#Gastbeitrag – “Skin in the game” ist kein Selbstläufer: Meine Stolpersteine beim Aufbau eines Startups


In meinem letzten Beitrag habe ich mich für mehr Investments mit „skin in the game“ eingesetzt. Ich wünsche mir in Summe noch mehr Investoren, die ihr Commitment gegenüber Startups nicht nur auf das finanzielle Engagement begrenzen, sondern aktiv im Unternehmen mitwirken. Für mich entsteht so nicht nur Nähe und Identifikation mit dem Team, sondern vor allem auch ein operativ wirksamer Hub, der dem Startup mit Know-how und Expertise hilft und gleichzeitig durch die eingebrachte Leistung “von außen” enormen Mehrwert generiert. Ich sehe definitiv eine bemerkenswerte Transformationsbewegung, die hier in unserer Branche aufwächst und freue mich diese weiter voran zu treiben.

Aber aufgepasst: “Skin in the game” ist kein Selbstläufer, sondern bringt neben dem unbedingten Commitment aller Investoren, vor allem auch Kompromissbereitschaft und Durchhaltevermögen mit sich. Dazu ist klar: Investoren und (Gründer-)Teams sind heterogene Spezies, die zwar häufig nach derselben großen Sache streben, aber den Weg dorthin auf ganz verschiedene Arten und Weisen bestreiten.

Ich will euch deshalb gerne transparent darstellen, wie der Aufbau eines E-Commerce Mobility Startups aus unserem Portfolio ablief und wo ich lernen konnte, wie knifflig echtes “Entrepreneurial Investment” in der Praxis werden kann. Sicher ist ein E-Commerce Mobility Startup ein recht spezielles Beispiel, aber dennoch gut vergleichbar mit anderen Branchen, weil hier im Speziellen old und new economy als Investoren aufeinander trafen. Wir waren bereits zu Beginn nicht immer einer Meinung mit dem (Start-)Team, vor allem als es um die gemeinsame Zielsetzung für die ersten 12-18 Monate ging. Beim besagten Startup CarFellows -einer E-Commerce-Plattform für den Neuwagenvertrieb der Zukunft- waren wir uns aber bei einer Sache wirklich einig, nämlich dass alle Seed Investoren neben der klassischen Beteiligung auch unternehmerisch tätig werden wollen. Neben der Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft e&Co, bei der ich tätig bin, ist der zweite Entrepreneurial Investor die Seitz Gruppe, ein großer VW-Händler mit mehr als 20 Autohäusern.

Investoren aus verschiedenen Welten

Klassischer Autoverkäufer, Digital-Berater und E-Commerce-Spezialist: Klar, da hat es am Anfang ganz schön geknirscht, weil wir bei vielen Fragen unterschiedliche Vorstellungen hatten. Wie sieht das ideale Kundenerlebnis aus? Wie priorisiert man zwischen Vermittler und Auslieferer? Welche Metriken aus der digitalen Welt gelten für den Verkauf von “teuren” Gütern wie Autos? Muss ein operatives Team eher aus Verkäufern oder aus Marketing- und Social Media Spezialisten bestehen?

Der klassische Autohändler musste lernen, wie der Verkauf im Web funktioniert, wir als Berater mussten lernen, wie komplex das Kunden-Handling in der Praxis sein kann, wenn zum Schluß ein physisches Gut ausgeliefert werden soll, das man nicht einfach in ein Paket stecken kann.

Das Learning über den Verkauf im Netz war schnell erkennbar: Kunden werden nicht über großflächige Gießkannen-Marketing-Kampagnen gewonnen, sondern per direkter und personalisierter Ansprache über Facebook, Instagram und LinkedIn gewonnen. Der Kauf an sich stellt nur ein Start-Erlebnis auf der langen Reise durch die Community dar. Kein Autokäufer ist mehr bereit, monatelang auf sein Fahrzeug zu warten, die Frequenz liegt eher bei 2-4 Wochen. Damit muss ein klassischer Händler erstmal klar kommen und braucht neuere und agilere Strukturen sowie einen gänzlich neuen Vertriebsprozess.

Wir als Berater und Gründer auf der anderen Seite hatten die Komplexität des gesamten Kunden-Handlings unterschätzt. Der Traum von fertig konfigurierten Produkten, die nur noch per “Buy Button” bestellt werden, trifft auf Handtuchhalter und Rasierklingen per Amazon zu, aber nur bedingt auf emotionsgeladene Autos. Nachdem wir die Komplexität verstanden hatten, konnten wir uns anpassen und einzelne Prozessschritte der User Journey neu definieren: Entlang der Verkaufs-Strecke konnten wir das Angebot bei Car Fellows schrittweise auf die Bedürfnisse der Nutzer zuschneiden und so auch den gesamten Auslieferungsprozess beherrschbar machen.

Mehr Investoren = Mehr Stoßrichtungen = Mehr Impact?

Aber auch in der sehr komplexen Investoren-Kommunikation habe ich viele Learnings ziehen können. Denn einen Cap Table mit motivierten Unternehmern zu managen ist objektiv schwerer als stille Beteiligte mit reinem Finanz- oder Exit-Interesse zu „handeln“. Denn es gibt viel mehr weiche Faktoren, die zu berücksichtigen sind, wenn ein Investor plötzlich ständig präsent ist und sich aktiv einbringen möchte.

Bei uns war es beispielsweise die Vorstellung von kurzfristigem Erfolg, die zunächst auseinander lag. Wir wollten als klassische E-Commerce-Berater direkt hohe User-Zahlen auf der Plattform sehen und so “Traktion” zeigen. Autohändler Seitz wollte schlichtweg Autos verkaufen, und zwar so schnell wie möglich in Größenordnungen wie im eigenen Haus. Beide Lager blieben bei ihren Zielen und Ansätzen, doch wir konnten uns letztendlich auf einen gemeinsam Weg einigen, der insbesondere die Zeitachse kurz- und mittelfristiger Ziele berücksichtigte. Wir setzten kurzfristig auf verkaufsfördernde Kampagnen, die letztendlich auf beide Ziele einzahlten. So sorgten wir ad hoc für mehr User auf der Seite (teilweise hatten und haben wir >100.000 Besucher auf der Plattform), aber im nächsten Schritt auch für mehr Verkäufe. Dazu hatten wir auch ein wenig Glück – die E-Auto-Prämie kam zum richtigen Zeitpunkt und half, dass mehr Menschen zum Kauf von (E-)Autos angeregt wurden.

Ihr seht: Skin in the game ist kein Allheilmittel, sondern es braucht und fördert den Willen zu Kompromissen, zum offenen Austausch und dem Verständnis aller Partner. Wenn das gelingt, ist es für mich der kraftvollste Weg des Investments und sowohl für die Investoren, aber auch insbesondere für die Startup-Teams der richtige Weg.

Die diversen Blickwinkel der Investoren gepaart mit den Blickwinkeln der Gründerinnen und Gründer lösen eine größere Kraft aus als im Spiel der reinen Finanzinvestoren. Daher hoffe ich, dass weitere Mitstreiter, vielleicht auch noch mehr aus dem deutschen Mittelstand, sich trauen, so zu investieren.

Über den Autor
Geza Brugger ist Co-Founder und Vorstand Ventures (CVO) bei der e&Co. AG, die er 2015 gemeinsam mit vier weiteren Partnern gegründet und in den vergangenen fünf Jahren zu einem starken Player im Beratungs- und Beteiligungsgeschäft entwickelt hat. Geza ist ein waschechter Automobil- und Smart Mobility-Unternehmer, der Industrie- und Venture-Kompetenz perfekt miteinander verbindet. Neben weiteren eigenen Gründungen, u.a. von motec ventures, einer Smart Mobility Investmentgesellschaft mit Sitz in Wien, arbeitet Geza seit langem an der Schnittstelle zwischen Corporates und Start-ups und bringt ein exzellentes Netzwerk in die europäischen und asiatischen Märkte ein.

 

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#Gastbeitrag – Wie Investmentrunden krisenfest werden


Die Corona-Krise bringt viele vermeintliche Gewissheiten unserer Wirtschaftswelt nachhaltig ins Wanken. Vor allem die Unsicherheit, wie es in den nächsten Wochen und Monaten weitergeht, ist für die meisten eines der dominierenden Themen. Ganz besonders davon betroffen sind Startups, die gerade auf der Suche nach einer Finanzierung sind. Wie es dennoch gelingen kann, sich auch in der aktuellen Krise ein gutes Investment zu sichern, dazu gebe ich im Folgenden gerne ein paar Tipps.  

Wissen, was man wert ist

Ein Investment in unsicheren Zeiten zu erlangen, ist schwer. Wichtig ist deshalb, dass sich das Geschäftsmodell des Startups schon vor der Krise bewährt hat. Auch die beste Performance in den letzten Monaten lässt das Unternehmen nur gut aussehen, wenn man bereits zuvor einen nachhaltigen Erfolg aufweisen konnte. Wer also ein Investment nur aufgrund der Zahlen in der Krise sucht, wird nicht auf Dauer erfolgreich sein. Stattdessen sollte man mit längerfristiger Leistung des eigenen Startups überzeugen, das wissen auch die Investoren zu schätzen.

Wenn man so vorgeht, weiß man auch, was man wert ist und kann gelassen in Verhandlungen um die eigene Firmenbewertung gehen. Hier gilt: Man darf sich nicht verstecken und kleinreden lassen, vor allem wenn schon die ersten Term Sheets vorliegen. Auch und gerade im Angesicht einer Krise sollte man selbstbewusst den Wert seines Startups vertreten. Dabei sollte man sich auch nicht unter Druck setzen lassen bei den Konditionen etwa mit Verweis auf die aktuelle Krisenlage.

Ein bisschen Pokern gehört dazu

Aktuell geht es überall um bislang unerreichte Summen bei Rettungspaketen, Soforthilfen und Konjunkturprogrammen. Bei der gewünschten Investment-Summe darf man hingegen ruhig ein weniger tiefer ansetzen. Zu hohe Beträge können in der aktuellen Situation eher abschreckend auf potentielle Investoren wirken. Dabei muss man allerdings keine Sorgen haben, am Ende mit deutlich weniger Geld aus der Runde herauszukommen, denn in den allermeisten Fällen legen die Investoren im Laufe der Verhandlungen noch etwas auf die ursprüngliche Summe obendrauf. Wenn sie überzeugt sind, muss man also keine Angst haben mit zu wenig Investment nach Hause zu gehen.

Wichtig ist daher auch, dass vorher klar ist, wie viele Anteile im Zuge des Investments abgegeben werden sollen. Denn viele Fonds und VCs haben schon vorab eigene Vorstellungen, wieviel Prozente sie haben wollen. Lange Verhandlungen um diesen Punkt können also gut vermieden werden. 

Venture Capital ist ein Peoples Business – auch mit Abstand

Unter normalen Umständen genau wie in Krisenzeiten, ist es wichtig sich auch persönlich mit den Investoren zu verstehen. Venture Capital ist ein Peoples Business und bei einem Einstieg muss man über einen längeren Zeitraum miteinander klarkommen. Wertschätzung von Investoren zu erfahren, ist enorm wichtig für Gründer. Und das geht am besten im direkten Kontakt. Wenn aber Videokonferenzen die persönlichen Treffen ersetzen, muss man sich umso mehr auf die Inhalte konzentrieren. Für beide Seiten gilt dann, dass das menschliche Harmonieren hinter den „nackten Zahlen“ erst einmal zurückstehen muss. Aber auch ohne ein Treffen vor Ort kann man via Zoom und ähnlichem persönlich zueinander finden. 

Die Entscheidung fällt zuletzt – aber sie fällt!

Im Moment sind nicht nur Startups und Unternehmen in einer herausfordernden Situation, auch viele VCs und Investmentfonds müssen mit der schwierigen Wirtschaftslage klarkommen. Bei einem möglichen Investment heißt das: Die VCs ruhig wissen lassen, dass man auch mit anderen in Gesprächen ist. Die Fear of Missing out gibt es auch in der Investmentbranche. Bei den Verhandlungen sollte man daher auch immer mit einer festen Timeline arbeiten. Das gehört nicht nur zum professionellen Auftreten sondern zeigt dem Gegenüber auch, dass man nicht unendlich Spielraum für zähe Verhandlungen lässt. Schließlich kann es eben auch noch andere potentielle Investoren geben.

Über Felix Ohswald
Felix Ohswald ist Co-Founder und CEO der digitalen Nachhilfeplattform GoStudent. Das Startup hat der Wiener Gründer im Januar 2016 gemeinsam mit Gregor Müller (COO & CO-Founder), Stephen Horvath (CTO) und seinem jüngeren Bruder Moritz Ohswald (Community Manager) gegründet. Heute hat das junge Unternehmen bereits über 60 feste Mitarbeiter und es werden etwa 55.000 Nachhilfestunden jeden Monat über die Plattform abgewickelt. Zuletzt bekam GoStudent im Juni ein Investment von 8,4 Millionen Euro – unter anderem von Left Lane Capital.

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#Gastbeitrag – 5 Strategien, die Startups von YouTubern lernen können


YouTube und Gründen war in der Wahrnehmung vor einigen Jahren noch mindestens so weit voneinander entfernt wie wir von einer Mars-Mission – Dinge ändern sich. Mittlerweile sind Creator längst nicht mehr nur Entertainer, die Videos hochladen, um ihre jeweilige Audience zu unterhalten: Sie sind nicht selten das Gesicht eines ganzen Unternehmens, das hinter ihnen steht.

Um bei YouTube erfolgreich zu sein, braucht man neben dem Beherrschen von Schnitt- und Moderationstechniken viele weitere Fähigkeiten, die denen von Entrepreneuren sehr, sehr nah kommen. Hinter der Produktion von gut laufendem Video-Content steckt eindeutig eine fundierte Strategie – die für viele andere Gründer wirklich interessant sein kann. Die wichtigsten Punkte für den Start können in fünf Learnings zusammengefasst werden, die sowohl beim Gründen eines YouTube-Kanals als auch eines Unternehmens hilfreich sind.

„Hi, my name is …”: Bekannt werden geht nur, wenn man sich zeigt.

Früher hieß es immer „Jede PR ist gute PR!” und ein bisschen in diese Richtung geht das erste Learning: Wer einen YouTube-Kanal oder ein Unternehmen gegründet hat, kann noch so gute Ideen haben oder smarte Lösungen bieten – wenn niemand davon erfährt, wird sich ziemlich sicher kein Erfolg einstellen. Und ehrlich: Ihr habt doch sicher gegründet, weil ihr irgendwas richtig gut drauf habt. Und genau damit solltet ihr Aufmerksamkeit erregen. Und das gerne so oft es geht. So machen es auch erfolgreiche YouTube-Creator: Sie nutzen sogenannten Hero-Content, also besonders hochwertig produzierte Videos, die zu besonderen (Kommunikations-)Anlässen einen richtigen Boost nach vorne geben. Das solltet ihr als Gründer eines Startups auch tun. Überlegt euch Anlässe – oder schafft sie durch Aktionen –, mit denen ihr richtig auffallen könnt. Zeigt euch, damit eure potenziellen Kunden von euch erfahren.

Eure Kunden sind wie eure Mutter: Sie wollen regelmäßig von euch hören.

Jeder kennt es: Dieser eine Freund oder die eigene Mutter, die sich eigentlich kaum freut, wenn man nach wochenlanger Stille endlich mal wieder anruft, sondern direkt den Unmut darüber äußert, so lange nichts gehört zu haben. So ähnlich ist es auch bei euren Kunden – und bei YouTube-Abonnenten. Wer sich nicht regelmäßig meldet, gerät recht schnell in Vergessenheit. Bei Mama und Freunden vielleicht nicht so schnell – aber den Status müsst ihr bei (potenziellen) Kunden und Fans erstmal haben. Achtet also darauf, regelmäßig von euch hören zu lassen. Ob bei TikTok, Instagram, über klassische Pressearbeit und Werbung – oder in einem eigenen YouTube-Kanal (smarte Wahl): Das Schlimmste, was man über euch als Gründer hören kann ist – nichts. Also tretet in den in den Dialog mit euren Kunden. Verbringt Zeit mit ihnen. 

Versprochen wird auch nicht gebrochen: Kündigt nur an, was ihr halten könnt.

Eigentlich klar: KundInnen, MitarbeiterInnen oder „Fans” eurer Marke wollen natürlich nicht auf Dinge verzichten, die ihr bereits angekündigt habt. Wenn ihr also in Social Media ein Gewinnspiel oder ein neues Produkt anteasert, solltet ihr euch echt sicher sein, dass ihr das auch halten könnt. Und zwar das Ereignis selbst, wie auch das Timing. So wird eure Marke sehr glaubwürdig, und eure Kunden vertrauen euch. Genauso ist es auch bei YouTubern und ihren Zuschauern. Einem YouTuber, der auf dem Thumbnail ein Versprechen macht, das er im Video nicht hält und vor allem durch Clickbaiting auffällt, werden auch sehr schnell die Fans davonlaufen. Wenn ihr eine langfristige und glückliche Beziehung zu euren Kunden aufbauen wollt, heißt das auch, dass ihr mehr geben müsst, als sie einfach nur zum Klick auf den Bestell-Button zu bewegen. Also seid ein zuverlässiger Partner und arbeitet so daran, dass sich Menschen gerne an euch binden.

Öffnet euren Blick: Es geht nicht immer um euch

Redet nicht nur über euch selbst und euer Produkt. Kein Mensch hört gern jemandem zu, der sich nur um sich dreht. Findet die gemeinsame Passion mit euren Kunden. Das ist es, was euch verbindet. Menschen kaufen Produkte und Services nicht (nur) weil sie nützlich sind, sondern weil sie an die Mission dahinter glauben.

Natürlich gibt es auch YouTuber die nur um sich selbst kreisen, aber die müsst ihr euch ja nicht zum Vorbild nehmen. Creator (und Marken) die für etwas stehen und ihre Inhalte (und Produkte) aus echter Überzeugung produzieren sind langfristig die stärkeren Marken.

Keep on rolling: Strategien leben von Veränderung.

Mut zur Veränderung ist nicht nur als YouTuber alles, auch als GründerIn kommt es darauf an, die Zeichen richtig zu deuten und im Ernstfall auch Dinge zu verändern, die vielleicht sogar eine wichtige Rolle bei der Gründung eingenommen haben. Ein YouTuber, der sich jahrelang am gleichen Format festklammert, ohne sich zu entwickeln, wird sicher bald in der Versenkung verschwinden. YouTuber testen neue Ideen direkt am Zuschauer, analysieren, wie sie angenommen werden, und entwickeln sich in kleinen Schritten kontinuierlich weiter. Genauso ist es auch bei Startups und ihren Services oder Produkten: Neue Features und Ideen sollten schnell umgesetzt und am Markt getestet werden, denn Schnelligkeit ist der große Vorteil, den Startups gegenüber dem Markt, den sie angreifen, haben. 

Die kleinen Tricks und Learnings von erfolgreichen YouTubern lassen sich wunderbar auf die Kommunikationsstrategie von Startups übertragen. Ein kleiner Bonus-Tipp: So eine Strategie überhaupt zu haben, ist eigentlich das A und O. Bekannt zu werden ist auf jeden Fall aufwendiger, als es bei der Flut an Influencern, die es seit einigen Jahren gibt, scheint. Bei YouTubern wie Startup-Gründern heißt es deshalb: Dranbleiben, mit Persönlichkeit glänzen und auf keinen Fall aufgeben! 

Über den Autor
Simon Kaiser, Gründer und Geschäftsführer von Deutschlands Nr. 1 YouTube-Agentur „Klein aber” und YouTuber für Markenkanäle, berät Unternehmen zu ihren Videostrategien und weiß, wie man YouTube-Kanäle erfolgreich vermarktet. 

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#Gastbeitrag – Innovatoren gesucht! Gründen ist Berufswahl


Die Startups des Dotcom-Booms haben es vorgemacht: Einst belächelt, sind viele heute tragende Säulen großer Volkswirtschaften. Sie vereinen Innovationskraft, wirtschaftliche Power und Arbeitsplätze. Nun will jedes Land sein eigenes Google oder Amazon schaffen. Dementsprechend wichtig sollte die Startup-Förderung sein. Doch der Zugang zu essentiellen Gründungsressourcen ist limitiert. Viele ambitionierte Gründer scheitern; ihre Innovationen und ihr Talent versanden. Es braucht neue Konzepte, um diese Barrieren einzureißen. Talent Investing könnte eine Lösung sein.

Der deutschen Wirtschaft gehen die Ideen aus! Der deutsche Mittelstand, bislang der Innovationsmotor der heimischen Industrie, verliert an Innovationskraft. Laut dem Mittelstandspanel der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sank der Innovatorenanteil in der deutschen Unternehmenslandschaft seit 2006 von 43 auf nur noch 19 Prozent. Entrepreneure und Startups wittern ihre Chance, dieses Innovationsvakuum zu füllen. Ihr Potenzial ist immens: Immerhin bieten gemäß KfW-Gründungsmonitor 16 Prozent der neu gegründeten Startups nicht nur innovative Produkte, sondern Marktneuheiten und somit das Potenzial auch mittelbar Arbeitsplätze und Wohlstand zu schaffen.

In vielen Märkten sind Gründer aufgrund ihres Ideenreichtums bereits elementarer Bestandteil der Wirtschaft – und werden auch als solcher angesehen. In den USA ist die Beschreibung Entrepreneurial Economics ein geflügelter Begriff. Der dortige wirtschaftliche Erfolg beruht auf innovativem und kreativem Unternehmertum. Und so kreieren High-Growth-Startups in den USA jährlich jede achte neue Stelle. Das ergab eine Untersuchung der Information Technology & Innovation Foundation. Insgesamt ist die globale Startup-Wirtschaft inzwischen drei Billionen US-Dollar wert (2019 Global Startup Ecosystem Report, Startup Genom). Zum Vergleich: Das französische Bruttoinlandsprodukt betrug im vergangenen Jahr knapp 2,8 Billionen US-Dollar.

Gründe genug, der Startup-Wirtschaft in Deutschland kräftig unter die Arme zu greifen – und ihr unternehmerisches Potenzial abzuschöpfen. Doch hierzulande wird das Startup-Ökosystem in der eigenen Innovationskraft eingeschränkt. Denn Startups sind ressourcenintensiv; Kapital ist für sie überlebenswichtig. Allerdings müssen Entrepreneure erstmal Mitgründer finden, Ideen iterieren, Marktanalysen erstellen, Prototypen bauen oder Businesspläne ausarbeiten, um eine Finanzierungsrunde zu erhalten. Auch, um bei einem Accelerator aufgenommen zu werden, müssen Gründerteam und Ideen stehen. 

Hierfür braucht es unternehmerische Erfahrung, Netzwerke und Kapital. Hürden an denen viele unerfahrene, aber dennoch hoch-innovative Gründer scheitern; etwa Quereinsteiger aus der Wirtschaft oder der Forschung. Ihre Ideen versanden in der Folge bereits, bevor sie die Chance hatten, sich am Markt zu beweisen. Der Vergleich mit anderen Startup-Märkten zeigt: Deutschland hat bei der Förderung talentierter Jung-Unternehmer Nachholbedarf.

Co-Founder gesucht!

Startup-Gründung ist Teamsache. Denn gerade in der hitzigen Gründungsphase sind die Herausforderungen mannigfaltig. Gründer müssen parallel das Produkt weiterentwickeln, Kunden gewinnen, Investoren überzeugen, ein Team aufbauen, administrative Aufgaben abarbeiten. Hier geraten sogar erfahrene Entrepreneure an ihre Grenzen. Und so überrascht es nicht, dass laut Deutschem Startup Monitor drei Viertel aller Startups im Team gegründet werden.

Doch: die richtigen Mitgründer zu finden erfordert Netzwerke. Eine Herausforderung für angehende Entrepreneure in Deutschland. Warum? Die Gelegenheiten sind rar gesät. Der State of European Tech des Wagniskapitalgebers Atomico untersuchte 2018 die Zahl der Meetups in europäischen Startup-Hubs. Wichtige Gelegenheiten für Gründer, um Gleichgesinnte kennenzulernen und sich auszutauschen. Das Ergebnis: Überraschenderweise leben die meisten professionellen Entwickler in Deutschland nicht in Berlin, sondern in Köln (165.900) und Frankfurt am Main (120.700). Und in beiden Städten fanden jeweils lediglich knapp 1.800 Meetups statt. Zum Vergleich: London zieht an der Spitze einsame Kreise. Entwickler trafen sich auf über 29.000 Meetups, gründeten 2.287 Startups.

Kapital ist ein rares Gut

Gründen kostet! Laut dem Gründungsmonitor 2020 der KfW betrugen die Kosten für eine Neugründung im vergangenen Jahr 16.700 Euro, im Vollerwerb gar 36.400 Euro; laufende Kosten nicht inklusive. Dementsprechend wichtig ist ausreichend Early-Stage-Kapital. Andernfalls müssen viele Innovatoren bereits kurz nach der Gründung Konkurs anmelden – oder scheuen angesichts der Kosten den Weg in die Selbstständigkeit gleich ganz.

In den USA treffen Jungunternehmer daher auf ein breites Spektrum an Finanzierungsmöglichkeiten. Alleine Angel Investoren steckten laut dem Report The American Angel 2017 über 24 Milliarden US-Dollar in heimische Frühphasen-Startups. In ganz Europa investierten Angel 2018 „lediglich” knapp über ein Drittel dieser Summe (State of European Tech). 

Und wenn Angel Investoren nicht finanzieren, gelangen Startups in den USA schnell und unkompliziert an staatlich gestützte Unternehmensdarlehen, sogenannte Small Business Loans. In Deutschland hingegen scheuen reguläre Banken Startup-Kredite. Das Ausfallrisiko ist angesichts der risikoreichen Geschäftsmodelle der Jungunternehmen zu groß. Die Folge: Mehr als die Hälfte aller Gründerinnen und Gründer muss laut der KfW die Kosten in der Gründungsphase aus Privatmitteln finanzieren. 

Die harte (Unternehmer-)Schule

In Deutschland tummeln sich technisch versierte Gründer. Laut Deutschem Startup-Monitor haben über 43 Prozent der Gründer einen Abschluss in MINT-Studiengängen. Doch um ein Startup erfolgreich zu skalieren und zu führen sind, neben einem innovativen Produkt und technischem Know-How auch unternehmerische Fähigkeiten entscheidend. Und hier hinken deutsche Universitäten hinterher. Die VC-Datenbank PitchBook untersuchte die Alumnis der Top-Universitäten weltweit: wie viele haben gegründet, wie viel Wagniskapital sammelten sie ein? Keine einzige deutsche Universität schaffte es in die Top-50 dieser Aufzählung. Mit Ausnahme einiger weniger israelischer Unis dominierte der Ausbildungsstandort USA.

Wie stärken wir den Gründer-Standort Deutschland?

Die Zahlen machen klar: Wir brauchen ein neues Förderungsmodell für angehende Entrepreneure und Startups. VCs und Acceleratoren allein können und sollen dies nicht leisten. Ihre Verantwortung beginnt ab der Seed-Phase. Vorher können sogenannte Talent Investoren einspringen. Ihr Ansatz: Sie investieren nicht in existierende Startups, Firmen, Konzepte oder Businesspläne sondern in Individuen. Sie setzen bereits ganz zu Beginn der Wertschöpfungskette an – der Phase Null der Startup-Gründung – und finanzieren ausgewählte, talentierte Einzelpersonen aus der Wirtschaft, Forschung oder Builder-/Maker-Netzwerken. Und das noch bevor sie eine Idee oder ein Team haben.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Diese Talente sind in zu einem großen Teil sehr  seniorig, verfügen über jahrelange Industrie-Erfahrung in leitenden Positionen, sind global anerkannte Forscher oder haben bereits einige Gründer-Erfahrung als sogenannte Maker oder Builder. Talent Investoren suchen in diesen Gruppen gezielt nach Individuen mit starkem Durchsetzungsvermögen, nicht-linearen Lebensläufen und Führungsvermögen.

Wichtig: Die Unterstützung der Talent Investoren beschränkt sich nicht auf das Schließen der Kapitallücke zwischen Ideenfindung und (Pre-)Seed-Finanzierungsrunde. Die Finanziers unterstützen High Potentials zusätzlich bei der Ideenfindung, dem Team Building und der Skalierung des späteren Startups. Sie vermitteln das dringend benötigte unternehmerische Know-How, etablieren Prozesse sowie Tools für die Zusammenarbeit und knüpfen Netzwerke zu Mentoren und Mitgründern. Eben jene Schwachstellen der Startup-Gründung in Deutschland.

Hierfür bilden Talent Investoren stets mehrere Kohorten aus verschiedenen Entrepreneuren und bringen diese komplementären Gründer-Profile an einen Tisch. Innerhalb von mehrmonatigen Programmen helfen sie ihren Kohorten dann dabei, den bestmöglichen Mitgründer zu finden. Ideation und Team-Building sind in diesem Vorgehen häufig ein gemeinsamer Prozess. Besprechen und diskutieren zwei Talente während des Matchmakings eine gemeinsame Idee, zeigt sich schnell, ob hieraus ein funktionierendes Team entstehen kann. Eine Kernfusion für angehende Gründer.

Im nächsten Schritt geht es dann vor das Investment-Komitee des Talent Investors. Dieses entscheidet, welche Gründerteams eine Pre-Seed-Finanzierung erhalten. Mit frischem Kapital ausgestattet arbeiten die Teams dann mit ihren Venture Partnern an Prototypen, dem Aufbau eines Mitarbeiterstabs und der tatsächlichen Gründung des Startups. Die Talent Investoren bereiten die Gründerteams auf einen abschließenden Demo Day vor, an welchem sie sich Investoren präsentieren können. Die Entrepreneure erhalten durch den Demo Day den dringend benötigten Zugang zu Investoren für Anschlussfinanzierungen. Hiermit schließt sich die Lücke zu den ersten Frühphasen-Finanzierungen seitens der Wagniskapitalgeber.

Talent Investing: ein risikoreiches Unterfangen?

Ein Konzept mit positiven Resultaten: Insgesamt durchliefen seit 2011 über 3.000 Teilnehmer das Programm des Talent Investors Entrepreneur First. Ausgehend von diesen Erfahrungen achten Talent Investoren bei Bewerbern zum einen auf  die intellektuellen Fähigkeiten und quantifizierbare technische Expertise – etwa Produkte, die sie in früheren Jobs entwickelten oder Forschungsergebnisse, welche die Bewerber veröffentlichten. Zum anderen werden weichere Faktoren wie Kreativität oder Determination in sogenannten Behavioral Interviews angesehen.

Über 300 Startups gingen somit schon aus dem Programm hervor. Der Portfolio-Wert beträgt über zwei Milliarden US-Dollar und die Alumnis des Programms haben mehr als eine halbe Milliarde US-Dollar in Anschlussfinanzierung gesammelt. Noch wichtiger für die potenziellen Gründer: In der Startup-Szene kursieren immer wieder die gleichen Zahlen; zwischen 80 und 90 Prozent der Startups scheitern nach den ersten drei Jahren. Dies gilt nicht für Jungunternehmen aus Talent-Investing-Programmen. Hier überstehen 30 bis 40 Prozent die kritische Marke.

Über den Autor
Philipp Herkelmann ist General Manager (Germany) des Talent Investors Entrepreneur First. Gemeinsam investieren sie in hoch talentierte und ambitionierte Einzelpersonen und unterstützen sie bei der Startup-Gründung. Zuvor sammelte er Erfahrung in der Startup- und Tech-Branche als Gründer und CEO der Crowdfunding-Plattform GiftMe, Produkt Manager, über Positionen im Bereich Sales & Business Development bei Google, als DeepTech-Program-Manager bei X – The Moonshot Programm und als Angel Investor. 

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#aktuell, #gastbeitrag, #talent-investing

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#Gastbeitrag – Warum Studenten in einer Wirtschaftskrise ein Online-Business starten sollten


Es war 2009. Ich war gerade in den letzten Zügen meines Studiums, hatte sehr gute Noten, und blickte frohen Mutes in meine berufliche Zukunft. Ich freute mich bald meinen ersten Job nach dem Studium zu finden.

Doch auch nach 100+ Bewerbungen und zahlreichen Interviews hieß es immer wieder: “Sie haben einen tollen Lebenslauf, derzeit haben wir leider einen Einstellungsstopp aufgrund der Finanzkrise von 2007/2008. Jedoch wir würden uns freuen, wenn Sie sich in ein bis zwei Jahren noch mal bei uns bewerben.”

Was würdest Du in einer solchen Situation tun?

Arbeitslosengeld beantragen? Ein Zweitstudium beginnen? Aushilfe im Restaurant werden? Ein Unternehmen gründen? Zu Deinen Eltern ziehen?

Wenn Du noch studierst, dann zeige ich Dir jetzt die 4 besten Gründe, warum Du sofort ein Online-Unternehmen starten solltest (auch wenn Du Dich nicht für den nächsten Steve Jobs hältst).

Grund #1: Online-Unternehmen kannst Du für weniger als 100 Euro starten.

Du liest immer wieder von Millionen-finanzierten Startups, welche die Welt verändern wollen. Sei es Uber, Google, oder Tesla. Aber die Erfolgswahrscheinlichkeit ist extrem gering. Der Verdienst im Erfolgsfall jedoch enorm.

Und wenn Du nicht über echtes Tech-Know-How und die passenden Kontakte in die Gründer- und Investorenszene verfügst, dann wirst Du mit hoher Wahrscheinlichkeit kein wettbewerbsfähiges Produkt bauen geschweige denn die notwendige Finanzierung für den Aufbau und die Skalierung einsammeln.

Nun stellt sich die Frage, was für ein Unternehmen kannst Du aus eigener Kraft ohne hohen Kapitaleinsatz mit einer guten Erfolgswahrscheinlichkeit während Deines Studiums aufbauen?

Richtig, ein Onlineunternehmen.

Und im Grundsatz hört sich dies sehr einfach an und Du kannst die ersten Ergebnisse mit weniger als 100 Euro Investment sehen (und dann weiterentwickeln).

  • Schritt 1: Launche Deinen Blog (denn Google liebt Blogs und es ist kinderleicht und günstig).

  • Schritt 2: Baue Dir Deine Audience auf (mittels SEO-optimierten Blogbeiträgen und Email Marketing baust Du Dir eine Audience auf, die Dich als Experte in Deinem Gebiet wahrnimmt und Dir vertraut). Manche Blogger verdienen 10,000 Euro und mehr mit einer kleinen Emailliste von engagierten Email Subscribern.

  • Schritt 3: Verdiene Geld mit Deinem Blog (indem Du Consulting/Freelancing Dienstleistungen anbietest, Geld mit Affiliate Marketing verdienst, Onlinekurse anbietest, eine innovative Software entwickelst, eBooks verkaufst, oder eine Konferenz veranstaltest)

Im Vergleich zu einem klassischen Tech-Startup kannst Du mit einem Online-Business sehr kostengünstig anfangen, Deine Zielkundengruppe besser verstehen und aufbauen, und dann Dein Angebot flexibel an die Kundenbedürfnisse anpassen. Und die Möglichkeit später Venture Capital aufzunehmen bleibt Dir immer noch, falls Du Dein Online Business mittels innovativer Software monetarisieren möchtest.

Am Besten fokussierst Du Dich am Anfang darauf eine Dienstleistung anzubieten (z.B. Facebook Kampagnen aufsetzen) und für eine zahlungswillige Kundschaft SEO-optimierte Beiträge zu schreiben. Nachdem Du die ersten Blogbeiträge veröffentlicht hast, kannst Deine Zielkunden auch direkt anzusprechen, damit Du auch bei niedrigen Besucherzahlen die ersten 2,000 Euro Umsatz machen kannst

Ich habe Dir hier mal eine detaillierte Auflistung und Erläuterung der Geschäftsmodelle der 28 besten Online Business Ideen aufgeführt.

Grund #2: Du steigerst Deinen Marktwert und erhöhst die Chancen einen gut bezahlten Job nach dem Studium zu bekommen

Weiterhin lernst Du unternehmerisch zu denken und zu handeln, Dich mit digitalem Marketing (SEO, Email Marketing, Sales Funnel) auseinanderzusetzen, Webseiten aufzusetzen (Design, CSS, JS, Web Hosting) sowie Produktentwicklung voranzutreiben (z.B. Onlinekurse, Dienstleistungsangebote).

Diese Fähigkeiten kann Dir keiner nehmen.

Sprich, selbst in dem Fall, wenn Dein Online Business nicht hoch profitabel sein sollte, so lernst Du extrem viel.

Und dieses Wissen differenziert Dich von anderen Jobsuchenden, solltest Du nach Deinem Studium einer klassischen Karriere nachgehen wollen.

Grund #3: Du diversifizierst Deine Einkommensströme und reduzierst Dein Einkommensrisiko

Die derzeitige Wirtschaftskrise nimmt enorme Zustände an. Millionen von Arbeitslosen in den USA (und wahrscheinlich auch sehr bald in Deutschland).

Wenn Du einen Job als Angestellter suchst, dann ist das gut und richtig.

Jedoch empfehle ich jedem, der etwas risiko-bewusster ist, ein Nebengeschäft aufzubauen, um sich unabhängiger vom Arbeitgeber zu machen.

Denn falls Du dann Deinen Job verlierst, hast Du noch ein oder mehrere Einkommensquellen, um Deinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Zum Beispiel habe ich damals neben meinem Job das Karriereportal Cleverism.com gegründet. Die ersten Jahre habe ich jeden Abend und am Wochenende ein paar Stunden in den Aufbau investiert bis es sich selber tragen konnte. Jetzt nutzen mehr als 1 Million Jobsuchende im Monat unsere Karriereplattform (und das ganz ohne Investorengelder).

Grund #4: Mit Fleiß und dem richtigen Geschäftsmodell kannst Du 5-stellige oder 6-stellige Monatsgewinne erzielen

Mit keiner Startupidee oder Onlineunternehmen erzielst Du hohe Gewinne in den ersten Monaten. Das muss Dir klar sein.

Jedoch gibt es zahlreiche Beispiele von Bloggern, welche nach vier bis sieben  Jahren 100.000 Euro im Monat mit Ihrem Blog verdienen. Und auch diese Blogger haben irgendwann mal bei Null angefangen, um mit Ihren Kenntnissen gute Blogbeiträge zu schreiben und eine Audience aufzubauen.

Und ähnlich wie bei einem klassischen Tech Startup wirst Du Deine Marketingkanäle und Produkt- oder Dienstleistungsangebote auf Basis von Kundenfeedback iterativ anpassen, bis Du ein hoch profitables Onlineunternehmen hast, welches Du von jedem Ort dieser Welt operieren kannst.

Wir sind jedes Jahr circa drei Monate im Ausland unterwegs, um neue Länder zu erkunden und Freunde zu besuchen… und unsere Unternehmen laufen weiter, da diese 100% online sind und wir ein remote Team über die Zeit aufgebaut haben.

Und wir (und viele andere Blogger, die mehr als 20,000 Euro im Monat verdienen) sind nicht viel schlauer als Du. Wenn Du Lust auf Lernen und Dinge bewegen hast, dann ist ein Onlineunternehmen vielleicht genau das richtige für Dich.

Über den Autor
Die Mission von Martin Luenendonk ist es Menschen zu helfen Ihr volles Potenzial zu entfalten. Mit Cleverism.com hilft er Jobsuchenden den passden Traumjob zu finden. Mit FounderJar.com teilt er seine Erfahrungen wie man ein Onlineunternehmen im Nebenerwerb aufbaut. Nebenbei ist er wahrscheinlich der daten-getriebenste Opernliebhaber in Deutschland.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

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#aktuell, #gastbeitrag

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#Gastbeitrag – Ab in den Funnel – 5 Bereiche, die Startups automatisieren sollten


Startups sind chaotisch? Unsinn. Gerade junge Unternehmen haben die Chance, die Abläufe strukturiert zu gestalten. Schließlich müssen sie nicht Jahrzehnte lang eingespielte analoge Prozesse über den Haufen werfen, sondern können von Anfang an auf automatische Workflows setzen. Der große Vorteil: Anstelle der Mitarbeiter erstellt die Software größtenteils automatisch Reminder und Termine sowie für einzelne Aufgaben und Folgeaufgaben bis ein finales Ergebnis vorliegt. Dadurch gerät kein Follow-Up in Vergessenheit, kein Termin wird übersehen. Einfache Dinge – wie etwas das manuelle Übertragen von Rechnungsbeträgen – übernimmt die Software gleich komplett. Dadurch vergeuden Team-Manager wie auch einzelne Mitarbeiter ihre Zeit nicht länger mehr mit administrativen Angelegenheiten. Im Vertrieb und Marketing haben sich solche Funnels und Workflows bereits bewährt – nun erleben wir ähnlich innovative Arbeitsweisen abteilungsübergreifend in anderen Bereichen. Fünf Beispiele für (teils) automatische Funnels und Workflows im Arbeitsalltag:

Onboarding
Hat ein neuer Kollege tatsächlich alle erforderlichen Stationen durchlaufen, um zu wissen, wie das Unternehmen funktioniert? Tools wie Personio automatisieren den Onboarding-Prozess weitestgehend. Jedes Meeting, jeder Workshop wird terminiert, die dafür erforderlichen Kolleginnen und Kollegen eingeladen. Bevor der neue Kollege nicht die erforderlichen Skills erworben hat, bleiben die dafür notwendigen Termine in der Pipeline. Es folgt Reminder nach Reminder und Termin nach Termin. Bei Finiata haben wir dafür ein “Buddy-Programm” initiiert. Ein erfahrener Mitarbeiter steht dem Neuankömmling zur Seite. Personio erstellt für beide weitestgehend automatisch Termine und Reminder für die erforderlichen Onboarding-Sessions, die einmalig im Vorfeld festgelegt wurden – aber selbstverständlich je nach Abteilung und Level variieren.

Recruitment
Wer kennt es nicht? Eine Bewerbung trudelt als PDF ein, das Feedback aus der Fachabteilung zieht sich hin, irgendwann versandet die Mail und wenn sie wieder auftaucht, ist der Kandidat längst anderweitig untergekommen. Im Recruitment sorgen Workflows dafür, dass alle im Einstellungsprozess involvierten Mitarbeiter zentral in der Cloud gemeinsam bearbeiten. Ist noch eine Einschätzung jenseits von HR von einer Fachabteilung erforderlich, erfolgt dies unmittelbar in der Cloud. Ist eine Bewerbung spannend, wandert der Kandidat in die nächste Stage – beispielsweise zur Einladung zum Bewerbergespräch. Daran an knüpft wiederum die Evaluierung. Reminder für die Bearbeitung der Kandidaten erfolgen automatisch. Abhängig vom Level und dem Fachgebiet der Bewerber variieren die “Funnels”, sind mal kürzer, mal länger – aber die Logik bleibt immer die gleiche: Erst wenn ein finales Ergebnis vorliegt – also die Zu- oder Absage – geben die Tools Ruhe.

Buchhaltung
Tools wie Spendesk oder Pleo automatisieren das Verwalten von Unternehmensausgaben. Statt dass Mitarbeiter Papier-Belege oder Rechnungen als PDF horten und sie dann am Monatsende der Buchhaltung übergeben, erfolgt die gesamte Administration unmittelbar nach der Bezahlung. Einzelne Mitarbeiter erhalten virtuelle oder physische Kreditkarten des Unternehmens. Geschäftsessen oder auch Marketing-Budgets bezahlen sie dann eigenständig – ab bestimmten Beträgen wird selbstredend die Freigabe durch dafür verantwortliche Personen vorausgesetzt. In diesem “Administrations-Funnel” erfolgt fast alles automatisch ab dem Scan der Rechnung mit dem eigenen Smartphone: Die Beträge und entrichtete Umsatzsteuer wird ausgelesen und direkt an die Buchhaltungssoftware übermittelt, die Rechnung entsprechend gesetzlicher Vorgaben archiviert. Alle Ausgaben lassen sich etwa nach Person oder Typ kategorisiert und visualisieren. Schwankungen oder auch Einsparpotenziale fallen dadurch auf einen Blick auf.

Marketing
Im Marketing automatisiert zeitgemäße Cloud-Software die Prozesse weitestgehend. Beispielsweise clustert Hubspot Personen nach ihren Öffnungs- und Klickquoten, um dann Newsletter zu individualisieren. Besonders spannend sind zudem Cloud basierte Verzahnungen von Vertrieb und Marketing. Unter anderem können dann die Vertriebskollegen übernehmen, wenn ein potenzieller Neukunde zwar noch seine Telefonnummer eingegeben, aber eine Anmeldung nicht final abgeschlossen hat – die DSGVO-konforme Einwilligung natürlich vorausgesetzt. Solche Tasks erstellt die Software komplett automatisch in den Workflows der Vertriebskollegen. Idealerweise verteilt sie hochwertige Leads aus dem Marketing dabei gleichermaßen im Vertriebsteam – damit alle Kollegen gleiche Voraussetzung auf Abschlüsse und Kommission haben.

Vertrieb
Vertriebssoftware – Vorbild aller Funnels – bringt jeden neuen Kontakt in Workflows. Kein Lead gerät in Vergessenheit, kein Termin landet nicht im Kalender. Jede einzelne Kontaktaufnahme hält die Cloud-Software fest und erstellt direkt Folgeaufgaben. Bis zum finalen Abschluss oder auch nicht. Und nach erfolgreichem Abschluss, beginnt der Zyklus mit möglichen Upselling-Optionen idealerweise gleich von vorne.

Ein solches Arbeiten im Autopilot erleichtert den Arbeitsalltag ungemein durch weniger Administration, weniger Vergesslichkeit und einem immensen Plus an Zuverlässigkeit. 

Über den Autor
Jan Enno Einfeld ist Geschäftsführer von
Finiata, einem Fintech mit Fokus auf kurzfristiges Liquiditätsmanagement für Kleinunternehmen, Selbstständige und Freiberufler. Finiata nimmt neben dem Kernmarkt Polen Märkte wie Italien, Spanien oder die Türkei für die kommenden Jahre ins Visier. Die Bonitätsprüfung erfolgt komplett digitalisiert und automatisiert. Der Algorithmus “Copernicus” hat sich durch Machine Learning kontinuierlich weiter entwickelt und prüft binnen weniger Minuten die Kreditwürdigkeit der online-Antragssteller – bei einer Ausfallquote von zwei Prozent und einem Gini-Koeffizienten, der 30 Punkte besser ist als der von vergleichbaren Auskunfteien. 

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#aktuell, #buchhaltung, #gastbeitrag, #marketing, #onboarding, #recruitment, #vertrieb

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#Gastbeitrag – So können sich Startups vor Ransomware-Angriffen schützen


Cyberkriminelle nehmen aktuell gezielt Firmendaten ins Visier, da sie dort höheres Lösegeld erpressen können. Die Forderungen liegen oft bei mehreren Millionen Euro, hinzu kommen mögliche Folgekosten, da infizierte Geräte gesäubert und ausgetauscht werden müssen. Im Schnitt vergehen 16 Tage, bis das betroffene Unternehmen wieder vollständig am Netz ist. Auch der Ruf der Firma nimmt dabei erheblichen Schaden und verschreckt Kunden. Ein erfolgreicher Ransomware-Angriff ist für ein Unternehmen existenzgefährdend.

Die jüngsten Ransomware-Attacken belegen auch, wie die Angreifer ihre Methoden und Werkzeuge verfeinerten und bei der Wahl ihrer Opfer selektiver vorgingen. Vor allem Gesundheitseinrichtungen, Behörden und Unternehmen, die mit sensiblen Informationen hantieren, waren und sind begehrte Ziele.

Firmen haben ihre Anwendungen in den vergangenen Monaten stärker in Richtung Cloud migriert, damit ihre Mitarbeiter von zu Hause auf Daten und Applikationen zugreifen können. Daten wurden in kurzer Zeit an viele neue Orte verlagert. Ihre Pflege wird dadurch aufwändiger, sie im Blick zu behalten schwieriger. Unternehmen brauchen daher flexible Tools, die automatisch einen Überblick über die gesamte Datenlandschaft von der Cloud bis zum lokalen Rechenzentrum schaffen. Dann können Firmen Reaktionszeiten bei Angriffen verkürzen und “blinde Flecken” vermeiden, die von Hackern ausgenutzt werden können. Mit präventiven Maßnahmen und effektiven Data-Management-Richtlinien sind Unternehmen gut gewappnet, Ransomware-Attacken zu erkennen und selbst bei erfolgreichen Angriffen den entstandenen Schaden stark einzugrenzen.

Hier fünf Tipps, wie sich Unternehmen vor Lösegeldangriffen schützen können.

1. Daten identifizieren und klassifizieren: Firmen sollten die Architektur ihrer IT-Infrastruktur ? ob On-Premise, Cloud oder Multi-Cloud – und alle dortigen Datenquellen und ihre Beziehung untereinander genau kennen. Und sie brauchen eine detaillierte Übersicht über ihre Daten: Wo sind sie gespeichert? Wie wird auf sie zugegriffen, und wie lange werden sie vorgehalten? Anhand solcher Informationen lassen sich potenzielle Schwachstellen und damit Angriffsziele schnell aufspüren. Um diese Übersicht zu erreichen, empfiehlt sich eine hardwareunabhängige Plattform für zentralisiertes Datenmanagement. Diese sollte für den Einsatz in hybriden Umgebungen geeignet sein und möglichst viele Datenquellen und Technologien zum Schutz der Infrastruktur, zur Erkennung von Angriffen und zur Datenwiederherstellung einbinden. Wichtig für die Risikobewertung sind zudem Klassifizierungsfunktionen, die einen Überblick über die Daten liefern und ihre effektive Verwaltung auch unter Sicherheitsaspekten abwickeln.

2. Regelmäßig Backups anlegen: Nur wer in der Lage ist, seine kompromittierten Daten zuverlässig wiederherzustellen, wird trotz erfolgreichem Ransomware-Angriffs Lösegeldforderungen abschmettern können. Voraussetzung ist, dass Unternehmen ihre kritischen Daten auf einer hoch skalierbaren Backup-Plattform sichern, die zudem automatisierte Recovery-Mechanismen bereithält. Damit ist ausgeschlossen, dass der Geschäftsbetrieb durch die Attacke vollständig lahmgelegt wird. Eines ist klar: Unternehmen müssen bereits einen Notfallplan in der Schublade haben, bevor der Angriff startet. Sind die Daten zuverlässig gesichert, ist ihre Wiederherstellung im Ernstfall kein Problem. Unternehmen sind gut beraten, sich an die „3-2-1-Regel” zu halten. Sie besagt, dass jede Organisation drei Kopien ihrer Daten haben sollte. Zwei davon auf verschiedenen Speichermedien und eine Offline-Kopie. Mit einer Offsite-Datensicherungslösung haben Unternehmen die Möglichkeit, ihre Daten einfach wiederherzustellen. Es gibt schlicht keine Entschuldigung dafür, auf einen Angriff nicht vorbereitet zu sein.

3. Angriffe erkennen und richtig darauf reagieren: IT-Sicherheitslösungen können Angriffe von außen identifizieren und sind daher unverzichtbar. Um schnell reagieren zu können, sollten IT-Verantwortliche auf typische Anzeichen einer Attacke achten – etwa einer plötzlich sinkenden Netzwerkleistung oder ein erhöhtes Spam-Aufkommen. Ein plötzlicher Anstieg der Datenmenge ist typisch für einen gerade erfolgten Ransomware-Angriff, da die verschlüsselten Dateien viel Platz benötigen. Wer solche Signale erkennt, kann sofort Gegenmaßnahmen ergreifen – etwa eine Zugriffssperre, das automatische Failover für kritische Dienste sowie Disaster-Recovery-Maßnahmen.

4. Identifikation beschädigter Daten: Durch die Replizierung von Backups und ihrer Aufbewahrung in einer Offline-Umgebung ist sichergestellt, dass wieder frei zugängliche Dateien im System wiederhergestellt werden, nachdem die Attacke erkannt und abgewehrt wurde. Das Ausmaß eines Angriffes zu erkennen, ist von größter Bedeutung – sowohl für die Wiederherstellung der Daten als auch für künftige Audits.

5. Regelmäßige Mitarbeiterschulungen: Mit technischen Lösungen lässt sich der Status von Servern zwar effizient wiederherstellen. Doch ein Sicherheitsrisiko bleibt: das Verhalten der eigenen Mitarbeiter. Allein der Fehler einer einzigen Person reicht aus, um das gesamte System zu gefährden. Aus diesem Grund sollten Unternehmen ihre Mitarbeiter für das Thema IT-Sicherheit sensibilisieren und regelmäßig Schulungen organisieren, um sie im Umgang mit bewährten Methoden vertraut zu machen. Firmen müssen einen detaillierten Überblick über ihre Daten gewinnen, unabhängig davon, wo sie abgespeichert sind. Denn nur eine solche Landkarte der Daten zeigt, dass alle wichtigen Daten bekannt, in einer Sicherheitsstrategie erfasst und daher auch per Backup gesichert sind. Ein funktionierendes Backup ist das stärkste Mittel gegen jeden Ransomware-Erpressungsversuch. Firmen sollten daher nicht nur Anti-Malware-Lösungen als erste, sondern Backup als letzte Verteidigungslinie einsetzen. Denn selbst wenn alle technischen Abwehrmaßnahmen scheitern, den Schadcode auf seinem Weg zu den Firmendaten aufzuhalten, so lassen sich die gekaperten Daten aus den Backups wiederherstellen. Das betroffene Unternehmen kann weiterarbeiten und sich darauf konzentrieren, den Eintrittsweg der Ransomware zu finden und zu sperren.

Über den Autor
Eric Waltert ist VP DACH bei Veritas.

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#aktuell, #gastbeitrag

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#Gastbeitrag – 5 Tipps für die Unternehmenskultur in Zeiten von Remote Work


Das Thema Unternehmenskultur beschäftigt Firmen seit jeher, gewinnt aber durch die Corona-Krise nochmal zusätzlich an Bedeutung. Denn sie gibt Aufschluss über Werte, Normen und Einstellungen und steht deshalb auch ganz oben auf der HR-Agenda. Die Kultur eines Unternehmens prägt auch ganz entscheidend den zwischenmenschlichen Umgang untereinander, die Feedbackkultur, die Konfliktlösung oder auch die Entscheidungsfällung. Dabei fungiert sie stets als Richtlinie und bietet zusätzlich eine Reihe an Vorteilen: Eine gute Unternehmenskultur erhöht nicht nur die Motivation der Mitarbeitenden und trägt zu einem erfolgreichen Employer Branding bei, sondern zahlt sich auch in wirtschaftlicher Hinsicht aus. Vor allem aber in turbulenten Zeiten zeigt sich, wie stabil die Unternehmenskultur tatsächlich ist und wo Schwachstellen liegen. Denn sie dient der Belegschaft einerseits als Orientierung, andererseits ist sie der sprichwörtliche Fels in der Brandung. Wie aber lässt sich eine starke Unternehmenskultur aufrecht erhalten wenn die Mitarbeitenden physisch getrennt, an den heimischen Schreibtischen verstreut, arbeiten?

Maßnahme 1: Trotz Social Distancing Soziale Nähe schaffen
Bedingt durch die Corona-Pandemie ist wohl auch das Schlagwort “Social Distancing” jedem geläufig. Durch den damit verbundenen Umzug ins Homeoffice haben viele Mitarbeitende mit sozialer Distanz zu kämpfen. Doch gerade das darf im Unternehmenskontext keine dauerhafte Rolle spielen, denn der zwischenmenschliche Austausch ist für die Unternehmenskultur essentiell. Digitale Tools helfen hier, indem sie nicht nur die Zusammenarbeit effizienter gestalten, sondern auch den privaten Austausch der Kollegen fördern. Sinnvoll ist es, wenn Kollegen beispielsweise die Möglichkeit haben, Gruppen zu erstellen, um Treffen nach der Arbeit zu koordinieren oder sich zu bestimmten Themen auszutauschen. Das alles trägt letztlich dazu bei, dass auch in Zeiten von Remote Work eine offene und moderne Unternehmenskultur tatsächlich gelebt wird. Unternehmen sollten deswegen darauf achten, dass das, was vorher selbstverständlich schien, auch im Homeoffice möglich ist, um soziale Nähe zu schaffen und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.

Maßnahme 2: Die interne Kommunikation digitalisieren
Eine gute Kommunikation im Unternehmen ist immer das A und O – vor allem aber in unruhigen Zeiten oder gar Krisen. Die Kommunikation legt die Basis für den Aufbau der Unternehmenskultur. Um alle Mitarbeitende immer und überall zu erreichen, ist die interne Kommunikation idealerweise digitalisiert. Social Intranets bieten sich als Kanäle an, denn sie sind nur nicht nur einfach und intuitiv in ihrer Handhabung, sondern folgen auch gängigen Kommunikationsmustern: So fungieren sie nicht nur als bloße Mitteilungszentrale, sondern als ganzheitliches Teilhabe-Tool für alle Mitarbeitende. Entsprechend bekannter sozialer Netzwerke, kann die gesamte Belegschaft Content selbst erstellen, teilen, kommentieren, ergänzen oder liken. Communities bieten die Möglichkeit, sich als Abteilung oder Projektgruppe virtuell zusammen zu tun, um frei und hierarchieübergreifend zu kommunizieren sowie Dokumente auszutauschen und somit effizient zusammenzuarbeiten. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen Homeoffice an der Tagesordnung steht, ist das Intranet ein unverzichtbares Tool für den Arbeitsalltag.

Maßnahme 3: Mittels einer Bottom-up-Kommunikation für Transparenz sorgen
Eine ideale interne Kommunikation schafft Offenheit und Transparenz, weshalb sie auch auf dem Bottom-Up-Prinzip beruhen sollte. Denn nur, wenn die Teilhabe aller Mitarbeitende nicht nur erlaubt, sondern auch aktiv gefordert wird, ist sie erfolgversprechend. Mitarbeitende können via Gruppen- oder Direktchat oder auch über die Kommentarfunktion Fragen stellen und damit ihre Sorgen teilen. Wichtig dabei: Nicht nur der horizontale Austausch wird ermöglicht, sondern auch der vertikale. Damit ist sichergestellt, dass auch das Management erreicht wird. Es darf und soll jeder auf gleiche Art und Weise zur Diskussion beitragen, wobei das Management eine Vorbildrolle einnimmt. Sie sollten die Kommunikation untereinander nicht nur zulassen, sondern auch aktiv anregen und fördern, denn das signalisiert den Mitarbeitenden, dass eine Partizipation über alle Ebenen hinweg gewertschätzt wird.

Maßnahme 4: Eine transparente Kommunikation der Werte fördern
Neben allen arbeitsrelevanten Informationen und Updates müssen auch die Unternehmenswerte weiterhin an die Mitarbeitenden kommuniziert werden. Nur so ist es möglich, eine optimale Unternehmenskultur zu etablieren. Insbesondere dann, wenn frisch getroffene Entscheidungen an die Mitarbeitende getragen werden sollen, sollten diese mit den Werten grundlegend auch übereinstimmen. Doch nicht alle Firmenbeschlüsse sind automatisch beliebt. Nur durch einen transparenten und verständnisvollen Austausch lässt sich die Basis für Akzeptanz und Verständnis seitens der Mitarbeitenden legen.

Maßnahme 5: Kreativität und Dynamik fördern
Die derzeitige Situation zeigt uns eines ganz besonders eindrücklich auf: Firmen brauchen besonders jetzt loyale, motivierte Mitarbeitende, um die Krise möglichst unbeschadet zu überstehen. Die Motivation und der Zusammenhalt unter den Kollegen wird durch eine starke Unternehmenskultur gefördert – und das macht sie auch so essentiell in Zeiten wie diesen. Eine stabile Unternehmenskultur bietet den Mitarbeitenden nicht nur Sicherheit, sondern stärkt zusätzlich den Teamgeist. Erst dann kann auch ein gewisses Kreativitätslevel erreicht werden, das in Krisen besonders notwendig ist. Das passiert allerdings nur, wenn ein gewisses Maß an Mut zur Veränderung besteht. Firmen überstehen Krisen leichter, wenn sie sich den veränderten Umständen auch anpassen können. Das bedeutet, nicht an starren Abläufen festzuhalten, sondern sich stattdessen agil zeigen. Denn mit einer dynamischen Unternehmenskultur und kreativen Ideen lässt sich das Unternehmen auch in turbulenten Zeiten besser führen.

Fazit
Der durch Covid-19 bedingte Einzug vieler Kolleginnen und Kollegen ins Homeoffice stellt nicht nur die Mitarbeitenden an sich, sondern auch die Unternehmen, vor große Herausforderungen. Eine ganz entscheidende Rolle spielt die stabile Unternehmenskultur, denn sie gibt den Mitarbeitenden Halt und steht außerdem in positivem Zusammenhang mit dem Unternehmenserfolg. Wie kann man also den Zusammenhalt im Team weiter fördern und wie lässt sich die Unternehmenskultur aufrechterhalten? Ganz klar durch digitale Tools, denn diese schaffen die essentielle Plattform für die interne Kommunikation und eine gelebte, stabile Unternehmenskultur.

Über den Autor
Jan Marius Marquardt ist Gründer und CEO des Hamburger Digitalunternehmens COYO, einem der führenden Social Intranet-Anbieter. COYO ist sein Herzensprojekt, welchem er sich schon während des Studiums widmete. Er gründete es 2010 mit nur 21 Jahren. 2012 entstand das Social Intranet COYO, eine Eigenentwicklung.

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#aktuell, #gastbeitrag, #remote-work

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#Gastbeitrag – Mit dem Team auf Workation: Strategieplanung mal anders


Der Markt verändert sich kontinuierlich und das sollten auch die Anbieter tun. Die Kundennachfrage wandelt sich und Unternehmen müssen einen klaren Weg vor Augen haben, damit sie nicht ziellos und durch zu viele Anforderungen geblendet werden. 

Deshalb sollte jedes Unternehmen, egal wie groß, eine Unternehmensstrategie haben. Wieso die so wichtig für ein erfolgreiches Unternehmen ist und wieso sich eine Workation in diesem Zuge besonders eignet, erfährst du in diesem Artikel.

Unternehmensstrategie: Notwendig für den Erfolg

Elementar wichtig beim Erstellen einer Unternehmensstrategie sind der “Ist”-Zustand und der “Soll”-Zustand: Wo ist dein Unternehmen gerade und wo soll es im Optimalfall hin? Mit diesen Fragen legst du die Basis für alle weiteren Entscheidungen und die Richtung fest, in die sich dein Unternehmen entwickeln soll.

Im zweiten Schritt kommen dann die konkreten Ziele hinzu, durch die du den Fortschritt der Entwicklung deines Unternehmens misst. Die Ziele werden durch Maßnahmen erreicht. Das sind Anpassungen, die der Mitarbeiter in seinem täglichen Ablauf bemerken wird und die essentiell für das Gelingen der Unternehmensstrategie sind.

Deshalb ist es wichtig, dass du deine Mitarbeiter von Anfang an in den Prozess mit einbindest. Wenn alle an einem Strang ziehen, steht dem Erfolg der Unternehmensstrategie nichts im Wege. 

Teamwork makes the dream work!

Das kannst du in diesem Zusammenhang ruhig wörtlich nehmen. Denn nur wenn dein Team hinter dir und der Unternehmensstrategie steht und diese unterstützt, könnt ihr sie auch umsetzen. Damit dir das gelingt, solltest du auf folgende Punkte achten:

  • Beziehe dein Team von Anfang an mit ein und richte dich auch nach ihrem Feedback und ihren Bedürfnissen, wenn du Änderungen im Unternehmen anstrebst.
  • Sorge dafür, dass dein Team auf dem gleichen Stand ist: Welche Projekte stehen gerade an, welche Prozesse und Aufgaben sind für das Team relevant?
  • Gib einen kurzen Überblick über den Werdegang des Unternehmens. Damit holst du auch neue Teammitglieder ab und gibst ihnen das Gefühl, dazuzugehören.
  • Fasse die Skills sowohl auf der Geschäftsführer- als auch auf der Mitarbeiterseite zusammen. Dann wissen deine Mitarbeiter, an wen sie sich in puncto fachliche Weiterentwicklung wenden können und wer sie in welchem Fachbereich unterstützen kann.
  • Erkläre ganz genau, welche Ziele du mit der neuen Unternehmensstrategie verfolgen und wie du die Maßnahmen umsetzen willst. Wenn dein Team über alles informiert ist, ist es am Ende nicht überfordert und kann bei der Umsetzung besser helfen. 
  • So weit möglich, versuche, Maßnahmen und weiteres Vorgehen mit deinem Team gemeinsam zu entwickeln. Gehe dabei auch auf ihre Bedenken und Anforderungen ein, denn dein Team kann dich vielleicht auch auf Punkte aufmerksam machen, die dir zuerst nicht aufgefallen sind. 
  • Alles in allem ist es am besten, wenn du die Strategie transparent vorstellst und umsetzt. Je mehr du deine Mitarbeiter in den Prozess mit einbeziehst, desto eher werden sie diese annehmen und unterstützen. Und dann steht dem Erfolg quasi nichts mehr im Wege.

Unternehmensstrategie-Meeting: Der Ablauf

Natürlich hängt der Ablauf eines Unternehmensstrategie-Meetings immer vom Unternehmen selber ab. Trotzdem kannst du dich an folgendem Ablauf orientieren:

Zuerst gibst du einen Überblick über das Unternehmen, laufende Prozesse und die Aufgabenbereiche der Mitarbeiter. Damit sorgst du dafür, dass alle in deinem Team auf demselben Stand sind. 

Definiere den “Ist”-Zustand und stelle deinem Team den angestrebten “Soll”-Zustand vor.

Besprecht im Team gemeinsam die gesetzten Ziele und Maßnahmen, um diese umzusetzen. Achte hierbei auch auf die Anmerkungen deiner Mitarbeiter und sorge dafür, dass sie sich in den Prozess mit eingebunden fühlen.

Verteilt die Aufgaben, die zum Erreichen der Ziele notwendig sind. Dann könnt ihr loslegen!

Insgesamt solltest du individuell auf deine Mitarbeiter eingehen und ihre Vorschläge und Sorgen ernst nehmen. Der Erfolg einer Unternehmensstrategie hängt stark vom Einzelnen ab, weshalb am besten alle an einem Strang ziehen.

Warum du Unternehmensstrategie und Workation verbinden solltest

Gerade Veränderungen werden oft zuerst kritisch beäugt. Du tust dir und deinem Team einen Gefallen, wenn du das Unternehmensstrategie-Meeting in eine entspannte Atmosphäre verlegst. So sind deine Mitarbeiter bereit, dir zuzuhören und Veränderungen anzunehmen.

Perfekt dafür eignet sich eine Workation.

Unter einer Workation versteht man die Verbindung zwischen Arbeit und Urlaub. Das Team fährt gemeinsam an einen fremden Ort, z.B. an den Strand oder in die Berge. Dort werden berufliche Aufgaben und Freizeit miteinander verbunden.

Außerdem ist eine Workation immer gut für den Teamspirit. Und auch die Arbeit kommt dabei nicht zu kurz. Wir wollten nicht zu weit reisen, daher haben wir unsere Workation im Süden von Deutschland, im Allgäu veranstaltet. 

Wenn du Arbeit und Vergnügen miteinander verbindest, sind deine Mitarbeiter automatisch entspannter und produktiver. Sie lernen dich besser kennen und haben das Gefühl, dass du dich um sie kümmerst und sind deshalb auch eher bereit, etwas für dich zu tun. Wenn du das Unternehmensstrategie-Meeting also mitten in die Workation setzt, bist du wahrscheinlich erfolgreicher.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Workation den Teamgeist stärkt. Deine Mitarbeiter lernen sich auch mal privat kennen und wachsen durch verschiedene Aktivitäten als Team zusammen. Besonders bei Remote-Teams, die sich untereinander kaum bis gar nicht kennen, wird der Teamzusammenhalt viel intensiver. Auch das kommt dir bei der Umsetzung der Unternehmensstrategie wieder zugute.

Eine Workation schafft also die perfekten Bedingungen für ein Unternehmensstrategie-Meeting!

Regelmäßige Reflexion für eine erfolgreiche Unternehmensstrategie 

Es reicht nicht, nur eine Unternehmensstrategie aufzustellen und die dann einfach so durchzuziehen. Du musst auch während des Prozesses bereit sein, immer mal wieder Anpassungen vorzunehmen.

Manchmal funktionieren Maßnahmen nicht so, wie sie geplant sind. Oder eines deiner Teammitglieder hat einen Verbesserungsvorschlag, den du anwenden möchtest. Oder der Markt verändert sich und du musst deine Ziele und Maßnahmen anpassen.

Egal weshalb, du solltest immer deine Unternehmensstrategie und ihre Performance im Blick behalten. Falls notwendig, kannst du dann Anpassungen vornehmen und dein Unternehmen weiterhin auf dem richtigen Weg zum Ziel führen. 

Reflektiere also in regelmäßigen Abständen, ob die getroffenen Maßnahmen zu den vereinbarten Zielen führen und ob diese Ziele noch für die Strategie relevant sind.

Falls einer der Faktoren nicht mehr passt, kannst du ihn dann entsprechend verändern.

Fazit: Mit der Unternehmensstrategie zu mehr Erfolg

Richtig angewendet, wird dir eine Unternehmensstrategie zum Erfolg helfen. Und zwar egal, wie groß dein Unternehmen ist: Startup, mittelständisch oder ganz groß – Klare Ziele und eine eindeutige Strategie sind immer ein Hilfsmittel zum Erfolg.

Wenn du dann auch noch auf deine Mitarbeiter achtest und sie beim Setzen von Zielen und Maßnahmen mit einbeziehst, dann trägt das einen großen Teil zum Gelingen der Unternehmensstrategie bei.

Halte das Meeting am besten in einem entspannten Kontext ab – eine Workation eignet sich dafür perfekt und wird die Motivation deiner Mitarbeiter verstärken. Und ein motiviertes Team macht bei der Umsetzung und dem Erfolg einer Unternehmensstrategie einen großen Teil aus!

Über die Autorin
Janina Horn ist im Content Marketing Team bei Digital Affin. Als Team-Mitglied war sie mit auf der Workation im Allgäu und hat die Vorbereitungen sowie die Prozesse vor Ort selbst miterlebt. 

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#aktuell, #gastbeitrag, #workation

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#Gastbeitrag – Produkthaftung und Datenschutz: Worauf Gründer unbedingt achten müssen


Ob Online-Marktplatz, Vertrieb von Produkten oder Dienstleistungen – rechtliche Verpflichtungen zu Datenschutz und Produkthaftung machen auch vor Startups nicht Halt. Hier die wichtigsten Tipps für Gründer und Unternehmen:

Verantwortung rechtzeitig klären
Gründer sollten schon zu Beginn klären, wer sich um die Einhaltung des Datenschutzrechts sowie der produkthaftungsrechtlichen Aspekte im Unternehmen kümmert. Die Verantwortung dafür trägt die Geschäftsführung. Denn: Das Datenschutz- wie Produkthaftungsrecht kennt für Startups keine Erleichterungen.

Relevante rechtliche Aspekte von Beginn an mitdenken
Wichtig ist, dass die rechtlichen Regelungen möglichst frühzeitig umgesetzt werden. Deswegen sollten sie bereits während des gesamten Gründungsprozesses mitgedacht werden. So müssen etwa Aspekte der Produkthaftung und -sicherheit bei der Produktentwicklung von Beginn an berücksichtigt werden. Werden zu Beginn die Weichen nicht oder falsch gestellt, so ist dies zu einem späteren Zeitpunkt, etwa wenn das Unternehmen durch die Decke geht, nur mit viel Aufwand korrigierbar.

Datenschutzbeauftragten ernennen
Gründer müssen bei der Verarbeitung von Kunden- und Mitarbeiterdaten die rechtlichen Anforderungen der Datenschutzgrund-Verordnung (DSGVO) vollständig einhalten. Die Geschäftsführung sollte schon zu Beginn klären, wer sich als Datenschutzbeauftragter um die Einhaltung des Datenschutzrechts im Unternehmen kümmert. Sofern, etwa aufgrund der Größe des Unternehmens, keine rechtliche Verpflichtung zur Bestellung eines Datenschutzbeauftragten besteht, sollte wenigstens ein Datenschutz-Koordinator bestimmt werden.

Dokumentieren nicht vergessen
Das sogenannte Verarbeitungsverzeichnis ist eine verpflichtende Dokumentation aller Datenverarbeitungen im Unternehmen, die gewissen formellen Anforderungen genügen muss. Das Verzeichnis muss auf Anfrage an das jeweilige Landesamt für Datenschutzaufsicht herausgegeben werden und sollte daher, nachdem es erstmalig angelegt wurde, fortlaufend gepflegt werden.

IT-Sicherheit umsetzen
Selbst wenn sie nur in der Cloud existiert, unterliegt Software dennoch den Regelungen der deutschen Produkthaftung. Die Widerstandsfähigkeit von Software gegen äußere Einflüsse ist also auch produkthaftungsrechtlich relevant. Durch die Umsetzung von IT-Sicherheit können Startups nicht nur Vertrauensverluste und Imageschäden, sondern auch Datenschutzverletzungen vermeiden. Kommt es dennoch zu einer Datenpanne, müssen in der Regel die Datenschutzaufsicht und unter Umständen auch die Betroffenen informiert werden.

Betroffenenrechte gewährleisten
Mit der Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) wurden die Rechte von Betroffenen erneut gestärkt. Von Informationspflichten bis zum Recht auf Datenübertragbarkeit kennt die DSGVO ein ganzes Bündel an Betroffenenrechten, die auch von Gründern bzw. Startups eingehalten werden müssen.

Rechtsrahmen für Datenweitergabe und -übermittlung klären
Werden personenbezogene Daten durch das Startup an Dritte, etwa Dienstleister oder Partner, weitergegeben oder übermittelt, muss dabei auch das Datenschutzrecht beachtet werden. So kann ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung oder ein Joint Controllership Agreement notwendig sind. Besondere Anforderungen gelten auch bei einer Datenübermittlung in Drittstaaten wie beispielsweise die USA.

Rechtzeitig Experten fragen
Sowohl das Datenschutz- als auch das Produkthaftungsrecht sind komplex, ihre Einhaltung stellt selbst für gestandene Unternehmen oft eine Herausforderung dar. Dies sollte Gründer und Startups aber nicht dazu verleiten, diese Fragen auf die lange Bank zu schieben. Wo nötig, sollten daher rechtzeitig Experten hinzugezogen werden.

Über die Autoren
Philipp Reusch ist Rechtsanwalt, Founding Partner und Teamleader Regulatory Affairs & Marktmaßnahmen bei reuschlaw Legal Consultants. Stefan Hessel ist Diplom-Jurist, Associate im Cybersecurity & Datenschutz-Team von reuschlaw Legal Consultants. Dieser Beitrag basiert auf den Inhalten des Workshops “Produkthaftung & Datenschutz fu?r Startups und Gru?nder2 von reuschlaw Legal Consultants und CISPA – Helmholtz-Center for Information Security.

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#aktuell, #cyber-security, #datenschutz, #gastbeitrag

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#Gastbeitrag – So gelingt die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Freelancern


Gerade nach der initialen Gründungsphase stehen viele Startups vor der Herausforderung, sich im Rahmen des Aufbaus von neuen Geschäftsfeldern oder einer IT-Landschaft externes Knowhow zu beschaffen. Insbesondere wenn es sich hierbei nicht um planbare, wiederkehrende Aufgaben handelt, ist die nächstliegende Lösung, auf einen Freelancer zurückzugreifen, der dein Unternehmen temporär befristet im Rahmen eines Projekts unterstützen kann. Was du bei der Zusammenarbeit mit Freiberuflern und der Planung deines Projekts beachten solltest, erfährst du in dem folgenden Artikel.

Was muss ich vor der Zusammenarbeit mit einem Freelancer beachten? 

Die Zusammenarbeit mit einem Freiberufler unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von der langfristigen Zusammenarbeit mit einem Festangestellten. Das Projekt und die Aufgaben des Freiberuflers definierst du anhand der sogenannten Leistungsbeschreibung, die später auch Teil deines Vertrages sein wird. Bist du hier zu Beginn im Rahmen der Anforderungsanalyse gründlich, sparst du im Verlauf des weiteren Prozesses wertvolle Zeit. Die wesentlichen Aufgaben im Rahmen des Projekteinsatzes sollten enthalten sein sowie das technische Umfeld. Neben den Aufgaben solltest du dir Gedanken über die Rahmenbedingungen des Projekts machen. Insbesondere solltest du an diesem Punkt die Höhe des Budgets sowie die organisatorischen Rahmenbedingungen bedenken. Wird der Freelancer öfter vor Ort arbeiten, solltest du ihm vor dem ersten Tag Arbeitsmaterialien, ein Schreibtisch und ggf. eine externe Mailadresse einrichten. Pauschale Anforderungen an den Freelancer im Rahmen von Servicezeiten sind jedoch nicht legitim. Dies könnte ein Indiz für Scheinselbstständigkeit darstellen. Dieses Risiko kann jedoch durch eine klar definierte Leistungsbeschreibung aus dem Weg geräumt werden. Prinzipiell ist der Freelancer nämlich im Rahmen der Ausführung seiner Tätigkeit weisungs- als auch ortsungebunden.

Wo finde ich den passenden Freelancer für mein Projekt? 

Das Angebot und die Unterstützungsmöglichkeiten im Rahmen der Suche nach einem passenden Freelancer sind riesig. Doch es gibt erhebliche Unterschiede in der Vorgehensweise sowie dem Preis und der Qualität der angebotenen Dienstleistungen.

Du kannst dich natürlich selbst auf die Suche nach einem Freelancer machen, insbesondere wenn du bereits Kontakte zu Freelancern hast. Es ist immer zielführend das eigene, aktive Netzwerk zu nutzen. Darüber hinaus gibt es einen riesigen Markt an Personaldienstleistern wie Hays, GULP oder Ferchau, die in der Regel als Full-Service-Agenturen auftreten. Die Besonderheit liegt hier im weiteren Verlauf der Zusammenarbeit. Bei jedem persönlichen oder telefonischen Kontakt mit dem Freelancer wird eine weitere Person des Unternehmens dabei sein und du wirst auch keinen direkten Vertrag mit dem Freiberufler haben. Du hast einen Vertrag mit dem Dienstleister, der wiederum einen Vertrag mit dem Freelancer hat. Durch die Differenz zwischen dem Einkaufspreis, für den der Dienstleister den Freelancer „einkauft“, und dem Verkaufspreis, für den du ihn beim Dienstleister einkaufst, erwirtschaften diese Unternehmen ihren Gewinn. Der Vorteil hierbei ist, dass du dir um die vertragliche Abwicklung keine Gedanken machen musst. Allerdings erfährst du nur in den seltensten Fällen, wie viel der Freelancer im Endeffekt verdient.

Ein weitere Möglichkeit, den passenden Freelancer zu finden, ist die Nutzung von Freelancerportalen. Eine gute Übersicht findest du in dem Artikel “Die 22 besten Jobportale für Freelancer” von t3n, in dem die Besonderheiten der besten Jobportale für Freelancer herausgestellt werden.

Auswahlkriterien bei der Freelancersuche 

Die wesentlichen Schritte bei der Auswahl eines Freelancers unterscheiden sich nicht von der Auswahl eines Festangestellten (qualifizierte Bewerbungen erhalten, Bezahlung muss stimmen, der Kandidat sollte zeitnah starten können). Allerdings sollten die Bewertungskriterien angepasst werden. Gerade bei der Suche nach einem neuen Mitarbeiter kommt es erheblich auf die Einstellung der Kandidaten wie Wissbegierde und Lernbereitschaft an. Bei Freelancern unterscheidet sich diese Bewertung etwas. Sicherlich ist es wichtig, dass diese auf einer freundlichen und fachlichen Ebene mit allen Projektbeteiligten kommunizieren können und wissensdurstig sind. Allerdings wird es dir wahrscheinlich nicht ausreichen, wenn der Freelancer bereit ist, sich in ein neues Themengebiet einzuarbeiten. Freiberufler sind Spezialisten, die bereits ähnliche Projekte gemeistert haben, sodass du weißt, dass Sie auch dein Projekt zum Erfolg führen werden. Es entscheidet also maßgeblich das Knowhow und nicht die persönliche Einstellung. Gerade im IT-Bereich sind das oft die sogenannten “harten Skills”, wie die Kenntnis bestimmter Programmiersprachen oder Entwicklungsumgebungen. Da es sich um hochqualifizierte Experten handelt, spielen Referenzen ebenfalls eine große Rolle bei der Auswahl des richtigen Freelancers. Im Bereich der Webentwicklung zum Beispiel listen die Freelancer oft die wichtigsten Websites, an denen sie mitgearbeitet haben auf, sodass das du einen guten Eindruck von ihrer Arbeit erhältst. Auch die Onboardingphase fällt in der Regel wesentlich kürzer aus, da Freelancer sich schnell selbst die notwendigen Infos verschaffen und schnellstmöglich produktiv werden möchten. Der Vorbereitungsaufwand von Seiten des Unternehmens fällt also wesentlich geringer aus.

Vertragsgestaltung mit Freelancern

Im Rahmen der Beschäftigung eines Freelancers sind prinzipiell zwei Vertragskonstrukte möglich: der Dienst- und der Werkvertrag. In den meisten Fällen ist aber der Dienstvertrag sowohl für Freiberufler als auch für Unternehmen die bessere Variante. 

Wichtigste Grundlage des Dienstvertrages ist die Leistungsbeschreibung, die du im Idealfall bereits vor der Suche nach dem richtigen Freelancer für dein Projekt definiert hast. Durch die konkrete und klar definierte Leistungsbeschreibung minimierst du dein unternehmerisches Risiko und schaffst auch vertraglich Transparenz über deine Erwartungen gegenüber dem Freelancer. Es sollte auf jeden Fall die Hauptaufgabe (z.B. „Erstellung einer Homepage mit WordPress“) als auch die wesentlichen Unteraufgaben (z.B. „Integration eines Onlineshops“ oder „Erstellung von vier Unterseiten auf Basis bereits vorhandenen Marketingmaterials“) aufgelistet werden. Es lohnt sich, hier wirklich präzise zu sein, aber auch genug Spielraum zu lassen, sodass der Freelancer die Aufgaben durch seinen eigenen Lösungsweg bewerkstelligen kann. 

Zu einer vollständigen Leistungsbeschreibung gehören die Projektlaufzeit, der Beauftragungsumfang (wird i.d.R. in Personentagen angegeben) sowie die Vergütung unter Berücksichtigung des Zahlungsziels. Die Vergütung wird meist durch durch einen “All-in” Stundensatz (exkl. USt.) angeben. „All-in“ bedeutet, dass dir der Freelancer keine weiteren Rechnungen wie Spesen oder die Anreise zum Projektort berechnet. Da ein Freelancer unweigerlich Einblicke in verschiedene Geschäftsbereiche und strategische Entscheidungen erhält, empfiehlt es sich eine angepasste Verpflichtung zur Geheimhaltung über interne Informationen in den Vertrag zu integrieren. Neben der Geheimhaltungsklausel solltest du auch eine Klausel zur Haftungsbeschränkung des Freelancers bei einfacher oder grober Fahrlässigkeit mit in den Vertrag aufnehmen. Es gibt im Gegensatz zu der Zusammenarbeit mit festangestellten Mitarbeitern keine Kündigungsfristen. 

Wie du maximal von dem Knowhow eines Freelancers profitierst 

Dein größtes Ziel sollte es sein, das externe Knowhow des Freelancers langfristig im Unternehmen zu halten, sodass es für alle relevanten Unternehmensmitglieder nutzbar ist!

Auch wenn Freelancer nach relativ kurzer Zeit ein Unternehmen wieder verlassen, kann durch planbare organisatorische Rahmenbedingungen ihr Wissen langfristig im Unternehmen gehalten werden. Der Vorteil von Freelancern ist, dass sie es gewohnt sind, in verschiedenen Geschäftsbereichen kurzfristig auf Projektbasis zu unterstützen und ihr Wissen sowohl verständlich als auch nachhaltig zu dokumentieren. Darüber hinaus kannst du im Gegensatz zu einem festangestellten Mitarbeiter das Projektende wesentlich detaillierter planen. Plane die ersten Schritte im Rahmen des Starts des Freelancers gut und denke daran, den Start innerhalb des Teams vorher zu kommunizieren. Im Vorhinein sollten allerdings ganz klar die Kompetenzbereiche des Freelancers und die deiner Mitarbeiter definiert werden, sodass zum einen der Freelancer in einem hohen Maße selbstständig seiner Arbeit nachkommen kann, und sich zum anderen deine Mitarbeiter nicht zu sehr in die Aufgaben des Experten einmischen oder sich von ihm “bedroht” fühlen. 

Du solltest dir bereits so früh wie möglich Gedanken über die Dokumentation machen und einen Übergabezeitraum definieren, indem du wichtige Dinge wie “Lessons Learned” mit dem Freelancer besprechen kannst. Du solltest den Übergabezeitraum auch an alle mittelbar und unmittelbar involvierten Mitarbeiter kommunizieren. Die Planung impliziert, dass du deinen Mitarbeitern als auch dem Freelancer den zeitlichen Freiraum für eine reibungslose Übergabe gewährleistest. Du kannst durch einige Maßnahmen gezielt den Knowhow-Transfer in deinen Unternehmen fördern. Es empfiehlt sich, “Lessons Learned” in regelmäßigen Abständen und nicht erst am Projektende zu dokumentieren. Mit “Lessons Learned” ist jenes Wissen gemeint, dass auf praktischen Erkenntnissen beruht. Wichtig ist es, dass hier positive als auch negative Erfahrungen dokumentiert werden. Ein Wiki kann als Maßnahme zur Speicherung von Wissen betriebsintern aufgesetzt werden, sodass nur Mitarbeiter oder zeitweise für das Unternehmen Tätige wie etwa Freelancer Inhalte ergänzen können. 

Wenn in deinem Unternehmen festangestellte Entwickler arbeiten und es auch die Aufgabe des Freelancers ist, Code zu schreiben, solltest du von Anfang an auf “Code Reviews” setzen. Dabei wird der komplette Code, den der Freelancer schreibt, regelmäßig von einem (oder mehreren) deiner Entwickler überprüft und für gut befunden. Gegen Ende des Projekts können Übergabegespräche ein gutes Mittel sein, um das Wissen langfristig im Unternehmen zu halten. Es besteht die Möglichkeit, diese Gespräche von einem Moderator deiner Wahl begleiten zu lassen. Dies hat den Vorteil, dass so auch implizites Wissen deutlich zum Vorschein kommen kann.

TippSo profitieren Startups von Freelancern und Freiberuflern

Über den Autor
Manuel Meurer ist Gründer von Uplink, dem Netzwerk für IT-Freelancer. Uplink bietet eine faire und transparente Alternative zu IT-Recruitern und verknüpft Untrnehmen und IT-Freelancer schnell und effektiv. Wenn du mehr darüber erfahren willst, wie du erfolgreich mit Freelancern arbeiten kannst, melde dich jetzt zum kostenlosen E-Mail-Crashkurs von Uplink an!

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#Gastbeitrag – Für mehr Commitment: Investments bitte nur mit Skin in the Game!


Bei der Art und Weise, wie in junge Unternehmen investiert wird, trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Es ist leicht zu erkennen, wer gerade sein eigenes, verdientes Geld investiert und an nachhaltigem Erfolg interessiert ist und wer nicht.

Das soll hier bitte nicht nach Pauschalkritik und billiger Polemik an VCs in Deutschland klingen, aber für mich sind manche Investments der Vor-Corona-Zeit fragwürdig. Besonders wenn dafür fast ausschließlich fremde Gelder eingesammelt werden und VCs sich nur mäßig mit den Gründerinnen und Gründern der Startups auseinandersetzen.

Ich finde, dass es auch anders geht: Es bildet sich zurzeit eine neue Generation von verantwortungsvollen und nachhaltig handelnden Kapitalgebern in Deutschland und Europa heraus. Project A ist so ein Beispiel. Die Art und Weise wie dort aktiv und engagiert mit und an den Unternehmen gearbeitet wird, hat Vorbildcharakter. Dazu zähle ich aber auch eine Reihe von Family Offices wie z.B. die Unternehmerfamilie Reimann oder auch Dieter von Holtzbrinck (DvH Ventures). Hier werden Stück für Stück direkte Investments in Startups gewagt und tiefer eingetaucht als in Business Case und Cap Table.

Wir bei Entrepreneurs & Consultants (kurz: e&Co.) investieren vornehmlich Geld, das wir auch selbst verdient haben. Diese Einstellung ist notwendig, da wir nachhaltig Startups auf- und ausbauen wollen. Das galt schon vor der Corona-Krise und gilt erst recht nach dem Beginn einer aufkommenden Rezession. Ohne Verantwortung der Investoren darf aus unserer Sicht nicht investiert werden.

Oder einfach ausgedrückt: Kein Investment ohne skin in the game!

Diese Form der Beteiligung nennen wir bei uns intern “Entrepreneurial Investment”. Entrepreneurial Investment heißt, dass wir nichts anfassen, wofür wir nicht selbst auch als Privatperson Geld in die Hand nehmen würden – was nicht bedeutet, dass wir in späteren Runden nicht auf die Zusammenarbeit mit klassischen VCs und deren Kapitalzugänge setzen würden. Im Gegenteil, dennoch schauen wir auch auf die späteren Phasen mit viel Bedacht. Bislang haben wir bewiesen, dass unser Weg des “Entrepreneurial Investments” funktioniert. Als erfolgreiche Basis sehe ich, genau wie unsere mittlerweile rund 10 Portfolio Companies, unsere tatkräftige Unterstützung, die oftmals höheren Mehrwert schafft als einfach nur Cash und Netzwerk. Wir spüren Verantwortung, erfahren den Druck immer wieder am eigenen Leib und haben so einen enormen Teamspirit, der alle gegenseitig antreibt.

Wir haben verschiedene Startups selbst gegründet, dazu haben wir uns im Rahmen von sehr frühen unternehmerischen Beteiligungen bei zahlreichen Geschäftsmodellen engagiert. Entrepreneurial Investment heißt für mich, nicht nur eigenes Geld zu investieren, sondern als Kapitalgeber selbst aktiv zu werden und die jungen Unternehmen beim Anlauf und v.a. der Suche nach (B2B) Kunden zu unterstützen. CarFellows ist so ein Beispiel. Wir haben die Firma 2019 in Kooperation mit einem der großen VW-Autohändler gegründet. Gemeinsam waren wir überzeugt, dass Autos vermehrt online und direkt gekauft oder geleast werden. Eigentlich keine riskante Wette, denn es brauchte lediglich und endlich eine durchgängige Plattform mit echtem Kauferlebnis: CarFellows macht den Autokauf zu einem einfachen E-Commerce-Geschäft und bereitet uns viel Freude.

Selbst in den Driver’s Seat setzen!

Dafür war aber viel Arbeit nötig: Wir haben uns nicht nur im Management direkt eingebracht und phasenweise mitgeführt, sondern auch in einer größeren Seed-Runde einen namhaften Corporate für uns gewinnen können. Nun ist CarFellows mit CEO Nina Geiss gut aufgestellt, aber auch jetzt unterstützen wir, stehen operativ zur Seite und greifen aktiv ein. Dafür sollte sich kein Investor zu schade sein! So haben wir erst kürzlich direkt helfen können, als die Nachfrage das verfügbare Fahrzeug-Angebot, insbesondere an E-Fahrzeugen, bei weitem überstieg. Wir haben kurzerhand in unserem Partnernetzwerk u.a. Händler gefunden, die uns Autos zur Verfügung stellen konnten. Das ist dann manchmal ziemlich kurzfristig und auch mit schlaflosen Wochenenden verbunden, aber CarFellows ist nun mal eines unserer Babys und da geht man bekanntermaßen viele Extrameilen.

Ich bin heute auch kein klassischer Unternehmensberater mehr, sondern gründe, investiere und lerne täglich dazu wie ein “junger” Unternehmer. Dieses Selbstverständnis würde ich mir häufiger wünschen und hoffe, dass es zukünftig mehr Investoren gibt, die dem Ansatz des Entrepreneurial Investments folgen.

Über den Autor
Geza Brugger ist Co-Founder und Vorstand Ventures (CVO) bei der e&Co. AG, die er 2015 gemeinsam mit vier weiteren Partnern gegründet und in den vergangenen fünf Jahren zu einem starken Player im Beratungs- und Beteiligungsgeschäft entwickelt hat. Geza ist ein waschechter Automobil- und Smart Mobility-Unternehmer, der Industrie- und Venture-Kompetenz perfekt miteinander verbindet. Neben weiteren eigenen Gründungen, u.a. von motec ventures, einer Smart Mobility Investmentgesellschaft mit Sitz in Wien, arbeitet Geza seit langem an der Schnittstelle zwischen Corporates und Start-ups und bringt ein exzellentes Netzwerk in die europäischen und asiatischen Märkte ein.

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#Gastbeitrag – So schafft ihr es als Gründer in die Presse!


Wie man es als Startup in die Medien schafft, weiß niemand besser als Medien-Vertreter selbst! Wir haben dabei aber nicht irgendwelche Medien-Profis gefragt, wie Gründer ihre Pressearbeit zum Erfolg führen können, sondern drei Top-Journalisten, die auch Startup-Erfahrung haben: Für die Standortinitiative nextMedia.Hamburg und ihren Content- und Tech-Inkubator Media Lift haben alle unsere Experten schon Gründer beraten. Lest hier, welche Tipps Sie in Sachen PR auf Lager haben.

Meinolf Ellers, dpa

Meinolf Ellers ist Chief Digital Officer bei der Deutschen Presse-Agentur dpa und Managing Partner des Startup-Beschleunigers next media accelerator. Die Nachrichtenagentur und weitere 29 namhafte Unternehmen investieren damit seit 2015 in Medien- und Marketing-Gründer. Darüber hinaus sitzt Ellers in der Jury des Inkubators MEDIA LIFT von nextMedia.Hamburg, der als Fast Track für Entrepreneure in die Content-und Tech-Welt gilt.

“Wenn ich einen PR-Leitfaden für Gründer entwickeln müsste, wäre mein erster Tipp: Für alles im Startup-Leben gibt es einen richtigen Zeitpunkt. Das gilt auch für Pressearbeit! Der richtige Zeitpunkt für Pressearbeit hängt maßgeblich von der Entwicklungsphase ab, in dem sich das Startup befindet. In Phase 1, der Inkubation, wird aus meiner theoretischen Geschäftsidee ein funktionierender Prototyp. In Phase 2, der Acceleration, teste ich diesen Prototypen zusammen mit ersten Pilotkunden bis zur Marktreife. Und in Phase drei, der Skalierung, kann ich mich dann ganz aufs Wachstum konzentrieren. In dieser letzten Phase kann ich als Startup meist gar nicht genug Presse haben, um möglichst viele potenzielle Kunden oder Investoren auf mich aufmerksam zu machen. In Phase 1 und 2 können Medienberichte aber auch regelrecht schädlich sein, weil sie falsche Erwartungen wecken und enormen Druck aufbauen können. Ich rate Startups daher immer: Konzentriert euch erst einmal darauf, euren Job zu machen. Je besser ihr den macht, desto besser wird auch die Geschichte, die ihr später erzählen könnt.
Denn das ist neben dem richtigen Zeitpunkt der nächste wichtige Schlüssel zu erfolgreicher Pressearbeit: das richtige Storytelling! Ich habe schon Gründer erlebt, die absolute Traumtänzer waren und dachten, die haben so tolle Ideen, dass sie die Tagesschau nur einmal anrufen müssen und die kommt sofort mit zwei Kamerateams. Die Wahrheit ist: Ein Startup ist nur so relevant für Medien – vom lokalen Anzeigenblatt bis zur Tagesschau – wie der Mehrwert, den es für deren eigene Zielgruppen liefert. Das Gute ist: Viele Gründer sind durch Pitches bei potenziellen Kunden oder Investoren bereits gewöhnt, ihr Produkt zu erklären und relevant zu machen. Bei Medien gilt dasselbe Prinzip: Je größer das Problem, das ich löse, und je größer die Gruppe, für die ich ein Problem löse, desto größer auch die Chance, dass ich dafür schon sehr früh auf ein breites Interesse stoße. Bereits in Phase 1 kann zum Beispiel eine noch nie da gewesene Idee erste Journalisten auf den Plan rufen. Die Frage, ob das Startup diese auch wirklich umsetzen kann, zählt da noch nicht. Wenn die Idee alleine jedoch keine Redaktion überzeugt, können in Phase 2 erste konkrete Anwendungsfälle und womöglich namhafte Referenzkunden helfen, Glaubwürdigkeit und Relevanz herzustellen. Zuguterletzt hat natürlich jede Regel Ausnahmen. In Sachen Pressearbeit bei Startups gibt es zwei Stück: Wenn schon sehr früh sehr erfahrene Investoren einsteigen oder der Gründer selbst bereits eine bekannte Persönlichkeit ist, interessiert die Welt sich natürlich schon früher für das Businessmodell – und entsprechend auch die Medien!”

Benjamin Denes, SPIEGEL

Benjamin Denes ist leitender Redakteur im Video-Ressort des SPIEGEL. Darüber hinaus arbeitet der Online-, Fernseh- und Hörfunk-Journalist als Trainer und Berater für Redaktionen. Mit seinem journalistischen als auch technischem Fachwissen steht er auch Startups zur Seite – zusammen mit der Standortinitiative nextMedia.Hamburg. Außerdem hat er selbst schon Gründer-Erfahrung gesammelt und mit dem Videoportal planestream 2017 das „Netflix für Flugzeug-Fans“ geschaffen.

“Die erste Lektion, die ich bei meinem eigenen Startup gelernt habe, war eine harte: Gründer sollten nicht dem Irrglauben verfallen, ihr Startup sei außerhalb ihrer Szene wirklich relevant. Außerhalb von Fachdiensten wird eher selten gezielt ein Artikel oder ein TV-Beitrag über ein Startup geschrieben. Generell können sich Gründer die Frage nach den Nachrichtenfaktoren stellen, um einzuschätzen, ob Pressearbeit für sie wirklich Sinn ergibt: Machen wir etwas, das bahnbrechend, gesellschaftlich relevant und auch für Laien erkennbar neu und anders ist? Ist die Innovation, das Geschäftsmodell des Startups gleichzeitig auch für das Publikum gewisser Medien relevant? Oder sind die Methode, das Gründerteam oder irgendein anderes Detail besonders? Kann ein Journalist daraus eine spannende Geschichte machen? Wer keine dieser Fragen mit Ja beantworten kann, wird es schwer haben, Aufmerksamkeit von der Presse zu erhalten. Das heißt aber nicht, dass der geringere Bekanntheitsgrad von Startups grundsätzlich ein Nachteil sein muss – im Gegenteil! Journalisten mögen Sujets, über die noch nicht zigfach berichtet wurde. Umso wichtiger ist es also, dass junge Unternehmen in der Pressearbeit eben nicht nur eine spannende Geschichte verbreiten, sondern unterschiedliche Ansätze und kontinuierlich daran weiterarbeiten. Das kann sich insbesondere mit Hinblick auf aktuelle Trends und Entwicklungen lohnen, in deren Rahmen das Startup gut reinpasst. Ein Beispiel: Ich habe in den vergangenen Jahren viele Pressemitteilungen und Informationen von Startups für Home-Office-Lösungen erhalten. In der Corona-Krise bekam dieses Thema eine völlig neue Bedeutung. Schreibe ich nun an einer Geschichte über Krisengewinner aus Deutschland, ist es durchaus wahrscheinlich, dass ich auch eines der Startups anfrage, die mir lange Informationen zugeschickt haben. Was mich persönlich nur nervt, sind sehr offensive Anschreiben etwa via LinkedIn oder E-Mail dieser Art: “Ich möchte Sie auf unser Startup hinweisen. (…) Wir wollen den Markt für Stocklocken-Wickler revolutionieren. (…) Ist das nicht auch einen Bericht auf Ihrer Website wert?” Das empfinde ich als eine Art kalte Akquise in der Pressearbeit und wird von mir als Journalisten konsequent mit Missachtung gestraft, vor allem wenn es sich um Startups aus Branchen handelt, mit denen ich als Journalist nie etwas zu hatte. Dagegen halte ich PR mithilfe von auf Medienvertreter gezielt ausgerichtete Ansprache für durchaus wirkungsvoll, ebenso wie intelligentes Seeding. Und: Natürlich freue ich mich über Anschreiben, die zeigen, dass sich jemand mit meiner Arbeit auseinandergesetzt hat. („Ich habe kürzlich Ihren Bericht über Kabinenbeleuchtung in Großraumflugzeugen gesehen. Unser Startup beschäftigt sich mit dimmbaren Flugzeugfenstern. Vielleicht interessieren Sie sich für ein paar technische Hintergründe?“)”

Björn Staschen, NDR

Nach Stationen als Reporter für NDR und ARD, Auslandskorrespondent in London und Chef vom Dienst führt der NDR unter Björn Staschens Projektleitung aktuell die Nachrichtenredaktionen von TV, Radio und Print zusammen. Mit dem NextNewsLab rief er außerdem eine Innovationseinheit des NDR ins Leben, um die Digitalisierung im Nachrichtenbereich voranzutreiben. Für nextMedia.Hamburg engagiert er sich zudem als Mentor für Startups in den Branchen Medien und Digitales.

“Manche Startups folgen bei der Medienarbeit einem Impuls, den viele kennen: Erstmal eine Pressemitteilung schreiben und dann möglichst breit verschicken. Aus meiner Sicht bringt das meist wenig bis gar nichts. Dagegen gewinnt gezielte Kommunikation! Was das heißt? Aus meiner Sicht zwei Dinge: Zum eine n ist es erfolgversprechender, einzelne Journalisten gezielt anzusprechen als gleich alle Redakteure eines Mediums mit einer Massen-E-Mail zu langweilen, die mit „Liebe Redaktion“ beginnt. Zum anderen steigen die Chancen auf Berichterstattung, wenn das Thema passgenau zu Journalist, Medium und dessen Zielgruppe passt. Viele Redaktionen sind aufgeteilt in unterschiedliche Themen-Ressorts, und Redakteure haben eigene Spezialgebiete. Die zuständigen Ansprechpartner lassen sich in der Regel leicht recherchieren: Entweder googeln, wer bei dem gewünschten Medium schon mal einen Beitrag zu meinem Thema geschrieben hat, oder im Impressum schauen, wie die Redaktion organisiert ist. Ob per E-Mail, Anruf oder auch per Twitter: Wie die Ansprache letztlich passiert, ist egal. Wichtig ist nur, die Story klar zu formulieren. Sie sollte zu aktuellen Themen passen und echten Nutzen für das Publikum des Mediums bieten. Ein Beispiel: In meinem wöchentlichen TechTalk auf Tagesschau24, den ich mit Marcus Schuler aus San Francisco führe, haben wir in Corona-Zeiten viel über Zoom berichtet – über Sicherheitsbedenken, aber auch über Startups, die um Umfeld von Zoom entstehen. Als uns dann ein Startup aus Aachen kontaktierte, das Ähnliches bietet, war es natürlich Thema im Talk. Im Nachrichtengeschäft und generell online kommt es anders als etwa bei gedruckten Special-Interest-Magazinen mit langen Vorläufen besonders aufs Timing an. Da lohnt es, sich vorher zu fragen: Passt das, was ich tue, auch zu aktuellen öffentlichen Debatten, breit platzierten Themen? Oder kann ich mein Thema so aufbereiten, dass es passt? Kann ich als Experte zu aktuellen Diskussionen oder kann mein Produkt als Lösung zu aktuell diskutierten Problemen beitragen? Falls ja, heißt es: schnell reagieren. Denn die Sau, die heute durchs Dorf getrieben wird, ist morgen oft schon wieder vergessen!”

Tipp33 Journalisten, an denen 2020 kein Start-up vorbeikommt

Podcast: Tilo Bonow (Piabo) über PR für Startups

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#aktuell, #gastbeitrag, #media-lift, #nextmedia-hamburg, #pr

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#Gastbeitrag – Jetzt ist die perfekte Zeit, die eigene Firma zu töten!


Seit Ende des ersten Quartals ist unser Unternehmen tot. Projekte gingen in die Vollbremsung, Akquisitionstermine wurden gecancelt und von Umsatz ist kaum noch die Rede. Gott sei Dank, waren wir schon vorher gestorben. Das wird uns retten! Wir zeigen Ihnen, wie Sie von unseren Erfahrungen profitieren können.

Wenn Ihr Geschäft auch auf direkten Kunden-Begegnungen beruht, kennen Sie unsere aktuelle Situation. Dann haben Sie in der Pandemie vermutlich ähnliche Register gezogen wie wir: Kurzarbeit, Homeoffice, Skype-Konferenzen, Gespräche mit Steuerberater und Bank. Wir sind Führungsspezialisten, d.h. unsere Leistungen bestehen aus Beraten, Trainieren und Coachen. Ein sehr persönliches Geschäft, das selbst durch die pfiffigsten „digitalen Begegnungen“ nicht wirklich zu ersetzen ist. 

Das meiste, was Sie gerade tun, schafft keinen USP

Haben Sie in letzter Zeit auch (Lern-)Videos produziert, Produkte digitalisiert und die Social-Media-Aktivitäten erhöht? Vermutlich. Haben Sie sich dabei an irgendeiner Stelle ein Alleinstellungsmerkmal erarbeitet. Wohl kaum. Viel wahrscheinlicher ist es, dass gerade nur eines passiert: Wir lassen den Kampf um die Aufmerksamkeit der Kunden noch mörderischer werden. Wenn alle die gleichen „Innovationen“ produzieren, sollte man eigentlich aufhören, diese so zu nennen. 

Irgendwann werden wir feststellen, dass die meisten Unternehmen in diesem Augenblick kaum signifikante Veränderungen vornehmen. Es werden Kosten reduziert und Prozesse gestrafft, die begonnene Digitalisierung wird ernster betrieben, massenhaft Content produziert und starke Partner gesucht. Alleinstellungsmerkmale entstehen so nicht. Aber gibt es denn eine sinnvolle Alternative? 

Killen Sie jetzt Ihr Unternehmen

Ich bin heute froh, schon vor Corona zwei jungen Leuten in der Firma den Freibrief gegeben zu haben, mein Unternehmen quasi zu “hacken”. Inspiriert durch Gedanken von Lisa Bodell, haben wir die klassische Standardfrage “Wie können wir im Markt erfolgreich sein?” auf den Kopf gestellt. Stattdessen überlegten wir, wie uns unternehmerische Nerds killen könnten. 

Selbst wenn Sie sich gerade darauf konzentrieren müssen, Ihren Verantwortungsbereich in der Spur zu halten: Es gab selten einen günstigeren Moment für einen echten, wertvollen Change. Dabei ist es unwichtig, ob Sie ein Startup managen, eine Organisation leiten oder ein Team. Das Prinzip ist übertragbar. Das einzige, was Sie benötigen, ist Mut und Vertrauen. Ich erzähle Ihnen, wie das bei uns ablief.

Stellen Sie mutig alles in Frage

Ausgehend von der Arbeitsfrage “Wie würden uns freche, ungezügelte Kreative attackieren?”, haben wir zwei junge Talente unseres Unternehmens mit einem Budget und viel Freiheit ausgestattet. Ich wusste, dass die beiden in ihrer Altersgruppe – auch außerhalb des Unternehmens – gut vernetzt sind und echten Drive haben. Zudem waren sie lang genug bei uns, um unser Geschäft und den Markt gut zu kennen. Ich habe erst später erfahren, was die beiden dann gemacht haben:

  1. Als erstes aktivierten sie ihr Netzwerk: junge verrückte Typen, zumeist branchenfremd, Leute mit einer gehörigen Portion unternehmerischer Lust.
  2. Sie mieteten für zwei Tage eine inspirierende Location, bereiteten sich selbst gut vor (ich wurde dabei mehrmals interviewt) und holten ein gutes Dutzend dieser Kreativen in einem Workshop zusammen. 
  3. Man erzählte mir später, wie schwer es für unsere eigenen Kolleg*innen war, sich selbst zurückzuhalten, damit Raum für branchenfremde Gedanken entstand. Aber genau das scheint ein wichtiger Erfolgsfaktor gewesen zu sein.
  4. Bei einer Idee wurden die Probleme unserer Zielgruppe in einer Weise gelöst, die in unserem Markt völlig unüblich ist – und für die Kunden auch noch bequemer. Der Haken: Dazu war es nötig, unser Führungs-Know-how in Algorithmen zu „übersetzen“.  Das hatte weltweit noch nie jemand gemacht. Die Vision: Ein digitaler Assistent für Führungskräfte! 
  5. Diese Idee bekam ein so faszinierendes Eigenleben, dass daraus ein Startup entstand! Vermutlich kennen Sie die Gedanken von Eric Ries. Für uns waren sie auf dem dann folgenden Weg eine wertvolle Inspiration. 

Das Corona-Virus gab dem Team den letzten Schub. Die Vision von damals ist Wirklichkeit geworden. Und was für die meisten Unternehmen nur umgekehrt vorstellbar ist, wird bei uns auch gerade Realität: Wir werden unser Stammgeschäft in das flügge gewordene Startup integrieren. Die beiden jungen Innovatoren von damals sind bei uns mittlerweile im Management-Kreis. 

Die massiven Veränderungen, die wir alle in Deutschland in den letzten Wochen durchmachen mussten, haben – als ungeplante Nebenwirkung – viel Festgefahrenes gelöst. Die Zeit für mutige Experimente und echten Change ist so gut, wie lange nicht mehr. Also: Warum warten? Kill your Company!

Über den Autor
Michael Alznauer ist seit über 25 Jahren als Dipl.-Psychologe, Autor und Führungsspezialist in der Wirtschaft beratend tätig. Auf den Erkenntnissen der Evolutionspsychologie aufbauend, schuf er einen weltweit im Springer-Verlag veröffentlichten Führungsansatz für die Zusammenführung unterschiedlichster Management-Perspektiven. Mit seiner Co-Autorin, der Wirtschaftspsychologin Valerie Lesaar, gründete er MP Management-Profiling. Resultat der damaligen “Kill-the-Company”-Initiative ist die LEAD2gether – Das Online-Führungssystem.

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#aktuell, #gastbeitrag

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#Gastbeitrag – Was sich Konzerne von Startups in Sachen Marketing abschauen können


Start-ups machen vieles anders als etablierte Unternehmen – und bieten mit ihren neuen Methoden oftmals spannende Lösungsansätze für den digitalen Wandel in Großkonzernen. Doch was können Konzerne von Start-ups eigentlich für ihr Marketing lernen?

Ziel als Hygienefaktor vs. Radikale Zielorientierung

In der Welt der Konzerne gehören Projektziele zum Standardprozedere. Ohne sie geht es nicht. Wenn sie nicht erreicht werden, bekommt man selbst oder der/die Chef*in keinen Bonus. Aber viele Projekte werden auch ohne echte, das heißt: plausible Ziele angegangen. Das Leben sei ja viel entspannter, wenn der Erfolg der Arbeit nicht so richtig messbar ist.

Dann wird etwa ein rein qualitatives Ziel wie “Social Ads zur Kampagnenrealisierung nutzen” ausgegeben. In der Start-up-Welt hingegen sind Zielsetzung und Messbarkeit der Anfang und das Ende von allem. Um bei dem Beispiel zu bleiben: Wenn Social Ads eingesetzt werden sollen, um Leads zu generieren, dann werden die Kanäle und eine Zielsumme an zu generierenden Leads als Benchmark gesetzt. Denn, zugespitzt gesagt: Ist der Einsatz eines jeden investierten Euros nicht direkt messbar und mit den Zielen vergleichbar, sind die Investor*innen nicht glücklich. Dann scheitert die nächste Finanzierungsrunde – und schließlich ist das Start-up am Ende. Was nicht messbar ist, ist auch nichts wert und kann auch nicht gesteuert werden. Viele Projektideen starten sogar mit einem messbaren Ziel, das man erreichen möchte. Das Learning: Nur wenn ich Messbarkeit auf allen Ebenen meiner Operations herstellen kann, kann ich eine zielorientierte, agile und datengetriebene Arbeitsweise implementieren.

Daten in fremde Hände geben vs. tief in DNA verankerte Datenhoheit

Datenanalyse, Reportings und Erfolgskontrolle finden in Konzernen oft über Dienstleister statt. Reportings werden erst am Ende der Kampagne betrachtet und dann ausgewertet. Somit sind viele Daten gefiltert und geschönt, der Dienstleister und die auftraggebende Abteilung sollen ja nicht schlecht dastehen. Der CMO sieht oft nur das, was er sehen soll oder wonach er fragt. Wenn Messbarkeit und Performance-Orientierung allerdings tief in der eigenen DNA verankert sind, so wie in der Start-up-Welt, dann würde niemand dieses Thema in fremde Hände geben. Ein*e eigene*r Business- und Marketing-Intelligence-Expert*in wird oftmals gleich nach der Gründung eines jeden Start-ups eingestellt. Das Learning: Daten müssen ins Herz des Marketing-Managements gerückt werden. Der Marketing Intelligence Manager, dem kanalspezifische Budgetverteilung egal ist und der sich um ganzheitliche Bewertung der Marketingaktivitäten kümmert, muss der wichtigste Berater des CMOs sein.

Agentur-Orchester verwalten vs. effizienter Einsatz kreativer Zuarbeit

In Start-ups werden Agenturen in den meisten Fällen für kreative Zuarbeit genutzt, nicht jedoch für Daten- und Performance-Arbeit. Heißt: Ein Start-up kauft sich kreative Assets ein und optimiert im Anschluss alles in Eigenregie. Das ist auch sinnvoll, schließlich kennen sie ihr eigenes Produkt am besten und entwickeln Sales-Stories und Inhalte selbst. Agenturen sind hier Berater und kreative Erfüllungsgehilfen. Großkonzerne hingegen beauftragen gleich eine Handvoll Dienstleister, beispielsweise für Kreation, Media und Online Marketing, die zumeist vollkommen isoliert voneinander arbeiten und strategisch kaum miteinander verknüpft sind. Das führt dazu, dass in Unternehmen vergleichsmäßig viele Ressourcen für das Handling der Dienstleister verwendet werden müssen. In Start-ups wäre das undenkbar. Das Learning: Konzerne sollten lernen, solche oder ineffiziente Strukturen abzubauen. Diese Strukturen sorgen zudem dafür, dass Marketing-Teams in Konzernen zu viel Know-how und inhaltliche Kompetenz abgeben und sich zu sehr auf die Verwaltung von Dienstleistern konzentrieren.

Risikominimierungsprozesse vs. agile Prozesse

Agiles Arbeiten im Marketing bedeutet, auf Basis von Daten Thesen zu entwickeln und ohne große externe Aufwände selbst Prototypen von Ads, Botschaften und Websites zu entwickeln, diese zu testen und dann weiterzuentwickeln. Dass dabei 90 Prozent der Prototypen scheitern, gehört zum Prozess dazu. In Start-ups ist dieses Vorgehen weit verbreitet: Zuerst kommt die Idee, dann wird ausprobiert, was funktioniert. Wenn sie nicht funktioniert, wird sie fallen gelassen. Dieser Prozess wird viele Male wiederholt, bis nach dem vielleicht zehnten Versuch ein funktionierender Teil der Customer Journey entstanden ist. Das geht nur, wenn man nicht mit vielen Agenturen zusammenarbeitet (siehe oben), sondern die Arbeit auf schnellem Wege inhouse erledigt. Diese Fähigkeit haben viele Konzerne nicht mehr. Konzerne betreiben oftmals langwierige Risikominimierungsprozesse, lassen sich die vermeintliche 100-Prozent-Lösung für viel Geld bauen und messen erst am Ende dieses Prozesses den Erfolg. Mit diesem Vorgehen sind sie zu langsam, um zu lernen, was die Kund*innen wirklich anspricht. Das Learning: Konzerne sollten mehr Mut zum Ausprobieren an den Tag legen. Der Mut zum Messen und Optimieren macht heute eine*n gute*n Strateg*in aus. Und Risikominimierungsprozesse bitte nur dann, wenn es um wirklich viel Geld auf einen Schlag geht.

Stakeholder-Appeasement vs. uneingeschränkter Fokus auf die Nutzer*innen

 In etablierten Unternehmen werden Marketing-Maßnahmen durchaus auf die Vorlieben der Vorstände ausgerichtet. Da kommt es schon mal vor, dass die Out-of-Home-Plakatkampagne auch auf den Arbeitsweg des Vorstandes optimiert wird oder die neue Website als Desktop-First-Version zur Abnahme vorgestellt wird, weil der Vorstand das so kennt. Wenn Testszenarien messbar ergeben, dass die Öffnungsrate in Mobile höher ist als per Desktop und die Mediennutzung im Kern digital ist, dann optimieren Start-ups nur noch auf Mobile – Desktop spielt dann keine Rolle mehr. Start-ups ziehen also schnelle Konsequenzen. Das Start-up-Team denkt nicht darüber nach, was dem Chef gefallen könnte. Vielmehr denken sie darüber nach, welches Ziel ein*e Kund*in mit dem Kauf verfolgt. Markenführung und Marketingplanung mit Hilfe von Personas und der “Jobs to be done“-Methode machen die Kunden zum eigentlichen CMO. Das Learning: Customer first. Immer.

Fazit: Etablierte Unternehmen sind gut beraten, sich einige Dinge bei Start-ups abzuschauen. Angefangen beim zielorientierten Arbeiten über den effizienten Einsatz von Agenturdienstleistern bis hin zum stärkeren Fokus auf Kund*innenwünsche. Diese neuen Wege, die viele Start-ups gehen, werden zunehmend auch von etablierten Unternehmen erfolgskritisch, um in Zeiten des digitalen Wandels weiter zu bestehen und neue Maßstäbe zu setzen.

Über den Autor
Jasper von Hardenberg ist CEO von CRTN.  CRTN ist eine strategische Marken- und Kommunikationsberatung, die besonderen Wert auf die datenbasierte Verknüpfung der Bereiche Brand und Performance legt. Zu den Kunden von CRTN zählen die AOK, die Volkswagen Group oder das Startup Nolte Bier. CRTN ist inhabergeführt und wurde 2018 in Berlin von Jasper von Hardenberg, Andrew Santos und Paul Ledder gegründet.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

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#aktuell, #gastbeitrag, #marketing

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#Gastbeitrag – 5 Fehler, die Startups bei der Kampagnenplanung vermeiden können


Durch die Zusammenarbeit mit zahlreichen Startups haben wir einige Erfahrungen bei der Entstehung und Durchführung von erfolgreichen Kampagnen sammeln können. Dabei sind uns jedoch auch Fehler aufgefallen, die immer wieder begangen werden. Und die Startups nicht nur Zeit und Geld kosten, sondern auch den Erfolg der Kampagne mindern können. Deshalb hier ein paar Tipps für die erfolgreiche Kampagnenplanung.

Zielsetzung

Was will ich mit meiner Kommunikation überhaupt erreichen? Markenbekanntheit aufbauen, Abverkauf, Image-Steigerung, App-Downloads … Wer hier falsche KPIs setzt, investiert möglicherweise in den falschen Kanal. Aber auch das finanzielle sollte im Vorfeld klar geplant sein. Denn Kampagnenziel und Budget müssen aufeinander abgestimmt sein. Bevor überhaupt eine Kampagne geplant wird, sollte man sich fragen, welches das richtige Medium für die aktuelle Entwicklungsphase des eigenen Unternehmens ist. Eine Kampagne zu buchen und das dafür notwendige Budget in die Hand zu nehmen, ist nur dann sinnvoll, wenn man sich mit den Stärken und Schwächen des Mediums auseinandergesetzt hat. Andernfalls wird die gewünschte Wirkung nicht erzielt. 

Zielgruppe 

Wen möchte ich eigentlich erreichen? „Die 14- bis 49-Jährigen” sind schon lange keine Zielgruppe mehr. „Weiblich, überdurchschnittliches Einkommen, hohe Bildung, Großstädter, reiseverrückt, tierlieb”: Je mehr Daten man nutzt, desto gezielter kann die Ansprache sein. Hier denkt man – zurecht – erst einmal über Online- oder Mobile-Marketing nach. Die Digitalisierung hat allerdings längst bei den „klassischen” Medien Einzug gehalten – sei es Digital Out-of-Home oder Addressable TV. Von Werbung in Podcasts, auf Events oder (Print)-Mailings ganz zu schweigen. Mit modernem Targeting kann man seine Zielgruppe heutzutage optimal erreichen. Kombinationen verschiedener Medien haben sich bewährt, um seine Botschaften auf unterschiedliche Art und Weise an den Empfänger zu übermitteln und die Vorteile der unterschiedlichen Kanäle zu nutzen. 

Wer beispielsweise „jeden” in Gesamtdeutschland ansprechen will, ist bei Medien wie TV, Print oder Out-of-Home richtig. Über sie kann schnell immense Reichweite aufgebaut und eine regionale Aussteuerung realisiert werden. In Berlin zum Beispiel sind 94 % der Berliner innerhalb einer Woche über Außenwerbung erreichbar. 

Zeitpunkt

Wann macht eine Kampagne Sinn? Klingt simpel, ist es aber nicht. Als FMCG-Unternehmen, das z. B. Schokoriegel verkauft, ist es bereits effektiv, die Zielgruppe in die Geschäfte zu bewegen, sobald man im Einzelhandel gelistet ist. Die Motive der Kampagne werden die Käufer dazu anregen, im Laden nach dem neuen Produkt Ausschau zu halten. Wer aber z. B. eine App im Finanzsektor launcht, sollte alle relevanten Aspekte im Vorfeld geklärt werden (z. B. Banklizenz), damit die Kunden ein fertiges Produkt vorfinden – Außenwerbung für MVPs in der Finanz- und Versicherungsbranche ist nicht ratsam. 

Es gibt zwei relevante Aspekte, die bei der Zeitplanung zu berücksichtigen sind. 

  1. a) Kannst Du liefern? Werden die Produkte in den Supermärkten erhältlich sein, ist der Online-Shop versandfertig und kann die App oder Website den Ansturm bewältigen? 
  2. b) Welche Jahreszeit ist für das Produkt besonders relevant? Wann macht zum Beispiel eine Kampagne für ein Start-up Sinn, welches die Erstellung und den Druck von Fotobüchern anbietet? Immer dann, wenn Menschen viele Fotos machen: an Feiertagen wie Weihnachten, Silvester, Ostern usw. oder während der Sommer-/Winterferien. Der perfekte Zeitpunkt ist also, wenn alle aus dem Urlaub zurückkommen oder wenn die Ferien vorbei sind und sie diese Momente als Erinnerungen festhalten möchten.  

Wer einen Schritt weiter gehen möchte, kann Inhalte und Motive dynamisch zum Einsatz bringen. Dies fängt schon dabei an, dass unterschiedliche Motive je nach Wetterlage, also Regen oder Sonnenschein, ausgestrahlt werden.

Standort

Wo will ich werben? Oder auch: „Use your f…ing data!” Hier kommt die Mediaplanung ins Spiel. Und die alles entscheidende Frage: Wo hält sich meine Zielgruppe auf? Sei es online oder im wahren Leben. Hier wie dort gilt: Achtet immer auf Brand Safety. Niemand will sein Produkt auf Webseiten sehen, die Inhalte anbieten, die dem eigenen Image widersprechen. 

Wenn man ein bestimmtes Produkt bewerben möchten, das im Einzelhandel erhältlich ist, ist es natürlich sinnvoll, sich auf die Verkaufsstellen des Produktes selbst oder deren Umfeld zu konzentrieren. Nicht jedes junge Unternehmen hat das Budget, um eine stadtweite Kampagne in Berlin zu buchen, aber man kann damit beginnen, kleine Bereiche der Stadt zu dominieren oder direkt kleinere Städte wie Wiesbaden oder Karlsruhe auszuwählen, in denen die Zielgruppe zuhause ist. 

Wo hält sich die Zielgruppe im realen/offline Leben auf?

Elf Millionen Deutsche pendeln tagtäglich und werden mit verschiedenen Medien und Werbeanzeigen konfrontiert, sei es beim morgendlichen Frühstück mit einem Blick in die Zeitung oder in der U-Bahn-Station durch die großformatigen Plakate. Um zu verstehen, wo die Zielgruppe zu finden ist, muss man sie sehr genau definieren: Wo arbeiten sie? Haben sie Kinder, die sie in Schulen, Kindertagesstätten etc. bringen? Welche Freizeitbeschäftigung haben sie und nicht zuletzt, wo wohnen sie eigentlich? Jede dieser Fragen führt zu einem Ort, an dem geworben werden kann. 

Wie genau das geht, zeigt das Beispiel „Mitarbeiter abwerben”: Wer für sein Startup die besten Kandidaten sucht, kann diese entweder auf Business-Netzwerken ansprechen oder direkt beim derzeitigen Arbeitgeber: Startup Büros sind leicht ausfindig zu machen. Und da die Zielgruppe städtisch geprägt ist und eher öffentliche Verkehrsmittel nutzt, ist Werbung in den U-Bahn-Stationen direkt neben den Startup-Büros definitiv eine sehr gute standortbezogene Lösung, um diese anzusprechen. 

Aber pssst … nicht weitersagen!

Umsetzung

So wie Ziel, Ort und Zeit zur Zielgruppe und zum Medium passen müssen, so muss auch das Motiv dem Zweck angepasst sein. Das bedeutet: Was sind die definierten KPIs und erfüllt das Motiv diese Kriterien? Beispiel: Wenn der KPI der Product Sales Uplift ist, dann sollte das Produkt sichtbar sein und ein klarer Call-to-Action als Subline formuliert werden! 

Zu den klassischen Fehlern gehört, dass Kampagnen-Assets nicht variabel produziert werden. Bspw. ein Online-Film gebrieft wird, dieser aber dann auch im TV gezeigt werden soll. Oder dass Motive im Hochformat geschossen werden, die man wenig später als horizontalen Banner verwenden will. Umgekehrt kommt es vor, dass Startups versuchen, eine Print-Anzeige als Out-of-Home-Motiv zu nutzen. Und man auf 15 Metern Entfernung die Schrift nicht mehr lesen kann … 

Was man grundsätzlich beachten sollte, wenn es um das Motiv geht:

  • Konzentrier dich auf eine Botschaft – kurz und prägnant. 
  • Provokation spricht an, der nächste Schritt führt zu Google – so erhält man eine höhere Aufmerksamkeit.
  • Weniger ist mehr – zu viele Bildelemente sollte man vermeiden.
  • Position und Größe von Logo und Markenname – es muss im Gedächtnis bleiben – halte die Elemente groß und positioniere diese im oberen Drittel des Motivs. 
  • Satte Farben – wähle Farben, die zum Corporate Design passen und die Botschaft stützen. Beschränke dich dabei auf wenige prägnante Farben und verwende Kontraste.

Fazit

Es lohnt sich, vor Kampagnenstart noch einmal innezuhalten und auf die 5 Kernpunkte der Planung zu achten. Denn nichts ist schlimmer als verschwendetes Marketing-Budget. (Sagt zumindest der CFO.)

Über die Autorin
Sophie Smikalla betreut beim Außenwerber WallDecaux das Start-up-Förderprogramm Nurture. Startups wie Durst.de oder Too good to go haben dieses bereits erfolgreich durchlaufen und von der Reichweite des weltweiten Marktführers profitiert. Das Programm besteht aus drei Kernbereichen, damit ausgewählte junge Marken ihren Bekanntheitsgrad steigern können: Kreatives Mentoring in den Bereichen Marketing und Design, Data Insights und Kampagnenplanung sowie exklusive Angebote auf den WallDecaux-Medien. Startups sollen dadurch an das Medium Out of Home herangeführt und darin unterstützt werden, sich zu ausgewachsenen Marktteilnehmern zu entwickeln. 

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): WallDecaux

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#Anzeige – Warum die Zeit für Zebra-Start-ups gekommen ist


Vor unseren Augen entsteht ein Gründer:innen-Typus neuer Art: Marcella Hansch, die mit Pacific Garbage Screening die Weltmeere von Plastik reinigen möchte. Philipp Zajac von Rehago, der mit seinem Team VR-Anwendungen entwickelt, die erkrankten Menschen zurück in den Alltag helfen. Robert Heinicke von Breeze, der die Luftqualität von Städten verbessern will. Sie alle adressieren gesellschaftliche Herausforderungen. Und sie möchten damit ein tragfähiges Geschäftsmodell aufbauen. Von ihnen gibt es Hunderte allein in Deutschland – doch noch fliegen viele unter dem Radar. Zeit, das zu ändern! 

Gesellschaftliche Probleme erfordern auch unternehmerische Ansätze 

Wir stehen weltweit vor neuen Herausforderungen aus ganz unterschiedlichen Richtungen: Die Digitalisierung prägt unser Leben und Arbeiten neu, ja führt gar zu massiven Umwälzungen. Es gibt mehr Menschen als je zuvor auf diesem endlichen Planeten, die immer älter werden. Wir sehen uns mitten in einem Klimawandel, der einschneidende Veränderungen mit sich bringt. Technologie kann und wird in der Begegnung gesellschaftlicher Herausforderungen ein großer Teil der Lösung sein. 

Natürlich erfordern soziale Probleme Antworten politischer Natur – auf lokaler und globaler Ebene. Und ohne Frage spielt der Non-Profit-Bereich bei der Adressierung gesellschaftlicher Herausforderungen eine immens wichtige Rolle. Doch das allein reicht nicht. Es braucht ein starkes Zusammenwirken aller Kräfte, jedes und jeder Einzelnen und insbesondere der Wirtschaft – die einen Teil der Probleme mitverursacht. Die Lösung liegt langfristig nicht in Kompensation, sondern in der Verankerung von Nachhaltigkeit als integralen Teil des wirtschaftlichen Wirkens. Besonders großes Potenzial liegt in jungen Unternehmen, die Lösungen zu Klimaschutz, Gesundheit, sozialen Fragstellungen beitragen und damit langfristig tragbare Geschäftsmodelle aufbauen. Wenn das gelingt, gewinnen sie Einnahmequelle beziehungsweise das Interesse von Investoren und sichern sie sich Zukunftsfähigkeit unabhängig von Fördermitteln – die eine wichtige Rolle bei der Starthilfe spielen. Diese Zebra-Start-ups sehen wir als Katalysator für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft.

Zeichen stehen auf Wandel 

Es gibt viele kleine und große Anzeichen, dass ein Umdenken auf großer Ebene stattfindet. Anschub für die Debatte geben 2019 eine Reihe US-amerikanischer Unternehmenslenker:innen, die in einem gemeinschaftlichen Brief zumindest gute Absichten und sich zu einem neuen Fokus auf „Stakeholder Value“ bekennen. Fortgeführt wird die Diskussion mit dem „Davoser Manifesto 2020“, das zu einem grundsätzlichen Umdenken in der Wirtschaft motiviert und gleichfalls fordert, Interessen aller Stakeholder in Balance zu bringen. Auch aus der Finanzbranche kommt Unterstützung: Neben VC-Gebern wie beispielsweise Bon Venture in Deutschland, die seit vielen Jahren soziales Risikokapital im deutschsprachigen Raum vergeben, lenken auch große Vermögensverwalter den Blick auf Nachhaltigkeit als Bewertungskriterium für Investments. 

Doch nicht nur aus der Wirtschaft, auch aus der Politik kommen positive Signale. Der Green Deal auf europäischer Ebene, mit dem Ziel, Europa bis 2050 zum CO2-neutralen Kontinent zu machen, ist eine politische Initiative neuer Qualität – in Umfang und Inhalt. Erst kürzlich wurde ein weiterer wichtiger Meilenstein für den Social Entrepreneurship Sektor erreicht: Der Beschluss des Antrags der Regierungsfraktionen CDU/CSU und SPD zur Förderung von sozialen Innovationen am 29. Mai stellt Unterstützung für die bislang zu wenig beachtete Szene in Aussicht. Das zeigt, die Bedeutung und Relevanz von jungen Unternehmen, die digitale Potenziale nutzen und sowohl soziale als auch wirtschaftliche Zielsetzungen vereinbar machen, ist nicht nur im Start-up-Ökosystem und in der Gesellschaft angekommen, sondern auch in der Politik. Besonders vielversprechend erachte ich den Vorschlag, mehr soziale Innovationszentren oder soziale Innovations-Hubs aufzubauen – wie es sie beispielsweise mit den Impact Hubs bereits gibt – und diesen Aufbau finanziell zu unterstützen.

Rolle von Technologie-Unternehmen 

Technologieunternehmen sind aus vielfältigen Gründen prädestiniert dafür, die Bemühungen zu unterstützen, bessere Rahmenbedingungen für soziale Innovationen zu schaffen. Sie können nicht nur Anschlussfähigkeit an eigene Produkte und damit Reichweite schaffen. Neben dieser und finanzieller Förderung, sind es vor allem Vernetzung, Know-how und Aufmerksamkeit, die wir beitragen können. Diese Form der Unterstützung bieten wir seit einigen Jahren für soziale Innovationen in verschiedenen Entwicklungsstadien mit unterschiedlichen Programmen. Unser Engagement verstärken wir nun mit einem Accelerator-Programm für Zebra-Start-ups in Deutschland. Mit dem Programm “Samsung for Impact” schaffen wir einen größeren Rahmen, mit dem wir vielversprechende Gründungen längerfristig auf ihrem Weg begleiten möchten. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern für das Accelerator Programm SEND und dem Impact Hub in Berlin wollen wir helfen, Early Stage Tech Start-ups mit Aufmerksamkeit, Coachings, Ressourcen und bei der Weiterentwicklung ihres Wirkungs- und Geschäftsmodells zu unterstützen – das schließt die Erschließung potenzieller Finanzierungsquellen ein. Ein Ziel des Programmes ist es, die native wirtschaftliche Tragfähigkeit sozialer Innovation zu begünstigen. Dies legt am Ende den Grundstein für nachhaltige Gründungen, die Kapitalinvestments organisch anziehen. 

Das Accelerator Programm startet mit vier vielversprechenden Kandidaten, die sich im vergangenen Jahr qualifiziert haben. Perto und Stabl nutzen datenbasierte Lösungen, um mit effizienten Alternativen zu bestehenden Ansätzen einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Fimo und Varomo entwickeln digitale Lösungen im Healthcare-Bereich, die sich künstliche Intelligenz zunutze machen, um die Lebensqualität erkrankter oder beeinträchtigter Menschen zu steigern. Den Abschluss des Programms bilden Demo Days im Herbst. Parallel startet in Kürze die Bewerbungsphase für eine neue Runde des Accelerator-Programms – und damit eine neue Chance für Start-ups mit Impact. 

Zum Autor
Steffen Ganders ist Director Corporate Affairs bei Samsung Electronics.

Start-ups mit Impact powered by Samsung

In unserem Themenschwerpunkt “Start-ups mit Impact” berichten wir regelmäßig über die Zebras unter den Start-ups. Wir begleiten die Geschichten von Gründungsteams mit innovativen technischen Lösungen, die nachhaltige und wirtschaftliche Ziele gleichermaßen verfolgen. Die Rubrik wird gefördert von Samsung in Partnerschaft mit dem Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland und dem Impact Hub Berlin, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, an besseren Rahmenbedingungen für soziale Innovationen mitzuwirken. In der Artikelreihe beleuchten wir das Potenzial der Zebra-Szene. Weitere Infos bei: Samsung for Impact.

Foto (oben): Samsung

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#Gastbeitrag – Stock-Bilder: Darauf sollten Startups bei der Auswahl achten


Ob auf dem Corporate Blog, im Newsletter oder im Social Web: Bilder tragen nicht nur zur Identität einer Marke bei, sie lösen auch Emotionen beim Betrachter aus und können ihn zum Handeln motivieren. Doch besonders für kleine Unternehmen und Startups ist es oft eine große Herausforderung, die richtigen Bilder aus den überfüllten Online-Datenbanken herauszufiltern. Denn: Häufig wissen sie nicht genau, worauf man achten muss und haben keine Zeit, sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen. Am Ende greifen viele deshalb immer wieder auf dieselben, uninspirierten Stock-Bilder zurück. Dabei ist es gar nicht so schwierig, Empfänger zu inspirieren und die eigene Marke sichtbarer zu machen – wenn die richtigen visuellen Mittel ausgesucht werden. 

Lifestyle-Bilder verbinden

Wir lieben Lifestyle-Bilder, mit denen wir uns identifizieren können. Positivität, Lebendigkeit, „aus dem wahren Leben gegriffen“ – Bilder mit diesen Kriterien steigern Aufmerksamkeit. Betrachter wollen reale Bilder und erwarten, dass sie sich selbst und ihre subjektive Welt darin wiederfinden, so eine aktuelle Studie von iStock by Getty Images. Doch wie sieht die Welt der Betrachter aus? Die einfachste Methode, positiven Anklang zu finden, ohne dafür den Empfänger in- und auswendig zu kennen, ist die Authentizität. Marken müssen beweisen, dass ihre Bilder echt sind, sonst werden sie vielleicht irgendwann nicht mehr ernst genommen. Eine Verbindung zum Betrachter schaffen wir also nur mit Bildern, die Menschen in all ihren Facetten zeigen und ihr Leben authentisch spiegeln. Tatsächlich sagen 80 Prozent der kürzlich im Rahmen der Studie befragten Personen, dass Unternehmen Menschen mit allen Körperformen und -typen zeigen sollten. 68 Prozent der Befragten wünschen sich von den Unternehmen, bei denen sie kaufen, einen Sinn für Diversität.

Abstrakte Hintergründe vielseitig einsetzen

Es ist nicht leicht, unterschiedliche Kunden, die sich in verschiedenen Lebensphasen befinden, mit visuellen Inhalten zu bedienen. Welches Bildmaterial schafft es, eine Verbindung zu allen Menschen herzustellen? Die Lösung ist einfach: Konzentrieren Sie sich auf den Hintergrund. Ein heller, dramatischer, abstrakter Hintergrund eignet sich wunderbar für die verschiedensten Objekte. Zudem funktionieren sie so universell, dass sie nahezu für jede Stimmung – ob positiv oder negativ – eingesetzt werden können. Sie verleihen Inhalten einen Farbakzent, sind einfach zu beschneiden und über eine Vielzahl von Größen und Medien hinweg zu verwenden.  

Illustrationen für mehr Transparenz 

Inzwischen gibt es viele Marken, die versuchen, ihre Kunden „hinter die Kulissen“ zu versetzen und ihnen einen 360-Grad-Blick in ihr Geschäft gewähren. Das ist schlau, denn: 74 Prozent der befragten Verbraucher geben an, dass sie wissen wollen, wie ihre Produkte, die sie kaufen, hergestellt werden. Während einige Unternehmen mehr Transparenz zeigen möchten, kann die Erstellung von Inhalten „hinter den Kulissen“ jedoch zeitaufwändig und teuer sein. Illustrationen hingegen sind eine einfache und effektive Art und Weise der Kommunikation von Geschäftspraktiken. Sie ermöglichen es, den Lebenszyklus eines Produkts – von der Idee über die Erstellung bis hin zum Vertrieb – zu visualisieren. Auch das Unternehmen selbst kann beispielsweise mit einer Zeitleiste, die die Unternehmensgeschichte erzählt, in den Vordergrund gestellt werden. Illustrationen funktionieren in allen demografischen Bereichen und sind in einer Vielzahl von Formaten erhältlich, die zu jedem Branding passen. Ein weiterer Vorteil:  Illustrationen haben eine langanhaltende Anziehungskraft und müssen dementsprechend nicht ständig aktualisiert werden.  

Kuratoren als Mentoren nutzen

Inspiration kann man sich inzwischen fast überall holen – also, wieso nicht von den Profis lernen? Kuratoren stellen ständig eine Vielzahl von tollen und wirkungsvollen Fotos online zur Verfügung. Die freizugänglichen Bibliotheken sind großartige Orte, um selbst kreativ aktiv zu werden und nach neuen Anreizen zu suchen. Oft haben Kuratoren ihre Sammlungen nach bestimmten Themen, Farben oder Konzepten geordnet. So unterstützen sie dabei, mit täglich neuen und aktuellen Inhalten die richtigen Ideen für das eigene visuelle Branding auszuwählen. 

Ein kleines Unternehmen oder ein Startup zu führen, ist keine leichte Aufgabe. Doch mit diesen Tricks haben Kleinunternehmer heute viele Möglichkeiten, hochwertige, inspirierende visuelle Darstellungen auszuwählen, die sie beim Aufbau ihrer Markenidentität unterstützen. So können sie eine emotionale Bindung zu Kunden herstellen und der Konkurrenz immer einen Schritt voraus sein. 

Über die Autorin
Jacqueline Bourke ist Senior Manager, Creative Insights bei iStock by Getty Images.

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#Gastbeitrag – 5 wertvolle Krisen-Tipps für Startups


Die Corona-Krise hat dramatische Auswirkungen auf die Wirtschaft. Auch viele Startups sehen sich mit Umsatzeinbrüchen von bis zu 100 % konfrontiert. Des Weiteren ist nicht klar, wie sich die Pandemie und die Weltwirtschaft in näherer Zukunft entwickeln wird, wie lange stürmische Zeiten für Unternehmen herrschen und vor allem wie leicht sich Startups aktuell und in näherer Zukunft mit „frischen Kapital“ versorgen können. Hier 5 wertvolle Tipps, um möglichst gut durch die derzeitige Krise zu gelangen.

Insolvenzantragspflicht vorerst ausgesetzt

Genau in solchen Ausnahmesituationen wie jetzt zeigt sich, dass der Spruch: „Liquidität vor Rentabilität“ noch immer Gültigkeit besitzt. Denn durch die Corona-Krise geht vielen Unternehmen, unter anderem Startups, die sich bereits durch Umsatzerlöse (und nicht (nur) durch Investorengelder) finanzieren, das Geld aus, weil die Umsätze einbrechen. Aber auch die Durchführung von Kapitalerhöhungen und die Gewinnung von neuen Investoren dürfte in der aktuell unsicheren Zeit für die meisten Startups deutlich schwieriger sein erwartet Elisa Lutz.

Um einer Insolvenzwelle entgegen zu wirken, wurde die Pflicht des Geschäftsführers zur Anmeldung der Insolvenz für eine durch Covid-19 bedingte Zahlungsunfähigkeit vom deutschen Gesetzgeber bis September 2020 ausgesetzt. Damit wird Unternehmen und vor allem auch Startups etwas finanzielle Luft ermöglicht. Normalerweise wäre der Geschäftsführer nämlich verpflichtet, bei Krediten und anderen Zahlungsverpflichtungen, die nicht in absehbarer Zeit beglichen werden können, innerhalb von drei Wochen Insolvenz anzumelden. Andernfalls bestünde eine Insolvenzverschleppung in welcher der Geschäftsführer persönlich in Haftung genommen werden kann.

Natürlich gibt es gewisse Bedingungen, die zu erfüllen sind, um von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen. Es darf beispielsweise nicht bereits eine Zahlungsunfähigkeit zum 31.12.2019 vorgelegen haben. Des Weiteren dürfen keine anderen Umstände vorliegen, die nahelegen, dass eine erfolgreiche Sanierung des Unternehmens zukünftig nicht gegeben ist.

Corona-Matching-Fazilität – Verdoppelung der Liquidität

Nicht nur Liquidität zur Deckung der Fixkosten ist wichtig, sondern darüber hinaus Finanzmittel, die es erlauben, in das eigene Business zu investieren, um noch schneller aus dem Umsatztief herauszukommen und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu legen.

Eine solche Möglichkeit stellt für Startups die jüngst angekündigte „Corona-Matching-Fazilität“ (CMF) der zur staatlichen KfW-Bankengruppe gehörenden KfW Capital dar. Dabei handelt es sich um die Säule 1 der Hilfen des Bundes für Startups und junge Wachstumsunternehmen. Die Finanzierungshilfen unterstützen Venture Capital (VC)-fondsfinanzierte Startups und junge Wachstumsunternehmen, die während der Corona-Krise Finanzierungsbedarf und einen starken Deutschlandbezug aufweisen. Voraussetzung ist zudem, dass die Startups und jungen Wachstumsunternehmen bis zum 31.12.2019 keine finanziellen Schwierigkeiten hatten.

Private VC-Investoren müssen dazu bei der KfW Capital einen Antrag stellen und akkreditiert werden. Es besteht dann die Möglichkeit, den Investitionsbetrag der Privatinvestoren durch die öffentlichen Gelder zu verdoppeln. D.h. Finanzierungsrunden bis 31.12.2020 werden durch Bundesmittel über die KfW Capital oder den Europäischen Investitionsfonds (EIF) „gespiegelt“. Bei den Startups muss es sich um „junge“ innovative Unternehmen mit einem zukunftsfähigen Geschäftsmodell handeln, die aufgrund von Corona in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind.

Finanzielle Sofort- und Überbrückungshilfe

Natürlich muss auch Geld zur Verfügung stehen, welches die laufenden Betriebskosten, wie Mieten, Kredite, Leasingraten, etc. abdeckt. Aus diesem Grund gewährt der Bund nicht zurückzuzahlende finanzielle Hilfen. Das Nachfolgeprogramm der staatlichen „Soforthilfe“ stellt die sog. „Überbrückungshilfe“ dar. Die Überbrückungshilfe ist für kleine und mittelständische Unternehmen, kurz KMU, gedacht. Nach der Definition der EU-Kommission sind Unternehmen mit bis zu 249 Mitarbeitern und maximal 50 Millionen Euro Umsatz beziehungsweise einer Bilanzsumme von 43 Millionen Euro antragsberechtigt – und dementsprechend auch die meisten Startups. Das Geld können kleine und mittelständische Unternehmen beantragen, die im April und Mai 2020 zusammengenommen einen Umsatzeinbruch um mindestens 60 % gegenüber den entsprechenden Vorjahresmonaten erlitten haben und die auch in der Zeit von Juni bis August mehr als 40 % Umsatzminus gegenüber 2019 zu verzeichnen haben. Für Startups, die erst nach April 2019 gegründet wurden, zählen die Monate November und Dezember des vergangenen Jahres – noch jüngere Startups haben nach Einschätzung des bekannten Steuerexperten Sick leider keine Chance auf das neue Zuschussprogramm. Antragsberechtigte Unternehmen können für die drei Monate von Juni bis August 2020 maximal 150.000 Euro erhalten. Die Zahlungen erfolgen aber gestaffelt und abhängig vom Umsatzrückgang.

Kreditfinanzierungen

Um zusätzliche Liquidität zu generieren, sollte zudem versucht werden zusätzliche Kredite bzw. Kreditlinien zu beantragen. Da es jedoch vor allem in Krisenzeiten noch größere Herausforderungen bei der Einschätzung von Risiken gibt als sonst und sich oft die Haftungsfrage im Fall der Fälle stellt, kamen zahlreiche neue staatliche Hilfsprogramme auf den Markt, wonach der Bund direkt oder indirekt einspringt, sollte das Darlehen an die Hausbank nicht zurückbezahlt werden können. Ob ein Startup die Antragsvoraussetzungen erfüllt und welches der Programme am geeignetsten ist, sollte im konkreten Einzelfall individuell geprüft werden.

Es sind verschiedene Nachbesserungen bei bestehenden und die Einrichtung neuer Kreditprogramme mit Vorzugskonditionen vorgesehen, bei denen die KfW – auch gemeinsam mit anderen Kreditinstitutionen zusammen – neue Kredite bereitstellt bzw. eine Kreditvergabe für die Hausbanken attraktiver macht.

Doch auch hier wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Es gibt Begrenzungen bei der Höhe der Kredite. Im Wesentlichen ist die Darlehenssumme in der Höhe begrenzt durch entweder das Doppelte der jährlichen Lohnsumme für 2019 oder 25% des Jahresumsatzes 2019 oder den spezifischen Liquiditätsbedarf des begünstigten Unternehmens für die nächsten 12 bzw. 18 Monate. Entsprechende Kredite müssen weiter über die Hausbank beantragt werden. Problematisch für viele Startups dürfte sein, dass eine weitere Voraussetzung ist, dass der Antragssteller seit drei Jahren existiert und mindestens über eine Unternehmenshistorie mit aussagefähigen Jahresabschlussunterlagen von zwei Geschäftsjahren verfügt.

Auch an der Steuerschraube wurde kräftig gedreht

Die Finanzverwaltung hat eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um zu einer finanziellen Entlastung der Unternehmen beizutragen. Betroffene Unternehmen können steuerliche Stundungen, vor allem für die Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer, beantragen. Dies sorgt für kurzfristige Entlastung, da Liquidität im Unternehmen gehalten werden kann. Zusätzlich wurde die Anpassung der Vorauszahlung verschiedener Steuern maßgeblich vereinfacht. Dies geht soweit, dass sogar bereits zu viel geleistete Zahlungen rückerstattet werden können. Ebenfalls zu eruieren ist zudem die Inanspruchnahme von Kurzarbeit sowie sonstige Kostensenkungsmöglichkeiten. Auch hier gilt es, mit einem Steuerexperten an der Seite alle geeigneten Möglichkeiten vollends zu erkunden und auszuschöpfen.

Zuletzt sind die Finanzämter angewiesen bis Ende 2020 auf die Vollstreckung von überfälligen Steuerschulden zu verzichten und durch die Krise entstandene Zinsen oder zinsähnliche Instrumente (z.B. Säumniszuschläge, Stundungszinsen) zu erlassen. Weitere Stundungsmöglichkeiten bei extrem angespannter Liquidität (z.B. Lohnsteuer oder Sozialversicherungsbeiträge) sind im Einzelfall zu prüfen.

Fazit
Es gibt also eine breite Palette an staatlichen Unterstützungen, Stundungsmöglichkeiten, Zuschüssen und Finanzierungsprogrammen. Je intensiver und nachhaltiger sich die Krise entpuppt, desto kreativer werden auch die Finanzierungsformen. Derzeit werden von Startups neben direkten Kapitalbeteiligungen verstärkt partiarische Darlehen, Genussrechte oder auch stille Beteiligungen nachgefragt. Diese ermöglichen es Investoren am eigenen unternehmerischen Erfolg teilhaben zu lassen und gleichzeitig das Startup mit Liquidität zu versorgen. Wichtig bei der Beteiligung von Investoren sind für das Gründerteam natürlich immer die Konditionen der Kapitalüberlassung – d.h. welche Bewertung hierfür zu Grunde gelegt wird bzw. welche Verzinsung hierfür zu bezahlen ist. Die Gefahr während der Krise neue Investoren gewinnen zu müssen besteht darin, dass aufgrund einer niedrigeren Unternehmensbewertung bzw. des höheren Risikos mehr Anteile „abgegeben“ werden müssen, als dies vielleicht vom Gründerteam gewollt ist. Wird nicht Eigen-, sondern Fremdkapital aufgenommen, erfolgt aufgrund der Zins- und Rückzahlungsverpflichtung eine Beschränkung der künftigen finanziellen Spielräume – die optimale Finanzierungsform auszuloten, gilt es zusammen mit dem steuerlichen Berater zu überlegen und anschließend zeitnah umzusetzen um zu keinem Zeitpunkt in Liquiditätsengpässe zu gelangen.

Über die Autoren
Steuerberaterin Elisa Lutz ist Steuerexpertin für innovative Branchen wie eCommerce, Blockchain, Kryprowährungen, SaaS und IT-Mandate aller Art sowohl im nationalen als auch im internationalen Kontext und Partnerin der mittelständischen Kanzlei HWS mit Hauptsitz in Stuttgart.”Startup-Steuermann“ Tobias Sick ist bekannter Steuerexperte für ambitionierte Startups und Wachstumsunternehmen, Steuerberater/Wirtschaftsprüfer und ebenfalls Partner bei HWS in Stuttgart, Co-Autor des Buches „Start-up-Guide“ sowie ehrenamtlich Finanzvorstand des Startup Stuttgart e.V.

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