Staatstrojaner: “Der Staat gefährdet die Sicherheit seiner eigenen Bürger”

Bundespolizei und Nachrichtendienste dürfen Computer und Smartphones hacken. Der Unternehmer Peer Heinlein muss dabei womöglich helfen – was ihm große Sorgen bereitet.

#datenschutz

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Datenschutz: Aktivist klagt vor Hamburger Landgericht gegen Onlinewerbung

Welche Onlinewerbung ein Nutzer sieht, entscheidet sich oft in automatisierten Auktionen – auf Basis persönlicher Daten. Dagegen wehrt sich nun ein irischer Aktivist.

#datenschutz

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Razzien: Wie die Polizei Kriminelle narrte

Der Chatdienst An0m versprach “militärartige” Verschlüsselung, Kriminelle nutzten ihn für ihre Deals. Was sie erst seit den weltweiten Razzien wissen: Das FBI las mit.

#datenschutz

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IT-Sicherheit: Bundesamt hält Luca-App anfällig für Hackerangriff

Eine Sicherheitslücke bei der Kontaktverfolgungsapp wurde zwar geschlossen, doch Sicherheitsexperten bleiben besorgt: Die Luca-App könnte von Hackern missbraucht werden.

#datenschutz

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Clearview AI: Datenschützer alarmiert über Praktiken von Gesichtserkennungsfirma

Clearview soll Milliarden Fotos gesammelt und daraus eine Biometrie-Datenbank für Wirtschaft und Behörden erstellt haben. Aktivisten haben nun Beschwerde eingereicht.

#datenschutz

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Hackerattacke : Auf dem Trockenen

Hacker haben die größte Kraftstoffpipeline der USA lahmgelegt. Aus finanziellen, nicht aus politischen Gründen, sagen sie. Anlass zur Entspannung ist das nicht.

#datenschutz

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Grüner Pass: Man will wieder Erster sein

In Wien prescht Bundeskanzler Sebastian Kurz vor und führt das Impfzertifikat ein, noch bevor er europaweit ausgerollt wird. Nicht nur Datenschützer sind besorgt.

#datenschutz

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Luca-App: Eine Hacker-Autobahn ins Gesundheitsamt?

Die Luca-App soll Gesundheitsämtern Arbeit abnehmen. Behördenleiter bezweifeln, dass sie das kann. Manche befürchten gar, die Anwendung öffne eine Tür für Cyberattacken.

#datenschutz

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Ulrich Kelber: “Gesundheitsämter wollen nicht überhäuft werden mit Daten”

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber will, dass die Corona-Warn-App und die Luca-App rechtlich gleichgestellt werden. So könnte man anonym an Orten einchecken.

#datenschutz

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Luca-App: Forschende halten Risiken der Luca-App für “völlig unverhältnismäßig”

Wenig Nutzen, dilettantische Sicherheitslücken: Führende IT-Sicherheitsforscher raten von der Luca-App ab. Mehrere Bundesländer hatten sie zuvor teuer eingekauft.

#datenschutz

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iOS 14.5: Tracken oder nicht tracken, das ist jetzt eine Frage

Daten von Nutzern sammeln über mehrere Apps hinweg? Nicht mehr mit iOS: Ein neues Update für das iPhone soll mehr Privatsphäre schaffen – und bedeutet Ärger für Apple.

#datenschutz

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Corona-Apps: Deutsche zweifeln an Datenschutz der Corona-Warn-App

Viele Menschen sorgen sich um ihre Daten bei Corona-Apps – erstaunlicherweise mehr bei der Corona-Warn-App als der umstrittenen Luca-App. Das zeigt eine neue Umfrage.

#datenschutz

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Werbetracking: Verbände legen Beschwerde gegen Apple beim Bundeskartellamt ein

Künftig können Apple-Nutzer es ablehnen, wenn Apps ihr Verhalten für Werbezwecke nachverfolgen wollen. Anbieter fürchten deswegen um ihr Geschäft.

#datenschutz

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IT-Sicherheitsgesetz 2.0 und Telekommunikationsgesetz: Was heißt hier eigentlich schnelles Internet?

Zwei neue Gesetze sollen das digitale Leben hierzulande deutlich verbessern. Doch sie enthalten auch fragwürdige Regeln, die Sie kennen sollten

#datenschutz

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Pandemiebekämpfung: Lasst mich doch einfach mit der Corona-Warn-App einchecken!

Die neue, datenschutzfreundliche Check-in-Funktion macht die Corona-Warn-App zur besseren Luca-App. Jetzt müssen das nur die Länder verstehen – und die Regeln anpassen.

#datenschutz

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Datenschutz: Nein, Facebook, das ist nicht normal

530 Millionen Nutzerdaten gestohlen? “Ein branchenübliches Problem”, sagt Facebook in einer versehentlich versandten E-Mail. Das sendet ein fatales Signal.

#datenschutz

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Phishing per SMS : Ich hab doch gar kein Paket verschickt?!

Sie erhalten komische SMS, angeblich von DHL oder FedEx, zum Status eines Pakets und sollen einen Link anklicken? Tun Sie es bloß nicht. Was hinter den Nachrichten steckt

#datenschutz

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Luca-App: Sicherheitslücke nährt weitere Zweifel an Luca-System

In der Bar eingecheckt mit Luca? Durch eine Schwachstelle konnten auch Unbefugte erfahren, wo sich Nutzer aufhalten. Der CCC fordert, die App nicht länger zu verwenden.

#datenschutz

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Datenschutz: Datenschutzaktivist Max Schrems verklagt Google

Android-Smartphones generieren eindeutige Werbe-IDs, mit denen das Surfverhalten von Nutzern verfolgt werden kann. Max Schrems spricht von illegalen Operationen.

#datenschutz

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Datenschutz: Telefonnummern von 533 Millionen Facebook-Nutzern im Netz entdeckt

In einem Hacker-Forum sind Nutzerdaten gepostet worden, die 2019 bei einer Datenpanne abgegriffen wurden. Sie könnten für Identitätsdiebstahl missbraucht werden.

#datenschutz

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Corona-App: Warum wollen plötzlich alle Luca?

Viele Bundesländer wollen mit der App Luca eine Rückkehr in die Normalität ermöglichen. Ein zweifelhafter Plan – selbst wenn er aufginge, gäbe es dafür bessere Lösungen.

#datenschutz

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Hackerangriff: Schon wieder ein Hack?

Hacker sollen deutsche Abgeordnete angegriffen haben. Was ist passiert, wer steckt dahinter, und gibt es Parallelen zum Cyberangriff im Jahr 2015?

#datenschutz

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Diskriminierung im Internet: Bundestag und Bundesrat ebnen Weg für Gesetz gegen Hasskriminalität

Die Neuregelung der Bestandsdatenauskunft ist gebilligt, das Gesetz zur Bekämpfung der Hasskriminalität kann kommen – und damit auch die Datenweitergabe an das BKA.

#datenschutz

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Datenschutz: Facebook ist zu groß für Düsseldorf

Das Bundeskartellamt will das Datensammeln von Facebook einschränken. Ob es das darf, sollten Richter in Düsseldorf klären. Doch die reichen den Fall erstmal weiter.

#datenschutz

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#Gastbeitrag – Warum und wie Datenschutz nicht nervig, sondern ein wertvolles Alleinstellungsmerkmal sein kann


“Um den Datenschutz kümmern wir uns später”, “Die DSGVO ist ein Bürokratiemonster”, “Wie sollen wir uns als junges Startup denn auch noch um den lästigen Datenschutz kümmern” – solche Töne hört man oft im Startup-Umfeld. Datenschutz als vermeintliches Hindernis und Hemmnis für Innovationen ist ein beliebtes Thema. Dabei wird andersherum ein Schuh daraus. Datenschutz kann für Unternehmen zum wichtigen Alleinstellungsmerkmal werden.

Die Gretchenfrage: Startups, nun sagt, wie habt ihr’s mit dem Datenschutz?

Wie sieht es also um den Datenschutz in der deutschen Startup-Landschaft aus? Die kurze Antwort lautet – durchwachsen. EinStudie der Bitkom aus dem Jahr 2018 gibt erste EinblickeNur drei Wochen bevor die DSGVO von allen Unternehmen umgesetzt werden musste, hatten lediglich 9 Prozent der befragten Startups dies bereits abgeschlossen; bei fast der Hälfte der befragten Unternehmen gab es hingegen noch immensen Nachholbedarf: 32 Prozent hatten gerade erst damit begonnen, sich mit dem Thema zu befassen, 11 Prozent hatten noch gar nichts unternommen, 3 Prozent hatten noch nichts davon gehört und 1 Prozent hatte sich ganz bewusst dafür entschieden, nichts mehr zu unternehmen.   

Was man hingegen häufig findet, sind Beschwerden über die DSGVO. Bevor man sich von diesem Beschwerdechor vereinnahmen lässt, sollte man sich allerdings fragen, ob sie auch gerechtfertigt sind. Ist denn vielleicht gar nicht so sehr der Datenschutz das Problem als vielmehr die Denkweise? Natürlich können Regularien wie die DSGVO als scheinbar unüberwindbare Hindernisse wahrgenommen werden und man kann sich vortrefflich darüber beschweren, dass die Umstellung Geld, Zeit, Kapazitäten und Nerven kostet – wenn man sich im Vorfeld nicht darum gekümmert hat. Denn wenn bereits von Beginn an Wert darauf gelegt worden wäre, datenschutzfreundliche Prozesse, Techniken etc. zu implementieren, müsste man auch nichts umstellen.  

Die Beschwerden über vermeintlich umständlichen und teuren Datenschutz, der Innovationen hemme, ist also vielleicht doch nur ein indirektes Eingeständnis der eigenen schlechten Planung. Stattdessen sucht man die Sündenböcke woanders – und der Datenschutz kann sich eben nicht wehren, weshalb man fabelhaft auf ihn einhauen kann oder versucht, ihn zu ignorieren.

Push- und Pull-Faktoren für mehr Datenschutz werden größer

Dieses Verhalten ist gleichzeitig aus vielerlei Perspektiven sehr kurzsichtig: Zum einen kann es mittlerweile durch die DSGVO gegebenenfalls auch ernst zu nehmende finanzielle Folgen haben, wenn man als Unternehmen Nutzerdaten nicht ausreichend schützt. Zum anderen ignoriert man einen riesigen Trend und damit auch ein riesiges Potenzial. 

So ist im b2b-Bereich zum Beispiel Datenschutz nicht nur ein Nice-to-Have, sondern ein absolutes Must-Have. Kann man hier als Startup nicht dafür garantieren, dass die eigenen Prozesse, Technologien und Produkte datenschutzfreundlich sind, katapultiert man sich selbst vom Spielfeld.

Auch im b2c-Bereich geht der Trend eindeutig in die Richtung mehr Datenschutz. Das Bewusstsein dafür, dass die eigene digitale Privatsphäre geschützt werden sollte, steigt. Ssorgen sich nach aktuellen Zahlen 92 Prozent (!) der befragten Nutzer:innen weltweit um den Schutz ihrer DatenDies haben mittlerweile auch die Big Player der Branche erkannt. Tim Cook von Apple bezeichnete das Thema deshalb vor Kurzem als “one of the top issues of the century. We’ve got climate change – that is huge. We’ve got privacy – that is huge. Dass Apple diesen Aussagen auch Taten folgen lässt, zeigen die strengeren Privatsphäreeinstellungen für iPhones.  

Für Startups aus Deutschland und Europa kommt außerdem noch ein dritter, wichtiger Punkt hinzu: Die aktuelle Rechtsprechung wie beispielsweise Schrems II und die Strategie der EU-Kommission mit ihrer Digital Decade stellen Datenschutz – und generell die Ethik von Technologien – in den Mittelpunkt. Das Thema wird also nicht verschwinden, sondern im Gegenteil immer wichtiger werden. Mit anderen Worten: Die Push- und Pull-Faktoren für mehr Datenschutz werden immer größer. 

Drei Schritte für Datenschutz als Alleinstellungsmerkmal

Wir Startups sind also gut dabei beraten, wenn wir Privacy als Alleinstellungsmerkmal erkennen und nutzen. Im ersten Schritt sollten wir dazu das eigentliche Problem an der Wurzel packen – nämlich die Denkweise: Betrachten wir Datenschutz nicht als Hindernis, was im Nachgang die Arbeit erschwert, sondern lasst uns den Datenschutz bereits bei der Entwicklung und Implementierung mitdenken.

Anschließend können wir sogar noch einen Schritt weiter gehen: Wenn wir smart sind, warten wir Startups deshalb auch nicht darauf, bis die Politik und Rechtsprechung Datenschutz bis ins letzte Detail durch Regularien abgedeckt hat, sondern arbeiten bereits jetzt proaktiv an neuen datenschutzfreundlichen Lösungen.

Und wenn dies heißt, dass wir ausgetretene Pfade verlassen müssen: umso besser! Nicht umsonst entstehen neue Ideen und Innovationen eben genau dort, wo der Status Quo nicht mehr hält und Kreativität gefragt ist. Oder um das Startup-Bullshit-Bingo zu bemühen: Wir müssen out of the box denken, um Privacy als USP umzusetzen. Dies kann zum Beispiel heißen, dass anstelle der üblichen KI neue dezentrale Technologien verwendet werden. So kann man KI trainieren, ohne Unmengen an Nutzerdaten zu sammeln, die man zunächst umständlich anonymisieren muss, um die Privatsphäre der User zu wahren.

Zukunftstechnologien aus Europa

Setzen wir dies konsequent um, können wir uns an die Spitze des gerade erst anlaufenden Trends machen, ein riesiges Wachstums- und Nutzerpotenzial nutzen und damit auch Europa zu einem Hotspot an datenschutzfreundlicher Technologie machen, der Strahlkraft in die ganze Welt hat.

Über den Autor
Leif-Nissen Lundbæk ist promovierter Informatiker und Mitgru?nder sowie CEO von Xayn. Er ist spezialisiert auf Cybersecurity sowie Privatsphäre-schützende Algorithmen und Ku?nstliche Intelligenz (KI). Gemeinsam mit Professor Michael Huth und Felix Hahmann gründete er 2017 das Privacy-Tech-Unternehmen als Fortführung seines Forschungsprojektes zu Datenschutz und KI. Xayn entwickelt die gleichnamige sichere Suchmaschine, die Usern Kontrolle über die Suchalgorithmen bietet und transparent personalisierte Suchergebnisse liefert. Das Berliner Unternehmen gewann den ersten Porsche Innovation Contest und arbeitete bereits erfolgreich mit Porsche, Daimler, der Deutschen Bahn und Siemens zusammen.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Shutterstock

#aktuell, #datenschutz, #gastbeitrag, #xayn

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#Gastbeitrag – Warum und wie Datenschutz nicht nervig, sondern ein wertvolles Alleinstellungsmerkmal sein kann


“Um den Datenschutz kümmern wir uns später”, “Die DSGVO ist ein Bürokratiemonster”, “Wie sollen wir uns als junges Startup denn auch noch um den lästigen Datenschutz kümmern” – solche Töne hört man oft im Startup-Umfeld. Datenschutz als vermeintliches Hindernis und Hemmnis für Innovationen ist ein beliebtes Thema. Dabei wird andersherum ein Schuh daraus. Datenschutz kann für Unternehmen zum wichtigen Alleinstellungsmerkmal werden.

Die Gretchenfrage: Startups, nun sagt, wie habt ihr’s mit dem Datenschutz?

Wie sieht es also um den Datenschutz in der deutschen Startup-Landschaft aus? Die kurze Antwort lautet – durchwachsen. EinStudie der Bitkom aus dem Jahr 2018 gibt erste EinblickeNur drei Wochen bevor die DSGVO von allen Unternehmen umgesetzt werden musste, hatten lediglich 9 Prozent der befragten Startups dies bereits abgeschlossen; bei fast der Hälfte der befragten Unternehmen gab es hingegen noch immensen Nachholbedarf: 32 Prozent hatten gerade erst damit begonnen, sich mit dem Thema zu befassen, 11 Prozent hatten noch gar nichts unternommen, 3 Prozent hatten noch nichts davon gehört und 1 Prozent hatte sich ganz bewusst dafür entschieden, nichts mehr zu unternehmen.   

Was man hingegen häufig findet, sind Beschwerden über die DSGVO. Bevor man sich von diesem Beschwerdechor vereinnahmen lässt, sollte man sich allerdings fragen, ob sie auch gerechtfertigt sind. Ist denn vielleicht gar nicht so sehr der Datenschutz das Problem als vielmehr die Denkweise? Natürlich können Regularien wie die DSGVO als scheinbar unüberwindbare Hindernisse wahrgenommen werden und man kann sich vortrefflich darüber beschweren, dass die Umstellung Geld, Zeit, Kapazitäten und Nerven kostet – wenn man sich im Vorfeld nicht darum gekümmert hat. Denn wenn bereits von Beginn an Wert darauf gelegt worden wäre, datenschutzfreundliche Prozesse, Techniken etc. zu implementieren, müsste man auch nichts umstellen.  

Die Beschwerden über vermeintlich umständlichen und teuren Datenschutz, der Innovationen hemme, ist also vielleicht doch nur ein indirektes Eingeständnis der eigenen schlechten Planung. Stattdessen sucht man die Sündenböcke woanders – und der Datenschutz kann sich eben nicht wehren, weshalb man fabelhaft auf ihn einhauen kann oder versucht, ihn zu ignorieren.

Push- und Pull-Faktoren für mehr Datenschutz werden größer

Dieses Verhalten ist gleichzeitig aus vielerlei Perspektiven sehr kurzsichtig: Zum einen kann es mittlerweile durch die DSGVO gegebenenfalls auch ernst zu nehmende finanzielle Folgen haben, wenn man als Unternehmen Nutzerdaten nicht ausreichend schützt. Zum anderen ignoriert man einen riesigen Trend und damit auch ein riesiges Potenzial. 

So ist im b2b-Bereich zum Beispiel Datenschutz nicht nur ein Nice-to-Have, sondern ein absolutes Must-Have. Kann man hier als Startup nicht dafür garantieren, dass die eigenen Prozesse, Technologien und Produkte datenschutzfreundlich sind, katapultiert man sich selbst vom Spielfeld.

Auch im b2c-Bereich geht der Trend eindeutig in die Richtung mehr Datenschutz. Das Bewusstsein dafür, dass die eigene digitale Privatsphäre geschützt werden sollte, steigt. Ssorgen sich nach aktuellen Zahlen 92 Prozent (!) der befragten Nutzer:innen weltweit um den Schutz ihrer DatenDies haben mittlerweile auch die Big Player der Branche erkannt. Tim Cook von Apple bezeichnete das Thema deshalb vor Kurzem als “one of the top issues of the century. We’ve got climate change – that is huge. We’ve got privacy – that is huge. Dass Apple diesen Aussagen auch Taten folgen lässt, zeigen die strengeren Privatsphäreeinstellungen für iPhones.  

Für Startups aus Deutschland und Europa kommt außerdem noch ein dritter, wichtiger Punkt hinzu: Die aktuelle Rechtsprechung wie beispielsweise Schrems II und die Strategie der EU-Kommission mit ihrer Digital Decade stellen Datenschutz – und generell die Ethik von Technologien – in den Mittelpunkt. Das Thema wird also nicht verschwinden, sondern im Gegenteil immer wichtiger werden. Mit anderen Worten: Die Push- und Pull-Faktoren für mehr Datenschutz werden immer größer. 

Drei Schritte für Datenschutz als Alleinstellungsmerkmal

Wir Startups sind also gut dabei beraten, wenn wir Privacy als Alleinstellungsmerkmal erkennen und nutzen. Im ersten Schritt sollten wir dazu das eigentliche Problem an der Wurzel packen – nämlich die Denkweise: Betrachten wir Datenschutz nicht als Hindernis, was im Nachgang die Arbeit erschwert, sondern lasst uns den Datenschutz bereits bei der Entwicklung und Implementierung mitdenken.

Anschließend können wir sogar noch einen Schritt weiter gehen: Wenn wir smart sind, warten wir Startups deshalb auch nicht darauf, bis die Politik und Rechtsprechung Datenschutz bis ins letzte Detail durch Regularien abgedeckt hat, sondern arbeiten bereits jetzt proaktiv an neuen datenschutzfreundlichen Lösungen.

Und wenn dies heißt, dass wir ausgetretene Pfade verlassen müssen: umso besser! Nicht umsonst entstehen neue Ideen und Innovationen eben genau dort, wo der Status Quo nicht mehr hält und Kreativität gefragt ist. Oder um das Startup-Bullshit-Bingo zu bemühen: Wir müssen out of the box denken, um Privacy als USP umzusetzen. Dies kann zum Beispiel heißen, dass anstelle der üblichen KI neue dezentrale Technologien verwendet werden. So kann man KI trainieren, ohne Unmengen an Nutzerdaten zu sammeln, die man zunächst umständlich anonymisieren muss, um die Privatsphäre der User zu wahren.

Zukunftstechnologien aus Europa

Setzen wir dies konsequent um, können wir uns an die Spitze des gerade erst anlaufenden Trends machen, ein riesiges Wachstums- und Nutzerpotenzial nutzen und damit auch Europa zu einem Hotspot an datenschutzfreundlicher Technologie machen, der Strahlkraft in die ganze Welt hat.

Über den Autor
Leif-Nissen Lundbæk ist promovierter Informatiker und Mitgru?nder sowie CEO von Xayn. Er ist spezialisiert auf Cybersecurity sowie Privatsphäre-schützende Algorithmen und Ku?nstliche Intelligenz (KI). Gemeinsam mit Professor Michael Huth und Felix Hahmann gründete er 2017 das Privacy-Tech-Unternehmen als Fortführung seines Forschungsprojektes zu Datenschutz und KI. Xayn entwickelt die gleichnamige sichere Suchmaschine, die Usern Kontrolle über die Suchalgorithmen bietet und transparent personalisierte Suchergebnisse liefert. Das Berliner Unternehmen gewann den ersten Porsche Innovation Contest und arbeitete bereits erfolgreich mit Porsche, Daimler, der Deutschen Bahn und Siemens zusammen.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

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#aktuell, #datenschutz, #gastbeitrag, #xayn

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#Gastbeitrag – Warum und wie Datenschutz nicht nervig, sondern ein wertvolles Alleinstellungsmerkmal sein kann


“Um den Datenschutz kümmern wir uns später”, “Die DSGVO ist ein Bürokratiemonster”, “Wie sollen wir uns als junges Startup denn auch noch um den lästigen Datenschutz kümmern” – solche Töne hört man oft im Startup-Umfeld. Datenschutz als vermeintliches Hindernis und Hemmnis für Innovationen ist ein beliebtes Thema. Dabei wird andersherum ein Schuh daraus. Datenschutz kann für Unternehmen zum wichtigen Alleinstellungsmerkmal werden.

Die Gretchenfrage: Startups, nun sagt, wie habt ihr’s mit dem Datenschutz?

Wie sieht es also um den Datenschutz in der deutschen Startup-Landschaft aus? Die kurze Antwort lautet – durchwachsen. EinStudie der Bitkom aus dem Jahr 2018 gibt erste EinblickeNur drei Wochen bevor die DSGVO von allen Unternehmen umgesetzt werden musste, hatten lediglich 9 Prozent der befragten Startups dies bereits abgeschlossen; bei fast der Hälfte der befragten Unternehmen gab es hingegen noch immensen Nachholbedarf: 32 Prozent hatten gerade erst damit begonnen, sich mit dem Thema zu befassen, 11 Prozent hatten noch gar nichts unternommen, 3 Prozent hatten noch nichts davon gehört und 1 Prozent hatte sich ganz bewusst dafür entschieden, nichts mehr zu unternehmen.   

Was man hingegen häufig findet, sind Beschwerden über die DSGVO. Bevor man sich von diesem Beschwerdechor vereinnahmen lässt, sollte man sich allerdings fragen, ob sie auch gerechtfertigt sind. Ist denn vielleicht gar nicht so sehr der Datenschutz das Problem als vielmehr die Denkweise? Natürlich können Regularien wie die DSGVO als scheinbar unüberwindbare Hindernisse wahrgenommen werden und man kann sich vortrefflich darüber beschweren, dass die Umstellung Geld, Zeit, Kapazitäten und Nerven kostet – wenn man sich im Vorfeld nicht darum gekümmert hat. Denn wenn bereits von Beginn an Wert darauf gelegt worden wäre, datenschutzfreundliche Prozesse, Techniken etc. zu implementieren, müsste man auch nichts umstellen.  

Die Beschwerden über vermeintlich umständlichen und teuren Datenschutz, der Innovationen hemme, ist also vielleicht doch nur ein indirektes Eingeständnis der eigenen schlechten Planung. Stattdessen sucht man die Sündenböcke woanders – und der Datenschutz kann sich eben nicht wehren, weshalb man fabelhaft auf ihn einhauen kann oder versucht, ihn zu ignorieren.

Push- und Pull-Faktoren für mehr Datenschutz werden größer

Dieses Verhalten ist gleichzeitig aus vielerlei Perspektiven sehr kurzsichtig: Zum einen kann es mittlerweile durch die DSGVO gegebenenfalls auch ernst zu nehmende finanzielle Folgen haben, wenn man als Unternehmen Nutzerdaten nicht ausreichend schützt. Zum anderen ignoriert man einen riesigen Trend und damit auch ein riesiges Potenzial. 

So ist im b2b-Bereich zum Beispiel Datenschutz nicht nur ein Nice-to-Have, sondern ein absolutes Must-Have. Kann man hier als Startup nicht dafür garantieren, dass die eigenen Prozesse, Technologien und Produkte datenschutzfreundlich sind, katapultiert man sich selbst vom Spielfeld.

Auch im b2c-Bereich geht der Trend eindeutig in die Richtung mehr Datenschutz. Das Bewusstsein dafür, dass die eigene digitale Privatsphäre geschützt werden sollte, steigt. Ssorgen sich nach aktuellen Zahlen 92 Prozent (!) der befragten Nutzer:innen weltweit um den Schutz ihrer DatenDies haben mittlerweile auch die Big Player der Branche erkannt. Tim Cook von Apple bezeichnete das Thema deshalb vor Kurzem als “one of the top issues of the century. We’ve got climate change – that is huge. We’ve got privacy – that is huge. Dass Apple diesen Aussagen auch Taten folgen lässt, zeigen die strengeren Privatsphäreeinstellungen für iPhones.  

Für Startups aus Deutschland und Europa kommt außerdem noch ein dritter, wichtiger Punkt hinzu: Die aktuelle Rechtsprechung wie beispielsweise Schrems II und die Strategie der EU-Kommission mit ihrer Digital Decade stellen Datenschutz – und generell die Ethik von Technologien – in den Mittelpunkt. Das Thema wird also nicht verschwinden, sondern im Gegenteil immer wichtiger werden. Mit anderen Worten: Die Push- und Pull-Faktoren für mehr Datenschutz werden immer größer. 

Drei Schritte für Datenschutz als Alleinstellungsmerkmal

Wir Startups sind also gut dabei beraten, wenn wir Privacy als Alleinstellungsmerkmal erkennen und nutzen. Im ersten Schritt sollten wir dazu das eigentliche Problem an der Wurzel packen – nämlich die Denkweise: Betrachten wir Datenschutz nicht als Hindernis, was im Nachgang die Arbeit erschwert, sondern lasst uns den Datenschutz bereits bei der Entwicklung und Implementierung mitdenken.

Anschließend können wir sogar noch einen Schritt weiter gehen: Wenn wir smart sind, warten wir Startups deshalb auch nicht darauf, bis die Politik und Rechtsprechung Datenschutz bis ins letzte Detail durch Regularien abgedeckt hat, sondern arbeiten bereits jetzt proaktiv an neuen datenschutzfreundlichen Lösungen.

Und wenn dies heißt, dass wir ausgetretene Pfade verlassen müssen: umso besser! Nicht umsonst entstehen neue Ideen und Innovationen eben genau dort, wo der Status Quo nicht mehr hält und Kreativität gefragt ist. Oder um das Startup-Bullshit-Bingo zu bemühen: Wir müssen out of the box denken, um Privacy als USP umzusetzen. Dies kann zum Beispiel heißen, dass anstelle der üblichen KI neue dezentrale Technologien verwendet werden. So kann man KI trainieren, ohne Unmengen an Nutzerdaten zu sammeln, die man zunächst umständlich anonymisieren muss, um die Privatsphäre der User zu wahren.

Zukunftstechnologien aus Europa

Setzen wir dies konsequent um, können wir uns an die Spitze des gerade erst anlaufenden Trends machen, ein riesiges Wachstums- und Nutzerpotenzial nutzen und damit auch Europa zu einem Hotspot an datenschutzfreundlicher Technologie machen, der Strahlkraft in die ganze Welt hat.

Über den Autor
Leif-Nissen Lundbæk ist promovierter Informatiker und Mitgru?nder sowie CEO von Xayn. Er ist spezialisiert auf Cybersecurity sowie Privatsphäre-schützende Algorithmen und Ku?nstliche Intelligenz (KI). Gemeinsam mit Professor Michael Huth und Felix Hahmann gründete er 2017 das Privacy-Tech-Unternehmen als Fortführung seines Forschungsprojektes zu Datenschutz und KI. Xayn entwickelt die gleichnamige sichere Suchmaschine, die Usern Kontrolle über die Suchalgorithmen bietet und transparent personalisierte Suchergebnisse liefert. Das Berliner Unternehmen gewann den ersten Porsche Innovation Contest und arbeitete bereits erfolgreich mit Porsche, Daimler, der Deutschen Bahn und Siemens zusammen.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Shutterstock

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Luca-App: Luca ist leider auch keine Lösung

Schafft es Deutschland endlich, Corona-Infektionen mit digitaler Hilfe aufzuspüren? Die Hoffnung auf die Luca-App platzt gerade. Denn Experten finden immer mehr Probleme.

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Microsoft Exchange Server: Bundesbehörden über Lücke im Mailserver angegriffen

Die Mailserver von Firmen und Behörden sind aufgrund von Schwachstellen unsicher und werden attackiert. “Bitte nehmen Sie das ernst”, warnt BSI-Präsident Arne Schönbohm.

#datenschutz

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Google: Keine lästigen Cookies mehr

Tracking-Cookies für Werbezwecke nerven und spionieren uns aus. Google will sie nun tatsächlich abschaffen. Werden wir bald weniger durchs Netz verfolgt?

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Datenschutz: Google will auf Tracking von Nutzern für Werbung verzichten

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Eine Schwachstelle in der Schulcloud-Lösung des Hasso-Plattner-Instituts soll Zugriff auf Schüler-Daten gewährt haben. Inzwischen will das HPI die Probleme gelöst haben.

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Corona-Datenspende-App: Zeig mir deinen Puls und ich sage, wie es mit Corona weitergeht

Schneller voraussagen, wie sich Corona ausbreitet: Das soll die Corona-Datenspende-App können. Nun wurde das Projekt um ein Jahr verlängert. Was kann es leisten?

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Microsoft Teams: Läuft bei uns

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Viele Menschen laden sich die WhatsApp-Alternative Signal herunter. Deren Gründer Moxie Marlinspike treibt vor allem eins an: Jeder sollte etwas zu verbergen haben.

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Messengerdienst: WhatsApp verschiebt geplante Datenschutzänderungen

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Messengerdienste: WhatsApp-Konkurrenten verzeichnen starken Nutzeranstieg

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Überwachungssoftware: Eine Waffe für die Falschen

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Apple App Store: Schau mal, was die tracken

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Anti-Terror-Plan: EU-Kommission will auf verschlüsselte Daten zugreifen

Mehr Grenzkontrollen, überwachte Messengerdienste, mehr Polizeipräsenz: Anschläge wie in Wien oder Nizza sollen künftig durch europaweite Maßnahmen verhindert werden.

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