#Interview – Ein Startup, das Beton-Gold flüssig macht


Das Kölner Startup Brickbuy bietet seinen Kunden die Möglichkeit in Immobilien zu investieren oder anteilig zu verkaufen. “Wir möchten Eigentümern die Möglichkeit geben bis zu 49 % der Quadratmeter einer Immobilie zu verkaufen. Ihnen also einen attraktiven Deal anbieten: Sie geben wirtschaftliche Ansprüche an Erlösen aus einem Anteil der Immobilie ab, erhalten dafür Kapital und verpflichten sich dazu die Immobilie weiterhin zu bewirtschaften”, erklärt Gründer Fausto Lorfeo das Konzept hinter Brickbuy.

Im Interview mit deutsche-startups.de stellt der Brickbuy-Macher das Konzept hinter seinem Startup einmal ganz genau vor.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Brickbuy erklären?
Omi, meine Firma gibt Eigentümern – von beispielsweise einer Wohnung in Köln – die Möglichkeit einen Teil der Wohnung zu verkaufen und gleichzeitig weiterhin in der Wohnung wohnen zu bleiben. Wenn ein Eigentümer Geld braucht, muss er also nicht sein Zuhause verkaufen, sondern kann nur einen Teil verkaufen und bekommt durch uns Zugriff auf das eigene Geld, dass in der Wohnung gebunden ist. Auf der anderen Seite können Menschen die ihr Geld investieren möchten diese Anteile kaufen und damit in Immobilien investieren. Das besondere dabei ist, dass ein Eigentümer keine Miete oder Zinsen an Anleger zahlen muss. Dafür gibt ein Eigentümer Anlegern einen sogenannten “Diskont”, also eine Art Rabatt i.H.v. 18 % auf den Wert der Quadratmeter der Wohnung. Wenn beispielsweise der m² 6.000€ Wert ist, verkauft ein Eigentümer den Quadratmeter für 4.920 Euro. Danach ist ein Eigentümer dazu verpflichtet, sich weiterhin um die Wohnung zu kümmern. Dass heißt, er oder sie trägt nach wie vor die Instandhaltungskosten, Verwaltung und Bewirtschaftung. Darum müssen sich Anleger dann also nicht kümmern. Anleger haben also im Gegenzug den Vorteil, dass er (oder sie), die üblichen Nebenkosten und Aufwände von Immobilieneigentum nicht tragen müssen, einen wirtschaftlichen Anspruch an der Immobilie besitzen, keine Kaufnebenkosten bezahlen müssen – also Grunderwerbsteuer, Notargebühren oder Grundbucheintrag – und von der Wertentwicklung der Wohnung profitieren. Wir zeigen laufend an, wie viel die Anteile der Immobilie auf dem freien Markt Wert sind. Wir arbeiten mit einem der größten deutschen Firmen für Immobiliendaten (Immobilienscout24) zusammen und verfolgen durch Zugriff auf diese Daten regelmäßig die Wertentwicklung für jede spezifische Immobilie. Wenn ein Eigentümer seine Wohnung verkauft, erhält der Anleger den vollen Anteil den er ursprünglich erworben hat. In dem Beispiel, dass zum Zeitpunkt des Erwerbs der Quadratmeter-Wert 6.000 Euro war, hat der Anleger also 4.920 Euro für den Anteil gezahlt. Wenn zum Beispiel 10 Jahre später die Wohnung verkauft wird, für einen Quadratmeter-Preis von 8.000 Euro, dann erhält der Anleger 8.000 Euro und hatte in den 10 Jahren keine Aufwände oder Kosten. Wenn jemand vorher sein Geld wiederhaben möchte, kann er die Anteile auch jederzeit auf unserem Marktplatz – ähnlich wie eine Börse – wieder verkaufen. Dazu kommt, dass das in der Grundschuld – also im Grundbuch – abgesichert ist und die Anleger sich sicher sein können, dass sie Ihre Ansprüche an der Wohnung auch bekommen. Das klingt etwas kompliziert, aber im Grunde ist es das nicht. Ein Eigentümer verkauft einen Anteil seiner Wohnung an einen Investor. Wir legen nur die Regeln fest, die sicherstellen das es sich für beide lohnt. Das was es so kompliziert erscheinen lässt, sind die rechtlichen Grundlagen die notwendig sind, um dieses Geschäft möglich zu machen und sicherzustellen, dass sich alle an die Regeln halten.

Welches Problem genau wollt Ihr mit Brickbuy lösen?
Liquiditätsmangel für Eigenheimbesitzer. Wie wir wissen, ist das Eigenheim kein Investment, sondern eine Verbindlichkeit. Wir wollen aus der Verbindlichkeit “Eigenheim”, ein Investment für Anleger machen und im Gegenzug Kapital frei machen für Eigenheim-Besitzer. Win-Win. Immobilieneigentümer, haben innerhalb der eigenen Immobilie Geld und Wohlstand gebunden, aber haben keinen direkten Zugriff auf dieses Kapital. Wenn ein Eigentümer einen etwas größeren Kapitalbedarf hat, kann er lediglich einen Kredit bei der Bank aufnehmen. Das ist mit Zinsen und vor allem Tilgung verbunden, die den Cash Flow des Eigentümers negativ beeinflussen. Wirklich Vorteilhaft ist das nur für die Bank. Wir nennen Immobilien “Beton-Gold”, aber bis dato gibt es nicht die Liquidität und Handelbarkeit die es für Gold gibt. Das möchten wir ändern und gleichzeitig Zugang zu Immobilieninvestments für jeden eröffnen. Warum profitieren nur professionelle Immobilienunternehmen und Banken von Immobilien? Warum kann nicht ein Teil der Eigenheime zu bis zu 49 % in einer Art “Streubesitz” liegen – mit einem “Haupteigentümer” der die Immobilie bewirtschaftet – und damit die Möglichkeit für jeden entstehen vom Immobilienmarkt zu profitieren? Wir möchten Eigentümern die Möglichkeit geben bis zu 49 % der Quadratmeter einer Immobilie zu verkaufen. Ihnen also einen attraktiven Deal anbieten: Sie geben wirtschaftliche Ansprüche an Erlösen aus einem Anteil der Immobilie ab, erhalten dafür Kapital und verpflichten sich dazu die Immobilie weiterhin zu bewirtschaften. Außerdem gibt ein Eigentümer Anlegern einen Preisvorteil, sodass keine laufenden Zahlungen anfallen. Anleger können dann diese Anteile schon mit wenigen hundert Euro erwerben und an der Immobilie beteiligt sein.

Jede Woche entstehen dutzende neue Startups, warum wird ausgerechnet euer Brickbuy Erfolg?
Unser Startup wird ein Erfolg, weil wir zum einen ein Wertangebot und eine Lösung für ein Problem an den Markt bringen, dass es bis dato so nicht gibt und zum anderen weil wir nicht aufgeben. Unser Wertangebot – Liquidität innerhalb einer Immobilie – könnte konzeptionell eine Immobilienkrise abfangen, da Eigentümer nicht plötzlich dazu gezwungen wären die gesamte Immobilie zu verkaufen, sondern auch die Möglichkeit für einen Teilverkauf haben. Wir glauben, dass unsere Idee einen gesellschaftlichen Mehrwert darstellt. Viele Menschen verschreien die aktuellen Immobilienpreise als zu hoch und als erste Reaktion zu Brickbuy könnte eine Kritik sein: “Noch mehr Investments in Immobilien macht das Problem doch nur schlimmer.” Aber dem ist nicht so. Die Preise sind gemacht durch Angebot und Nachfrage und das Angebot im aktuellen Immobilienmarkt besteht nur, wenn jemand die gesamte Immobilie verkauft. Durch Brickbuy könnte ein größeres Angebot entstehen, durch Eigentümer die andernfalls nicht die ganze Immobilie verkaufen würden, weil sie ihr Zuhause nicht verlieren möchten. Dieses größere Angebot bietet Platz für Investmentkapital und der Markt der “ganzen” Immobilien würde potenziell vom Kaufrausch der Investoren entlastet. Wir verstehen nicht, warum ein Eigentümer der seine Wohnung selbst bewohnt, 100% dieser Immobilie besitzen muss oder will. Er braucht doch lediglich 100% der Kontrolle. Das freigewordene Kapital, kann dann anderweitig verwendet werden und ggfs. die Kaufkraft steigern und die Wirtschaft ankurbeln. Wir glauben, dass das vom Markt erkannt wird und wir deswegen erfolgreich werden und zumindest einen positiven Effekt haben können.

Wer sind eure Konkurrenten?
Direkte Konkurrenz gibt es aktuell noch nicht. Es gibt einige tolle Unternehmen wie Exporo oder etwas neuer auf dem Markt Finexity – beide aus Hamburg – aber hier wird sich mehr an die Bedürfnisse der Immobilienunternehmen angepasst und Mezzanine-Kapital zur Verfügung gestellt. Des Weiteren sind die Investments bei diesen Unternehmen häufig gestaltet wie Darlehen, mit prognostizierter Rendite und einer fixen, meist etwas kürzeren Laufzeit von zwei bis fünf Jahren. Ich bin sicher, dass es zeitnah auch direkte Konkurrenz geben wird, ob aus den genannten Unternehmen oder aus dem Bankensektor, aber ich freue mich darauf, dass dieses Angebot für den privaten Immobilienmarkt angeboten wird.

Wo steht Brickbuy in einem Jahr?
In einem Jahr sind wir am Markt etabliert, wachsen fleißig weiter und unser Angebot sowie unsere Marke wird vielen bekannt sein. Vielleicht wird sogar der ein oder andere seine Freunde fragen: “Hast du auch schon Bricks?”

Reden wir zudem über den Standort Köln. Wenn es um Startups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was spricht für Köln als Startup-Standort?
Ich habe auch eine Zeit lang in Berlin gelebt und in einem Startup gearbeitet und ich habe die Zeit genossen. Deswegen kann ich für ich ganz gut vergleichen. Allerdings muss ich sagen, dass Berlin für mich zu anonym ist. Das hat sicherlich auch einen charm und ist für den ein oder anderen eher ein Argument für den Standort Berlin, aber ich fühle mich einfach wohler in Köln. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich in Köln geboren wurde, aber ich empfinde Köln als offener und einladender. Und das gilt auch für die Startup-Szene. In Köln gibt es alle Möglichkeiten für Gründer die es in Berlin auch gibt. Ob es Veranstaltungen und Plattformen sind, Co-Working Spaces und Inkubatoren, Business Angels/VC’s und Mentoren oder das soziale Leben und die Nachtszene. Letzteres zumindest bis Corona kam. Letztendlich ist es aber denke ich Präferenz Sache und kein Standort ist besser als der andere, insbesondere jetzt wird der Standort glaube ich immer unwichtiger.

Was genau macht den Reiz der Startup-Szene in Köln aus?
Ich würde sagen die Kölsche Mentalität ist ziemlich ansteckend und gibt jedem die Möglichkeit recht schnell Anschluss zu finden. Wir sagen “Jede Jeck ist anders” und für mich bedeutet das eine Haltung der Offenheit gegenüber Anderen. Das können andere Leute aus anderen Orten der Welt sein, aber das können im Kontext von Startups auch neue Ideen sein, die willkommen und zelebriert werden. Diese Haltung finde ich toll!

Was ist in Köln einfacher als im Rest der Republik?
Neue Leute kennenzulernen. Ich habe schon in vielen deutschen Großstädten neue Menschen kennengelernt, aber nirgendwo ist das so einfach wie in Köln. Außerdem ist es in Köln am einfachsten ein Bier auszutrinken, Freunde aus Bayern nennen unsere Kölschgläser liebevoll “Reagenz Kölsch”.

Was fehlt in Köln noch?
Die 18, die wirklich bis nach Istanbul fährt. Nein ernsthaft, es gibt sicherlich immer Dinge die besser sein könnten, aber ich finde Köln ist auf einem guten Weg. Sowohl als Stadt als auch als Startup-Standort!

Zum Schluss hast Du drei Wünsche frei: Was wünscht Du Dir für den Startup-Standort Köln?
Erstens: Wieder mehr Start-up-Veranstaltungen, sobald die Pandemie unter Kontrolle ist. Zweitens: Noch mehr gegenseitige Unterstützung. Drittens: Einen Startup-Karnevalsverein.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit circa 400 Startups, über 60 Coworking Spaces, Acceleratoren und Inkubatoren sowie attraktiven Investoren, zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH#Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

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#aktuell, #brickbuy, #fintech, #interview, #koln, #koln-interview

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#Interview – “Wir waren für viele Unternehmen ein digitaler Rettungsschirm”


Beim Berliner Startup Flexperto dreht sich alles um Kundenkommunikation. Das Unternehmen bietet eine Communication Cloud als SaaS Lösung an und stelle diese vor allem vertriebsintensiven Unternehmen aus der Finanz-, Energie oder Telekommunikationsbranche für ihren Vertriebsdialog zur Verfügung. “Als klassisches SaaS-Modell zahlen uns die Kunden eine monatliche oder jährliche Lizenzgebühr für die Arbeitsplätze, die flexperto nutzen”, sagt Mitgründer Felix Anthonj.

Investoren wie hub:raum, der Inkubator der Deutschen Telekom, die IBB Beteiligungsgesellschaft, Berliner Volksbank Ventures und Redstone investierten in den vergangenen Jahren rund 4 Millionen Euro in Flexperto, das 2015 an den Start ging. Inzwischen wirken rund 25 festangestellte Mitarbeiter für das Startup. Zuletzt konnte das Unternehmen stark wachsen: “Die Corona-Krise war für uns echtes Business-Doping. Unsere Nutzungsraten sind innerhalb von zwei Wochen um über 2000 % gewachsen, wir haben unseren Umsatz binnen vier Monaten verdoppeln können”.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Flexperto-Macher Anthonj außerdem über Traditionsunternehmen, Gutscheine und Video-Tutorials.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Flexperto erklären?
Oma, du musst jetzt nicht mehr in die Bankfiliale fahren, weil du nun über dein Tablet ganz einfach mit einem Knopfdruck deinen Bankberater per Videochat sehen kannst, Unterlagen besprechen und auch rechtssicher alles unterschreiben kannst. Alles was du vorher vor Ort machen musstest, kannst du nun auch bequem von zu Hause machen, bleibst gesund und schonst dein Knie. Und das funktioniert, weil deine Bank jetzt unsere Software-Lösung flexperto nutzt.

Hat sich das Konzept seit dem Start irgendwie verändert?
Wir sind in 2013 mit einem Marktplatz für Onlineberatung an den Start gegangen. Endkunden konnten Gesundheits-, Rechts- oder Finanzexperten suchen und dann per Videochat gegen eine kleine Gebühr ihre Fragen klären. 2014 haben wir unser Geschäftsmodell dann hin zu einem B2B-Ansatz gewandelt und stellen seitdem unsere Communication Cloud als SaaS-Lösung vor allem vertriebsintensiven Unternehmen aus der Finanz-, Energie oder Telekommunikationsbranche für ihren Vertriebsdialog zur Verfügung.

Die Corona-Krise traf die Startup-Szene zuletzt hart. Wie habt ihr die Auswirkungen gespürt?
Die Corona-Krise war für uns echtes Business-Doping. Unsere Nutzungsraten sind innerhalb von zwei Wochen um über 2000 % gewachsen, wir haben unseren Umsatz binnen vier Monaten verdoppeln können. Die harte Arbeit der Vorjahre hat sich ausgezahlt und viele Bestandskunden von uns konnten in kürzester Zeit ihren Vertrieb auf digitale Kanäle wie Videochat umstellen, ohne Umsatzeinbußen. Wir waren für viele Unternehmen gewisser Maßen ein digitaler Rettungsschirm.

Wie ist überhaupt die Idee zu Flexperto entstanden?
Im Studium hat es uns gestört, dass wir Informationen im Onlinekanal praktisch ausschließlich in Form von redaktionellem Content, Video-Tutorials oder undurchsichtigen Foren erhalten konntest. Wir waren überzeugt: Für jedes Problem gibt es da draußen einen passenden Experten. Und wir wollten den Weg zu diesem Expertenrat so einfach und flexibel wie möglich gestalten. Auch heute zählt für uns vor allem eins: Das Internet persönlicher machen und den Zugang zu persönlicher Beratung vereinfachen.

Wie genau funktioniert eigentlich euer Geschäftsmodell?
Als klassisches SaaS-Modell zahlen uns die Kunden eine monatliche oder jährliche Lizenzgebühr für die Arbeitsplätze, die flexperto nutzen. Wir haben dabei sowohl eine Lösung für selbstständige und kleinere Unternehmen, als auch eine Enterprise-Lösung, wo wir oft mehrere Tausend Mitarbeiter mit der Lösung ausstatten.

Wie hat sich Flexperto seit der Gründung entwickelt?
Wir sind heute der deutsche Marktführer für die digitale Kundenkommunikation im Vertrieb. Das war insbesondere in den ersten Jahren in den von uns fokussierten traditionellen Branchen, wie Versicherungen und Banken ein sehr steiniger Weg, da auch die Bereitschaft für eine Transformation des Vertriebs nicht wirklich da war. In den letzten zwei bis drei Jahren haben aber immer mehr unserer Zielkunden erkannt, dass sie durch die Onlineberatung sich nicht vom Kunden entfernen, sondern ganz im Gegenteil die Kontaktfrequenz und Kundenzufriedenheit durch den vereinfachten Zugang zu persönlicher Beratung steigt. Vertriebe, die Onlineberatung einsetzen, sind effizienter, kundenfreundlicher und profitabler.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Flexperto inzwischen?
Wir haben heute circa 25 festangestellte Mitarbeiter, wachsen stark profitabel um mehr als 150 % pro Jahr, haben knapp 50 Enterprise-Kunden und über 15.000 Kunden im Mass Market. Zu unseren Groß-Kunden zählen große Versicherungen und Banken, zum Beispiel MLP, DEVK, HUK-Coburg, die W&W Gruppe, Berliner Volksbank, aber auch viele Energiedienstleister, zum Beispiel die EWE aus Oldenburg oder Innogy. Auch im Telekommunikationsmarkt sind wir stark vertreten mit Kunden und Partnern wie EWE und der Deutschen Telekom.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Die deutschen Traditionsunternehmen, insbesondere die Banken, haben viel zu spät erkannt, dass digitale Beratung die Zukunft ist. Jetzt durch die Corona-Krise merken viele, welche Vorteile die Kommunikation über Distanz haben kann – vielleicht für einige die Rettung, da sie zum Handeln gezwungen waren. Aber auch wir mit flexperto haben viel ausprobiert und nicht alles hat funktioniert. Ein Beispiel: In 2014 haben mein Co-Founder Marcel und ich mal versucht Gutscheine für unseren Marktplatz auf dem Berliner Weihnachtsmarkt zu verkaufen – nach sechs Stunden hatten wir ganze 30 Euro verdient und waren durchgefroren. Danach sind wir dann auf den Enterprise-Vertrieb umgestiegen.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?
Enterprise Sales ist nicht einfach. Und Enterprise Sales im deutschen Finanzdienstleistungssektor erfordert enormes Durchhaltevermögen und ein hervorragendes Relationship-Management und Marketing. Wir haben in wenigen Jahren ohne jegliche Vorerfahrung Referenzen aufgebaut, auf die auch die großen Software-Player wie Salesforce nur neidisch blicken können, obwohl sie deutlich mehr Erfahrung, Marketing- und Vertriebsbudget haben. Da sind wir schon ziemlich stolz drauf. Wer heute Enterprise-Sales in einem deutschen Software-Unternehmen lernen möchte, der kommt zu flexperto.

Wo steht Flexperto in einem Jahr?
Wir sind auf einem guten Weg im europäischen Ausland und etablieren uns dort ebenfalls als Marktführer für die digitale Vertriebskommunikation.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Flexperto

#aktuell, #flexperto, #interview, #pivot

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#Interview – Ein Startup, das eine Alternative zu blauen Einwegmasken bietet


Das Kölner Startup AIO bietet “transparente, nachhaltige und dazu noch stylishe Masken” an. Über indiegogo wollte Gründerin Anna Müller zuletzt 30.000 Euro einsammeln. Am Ende sind es 330.000 Euro von über 6000 Leuten geworden. “Unser Produkt bietet eine umweltfreundliche Alternative zu den blauen Einwegmasken, die enorm viel Müll produzieren und in der Natur und den Ozeanen landen und zusätzlich das fragile Ökosystem angreifen”, sagt Gründerin Müller. Im Interview mit deutsche-startups.de stellt die Rheinländerin ihr Startup einmal ausführlich vor.

Wie würdest Du Deiner Großmutter AOI erklären?
Nicht erst seit Corona, sondern bereits seit vielen Jahren, ist die Luft durch Rauch, Ruß, Staub, Abgase, Aerosole, Dämpfe und Geruchsstoffe stark verunreinigt. Insbesondere in den Großstädten kann das ungefilterte Einatmen dieser Luft zu langfristigen und ernst zu nehmenden Krankheiten führen. Dank unserer transparenten Atemschutzmaske ist es aufgrund des eingebauten Filters wieder möglich, dass man frei atmen kann, aber das Gesicht nicht hinter Stoff versteckt werden muss. So siehst du das Lachen deiner Enkel*innen wieder und schützt dadurch, dass du die Maske immer wieder nutzen kannst, auch die Umwelt. Da wir ausschließlich in Deutschland produzieren, stellen wir sicher, dass alle Produktionsschritte richtig ausgeführt werden und verkürzen zugleich den Weg der Produktion.

Welches Problem genau wollt Ihr mit AOI lösen?
Wir, Anna und Teresa Müller, die Gründerinnen von AOI, kamen bereits 2018 auf die Idee der AIO Maske, da wir beide an Asthma leiden und schon jetzt, wie viele andere auch, von der unsauberen Luft direkt betroffen sind. Als wir dann noch eine Dokumentation gesehen haben, die von den Langzeitfolgen durch Feinstaub auf unsere Gesundheit handelt, war dies der Auslöser für uns, daran etwas zu verändern. Das allerdings zwei Jahre später das Thema “Alltag mit Maske”, ausgelöst durch die weltweite Pandemie, in den Fokus der Gesellschaft rückt, haben wir nicht kommen sehen. Unser Produkt bietet eine umweltfreundliche Alternative zu den blauen Einwegmasken, die enorm viel Müll produzieren und in der Natur und den Ozeanen landen und zusätzlich das fragile Ökosystem angreifen. Doch nicht nur gegen unsaubere Luft soll unsere Maske schützen, sondern zugleich einen positiven Mehrwert bieten: Mit jeder verkauften Maske werden gemeinsam mit der Chamäleon Reisen Foundation auf der ganzen Welt Projekte unterstützt. Kleine Organisationen wie die preisgekrönte Sanshil Foundation in Indien, erhalten für jede verkaufte Maske einen Auftrag zur Herstellung von fünf Baumwoll-Mundschutzen für hilfsbedürftige Organisationen und Institutionen in den jeweiligen Ländern. Außerdem werden jeweils 30 % der Spende in Nähmaschinen investiert.

Jede Woche entstehen dutzende neue Startups, warum wird ausgerechnet AOI ein Erfolg?
Zum einen haben wir bereits mehrere Startups als Mentorinnen begleiten dürfen und somit Erfahrungen in den Bereichen Markenaufbau und Marketing, sodass wir uns dies zu Nutze machen konnten und unsere Prozesse und Strategien dementsprechend für AIO optimieren konnten. Zum anderen haben wir seit zwei Jahren eine eigene Performance-Marketing-Agentur, aus der wir weiteres wertvolles Wissen für unser Startups anwenden konnten. All dies vereint sich in einem extrem kompetenten Team, wobei jede und jeder Einzelne das eigene Know-How gezielt einsetzten kann.

Wer sind eure Konkurrenten?
Während der Pandemie sind sehr viele Anbieter und neue Produktansätze rund um Mehrweg-Masken entstanden. Wir begrüßen alle Lösungsansätze, die in der jetzigen Pandemie die Menschen dazu animieren, Masken zu tragen, um sich und ihr Umfeld zu schützen. Falsche Versprechen und Billigware ohne Schutzwirkung geht natürlich gar nicht. Wir haben uns entschieden, statt auf die Konkurrenz zu schauen, all unsere Kraft und Energie auf unser Produkt zu lenken. Unser Anspruch ist es, die Erwartungshaltung unserer Kun- den zu übertreffen und durch die Qualität unserer Maske zu überzeugen.

Wo steht AOI in einem Jahr?
In einem Jahr sind hoffentlich sehr, sehr viele zufriedene und gesunde Menschen mit unseren Masken auf den Straßen. Zudem haben wir bereits weitere sehr interessante Ansätze entwickelt, um weiterhin gegen die Ausbreitung der Pandemie, verschmutzte Luft und die Ausbeutung unserer Natur anzukämpfen. Die Lancierung der ersten Ideen folgt bereits Anfang 2021.

Reden wir über den Standort Köln. Wenn es um Startups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was spricht für Köln als Startup-Standort?
Köln ist übersichtlicher als Berlin, sodass interessante und relevante Kontakte nicht verstreut liegen und man schneller an die wichtigen Kontakte und richtigen AnsprechpartnerInnen für das eigene Startups kommt. Auch das Kölner Netzwerk sollte man nicht unterschätzen! Dadurch, dass Köln zugleich auch Medienstadt ist, ist dies vor allem für den Faktor Außenkommunikation enorm wertvoll.

Was genau macht den Reiz der Startup-Szene in Köln aus?
Wie bereits erwähnt, ist das Kölner Netzwerk überschaubarer und somit gleichzeitig auch engmaschiger – hier kennt jede*r jede*n. Unterstützendes Miteinander statt raue Ellbogenmentalität lautet das Motto, sodass Startups hier von den unglaublichen Möglichkeiten des Netzwerkens profitieren. Darüber hinaus ist noch nicht jede Nische besetzt, sondern man hat mehr Möglichkeiten vor Ort der erste Anbieter seiner Art zu sein.

Was ist in Köln einfacher als im Rest der Republik?
Die Nähe zu den Niederlanden, Frankreich und Belgien ermöglicht schnelle Wege in Metropolen wie Amsterdam, Paris oder Brüssel, doch auch das Ruhrgebiet liegt direkt vor der Tür. An Inspiration und Austausch, sowohl national als auch international, mangelt es hier nicht und gibt es viele spannende Unternehmen, die einiges bewegen wollen.

Was fehlt in Köln noch?
Spannende neue Projekte, wie das X Deck im The Ship in Köln Ehrenfeld sind erst vor wenigen Jahren entstanden – ein Zuhause für GründerInnen und junge Startups, die von Networking, kostenfreien Office Space und Mentoring profitieren. Dies zeigt, dass die hiesige Startup-Szene erst im Aufbau ist. Denn auch die zahlreichen weiteren Co-Working Spaces, die in der Innenstadt zu finden sind, gibt es erst seit wenigen Jahren und ein heißbegehrter Platz ist wie ein Sechser im Lotto. Ich wünsche mir, dass hier noch mehr politische Initiative und auch Förderung in zukunftsträchtige Ideen, die Umwelt und Soziales betreffen, gezeigt wird.

Zum Schluss hast Du drei Wünsche frei: Was wünscht Du Dir für den Startup-Standort Köln?
Erstens wünschen wir uns eine großflächigere Vernetzung von Unternehmen, die die Startup-Phase erfolgreich verlassen haben, die ihr wertvolles Wissen an Neu-GründerInnen weitergeben können. Auch wenn es schon einige coole Formate gibt, wäre es schön, wenn sich die KölnerInnen noch stärker gegenseitig unterstützen würden. Zweitens wünschen wir uns weitere Förderprogramme für junge Menschen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, wie etwa das NRW Gründerstipendium, das uns dabei geholfen hat, unsere Idee in einen Prototyp umzusetzen. Zudem könnte bezahlbarer Wohn- und Arbeitsraum, sowie mehr grüne Mobilität dafür sorgen, dass die Standort-Attraktivität steigt. Drittens wäre es schön zu sehen, dass Kölner Unternehmen stärker in den Fokus der KölnerInnen rücken. Lokalität wird für die KonsumentInnen immer wichtiger, sodass es großartig wäre, wenn ansässige Unternehmen mit Hilfe der Stadt Köln sichtbarer werden.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit circa 400 Startups, über 60 Coworking Spaces, Acceleratoren und Inkubatoren sowie attraktiven Investoren, zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH#Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

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#Interview – “Wir wurden von der Masse an Bestellungen förmlich überrannt”


Beim Kölner Startup Elimba dreht sich alles um Kakao. “Elimba ist das erste Unternehmen weltweit, welches für seinen Kakao nach dem Vorbild der Inkas, die ganze und ungeröstete Kakaobohne, samt der wohltuenden Inhaltsstoffe verwendet, die sonst bei Rösten verloren gehen”, teilen die Rheinländer mit. Zielgruppe sind insbesondere Erwachsene. “Geschmacklich als auch Wirkungstechnisch gibt es kein vergleichbares Produkt auf dem Markt”, sagt Gründer Elias El Gharbaoui.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Elimba-Macher über Gewürze, Südamerika und Löwen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Elimba erklären?
Wenn ich meiner Großmutter unser Startup erklären würde, würde ich sie fragen, ob sie sich noch an den Kakao erinnert, den sie mir damals als Kind gemacht hat. Und jetzt soll sie sich vorstellen, dass es statt diesem flachen und auf Kinder ausgelegten Kakao, Elimba gibt. Ein Kakao der intensiv ist, spannende Gewürze verwendet und sich an dem Geschmack und an den Bedürfnissen Erwachsener orientiert. Wie eine schokoladige Alternative zum Kaffee, die für alle da ist, die sich für bewusste und gesunde Ernährung interessieren. Dann würde sie mich wahrscheinlich fragen, wie das zusammenpasst und ich könnte ihr erklären, dass die Kakaobohne in ihrem ungerösteten Zustand wahnsinnig gesund ist. Magnesium, Antioxidantien und ein Einfluss auf unseren Serotoninspiegel, also unsere Glückshormone, machen Rohkakao einzigartig. Wir nutzen das, indem wir nur hochwertigen Rohkakao und Bio-Zutaten verwenden und zeigen so, dass schokoladiger Genuss deinem Körper und Geist wirklich guttun kann. Bei uns ist „Schokolade macht glücklich“ eben nicht nur ein Mythos.

Welches Problem genau wollt Ihr mit Elimba lösen?
Uns ist aufgefallen, dass fast niemand das Potential von Kakao kennt. In Südamerika ist das ganz anders. Dort haben schon die Mayas und Inkas den Kakao für seine wohltuenden Eigenschaften geschätzt. Wir wollen, dass dieses Verständnis auch bei uns ankommt und die moderne Kaffeehauskultur sowie vegane Ernährung mit Produkten aus Rohkakao bereichern. Dabei setzen wir außerdem auf eine Zubereitungsform, die unsere Sinne anspricht und uns einlädt sich eine Auszeit zu nehmen. Slow Food und Achtsamkeit spielen bei uns eine große Rolle.

Jede Woche entstehen dutzende neue Startups, warum wird ausgerechnet Elimba ein Erfolg?
Mit Elimba erschließen wir einen bisher nicht vorhandenen Markt, da wir das erste Kakaogetränk mit einer erwachsenen Zielgruppe sind. Geschmacklich als auch Wirkungstechnisch gibt es kein vergleichbares Produkt auf dem Markt.

Ihr habt im vergangenen Jahr an der Vox-Show “Die Höhle der Löwen! teilgenommen. Hat sich die Teilnahme für euch gelohnt?
“Die Höhle der Löwen” war für uns ein unglaublich großer Erfolg. Wir haben so viele Bestellungen bekommen und an Bekanntheit gewonnen, dass wir als Unternehmen stark wachsen konnten. Dadurch konnten wir einige Prozesse optimieren, unser Team ist gewachsen und sind nun auch an dem Punkt die ersten neuen Produkte zu launchen. Wer weiß ob wir ohne “Die Höhle der Löwen” auch an diesem Punkt wären – vermutlich aber nicht.

Lief alles so, wie ihr es euch vorgestellt habt?
Wir wurden von der Masse an Bestellungen förmlich überrannt und konnten deshalb nur einen Bruchteil der Ware sofort ausliefern. Daraufhin haben wir allerdings unsere Produktion vergrößert, neue Maschinen gekauft und den Produktionsprozess optimiert. Trotzdem hat es fast drei Monate gedauert bis alle Bestellungen ausgeliefert wurden. Auch wenn diese Zeit für uns nicht einfach war, sind wir dadurch Produktionstechnisch sehr gut aufgestellt und haben nun die Möglichkeit auch große Kaufanfragen zu bewältigen.

Euer Tipp an andere Gründer, die mit einem Auftritt bei “Die Höhle der Löwen” liebäugeln?
Wir würden jedem*r Gründer*in empfehlen teilzunehmen. Denn selbst wenn man keine passende*n Investor*innen findet, ist es eine unglaublich spannende Erfahrung und außerdem eine Möglichkeit sein Produkt einem großen Publikum vorzustellen.

Reden wir zudem noch über den Standort Köln. Wenn es um Startups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was spricht für Köln als Startup-Standort?
Köln an sich ist relativ überschaubar, aber im Food Startup-Bereich vergleichsweise gut aufgestellt. Außerdem gibt es hier ein sich gegenseitig stark unterstützendes und wohlwollendes Netzwerk in der Szene.

Was genau macht den Reiz der Startup-Szene in Köln aus?
Die Startup-Szene in Köln ist sich untereinander sehr wohl gesonnen und durch die überschaubare Größe sehr eng miteinander vernetzt. Wir haben uns schon öfter ausgetauscht, miteinander kommuniziert und pflegen einen engen Kontakt, den es in anderen Städten so wahrscheinlich nicht gibt.

Was ist in Köln einfacher als im Rest der Republik?
Man kennt Köln ja als weltoffene Stadt, die sagt „Jede Jeck is anders“. Diese Mentalität, die durch Offenheit und Akzeptanz geprägt ist, überträgt sich auch auf die Start-Up Szene. Dadurch werden das Kennenlernen und auch das Zusammenarbeiten sofort sehr angenehm, sowohl im Geschäftlichen als auch im Zwischenmenschlichen.

Was fehlt in Köln noch?
Wir finden, dass es in Deutschland generell schwierig ist, passende Investor*innen zu finden. Das gilt natürlich auch für Köln. Die Capital Venture Kultur oder Gesellschaften sind hier leider nicht so ausgeprägt, wie man sich das als Start-Up wünschen würde.

Zum Schluss hast Du drei Wünsche frei: Was wünschst Du Dir für den Startup-Standort Köln?
Unsere drei Wünsche wären Erstens: Dass sich die Suche nach Investor*innen einfacher gestaltet. Zweitens: Gerne noch mehr Networking-Events, die Startups auch mit etablierten Unternehmen in Kontakt bringen und natürlich. Drittens: Dass die Mentalität der Kölner*innen so bleibt, wie sie ist.

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In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit circa 400 Startups, über 60 Coworking Spaces, Acceleratoren und Inkubatoren sowie attraktiven Investoren, zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH#Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

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#aktuell, #die-hohle-der-lowen, #elimba, #food, #interview, #koln, #reloaded

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#Interview – “Am Anfang habe ich den Workload der Mitarbeiter etwas unterschätzt”


Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Heute antwortet Sanja Bonelli, Gründerin von Herbliz, einer Berliner Kosmetikmarke, die unter anderem Health- und Wellness-Produkte mit Hanföl anbietet.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?
Ohne irgendwelche besonderen Rituale, ganz klassisch. Ich arbeite sehr strukturiert und so vorausschauend wie möglich, nur so kann ich meine Prioritäten im Fokus behalten. Außerdem bin ich wahnsinnig viel unterwegs und pendle zwischen Berlin und Hamburg, da ist Zeitmanagement das A und O. Trotzdem kann natürlich immer etwas dazwischen kommen, denn seit der Gründung ist kein Tag wie der andere.

Wie schaltest du nach der Arbeit ab?
Im Moment gar nicht. Wir haben vor gut einem halben Jahr gegründet und ich habe mich von Anfang an darauf eingestellt, dass es in den ersten Monaten arbeitsintensiv wird. Das ist aber auch in Ordnung, denn ich brenne für unsere Idee und Marke und möchte sie zum Erfolg bringen. Außerdem habe ich Spaß dabei. Da bin ich gerne bereit, Zeit zu investieren. Perspektivisch werde ich natürlich auch anderen Dingen wie Sport wieder mehr Raum in meinem Leben einräumen, aber im Moment bin ich happy, so wie es ist. Wenn ich mir dann doch mal eine kleine Auszeit gönne, entspanne ich natürlich am liebsten mit den CBD-Badekugeln aus unserer Eigenproduktion.

Was über das Gründer-Dasein hättest du gerne vor der Gründung gewusst?
Ehrlich gesagt gibt es nichts, was ich vorher gern gewusst hätte. Ungewissheit, Risiken und auch Fehler gehören zum Gründen dazu. Man sollte sich bewusst sein, dass man die eigene Comfort Zone auch mal verlassen muss, um den neuen Herausforderungen offen und mutig gegenüberzustehen.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?
Eine der größten Hürden war es anfangs alle Aufgaben mit noch sehr wenig Personal zu bewältigen. Da musste man flexibel agieren. Parallel dazu war der Aufbau des Teams anspruchsvoll.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter für sein Startup?
Das ist natürlich positionsabhängig. Ich glaube insgesamt ist die richtige Kombination aus Cultural Fit und Erfahrung ausschlaggebend. Und dann ist es natürlich wahnsinnig wichtig, dass die Leute auch Lust haben und bereit sind, sich wirklich einzubringen, die Anfangsphase mitzutragen, flexibel reagieren können. Jede Idee steht und fällt mit den Leuten, die für sie arbeiten.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?
Am Anfang der Gründung habe ich den Workload der Mitarbeiter etwas unterschätzt, da unser Business so unerwartet schnell gewachsen sind. Daraus habe ich gelernt und schnell in mehr Personal investiert, wodurch die einzelnen Aufgaben besser verteilt werden konnten und der Teamzusammenhalt gestärkt wurde.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer?
Das Wichtigste für mich: im Voraus planen und ganz klare OKRs benennen. Es ist extrem entscheidend, dass alle Mitarbeiter*innen von Anfang an fokussiert und in die gleiche Richtung arbeiten. In den ersten Monaten war bei uns natürlich vieles noch nicht fix, aber wir hatten uns klare Ziele gesetzt und haben erste wichtige Erfolge eingefahren. Die bauen wir jetzt aus und sehen tolle Ergebnisse. Eine gute Struktur und die Mitarbeiter*innen sind entscheidend.

Ohne welches externes Tool würde dein Startup quasi nicht mehr existieren?
Ohne unsere ERP-Plattform, über die wir unser komplettes Business steuern. Mit unserer komplexen Struktur aus verschiedenen On- und Offline-Channels, Retail, White- und Private-Labellösungen müssen wir uns zu 100% auf unser System verlassen können. Nur durch stetige Prozessoptimierung gelingt es uns, das Wachstum unserer vielseitigen Firmenzweige voranzutreiben.

Wie sorgt ihr bei eurem Team für gute Stimmung?
Trotz unseres busy Alltags feiern wir unsere Erfolge – auch die kleinen. Es trägt sehr zur Motivation des Teams bei, dass wir positive Erlebnisse teilen. Neben der ganzen Arbeit nehmen wir uns Zeit für gemeinsame Abendessen und Drinks.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?
Als wir frisch gestartet waren, haben wir einen riesigen Auftrag an Land gezogen, eigentlich viel zu groß für unsere damalige Kapazität. Wir sollten innerhalb von fünf Tagen 10.000 Artikel liefern. Ich habe dem Kunden mit Pokerface zugesagt und wir haben die nächsten fünf Tage und Nächte gearbeitet, um das hinzubekommen. Es war ein großes Risiko und eine große Chance, das haben alle gewusst. Die Mitarbeiter aus den Shops sind abends nach ihrer Arbeit in die Manufaktur gekommen und haben geholfen, nach fünf Tagen hatten wir es tatsächlich geschafft.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

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#aktuell, #beauty, #berlin, #grunderalltag, #herbliz, #interview, #umfrage

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#Interview – “Homebell hat turbulente Zeiten hinter sich, in denen das Unternehmen schnell gewachsen ist”


Das Kölner Unternehmen Portal United, zu dem unter anderem die Handwerker-Plattform blauarbeit.de gehört, übernimmt die Überreste von Homebell. In das gescheiterte Berliner Startup, einem Handwerker-Dienstleister, das die Leistungen von Handwerksbetrieben vermittelte, flossen in den vergangenen Jahren rund 20 Millionen Euro – unter anderem von Rocket Internet, Lakestar, SevenVentures, Kärcher New Venture, Index Ventures, Helvetia Venture und Axa.

Anfangs war Homeball, das 2016 von Felix Swoboda und Sascha Weiler gegründet wurde, im B2C-Segment unterwegs, später folgte der Fokus auf B2B. Angedacht war zuletzt ein größerer Ausbau des Geschäftskundenbereiches, insbesondere für die Bearbeitung von Versicherungs-Schadenfällen. Weswegen wohl auch AXA Deutschland und Helvetia Versicherungen immer weiter in das Unternehmen investierten. Vor wenigen Monaten verschwand Homebell dann ohne große Ankündigungen aus dem Netz.

“Homebell hat turbulente Zeiten hinter sich, in denen das Unternehmen schnell sehr stark gewachsen ist. Der Wunsch der Gründer, Felix Swoboda und Sascha Weiler, die Handwerksplattform international zu betreiben, hat neben anderen Faktoren dazu geführt, dass das Unternehmen nicht die geplanten Umsätze verbuchen konnte. Aus den Herausforderungen und Learnings der letzten Jahre möchten wir nun einen Neustart in Angriff nehmen”, sagt Alexander Oberst, Geschäftsführer von Portal United.

Die Rheinländern wollen sich mit Homebell nun auch im B2B-Segment etablieren. “Wir glauben fest daran, dass das Prinzip funktioniert. Anders als in den vergangenen Jahren, sollen Homebell und die entstehenden Geschäftsmodelle im Bereich B2B unter dem Dach der Portal United GmbH langfristig aufgebaut werden. Wir werden den Fokus und die Investments ganz klar auf die Geschäftsfelder setzen, die sich nach einer ersten Anlaufphase auch als langfristig erfolgversprechende Modelle herausstellen”, führt Oberst aus.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Portal United-Macher außerdem über organisches Wachstum, kundenorientierte Lösungen und finale Entscheidungen.

Homebell ist vor einigen Monaten sang- und klanglos aus dem Netz verschwunden. Nun wandert die Plattform unter das Dach von Portal United. Was sind die Gründe für die Übernahme?
Wir, die Portal United GmbH, die ja mit blauarbeit.de auch das älteste Handwerksportal in Deutschland betreibt, sehen mit der Übernahme von Homebell eine große Chance für die strategische Neupositionierung am Markt. Bisher waren wir ausschließlich im B2C-Geschäft tätig und über viele Jahre erfolgreich. Nun gilt es, vor allem den Handwerksbetrieben, die gemeinsam mit Blauarbeit gewachsen sind, weitere spannende Optionen an die Hand zu geben. Diese sehen wir vor allem im B2B-Geschäft. Homebell hat, auch wenn es noch keinen durchdringenden Markterfolg gab, vor allem systemseitig enorm gute Voraussetzungen dafür geschaffen. Daran gilt es anzuknüpfen und die Fesseln, die es zu Beginn der Homebell-B2B-Phase gab, schnell abzulegen. Vor dem Hintergrund der langfristigen strategischen Denkweise, die uns bei Portal United auszeichnet, sollen nach und nach neue Mehrwerte für Handwerksbetriebe entstehen, sowohl im Bereich B2C, aber vor allem auch im B2B Geschäft.

Seit der Gründung im Jahre 2015 investierten diverse Geldgeber knapp 20 Millionen Euro in Homebell. Die Verluste von Homebell waren fast genauso hoch. Kann das Homebell-Prinzip überhaupt langfristig funktionieren?
Wir glauben fest daran, dass das Prinzip funktioniert. Anders als in den vergangenen Jahren, sollen Homebell und die entstehenden Geschäftsmodelle im Bereich B2B unter dem Dach der Portal United GmbH langfristig aufgebaut werden. Wir werden den Fokus und die Investments ganz klar auf die Geschäftsfelder setzen, die sich nach einer ersten Anlaufphase auch als langfristig erfolgversprechende Modelle herausstellen. Rund um Philipp Hamm, der 2019 schon bei Homebell für das B2B-Geschäft verantwortlich war, soll in Berlin perspektivisch ein neues Team aus motivierten MitarbeiterInnen aufgebaut werden, um mit voller Überzeugung die Potenziale im Bereich B2B auszuschöpfen. Homebell hat turbulente Zeiten hinter sich, in denen das Unternehmen schnell sehr stark gewachsen ist.

Was lief dabei schief?
Der Wunsch der Gründer, Felix Swoboda und Sascha Weiler, die Handwerksplattform international zu betreiben, hat neben anderen Faktoren dazu geführt, dass das Unternehmen nicht die geplanten Umsätze verbuchen konnte. Aus den Herausforderungen und Learnings der letzten Jahre möchten wir nun einen Neustart in Angriff nehmen. Zu Beginn werden wir daher verschiedene Geschäftsmodelle im Bereich B2B im Markt validieren, bevor wir eine finale Entscheidung treffen.

Wie viel vom alten Homebell steckt überhaupt noch im neuen Homebell?
Grundsätzlich gilt die Devise: Wir möchten das, was bei Homebell schon gut angelaufen ist, in die neue Struktur übernehmen. Allerdings werden wir das, was wir durch unsere vorhandene Struktur und unsere langjährige Erfahrung am Markt glauben besser zu können, auch umsetzen. Die Kombination dieser beiden Punkte soll Homebell zum Erfolg führen. Während Homebell zwischenzeitlich in mehreren Ländern aktiv war, konzentriert sich Portal United nach dem Relaunch zunächst auf deutschlandweite Aktivitäten. Daher werden wir Homebell mit Sitz in Berlin unter der Leitung von Philipp Hamm neu aufbauen. Dabei gibt es auf unserer Seite eine große Offenheit, über das ehemalige Homebell-B2B-Geschäft hinaus auch neue Ansätze zu prüfen. Falls Bedarf und Potenzial am Markt besteht, werden wir diese auch angehen. Wir sind sehr stolz darauf, dass uns grundsätzlich trotz der Übernahme nahezu alle bisherigen Handwerksbetriebe weiter ihr Vertrauen schenken. Das möchten wir durch die Bereitstellung von Mehrwert bringenden Lösungen auch zurückgeben.

Homebell war zwischenzeitlich in mehreren Ländern aktiv. Ist dies auch künftig eine Option?
In absehbarer Zeit ist dies nicht geplant, da der Geschäftsaufbau zunächst Schritt für Schritt in Deutschland durchgeführt werden soll und wir organisches Wachstum erzielen möchten.

Zu Portal United gehören auch blauarbeit.de und meister.de. Wie sollen diese Plattformen und Homebell zusammenarbeiten?
Mit der Portal United GmbH schaffen wir Plattformen, über die AuftraggeberInnen zu professionellen HandwerkerInnen und DienstleisterInnen rund um Haus und Grund finden. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung ist hierbei unser oberstes Gebot, um den Endkunden und AnbieterInnen der Dienstleistungen den bestmöglichen Service zu liefern. Unser Ziel ist es, durch die Integration kundenorientierter Lösungen, einen Mehrwert für beide Seiten zu schaffen und ein möglichst breites Angebot im Bereich Dienstleistungen abzudecken. Zur möglichen Zusammenarbeit: Jeder Plattform liegt ein eigenes Geschäftsmodell und eine eigenständige Organisation zugrunde, aber natürlich liegt es auf der Hand, dass die einzelnen Portale auch eng zusammenarbeiten. Ein konkretes Beispiel ist, dass wir an einer übergeordneten Kundendaten-Struktur arbeiten, um für jede/n KundIn, egal ob VerbraucherIn oder HandwerkerIn, am Ende ein passendes Angebot für den jeweiligen Bedarf zu haben. Durch die deutliche Erweiterung unseres Portfolios ist das nun ganz gezielt möglich.

Wo steht Homebell in einem Jahr?
Das mit den Homebell Assets ausgestaltete B2B-Geschäft wird ein sehr gut integrierter und wichtiger Teil der Portal United sein und wird im ersten Jahr “unter neuem Dach” schon enorm von der vorhandenen Expertise profitiert haben. Darauf aufbauend hat sich das Geschäft im Laufe des Jahres 2020 für viele Unternehmen, die im B2B-Bereich Bedarf an Handwerkerleistungen haben, bereits als ein/e wertvolle/r PartnerIn auf Augenhöhe entwickelt.

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#aktuell, #b2b, #berlin, #blauarbeit-de, #homebell, #interview, #koln, #portal-united

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#Interview – “Die familiäre Atmosphäre in Köln ist super”


Sven Witthöft und Tim Breker kämpfen gegen Müll. Mit Vytal wollen sie ein pfandfreies Mehrwegsystem für Lieferessen etablieren. “Je mehr Gastronomen, Händler und Unternehmen mitmachen, desto bequemer ist die Nutzung für Konsumenten”, sagt Mitgründer Breker. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Mitgründer Hellemann einmal ausführlich über den Startup-Standort Köln.

Reden wir über den Standort Köln. Wenn es um Startups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was spricht für Köln als Startup-Standort?
Mit Sicherheit sind die Nähe zu den umliegenden Top-Universitäten sowie der große Konsumentenmarkt des bevölkerungsreichsten Bundeslands zwei Gründe, die für Köln sprechen. Für uns war zudem die Nähe zum Handel ein weiteres wichtiges Kriterium für Köln.

Was genau macht den Reiz der Startup-Szene in Köln aus?
Die familiäre Atmosphäre in Köln ist super und mittlerweile gibt es mit dem xdeck sowie mit dem StartupBoostProgramm von KölnBusiness und WeWork tolle Unterstützungsmöglichkeiten.

Was ist in Köln einfacher als im Rest der Republik?
Menschen kennenzulernen. Die Menschen in Köln sind sehr offen und unprätentiös. Für uns ist das ein entscheidender Faktor im Recruiting.

Was fehlt in Köln noch?
Der Wille und Tatendrang der Kommune, mit Startups zusammenzuarbeiten, kann sicherlich noch wachsen.

Zum Schluss hast Du drei Wünsche frei: Was wünscht Du Dir für den Startup-Standort Köln?
Erstens: Mehr Aufmerksamkeit von (internationalen) VCs und stärkeres lokales Selbstbewusstsein für die Gründerregion. Zweitens: Mehr Mut bei der Kommune für die Zusammenarbeit mit Startups sowie freundlichere Prozesse für nicht deutschsprechende Zugezogene. Drittens: Mehr Fokus auf Nachhaltigkeit, unter anderem auch bei der Mobilität zum Beispiel durch Verbesserung von Taktung und Service der KVB und mehr bzw. bessere Fahrradwege etc.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit circa 400 Startups, über 60 Coworking Spaces, Acceleratoren und Inkubatoren sowie attraktiven Investoren, zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH#Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

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#aktuell, #interview, #koln, #koln-interview, #vytal

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#Podcast – Ich habe schon ein paar Weltuntergänge hinter mir”


Im Interview-Podcast von deutsche-startups.de ist diesmal Gründer, Investor und TV-Löwe Carsten Maschmeyer zu Gast. Seit fünf Jahren investiert der AWD-Gründer über die Vox-Show “Die Höhle der Löwen” in junge Startups. Daneben investiert er über seed + speed auch in weitere junge Unternehmen. Zur Maschmeyer Group gehören aber auch Alstin Capital, ein Geldgeber, der bis zu 10 Millionen investiert, Maschmeyer Group Ventures (MGV), ein Geldgeber, der in den USA sitzt und investiert, und die Vermögensverwaltung Paladin.

Zum Portfolio von seed + speed gehören neben den Investment in der bekannten Vox-Show auch Startups wie Enginsight, Thryve und RightNow. Alstin Capital wiederum ist bei Unternehmen wie Stocard, Nect und Blacklane beteiligt. Gerade der Limousinenservice Blacklane musste zuletzt – also während der Corona-Krise – massiv leiden. Der Umsatz ging massiv zurück. Maschmeyer ist aber zuversichtlich, dass das Grownup in der Post-Corona-Zeit wieder zulegen wird.

Im Interview mit Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, spricht Maschmeyer außerdem ausführlich über Krisen, Staatshilfen und geplatzte Deals bei “Die Höhle der Löwen”.

Interview #15 – Carsten Maschmeyer

Abonnieren: Die Podcasts von deutsche-startups.de könnt ihr bei Amazon Music – Apple Podcasts – Castbox – Deezer – Google Podcasts – iHeartRadio – Overcast – PlayerFM – Podimo – Spotify – SoundCloud oder per RSS-Feed abonnieren.

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#aktuell, #alstin-capital, #carsten-maschmeyer, #die-hohle-der-lowen, #dspodcast, #interview, #podcast, #seed-speed-ventures

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#Interview – “Egal, ob letztlich ein Deal zustande kommt oder nicht. Machen!” #DHDL


Auch in der achten Staffel der Vox-Gründer-Show “Die Höhle der Löwen” treten wieder etliche Gründerinnen und Gründer vor die Jury. In der siebten Folge der aktuellen Staffel ist unter anderem Janine Trappe und Felix Pfeffer, die Gründer von Knödelkult, Semmelknödeln im Glas aus 100 % gerettetem Brot. Im Interview mit deutsche-startups.de stellen die die Knödelkult-Macher ihr Startup einmal ganz genau vor.

Welches Problem wollt Ihr mit Knödelkult lösen?
Wer kennt nicht dieses Problem: Man hat Heißhunger auf leckere Knödel und mal wieder keine Oma zur Stelle, die einem schnell welche kochen könnte. Für dieses – überhaupt nicht konstruierte – Problem gibt es unsere Knödel im Glas. Sie sind schnell und einfach zubereitet, lecker und mit ihrer langen Haltbarkeit auch ideal für den Vorratsschrank geeignet.
Außerdem lösen unsere Knödel noch ein echtes Problem von Bäckereien, die jeden Abend vor der Frage stehen, was nun aus den ganzen unverkauften und dennoch super leckeren Broten werden soll. Wir kaufen Bäckereien ihr übriggebliebenes Brot ab, um daraus unsere Knödel zu machen. So retten wir Tag für Tag jede Menge Brot vor der Tonne und schenken ihm ein zweites knödeliges Leben.

Wie ist die Idee zu Knödelkult entstanden?
Knödelkult ist eine wahr gewordene „Schnapsidee“. Eines Abends saßen wir Gründer bei einem Stammtisch zusammen und diskutierten über das Thema Lebensmittelverschwendung: Jedes Jahr werden allein in Deutschland mehr als 500.000 Tonnen Brot weggeworfen. Eine Deutsche Bäckerei produziert täglich durchschnittlich zehn bis 20 % für die Tonne. Hiergegen wollten wir etwas tun. Unser damaliger Mitgründer und Ingenieur Matze hatte die Idee, eine Maschine für Bäcker zu bauen, die aus altem Brot Knödel machen kann. Die Maschine war schnell vom Tisch, aber geblieben ist das Ziel, gegen das sinnlose Brotsterben anzuknödeln.

Wo steht Knödelkult  in einem Jahr?
Zur Knödelsaison 2021 sollen Knödelliebhaber in ganz Deutschland unsere Produkte im Handel finden. Außerdem planen wir noch neue Knödelsorten und weitere Produkte aus gerettetem Brot.

Warum habt ihr euch entschieden, bei “Die Höhle der Löwen” mitzumachen?
Als junges Unternehmen versucht man ja vieles, um die eigene Marke bekannt zu machen. Wir wollten die Chance nutzen, unser Produkt einem großen Publikum vorzustellen und mit etwas Glück einen Löwen für uns zu gewinnen.

Wie nervös wart ihr kurz vor eurem TV-Pitch?
So ein Pitch vor den Löwen ist natürlich alles andere als eine alltägliche Situation und dann sind da noch die ganzen Kameras. Wir waren definitiv aufgeregt, haben uns dann aber auch schnell eingewöhnt.

Euer Tipp an andere Gründer, die mit einem Auftritt bei “Die Höhle der Löwen” liebäugeln?
Wer ein marktreifes Produkt oder eine Dienstleistung bietet ist unserer Meinung nach in der Show gut aufgehoben. Egal, ob letztlich ein Deal zustande kommt oder nicht. Machen!

Tipp: Alles über die Vox-Gründer-Show gibt es in unserer DHDL-Rubrik. Die jeweiligen Deals und Nicht-Deals gibt es hier: “Die Höhle der Löwen (8. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (7. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (6. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (5. Staffel), “Die Höhle der Löwen – Deals (4. Staffel)“, Die Höhle der Löwen – Deals (3. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (2. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (1. Staffel)“.

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#Interview – “Viele Gründer stellen sich den Weg zu einem erfolgreichen Unternehmen zu einfach vor”


Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Heute antwortet Jonathan Kurfess, Gründer von Appinio, einem Marktforschungsunternehmen.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?
Mein Tag beginnt in der Regel mit einem Blick aufs Smartphone. Ich weiß, das ist nicht der gesündeste Start in den Tag – und ich arbeite daran, mir dieses Verhalten abzugewöhnen –, aber ich checke morgens gerne schnell die Slack- und Mail-Nachrichten. Wenn es mein Terminkalender zulässt, versuche ich dann noch joggen zu gehen und fahre danach mit dem Fahrrad ins Büro und arbeite erst einmal Mails ab. Mein erstes Frühstück nehme ich gegen 11 Uhr zu mir – meistens Müsli.

Wie schaltest du nach der Arbeit ab?
Am besten kann ich abschalten, wenn ich mich nach Feierabend mit Freunden auf einen Drink treffe – im Sommer gern ein Glas Rosé, im Winter eher Rotwein. Auch Sport und Yoga ist ein sehr guter Ausgleich.

Was über das Gründer-Dasein hättest du gerne vor der Gründung gewusst?
Viele Gründer stellen sich den Weg zu einem erfolgreichen Unternehmen zu einfach vor. Ich hatte das zu Beginn auch unterschätzt. Das liegt vermutlich daran, dass wir häufig nur die positiven Start-up-Stories zu hören bekommen und seltener die Geschichten, die die Probleme und Herausforderungen oder gar das Scheitern beschreiben. Jedem sollte klar sein: Der Weg zu einem erfolgreichen Unternehmen ist steinig und zeitintensiv. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich auf jeden Fall trotzdem gegründet, aber ich hätte mich besser darauf einstellen können. Heute sind wir bei Appinio stolz, selbst eine dieser positiven Start-up-Stories zu sein.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?
Da ich kein Entwickler bin, sondern einen betriebswirtschaftlichen Hintergrund habe, brauchte ich zu Beginn jemanden, mit dem ich die Idee umsetzen kann. Das war die erste Hürde, die ich zu nehmen hatte. Damals hatte ich das große Glück, unseren jetzigen CTO Kai Granaß kennenzulernen, der Feuer und Flamme für meine Idee war. Im weiteren Verlauf komplettierte unser jetziger COO Max Honig das mittlerweile eingespielte Führungstrio – die Heterogenität im Management-Team ist sicherlich ein essenzieller Faktor unseres bisherigen Unternehmenserfolgs und die größte Challenge, die man bei einer Gründung hat. Eine weitere Hürde war die Finanzierung: Ich musste ein Darlehen aufnehmen und dadurch privat ins Risiko gehen, weil ich damals nicht zu früh Unternehmensanteile abgeben und durch einen Investor verwässern wollte. Und da wäre noch das Thema Glaubwürdigkeit oder neudeutsch “Street Credibility”: Es ist nicht einfach, mit Anfang 20 eine ganze Branche auf den Kopf stellen zu wollen. Ich musste anfangs häufig sehr dicke Bretter bohren, um in den Chefetagen ernst genommen zu werden. Das ist heute glücklicherweise nicht mehr nötig.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?
Wir hatten im Jahr 2016 eine wilde Phase, in der Appinio unglaublich schnell gewachsen ist. Leider haben wir auf diese Entwicklung damals mit zu vielen Neueinstellungen reagiert, woraufhin ich einige Mitarbeiter*innen kurz darauf wieder entlassen musste. Ich gebe gern zu: Diese Kündigungen auszusprechen war extrem hart für mich. Aber ich habe daraus gelernt: Heute ist ein ordentliches Recruiting und ein optimaler Auswahlprozess ungemein wichtig für uns. Wir treffen die Entscheidungen mit sehr viel Augenmaß und sind uns als Arbeitgeber unserer Verantwortung gegenüber den Mitarbeiter*innen sehr bewusst.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter für sein Startup?
Ich beantworte diese Frage immer anhand von drei Faktoren: Smartness, Begeisterung fürs Produkt und freundliches bzw. leidenschaftliches und überzeugendes Auftreten. Letzteres ist mir persönlich sehr wichtig. Der Drive, also ein gewisser Anspruch, selbst etwas erreichen zu wollen, muss deutlich spürbar sein. Der Lebenslauf kommt erst an zweiter Stelle.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer?
Bleibt hartnäckig! Was Gründer*innen von Nicht-Gründer*innen unterscheidet, ist die Hartnäckigkeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, selbst wenn es ungemütlich wird. Ein paar weitere Tipps: Seid zu 100 Prozent von eurer Idee überzeugt, habt keine Angst vor dem Urteil anderer, habt keine Angst vor dem Scheitern und nehmt euch selbst und andere nicht immer zu ernst. Außerdem: Karma is a bitch. Pflegt einen freundlichen Umgang und ihr erfahrt viel Unterstützung, was gerade als junge*r Gründer*in extrem wertvoll ist. Klingt nach Binsenweisheit, nimmt sich aber nicht jeder zu Herzen und wird unterschätzt.

Ohne welches externes Tool würde dein Startup quasi nicht mehr existieren?
Hubspot als sehr zentrales Tool für Sales und Teile des Marketings, Slite als Wiki, die G-Suite und Slack sind für unser Unternehmen extrem wichtig – auch wenn ich nicht so weit gehen würde zu sagen, dass Appinio ohne diese Tools nicht existieren könnte.

Wie sorgt ihr bei eurem Team für gute Stimmung?
Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie haben wir Wege und Mittel gefunden, die Stimmung innerhalb des Teams aufrecht zu erhalten. Wir haben beispielsweise ein virtuelles Pub-Quiz initiiert und einen Zauberkünstler per Videokonferenz zugeschaltet. Eine gute Stimmung leitet sich aber vor allem über den Erfolg des Unternehmens ab. Wir dürfen uns glücklich schätzen, in der Krise weder Mitarbeiter*innen entlassen noch in Kurzarbeit gehen zu müssen. Im Gegenteil: Das Geschäft läuft gut und wir stellen aktuell sogar monatlich zwei neue Mitarbeiter*innen ein. Eine solche positive Entwicklung innerhalb einer Wirtschaftskrise stärkt den Zusammenhalt des Teams enorm.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?
Die Coronakrise war für uns auf jeden Fall eine wilde Zeit. Wir sind für circa drei Monate ins Home Office gegangen und sind es zum Teil immer noch, was eine starke Umstellung für uns war. Wir haben allerdings gemerkt, dass wir remote ohne Produktivitäts- und Effizienzverlust als Organisation funktionieren. Vom Gefühl her waren wir in Teilen sogar noch effizienter. Das war ein großes Learning für mich. Außerdem ist die Dynamik und das Commitment im Team in dieser Zeit sehr hoch, da alle nochmal eine Schippe drauf gelegt haben und wir so bisher weiterhin profitabel mit deutlich mehr als 100 Neukunden in diesem Jahr durch die Krise gekommen sind.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

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#Interview – “Es ist eine tolle Erfahrung mit einer gewaltigen Lernkurve”


Hinter Vytal verbirgt sich ein digitales Mehrwegsystem mit eigenen Leihschalen für Take-Away- und Lieferessen. Das Startup wurde von Sven Witthöft und Tim Breker ins Leben gerufen. In der fünften Folge der achten Staffel der Vox-Gründershow “Die Höhle der Löwen” investierte Social-Media-Löwe Georg Kofler 450.000 Euro in Vytal. “Wir sind froh, dass wir uns mit Georg Kofler geeinigt haben. Er hat einen guten Riecher für Produkte, die im Massengeschäft funktionieren”, sagt Mitgründer Breker.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Vytal-Macher außerdem über Nachhaltigkeit, Erwartungen und zahlungskräftige Neukunden.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Vytal erklären?
Liebe Oma, unsere Vytal-App funktioniert wie ein Bibliotheksausweis, nur eben für hochwertige Essensverpackungen.  Mit Vytal kannst du dir kostenlos bei mehreren hundert Gastronomen in Deutschland und Österreich auslaufsichere und mikrowellenfeste Vytal-Schalen ausleihen und sie bis zu 14 Tage behalten. Und du musst dafür nichts bezahlen. Damit kannst du dir ganz bequem Essen mitnehmen oder liefern lassen und ohne Verpackungsmüll, aber dafür mit einem guten Gewissen genießen. Finanziert wird unser pfandfreies Mehrwegsystem von Partnern und insbesondere den Gastronomen, die Vytal pro Befüllung bezahlen. Warum sie das machen? Immer wenn sie vergleichbare Einwegverpackungen durch Vytal-Mehrwegschalen ersetzen, sparen sie bares Geld und vermeiden Müll.

Welches Problem genau wollt Ihr mit Vytal lösen?
Alle Zukunftsprognosen deuten auf ein starkes Marktwachstum von Mitnahme- und Lieferessen sowie von To-Go und Convenience Food hin. Der flexible und bequeme Essenskonsum geht heutzutage unweigerlich mit großen Mengen Einwegverpackungsmüll einher. Das muss sich dringend ändern. Mit Vytal müssen sich selbst extrem umweltbewusste Verbraucher keine Sorgen mehr machen wegen des anfallenden Einwegmülls. Sie könne ihr Essen, to-go oder geliefert, ganz einfach mit gutem Gewissen genießen. Vytal macht es leicht, die Umwelt zu schonen,  Jedes Essen in einer Vytal-Schale ist ein kleiner Schritt auf dem Weg Richtung Zero-Waste. Einwegverpackungen sind eine riesige Ressourcenverschwendung und teuer. Jedes Jahr werden Essensverpackungen im Wert von 259 Milliarden Euro produziert und schon nach nur kurzer Benutzung landen sie im Müll, werden verbrannt oder enden schlimmstenfalls in der Natur. Laut einer Studie des Verbands Kommunaler Unternehmen geben Städte und Gemeinden in Deutschland jährlich fast 500 Millionen Euro für die Entsorgung von Abfall aus dem To-Go Verzehr aus. Auch für die Gastronomie sind Einwegverpackungen teuer. Für vermeintlich umweltfreundlichere, so genannte “biologisch abbaubare” Verpackungen  zahlen Gastronomen zwischen 25 und 45 Cent pro Stück, obwohl auch diese in Deutschland in der Regel mit dem Restmüll verbrannt werden. Mit Vytal bieten wir Restaurants, Betriebsgastronomen, Kommunen und Supermärkten die Möglichkeit, Einwegverpackungskosten und -müll einzusparen. Zudem gewinnen Sie über unsere Vytal-App nachhaltigkeitsorientierte und zahlungskräftige Neukunden. Für alle Beteiligten im Vytal-Mehrwegsystem sind die ökonomischen Incentives an der positiven ökologischen Wirkung ausgerichtet. Klingt vielleicht ein wenig modelltheoretisch, aber bei Vytal kannst du genau das intuitiv erleben.

Jede Woche entstehen dutzende neue Startups, warum wird ausgerechnet Vytal ein Erfolg?
Vytal trägt dazu bei, ein elementares Umweltproblem zu reduzieren. Aber nicht über schulmeisterliche Belehrung oder Appelle, sondern durch ein einfaches, digitales Angebot für Konsumenten und Unternehmen. Der Klimawandel, Ressourcenschonung und ein besserer Umgang mit unserem Planeten sind Ziele, die wir über alle Gesellschaftsbereiche hinweg dringend verfolgen müssen. Der Purpose von Vytal ist also hoch aktuell. Obwohl anderswo wie z.B. in Großbritannien das Verpackungsmüll-Problem von to-go food noch größer ist, haben wir Vytal bewusst in Deutschland gegründet. Denn hier haben wir Konsumenten jahrzehntelange Erfahrung mit Mehrweg. Diesen Standortvorteil möchten wir nutzen, um aus Deutschland heraus ein innovatives, digitales Unternehmen aufzubauen, das weltweit unnötigen Plastikmüll reduziert. Wir sind im noch jungen Geschäftsfeld für Mehrwegessensverpackungen aktuell Marktführer und fest entschlossen, diese Position auszubauen. Und im Unterschied zu anderen Anbietern entwickeln wir ein Mehrweg-Ökosystem, das weit über die Mitnahme- und Liefer-Gastronomie hinausgeht. Das ist extrem wichtig. Aufgrund von Netzwerk- und Skaleneffekten ist der Mehrwegmarkt ein “Winner-takes-it-all” Geschäft, in dem wir mit unserem erfahrenen, gut vernetzten und handlungsschnellen Team sowie mit unseren Investoren gute Chancen haben, viele lokale Märkte schnell zu gewinnen.

Ihr habt gerade an der Vox-Show “Die Höhle der Löwen! teilgenommen. Hat sich die Teilnahme für euch gelohnt?
Absolut. Vytal ist ein Plattform-Modell, das stark von Netzwerkeffekten profitiert: Je mehr Gastronomen, Händler und Unternehmen mitmachen, desto bequemer ist die Nutzung für Konsumenten. Und auch andersherum gilt: Je mehr Konsumenten mitmachen, desto wichtiger ist es für unsere Vytal B2B-Partner, Vytal als Verpackungsoption anzubieten. Bereits vor der  Ausstrahlung von “Die Höhle der Löwen” konnten wir trotz minimaler Ausgaben für Konsumentenmarketing unsere Transaktionszahlen stark steigern, was u.a. auch an der hohen Nutzungsfrequenz im Mehrwegmodell liegt, bei dem die Kunden in der Regel bei der Schalenrückgabe eine weitere Vytal-Schale mit leckerem Essen ausleihen. Durch die Reichweite der TV-Ausstrahlung konnten wir zudem die Anzahl an Vytal-Nutzern deutlich steigern.Lief alles so, wie ihr es euch vorgestellt habt?Wir sind ehrlicherweise ohne große Erwartungen an den Ausgang in die Gründershow gegangen. Wir waren gespannt, wie Nico Rosberg tickt, der als neuer Investoren-Löwe – zumal mit Fokus auf Nachhaltigkeit – für uns interessant und gleichzeitig vorab schwer einzuschätzen war. Auf die Diskussion zu unserer Bewertung waren wir gut vorbereitet und wir sind froh, dass wir uns mit Georg Kofler im Rahmen unseres vorab gesetzten Verhandlungsspielraums geeinigt haben. Er hat einen guten Riecher für Produkte, die im Massengeschäft funktionieren.Dein Tipp an andere Gründer, die mit einem Auftritt bei “Die Höhle der Löwen” liebäugeln?

Ich kann jedem Gründer nur empfehlen, sich in “Die Höhle der Löwen” zu trauen. Es ist eine tolle Erfahrung mit einer gewaltigen Lernkurve. Neben einer guten Vorbereitung wäre zudem mein Tipp, einfach Spaß zu haben. Wer begeistert ist von seinem Startup, wird auch die Löwen anstecken. Am Ende des Tages ist die Investorensuche ein wenig wie ein Vorstellungsgespräch. Wenn die Begeisterung auf der anderen Seite nicht geteilt wird, hätte man im Zweifel auch keinen Spaß an der Zusammenarbeit.

Tipp
Vytal: Der Unterschied zwischen Wollen und Können bei der Bewertung

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit circa 400 Startups, über 60 Coworking Spaces, Acceleratoren und Inkubatoren sowie attraktiven Investoren, zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH#Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

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#Interview – “Meine Tochter sagt, wir schreiben auf, wie die Ärzte richtig arbeiten”


Das 2012 gestartete Unternehmen Amboss, das von den drei Ärzten Kenan Hasan, Madjid Salimi und Sievert Weiss gegründet wurde, will angehenden Medizinern erleichtern, sich auf Prüfungen vorzubereiten und bietet dazu eine Lernplattform an. “Unsere Software wird als Subscription vom Nutzer abonniert, wie man das zum Beispiel von Netflix kennt. Zunächst wird das Abo meist von den Anwendern selbst getragen. Dann sehen wir häufig eine Entwicklung: Über die Zeit werden ab einer kritischen Masse dieser Endnutzer die Lizenzkosten von der jeweiligen Institution – Krankenhaus oder Universität – für alle Nutzer übernommen”, erklärt Mitgründer Weiss das Geschäftsmodell von Amboss.

Inzwischen arbeiten rund 350 Mitarbeiter für das Unternehmen. Das Startup erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz im zweistelligen Millionenbereich. Investoren wie Partech, Target Global und Cherry Ventures investierten zuletzt 30 Millionen Euro in Amboss. Dieses Geld soll vor allem in die Erstellung der Inhalte fließen. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Amboss-Macher außerdem über die Expansion in die USA, Grundbausteine und COVID-19.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Amboss erklären?
Meine große Tochter Greta – 6 – sagt, wir schreiben auf, wie die Ärzte richtig arbeiten. Das würde meine Großmutter auch verstehen, denke ich. Vielleicht würde ich meiner Großmutter noch erklären, dass es immer mehr medizinisches Wissen gibt und es schwierig bis unmöglich ist als Arzt alleine den Überblick zu behalten. Weswegen wir uns für die Ärzte dieses ganze Wissen anschauen, filtern und gewichten und dann verständlich zusammenfassen, worauf es bei der richtigen Anwendung ankommt.

Hat sich das Konzept seit dem Start irgendwie verändert?
Wir haben ja im Wesentlichen das Konzept “Wissensvermittlung an und für Mediziner, so dass diese in der Flut der Informationen richtige Entscheidungen treffen können” – das hat sich eigentlich nicht verändert. Aber seither stark erweitert: Haben wir damals mit der Examensvorbereitung angefangen, so decken wir heute das gesamte Wissen von Tag 1 des Studiums bis hin zum Facharzt ab. Im deutschsprachigen Raum sind wir da schon sehr weit, im englischen ziehen wir nach und bauen gerade das Produkt für Ärzte.

Die Corona-Krise traf die Startup-Szene zuletzt hart. Wie habt ihr die Auswirkungen gespürt?
Für uns war die Zeit ein Katalysator. Es gab eine riesige Nachfrage nach aktuellem Wissen: Allein bei COVID-spezifischen Inhalten stiegen die Zugriffe von 500 auf mehr als 22.000 täglich. Wir haben flexibel darauf reagiert und COVID-19-Kapitel in sechs Sprachen herausgegeben. Krankenhäuser hatten einen Bedarf ihre Mitarbeiter auf intensivmedizinische Praktiken wie Beatmung etc. vorzubereiten, zu denen wir Informationen frei zur Verfügung gestellt haben. Für Studierende hat das digitale Lernen mit Amboss gerade in Zeiten ohne Präsenzveranstaltungen zusätzlich an Bedeutung gewonnen. Das globale Hiring war anfangs allerdings nur eingeschränkt möglich. Aber wie auch beim Home Office haben wir hier sehr gute Lösungen gefunden.

Investoren wie Partech, Target Global und Cherry Ventures investierten zuletzt 30 Millionen Euro in Amboss. Wofür braucht ihr so viel Geld?
Es bedarf viel Arbeit und einer Fachredaktion aus Experten, um das exponentiell zunehmende Wissen zu aggregieren, zu sichten und auf das Wesentliche herunter zu brechen. Und immer mehr Technik, die dieses Ziel so gut wie möglich unterstützt und auf ein anderes Level bringen soll. Bei allem ist nicht zu vergessen, dass diese Errungenschaften nicht nur Deutschland und den USA vorbehalten sein sollen. Sondern idealerweise in jeden Winkel der Erde getragen werden, weil wir davon überzeugt sind, dass das ein wesentlicher Baustein der Partizipation eines jeden einzelnen ist. Das ist ein langer Weg.

Wie ist überhaupt die Idee Amboss Startup entstanden?
Kenan, Madjid und ich haben 2010 gemeinsam für das medizinische Abschlussexamen gelernt – und waren sehr frustriert von den damaligen Möglichkeiten zur Vorbereitung. Wir hatten aber einen Lernstil entwickelt, bei dem wir uns gegenseitig viele Fragen zu Funktionsweisen gestellt und wesentliche Prinzipien und Zusammenhänge erklärt haben. Irgendwann fragten wir uns, warum nicht eigentlich eine Software genauso mit einem Lernen könnte.

Die Wurzeln von Amboss liegen in Köln. Was hat euch nach Berlin verschlagen?
In Köln konnten wir 2012 glücklicherweise eine leerstehende Wohnung kostenfrei nutzen, deswegen haben wir uns am Anfang die meiste Zeit dort aufgehalten. Aber schon drei, vier Monate nach dem Start haben wir zusätzlich eine Neuköllner Hinterhof-Wohnung angemietet, weil einige aus dem Team, Kenan und ich inklusive, in Berlin lebten. Über die Jahre ist Berlin stark gewachsen. Wir haben Büros an der Torstraße und inzwischen auch ein etwas größeres in Köln. Zuletzt öffneten wir unser Büro in New York für den US-Markteintritt. Zusammen ermöglichen uns alle Städte und natürlich auch die ausgedehnte Möglichkeit des Home Office aus einem Pool an Talenten zu schöpfen.

Wie genau funktioniert eigentlich euer Geschäftsmodell?
Unsere Software wird als Subscription vom Nutzer abonniert, wie man das zum Beispiel von Netflix kennt. Zunächst wird das Abo meist von den Anwendern selbst getragen. Dann sehen wir häufig eine Entwicklung: Über die Zeit werden ab einer kritischen Masse dieser Endnutzer die Lizenzkosten von der jeweiligen Institution – Krankenhaus oder Universität – für alle Nutzer übernommen.

Wie hat sich Dein Unternehmen seit der Gründung entwickelt?
In unserem ersten Büro in Köln zog es ein wenig, die Wände waren nicht ganz dicht, das ist heute besser. Unsere Büros sind wirklich schön und wir fühlen uns sehr wohl. Meetings fanden früher nur auf deutsch und häufig auf dem Balkon oder in der Küche statt, heute spreche ich in Meetings meistens englisch in einen großen Bildschirm an der Wand. Auch die Atmosphäre hat sich natürlich etwas gewandelt. Früher war alles wilder, der kurze Dienstweg war stark frequentiert. Heute und bei der Anzahl an Mitarbeitern braucht es mehr feste Abmachungen. Der Kaffee hat sich dagegen nicht verändert, der war schon immer sehr lecker.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist dein Startup inzwischen?
Wir haben rund 350 feste Mitarbeiter in drei Büros – Berlin, Köln und New York -, davon circa ein Drittel Ärzte, einen Umsatz im zweistelligen Millionenbereich und 100 % Wachstum Year-over-Year.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Natürlich ist nicht immer alles perfekt und nach Plan gelaufen, keine Frage, aber richtig schief gegangen ist eigentlich noch nix – dafür haben wir mit zu vielen wichtigen Initiativen Erfolg gehabt. Was hätten wir noch mehr machen sollen? Noch stärker auf uns als Unternehmen und unsere Vision aufmerksam machen. Wir waren lange Zeit unter dem Radar unterwegs und auf unser Produkt fokussiert. Aber wir brauchen auch noch viele, viele gute Leute, die erst noch von uns erfahren müssen. Damit das noch besser funktioniert, haben wir uns zuletzt mit Saikat Das, zuvor in Managerposition bei Amazon, jede Menge Marketing-Know-how an Bord geholt.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?
Das erste Produkt, das sich wie ein Lauffeuer verbreitete und innerhalb eines Jahres 90 % Marktanteil eroberte, ist der Grundbaustein von allen nachfolgenden gewesen. Da hatten wir, vermutlich aufgrund unserer Zielgruppennähe, ein sehr gutes Gespür für den enormen Bedarf. Nach diesem Erfolg zu verstehen, dass da noch viel mehr möglich ist, und das Studium nur ein kleiner Teil innerhalb des ganzen Lebenszyklus eines Mediziners ist – der aber an jeder Stelle auf Wissen basiert – war die zentrale Erkenntnis bisher. Ein wesentlicher Bestandteil unseres Erfolges ist das Team und die Kultur: Hier haben wir intuitiv einiges richtig gemacht, sehr sorgfältig die Mitglieder unserer Familie ausgewählt. Dabei vor allem auf “high IQ AND high EQ” geachtet und dann gemeinschaftliche Werte gelebt, die uns heute und noch lange prägen werden.

Wo steht Amboss in einem Jahr?
Ich hoffe wir sind ein großes Stück weiter auf dem Weg, Mediziner weltweit mit evidenzbasierten, praktischen Informationen zu versorgen. Dass dieses Wissen wirklich im klinischen Alltag angewendet wird. Konkret wird das vor allem die Etablierung unseres englischsprachigen Amboss für Ärzte bedeuten. Aber auch den Ausbau des Angebots für deutsche Ärzte auf inhaltlicher und technischer Seite, den Ausbau der Lernmethodik für Studierende sowie die Etablierung unserer Global Health Initiative, die Amboss in die Winkel der Erde bringt, die andere Zugangsmodelle brauchen.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit circa 400 Startups, über 60 Coworking Spaces, Acceleratoren und Inkubatoren sowie attraktiven Investoren, zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH#Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

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Foto (oben): Amboss

#aktuell, #amboss, #berlin, #e-learning, #interview, #koln

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#Interview – “Wir hatten Glück – oder einfach das richtige Produkt”


Das 2015 gegründet Unternehmen Userlane stellt seinen Nutzern ein Navigationssystem für Software zur Verfügung. Damit ist es möglich jede Software ohne Einarbeitungszeit zu bedienen. “Die Idee zu Userlane ist bei einer Bergtour entstanden, wo wir sehr dankbar über unser Navi waren – und uns gefragt haben, warum es eigentlich kein Navigationssystem für Software gibt, bzw. gab”, erzählt Hartmut Hahn, der das Startup gemeinsam mit Felix Eichler und Kajetan Uhlig gegründet hat.

Inzwischen beschäftigt das Unternehmen 80 Mitarbeiter. Zu den rund 250 Kunden weltweit gehören bekannte Namen wie Allianz, Deutsche Bahn und Linde. “Inzwischen unterstützen wir immer mehr große Dax-Konzerne bei der Digitalisierung, indem wir neue Software schnell und einfach nutzbar machen, antiquierte Handbücher und Schulungen ersetzen und die Bereitschaft zum digitalen Wandel und der digital Adoption erhöhen”, sagt Userlane-Macher Hahn.

Investoren wie Five Elms Capital, Capnamic Ventures, High-Tech Gründerfonds (HTGF) und main incubator, der Frühphaseninvestor der Commerzbank-Gruppe, investierten kürzlich weitere 10 Millionen Euro in Userlane. “Die Finanzierung dient dem Ausbau des Teams, des Produktes sowie der Erschließung neuer Märkte”, erzählt Hahn. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Firmengründer außerdem über Spickzettel, Home Office und Chaos.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Userlane erklären?
Mit Userlane können auch Omas und Opas, die mit Computer und IT nicht viel am Hut haben, jedes Programm sofort bedienen und nutzen – ohne vorige Schulung. Userlane ist selbst eine Software, die sich über andere Programme legt und wie ein Navigationssystem im Auto funktioniert: Schritt-fu?r-Schritt-Anleitungen -Interaktive Guides – fu?hren Nutzer durch die jeweilige zu erlernende Anwendung und die zu erlernenden Aufgaben. Der Assistent bietet einen praktischen Spickzettel, der die no?tigen Informationen genau zum rechten Zeitpunkt anzeigt. So wird jeder Prozess einfach erkla?rt und mu?helos nachvollziehbar.

Hat sich das Konzept seit dem Start irgendwie verändert?
Userlane ist stark gewachsen. Von drei auf über achtzig Mitarbeiter und auch unser Kundenstamm hat sich verändert: Inzwischen unterstützen wir immer mehr große Dax-Konzerne bei der Digitalisierung, indem wir neue Software schnell und einfach nutzbar machen, antiquierte Handbücher und Schulungen ersetzen und die Bereitschaft zum digitalen Wandel und der digital Adoption erhöhen. Das Konzept selbst jedoch hat sich nach wie vor als bulletproof erwiesen.

Die Corona-Krise traf die Startup-Szene zuletzt hart. Wie habt ihr die Auswirkungen gespürt?
Wir hatten Glück – oder einfach das richtige Produkt. Gerade wenn es um die Umstellung auf Home Office geht, Mitarbeiter mit Software allein zu Hause zurechtkommen müssen, dann hilft eine Digital Adoption Platform wie Userlane enorm bei der Umstellung. Dadurch sind wir von der Krise nicht nur verschont geblieben, sondern haben neue Kunden gewonnen und sind gewachsen. Wir haben eine Finanzierungsrunde über 10 Millionen abgeschlossen, neue Mitarbeiter eingestellt und sind auf internationalem Expansionskurs.

Wofür braucht ihr das viele Geld?
Die Finanzierung dient dem Ausbau des Teams, des Produktes sowie der Erschließung neuer Märkte.

Wie ist überhaupt die Idee zu Userlane entstanden?
Wir Gründer kannten uns schon aus vorigen gemeinsamen Projekten. Die Idee zu Userlane ist bei einer Bergtour entstanden, wo wir sehr dankbar über unser Navi waren – und uns gefragt haben, warum es eigentlich kein Navigationssystem für Software gibt, bzw. gab.

Wie genau funktioniert eigentlich euer Geschäftsmodell?
Mit der Userlane-Technologie kann eine unbegrenzte Anzahl von Mitarbeitern – egal ob 100 oder 100.000 – automatisch am eigenen Arbeitsplatz in kürzester Zeit nachhaltig geschult werden. Userlane hat dazu einen eigenen Algorithmus entwickelt, der es ermöglicht interaktive Anleitungen direkt in Software zu erstellen. Im Gegensatz zu Vor-Ort Schulungen und Video-Lösungen funktioniert Userlane direkt in der zu erklärenden Software selbst. Wir bieten unseren Kunden einen Komplett-Service an – auf Wunsch erstellen wir den Kunden die Interaktiven Guides in ihrer Software oder sie haben bereits einen Digital Adoption Manager in ihrem Unternehmen, der die Erstellung und Pflege übernimmt. Je nach Service Level, Anzahl der User und genutztenGuides rechnen wir monatlich ab.

Wie hat sich Userlane seit der Gründung entwickelt?
Sehr positiv. Nur drei Jahre nach Gründung gehört Userlane zu den Top 50 Tech-Startups in Europa und belegt Platz 26 auf der FAZ-Liste deutscher Top-Unternehmen. Zudem wurden wir bereits mehrfach ausgezeichnet und zählen inzwischen Dax-Konzerne wie die Allianz, die Deutsche Bahn oder Mercedes zu unseren Kunden.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Userlane inzwischen?
Userlane wurde 2015 gegründet und beschäftigt inzwischen über 80 Spezialisten für Digital Adoption und Learning und Development, die über 250 Kunden weltweit betreuen, darunter die Allianz, die Deutsche Bahn, Linde und die Stadt München.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Zum Glück nicht viel. Vielleicht haben wir uns anfangs zu sehr auf Software-Firmen konzentriert und weniger die Anwender selbst im Fokus gehabt. Das haben wir jedoch bald korrigiert und uns so auf einen sehr guten Wachstumskurs gebracht.

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht?
Den oben beschriebenen Zielgruppendreh haben wir gut hinbekommen. Auch das schnelle Wachstum, das natürlich einhergeht mit dem Onbording vieler neuer Mitarbeiter auf einen Schlag haben wir gut begleitet. Das ist elementar, damit nicht alles plötzlich im Chaos versinkt, sondern strukturiert und für die Mitarbeiter so angenehm und nachvollziehbar wie möglich abläuft. Das entscheidet letztenendes darüber, ob ein Unternehmen besser oder schlechter vorankommt.

Wo steht Userlane in einem Jahr?
In einem Jahr ist der Begriff Digital Adoption auch in Deutschland gesetzt und Userlane umgekehrt über Deutschlands Grenzen hinaus ein Begriff.

#aktuell, #interview, #munchen, #reloaded, #userlane

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#Interview – Ein Startup, das Pakete im Paketshop abholt


Bei Mister Postman, 2019 in Mülheim an der Ruhr gegründet, dreht sich alles um Pakete. “Mister Postman ist ein nachbarschaftlicher Lieferdienst, bei dem Anwohner ihre Nachbarn, Freunden und Bekannten bei der Zustellung und Abholung von Paketen unterstützen”, sagt Gründer Patrick Giesen. Über die junge Plattform können derzeit konkret Zustellungen aus Paketshops und Packstationen an die eigene Haustür beauftragt werden.

“Weiterhin holen wir Retouren und frankierte Pakete an der Haustüre ab und bringen diese zum Paketshop. Das spart Zeit, denn unsere Kunden können bestimmen, wann ein Postman zu ihnen kommt – und wohin genau: So können Pakete auch beispielsweise ins Büro geliefert, oder dort abgeholt werden”, erklärt Mister Postman-Macher Giesen weiter. Das Logistik-Startup will sich dabei über eine Nutzungsgebühr in Höhe von 20 Cent pro Sendung finanzieren. Eine Retoure etwa kostet 1,50 Euro bei Mister Postman.

“Der Festpreis und die 20 Cent pro Sendung scheinen im ersten Augenblick nicht viel zu sein, da aber alleine im B2C-Bereich knapp 2 Milliarden Pakete versendet und etwas mehr als 330 Millionen Pakete werden wieder retourniert werden, können wir schon mit einem geringen Marktanteil vorzeigbare Gewinne generieren”, führt Giesen weiter aus. In einem Jahr wollen die Revierler ihren Service in fast allen Städten des Ruhrgebiets anbieten. Und auch Köln hat das Mister Postman-Team bereits im Auge.

Im Interview mit deutsche-startups.de stellt spricht Mister Postman-Macher Giesen einmal ausführlich über seine Idee und den Startup-Standort Ruhrgebiet.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Mister Postman erklären?
Mister Postman ist ein nachbarschaftlicher Lieferdienst, bei dem Anwohner ihre Nachbarn, Freunden und Bekannten bei der Zustellung und Abholung von Paketen unterstützen. Über unsere Plattform können aktuell Zustellungen aus Paketshops und Packstationen an die Haustür beauftragt werden. Weiterhin holen wir Retouren und frankierte Pakete an der Haustüre ab und bringen diese zum Paketshop. Das spart Zeit, denn unsere Kunden können bestimmen, wann ein Postman zu ihnen kommt – und wohin genau: So können Pakete auch beispielsweise ins Büro geliefert, oder dort abgeholt werden. Ab Oktober bieten wir zusätzlich einen Kuriers Service an. Innerstädtische Lieferungen werden dann auch durch Mister Postman durchgeführt, Auftraggeber sind Firmen oder Privatpersonen. Dieser Service ist aber besonders für den stationären Einzelhandel von Vorteil. Einzelhändler können ihren Kunden die Waren am selben Tag an die Haustüre liefern lassen. Damit bewegen dich die Einzelhändlerin Punkto Liefergeschwindigkeit mindestens auf Augenhöhe mit Onlinehändlern wie Amazon und Co. Wahlweise kann ein Retourenschein beigelegt werden, damit der Kunde die Ware auch zurückschicken kann, falls die Größe nicht passt oder dem Kunden die Ware nicht gefällt.

Welches Problem genau wollt Ihr mit Mister Postman lösen?
Mit Mister Postman möchten wir für ein schöneres urbanes Zusammenleben sorgen – und begegnen mit unserer Lösung drei Herausforderungen unserer modernen Gesellschaft. Erstens: Viele Menschen verpassen ihre Paketlieferungen zuhause, da sie auf der Arbeit sind und auch die Nachbarn sind nicht immer dazu bereit, die Pakete der Nachbarschaft bei sich aufzunehmen. Fahrten zum Paketshop kosten Zeit und kurz vor Ladenschluss des Paketshops plagen sich viele Menschen mit der Parkplatzsuche und dem Anstellen in der Warteschlange. Wir schenken unseren Kunden vor allem eins: Zeit. Wir bringen und holen Pakete dort, wo unsere Kunden gerade sind und zu der Zeit, die ihnen gerade passt. Zweitens: Auch dem stationären Einzelhandel wollen wir im Kampf gegen das Aussterben der Innenstädten helfen: Wir glauben, dass wir den Händlern mit unserem Kurierservice einen Mehrwert bieten, um auch mit dem Online-Handel konkurrieren zu können. Drittens: Da es sich bei unserem Lieferdienst um einen nachbarschaftlichen Service handelt, versuchen wir unseren Teil zur Minderung des innerstädtischen Verkehrs und der CO2-Emissionen beizutragen.Unsere Fahrerinnen und Fahrer sollen die Touren in ihren Alltag integrieren, damitVerteilung der Pakete auf Fahrten erfolgt, die ohnehin gemacht werden. Gleichzeitig sind unsere Kuriere nicht auf das Auto angewiesen – unseren „Postman“ ist ihre Arbeit per Rad, zu Fuß oder per Roller ausdrücklich erlaubt.

Jede Woche entstehen dutzende neue Startups, warum wird ausgerechnet Mister Postman ein Erfolg?
Der Online-Handel boomt und jedes Jahr werden dort mehr Pakete an die Menschen versendet. Auch die Corona Krise hat ihren Teil dazu beigetragen. Zeitgleich arbeiten aber immer mehr Städte an Projekten, die den CO2-Ausstoß vor allem im Stadtzentrum zu reduzieren sollten. Diese Projekte behindern aber oftmals die Paketdienstleister bei der Auslieferung der so begehrten Pakete. In der Branche werden Alternativen und neue Lösungsmodelle gesucht, wie etwa Microdepots und Droppoints. Aber auch neue Paketshops werden eröffnet und das Netz der Paketboxen wird von unterschiedlichen Anbietern ausgebaut. Man sieht also wo die Reise hingeht. Der Platzmangel sorgt bei all diesen Lösungen aber für den Bedarf alternativer Zustellungen. Der nette Nachbar von nebenan könnte dabei einer dieser Lösungsansätze sein.

Die Corona-Krise traf die Startup-Szene zuletzt hart. Wie habt ihr die Auswirkungen gespürt?
Nach der Testphase unserer Plattform in Mülheim an der Ruhr, sind wir am 2. März in Düsseldorf gestartet und waren positiv gestimmt. Gerade den Einwohnern einer so großen Stadt wollten wir mit unserer Lösung einen wirklichen Mehrwert bieten. Mit dem Lockdown Mitte März hat sich aber in der Branche und bei der Zustellung einiges geändert. Bekannte Anbieter boten plötzlich die “kontaktlose Zustellung” bei der die Pakete einfach am Lieferort abgestellt werden, ob der Empfänger nun da ist oder nicht, das spielt hierbei keine Rolle. Durch die erhöhte Zustellquote an der Haustüre, ist die Nachfrage für eine Zustellung aus Paketshops dementsprechend gesunken. Das war für uns ein großes Pech! In Absprache mit unserem Accelerator startport im Duisburger Innenhafen haben wir uns aber schnell auf das wesentliche konzentrieren können und haben durch weitere Produktentwicklungen unsere Plattform ausbauen können. Deshalb können unsere Kunden schon heute den Retourenservice nutzen, den hatten wir eigentlich für einen späteren Zeitpunkt eingeplant. Auch die Entwicklung des Kurierservices wird jetzt schnell ergänzt. Das alles konnten wir während des Lockdowns angehen. Aber auch für die Zukunft haben wir noch weitere Ausbaumöglichkeiten in der Schublade.

Wo steht Mister Postman in einem Jahr?
In einem Jahr wollen wir unseren Service in fast allen Städten des Ruhrgebiets anbieten. Ein weiteres größeres Ziel ist die Stadt Köln Mitte nächsten Jahres. Neben dem Ausbau erhoffen wir uns natürlich einen guten Partner gewonnen zu haben, der bereit ist mit uns den Weg in Zukunft zu gehen und den Markt in den deutschen Metropolen zu erschließen. Ein kleiner Abstecher in benachbarte Länder wäre aber auch gut denkbar.

Reden wir über das Ruhrgebiet. Wenn es um Startups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was spricht für das Ruhrgebiet als Startup-Standort?
Nicht nur ich, sondern auch meine Eltern und Großeltern sind im Ruhrgebiet aufgewachsen. Das Ruhrgebiet besteht zwar aus mehreren großen und mittelgroßen Städten, für mich ist es aber eine riesige Stadt. Die Geschichte des Ruhrgebiets ist sagenhaft und kein anderer Teil Deutschlands kann mit unserer historischen Entwicklung mithalten. Heute treffen hier alteingesessene und junge Unternehmen aufeinander, darunter auch viele Startups. Langsam aber sicher entdecken unsere alten Hasen diese innovativen Startups und sind immer mehr daran interessiert diese auch zu fördern. Wir alle können uns also gemeinsam auf die nächsten Jahre freuen.

Was genau macht den Reiz der Startup-Szene in Mülheim an der Ruhr aus?
Wie bereits erwähnt: meine Stadt ist das Ruhrgebiet und wir bekommen Unterstützung aus allen Richtungen: auf der Suche nach einem guten Partner für unsere Entwicklung hat uns der Weg nach Duisburg geführt und haben mit startport einen exzellenten Accelerator gefunden. Auch im benachbarten Essen haben wir mit dem RuhrHub einen starken Supporter gefunden, der uns vor allem in Hinblick auf das Gründerstipendium bestens beraten hat.

Was ist in Mülheim an der Ruhr einfacher als im Rest der Republik?
Ganz konkret ist Mülheim an der Ruhr ist die ideale Stadt für ruhiges und kreatives Arbeiten. Hier kann man auch mal die Seele baumeln lassen und sich auf die wesentliche Dinge fokussieren. Alles was es hier nicht gibt, findet man in unmittelbarer Nähe. Mülheim an der Ruhr ist zudem Geburtsort vieler großer Unternehmen. Tengelmann und ALDI sind die bekanntesten Weltkonzerne aus unserer schönen Stadt an der Ruhr, aber schaut man auf das gesamte Ruhrgebiet, so lassen sich einige Riesen finden. Alles perfekt vernetzt und in einer optimalen räumlichen Nähe zueinander – das macht uns hier keiner so schnell nach.

Was fehlt in Mülheim an der Ruhr bzw. im Ruhrgebiet noch?
Ganz klar: Investoren! Aktuell mahlen die Mühlen im Ruhrgebiet in Hinblick auf die Finanzierung von Startups noch etwas langsamer als in den Startup Hochburgen in Deutschland. Allerdings liegen auch diese auch im Vergleich zu anderen Ländern noch etwas zurück. Ich denke aber, dass wir müssen uns einfach noch ein wenig Zeit geben müssen. Das Potenzial hat das Ruhrgebiet allemal.

Zum Schluss hast Du drei Wünsche frei: Was wünscht Du Dir für den Startup-Standort Ruhrgebiet?
Wie viele andere Startups wünsche ich mir mehr Mut von finanzkräftigen Investoren und dass nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland. Selbstverständlich ist nicht jedes Startup ein Unicorn, aber durch kleine finanzielle Unterstützungen könnten auch aus vermeintlich weniger umsatzstarken Ideen tolle Unternehmen mit Arbeitsplätzen für die Region entstehen. Auch von den Anwohnern des Ruhrgebiets würde ich mir mehr Offenheit für innovative Ideen wünschen. Die traditionsbewussten Einwohner und Unternehmer, welche ich persönlich sehr schätze, lassen den ein oder anderen Gründer manchmal verzweifeln. Als letztes wünsche ich allen Startups aus dem Pott viel Erfolg, Durchhaltevermögen und dass die Gründer nie den Glauben am eigenen Produkt verlieren. Wir schaffen das!

Themenschwerpunkt Ruhrgebiet

#Ruhrgebiet: Gemeinsam mit dem ruhr:HUB berichtet deutsche-startups.de regelmäßig über die Startup-Szene im Ruhrgebiet. Mit hunderten Startups, zahlreichen Gründerzentren und -initativen, diversen Investoren sowie dutzenden Startup-Events bietet das Ruhrgebiet ein spannendes Ökosystem für Digital-Gründer – mehr im Startup Guide Ruhrgebiet. Das Buch “Wann endlich grasen Einhörner an der Emscher” wiederum erzählt die spannendsten Startup- und Grown-Geschichten aus dem Ruhrgebiet.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Shutterstock

#aktuell, #duisburg, #interview, #logistik, #mister-postman, #mulheim-an-der-ruhr, #ruhr-interview, #startport

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#Umfrage – “Von Food über Fashion hin zu Tech, hier ist alles vertreten”


In Köln gibt es schon lange eine sehr umtriebige und aktive Startup-Szene.  Über 400 kleine und große Startups, über 30 Coworking Spaces, verschiedene Hubs, Inkubatoren und mehrere Events machen die Stadt am Rhein zu einem der Startup-Hotspots im Lande. Doch was genau macht überhaupt den Reiz der Startup-Szene in Köln aus? Hier einige Antworten von waschechten Colognepreneuren.

In Köln ist in den letzten Jahren viel passiert: Es gibt ein starkes und hilfreiches Netzwerk, das einen weiterbringt und zudem ist das rheinländische Einzugsgebiet mit Düsseldorf und Bonn, aber auch dem Ruhrgebiet, sehr attraktiv.
Tino Engelmann, Pinkbus

Was für die Stadt gilt, gilt auch in der Startup Szene: Vielfalt! Von Food- über Fashion- hin zu Tech-Startups, hier ist alles vertreten. Das schöne ist, dass die Startup Szene in Köln nicht so groß ist, dass man den Überblick verliert. Hier kennt man sich auch über die Grenzen seines Businesses hinaus, was zu inspirierendem Austausch und Support in allen Bereichen führt. Gleichzeitig werden die Startup-Veranstaltungen nie langweilig, weil immer neue Themen aufeinander treffen. So hat man an einem Abend schnell mal etwas über die veganes Eis (NOMOO), Phishing-Mails (SoSafe) und Freiwilligenarbeit im Ausland (Volunteerworld) gelernt.
Lea Matschke, Brajuu

Köln ist eine Großstadt, die sich wie ein Dorf anfühlt. Dementsprechend ist die Startup-Szene zwar nicht so groß, dafür besteht jedoch ein intensiver Austausch untereinander.
Niklas Hagenbeck, Somigo

Die Kölner Gründerszene floriert. Wir erleben hier eine attraktive und vor allem aktive Community.
David Henn, Cannamedical

Ehrlich Gesagt weiß ich das nicht. Auch wenn ich es liebe zu Netzwerken, ich glaube in Köln habe ich mein geringstes Netzwerk. Wie so häufig schaffe ich es selten zu Startup-Events in Köln zu gehen. Wenn ich in anderen Städten bin, nehme ich mir häufiger dafür Zeit, da ich ja sonst nichts anderes zu tun habe. In Köln hat man Familie, Freunde etc. wo man ohnehin schon aufpassen muss, dass die nicht zu kurz kommen.
Daniel Vollmer, Flowtify

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit circa 400 Startups, über 60 Coworking Spaces, Acceleratoren und Inkubatoren sowie attraktiven Investoren, zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH#Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

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#aktuell, #interview, #koln, #umfrage

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#Interview – “Nur eine gute Idee zu haben, reicht leider nicht aus” #DHDL


Auch in der achten Staffel der Vox-Gründer-Show “Die Höhle der Löwen” treten wieder etliche Gründerinnen und Gründer vor die Jury. In der sechsten Folge der aktuellen Staffel ist unter anderem Jacqueline Torres Martinez, die Gründerin von MeDusch, zuvor als MediDusch bekannt, dabei. Hinter MeDusch verbirgt sich ein Duschschaum, der ätherische Öle in die tägliche Körperpflege integriert. Im Interview mit deutsche-startups.de stellt die die MeDusch-Macherin ihr Startup einmal ganz genau vor.

Welches Problem möchtest Du mit MeDusch lösen?
Ich möchte für jeden die Möglichkeit bieten, sich in der Erkältungszeit mit wohltuenden Aromen und ätherischen Ölen zu pflegen. Bisher war das nur möglich mit einem entspannten Bad, nun bringe ich dieses Aromaerlebnis unter die Dusche. 

Wie ist die Idee zu MeDusch entstanden?
Als Pharmareferentin stellte ich in meinem beruflichen Alltag fest, dass es für die Erkältungszeit nur wohltuende Aroma Bäder gibt. Doch was, wenn ich keine Badewanne besitze, oder lieber dusche als bade? Es musste Abhilfe geschaffen werden, denn ich wollte ein Produkt entwickeln, welches jeder in der Erkältungszeit nutzen kann, egal ob er eine Badewanne besitzt oder nicht. Somit stand für mich fest, dass ich einen Duschschaum entwickeln möchte mit ausgewählten ätherischen Ölen, wie zum Beispiel Eukalyptus und Menthol. Gleichzeitig war mir die Pflege der Haut wichtig, gerade in der kalten Jahreszeit möchte sie besonders reichhaltig gepflegt werden. Hierfür verwende ich in meinem Duschschaum feuchtigkeitsspendendes Mandel- und Avocado-Öl. MeDusch wurde Wirklichkeit. Ein Produkt made in Germany ohne Silikone oder Mikroplastik, der Umwelt zu liebe. 

Wo steht MeDusch in einem Jahr?
Wenn ich mir was wünschen könnte, dann wäre es natürlich toll, wenn ich mit meiner Dusch-Kosmetik den Markt erobern würde. MeDusch gehört eindeutig in den Handel und in jede Drogerie wo es Duschprodukte gibt.

Warum hast Du Dich entschieden, bei “Die Höhle der Löwen” mitzumachen?
Ich bin sehr schnell an meine Vertriebsgrenzen gestoßen. Als Pharmareferentin habe ich natürlich mein Produkt in den Apotheken platziert. Die Resonanz war unglaublich. Jede Apotheke, der ich MeDusch vorgestellt hatte, wollte mein Produkt im Sortiment mit aufnehmen. Mit diesem positiven Rückenwind möchte ich nun einen Löwen für mich gewinnen. Mir fehlen die Kontakte und die Vertriebspower im Einzelhandel und so hoffe ich, dass ich einen Investor für meine Dusch-Kosmetik in der Erkältungszeit gewinnen kann und er mit mir gemeinsam den Markt erobern möchte. 

Wie nervös warst Du kurz vor Deinem TV-Pitch?
Ich war schon sehr nervös, denn ich wusste, ich habe nur diese eine Chance. Immer an meiner Seite, mein Mann Guido, der mir zu jeder Zeit eine große Unterstützung war und ist und mir den Rücken frei hält. Ohne ihn hätte ich mich nicht beworben bei der Höhle der Löwen, ich bin ihm sehr dankbar. Wir sind ein starkes Team.

Dein Tipp an andere Gründer, die mit einem Auftritt bei “Die Höhle der Löwen” liebäugeln?
Ihr müsst euch gut auf euren Pitch vorbereiten. Nur eine gute Idee zu haben, reicht leider nicht aus, man braucht schon ein gutes Konzept und man sollte seine unternehmerischen Zahlen im Kopf haben. Auch die Bewertung muss plausibel für die Löwen nachvollziehbar sein. Wenn das alles stimmig ist, dann kann es los gehen. Seid mutig und holt euch einen Deal!

Tipp: Alles über die Vox-Gründer-Show gibt es in unserer DHDL-Rubrik. Die jeweiligen Deals und Nicht-Deals gibt es hier: “Die Höhle der Löwen (8. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (7. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (6. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (5. Staffel), “Die Höhle der Löwen – Deals (4. Staffel)“, Die Höhle der Löwen – Deals (3. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (2. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (1. Staffel)“.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben):  TVNOW / Bernd-Michael Maurer

#aktuell, #beauty, #die-hohle-der-lowen, #interview, #medidusch, #medusch

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#Interview – “Als Startup kannst du dir es nicht leisten, die falschen Personen mitzuziehen”


Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Heute antwortet Til KleinGründer des Altersvorsorge-Startups Vantik.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?
Mein Alltag hat sich durch Corona komplett verändert. Seit Mitte März arbeiten mein Freund und ich vom Homeoffice aus – erst komplett, mittlerweile wieder im Wechsel mit Büroarbeit. Wenn wir zu Hause in den Arbeitstag starten, stehen wir um 6 Uhr auf. Dann gehe ich mit unserem Hund eine Stunde im Wald joggen, denn dabei kann ich ganz gut Probleme lösen und Entscheidungen treffen. Danach füttere ich den Hund, dusche, mache mir einen Kaffee und plane meinen Tag. Bis zum ersten Call habe ich ca. zwei Stunden Zeit, in denen ich mich gut konzentrieren und auf wichtige Dinge fokussieren kann. Sobald der Telefonwahnsinn losgeht, gibt es den “ganz normalen Arbeitsalltag” nicht mehr, denn jeder Tag bringt eine neue Überraschung.

Wie schaltest du nach der Arbeit ab?
Als Berater habe ich mir schon vor Jahren einen Rhythmus angewöhnt, der für mich persönlich sehr gut funktioniert. Unter der Woche konzentriere ich mich zu 100 % auf die Arbeit. Am Wochenende blende ich die Arbeit komplett aus. Das funktioniert für mich persönlich sehr gut. Die Woche ist komplett dem Job gewidmet. Das heißt, dass ich unter der Woche “nur” darauf achte, einigermaßen genug Schlaf und Bewegung zu bekommen. Zum Hochfahren am Morgen und Herunterfahren am Abend bin ich vor Corona circa eine halbe Stunde ins Büro und nach Hause gelaufen. Momentan ersetzen das die Spaziergänge mit unserem Hund. Am Wochenende, von Freitagabend bis Sonntagmittag, kann ich den Job dann sehr gut ausblenden. Die Zeit gehört meinem Freund, unserem Hund, meiner Familie und meinen Freunden. Sonntagnachmittags setze ich mich dann gerne wieder an den Schreibtisch, vor allem für Themen, für die man Zeit und Ruhe braucht.

Was über das Gründer-Dasein hättest du gerne vor der Gründung gewusst?
Wie schwierig es ist, wirklich Top-Level-Mitarbeiter*innen zu bekommen! Aus meiner Zeit bei BCG war ich natürlich sehr verwöhnt, was die Pipeline an super motivierten Menschen fürs Team angeht. Im Nachhinein verstehe ich noch besser, warum Unternehmensberatungen wie BCG oder McKinsey so viel Ressourcen fürs Recruiting verwenden. Als Startup hast du am Anfang kein Brand, vergleichsweise wenig Geld und vor allem keine komplettes Recruiting-Team. Das heißt: Um Top-Leute zu bekommen, musst du das x-fache an Zeit und Geld aufwenden. Mein Rat daher an alle Gründer*innen: Recruiting ist entscheidend, plant viele Ressourcen dafür ein!

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?
Mit Vantik wollen wir die Altersvorsorge einfacher machen. Aber Geldanlage ist in Deutschland generell stark reguliert. Das ist grundsätzlich richtig und notwendig. Aber leider verfehlt die Regulierung oftmals ihr Ziel. Statt die Verbraucher*innen zu schützen, werden die Banken vor ihnen geschützt. Wir sind zum Beispiel rechtlich gezwungen, den Kund*innen mehrere hundert Seiten komplizierter rechtlicher Texte zur Verfügung zu stellen. Das schützt vor allem uns als Finanzdienstleister vor der Haftung – aber die Verbraucher*innen haben gar nichts davon. Hier wäre ein generelles Umdenken seitens des Regulierers wünschenswert, denn nur mit mehr Transparenz kann Vertrauen seitens der Verbraucher*innen aufgebaut werden.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?
Mein größter Fehler war, mich nicht schnell genug von Mitarbeiter*innen getrennt zu haben, die entweder ihrem Job nicht gewachsen waren oder nicht voll hinter dem Produkt standen. Ohne die notwendige Überzeugung vom Produkt fehlt die notwendige Passion für den Job. Das zeigt sich übrigens schon im Bewerbungsprozess. Bewerber*innen, die nicht mal so viel Interesse haben, dass sie das Produkt vorher mal ausprobiert haben, lehne ich gleich ab. Als Startup kannst du dir es nicht leisten, die falschen Personen mitzuziehen.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter für sein Startup?
Wirklich gute Mitarbeiter*innen zu finden, ist nicht leicht. Die besten Mitarbeiter*innen haben wir fast immer direkt oder indirekt über unser Netzwerk gefunden. Gerade Investoren mit einem guten Netzwerk können hierbei Gold wert sein. Mit Atlantic Labs und STS Ventures haben wir Investoren mit einem großen Netzwerk von Top-Talenten gewonnen, die sie möglichst innerhalb ihres Portfolios weitervermitteln. Das ist natürlich eine Win-win-Situation für alle.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer?
Fokus, Fokus, Fokus. Insbesondere kleine Unternehmen, aber das gilt auch für große Unternehmen, können nur ein paar Dinge gleichzeitig wirklich sehr gut machen. Daher fokussiere dich auch die absolut wichtigsten Dingen. Das tut manchmal sehr weh, weil man gerne 100 Ideen gleichzeitig umsetzen möchte. Aber auch hier gilt, weniger ist meistens mehr. Und unterschätze nicht deine Rolle als Gründer*in. Dein Fokus ist der Fokus des Unternehmens. Für Gründer*innen im Bereich FinTech und InsurTech ist die richtige Einstellung zum Thema Compliance besonders wichtig. Regulierung ist richtig und wichtig. Aber in einigen Fälle ist die Regulierung bzw. die Umsetzung nicht im besten Interesse der Verbraucher*innen. Über hundert Seiten Vertragsdokumente in unverständlichem Juristendeutsch schaffen nicht mehr, sondern weniger Transparenz und Vertrauen. Daher kann ich nur empfehlen, das Thema Compliance nicht allein den Juristen*innen zu überlassen.

Ohne welches externes Tool würde dein Startup quasi nicht mehr existieren?
Ehrlich gesagt: keines. Tools sind Tools und kein Selbstzweck. Ja, es gibt zahlreiche Tools, die uns das Leben erleichtern. Aber es gibt inzwischen für jedes Thema mehrere Lösungen, die jeweils Vor- und Nachteile mit sich bringen und austauschbar sind. Das ist oftmals eine Gewohnheitsfrage. Ich musste mich nach 15 Jahren Windows etwa auf Mac OS umstellen. Das ist nicht unbedingt besser, sondern einfach anders.

Wie sorgt ihr bei eurem Team für gute Stimmung?
Erfolg ist der beste Garant für eine gute Stimmung im Team. Daneben spielt der soziale Aspekt eine große Rolle. Der wöchentliche Team Lunch, monatliche Teamevents, aber auch das Feierabendbier auf der Dachterrasse sind wichtig. Der fehlende soziale Austausch ist auch für uns bei Vantik die größte Herausforderung durch Corona. Wir alle vermissen den informellen Austausch untereinander und versuchen, dass virtuell und digital – so geht es eben nur geht – zu kompensieren.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?
Da gibt es einige. Der Launch von Vantik 2019 war zum Beispiel “intensiv”. Bis zum Tag X musste die neue Webpage und Onboarding-Strecke fertig sein. Wie das immer so ist, hat sich einiges verzögert. Da wir den Termin schon in der Presse angekündigt hatten, war eine Verschiebung nicht mehr möglich. Um 3:00 Uhr nachts haben wir die neue Webseite dann doch noch rechtzeitig live geschaltet. “Wild” war aber besonders diese Episode: Im Sommer letzten Jahres haben wir mit dem Team einen Bootsausflug auf der Havel gemacht. Auf dem Rückweg sind wir mit Motorschaden liegen geblieben und mussten zwei Stunden warten, bis wir abgeschleppt wurden. Zwei Teammitglieder mussten aber am Abend noch zum Flughafen. Um ihren Flieger zu bekommen, mussten sie ans Ufer schwimmern und per Anhalter weiterfahren… Aber sie haben ihren Flieger noch bekommen!

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Vantik

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#Interview – Tilo Bonow (piabo) spricht über PR für Startups #CurrywurstTalk


Im #CurrywurstTalk im Rahmen der ruhrSTARTUPWEEK, die kürzlich zum vierten Mal im Ruhrgebiet und digital stattgefunden hat, spricht Alexander Hüsing, Gründer und Chefredakteur von deutsche-startups.de, mit Tilo Bonow, Gründer der Berliner PR-Agentur piabo, über PR für Startups.

Hörtipp: Tilo Bonow (Piabo) über PR für Startups (insbesondere in der Krise)

Themenschwerpunkt Ruhrgebiet

#Ruhrgebiet: Gemeinsam mit dem ruhr:HUB berichtet deutsche-startups.de regelmäßig über die Startup-Szene im Ruhrgebiet. Mit hunderten Startups, zahlreichen Gründerzentren und -initativen, diversen Investoren sowie dutzenden Startup-Events bietet das Ruhrgebiet ein spannendes Ökosystem für Digital-Gründer – mehr im Startup Guide Ruhrgebiet. Das Buch “Wann endlich grasen Einhörner an der Emscher” wiederum erzählt die spannendsten Startup- und Grown-Geschichten aus dem Ruhrgebiet.

Foto (oben): ds

#aktuell, #interview, #piabo, #pr, #ruhrstartupweek, #video

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#Interview – Anne und Stefan Lemcke (Ankerkraut) sprechen über Löwen #CurrywurstTalk


Im #CurrywurstTalk im Rahmen der ruhrSTARTUPWEEK, die kürzlich zum vierten Mal im Ruhrgebiet und digital stattgefunden hat, spricht Alexander Hüsing, Gründer und Chefredakteur von deutsche-startups.de, mit Anne und Stefan Lemcke, den Gründern des Gewürz-Startups Ankerkraut über Geld, Gründen als Paar und Löwen. Als Special-Guest ist zudem Ex-Löwe Frank Thelen dabei.

Tipp: Weitere Interviews aus dieser besonders leckeren Video-Reihe gibt es im CurrywurstTalk-Ressort.

Themenschwerpunkt Ruhrgebiet

#Ruhrgebiet: Gemeinsam mit dem ruhr:HUB berichtet deutsche-startups.de regelmäßig über die Startup-Szene im Ruhrgebiet. Mit hunderten Startups, zahlreichen Gründerzentren und -initativen, diversen Investoren sowie dutzenden Startup-Events bietet das Ruhrgebiet ein spannendes Ökosystem für Digital-Gründer – mehr im Startup Guide Ruhrgebiet. Das Buch “Wann endlich grasen Einhörner an der Emscher” wiederum erzählt die spannendsten Startup- und Grown-Geschichten aus dem Ruhrgebiet.

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#aktuell, #ankerkraut, #die-hohle-der-lowen, #frank-thelen, #interview, #ruhrstartupweek

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#Umfrage – “Ein Unicorn wäre wünschenswert!”


In Köln gibt es schon lange eine sehr umtriebige und aktive Startup-Szene.  Über 400 kleine und große Startups, über 30 Coworking Spaces, verschiedene Hubs, Inkubatoren und mehrere Events machen die Stadt am Rhein zu einem der Startup-Hotspots im Lande. Es sind aber noch Wünsche offen! In den vergangenen Monaten haben wir wieder zahlreiche Gründerinnen und Gründer ganz gezielt nach ihren Wünschen für den umtriebigen Startup-Standort Köln gefragt. Hier einige Antworten von waschechten Colognepreneuren.

Einen Fast-Track bei allen behördlichen Angelegenheiten für Startups und viel mehr Sonnentage im Jahr.
Stanislav Grytsenko, AeroMates

Erstens: Wir finden, Köln hat in definitiv mehr Aufmerksamkeit in der deutschen Startup Szene verdient! Wir würden uns freuen, wenn häufiger über Kölner Gründer berichtet werden würde. Zweitens: Wir wünschen uns, dass Köln auch für größere Startups attraktiv wird bzw. bleibt. Häufig zieht es in Köln groß gewordene Startups nach Berlin, was u.a. sicher mit der größeren Investorendichte dort zusammenhängt. Ein Unicorn für Köln wäre wünschenswert! Drittens: Dass die Startup-Szene in Köln so bodenständig und gelassen bleibt, wie sie aktuell ist – denn et kütt wie et kütt.
Lea Matschke, Brajuu

Erstens: Mehr Digitalisierung in der Verwaltung. Vom Finanzamt bis zum Einwohnermeldeamt Zweitens: Mehr Support der Kreativ-Szene durch bezahlbare, attraktive Standorte. Egal ob IT-Startup oder Club. Drittens: Kostenloser, funktionierender öffentlicher Nahverkehr.
Daniel Vollmer, Flowtify

Erstens: Mehr Investoren mit eigener Startup-Erfahrungen. Zweitens: Mehr Förderprogramme für Startups in frühen Phasen. Drittens: Mehr Talente mit guten Product-Skills – Softwareentwickler, Product Designer & Product Manager.
Niklas Hagenbeck, Somigo

Ich wünsche mir für Köln, dass es seinen Platz als Start-Up und Wirtschaftsstandort Nummer 1 in NRW weiter halten und ausbauen kann. Ich wünsche mir, dass es viele weitere erfolgreiche Gründer in Köln geben wird, die das Ökosystem erweitern. Ich wünsche mir, dass sich Köln weniger mit Berlin vergleichen muss und nicht länger als Underdog gehandelt wird.
David Henn, Cannamedical

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit circa 400 Startups, über 60 Coworking Spaces, Acceleratoren und Inkubatoren sowie attraktiven Investoren, zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH#Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

Foto (oben): Shutterstock

#aktuell, #interview, #koln, #umfrage

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