionen in das E-Health-Startup aus München, das 2016 von Konstantin Mehl, Gründer von Foodora, und Manuel Thurner gegründet wurde. Kaia tritt an, um mit seiner App chronische Rückenschmerzen zu bekämpfen.

Back
+++ La Famiglia, Gradient Ventures, ein Ableger von Google, Point Nine Capital und Seedcamp sowie mehrere Business Angels investieren 3 Millionen Euro in Back – siehe WiWo Gründer. Das junge Unternehmen, das von Christian Eggert, ehemals Bonativo und Minodes, James Lafa, ehemals Minodes, und Janis Zech, ehemals Fyber, gegründet wurde, positioniert sich als Software für organisierte Arbeitsabläufe. Point Nine Capital und Seedcamp investierten bereits Ende 2018 in das Berliner Startup.

EXITS

Cyriso
+++ Das Berliner Startup Perseus, das inzwischen zur HDI Gruppe gehört, übernimmt Cyriso, ein Unternehmen, das sich um Cyberschäden kümmert. Bisheriger Gesellschafter von Cyriso war SEC Consult Deutschland Unternehmensberatung. Das 2017 von Steffen Teske und Sven Weizenegger gegründete Unternehmen Perseus kümmert sich um die Prävention von Cybergefahren und Cyber-Notfallhilfen. Das Startup wurde von Finleap und der Hannover Rück (gehört wie die HDI Gruppe zu Talanx) angeschoben und unterstützt.

VENTURE CAPITAL

Fly Ventures
+++ Der Berliner Seed-Kapitalgeber Fly Ventures legt seinen zweiten Fonds auf – drin sind 53 Millionen Euro. In der Regel investiert Fly Ventures rund um Gabriel Matuschka zwischen 500.000 und 1,3 Millionen Euro in junge Unternehmen. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf DeepTech-Themen. Im Portfolio von Fly Ventures befinden sich Startups wie 9fin, Candis, garden, Harold, Metaview und pylot. Die Investments in Bloomsbury AI und Scape zahlten sich bereits aus, beiden wurde zuletzt an Facebook verkauft. Der erste Fly Ventures-Fonds war 35 Millionen schwer.

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#Interview – Ein Security-Startup, das Zeugnisse fälschungssicher macht


Das junge Cyber Security-Unternehmen Trustcerts tritt an, um Zeugnisse und Dokumente über die Blockchain fälschungssicher zu machen. “Die Fälschungssicherheit von digitalen Dokumenten ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Digitale Dokumente lassen sich durch eigentlich fast jeden Laien relativ einfach mit Photoshop fälschen”, sagt Gründer Mirko Mollik. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Trustcerts-Macher außerdem über die die Corona-Krise, Transformationen und den Startup-Standort im Ruhrgebiet.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Trustcerts erklären?
Durch uns wird es möglich, dass man Dokumenten wirklich vertrauen kann. Damit wären Betrugsmaschen wie der Enkeltrick nicht mehr realisierbar.

Welches Problem genau wollt Ihr mit Trustcerts lösen?
Die Fälschungssicherheit von digitalen Dokumenten ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Digitale Dokumente lassen sich durch eigentlich fast jeden Laien relativ einfach mit Photoshop fälschen. Die wirtschaftlichen als auch juristischen Konsequenzen für Unternehmen können gewaltig sein, von Rufschädigung bis hin zur Insolvenz. Die Lösung für dieses Problem: Trust as a Service – Mit uns können digitale Originale für alle Zeit gegen Fälschung und Betrug auf Basis der Blockchain-Technologie abgesichert werden. Neben Prävention ist in den meisten Anwendungsfällen auch eine Optimierung durch Automatisierung und der damit verbundenen Kostenersparnis zu messen.

Jede Woche entstehen dutzende neue Startups, warum wird ausgerechnet Trustcerts ein Erfolg?
Mit unserer Blockchain-Technologie arbeiten wir in einem Themengebiet, in dem neben Kryptowährungen noch nicht viele weitere interessante Anwendungsfelder erforscht wurden. Das Potential für neue Produkte in diesem Markt ist also unheimlich groß, da durch die digitalen Stärken bereits vorhandene milliardenschwere Märkte profitieren können. Die Ausgründung aus dem Institut für Internet Sicherheit diente als gute Grundlade, um von Forschungsergebnissen zu Blockchain und weiteren angrenzenden Themen zu profitieren. Somit konnten wir uns direkt von Anfang an die Fehler bei der Entwicklung unserer Blockchain vermeiden, mit denen gerade andere Startups zu kämpfen haben. Der Standort im Ruhrgebiet mit Firmen in der digitalen Transformation bietet Feedback für unsere Entwicklung, da sie letztendlich die zahlenden Kunden sind.

Die Corona-Krise trifft die Startup-Szene derzeit hart. Wie und in welcher Form spürt ihr die Auswirkungen?
Wir spüren die Auswirkungen der Corona-Krise insbesondere in der Geschwindigkeit in der wir unsere Pilotprojekte umsetzen können. Aufgrund der angespannten Lage in vielen Unternehmen und sich viele Unternehmen nun erstmal um andere Dinge kümmern müssen, verzögern sich die Umsetzung der derzeit laufenden und geplanten Projekte. Das spüren wir dann natürlich auch sehr im Umsatz. Die eher ungewisse Lage auf dem VC und Business-Angel Markt macht diese finanziell angespannte Lage natürlich auch nicht einfacher.

Welche langfristigen Auswirkungen erwartest du für Trustcerts?
Ich glaube, dass die Corona-Krise durchaus auch zu einer Chance für Startups werden kann. Viele Unternehmen sehen sich nun dem Zwang ausgesetzt den digitalen Wandel bzw. eine digitale Transformation schneller voranzutreiben als sie vielleicht bisher geplant hatten. Daher glauben wir, dass sobald die Lage wieder etwas geregelter ist sich viele Unternehmen verstärkt fragen werden, welche Prozesse und Bereiche digitalisiert werden können. Das ist natürlich für Startups mit digitalen Angeboten ein Vorteil. Nach Corona wird nicht vor Corona sein. Eine einfache Rückkehr zum Status vor Corona wird denken wir nicht möglich sein. Aber ab wann die Lage wieder geregelter ist, lässt sich natürlich nicht abschätzen. Daher werden wir mit der Ungewissheit wohl noch etwas leben müssen.

Wie genau bereitet ihr euch auf die Zeit nach der Corona-Pandemie vor?
Wir haben vor allem bisher versucht unseren Vertrieb möglichst bzw. vollständig digital umzugestalten. So können wir auch nach der Corona-Pandemie einen möglichst effizienten und ressourcenschonenden Vertrieb fahren. Natürlich bereiten wir uns auch darauf vor, viele Termine nach Corona auch wieder in Person wahrnehmen zu können und vor allem wieder auf Messen gehen zu können. Hier optimieren wir unseren Auftritt weiter, um auch entsprechend aus der Masse dann herauszustechen.

Wo steht Trustcerts in einem Jahr?
In einem Jahr wollen wir ein bekannter Player im Bereich digitaler Signaturen und Blockchain-Anwendungen in Deutschland sein.

Reden wir zudem noch über das Ruhrgebiet. Wenn es um Startups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was spricht für das Ruhrgebiet als Startup-Standort?
Für uns gibt es vor allem zwei Punkte, die das Ruhrgebiet als Startup-Standort sehr interessant machen. Zum einen haben wir eine große Anzahl an Studierenden und eine immensen Hochschuldichte. Zum anderen sind vor allem mit der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen und der Ruhruni in Bochum zwei Hochschulen in den Themenfelder Cyper Security und Blockchain stark, die in der Region sind. Das heißt wir finden fähige und gut ausgebildete Absolventen und Studierende für unsere technischen Themen direkt vor der Haustür. Der zweite Punkt, welcher das Ruhrgebiet aus unserer Sicht so interessant macht, sind die Unternehmen. Für uns als B2B Startup sind hier in der Region unheimlich viele potentielle Kunden in greifbarer Nähe.

Was genau macht den Reiz der Startup-Szene in Gelsenkirchen aus?
Ich würde das gar nicht nur auf Gelsenkirchen beschränken. Aufgrund der extremen räumlichen Nähe gibt es für mich vielmehr eine gesamte Startup-Szene im Ruhrgebiet. Diese macht vor allem aus, dass ein ständiger Austausch und eine große Hilfsbereitschaft zwischen den Startups bestehen. Gerade erfahrene Gründerinnen und Gründer aus dem Ruhrgebiet sind immer wieder gerne dabei jungen Teams unter die Arme zu greifen und sie zu unterstützen. Da kann man als junges Team viel lernen und vor allem Fehler vermeiden.

Was ist in Gelsenkirchen einfacher als im Rest der Republik?
Gerade in Gelsenkirchen und eigentlich im gesamten Ruhrgebiet ist der Wohnraum und Raum zum Arbeiten noch sehr bezahlbar. Hier findet man eigentlich recht schnell ein geeignetes Büro. Ebenfalls einfacher ist das Recruiting von gut ausgebildeten Talenten. Viele davon wollen in der Region bleiben und sehen Startups als relevante Alternative zur Arbeit in etablierten Unternehmen.

Was fehlt in Gelsenkirchen bzw. im Ruhrgebiet noch?
Was im Ruhrgebiet definitiv noch fehlt ist eine Einheitlichkeit auf der Ebene der Kommunen. Wir glauben fest daran, dass das immense Potential des Ruhrgebiets gerade im Startup-Bereich nur realisiert werden kann, wenn auf der kommunalen Ebene mehr Einigkeit besteht und an einem Strang gezogen wird. In Gelsenkirchen selber fehlt es glaube ich noch mehr Mut zu gründen bzw. Gründergeist. Bisher kommen vor allem viele Startups aus anderen Städten der Region.

Zum Schluss hast Du drei Wünsche frei: Was wünscht Du Dir für den Startup-Standort Ruhrgebiet?
Erstens: Mehr Einigkeit auf Ebene der Kommunen und mehr gemeinsames Engagement im Startup-Bereich. Zweitens: Das mehr Geldgeber sich im Ruhrgebiet ansammeln bzw. die Startups aus der Region als relevante Player und Investitionsmöglichkeiten sehen. Drittens: Das Unternehmen im Ruhrgebiet ihr Sicherheitsverlangen mehr ablegen und Startups eine echte Chance in der Zusammenarbeit geben.

Themenschwerpunkt Ruhrgebiet

#Ruhrgebiet: Gemeinsam mit dem ruhr:HUB berichtet deutsche-startups.de regelmäßig über die Startup-Szene im Ruhrgebiet. Mit hunderten Startups, zahlreichen Gründerzentren und -initativen, diversen Investoren sowie dutzenden Startup-Events bietet das Ruhrgebiet ein spannendes Ökosystem für Digital-Gründer – mehr im Startup Guide Ruhrgebiet. Das Buch “Wann endlich grasen Einhörner an der Emscher” wiederum erzählt die spannendsten Startup- und Grown-Geschichten aus dem Ruhrgebiet.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

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#aktuell, #blockchain, #cyber-security, #gelsenkirchen, #interview, #ruhr-interview, #trustcerts

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#Hintergrund – Ein Startup, das unterbesetzte IT-Abteilungen entlastet


Zu den vielen Startups, die man unbedingt im Blick behalten sollte, gehört das junge Unternehmen Enginsight. Das Cybersecurity-Startup aus Jena, das 2017 von Mario Jandeck und Eric Range gegründet wurde, positioniert sich als Lösung zur IT-Überwachung und -Analyse. Das Startup sucht unter anderem Sicherheitslücken in den Systemen. “Unterbesetzte IT-Abteilungen versinken im Chaos und versuchen durch das Bewältigen der täglich auftretenden Notfälle, das Getriebe am Laufen zu halten. Auf der Strecke bleibt dabei nicht selten die Sicherheit, obwohl die Bedrohungslage durch Spionage und Cyberkriminalität immer größer wird. Mit Enginsight wollen wir die Effektivität in der Administration der IT-Abteilung steigern und IT-Sicherheits-Maßnahmen durch praxisnahe Analysen greifbar machen”, erklärt Mitgründer Jandeck das Konzept des jungen Startups.

Die Enginsight-Gründer lernten sich vor einigen Jahren in der IT-Abteilung eines Mittelständlers kennen. “Mit vielen Arbeitsprozessen und den eingesetzten Tools waren wir schlicht nicht zufrieden. Wir machten uns Gedanken und auf die Suche nach besseren Lösungen. Dabei mussten wir allerdings feststellen, dass auf dem Markt schlicht kein Gesamtpaket, das einerseits unsere Ansprüche erfüllt, andererseits aber auch bezahlbar ist, existiert. Da dachten wir uns: Dann müssen wir es eben selbst machen. Um all den IT-Abteilungen in kleinen und mittleren Unternehmen eine Software an die Hand zu geben, mit der sich die alltäglichen Herausforderungen bei der Absicherung und Verwaltung der IT-Systeme gut bewältigen lässt”, erzählt Jandeck.

seed + speed Ventures, der Berliner Frühphaseninvestor von Carsten Maschmeyer, die Versicherungsgruppe HDI aus Hannover und Smart Infrastructure Ventures investierten kürzlich einen siebenstelligen Betrag in das Cybersecurity-Startup. Die Jungfirma bietet ihre Software entweder als Software-as-a-Service oder OnPremises-Lösung an. “Beiden ist gemeinsam, dass sich die Kosten nach der Anzahl von Servern, Clients und Webseiten richtet, die überwacht werden. Los geht es bei SaaS daher schon ab 9,99 Euro pro Monat zur Überwachung einer einzelnen Webseite und 14,99 Euro für die Überwachung eines Servers”, sagt der Enginsight-Macher. 

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#DealMonitor – 300 Millionen für Auto1 – Investcorp kauft Avira (Bewertung: 180 Millionen)


Im aktuellen #DealMonitor für den 9. April werfen wir wieder einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Auto1
+++ Nicht genannte Investoren investieren “in Form von so genanntem Venture Debt oder einem Wandeldarlehen” 300 Millionen Euro in das Berliner Grownup Auto1.com – siehe Capital. “Das Start-up selbst will sich zu der Finanzierung und den dahinter stehenden Geldgebern nicht äußern”, heißt es im Bericht weiter. Das Gebrauchtwagen-Startup ist derzeit von der Corona-Krise hart getroffen, das Geschäft liegt brach und das Unternehmen setzt bereits auf Kurzarbeit. SoftBank investierte zuletzt 460 Millionen in Auto1.

HelloBetter
+++ Eine in Hamburg ansässige Beteiligungsgesellschaft, die Ideamed Gesundheitsgruppe aus München und ein Konsortium von Business-Angels aus der Gesundheits- und Versicherungsbranche investieren einen einstelligen Millionenbetrag in das E-Health Startup HelloBetter. “Zusammen mit den durch sein Forschungsteam eingeworbenen Mittel verfügt das Startup nun über knapp fünf Millionen Euro zur Finanzierung des weiteren Wachstums. Schon im Spätsommer 2019 wurde erstes Geld über ein Wandeldarlehen zur Verfügung gestellt, so dass das Team von fünf auf rund 40 Mitarbeiter ausgebaut werden konnte”, teilt das Startup mit.

EXITS

Avira
+++ Das Private-Equity-Unternehmen Investcorp Technology Partners übernimmt die Mehrheit an dem Antivirensoftware-Hersteller Avira. Die Bewertung lag bei rund 180 Millionen US-Dollar – wie Drake Star Partners mitteilt. Avira wurde 1986 unter dem Namen H+BEDV Datentechnik gegründet. “Diese Akquisition ist die erste institutionelle Investition in Avira seit der Firmengründung von Tjark Auerbach im Jahr 1986”, teilt das Unternehmen aus Tettnang mit. Weltweit arbeiten 500 Mitarbeiter für Avira. Der Umsatz soll zuletzt bei über 100 Millionen gelegen haben.

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#aktuell, #auto1-com, #avira, #cyber-security, #e-health, #hellobetter, #investcorp-technology-partners, #venture-capital

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#Hintergrund – Ein Kölner Startup, beim dem Cyberkriminalität Alltag ist


Zu den vielen Startups, die man unbedingt im Blick behalten sollte, gehört das junge Unternehmen SoSafe. Das Startup “testet, sensibilisiert und schult Mitarbeiter im richtigen Umgang mit Cyber-Attacken2. In der Selbstbeschreibung des junge Unternehmens heißt es: “Unser Ziel: Sie und Ihre Mitarbeiter durch simulierte Phishing Tests und begleitende Materialien zur Cybersicherheit bestmöglich auf etwaige Cyber-Angriffe vorzubereiten und den richtigen Umgang damit zu trainieren. Damit Ihre Daten auch wirklich IHRE Daten bleiben”.

Unternehmen wie Vattenfall oder dormakaba, aber auch eine Fraktion im Deutschen Bundestag nutzt SoSafe bereits. Geführt wird SoSafe von Niklas Hellemann, Lukas Schaefer und Felix Schürholz. Global Founders Capital, der Investmentarm von Rocket Internet, investierte kürzlich im Rahmen einer sogenannten Pre-Series-A-Runde erneut in das Kölner Startup. “Es ist beeindruckend zu sehen, wie schnell hier eine nachhaltige Lösung entwickelt wurde, die sowohl kleinste KMU als auch DAX-Konzerne oder öffentliche Einrichtungen bedienen kann”, sagt Matthias Müller, Partner bei Global Founders Capital.

Es läuft somit bei SoSafe! “Im letzten Jahr konnten wir unseren Umsatz fast verzehnfachen. Außerdem schreiben wir seit dem Frühsommer 2019 schwarze Zahlen, konnten aber gleichzeitig unser Team mehr als verdoppeln, auf aktuell knapp 40 Mitarbeiter.“ sagt Mitgründer Schaefer. “Wir sehen ein sehr starkes Interesse an unserem Produkt – gerade auch im Vergleich zu bestehenden Lösungen, gegen die wir uns als moderner und deutlich nutzerfokussierter abgrenzen. Deshalb möchten wir mit weiteren Investitionen in Marketing und Vertrieb unser Nahziel, die Marktführerschaft im DACH-Markt, noch in der Jahresfrist erreichen“, führt Schaefer weiter aus.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit circa 400 Startups, über 60 Coworking Spaces, Acceleratoren und Inkubatoren sowie attraktiven Investoren, zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH#Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

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#aktuell, #cyber-security, #e-learning, #koln, #reloaded, #sosafe

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#Interview – “Innovation muss zur DNA der Unternehmen werden”


Immer mehr Menschen im Ruhrgebiet machen ihr eigenes Ding, verfolgen ihren ganz eigenen Traum, gründen Startups und schaffen so die in der Region dringend benötigten Arbeitsplätze. Diese Unternehmen sind die Zukunft des Ruhrgebiets, diese Jungfirmen beweisen, dass das Revier mehr zu bieten hat als seine dreckige Vergangenheit. “Man merkt im Ruhrgebiet deutlich, dass die Aufbruchsstimmung zu einem richtigen Aufbruch geworden ist”, sagt Peter Trapp, Geschäftsführer des startport. Mit dem Startup-Programm startport will das Unternehmen duisport, der Betreiber des Duisburger Hafens, insbesondere Startups aus der Welt der Logistik anlocken. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Trapp unter anderem über Cluster, Herausforderungen und die neue Seidenstraße.

Im Ruhrgebiet entstehen seit einigen Jahren immer mehr Startups. Wie nimmst Du die Startup-Szene vor Ort derzeit wahr?
Wir sind im Ruhrgebiet nun an einem Punkt, wo wir in der Startup-Szene die ersten „Früchte“ ernten können. Relevante Akteure hier sind gut vernetzt, immer mehr Menschen in der Region kennen Programme und Personen, die ihnen bei ihrer Gründung weiterhelfen. Das merken wir auch bei startport – die Bewerbungen von Startups aus der Region nehmen spürbar zu! Das ist ein echter Schritt nach vorne für das Ruhrgebiet. Im Ruhrgebiet haben sich darüber hinaus thematische Cluster gebildet, bspw. für Cyber Security in Bochum oder Logistik in Duisburg. Die Bildung von Clustern hilft, Startups individuell zu fördern und mit den richtigen Branchenexperten zusammenzubringen. 

Was genau zeichnet denn überhaupt die Startup-Szene im Ruhrgebiet aus?
Gemünzt auf die Startups würde ich den Fokus auf das B2B-Modell nennen und eine gute Qualität der Startups. Im Ruhrgebiet wird noch vorsichtig gegründet – die Gründungen, die wir aber haben sind gut durchdacht und entlang eines ganz konkreten Problems von Unternehmen entwickelt. Das erhöht auf jeden Fall die Chance, dass die Startups erfolgreich sind. Viele Gründer haben vorher in einem Unternehmen gearbeitet und in diesem Kontext ihre Idee zur Gründung generiert. Hier zeigt sich: Das ist eine gute Voraussetzung für ein erfolgreiches Geschäftsmodell. Die Unternehmen im Ruhrgebiet zeichnet ihr Engagement aus. Viele Unternehmen wollen sich weiterentwickeln und dafür wollen sie auch mit Startups zusammenarbeiten. 

In der deutschen Startup-Hauptstadt Berlin gibt es mehr als 3.000 Startups, die rund 80.000 Menschen beschäftigen. Ist dies auf lange Sicht auch im Ruhrgebiet möglich?
Definitiv ja! Dafür müssen wir aber noch viel tun. Gerade im Ruhrgebiet sind vor allem B2B-Startups aktiv. Einerseits müssen die Lösungen der Startups so gut und passend sein, dass Unternehmen sie einsetzen wollen. Andererseits müssen die Unternehmen hier sehr offen dafür sein, sich mit diesen neuen Lösungen zu beschäftigen. Innovation muss zur DNA der Unternehmen im Ruhrgebiet werden. Das ist eine Herausforderung, die wir meistern müssen.

Das Ruhrgebiet ist generell wirtschaftlich gesehen eher ein Sorgenkind. Ist das jetzt ein guter oder ein schlechter Nährboden für Startups?
Man sagt ja so schön: Die Not macht erfinderisch. Durch den hier stattfindenden Strukturwandel ist eigentlich allen klar, dass wir Innovation, gute Ideen und neue Geschäftsmodelle benötigen. Für manche geht es um das wirtschaftliche Überleben. Da kommen Startups mit frischen Lösungen gerade zur rechten Zeit. 

Im Ruhrgebiet gibt es viele große Unternehmen und Konzerne. Ist das ein Vor- oder ein Nachteil für junge Unternehmen?
Es kann beides sein, ich würde es aber vor allem als Chance begreifen. Große Unternehmen und Konzerne haben schon viele Strukturen und Erfahrungen, von denen junge Unternehmer lernen und sich etwas abschauen können. Gleichzeitig haben diese Unternehmen und Konzerne auch das notwendige Innovationsbudget, um auch einfach mal etwas Neues auszuprobieren. Das kann aber mitunter ein bisschen länger dauern und da wären wir beim Nachteil. Ich denke aber, dass das von Unternehmen zu Unternehmen ganz unterschiedlich ist.

Was läuft insgesamt gesehen im Ruhrgebiet in Sachen Startups und Gründertum schon gut?
Man merkt im Ruhrgebiet deutlich, dass die Aufbruchsstimmung zu einem richtigen Aufbruch geworden ist. Bei startport sind wir zum Beispiel nun nach zwei Jahren an einen Punkt gekommen, an dem wir uns die Frage gestellt haben: Wie können wir mit den Erfahrungen, die wir gemacht haben, noch besser werden? Unsere Antwort darauf ist eine große Partneroffensive, eine Neustrukturierung unseres Programms in einen Inkubator und einen Accelerator und noch mehr (Wo)Man-Power für unser Team. Mit diesen Schritten in Richtung Professionalisierung sind wir natürlich nicht alleine. Das machen auch andere Programme und ich glaube, dass wir angehenden Gründern nun im Ruhrgebiet vielfältigste Unterstützung bei ihren Visionen bieten können.

Was dagegen läuft noch nicht optimal?
Im Ruhrgebiet waren wir mit dem Thema „Gründungsförderung“ etwas später dran als andere Städte und sind über unsere Region hinaus noch nicht so bekannt für unsere Arbeit – aber das ist eher ein Image-Problem. Das ändert sich gerade, aber nun einmal noch nicht von heute auf morgen. Wir müssen noch besser darin werden bundesweit und international zu zeigen, was alles schon im Ruhrgebiet vorhanden ist. Entgegen unserer Mentalität der Bodenständigkeit benötigen wir eine große Portion Selbstbewusstsein! Ein weiteres Manko ist: Es gibt hier in der Region wenige Kapitalgeber, die „in der Champions League spielen“. Hier hat die Region noch einen großen Aufholbedarf gegenüber Berlin. Wir haben die Problematik erkannt und werden von unserer Seite das Thema adressieren. 

Wo siehst Du die Startup- und Digital-Szene im Ruhrgebiet in fünf Jahren oder gar in zehn Jahren?
Das Ruhrgebiet und die gesamte Rhein-Ruhr-Region wird der Hotspot für B2B-Startups werden. Optimistisch stimmen mich verschiedene Faktoren: der Innovationsdruck der Unternehmen, die große Hochschuldichte und der Mentalitätswandel hier im Ruhrgebiet zu einer positiven Besetzung des Berufsbildes „Gründer“. Es gibt einige sehr spannende Entwicklungen: Duisburg ist das Ende der neuen Seidenstraße aus China und wird mit dem Duisburger Hafen als führende Logistikdrehscheibe in Europa immer attraktiver für internationale Investoren und Unternehmen. Das wird auch die Startup- und Digital-Szene beflügeln.

Themenschwerpunkt Ruhrgebiet

#Ruhrgebiet: Gemeinsam mit dem ruhr:HUB berichtet deutsche-startups.de regelmäßig über die Startup-Szene im Ruhrgebiet. Mit hunderten Startups, zahlreichen Gründerzentren und -initativen, diversen Investoren sowie dutzenden Startup-Events bietet das Ruhrgebiet ein spannendes Ökosystem für Digital-Gründer – mehr im Startup Guide Ruhrgebiet. Das Buch “Wann endlich grasen Einhörner an der Emscher” wiederum erzählt die spannendsten Startup- und Grown-Geschichten aus dem Ruhrgebiet.

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#aktuell, #b2b, #cyber-security, #duisburg, #interview, #logistik, #startport

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#Interview – “Wir brauchen keine Gründer aus ‘Mangel an Alternativen’”


Immer mehr Menschen im Ruhrgebiet machen ihr eigenes Ding, verfolgen ihren ganz eigenen Traum, gründen Startups und schaffen so die in der Region dringend benötigten Arbeitsplätze. Diese Unternehmen sind die Zukunft des Ruhrgebiets, diese Jungfirmen beweisen, dass das Revier mehr zu bieten hat als seine dreckige Vergangenheit. “Wir sind das größte Ballungsgebiet in Deutschland, auch wenn die vorherrschende Mentalität vielleicht noch nicht ganz im Startup-Modus angekommen ist. Aktuell sind wir davon aber noch ein ganz großes Stück entfernt und da hilft nur Startup als Option immer und immer wieder zu präsentieren und die begeisterungsfähigen Menschen in der Region weiter zu informieren und den Mut und die Neugierde zu stärken”, sagt Oliver Weimann, Initiator des RuhrSummit und Geschäftsführer vom ruhr:HUB, dem Anlaufpunkt für Startups in der Region. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Weimann unter anderem Rollenvorbilder, begeisterungsfähige Menschen und Absorber von Talenten. 

Im Ruhrgebiet entstehen seit einigen Jahren immer mehr Startups. Wie nimmst Du die Startup-Szene vor Ort derzeit wahr?
Ich verfolge und unterstütze die “Szene” mittlerweile seit 2012 und sehe vor allem drei wesentliche und sehr erfreuliche Entwicklungen. Erstens ist das Thema Startup im Jahr 2020 deutlich präsenter, Veranstaltungen gibt es – genauso wie überall anders auch – unzählige und junge Menschen nehmen Startup langsam als gegebene Option war. Zweitens gibt es immer mehr Rollenvorbilder und auch im Ruhrgebiet Startups, die nennenswerte Investments verzeichnen können und Drittens vielleicht am wichtigsten, nehme ich wahr, dass die Qualität – auch die der Early Stage-Startups – deutlich zunimmt. Nicht alle Gründer haben ihre Hausaufgaben gemacht, aber immer mehr wissen wirklich wovon sie reden.

In der deutschen Startup-Hauptstadt Berlin gibt es mehr als 3.000 Startups, die rund 80.000 Menschen beschäftigen. Ist dies auf lange Sicht auch im Ruhrgebiet möglich?
Dies muss zumindest der Anspruch sein! Wenn jedes Jahr nur 1 % der aktuellen Studierenden im Ruhrgebiet ein Startup gründen würden und dabei in Zweierteams agieren, dann würden Jahr für Jahr über 1.250 neue Startups entstehen!

Wo steht das Ruhrgebiet denn aktuell?
Wir sind das größte Ballungsgebiet in Deutschland, auch wenn die vorherrschende Mentalität vielleicht noch nicht ganz im Startup-Modus angekommen ist. Aktuell sind wir davon aber noch ein ganz großes Stück entfernt und da hilft nur Startup als Option immer und immer wieder zu präsentieren und die begeisterungsfähigen Menschen in der Region weiter zu informieren und den Mut und die Neugierde zu stärken.

Was genau zeichnet denn überhaupt die Startzup-Szene im Ruhrgebiet aus?
Die Startup-Szene im Ruhrgebiet ist geprägt von B2B-Startups und natürlich von den herausragenden Clustern an den hiesigen Hochschulen. Das Thema Cyber Security ist durch die Uni in Bochum und die FH in Gelsenkirchen exzellent besetzt. Dies führt zu mehreren Ausgründungen in jedem Jahrgang und es kann wunderbar beobachtet werden, wie jungen Startups von den etwas erfahrenen Vorgängern profitieren – durch Kontakte, Erfahrungsaustausch oder gemeinschaftliche Kundenprojekte. Überdies sind die Themen IndustrialTech – durch die Nähe zu riesigen Industrie – GreenTech, eHealth und allgemein SaaS gut besetzt und spiegeln die Szene in der Region gut wieder. Im Optimalfall gibt es erste B2B-Kunden direkt aus der Umgebung und hieraus entsteht ein wirklich marktfähiger Service oder Produktangebot, welches bestenfalls direkt international vermarktet werden kann.

Das Ruhrgebiet ist generell wirtschaftlich gesehen eher ein Sorgenkind. Ist das jetzt ein guter oder ein schlechter Nährboden für Startups?
Beides! Aktuell läuft eine große Kampagne für die “Stadt der Städte”, in welcher die Vorteile “hohe Lebensqualität”, “geringes Mietniveau” und “viele Fachkräfte” beworben werden. Das teile ich zu 100 % und freue mich sehr darüber. Bei der gewählten Formulierung schwingt jedoch auch immer eine gewisse Grundhaltung mit. Hierzu bleibt zu sagen, wir brauchen KEINE Gründer aus “Mangel an Alternativen”, sondern die Besten eines Jahrgangs – mit Visionen, Überzeugungen und dem Potenzial Menschen, Investoren und Kunden vom eigenen Thema begeistern zu können.

Im Ruhrgebiet gibt es viele große Unternehmen und Konzerne. Ist das ein Vor- oder ein Nachteil für junge Unternehmen?
Erstmal ist dies natürlich positiv! Aktuell sind die meisten Unternehmen aus der Region nicht als Einstellungswunder verschrien, so dass diese als massive Absorber von Talenten nicht allzu stark in Erscheinung treten. Auf der anderen Seite haben viele dieser Unternehmen verstanden, dass sie Startups als externe Innovationen nutzen können oder müssen. In diesem Kontext dienen die hiesigen Unternehmen als erste Pilot- oder Referenzkunden, was für die Startups natürlich aus mehrfacher Hinsicht gut ist. Trotzdem sieht man natürlich, dass ein gewisser Mentalitätskonflikt zu Geschwindigkeitsverlusten führt und hier immer wieder Moderatoren und Unterstützer mit Erfahrungen aus beiden Welten gebraucht werden.

Was läuft insgesamt gesehen im Ruhrgebiet in Sachen Startups und Gründertum schon gut?
Wie bereits gesagt freue mich darüber, dass die Gründer deutlich weniger Naivität an den Tag legen. Es gibt ein Verständnis für Investments, eine grundsätzlich häufig korrekte Einschätzung der Erwartungshaltung potenzieller Kunden sowie einen grundsätzlichen Konsens darüber, welche Maßnahmen und Aktivitäten den Startups sowie den KMU konkret helfen. Mittlerweile kann man erkennen, dass der stringente Durchgang von Hochschule über begleitende Aktivitäten zu konkreter Unterstützung von Startups – nicht nur lokal, sondern wirklich regional – ganz gut funktioniert. Ich sehe bei einigen kritischen Kennziffern eine signifikante Steigerung und klare Tendenz nach oben, so dass ich persönlich davon überzeugt bin, dass wir in den kommenden Jahren deutlich mehr erfolgreiche Startups in und aus der Region Ruhr sehen werden – in allen Themenbereichen, vor allem aber in Cyber Security, Analytics, AR/VR, Robotics, B2B-Services, SaaS, eHealth und GreenTech bzw. EnvironmentalTech.

Was dagegen läuft noch nicht optimal?
Auf Seiten der Startups fehlt manchmal die Gier wirklich „groß zu denken“ und die Welt verändern zu wollen. Viele Gründer sind zufrieden profitable Geschäftsmodelle zu entwickeln und sozusagen die soliden KMU von morgen zu bauen. Dies ist auch grundsätzlich überhaupt nicht verwerflich, allerdings zwingt dies die Gründer auf klassisches VC zu verzichten und Geschwindigkeit zu verlieren. Auf Seiten der Institutionen gibt es mehr und mehr Überlappungen und erhöhten Koordinationsaufwand. Wir sprechen einfach über 53 Städten und Kommunen, welche faktisch ineinander übergehen und eigentlich nur gemeinsam gedacht werden können. Eine unfassbar große Chance neue Technologie gemeinsam zu nutzen und beispielsweise eine echte “Smart Region“ zu bauen, gleichzeitig aber auch immer wieder die Versuchung sich mit eigenen kleinen Initiativen und Aktivitäten ins rechte Licht zu rücken, und nicht nur ans große Ganze zu denken. Und schlussendlich sind viele der großen Unternehmen der Region seit einiger Zeit doch wirklich eher mit sich selbst beschäftigt, als stringent mit der technischen, konzeptionellen und gestalterischen Zukunft.

Wo siehst Du die Startup- und Digital-Szene im Ruhrgebiet in fünf Jahren oder gar in zehn Jahren?
Ich hoffe inständig, dass es uns oder besser gesagt einem talentierten Gründerteam gelingt in den kommenden fünf bis zehn Jahren das erste Unicorn in dieser Region zu etablieren. Dies hätte den Effekt, dass viele reiche erste Mitarbeiter aus diesem Konstrukt herauskommen und anfangen als aktive Business Angel bereit sind die Szene weiter nach vorne zu treiben und hohe Risiken einzugehen. Dies wäre eine Art Catching-Up zu den anderen Startup-Regionen in Deutschland und Europa. Dies wäre aus meiner Sicht der wichtigste Meilenstein, welcher erreicht werden muss.

Themenschwerpunkt Ruhrgebiet

#Ruhrgebiet: Gemeinsam mit dem ruhr:HUB berichtet deutsche-startups.de regelmäßig über die Startup-Szene im Ruhrgebiet. Mit hunderten Startups, zahlreichen Gründerzentren und -initativen, diversen Investoren sowie dutzenden Startup-Events bietet das Ruhrgebiet ein spannendes Ökosystem für Digital-Gründer – mehr im Startup Guide Ruhrgebiet. Das Buch “Wann endlich grasen Einhörner an der Emscher” wiederum erzählt die spannendsten Startup- und Grown-Geschichten aus dem Ruhrgebiet.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

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#DealMonitor – #EXKLUSIV Millionen für DashDash – Project A setzt auf PropTech – GFC investiert in SoSafe


Im aktuellen #DealMonitor für den 9. März werfen wir wieder einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

DashDash
+++ Der bekannte Geldgeber Lakestar investiert gemeinsam mit dem Visionaries Club und Index-Gründer Neil Rimer sowie den Altinvestoren einen unbekannten, sicherlich aber einen zweistelligen Millionenbetrag in DashDash. Accel, Cherry Ventures und Atlantic Labs investierten zuvor bereits 8 Millionen US-Dollar in das Startup. Das junge Unternehmen DashDash, das von Torben Schulz und Humberto Ayres Pereira (früher Eatfirst) gegründet wurde, positioniert sich als Tools zum Programmieren. Mit dem Freemium-Baukasten des Startups können Freelancer und Mitarbeiter in Unternehmen über Spreadsheets eigene Web-Anwendungen bauen. Hintergründe gibt es nur um aktuellen ds-Insider-Podcast.

MECE Immobilien
+++ Der Berliner Kapitalgeber Project A Ventures investiert gemeinsam mit mehreren Business Angels einen unbekannten Betrag in das ganz frische Hamburger PropTech MECE Immobilien. Das Startup, das von Christian Evers, zuletzt Chief Digital Officer beim Immobilienvermittler Engel & Völkers, positioniert sich als “SaaS platform for the real estate industry”. Hintergründe gibt es nur um aktuellen ds-Insider-Podcast. #EXKLUSIV

SoSafe
+++ Global Founders Capital, der Investmentarm von Rocket Internet, investiert im Rahmen einer sogenannten Pre-Series-A-Runde eine siebenstellige Summe in das Kölner Startup SoSafe. Das junge Startup “testet, sensibilisiert und schult Mitarbeiter im richtigen Umgang mit Cyber-Attacken”. In der Selbstbeschreibung des junge Unternehmens heißt es: “Unser Ziel: Sie und Ihre Mitarbeiter durch simulierte Phishing Tests und begleitende Materialien zur Cybersicherheit bestmöglich auf etwaige Cyber-Angriffe vorzubereiten und den richtigen Umgang damit zu trainieren. Damit Ihre Daten auch wirklich IHRE Daten bleiben”. Geführt wird SoSafe von Niklas Hellemann, Lukas Schaefer und Felix Schürholz. Hintergründe gibt es nur um aktuellen ds-Insider-Podcast. #EXKLUSIV

Clearvat
+++ Zwei nicht genannte Family Offices, der ehemalige Siemens-Chefaufseher Gerhard Cromme, der Bankmanager Martin Reitz sowie Ringier-Chef Marc Walder investieren weitere 6 Millionen Euro in Clearvat, ein paneuropäisches Clearinghaus – siehe FinanceFWD. Zuvor flossen bereits 8 Millionen in das Berliner FinTech, das vom Serienunternehmer Roman Maria Koidl gegründet wurde. Die Post-Money-Bewertung des 2016 gegründeten Unternehmens soll nun bei 50 Millionen liegen.

Connox
+++ Der dänischer Investor Nine United, hinter dem die bekannten Eigentümer der Bestseller-Gruppe stecken, steigt bei  Connox, einem Online-Shops für Wohndesign ein. “Aufgrund der Beteiligung scheiden neben den Gesellschaftern Jochen Krisch und Robert Motzek auch der Hannover Beteiligungsfonds (HBF) der Wirtschaftsförderungsgesellschaft hannoverimpuls sowie die BeteiligungsKapital Hannover (BKH) aus dem Gesellschafterkreis der Connox GmbH aus”, teilt das Unternehmen mit. Das 2005 von Thilo Haas und Kristian Lenz in Hannover gegründete Connox erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz in Höhe von  37 Millionen Euro.

iAtros
Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) investiert gemeinsam mit Bayern Kapital und mehreren Business Angels 2 Millionen Euro in iAtros. Das Münchner Startup entwickelt eine Telemedizinlösung, “die eine datengetriebene Behandlung von Kardiologiepatienten ermöglicht”. Das Startup richtet sich an Kliniken, aber auch direkt an Patienten. iAtros wurde 2019 von den beiden Herzspezialisten Alexander Leber und Georges von Degenfeld sowie von Patrick Palacin, Wolfram Winter und Jens Schäfer gegründet.

EXITS

ControlExpert
+++ Allianz X, der Investmentableger der Allianz-Gruppe, übernimmt die Mehrheit an ControlExpert, einem Unternehmen im Segment der KI-gestützten Schadenabwicklung im Automobilbereich. Auch nach der Übernahme soll die Jungfirma ihr Geschäftsmodell, die “operationelle Eigenständigkeit, ebenso wie Name, Marke und Identität beibehalten”.  Seit 2002 digitalisiert ControlExpert die Prozesse im Kfz-Schadenmanagement. 800 Mitarbeiter wirkten zuletzt für das Unternehmen.

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#Interview – “Es ist der Faktor Mensch, der uns von anderen unterscheidet”


Auf vielen Computern weltweit ist die Antivirensoftware von G Data installiert. Kein Wunder: Bereits im Jahre 1985 gegründet, ist das Unternehmen einer der größten Hersteller von IT-Sicherheitslösungen. G-Data-Mitgründer Andreas Lüning war sogar der erste Mensch überhaupt, der eine Antivirensoftware programmiert und kommerzialisiert hat. Das Softwarehaus erwirtschaftet pro Jahr inzwischen rund 40 Millionen Euro Umsatz, beschäftigt knapp 500 Mitarbeiter. Und was die wenigsten wissen: G Data ist ein Unternehmen mit Sitz in Bochum. Im Ruhr-Interview mit deutsche-startups.de spricht Lüning einmal ausführlich über den Startup-Standort Ruhrgebiet.

Wenn es um Startups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was spricht für das Ruhrgebiet als Startup-Standort?
Das Ruhrgebiet ist ein dezentraler Wirtschaftsraum, der eine einzigartig mannigfaltige gesellschaftliche, kulturelle und bildungsorientierte Landschaft bietet. So lassen sich leichter Ideen entwickeln und miteinander vernetzen. Die Dichte an Universitäten und Hochschulen ist ein hervorragendes Werkzeug zur Zusammenarbeit und zur Übernahme von qualifiziertem Personal. Sie bietet aber auch einen idealen Nährboden für Ausgründungen aus Forschungseinrichtungen.

Was genau macht den Reiz der Startup-Szene in Bochum aus?
Der Standort Bochum bietet viele Möglichkeiten zur Vernetzung von Ideengebern, von bestehenden Unternehmen, von Bildungseinrichtungen und von Investoren. Bochum hat sich außerdem zu einem IT-Security-Hotspot entwickelt. Nicht nur unser eigenes Unternehmen trägt dazu bei, sondern auch der Lehrstuhl für IT-Sicherheit an der Ruhr-Universität, das Horst-Görtz-Institut sowie die Ansiedlung der Max-Planck-Gesellschaft mit ebenfalls einem Institut für dieses Feld. Die Stadt Bochum hat sich das Thema Bildung sehr groß auf die Fahne bzw. sein Stadtlogo geschrieben – eine Strategie, die aufgeht.

Was ist in Bochum einfacher als im Rest der Republik?
Ich denke, es ist der Faktor Mensch, der uns in dieser Region von anderen unterscheidet. Wir knüpfen hier sehr schnell Kontakte, und wir sind gegenüber neuen Unternehmern aufgeschlossen, sehen ihn oder sie als Mehrwert, nicht als Mitbewerber. Bei uns werden neu gesponnene Ideen nicht blockiert, sondern treffen auf interessierte Zuhörer, Gleichgesinnte, Kritiker, Unterstützer und „Strippenzieher“.

Was fehlt in Bochum bzw. im Ruhrgebiet noch?
Leider fehlt es Bochum und auch der Metropole Ruhr, trotz vielversprechender Kampagnen, immer noch an einem gesunden Selbstbewusstsein. Ich bemerke zwar eine spürbare Verbesserung dieser Situation, merke aber auch, dass es noch sehr viel Kraft bedarf, das Image als aufgegebenen Kohle- und Stahlstandort abzulegen. Viele Unternehmen, egal ob Startup oder etabliert, tragen maß- gebend zur Digitalisierung aller Wirtschaftsbereiche weit über die Grenzen des Ruhrgebiets bei, bleiben aber meist unter einer „medienwirksamen Hörschwelle“.

Zum Schluss hast du drei Wünsche frei: Was wünscht du dir für den Startup-Standort Ruhrgebiet?
Kohle und Stahl gehören zur Historie des Ruhrgebiets – das ist gut, kann und sollte auch vermittelt werden. Es darf jedoch nicht zu dem Eindruck führen, das Ruhrgebiet sei nicht länger handlungsfähig und dem Verfall preisgegeben. Längst hat sich die Region darüber hinaus weiterentwickelt. – Das medienwirksame „zu Grabe tragen“ des Bergbaus sollte aufhören und die „Glorifizierung der Old Economy“ in Bezug zur außerordentlichen Entwicklung der letzten Jahrzehnte gebracht werden. Und auch ein Zusammenspiel der teilweise politisch unterschiedlich aufgestellten Städte der Metropole Ruhr wäre wünschenswert. Die Städte sollten an einem Strang ziehen und sich gemeinsam strategisch orientieren und nicht in Wettbewerb zueinander treten. Leider eine Aufgabe, die nicht allein den Stadträten zuzuordnen ist, sondern eine Herausforderung an die Bevölkerung, sich nicht länger an Stadt- oder Stadtteilgrenzen zu orientieren. Teil dessen wäre ein einheitliches, von der Tarifstruktur einfach zu verstehendes und gut zu nutzendes öffentliches Nahverkehrssystem, das von allen Teilen der Bevölkerung akzeptiert, und – im wahrsten Sinne des Wortes – zielführend und schnell eingesetzt werden kann.

Themenschwerpunkt Ruhrgebiet

#Ruhrgebiet: Gemeinsam mit dem ruhr:HUB berichtet deutsche-startups.de regelmäßig über die Startup-Szene im Ruhrgebiet. Mit hunderten Startups, zahlreichen Gründerzentren und -initativen, diversen Investoren sowie dutzenden Startup-Events bietet das Ruhrgebiet ein spannendes Ökosystem für Digital-Gründer – mehr im Startup Guide Ruhrgebiet. Das Buch “Wann endlich grasen Einhörner an der Emscher” wiederum erzählt die spannendsten Startup- und Grown-Geschichten aus dem Ruhrgebiet.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

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#aktuell, #bochum, #cyber-security, #g-data, #interview, #ruhr-interview

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#DealMonitor – Omni:us bekommt 13 Millionen – Mostly AI sammelt 5 Millionen ein


Im aktuellen #DealMonitor für den 27. Februar werfen wir wieder einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Omni:us
+++ Der FinTech-Geldgeber Viola FinTech, CommerzVentures, der Venture Capital-Ablger der Commerzbank Gruppe und UNIQA Ventures, der Venture Capital-Arm der UNIQA Versicherungsgruppe, investieren 13 Millionen US-Dollar in das Wiener AI-Startup Omni:us. Das Unternehmen von Gründerin Sofie Quidenus-Wahlforss positioniert sich als “Anbieter von künstlicher Intelligenz (KI) für kognitive Schadenbearbeitung”.

Mostly AI
+++ Der Berliner Kapitalgeber Earlybird, 42 CAP und Push Ventures investieren 5 Millionen US-Dollar in das Wiener KI-Startup Mostly AI. Das 2017 gegründete Unternehmen bietet ein Verfahren an, mit dem Infos in synthetische Daten umwandelt werden können. Dabei soll die Aussagekraft der Daten erhalten, gleichzeitig aber die Re-Identifizierung von Personen unmöglich bleiben.

Enginsight
+++ seed + speed Ventures, der Berliner Frühphaseninvestor von Carsten Maschmeyer, die Versicherungsgruppe HDI aus Hannover und Smart Infrastructure Ventures investieren einen ungenannten Betrag in das Cybersecurity-Startup Enginsight. Das Unternehmen aus Jena, das 2017 von Mario Jandeck und Eric Range gegründet wurde, positioniert sich als Lösung zur IT-Überwachung und -Analyse. Das Startup sucht unter anderem Sicherheitslücken in den Systemen.

Myster
+++ Shopware-Mitgründer Stefan Heyne investiert gemeinsam mit Micro Grübel eine sechsstellige Summe in das Dortmunder Startup Myster. Im Zuge der neuen Investmentrunde heuert Heyne nun auch operativ beim Handwerker-Startup an. “Heynes Erfahrungen fließen ab sofort in den Ausbau der Myster-Plattform ein”, teilt das Unternehmen mit. Die von Grübel 2016 gegründete Firma konzentriert sich auf Renovierungsarbeiten, derzeit Boden und Wand.

AeroMates
+++ KSK Wagniskapital, die Beteiligungsgesellschaft der Kreissparkasse Köln, investiert einen unbekannten Betrag in das junge Unternehmen AeroMates, einen Wartungs-, Reparatur- und Instandhaltungsbetrieb für Flugzeugräder und -bremsen. Das Startup wurde Anfang 2020 von Patrick Mohr, seit über 12 Jahren in der Luftfahrtbranche tätig, und Stanislav Grytsenko ins Leben gerufen. Die Kölner beschreiben ihr Unternehmen als “Maintenance-, Repair- und Overhaul (MRO)-Betrieb”. #EXKLUSIV – entdeckt über Startupdetector

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Foto (oben): Shutterstock

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