#Podcast – Seriengründer Tino Keller baut mit Accountable nun ein “Instagram für Steuern” auf


In unserem Interview-Podcast ist diesmal Tino Keller von Accountable zu Gast. Das deutsch-belgische FinTech, das 2019 gegründet wurde, positioniert sich als Steuer-App für Selbstständige. Seriengründer Keller, der bereits Spickmich.de und Promiflash aufgebaut hat, führt aus Berlin heraus die Expansion des jungen Unternehmens. Stride.VC, Altinvestor Connect Ventures und mehrere Business Angels investierten nach unserem Interview 6 Millionen Euro in Accountable. Insgesamt flossen nun schon 8 Millionen in das Unternehmen.

Im Gespräch mit Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, spricht Keller unter anderem über Ikea-Möbel, das deutsche Steuersystem, den weltweiten Fintech-Boom, Banken, seine Erfahrungen als Seriengründer und Fehler.

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>Die heutige Ausgabe wird präsentiert von INTEL IGNITE. Arbeitet ihr an einem Tech-Startup und habt eure Seed-Runde erfolgreich hinter euch gebracht? Jetzt steht ihr vor der Problematik eure Firma auf die nächste Stufe zu heben. Die Erwartungshaltung ist hoch. Es gilt jetzt zahlende Kunden zu gewinnen, eure innovative Technologie zu optimieren, top Mitarbeiter zu finden und richtig zu managen und die passenden Investoren für eine große Runde zu gewinnen. Dann solltet ihr von INTEL IGNITE gehört haben. Ein exklusives Startup Growth-Programm aus Tel Aviv, das es jetzt auch in Deutschland gibt. INTEL IGNITE unterstützt euer Startup dabei zu einem globalen Champion zu werden. Pro Jahr durchlaufen zwei Kohorten von jeweils 10 Startups ein 12-wöchiges individuelles Mentoren-Programm. Ihr arbeitet dabei eng mit den besten INTEL-Experten weltweit zusammen, wie auch mit erfahrenen Gründern und Industriegrößen. Die Teilnahme ist kostenlos und Intel nimmt keine Equity dafür und versteht sich als Unterstützer des Startup Ökosystems, ganz nach dem Silicon Valley Motto „paying it forward“. Bewerbt euch jetzt unter intel.de/ignite

Interview #32 – Tino Keller (Accountable)

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#Interview – Ein Startup, das Altersvorsorge ernst nimmt


Bei Degura, das 2018 gegründet wurde, dreht sich alles um betriebliche Altersvorsorge (bAV). “Am besten kann man sich unser Geschäftsmodell als eine Hybridlösung aus B2B-Saas-Software und einem unabhängigen digitalen B2C-Versicherungsmakler für die bAV vorstellen: Wir digitalisieren alle Prozesse der betrieblichen Altersvorsorge, einschließlich der Beratung von Mitarbeitern und bauen so ein standardisiertes und effizientes Versorgungssystem”, sagt Christian Witte, der das Unternehmen gemeinsam mit Stephan Hille und Jannik Schmid führt.

Im Interview mit deutsche-startups.de stellt Degura-Macher Witte das Unternehmen einmal ganz ausführlich vor.

Welches Problem wollt Ihr mit Degura lösen?
Wir bauen mit einem SaaS-Plattform-Ansatz ein digitales Ökosystem rund um das Thema betriebliche Altersvorsorge (bAV). Dabei lösen wir für Unternehmen und ihre Mitarbeiter eine ganze Reihe von Problemen. Mit zunehmender Alterung der Gesellschaft gewährleistet das gesetzliche Rentensystem immer weniger finanzielle Absicherung von Arbeitnehmern im Alter und Altersarmut wird in Deutschland zunehmend zum Problem. Damit wird die private zusätzliche Altersvorsorge immer wichtiger, zum Beispiel durch die bAV. Mit einer neuen Gesetzgebung seit 2019 sind Unternehmen verpflichtet ihren Mitarbeitern eine bAV anzubieten, und müssen neue bAV-Verträge sogar mit mindestens 15 % bezuschussen. Das stellt vor allem kleine Unternehmen und Mittelständler vor große Herausforderungen, denn sie verfügen oftmals weder über das Know-How, noch über die nötigen Ressourcen und internen Prozesse, um das Thema bAV selbst abzubilden.

Wie genau geht ihr das Thema denn nun an?
Um ihren Mitarbeitern dennoch die geforderte Möglichkeit bAV anbieten zu können, beauftragen sie oft einen Versicherungsmakler “ihres Vertrauens”. Dieser kommt zum Beispiel quartalsweise ins Unternehmen, hält vor der Belegschaft Vorträge zu den Vorteilen der bAV und versucht in Beratungsterminen unter Hochdruck lebensversicherungs-gebundene Altersvorsorgen zu verkaufen. Ob die Beratung und die vermittelte Lösung dann auch zum Vorteil des Unternehmens und des jeweiligen Mitarbeiters sind, oder ob der größte Vorteil beim Makler selbst liegt, ist dabei oft komplett intransparent. Hierbei ist der Koordinations- und Verwaltungsaufwand für die HR- Abteilungen von Unternehmen sehr hoch. Von der Information der Mitarbeiter, über die Terminkoordination mit dem Makler bis hin zur Verwaltung der individuellen Vorsorgeverträge wird das Meiste manuell abgebildet. Unser Ziel ist es Unternehmen, ihre Mitarbeiter und Versicherungen digital zu vernetzen, das bAV-Angebot effizient und rechtssicher abzubilden und letztendlich den traditionellen “Offline-Makler” überflüssig zu machen. So ersparen wir Mitarbeitern intransparente Verkaufsgespräche mit Maklern, bei denen sich oftmals Grundmisstrauen von der einen Seite und Verkaufsdruck von der anderen Seite begegnen. Denn über unsere Plattform können sich Mitarbeiter einfach und komfortabel über ihre persönlichen Vorsorgemöglichkeiten informieren und bei Interesse eine bAV beantragen – ganz transparent, ohne Zeitdruck

Wie ist die Idee zu Degura entstanden?
Die Idee zu Degura ist von Stephan Hille. Stephan war vor Gründung von Degura selbst bAV-Makler und -Berater und hat dabei schnell gesehen, dass dieser Bereich kaum digitalisiert ist. Im Kontakt mit Unternehmen, deren Mitarbeitern und mit Versicherungspartnern hat er sich jeden Tag aufs Neue darüber geärgert, wie manuell und ineffizient und vor allem intransparent das Angebot und die Verwaltungsprozesse zur bAV in Deutschland laufen. So kam ihm die Idee zu einer bAV-Plattformlösung, die durch digitale Services den Zugang zur bAV und deren Management in Unternehmen vereinfacht.

Wie wollt Ihr Geld verdienen, also wie genau funktioniert euer Geschäftsmodell?
Am besten kann man sich unser Geschäftsmodell als eine Hybridlösung aus B2B-Saas-Software und einem unabhängigen digitalen B2C-Versicherungsmakler für die bAV vorstellen: Wir digitalisieren alle Prozesse der betrieblichen Altersvorsorge, einschließlich der Beratung von Mitarbeitern und bauen so ein standardisiertes und effizientes Versorgungssystem. Unsere Kunden zahlen dafür eine Nutzungsgebühr, und sparen auf der anderen Seite viel Arbeit und Zeit bei der bAV-Verwaltung. Zudem erhalten wir von dem gewählten Versicherungspartner eine Courtage für die Vermittlung und kleinere laufende Courtagezahlungen für die Verwaltung der bAV-Verträge. Hierbei sind wir allerdings komplett unabhängig und die Versicherungspartner werden von unseren Unternehmenskunden ausgewählt.

Wo steht Degura in einem Jahr?
Unsere klare Ambition ist es, in den kommenden zwei bis drei Jahren der führende bAV-Serviceanbieter in Deutschland zu sein, und auch benachbarte Märkte erfolgreich zu erschließen.
Das Feedback, das wir aus dem Markt bekommen und die Traction die wir bisher auch ohne großes VC-Investment aufbauen konnten zeigen uns, dass unsere Lösung sehr relevant ist. Im kommenden Jahr wollen wir unser bereits sehr gutes Wachstum noch deutlich beschleunigen. Dafür wollen wir vor allem unser Vertriebs- und Marketing-Team weiter ausbauen.
Bei allen Wachstumsambitionen ist uns wichtig, weiterhin nachhaltig zu wachsen.

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#Interview – “Die meisten Dinge lernt man nicht im Studium”


Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Heute antwortet Alexander Knoll, Gründer von Condens, einem SaaS-Tool für UX-Researcher.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?
Ich stehe morgens früh auf, um Sport zu machen – zum Beispiel Laufen, Schwimmen oder Yoga. Das hilft mir, mich tagsüber besser zu konzentrieren. Abends kann immer etwas dazwischen kommen, deswegen ist der Morgen für mich ideal.

Wie schaltest du nach der Arbeit ab?
Mit meiner Frau Essen gehen oder Freunde treffen. Ansonsten auch einfach nur Musik hören oder Lesen. Zudem versuche ich Abends keine Zeit mehr am Bildschirm, also Handy oder TV, zu verbringen. Das klappt mal besser mal schlechter.

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest du gerne vor der Gründung gewusst?
Wie hands-on die tägliche Arbeit ist. Die meisten Dinge lernt man nicht im Studium, zum Beispiel wie man einen guten Content-Artikel schreibt, eine Keyword-Analyse durchführt oder ein Video für die Webseite schneidet. Vermutlich wäre es hilfreich gewesen neben dem Studium mehr praktische Dinge zu lernen.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?
Die erste Hürde war, mich selbst zu überzeugen den Schritt zu gehen und mir klarzumachen, dass das Risiko vergleichsweise gering ist. Ich hatte bereits ein paar Jahre gearbeitet und etwas Geld angespart. Als mir klar wurde, dass das größte Risiko der Einkommensrückgang in den ersten Jahren ist, war es viel einfacher mich für die Gründung zu entscheiden.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?
Beim Identifizieren von Gründungsideen würde ich heute viel früher und häufiger mit Menschen aus der entsprechenden Industrie sprechen. Wir hatten uns zunächst auf klassische Marktrecherche mit Industriereports und Wachstumszahlen fokussiert. Das kann evtl. helfen Märkte einzugrenzen, aber um auf konkrete Geschäftsideen zu kommen, hat es uns viel mehr geholfen, mit den Menschen zu sprechen, die dort täglich arbeiten. Denn so konnten wir direkt an ihren konkreten Problemen und Herausforderungen ansetzen.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter für sein Startup?
Bei uns haben die persönlichen Netzwerke über Universität, ehemalige Kolleg:innen und Freund:innen gut funktioniert. Konkret war es dann LinkedIn.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?
Grundsätzlich bin ich mit Tipps vorsichtig, weil immer die spezielle Situation berücksichtigt werden muss.
Etwas, das aus meiner Sicht jedoch für alle Startups gilt, ist sich zu überlegen, welche Fähigkeiten für den Erfolg des Unternehmens elementar sind. Ich sehe immer wieder Gründerteams mit fehlenden Sales- oder UX-Kenntnissen, die sich dann fragen, wieso es nicht voran geht.

Ohne welches externe Tool würde dein Startup quasi nicht mehr existieren?
Calendly für die Terminbuchung spart uns eine Menge Zeit.

Wie sorgt ihr bei eurem Team für gute Stimmung?
Abschlüsse mit Kunden sind natürlich immer ein Stimmungs-Boost. Ansonsten freuen wir uns nach einer langen Zeit im Homeoffice jetzt darauf, wieder gemeinsam im Büro zu arbeiten und ein lange ersehntes Team-Event zu veranstalten.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?
Wir sind mal mit dem gesamten dreiköpfigen Gründerteam für ein einstündiges Onboarding-Meeting zu einem Kunden nach Barcelona gereist. Das war natürlich völlig unwirtschaftlich bei 200€ monatlichem Umsatz von diesem Kunden, aber es war uns wichtig, eng mit ihnen zusammenzuarbeiten. Sowohl auf dem Hinweg als auch auf dem Rückweg hätten wir um ein Haar den Flug verpasst und mussten im Vollsprint durch den gesamten Flughafen bis zum Gate eilen, wobei wir unseren CTO fast zurückgelassen hätten.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

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#Interview – “Im ersten Jahr haben wir mit einer E-Mail-Liste und Drop-ins gearbeitet”


Das Berliner Startup gitti, das 2018 von Jennifer Baum-Minkus gegründet wurde, setzt auf veganen Nagellack. “Im ersten Jahr haben wir mit einer E-Mail-Liste und Drop-ins gearbeitet, sodass die neuen Produkte nur in einer begrenzten Auflage erhältlich waren. Jetzt gibt es alle gitti-Produkte zu jeder Zeit online. Zu bestimmten Jahreszeiten gibt es zusätzlich von uns eigens entwickelte Farben, die nur in limitierter Auflage erhältlich sind”, sagt Gründerin Baum-Minkus

Der deutsche-französische Geldgeber Xange, Martin Avetisyan und Alexander Frolov von Target Global investieren zuletzt gemeinsam mit den Altinvestoren 6,9 Millionen Euro in gitti. Grazia Equity und btov Partners pumpten Ende 2020 zuvor bereits 3 Millionen Euro in das Startup. Inzwischen arbeiten mehr als 40 Mitarbeiter für das junge Unternehmen, das 2020 an der Vox-Show “Die Höhle der Löwen” teilgenommen hat – siehe “gitti: Ein Investorentraum jenseits der Sweet Spots“.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht gitti-Gründerin Baum-Minkus über Leidenschaft, Inhaltsstoffe und ihr Unternehmenerinnenleben als Sologründerin.

Wie würdest Du Deiner Großmutter gitti erklären?
Wir stellen Beauty-Produkte her, die besser sind für Dich und unseren Planeten. Das machen wir, weil in traditionellen Beauty-Produkten Inhaltsstoffe enthalten sein können, die Dir und unserer Umwelt schaden könnten. Wir verkaufen unsere Produkte im Internet und Du bekommst sie nach Hause geschickt. Wir achten darauf, dass wir sehr umweltbewusst vorgehen.

Hat sich das Konzept, das Geschäftsmodell, in den vergangenen Jahren irgendwie verändert?
Wir verkaufen über unseren eigenen Online-Shop. Im ersten Jahr haben wir mit einer E-Mail-Liste und Drop-ins gearbeitet, sodass die neuen Produkte nur in einer begrenzten Auflage erhältlich waren. Jetzt gibt es alle gitti Produkte zu jeder Zeit online. Zu bestimmten Jahreszeiten gibt es zusätzlich von uns eigens entwickelte Farben, die nur in limitierter Auflage erhältlich sind.

Die Corona-Krise traf die Startup-Szene zuletzt teilweise hart. Wie habt ihr die Auswirkungen gespürt?
Da wir schon immer sehr digital gearbeitet haben, war der Übergang für uns gut zu händeln. Wir mussten uns auch erst mal an das Remote-Arbeiten gewöhnen. Ein junges Unternehmen lebt auch von der Energie und Leidenschaft des Teams, was persönlich nochmal viel intensiver ist. Wir sind über verschiedene Tools verbunden und machen jeden Tag einen Check-in in den einzelnen Teams. Wir sind im letzten Jahr sogar gewachsen, das Team ist größer geworden. Und wir haben gerade eine Series A Finanzierung über 6,9 Millionen Euro abgeschlossen, nicht mal ein Jahr nach der Seed Runde im September 2020.

Wie ist überhaupt die Idee zu gitti entstanden?
Ich wurde mal gefragt, was ich machen würde, wenn ich keine Angst hätte und spontan dachte ich an Nagellack. Das hat mich nicht mehr losgelassen und ich habe angefangen zu recherchieren und herausgefunden, wie viele schädliche Inhaltsstoffe in Beauty Produkten noch enthalten sind. Und das war erschreckend! Auf der Suche nach Alternativen bin ich nicht fündig geworden und so ist gitti zu mir gekommen, seitdem bin ich “on fire” und will mit gitti die Beauty-Industrie revolutionieren.

Wie hat sich gitti seit der Gründung entwickelt?
Es war eine aufregende Reise und wir stehen gerade erst am Anfang. Wir sind angetreten, um etwas zu verändern und die Beauty Branche aufzurütteln, zu revolutionieren. Das ist uns bis jetzt gut gelungen. Unser erstes Produkt war eine echte Innovation, eine zu 55 % auf Wasser basierende Nagelfarbe. Unsere Community wächst stetig und der Austausch ist uns sehr wichtig und soll auch weiterhin persönlich bleiben.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist gitti inzwischen?
Wir haben mittlerweile mehr als 40 Mitarbeiter plus Freelancer für zum Beispiel den PR-Bereich oder Autor:innen für unser eigenes Online-Magazin. Unser Umsatz ist in 2020 um 1.200 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Du hast gitti als Sologründerin gestartet. Was ist die größte Herausforderung, der sich Sologründer:innen stellen müssen?
Ich bin halt nur eine Person und jede:r hat Stärken und Schwächen, die man dann im Team ausgleichen kann. Zum Start war ich allein. Ich bin mir sehr bewusst, was ich kann, aber auch was ich nicht kann. Von daher war es mir von Anfang an wichtig, ein starkes Netz von Partner:innen und Mentor:innen um mich herum zu haben, die mir helfen, meine Vision zu erreichen. Besonders wichtig ist, dass man zu diesen ein sehr gutes Vertrauensverhältnis aufbaut, damit man auch auf seine ‘blinden’ Flecke hingewiesen wird.

Blicken wir einmal auf die positive Seite: Was ist der größte Vorteil, den Sologründer:innen haben?
Als Sologründerin kann ich schnell Entscheidungen treffen, was in unserer Phase wichtig ist. Dies mögen nicht immer die richtigen sein, aber die Entscheidungen werden nicht hinausgezögert. Wir haben eine starke Vision & Mission, die uns tragen. Dazu musste ich mich nicht abstimmen, sondern es war von Anfang an klar. Meines Erachtens ist das extrem wichtig für das ganze Team – zu wissen, warum wir das machen, was wir machen. Als Sologründerin habe ich schnell gelernt zu delegieren, weil ich nicht alles allein machen will und kann. Das empowered das Team und trägt dazu bei, dass sich jede:r verantwortlich fühlt.

Jetzt ein Blick auf die negative Seite: Was ist der größte Nachteil, den Sologründer:innen haben?
Ein Gründerteam kann die Stärken und Schwächen besser ausgleichen, jede:r hat seinen Bereich. Es gibt unterschiedliche Blickwinkel bei Entscheidungen, die diskutiert werden müssen und so Entscheidungen hinauszögern. Und natürlich ist ein Startup auch sehr viel Arbeit, das kann man gerade am Anfang im Team besser aufteilen.

Welchen Tipp hast Du für andere Sologründer:innen?
Erstens: Sich den eigenen Stärken und Schwächen ganz klar werden. Zweitens: Ein Team zusammenstellen, was balanciert und ausgleicht. Drittens: Schnell lernen zu delegieren und dem Team vertrauen und es empowern.

Zum Abschluss noch ein Blick in die Zukunft: Wo steht gitti in einem Jahr?
Wir bieten ein Produktportfolio, dass die gesamte Conscious Beauty Routine abdeckt, es kommen also noch einige Produktkategorien dazu. Wir tragen mit unserer Kommunikation und unserem Online Magazin the good good maßgeblich zur Aufklärung und Inspiration für natürliche und nachhaltige Beauty Produkte bei. Und können endlich die Nachfrage aus anderen Ländern bedienen.

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#aktuell, #beauty, #die-hohle-der-lowen, #gitti, #interview, #sologrunder, #sologrunderin

#Interview – “Der Zuschauer kauft nichts, was er nicht sehen kann”


Die Jungfirma Streamdust möchte Veranstaltern von Messen, Konzerten und Sport-Events eine “alternative und innovative” Streaming-Lösung zur Verfügung zu stellen. “Die meisten Veranstalter haben ein Shop-System oder ein klassisches Ticketing-System und dann befindet sich hinter fünf Anmeldeseiten ein Livestream oder ein Video. Alternativ muss kann der Zuschauer einen Code kaufen, der dann eingelöst werden muss. Das sind Lösungen von vor zehn Jahren. Ich würde es digitales Mittelalter nennen”, sagt Gründer Lukas Best.

Die Gründer dafür kennt der Kölner Jungunternehmen auch: “Ich denke viele Veranstalter haben Angst, dass das Publikum nicht mehr vor Ort kommt, wenn Sie die Inhalte streamen. aber das ist nicht so. Diese Befürchtungen hatten die Stadionbetreiber von Jahrzehnten mit dem Beginn der Liveübertragung von Fußball auch, aber das Gegenteil ist eingetreten”.

Im Interview mit deutsche-startups.de stellt der streamdust-Macher und Sologründer sein Konzept einmal ausführlich vor.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Streamdust erklären?
Unser Startup ist wie ein Fernsehkanal, bei dem der Produzent selbst entscheiden kann, wie er den Sender finanzieren möchte: durch Werbung oder durch Bezahlung.

Welches Problem genau wollt Ihr mit Streamdust lösen?
Wir lösen vor allem das Problem der Monetarisierung und der Sichtbarkeit des Contents auf den Seiten des Veranstalters. Alle Veranstalter macht aktuell den gleichen Fehler, nämlich dass der Content auf ihrer eigenen Seite nicht sichtbar vorhanden ist. Der Zuschauer kommt auf die Landingpage und sieht außer dem Hinweis, dass es einen Livestream und Dutzende von Speakern gibt, nichts. Die meisten Veranstalter haben ein Shop-System oder ein klassisches Ticketing-System und dann befindet sich hinter fünf Anmeldeseiten ein Livestream oder ein Video. Alternativ muss kann der Zuschauer einen Code kaufen, der dann eingelöst werden muss. Das sind Lösungen von vor zehn Jahren. Ich würde es digitales Mittelalter nennen. Der Zuschauer kauft aber nichts, was er nicht sehen kann. Und das gilt vor allem für Medien-Content, da wir es gewohnt sind, diesen mit schnellen Klicks zu erreichen. Viele Veranstalter versuchen mit einem Shop-System, was sie schon Jahre nutzen, Medien-Content zu verkaufen, aber das macht den Kaufprozess für Medien-Content für Zuschauer unattraktiv. Es gibt Veranstaltungsseiten, bei denen der Kaufprozess so schlecht ist, dass ich selbst schon selbst am Kaufprozess gescheitert. 

Und wie geht ihr die Sache nun an?
Wir lösen genau dieses Problem mit unserer Entwicklung. Unsere All in One-Lösung: die Einfachheit, mit der der Player in die eigene Webseite integriert werden kann und die Schnelligkeit des Bezahlprozess sind absolut neuartig und machen den gesamten Prozess für den Veranstalter und für den Zuschauer sehr einfach.  Des Weiteren haben wir Marketing-Tools, wie Werbetrailer und Preview-Teaser und auch ein Pay-per-view Slot-System entwickelt, welches ermöglicht kostenlosen und kostenpflichtigen Content innerhalb des gleichen Livestreams oder Video zu zeigen. Der Veranstalter kann den Livestream oder das Video groß in seine eigene Webseite einbetten und Teile des Contents kostenlos zeigen. Dadurch kann der Veranstalter aus Interessenten direkt Käufer machen. Der Zuschauer sieht also schon den Content und muss sich nicht erst anmelden oder durch den Kauf-Prozess gehen. Der Veranstalter kann aber auch kostenlosen Content zeigen und zum Beispiel eigene Werbetrailer vor jeden Livestream oder jedes Video platzieren. Wir haben keinen Einfluss auf die Art und Weise, wie er Einnahmen erzielt bzw. auf die Werbepartnerschaften. Des Weiteren kann er Werbebanner mit Geotargeting versehen, also in München Banner für bayerisches Bier, in Köln für Kölsch und im Norden für friesisches Bier zeigen. Des Weiteren bieten wir auch eine individualisierbare Mediathek-Seite an, auf der der Veranstalter kostenlose und kostenpflichtige Streams zeigen kann.  

Wie ist die Idee zu Streamdust entstanden?
Die Idee hatte ich schon vor zehn Jahren, aber da wussten die meisten Kollegen noch nicht einmal, was Streaming ist. Ich fand es schon immer erstaunlich, dass auf Messen oder Kongressen, eine enorme Technik aufgebaut wird und ein Videobild produziert wird, um die Speaker auf einem riesengroßen Hintergrund-Screen zu zeigen, dass also das Videosignal gleichzeitig ins Netz gestreamt wird. Ich denke viele Veranstalter haben Angst, dass das Publikum nicht mehr vor Ort kommt, wenn Sie die Inhalte streamen. aber das ist nicht so. Diese Befürchtungen hatten die Stadionbetreiber von Jahrzehnten mit dem Beginn der Liveübertragung von Fußball auch, aber das Gegenteil ist eingetreten. Des Weiteren habe ich mich auf Messen immer geärgert, dass verschiedene Vorträge, die mich interessierten, zur gleichen Zeitstattfanden und nach den Vorträgen die Messestände dann wieder gerappelt voll waren. Ich würde mir auf Messen lieber die Stände vor Ort anschauen und netzwerken und den Content schön von zuhause.  

Wie wollt Ihr Geld verdienen, also wie genau funktioniert euer Geschäftsmodell?
Unser Geschäftsmodell ist relativ einfach. Es gibt eine Free-Version, in der es aber nur möglich ist Content hochzuladen und mit einer Paywall zu versehen. Dann gibt es die Abonnements, die nach Bandbreiten-Verbrauch bei kostenlosem Content abgerechnet werden. Bei Content mit einer Paywall wird keine Bandbreite berechnet. Den möglichen Bandbreiten-Verbrauch, den ein Veranstalter  für seine Veranstaltung benötigt, kann innerhalb des Accounts berechnen werden.   

Wo steht Streamdust in einem Jahr?
Wir wollen in einem Jahr noch weitere innovative Funktionen entwickelt haben, vor allem im Bereich Marketing, datengesteuerter Werbung und Teleshopping. Ich denke auch, dass interaktive Funktionen im Player für den Zuschauer sehr spannend werden und da planen wir schon unsere nächsten Funktionen, bzw. sind dabei diese umzusetzen. Wir wollen richtig große Event streamen und haben dafür auch die Infrastruktur. Wir hatten schon größere Events bis 10 000 Zuschauer, aber spannend wären Veranstaltungen bis 100 000 Zuschauer.

Reden wir über den Standort Köln. Wenn es um Startups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was spricht für Köln als Startup-Standort?
Für mich ist Köln deswegen der richtige Standort, da Köln eine Medienstadt ist und wir in einem größeren Umkreis auf sehr viele mögliche Kunden für uns kommen. Es gibt eine Vielzahl an Film- und TV- Produktionsfirmen, Messen, Kongressen und Veranstaltern von Musik- und Sport-Events. Wir haben große TV-Sender, Breitband-Anbieter und junge, kreative Contentproduzenten in Köln. Gleichzeitig hat Köln das Glück als Teil der Metropolregion Rheinland zwischen den Metropolregionen Rhein-Ruhr und Rhein-Main zu liegen und dass in einem Umkreis von 200 km Millionen Menschen leben.     

Was fehlt in Köln noch?
Es ist erstaunlich, dass es keine speziellen Förderungen im Bereich Medien-Content-Distribution gibt, obwohl Köln eine Medienstadt ist. Es werden Inhalte, Games und Filme gefördert, aber Technologien wie zum Beispiel Streaming überhaupt nicht. Wir hatten zwar schon das eine oder andere Startup im Bereich Medien-Plattform, aber das ist schon eine ganze Weile her. Eigentlich müsste Köln zur Hauptstadt von Medien-Distribution werden. Wie haben so viel Content-Produktion hier, aber alles läuft dann über die üblichen Kanäle. Wir haben den zweitgrößten TV-Sender der Welt in Köln, knapp 1000 Film- und TV-Produktionsfirmen, aber der Streaming-Markt wird von amerikanischen Unternehmen bestimmt. Um eine Streaming-Plattform aufzubauen, besteht eigentlich nur die Möglichkeit auf nicht-deutsche Unternehmen zur Bereitstellung von cloudbasierten Streaming-Servern zuzugreifen und damit eine weltweite Distribution zu verwirklichen.    

Zum Schluss hast Du drei Wünsche frei: Was wünscht Du Dir für den Startup-Standort Köln?
In Köln wird sehr stark Content gefördert, aber wir lassen seit Jahren die Distribution und Monetarisierung von Content aus den Augen. Apple und Google verdienen bei jedem Kauf von Apps über ihre Stores, unsere Produzenten verdienen zu wenig an ihrem Content. Youtube, facebook und Google bestimmen den Werbemarkt. Es bringt nichts, wenn immer nur Content gefördert wird, wir aber immer auf die gleichen Distributionskanäle zugreifen und amerikanische Anbieter die ganzen Werbeeinnahmen kassieren. Deswegen haben wir unser System auch entwickelt.   Ich würde mir für den Standort Köln wünschen, dass er im Bereich Broadcasting wieder zu einem absoluten Spitzenstandort wird. Wir haben zwar mit der AngaCom eine Broadcasting-Messe, aber sie ist sehr techniklastig. Es sind vor allem vor allem Satelliten-, Netz- und Breitband-Anbieter auf der Messe vertreten. Wir müssen hier die Content-Produzenten mehr mit ins Boot holen. Wir brauchen eine Messe wie die Münchner Medientage, wo Broadcasting, Content-Produktion, Distribution und Monetarisierung im Vordergrund stehen.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln werfen wir einen genaueren Blick auf das Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind dort die Voraussetzungen für Gründerinnen und Gründer, wie sieht es mit Investitionen aus und welche Startups machen gerade von sich reden? Mehr als 550 Startups haben Köln mittlerweile zu ihrer Basis gemacht. Mit zahlreichen potenziellen Investoren, Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents bietet Köln ein spannendes Umfeld für junge Unternehmen. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderung. #Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

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#Interview – “Von den Anfängen ist eigentlich nur der Name geblieben”


Das Münchner Startup Voltaro unterstützen Immobilienunternehmen dabei, “Gewerbegebäude nachhaltiger zu betreiben”. Gelingen soll dies durch Photovoltaikanlagen auf den Dächern der jeweiligen Immobilien. “Wir realisieren Photovoltaikanlagen auf Dachflächen gewerblicher Immobilien. Unsere Modelle erfüllen die hohen Anforderungen des Gewerbebereichs und können für den Eigentümer und Mieter völlig ohne Aufwand umgesetzt werden”, teilt die Jungfirma in eigener Sache mit.

Die Marke Voltaro dürften dem ein oder anderen dabei bekannt vorkommen. Schon vor einigen Jahren schob Picus Capital, also Alexander Samwer, Voltaro als Thermondo-Konzeopt für die Photovoltaik-Branche auf die Startbahn. Onliner konnten über die Plattform damals – ähnlich wie bei Enpal – Photovoltaikanlagen konfigurieren, planen und installieren lassen. “Voltaro revolutioniert die Energielandschaft in Deutschland. Mit unseren innovativen Lösungen bringen wir die wirtschaftliche Stromversorgung mit erneuerbaren Energien in den Massenmarkt”, hieß es damals Stellenanzeigen des Unternehmens. Der Neustart ist nun auf B2B-Kunden ausgerichtet und somit deutlich fokussierter als der erste Voltaro-Versuch.

“Bei unseren beruflichen Reisen haben wir oft die vielen leeren Gewerbedächer von oben gesehen. Dieses Potential wollten wir wirtschaftlich nutzbar machen und haben Voltaro dorthin entwickelt. Nachdem wir gezeigt haben, dass es einen riesigen Markt dafür gibt und wir die ersten Kunden überzeugen konnten, haben wir Voltaro neu gegründet, nur die Marke Voltaro ist geblieben”, teilen Jannik Bounin und Alessandro Mauri, die neuen Macher von Voltaro mit. Hinter Voltaro steckt ansonsten weiter Alexander Samwer – diesmal aber mit Pelion Green Future, seine grünen Investmentgesellschaft.

Im Interview mit deutsche-startups.de sprechen die beiden Voltaro-Macher Bounin und Mauri über Solarparks, Strombedarf und Gewerbedächer.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Voltaro erklären?
Bei Voltaro verwandeln wir Gebäude in grüne Solar-Kraftwerke, die Strom vom Dach direkt an die Verbraucher im Gebäude liefern. Damit unsere Kunden dafür keine Kraftwerksplaner, -betreiber und Energieversorger werden müssen, machen wir das alles für sie. So schützen wir die Umwelt und das Klima, damit unsere Kinder und Enkel eine gute Zukunft haben.

Voltaro gab es vor einigen Jahren schon einmal. Wie viel vom alten Konzept steckt noch hinter dem neuen Voltaro?
Von den Anfängen ist eigentlich nur der Name geblieben. Wir haben früher beide an erneuerbaren Energien im großen Kontext gearbeitet. Bei unseren beruflichen Reisen haben wir oft die vielen leeren Gewerbedächer von oben gesehen. Dieses Potential wollten wir wirtschaftlich nutzbar machen und haben Voltaro dorthin entwickelt. Nachdem wir gezeigt haben, dass es einen riesigen Markt dafür gibt und wir die ersten Kunden überzeugen konnten, haben wir Voltaro neu gegründet, nur die Marke Voltaro ist geblieben.

Wie ist die Idee für Voltaro 2.0 entstanden?
Wir haben in unseren vorherigen Jobs beide im Bereich Energie gearbeitet und beispielsweise große Solarparks projektiert und gemanagt. Dafür mussten wir häufig fliegen. Dabei sind uns eben die vielen leeren Dachflächen in deutschen Städten aufgefallen. Oft haben wir uns gedacht: “Es muss doch möglich sein, diese freien Flächen wirtschaftlich zu nutzen.” Hinzu kommt, dass derzeit circa 36 % der europäischen CO2-Emissionen auf den Gebäudesektor entfallen und dass deutsche Gewerbedächer mit Solar ungefähr ein Viertel des deutschen Strombedarfs decken könnten. Dieses ökologische und ökonomische Potenzial grüner Gebäude ist der Grund, warum wir uns entschieden haben, hier unternehmerisch tätig zu werden.

Wie genau funktioniert denn nun euer Geschäftsmodell?
Wir bieten Immobiliengesellschaften und Entwicklern eine Plattform, um Photovoltaik einfach und wirtschaftlich umzusetzen. Wir können in kürzester Zeit, mit ein paar einfachen Datenpunkten das Potential eines Gebäude-Portfolios ermitteln und gemeinsam mit geprüften Plattform-Partnern das beste Angebot für die Umsetzung liefern. Wenn die Anlagen stehen, übernehmen wir den Betrieb und die Stromlieferung im Gebäude, damit unsere Kunden kein großes spezialisiertes Energieteam aufbauen müssen und trotzdem die Vorteile grüner Gebäude genießen können.

Die Corona-Krise traf die Startup-Szene zuletzt teilweise hart. Wie habt ihr die Auswirkungen gespürt?
Zu Beginn gab es natürlich eine gewisse Unsicherheit und viele unserer Kunden waren erst einmal mit sich selbst beschäftigt. Nach einer kurzen Orientierungsphase hat die Krise dann aber das Thema Nachhaltigkeit weiter in den Fokus gerückt und wir haben viele gute – virtuelle – Gespräche geführt, die sich jetzt auch in den Vertriebszahlen widerspiegeln.

Wie hat sich Voltaro seit dem Neustart entwickelt?
Wir haben früh den Kontakt zu Immobiliengesellschaften und Unternehmen gesucht, um deren Bedürfnisse besser zu verstehen und das richtige Angebot zu entwickeln. Die ersten Kunden haben wir dann zum Glück schnell überzeugen können. Das war wichtig und hat uns nochmal einen Schub gegeben. Mit dieser Erfahrung sind wir dann breiter in den Markt gegangen und haben weiteres positives Feedback bekommen und verschiedene Modelle entwickelt, um den unterschiedlichen Kundenbedürfnissen gerecht zu werden. Unter anderem haben wir Partnerschaften für die Finanzierung von Anlagen aufgebaut und unser Partner-Ökosystem erweitert. Zu unseren positiven Outbound-Kampagnen kamen dann auch immer öfter Inbound Leads, da der Trend zu nachhaltigen Immobilien durch Investoren und die Politik weiter zunimmt. Heute arbeiten wir schon mit einer Vielzahl von Immobiliengesellschaften daran, Solar im Portfolio auszurollen und haben erste Projekte live.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Voltaro derzeit?
Wir haben ein starkes Team mit knapp 10 Personen. Von Ex-Arbeitgebern wie McKinsey, E.ON oder Tesla, bis zu Werkstudenten und Praktikanten von Top-Unis wie der TU München oder der WHU. Aktuell betreuen wir über 10 Gewerbeimmobilien auf unserer Full-Service Plattform und haben mit unserem Auswertungstool bereits über 1.000 Gebäude für mehr als 50 Kunden analysiert.

Wo steht Voltaro in einem Jahr?
In einem Jahr werden wir mit einigen der größten deutschen Immobiliengesellschaften Photovoltaikanlagen umgesetzt haben und grünen Strom in den Gebäuden liefern. Geplant ist in der Zwischenzeit auch eine Finanzierungsrunde, die es uns ermöglicht, noch mehr Kunden von unserem Angebot zu überzeugen und schneller zu wachsen, um Solar auf jedes geeignete Gewerbedach in Deutschland zu bringen.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Voltaro

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#Interview – “Ich wollte eine Erfahrung mitmachen, die einem niemand mehr nehmen kann”


Auch in der zehnten Staffel der Vox-Gründer-Show “Die Höhle der Löwen” treten wieder etliche Gründerinnen und Gründer vor die Jury. In der dritten Folge der aktuellen Staffel ist unter anderem Lina Bouhmidi von Glossy Dreams, in der Sendung noch als Glossy Seams bekannt, zu Gast. Hinter Glossy Dreams verbirgt sich ein Imprägnierstift für Sneaker-Schuhnähte. Im Interview mit deutsche-startups.de stellt Bouhmidi die Idee einmal ganz genau vor.

Welches Problem willst du mit Glossy Dreams lösen?
Mit meiner Erfindung möchte ich mehr Menschen dazu ermutigen ihre gebrauchten Schuhe nicht einfach wegzuwerfen, sondern sie in einem neuen Glanz erstrahlen zu lassen. Tagtäglich entscheiden sich Menschen auf dieser Welt dazu einen neuen Schuh zu kaufen. Hinter dieser Branche steckt viel mehr als man denkt. Im Alltag macht sich kaum jemand Gedanken darüber, was mit gebrauchten Schuhen passiert, wenn sie eines Tages im Restmüll landen und da Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle spielt, sollte man mehr Menschen darauf aufmerksam machen. Die meisten Sneaker landen im Restmüll und werden letztlich verbrannt. Da ein Schuh jedoch aus Erdöl basiertem Kunststoff hergestellt wird, werden bei der Verbrennung chemische Stoffe freigesetzt, die letztlich in unsere Atmosphäre gelangen und uns dann alle belasten. Da jedoch die Mehrheit nicht auf ihre Lieblingsschuhmarken verzichten wollen, muss es eine Lösung geben, die verhindert, dass weniger Sneaker im Restmüll landen. Die Tragezeit eines Schuhs mit Hilfe von Glossy Dreams zu verlängern, ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.

Wie ist überhaupt die Idee zu Glossy Dreams entstanden?
Ich habe früher neben meiner Schulzeit in verschiedenen Sneakerläden gearbeitet und dort ist mir das Problem erst aufgefallen. Tagtäglich kamen Kunden mit verschmutzten Sneakern in den Stores, mit dem Ziel, sich den gleichen Schuh erneut zu kaufen. Da war es unsere Aufgabe als Verkäufer, die Kunden auf Pflegeprodukte hinzuweisen. In den meisten Schuhläden konnte man die Produkte vor Ort testen, jedoch entschieden sich trotz allem die meisten gegen ein Produkt. Ich stellte mir immer öfters die Frage, woran das liegen könnte. In einer Nacht träumte ich von meinem Arbeitstag und erst da ist mir dieses gewisse Detail erst aufgefallen. Die Idee entstand und ich experimentierte mit Leidenschaft und mit großer Motivation. Bei den vielen Pflegemitteln, die ich getestet habe, fiel mir direkt auf, dass keines der Pflegeprodukte die Nähte richtig reinigen konnte, da die Substanz in die Naht eindringt. Ich fing an mich immer mehr und mehr damit zu befassen. Ich stellte fest, dass ein Großteil der Optik nun mal von den winzig kleinen Nähten ausging – und dieses Problem irgendwie beheben werden musste. Zum Glück gelang mir die Erfindung von Glossy Dreams. Das Produkt, das mir im Traum erschien und die Nähte glänzen lässt.

Warum hast Du Dich entschieden, “Die Höhle der Löwen” mitzumachen?
Ich selbst habe die Sendung jahrelang verfolgt und fand es immer faszinierend und beeindruckend, was Menschen alles auf die Beine stellen können, sobald der Wille und die Leidenschaft vorhanden waren. Ich habe immer davon geträumt, eines Tages auch Erfinderin zu werden und meine eigene Chefin zu werden. Ständig sprachen Erfinder von Blitzideen und ich wollte immer wissen, wie es sich anfühlt. Dieses Glückgefühl einen Blitzgedanken zu haben, war einfach unbeschreiblich und ich verstand plötzlich, wie sich Leidenschaft anfühlt. Ich saß Tag und Nacht am Laptop und las sehr viele Bücher, um mein Wissen und meinen Horizont zu erweitern. Ich wurde von heute auf morgen zu einer Bücherfanatikerin und baute einen Teil der Garage zu einem Labor um. Ich konnte kaum an etwas anderes denken. Selbst als ich für meine Klausuren lernte, waren meine Gedanken nur bei Glossy Dreams. Meine Eltern haben mich größtenteils dazu animiert, zu “Die Höhle der Löwen” zu gehen. Als ich anfing, mein Produkt dann über Social Media zu vermarkten und immer mehr Leute Kommentare schrieben, ich solle es doch bei “Die Höhle der Löwen” versuchen, nahm ich meinen Mut zusammen und bewarb mich – und jetzt stehe ich hier.

Wie nervös warst Du kurz vor Deinem TV-Pitch?
Ich war so dermaßen nervös! Ich hatte noch nie so ein Lampenfieber. Als ich meine Bewerbung abgeschickt hatte, habe ich mir natürlich gewünscht bei “Die Höhle der Löwen” aufzutreten. Es bewerben sich schließlich jährlich unzählige Startups dort und nur ein Bruchteil davon wird wirklich ausgestrahlt. Dass ich wirklich die Möglichkeit bekommen habe, mein Produkt vorzustellen, war unfassbar. Und als Ich durch diesen Tunnel ging, hat sich alles so surreal angefühlt. Ich kann es bis heute nicht glauben, dass ich wirklich dort war.

Dein Tipp an andere Gründer:innen, die mit einem Auftritt bei “Die Höhle der Löwen” liebäugeln?
Dass man sich auf jeden Fall bei „Die Höhle der Löwen“ bewerben und seinen Mut zusammennehmen sollte, gerade wenn man auch noch in der Anfangsphase ist, wie ich zum Zeitpunkt des Pitches. Die meisten erfahrenen Startups sehen nur die Prozentanteile der Firma, die man abgeben muss. Aber ich wollte bei meiner Bewerbung eine Erfahrung mitmachen, die einem niemand mehr nehmen kann. Es ist egal, ob man einen Deal bekommt oder nicht. Sollte man keinen Deal bekommen, dann lernt man von Experten in der Unternehmensbrache noch die Schwachstellen am Produkt, sowie Verbesserungsmöglichkeiten, um es marktreif zu bekommen. Sollte man jedoch einen Deal bekommen, dann erhält man durch die Abgabe der Prozente zusätzliches Know-How und die Unterstützung von erfahrenen Gründern. Ich hatte vorher weder die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen mit Unternehmern, noch mit Leuten in meinem Bekanntenkreis, die in diesem Bereich tätig sind. Als junges Startup hat man also bei “Die Höhle der Löwen” nicht verloren, sondern gewinnt in beide Richtungen, egal wie es letztlich für einen ausgeht.

Wo steht Glossy Dreams in einem Jahr?
Das kann mir nur die Zukunft verraten. Eine Sache, die mir die Corona-Situation beigebracht bzw. bestätigt hat: Man kann planen, wie man will, es wird und kann immer etwas geben, was nicht vorhersehbar ist. Und dass man immer die Situation positiv betrachten sollte und optimistisch bleibt. Aber mein Wunsch wäre natürlich, dass mein kleines Startup zu einem erfolgreichen Startup heranwächst. Ein Hauptsitz mit vielen vertrauenswürdigen und glücklichen Mitarbeitern. Gerne möchte ich auch mit meinen Einnahmen eines Tages bedürftigen Menschen helfen. Ich lebe gerne nach dem Motto: Jede positive oder negative Tat, die man verrichtet, kehrt irgendwann doppelt so stark zu einem zurück.

Tipp: Alles über die Vox-Gründer-Show gibt es in unserer DHDL-Rubrik. Die jeweiligen Deals und Nicht-Deals gibt es hier: “Die Höhle der Löwen (10. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (9. Staffel)“,”Die Höhle der Löwen (8. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (7. Staffel)“,”Die Höhle der Löwen (6. Staffel)“,”Die Höhle der Löwen (5. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (4. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (3. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (2. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (1. Staffel)“.

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Foto (oben):  TVNOW / Bernd-Michael Maurer

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#Interview – “Dadurch, dass wir alles selbst machen wollen, kommen wir oft an unsere Grenzen”


Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Heute antwortet Johannes Lutz, Gründer von Duschbrocken, einer Art fester Seife, die Shampoo und Duschgel vereint.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?
Los geht es bei uns in der Schaumstation um acht Uhr. Schaumstation nennen wir unser Büro, von wo aus wir mit unserem Team aber auch den ganzen Versand leisten. Deshalb schaue ich als Erstes beim Versand vorbei. Erst dann geht es mit einem kleinen Umweg über die Kaffeemaschine an den Schreibtisch, wo meist schon Mails, Kalender sowie Asana auf mich warten – um im besten Fall auch mein Mitgründer Christoph Lung mir gegenüber.

Wie schaltest du nach der Arbeit ab?
Meine kleine Tochter und mein Baby-Junge machen es mir sehr leicht, nicht mehr an die Arbeit zu denken. Richtig abschalten hingegen kann ich kaum. Das finde ich sogar eher nervig, dafür bin ich nicht er Typ.

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest du gerne vor der Gründung gewusst?
Dass die Realität und der Alltag eines Start-Ups meist nichts mit dem Medien- und Serien-Klischee eines Start-Ups zu tun haben. Und das ist auch sehr in Ordnung so.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?
Kein echtes Problem, aber sicherlich bisher die größte Hürde: Skalierung. Dadurch, dass wir alles selbst machen wollen, bis es gar nicht mehr anders geht, kommen wir oft an unsere Grenzen. Aber auch das würden wir nicht ändern wollen.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?
Eine zu optimistische Zeitplanung. Zum Beispiel bringen wir mit einem festen Conditioner gerade unsere erste Produkterweiterung auf den Markt. Das Thema begleitet uns schon lange, ist uns gerade sehr wichtig und deshalb waren wir wohl schlicht zu voreilig. Eigentlich war der Launch schon vor drei Monaten geplant, auch in unserer Kunden-Community haben wir Conny schon angeteasert – aber es kommen immer wieder Dinge dazwischen, die wir nicht berücksichtigt hatten. Mein Learning daraus: Egal wie groß die Vorfreude ist, immer einen ordentlichen Puffer in die Timeline einbauen.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter für sein Startup?
Passenden Mitarbeiter zu finden ist sicherlich eine der schwierigsten Aufgaben für ein Unternehmen und wir haben auch noch nicht die perfekte Methode gefunden. Praktikanten gewinnen wir hauptsächlich über die nahegelegenen Unis in und um Stuttgart. Inzwischen helfen auch unsere ehemaligen Praktikanten, bei der Akquise durch das Berichten ihrer Erfahrungen. Festangestellte bei Duschbrocken kommen meist aus dem Praktikum in die Festanstellung oder initiative über unsere Website. Ein Tipp vielleicht trotzdem: Unser Team ist sehr divers und jede*r Einzelne eine echte Bereicherung. Man sollte also Bewerber nie von vorherein kategorisch ausschließen.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?
Klingt platt, aber stimmt: Macht nur, was zu euch passt! Authentizität ist irre viel wert und wird meist unterschätzt – auch wenn es um die Kundenbindung geht. Anstatt also ein Vorbild zu suchen und dem nachzueifern oder immer neue Trends auszuprobieren, solltet ihr euch vorher schon genau überlegen, wofür ihr steht und dabei bleiben.

Ohne welches externe Tool würde dein Startup quasi nicht mehr existieren?
Shopify, Asana, Google (Cloud, Mail, Kalender).

Wie sorgt ihr bei eurem Team für gute Stimmung?
Dafür sorgt das Team ganz gut selbst. Aber durch regelmäßige Feierabendbiere, gemeinsames Paella-Kochen oder Frühstücken schaffen wir oft noch mal ganz bewusst einen Rahmen, um außerhalb der eigentlichen Arbeit zusammenzuwachsen. Und sobald eine Sonderedition an den Start geht, packt das ganze Team im Versand mit an – von den „Chefs“ bis zu den Praktikanten. Mit der richtigen Musik und Motivation entsteht da immer ein toller Spirit – und eine meiner persönlichen Lieblingsarbeiten bei Duschbrocken.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?
Unser Crowdfunding Kampagne, mit der vor drei Jahren alles angefangen hat. Wir haben unser eigentliches Funding-Ziel von 5.000 Euro um ein zehnfaches übertroffen und standen plötzlich mit 50.000 Euro da. Das war völlig crazy für uns. Und heute haben wir 25 Mitarbeiter*innen und konnten mit dem Duschbrocken schon fast zwei Millionen Plastikflaschen einsparen.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

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#Interview – Ein Startup, das jede(n) zum Influencer macht


Das Hamburger Startup yamuntu, das von Woundioun “Wunni” Sissoko, Martin Westphal und Oliver Krause gegründet wurde, macht Online-Shopper:innen zu Markenbotschaftern. “Mit yamuntu ermöglichen wir es unseren besten Freunden von ihren Lieblingsmarken gesponsert zu werden, ohne, dass sie dafür berühmt sein müssen. Sie werden für den Einfluss in ihrem sozialen Umfeld wertgeschätzt und nicht nur als Verbraucher gesehen, die für mehr Umsatz stehen”, sagt Gründer Sissoko.

Angel-Investoren wie Rolf Schrömgens (trivago), Philipp Frenkel (Mister Spex), Robert Kabs (moebel.de) und Yang Zou (Freachly) investierten bereits eine niedrige siebenstellige Summe in yamuntu. Im Interview mit deutsche-startups.de stellt Gründer Sissoko das Konzept hinter yamuntu einmal ausführlich vor.

Wie würdest Du Deiner Großmutter yamuntu erklären?
Mit yamuntu ermöglichen wir es unseren besten Freunden von ihren Lieblingsmarken gesponsert zu werden, ohne, dass sie dafür berühmt sein müssen. Sie werden für den Einfluss in ihrem sozialen Umfeld wertgeschätzt und nicht nur als Verbraucher gesehen, die für mehr Umsatz stehen. Damit demokratisiert yamuntu den Influencer-Markt und macht diesen für jeden zugänglich. Jeder der mindestens 100 Follower hat, kann sich unsere App herunterladen und bei einem der Partnershops einkaufen. Sobald das Produkt ankommt, postet man eine Story oder ein Tiktok und erhält dafür zwischen 5-30€ Cashback per Paypal ausgezahlt.

Welches Problem genau wollt Ihr mit yamuntu lösen?
Wir machen das Game wieder authentisch. Marktübliche Influencer werden zum Teil durch Unsummen incentiviert um einem fremden Publikum Produkte vorzustellen, die sie nicht selber gekauft haben. Und das wird noch als authentisch bezeichnet, für mich ganz klar ein Interessenkonflikt. Auf der Gegenseite kaufen meine Freunde und ich von uns aus Produkte, die wir dann mit unserem engsten Kreis teilen. Da spielt es keine Rolle, wie viel Cashback oder Discount du mir gibst, sobald ich auch nur 1€ ausgebe, muss es mir das wert ist. Mit yamuntu stellen wir diejenigen ins Rampenlicht, die wirklich den Beitrag leisten: die Kunden!

Wie ist die Idee zu yamuntu entstanden?
Ich kann mich noch genau daran erinnern, es war im Februar 2018. Ich war zuvor zwei Tage nicht am Handy gewesen und konnte es kaum mehr abwarten. Als ich endlich wieder die sozialen Netzwerke benutzen konnte, war ich extrem gespannt darauf zu sehen, was ich verpasst hatte. Ich bin davon ausgegangen zu sehen, wer alles miteinander unterwegs ist und wie viel Spaß sie hatten. In diesem Moment habe ich zum ersten Mal realisiert wie viele meiner Freunde ihren Einkauf teilen. Um ehrlich zu sein, war ich am Anfang erst geschockt, fand es dann aber doch sehr cool. Warum sollten sie nicht zeigen wollen, wofür sie stehen und welche Produkte sie begeistert. Immerhin geben sie selbst Geld dafür aus, weshalb ich mir sicher sein kann, dass sie auch wirklich dahinterstehen.

Wie wollt Ihr Geld verdienen, also wie genau funktioniert euer Geschäftsmodell?
Wir bieten unseren Partnern dauerhafte Shop-Platzierungen an, für die wir Verkaufsprovision zwischen 20-25% für alle Verkäufe über unsere Plattform erhalten. Neben den Shop Platzierungen haben wir auch die Möglichkeit zeitlich begrenzte Kampagnen in unserer Community zu promoten, für welche wir mit einem verhandelten Festbetrag vergütet werden.

Wo steht yamuntu in einem Jahr?
Unser Ziel ist es der Shopping Standard für unsere Generation zu werden. Damit werden wir in einem Jahr natürlich noch nicht durch sein. Wir geben jetzt einfach Gas und versuchen jeden Tag besser zu werden. Ich weiß jetzt schon, dass wir uns viel mehr vornehmen werden als wir in der Zeit erreichen können und in der Retroperspektive, nachdem wir wieder einige Herausforderungen gemeistert haben, trotzdem von unserem Fortschritt überrascht sein werden.

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Foto (oben): yamuntu

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#Interview – “Allein seit Januar haben wir mehr als 100 neue Mitarbeiter eingestellt”


Das Berliner Startup Zolar , das 2016 von Gregor Loukidis und Alex Melzer gegründet wurde, bietet Photovoltaikanlagen zum Festpreis an, die Eigenheimbesitzer maßgeschneidert online planen, vergleichen und beauftragen können. “Mit unserem Online-Konfigurator können Eigenheimbesitzer ihre Solaranlage zum Festpreis online planen, individuell konfigurieren und kaufen”, erklärt Gründer Melzer das Konzept hinter seinem Startup.

Zuletzt wanderten 35 Millionen Euro in Zolar – unter anderem von Energy Impact Partners. “Wir haben 2016 zu zweit in einer Garage angefangen, heute arbeiten rund 220 Mitarbeiter sehr leidenschaftlich daran, die Energiewende mit 100 % erneuerbarer Energie voranzutreiben. Jeden Monat kommen neue Leute dazu. Wir sind hungrig nach Wachstum und wissen, dass Nachhaltigkeit und wirtschaftliches Wachstum sich nicht ausschließen”, sagt Melzer.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Zolar-Macher außerdem über Zweifamilienhäuser, Work-Life-Balance und Klimaschutz.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Zolar erklären?
Meine Großmutter lebte auf einem kleinen Bauernhof, wo sie sich früher autark versorgt haben. Mit Zolar machen wir im Prinzip etwas sehr Ähnliches, indem wir den Menschen die Möglichkeit geben, sich selbst autark mit Energie zu versorgen. Meiner Oma sage ich, dass ich Solaranlagen jetzt online verkaufe, im Internet. Für die Installation aber dann Hand in Hand mit lokalen Handwerksbetrieben arbeiten. Warum online fragt mich meine Oma oft? Weil wir so noch mehr Menschen erreichen und ihnen alles aus einer Hand anbieten können – von der Planung und Beratung, über einen hilfreichen Kundenservice bis zur fachgerechten Installation. In Zukunft ist es dann möglich seinen eigenen Energieverbrauch über unsere App mobil zu steuern.

Hat sich das Konzept, das Geschäftsmodell, in den vergangenen Jahren irgendwie verändert?
Seit Gründung verfolgen wir ein Ziel: Wir möchten auf jedes Dach der Welt eine Solaranlage bauen und damit die Nutzung erneuerbarer Energien für alle so einfach wie möglich machen. Das Potenzial für Photovoltaik in Deutschland insbesondere auf privaten Dachflächen ist riesig. Gerade einmal 11 % oder 1,3 Millionen der Ein- und Zweifamilienhäuser in Deutschland verfügen heute schon über eine Photovoltaikanlage. 89 % der Hausdächer sind noch ungenutzt. Gepaart mit dem steigenden Klimabewusstsein der Bevölkerung sehen wir hier großes Wachstumspotenzial und ideale Voraussetzungen für unser Geschäftsmodell. In Zukunft wollen wir die Führungsposition in der neuen Generation von grünen Energieversorgern einnehmen. Dazu zählt die Erweiterung unseres Kerngeschäfts: Das Produktportfolio soll ganz im Sinne des Anspruchs eines elektrifizierten Haushalts eine Verzahnung von Energieerzeugung, Stromspeicherung und Mobilität ermöglichen.

Wie genau funktioniert euer Geschäftsmodell?
Wir haben den kompletten Kaufprozess für eine Solaranlage digitalisiert, deutlich vereinfacht und transparent gemacht. Mit unserem Online-Konfigurator können Eigenheimbesitzer ihre Solaranlage zum Festpreis online planen, individuell konfigurieren und kaufen. Zeitgleich erhalten sie eine persönliche Beratung von Solarexperten. Seit Juli 2021 bieten wir auch die Miete von Solaranlagen an, um noch mehr Menschen zu ermöglichen erneuerbare Energie im eigenen Haus zu nutzen. Die Montage vor Ort übernehmen wahlweise unsere eigenen Installationsteams oder unser deutschlandweites Netzwerk zertifizierter lokaler Handwerksbetriebe. Diese wiederum können Aufträge über unser eigens entwickeltes Zolar Project Center online annehmen und abwickeln.

Die Corona-Krise traf die Startup-Szene zuletzt teilweise hart. Wie habt ihr die Auswirkungen gespürt?
Die Solarbranche zeigt sich während der Covid-19-Pandemie als sehr krisenfest. Wir konnten 2020 unseren Umsatz stark steigern und streben 2021 eine Verdreifachung der deutschlandweiten Installationen an. Die Menschen waren sehr viel zuhause und haben die Zeit genutzt sich mit lang ersehnten Projekten, wie zum Beispiel dem Solareinstieg, auseinander zu setzen. Es scheint fast so, als hätte die Krise die Nachfrage noch weiter erhöht. Was haben wir noch aus dieser Zeit mitgenommen? Wir bieten unseren Mitarbeitern an 100 % remote zu arbeiten, auch nach der Pandemie. Bei der Personalsuche hat sich gezeigt, dass wir in den Dialog mit noch mehr und sehr guten Talents kommen. Viele unserer Mitarbeiter schätzen durch die flexible Homeoffice-Zeit die hinzugewonnene Work-Life-Balance. Das Office steht natürlich weiterhin jedem zur Verfügung, der gerne von hier aus arbeiten möchte. Für uns zählt das Ergebnis und keine starren Office-Zeiten.

Wie ist überhaupt die Idee zu Zolar entstanden?
Die Idee für Zolar kam mir bei einer Fahrradreise durch Südamerika. Dort habe ich selbst an den entlegensten Orten die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels gesehen – die Bilder schrumpfender Gletscher, ausgetrockneter Flüsse und abgestorbener Bäume haben mich nicht mehr losgelassen. Mit meinen damals neun Jahren Erfahrung in der Solarindustrie habe ich mich gefragt „Was kann ich persönlich für mehr Klimaschutz tun?” Daraufhin habe ich Zolar gegründet. Ich kann mich gut in Zukunfts-Szenarien hineindenken und diese auf heute herunterbrechen – vor allem in Bezug auf den Klimawandel und die Folgen für uns alle. Ich sehe das bildlich vor mir und habe daraus den Drive entwickelt, unbedingt etwas dagegen zu tun. Und daran halte ich bis heute fest. Es ist das „Warum“, das uns täglich antreibt.

Wie hat sich Zolar seit der Gründung entwickelt?
Wir sind rasant gewachsen. Wir haben 2016 zu zweit in einer Garage angefangen, heute arbeiten rund 220 Mitarbeiter sehr leidenschaftlich daran, die Energiewende mit 100% erneuerbarer Energie voranzutreiben. Jeden Monat kommen neue Leute dazu. Wir sind hungrig nach Wachstum und wissen, dass Nachhaltigkeit und wirtschaftliches Wachstum sich nicht ausschließen. Denn nur durch Skalierung und Größe können wir den Impact auf das Klima erreichen, der notwendig ist, um den Klimawandel zu stoppen. In den kommenden Jahren wollen wir uns als Marke etablieren und die neue Generation grüner Energieversorger anführen. Für mich eine der wichtigsten Kennzahlen und der Grund, warum ich Zolar gegründet habe: Seit 2016 konnten Zolar-Kunden bereits 5.724 Tonnen CO2 einsparen. Allein seit Januar 2021 haben wir mehr als 100 neue Mitarbeiter eingestellt. Jeden Monat werden es mehr, jeden Monat wird unser Impact größer. Erst im März 2021 konnten wir unsere Series-B auf insgesamt 35 Millionen Euro erhöhen. 2021 streben wir eine Verdreifachung der installierten Anlagen an und wollen nächstes Jahr bei über 100 Millionen Euro Umsatz sein.

Wo steht Zolar in einem Jahr?
Wir werden stark in Umsatz und installierten Anlagen gewachsen sein. Wir werden unsere App ausrollen und in weitere europäische Länder expandieren. Wir werden beweisen, dass Klimaschutz und wirtschaftliches Handeln vereinbar sind.

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Foto (oben): Zolar

#aktuell, #berlin, #energie, #interview, #zolar

#Interview – “Der physikalische Ort ist für uns nicht entscheidend”


Die Jungfirma smapOne, die 2014 von Sven Zuschlag und Thomas Schwarz (CTO) in Hannover gegründet wurde, positioniert sich als “SaaS no-code Plattform mit vordefinierten Bausteinen, um Unternehmensprozesse zu digitalisieren”. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 65 Mitarbeiter:innen. Zu den Kunden von smapOne gehören Unternehmen wie Vonovia, Rhenus, Clariant, TÜV Austria Schweiz und Dachser.

Über Nordwind Capital investierten Paul Achleitner, Achim Berg, Olaf Berlien, Jan Klatten, Peter Löscher, Andreas Obereder und Fußball-Nationalspieler Thomas Müller kürzlich 20 Millionen Euro in smapOne. “Wir wollen schlichtweg weiter wachsen und zwar im großen Stil”, sagt Gründer Zuschlag. Über das Investment von Nationalspieler Müller freut er sich besonders: “SmapOne soll Spaß machen und auf spielerische Weise vermitteln, wie sich Prozesse digitalisieren lassen. Ich finde, dass wir gut zu Thomas Müller passen”.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der smapOne-Macher außerdem über Legobausteine, Hosentaschen und Raketenphysik.

Wie würdest Du Deiner Großmutter smapOne erklären?
Meiner Großmutter würde ich smapOne mit Legobausteinen erklären. Bei uns können Mitarbeiter Apps selbst bauen und zwar mit digitalen “Lego”-Bausteinen. So kann jeder selbst digitalisieren. Wir können das digitale Klemmbrett für Techniker sein oder dem Ingenieur helfen, seine Prozesse ab sofort auf dem Smartphone in der Hosentasche zu haben.

Hat sich das Konzept, das Geschäftsmodell, in den vergangenen Jahren irgendwie verändert?
Unser Geschäftsmodell hat sich nicht geändert. Wir wollten Apps as a Service bieten und machen das auch heute noch. Uns war es immer wichtig, dass den Unternehmen der Nutzen unserer Services sofort ersichtlich wird. Sie müssen verstehen, wie viel digitale Prozesse zur Wertschöpfung beitragen können und wie sie so ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern und Kosten senken können.

Wie genau funktioniert euer Geschäftsmodell?
Der Kunde oder die jeweilige Fachabteilung kann auf unserer Plattform einfach per Drag and Drop, ohne Programmierkenntnisse, Apps bauen, verteilen und verwalten, sowie in bestehende Systeme integrieren. Unser Gesellschaftsmodell ist denkbar einfach: Wir rechnen ab, wie viele Menschen unsere Plattform tatsächlich nutzen.

Die Corona-Krise traf die Startup-Szene zuletzt teilweise hart. Wie habt Ihr die Auswirkungen gespürt?
Der Bedarf, dass Prozesse digitalisiert werden müssen und Unternehmen eigene Apps bauen wollen, ist in der Krise eklatant gestiegen. Somit sind noch mehr Kunden auf unsere Plattform gekommen und konnten davon profitieren, dass wir Digitalisierung einfach machen.

Wie ist überhaupt die Idee zu smapOne entstanden?
Für die Gründung von smapOne gab es mehrere Gründe. Wir waren überzeugt, dass die Digitalisierung zu langsam läuft und keine Raketenphysik ist. So hat es sich aber angefühlt. Alle IT-Projekte, mit denen wir zu tun hatten, dauerten lange und waren teuer. Dazu wollten wir nicht anerkennen, dass Digitalisierung nur reine IT-Sache ist. Mitarbeiter wollen und sollen den digitalen Wandel mitgestalten. Das ist notwendig, wenn wir in der Wirtschaft spitze bleiben wollen. Wir wollen Digitalisierung einfach und spielerischer machen, auch für Mitarbeiter, für die IT bisher ein rotes Tuch war.

SmapOne sitzt derzeit in Dresden, Hannover und Ulm. Wie ist es zu dieser Aufteilung gekommen?
Wir haben uns schlichtweg an unseren Kunden orientiert. Wir sind ein deutschlandweites Unternehmen und mit unseren Sitzen schnell in der Lage, nah an eigentlich jedem Kunden zu sein. Wir wollen aber noch digitaler agieren und work from everywhere ermöglichen. Somit ist der physikalische Ort für uns nicht entscheidend.

Nordwind Capital und Co. investierten zuletzt 20 Millionen in smapOne. Wofür braucht Ihr so viel Geld?
Wir wollen schlichtweg weiter wachsen und zwar im großen Stil. Wir verdoppeln unsere Belegschaft und wollen international aktiv sein. Dafür muss unsere Plattform noch weiter ausgebaut werden und wir brauchen noch mehr Möglichkeiten für unsere Kunden. Daran werden wir jetzt arbeiten. Wir wollen ein etabliertes Unternehmen werden und den No-Code-Bereich noch gesellschaftsfähiger machen.

Und wie gewinnt man Fußball-Nationalspieler Thomas Müller als Investor?
Wir konnten ihn von unserer Idee überzeugen oder von unserem Geschäftsmodell überzeugen. smapOne setzt nicht nur auf die Motivation der Mitarbeiter, sondern vor allem auf ihren Spieltrieb. SmapOne soll Spaß machen und auf spielerische Weise vermitteln, wie sich Prozesse digitalisieren lassen. Ich finde, dass wir gut zu Thomas Müller passen.

Wie hat sich smapOne seit der Gründung entwickelt?
Im Mai 2014 wurde smapOne als Tech-Startup gegründet und hat seitdem ein signifikantes Wachstum in Mitarbeiterzahl und Umsatz erlebt. Nachdem wir uns in den ersten fünf Jahren im Markt etabliert haben, ist nun Wachstum angesagt. Wir sind rentabel und gehen jetzt weitere Schritte in unserer Entwicklung zum etablierten Unternehmen.

Nun aber mal Butter bei die Fische: Wie groß ist smapOne inzwischen ?
Das Team von smapOne besteht derzeit aus 65 Mitarbeitern. Unsere Kunden haben über 50.000 Apps umgesetzt. 2020 ist die Nutzung der Plattform um über 300 % gewachsen.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Wir haben natürlich Fehler gemacht, oder besser: Wir haben uns selbst Herausforderungen geschaffen, die nicht unbedingt nötig waren. Wir haben zum Beispiel unseren Aufsichtsrat mit sechs Personen besetzt und sind mit einer AG gestartet. Um ehrlich zu sein: Das würde ich so nicht mehr machen.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?
Wir haben den richtigen Fokus gehabt. Für uns sind wichtig: People, Werte, Kultur! Ohne die richtigen Leute, das gleiche Mindset und gleiche Auffassung geht es nicht.

Wo steht smapOne in einem Jahr?
Wir sind in unserem Wachstum einen Schritt weiter. Wir sind dann international vertreten und viel wichtiger: Noch mehr Unternehmen wurden smappifiziert.

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Foto (oben): smapOne

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#Podcast – “Man möchte es nicht noch einmal erleben”


In unserem Interview-Podcast ist diesmal Moritz Kreppel, Gründer des Urban Sports Club, zu Gast. Das Unternehmen aus Berlin, das 2012 von Benjamin Roth und Moritz Kreppel gegründet wurde, positioniert sich als Anbieter für Sportflatrates. SevenGrowth, ein Investmentvehikel von ProSiebenSat.1, Claret Capital Partners und Altinvestoren wie HV Capital, Partech, RTP Global, Rocket Internet und Co. investierten zuletzt 80 Millionen Euro in das Unternehmen, das während der Corona-Krise arg gebeutelt wurde. 400 Mitarbeiter:innen wirken derzeit für das Unternehmen.

Im Gespräch mit Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, spricht Kreppel unter anderem über Hyper-Wachstum, die Corona-Krise, Entlassungen, Firmenkunden, Live-Kurse und Wachstum durch Übernahmen.

Unser Sponsor

Die heutige Ausgabe wird präsentiert von INTEL IGNITE. Arbeitet ihr an einem Tech-Startup und habt eure Seed-Runde erfolgreich hinter euch gebracht? Jetzt steht ihr vor der Problematik eure Firma auf die nächste Stufe zu heben. Die Erwartungshaltung ist hoch. Es gilt jetzt zahlende Kunden zu gewinnen, eure innovative Technologie zu optimieren, top Mitarbeiter zu finden und richtig zu managen und die passenden Investoren für eine große Runde zu gewinnen. Dann solltet ihr von INTEL IGNITE gehört haben. Ein exklusives Startup Growth-Programm aus Tel Aviv, das es jetzt auch in Deutschland gibt. INTEL IGNITE unterstützt euer Startup dabei zu einem globalen Champion zu werden. Pro Jahr durchlaufen zwei Kohorten von jeweils 10 Startups ein 12-wöchiges individuelles Mentoren-Programm. Ihr arbeitet dabei eng mit den besten INTEL-Experten weltweit zusammen, wie auch mit erfahrenen Gründern und Industriegrößen. Die Teilnahme ist kostenlos und Intel nimmt keine Equity dafür und versteht sich als Unterstützer des Startup Ökosystems, ganz nach dem Silicon Valley Motto „paying it forward“. Bewerbt euch jetzt unter intel.de/ignite

Interview #31 – Moritz Kreppel (Urban Sports Club)

Abonnieren: Die Podcasts von deutsche-startups.de könnt ihr bei Amazon Music – Apple Podcasts – Castbox – Deezer – Google Podcasts – iHeartRadio – Overcast – PlayerFM – Podimo – Spotify – SoundCloud oder per RSS-Feed abonnieren.

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Foto (oben): Urban Sports Club

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#Interview – “Als Startup erhält man die Möglichkeit, seine Geschichte breit zu streuen”


Auch in der zehnten Staffel der Vox-Gründer-Show “Die Höhle der Löwen” treten wieder etliche Gründerinnen und Gründer vor die Jury. In der zweiten Folge der aktuellen Staffel sind unter anderem Angelika Poppe und Thomas Leiendecker von Frau Poppes zu Gast. Das Food-Unternehmen aus Neu Wulmstorf setzt unter anderem auf Würzmischungen für Frikadellen. Im Interview mit deutsche-startups.de stellt der gelernte Koch Leiendecker die Idee einmal ganz genau vor.

Welches Problem wollt ihr mit  Frau Poppes lösen?
Wir wollen Leuten, die gerne abwechslungsreich und gut kochen möchten, aber nicht die Zeit oder das Wissen haben, es ermöglichen, mit wenigen Handgriffen eine richtig gute Mahlzeit zu zaubern.

Wie ist überhaupt die Idee zu  Frau Poppes entstanden?
Die Idee ist bei einem gemeinsamen Essen entstanden. Angelika lud meine Frau, Angelikas Tochter Sandra, und mich zum Frikadellen-Essen ein. Als gelernter Koch war ich anfangs sehr skeptisch, denn für mich, ist es unvorstellbar gewesen, wie eine blinde Frau eine so gute Frikadelle zubereiten könne. Ich war begeistert: Sie waren fluffig und richtig gut abgeschmeckt! Danach entstand die Idee, eine Würzbasis zu entwickeln, mit der das jede:r schaffen kann: die perfekte Frikadelle.

Warum habt ihr euch entschieden, bei “Die Höhle der Löwen” mitzumachen?
Ich habe die letzten Jahre fast alle Sendungen gesehen. Ich war zuletzt im Vertrieb im Bereich-Food unterwegs und entsprechend interessiert an Neuheiten. Bei “Die Höhle der Löwen” erhält man als Startup die Möglichkeit, seine Geschichte breit zu streuen, und kann bei einem Deal von dem Netzwerk der Löwen profitieren. Das war für mich enorm interessant. Als unser Konzept stand, haben wir uns also spontan beworben.

Wie nervös wart ihr kurz vor eurem TV-Pitch?
Wir waren unbeschreiblich nervös! Schließlich haben wir wochenlang dafür geübt und sehr hart an uns gearbeitet.

Euer Tipp an andere Gründer:innen, die mit einem Auftritt bei “Die Höhle der Löwen” liebäugeln?
Verliert euren Traum nie aus den Augen verlieren und hört auf euer Bauchgefühl. Bewerbt euch für “Die Höhle der Löwen”! Es lohnt sich.

Wo steht Frau Poppes in einem Jahr?
Hoffentlich in jedem Supermarkt-Regal. Wir wünschen uns, dass Frau Poppes aus keiner Küche mehr wegzudenken ist.

Tipp: Alles über die Vox-Gründer-Show gibt es in unserer DHDL-Rubrik. Die jeweiligen Deals und Nicht-Deals gibt es hier: “Die Höhle der Löwen (10. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (9. Staffel)“,”Die Höhle der Löwen (8. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (7. Staffel)“,”Die Höhle der Löwen (6. Staffel)“,”Die Höhle der Löwen (5. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (4. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (3. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (2. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (1. Staffel)“.

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#Interview – Ein Startup, das ganze Fitnessstudios vermietet


Das Mannheimer Startup HiddenGyms, das von  Andri Stocker, Nici Vogel und Thorsten Migge vorangetrieben wird, “bringt private Fitnessstudios mitten in die Stadt”. Der Zugang erfolgt über ein elektronisches Türschloss. So können “Fitnesstrainer und Trainierende trainieren – alleine, mit Freunden, Familie oder Kunden. Das ganze stundenweise und ohne Vertragsbindung”. Im Interview mit deutsche-startups.de stellt Gründer Migge das Konzept einmal ausführlich vor.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Hiddengyms  erklären?
Hallo Oma, wir hatten mal wieder ne verrückte Idee! Wir wollen die Art und Weise wie Menschen Fitness machen revolutionieren. Keine überfüllten Studios, 100 % Privatsphäre in einer Wohlfühloase für Soul und Fitness! Hiddengyms sind in jeweils zwei Bereiche geteilt, ein Soulspace für Yoga, Pilates etc. und ein Fitspace für reguläres Fitnesstraining. Alle dafür benötigten Geräte sind in den Hiddengyms verfügbar. Die Hiddengyms findest du in Innenstädten, kannst stundenweise und vor allem exklusiv für dich oder mit Freunden und Familie buchen. Und du kannst beruhigt sein, man kann das Hiddengym ganz einfach über WhatsApp buchen. Du bekommst dann einen Code für die Tür und kannst loslegen. Neben den Endkunden ist das Hiddengym auch für Fitness und Yogatrainer buchbar, die mit Ihren Kunden flexibel mit hochwertiger Ausstattung trainieren und entspannen können.

Welches Problem genau wollt Ihr mit Hiddengyms lösen?
Mit Hiddengyms lösen wir mehrere Probleme. Zum einen bieten wir für Fitness- und Yogatrainer und Trainerinnen eine flexibel buchbare Location in Innenstädten die mit den aktuellsten Functional-Fitness Geräten, Smart TV, Soundanlage, Yoga Corner, Dusche etc. ausgestattet ist. So können Fitnesstrainer Ihren Aktionsradius flexibel erweitern und Ihre Zielgruppe vergrößern. Außerdem sparen sich die Trainer und Trainerinnen die Mitgliedschaft in verschiedensten Studios und/oder das Investment in einen eigenes. Zum anderen bieten wir auch Endkunden, die Flexibilität und Privatsphäre schätzen eine Möglichkeit zu trainieren und zu entspannen. Unsere Erfahrungen aus dem ersten Studio zeigen, dass die Kunden es unglaublich schätzen, z.b. mit dem Partner trainieren zu gehen. Der eine entspannt sich bei einer Yoga Session, der andere trainiert im Fitnessbereich – alles zusammen,  ohne Personen die man nicht dabei haben möchte. Als schönen Nebeneffekt mieten wir von Leerstand gefährdete Ladenflächen.

Wie ist die Idee zu Hiddengyms entstanden?
Die Liebe zum Sport. Nicht erst mit der Coronakrise haben wir aber gemerkt, dass Sport immer mehr mit Stress verbunden ist: Langfristige Mitgliedschaften, überfüllte Studios, Warten auf Geräte, unerwünschte Blicke. Das wollten wir so nicht akzeptieren! Mit HiddenGyms arbeiten wir daran, Sport wieder den Raum zu geben, den er verdient: Mit Fokus, Ruhe und -wenn gewünscht – bedingungsloser Privatspähre.

Wo steht Hiddengyms in einem Jahr?
Wir  wollen den ersten Schritt gemacht haben, die Gewohnheit wie Menschen Fitness machen zu ändern. Wenn Kunden realisiert haben, dass trainieren mit Freunden, dem Partner oder mit dem Kind in einem privaten Umfeld wertvolle Qualititytime ist sind wir fürs Erste sehr stolz. Wenn wir das bis Mitte 22 mit einem Team von fünf bis zehn sportbegeisterten Kollegen umsetzen dürfen wäre das natürlich noch besser. Um unseren Wachstumsplan umsetzen zu können freuen wir uns natürlich auch über einen Investor der sich von unserer Vision begeistern lässt und mit uns mindestens 10 Studios in den Top deutschen Städten umsetzt.

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Foto (oben): Hiddengyms

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#Interview – Ein Startup, das Entwicklern hilft, Fehler zu erkennen


Das 2018 von Hannes Lenke, Tim Nolet und Timo Euteneuer in Berlin gegründete Unternehmen Checkly positioniert sich als Monitoring-Plattform für Entwickler. Das Startup ermöglicht es DevOps- und Engineering-Teams, API-Monitoring und Frontend-Tests auf über 20 globale Rechenenzentren durchzuführen. CRV, Accel, Mango Capital und Guillermo Rauch investierten bereits rund 12 Millionen Dollar in Checkly.

Im Interview mit deutsche-startups.de stellt Mitgründer Lenke das Konzept hinter Checkly, das komplett remote arbeitet, einmal ausführlich vor.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Checkly erklären?
Man könnte es ihr so erklären: Stell dir vor, du machst eine Webseite – also Internetseite, wie du es nennst. Du möchtest wissen, ob die Seite fehlerfrei ist. Dafür nutzt du Checkly. Checkly ist ein künstlicher Nutzer, der deine Webseite in sehr kurzen Abständen besucht und dir Bescheid gibt, wenn er Fehler findet. Diese erläutert dir Checkly sehr genau, damit du weißt, wie du die Fehler beheben kannst. Checkly überwacht also kritische Infrastrukturen, wie Webseiten, für Entwickler und alarmiert sie, wenn etwas nicht so funktioniert, wie es sollte. Das funktioniert schnell und unkompliziert. Innerhalb von 60 Sekunden ist es möglich, solch einen Check zu erstellen. Checkly überprüft dann im Sekundentakt APIs und Webseiten.

Welches Problem genau wollt Ihr mit Checkly lösen?
Entwickler wissen mithilfe von Checkly zu jeder Zeit, ob die Webseite oder APIs funktionieren und wie sie performen – und das alles in jeder Region weltweit. Wenn etwas nicht so läuft, wie es sollte – zum Beispiel Login-Probleme – informiert Checkly die Entwickler darüber via verschiedene Kanäle, wie SMS, Slack, etc. Damit lösen wir zwei Probleme: Erstens schafft Checkly Transparenz über den Zustand der Webseite oder APIs. Zweitens werden Fehler mithilfe von Checkly früher und rascher erkannt. Somit auch schneller behoben. Die Zufriedenheit der User wird damit verbessert, da die Entwickler mit Checkly ihre APIs oder Webseiten so gesehen live aus der Kundenperspektive überwachen.

Wie ist die Idee zu Checkly entstanden?
Die erste Idee zu Checkly hatte Tim Nolet in 2017. Er war zu dem Zeitpunkt Head of IT beim Scooter-Start-up Unu und musste sicherstellen, dass die Webseite zu jeder Zeit funktionierte. Bestehende Lösungen, die das gewährleisten sollen, waren für moderne Entwicklungsteams ungeeignet. Also hat er mithilfe von Puppeteer – Google-Tool für Entwickler – eine Lösung gebaut. Daraus entstand 2018 letztlich Checkly – damals noch als Sideproject. 2019 kamen schließlich die ersten Kunden. Anfang 2020 sind dann Timo Euteneuer und ich als Co-Founder dazugestoßen. Kurz danach führte Checkly eine von Accel geführte Finanzierungsrunde erfolgreich durch.

Wie wollt Ihr Geld verdienen, also wie genau funktioniert euer Geschäftsmodell?
Checkly ist eine Software as a Service-Plattform (SaaS). Diese nutzen tausende Entwickler. Bis zu einem bestimmten Volumen ist dies kostenfrei möglich. Erst danach ist unsere Plattform mit Kosten verbunden. Wir rechnen also volumenbasiert ab. Eine Testausführung durch Checkly kostet übrigens nur einen Bruchteil eines Euro-Cents.

Wo steht Checkly in einem Jahr?
Wir möchten ein zehnfaches Wachstum vorzeigen und zehntausende neue Entwickler auf unserer Plattform begrüßen. Dadurch erhoffen wir uns, dass weitere renommierte Kunden zu unseren über 300 bestehenden dazukommen. Um dies zu realisieren, stellen wir aktuell verstärkt ein. Das neue Personal unterstützt uns hauptsächlich in der Produktentwicklung, Marketing sowie Vertrieb. Durch neue Verbesserungen soll Checkly eine noch bessere und schnellere User Experience für die Entwickler bieten.

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#Interview – “Das eigene Smartphone gibt keiner gern einem kleinen Kind”


Das Hamburger Startup tigermedia bietet mit der tigerbox Touch eine kindgerechten Streamingbox für Hörspiele an. “Das funktioniert entweder mit einer fast quadratischen Karte, der tigercard, die in die Hörbox eingesteckt wird, oder per Fingerdrück auf einen Mini-Bildschirm, das Touchdisplay”, sagt Martin Kurzhals, der das Unternehmen gemeinsam mit Till Weitendorf gegründet hat. Die Jungfirma beschäftigt derzeit 14 Mitarbeiter:innen. Bisher konnte tigermedia rund 100.000 seiner Hörboxen verkaufen.

“Ursprünglich sind wir 2013 als erste deutschsprachige Kindermedienplattform an den Start gegangen, die vor allem interaktive E-Books und wenige Hörspiele führte. Aufgrund der intensiven Nutzung und Nachfrage nach mehr Hörmedien, nahmen wir mehr und mehr Hörspiele & -bücher in unser Repertoire auf. Mit Aufkommen der ersten Streamingdienste waren wir bereits der Überzeugung, dass das Konzept auch wunderbar für Kinder funktionieren würde”, blickt Kurzhals zurück.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der tigermedia-Macher zudem über Hörerlebnisse, Chips und Vertragsverhandlungen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter tigermedia erklären?
Wir haben einen Lautsprecher in Form eines Würfels entwickelt, mit dem Kinder eigenständig tausende Hörspiele, Hörbücher und Kinderlieder abspielen können: die tigerbox TOUCH. Das funktioniert entweder mit einer fast quadratischen Karte, der tigercard, die in die Hörbox eingesteckt wird, oder per Fingerdrück auf einen Mini-Bildschirm, das Touchdisplay. Denn mit der tigerbox TOUCH kann man ins Internet gehen und dort in unserer Audiothek, aber auch nur da, damit es für die Kinder sicher ist, aus mehr als 7.000 Hörmedien, zum Beispiel Hörspiele oder -bücher von Paul Maar, Astrid Lindgren, Cornelia Funke und vielen mehr wählen.

Hat sich das Konzept, das Geschäftsmodell, in den vergangenen Jahren irgendwie verändert?
Ja, ursprünglich sind wir in 2013 als erste deutschsprachige Kindermedienplattform an den Start gegangen, die vor allem interaktive E-Books und wenige Hörspiele führte. Aufgrund der intensiven Nutzung und Nachfrage nach mehr Hörmedien, nahmen wir mehr und mehr Hörspiele & -bücher in unser Repertoire auf. Mit Aufkommen der ersten Streamingdienste waren wir bereits der Überzeugung, dass das Konzept auch wunderbar für Kinder funktionieren würde. Wir entwickelten 2017 eine erste tigertones-App für Hörmedien und stellten schnell fest, dass es ein kindgerechtes Device brauchte. Das eigene Smartphone oder Tablet gibt keiner gern für längere Zeit einem kleinen Kind. Da musst Du als Elternteil immer ein Auge drauf haben, damit sich das Kind nicht in andere Apps reinklickt. Oder Du musst ständig neue Titel für die Kinder auswählen. Das macht auch keinen Spaß – dazu nutzt man die Devices normalerweise ja gern selbst. Wir arbeiteten deshalb an einem kindgerechten Endgerät und launchten 2019, passend zu unserem Streamingdienst tigertones, den es schon seit Ende 2017 gibt, die tigerbox TOUCH.

Wie genau funktioniert euer Geschäftsmodell?
Unser Starter-Set enthält eine tigerbox TOUCH und ein gratis tigerticket für 14 Tage, um den Streamingdienst tigertones auszuprobieren. Dazu gibt es tigercards, das sind Einzeltitel oder Musikalben, und wildcards, Leerkarten zum selbst bespielen. Langfristig verdienen wir an dem Verkauf der tigercards und tigertickets, wobei letztere besonders stark nachgefragt werden. 75% nutzen mittlerweile den Streamingdienst, der über das tigerticket für 1, 3, 6, 12 oder 24 Monate freigeschaltet werden kann und mit Ende der Laufzeit ähnlich einem Prepaid-Guthaben automatisch ausläuft. Alternativ können unsere User auch ein Abo über unsere App tigertones abschließen. tigercards eignen sich hervorragend zum Verschenken, Tauschen und Sammeln und sind vor allem für die Jüngsten spannend. Ältere Kinder nutzen die Mediathek intensiv. Diese befüllen wir regelmäßig mit neuem Content.

Die Corona-Krise traf die Startup-Szene zuletzt teilweise hart. Wie habt ihr die Auswirkungen gespürt?
Wie so viele Unternehmen, hatten wir Schwierigkeiten innerhalb der Lieferkette. So konnten wir zeitweise keine Chips ordern und Hörboxen kamen zu spät an. Dadurch konnten die Einzelhändler weniger Boxen verkaufen, was insbesondere zur Weihnachtszeit ungelegen kam. Hinzukam, dass viele unserer Fachhändler Lockdown-bedingt schließen mussten.

Wie ist überhaupt die Idee zu tigermedia entstanden?
Till und ich haben unsere Wurzeln im Verlag Friedrich Oetinger, in dem zum Beispiel die Geschichten von Astrid Lindgren, Cornelia Funke, Sven Nordqvist und anderen bekannten Kinderbuchautor:innen zuhause sind. Mit der Gründung von tigermedia wollten wir diese in die digitale Welt überführen, damit sie bei dem riesigen Angebot an neuen Kinderserien nicht in Vergessenheit geraten. Gleichzeitig gibt es auch unter den neuen Kinderformaten so viele tolle Hörmedien. Wir wollten also eine Audio-Mediathek für Kinder schaffen, die sowohl die wunderbaren Kindheitshelden von früher, als auch eine Vielfalt an neuen Produktionen bereithält. So ist für jedes Kind etwas Passendes dabei. Die tigerbox TOUCH ist dabei unsere Lösung für kindgerechten Hörspaß. Während Erwachsene ganz selbstverständlich beim Hören zu Streamingdiensten mit Flatrate-Modellen greifen, gab es, bis wir mit der tigerbox TOUCH kamen, keinen sinnvollen Weg ins Kinderzimmer. So entstand die Idee, eine Hörbox zu entwickeln, die sowohl mit digitalen Einzelmedien, als auch mit einer Streaming-Mediathek bedient werden kann und dazu altersgerecht und sicher ist. So bieten wir Kindern und Eltern unbeschwerte Hörerlebnisse.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist tigermedia inzwischen?
Unser Team besteht mittlerweile aus 14 Mitarbeitern und wir haben in weniger als 1,5 Jahren bereits 100.000 tigerbox TOUCH verkauft. Dazu haben wir 84 tigercards gelauncht und mehr als 7.000 Hörspiele, -bücher und Kinderlieder sowie einen eigenen Podcast, die tigershow, in unserer Mediathek. 75 % der Hörbox-Besitzer:innen nutzen den Streamingdienst und rund 20 % haben sich bereits eine zweite Box zugelegt. Im Schnitt läuft die tigerbox TOUCH drei Stunden am Tag, zu Hochzeiten über Weihnachten und in Zeiten von Home Schooling sogar rund 4,5 Stunden.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Viel ist glücklicherweise nicht schief gegangen. Als uns klar wurde, dass wir unseren Fokus stärker auf Hörmedien legen wollten, haben wir begonnen, Content zu sammeln und an einem eigenen Device zu arbeiten. Das hätte natürlich schneller gehen können. Aber Vertragsverhandlungen und Softwareentwicklung brauchen nun mal ihre Zeit. Als, von Natur aus, eher ungeduldige Menschen, war das für uns beide nicht immer leicht. Gleichzeitig wollten wir natürlich auch unseren Ansprüchen und vor allem denen der kleinen Hörer:innen und ihrer Familien genügen. Daher stimmt wohl der Spruch: Gut Ding will Weile haben!

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?
Wir entwickeln Produkte für Familien, daher war und ist uns der enge Austausch mit Eltern-Communities immer wichtig. So können wir direkt Ohr anlegen und herausfinden, womit Eltern struggeln oder an welcher Stelle ihnen etwas fehlt. Dabei haben wir die tigerbox TOUCH so gestaltet, dass sie Kinder bereits ab 3 Jahren bedienen können. Der Touchdisplay wird über große Symbole und Hörspiel-Cover bedient. Lesen müssen Kinder dafür noch nicht können. Dazu hat die Hörbox einen schützenden Bumper, falls sie doch mal runterfällt. Dann gibt es eine Reihe von Features, die Eltern den Alltag erleichtern, wie die Sleep-Timer-Funktion und Alterseinschränkungen. Durch das zeitlose Design, die digitale Funktionsweise und die breite Auswahl an Inhalten, ist die Hörbox aber auch noch für 10- bis 12-Jährige spannend. So wächst die tigerbox TOUCH mit und verbleibt über lange Jahre in den Kinderzimmern.

Wo steht tigermedia in einem Jahr?
In einem Jahr wollen wir dreimal so viele Kinderzimmer mit unseren vielfältigen und wertvollen Hörmedien unterhalten, die natürlich nicht nur in Zeiten von Lockdown und Home Schooling eine klasse Unterstützung bei der Nachwuchsbetreuung sind. Das erreichen wir unter anderem über den flächendeckenden Roll-out im Einzelhandel. Viele Buch-, Spielwaren- und Elektronikhändler im DACH-Raum sind schon jetzt Partner. Die Power für den weiteren Roll-out haben wir nun mit Hilfe von alpha venture solutions, die uns im Vertrieb tatkräftig unterstützen.

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Foto (oben): Shutterstock

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#Interview – “In der Zeit haben über 100 Telefonate mit mehr als 50 Funds stattgefunden”


Die Kölner Jungfirma Sastrify, die 2020 von Maximilian Messing und Sven Lackinger, beide früher evopark, gegründet wurde, unterstützt Unternehmen beim Kauf und der Verwaltung von Softwarelösungen. HV Capital und Co. investierten gerade rund 7 Millionen US-Dollar in das junge Unternehmen. “Wir wollten die Runde noch vor dem Sommer bzw. der Urlaubszeit durchbringen und mussten daher alles sehr kompakt machen. Das hat natürlich zu einigen stressigen Wochen geführt, am Ende aber gut geklappt”, sagt Gründer Lackinger.

In rund vier Wochen zogen die Rheinländer die Investmentrunde “vom ersten Kontakt bis zum unterschriebenen Termsheet” durch. Das Interesse war groß. “In der Zeit haben allerdings über 100 Telefonate mit mehr als 50 Funds stattgefunden”, erzählt Lackinger. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Sastrify-Macher außerdem über Verwechslungen, Visionen und verrückte Wachstumsphasen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Dein Startup erklären?
Sastrify hilft Unternehmen dabei, Softwarelösungen einzukaufen. Wir organisieren den kompletten Prozess von der Auswahl, über die Preisverhandlung bis zur Vertragsverlängerung nach einem Jahr und behalten den Überblick. Damit stellen wir sicher, dass unsere Kunden immer die beste Software zum besten Preis nutzen können.

Hat sich das Konzept, das Geschäftsmodell, seit dem Start irgendwie verändert?
Die Grundidee ist immer noch die selbe. Wir haben allerdings über die Zeit gemerkt, dass es unseren Kunden viel mehr darum geht, Zeit einzusparen als Kosten zu reduzieren. Das bedeutet, dass wir viel mehr Prozesse im Einkauf automatisieren können und der Kostenvorteil eher die berühmte “Cherry on the Cake” ist.

Zum Start war euer Name Sastrix. Warum habt ihr diesen verworfen?
Wir waren mit Sastrix zu nahe an einer anderen Marke dran und das hätte langfristig vielleicht zu Verwechslungen gefühlt. Daher haben wir uns umbenannt und die Chance direkt genutzt, ein komplettes Rebranding durchzuführen mit dem wir auch sehr glücklich sind.

Gerade konntet ihr in einer Finanzierungsrunde 7 Millionen US-Dollar einsammeln. Nach welchen Kriterien habt ihr euch eure potenziellen Geldgeber im Vorfeld ausgesucht?
Am Ende war für uns vor allem der persönliche Fit entscheidend. Mit Jasper Masemann und dem Team von HV Capital haben wir uns auf Anhieb super verstanden und hatten die gleiche Vision, ein richtig großes Unternehmen zu bauen.

Wie genau seid ihr denn mit euren jetzigen Geldgebern in Kontakt gekommen?
Der ursprüngliche Kontakt kam schon letztes Jahr im Herbst über unsere Investoren aus der Pre-Seed zustande. Damals war es noch zu früh für ein Investment, HV hat uns aber bereits über die letzten Monate immer wieder inhaltlich unterstützt was schlussendlich im Investment geendet hat.

Was war bei der letzten Finanzierungsrunde die größte Herausforderung?
Der Zeitpunkt. Wir wollten die Runde noch vor dem Sommer bzw. der Urlaubszeit durchbringen und mussten daher alles sehr kompakt machen. Das hat natürlich zu einigen stressigen Wochen geführt, am Ende aber gut geklappt.

Wie lange habt ihr insgesamt gebraucht, um die letzte Finanzierungsrunde abzuschließen?
Am Ende waren es nur knapp vier Wochen zwischen den ersten Telefonaten und dem unterschriebenen Termsheet. In der Zeit haben allerdings über 100 Telefonate mit mehr als 50 Funds stattgefunden.

Was rätst Du anderen Gründern, die Kapital suchen?
Möglichst früh die richtigen Kontakte aufzubauen und dann mit möglichst vielen potenziellen Investoren sprechen. Erstens lernt man dabei sehr viel über das eigene Business, gleichzeitig braucht man auch viele Erstgespräche um dann einen guten Deal zu erreichen.

Wo steht Sastrify in einem Jahr?
Wir werden uns nun auf weitere europäische Märkte konzentrieren und in einem Jahr vermutlich bereits Kunden in den verschiedensten Ländern vorweisen können. Es wird auf jeden Fall eine verrückte Wachstumsphase, auf die wir uns sehr freuen!

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln werfen wir einen genaueren Blick auf das Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind dort die Voraussetzungen für Gründerinnen und Gründer, wie sieht es mit Investitionen aus und welche Startups machen gerade von sich reden? Mehr als 550 Startups haben Köln mittlerweile zu ihrer Basis gemacht. Mit zahlreichen potenziellen Investoren, Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents bietet Köln ein spannendes Umfeld für junge Unternehmen. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderung. #Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

Foto (oben): Sastrify

#aktuell, #interview, #koln, #sastrify

#Interview – “Alleine ist es unfassbar schwierig, eine Marke bekannt zu machen”


Auch in der neunten Staffel der Vox-Gründer-Show “Die Höhle der Löwen” treten wieder etliche Gründerinnen und Gründer vor die Jury. In der elften Folge der aktuellen Staffel ist unter anderem Kim Lohmar, Gründerin von Astalea, zu Gast. Das Unternehmen, in der Sendung noch als Asalea bekannt, entwickelt einen Aroma-Duftstein für das Armaturenbrett. Im Interview mit deutsche-startups.de stellt Lohmar ihre Idee einmal ganz genau vor.

Wie ist die Idee zu Astalea entstanden?
Ich war einige Zeit im Außendienst bei L´ Oréal tätig. Dort habe ich viele Stunden im Auto verbracht und mich aufgrund meiner Leidenschaft für gute Düfte durch die Auswahl an Autodüften geschnuppert. Ich habe diese doch meist als penetrant, nicht gut dosierbar und auch nicht als optisch ansprechend empfunden und mich irgendwann gefragt, ob man nicht eine bessere Alternative dazu schaffen könnte. 2019 bin ich dann auf „Kieselgur“ als Duftträger-Material gestoßen und war absolut fasziniert davon. Während meines Sourcings habe ich eine Firma im asiatischen Raum gefunden, die das Material in alle möglichen Formen presst und es mit Hilfe eines Siebdruckverfahrens auch noch bedrucken kann. Einige Monate und unzählige Samples später, hatten wir ein sehr gutes Ergebnis und meine Car Aroma Diffuser sowie mein Startup Astalea waren geboren. Nachdem auch die Bedarfsanalyse meiner potenziellen Zielgruppe und die Beurteilung der Samples positiv ausgefallen ist, haben wir die Produktion gestartet.

Welches Problem genau möchtest Du mit Astalea lösen?
Da herkömmliche Autodüfte oft gesundheitlich umstrittene Stoffe beinhalten und aus Plastik hergestellt werden, war es mir wichtig, eine nachhaltigere Lösung zu finden. Der Duftstein ist aus 100 % organischem Material gefertigt und kann immer wieder erneut mit Duft aufgefrischt werden, weshalb er eine lange Lebensdauer hat. Grundsätzlich können die Nutzer:innen selber entscheiden, welche Düfte sie verwenden möchten, da wir mit dem Astalea Aroma Diffuser ein reines Transportmedium anbieten. Ein paar Sprühstöße auf die Rückseite des Duftsteins ermöglichen ein ganz individuelles Dufterlebnis – mit dem persönlichen Lieblingsparfum oder ätherischen Ölen.

Warum hast Du Dich entschieden, bei “Die Höhle der Löwen” mitzumachen?
Nach dem Launch von Astalea habe ich schnell gemerkt, dass ein gutes Produkt zu haben, nicht ausreicht. Alleine und mit sehr limitiertem Budget für Marketing ist es einfach unfassbar schwierig, eine Marke bekannt zu machen. Ich wusste schnell, dass mir ein starker Partner fehlt und die VOX- Gründershow “Die Höhle der Löwen” sah ich als eine tolle Möglichkeit für Jungunternehmer, von dem Wissen, dem Netzwerk und der finanziellen Unterstützung eines Investors oder einer Investorin zu profitieren.

Wie nervös warst Du kurz vor deinem TV-Pitch?
Kurz vor dem Pitch war ich tatsächlich recht nervös. Als ich jedoch vor den Löwen stand und gemerkt habe, wie herzlich und interessiert diese sind, hat sich die Aufregung schnell verflüchtigt.

Dein Tipp an andere Gründer:innen, die mit einem Auftritt bei “Die Höhle der Löwen” liebäugeln?
Schaue Dir ein paar Folgen des Formates an und visualisiere Dich mit deinem Business Case in der Sendung “Die Höhle der Löwen”. Gäbe es einen Löwen, für den deine Idee interessant wäre und von dessen Netzwerk/ Expertise dein Unternehmen profitieren könnte? Wenn Du dabei ein gutes Bauchgefühl hast, schicke einfach eine Initiativ-Bewerbung an die Produktionsfirma. Einfach mal im Hinterkopf haben: auch Gründer:innen, die dort ohne einen Deal rausgehen, sind Gewinner und profitieren im Nachgang immens von der medialen Aufmerksamkeit rund um die Show.

Wo steht Astalea in einem Jahr?
Mit hoffentlich einem starken strategischen Partner an der Seite, der mit mir gemeinsam daran arbeitet, ASTALEA als Marke für stilvolle Aroma Diffusoren und hochwertige Raumdüfte zu etablieren.

Tipp: Alles über die Vox-Gründer-Show gibt es in unserer DHDL-Rubrik. Die jeweiligen Deals und Nicht-Deals gibt es hier: “Die Höhle der Löwen (10. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (9. Staffel)“,”Die Höhle der Löwen (8. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (7. Staffel)“,”Die Höhle der Löwen (6. Staffel)“,”Die Höhle der Löwen (5. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (4. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (3. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (2. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (1. Staffel)“.

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Foto (oben):  TVNOW / Bernd-Michael Maurer

#aktuell, #asalea, #astalea, #die-hohle-der-lowen, #interview, #siegburg

#Interview – Ein Startup, das Online-Shoppern alle verfügbaren Rabattcodes anzeigt


Das Berliner Startup Lumaly, das 2020 von Noah Fischer und Marcel Schwarz, die vorher schon Testerheld aufgebaut haben, gegründet wurde, bietet eine kostenlose Browser-Extension an, die Online-Shopper:innen hilft, Coupons mit den höchsten Ersparnissen zu finden. Als Vorbild diente dabei das US-Unternehmen Honey. Kürzlich konnte die Jungfirma eine siebenstellige Summe einsammeln. Zu den Investoren gehören unter anderem der Dutch Founders Fund, FJ Lab und Angel-Investoren wie Seriengründer Roman Kirsch.

Derzeit sind nach Unternehmensangaben 2.000 Shops bei Lumaly an Bord. “Wir verdienen jedes Mal eine Provision von unseren Partnershops, wenn Lumaly genutzt wird, um
den besten Gutschein zu finden und Geld zu sparen. Eine Win-Win Situation”, erklärt Gründer Fischer das Geschäftsmodell von Lumaly. Im Interview mit deutsche-startups.de stellt der Lumaly-Gründer das Startup einmal ausführlich vor.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Lumaly erklären?
Auch wer im Internet einkauft, möchte so viel wie möglich sparen. Dann kann man sich entweder mühsam auf verschiedenen Webseiten Rabattcodes heraussuchen und ausprobieren, welche davon funktionieren. Das ist aber sehr zeitaufwändig und häufig sind die Coupons gar nicht gültig. Oder man wählt den besseren Weg und nutzt einfach Lumaly, der automatisch alle verfügbaren Rabattcodes anzeigt und den mit der höchsten Ersparnis auf den Einkauf anwendet. Und das alles völlig kostenlos und mit nur einem Klick!

Welches Problem genau wollt Ihr mit Lumaly lösen?
80 % der Online-ShopperInnen suchen im Internet nach Gutscheinen, wenn sie das Rabattfeld im Check-out sehen. Aufgrund der Vielzahl an Rabattseiten ist diese Suche extrem zeitintensiv und oft nicht von Erfolg gekrönt. Entweder sind die Rabattcodes fehlerhaft oder schon abgelaufen oder sie bieten nicht den besten Preis. Wir haben eine Technologie entwickelt, die das komplette Internet in Sekundenschnelle nach allen Gutscheinen durchsucht und dann den mit der größten Ersparnis automatisch anwendet.

Wie ist die Idee zu Lumaly entstanden?
In Deutschland ist gab es zwar hunderte von Gutscheinseiten, aber keine entsprechende Extension für den Internetbrowser, die automatisch alle Rabattcodes ausprobiert und den besten verwendet. Das wollten wir ändern und haben an einer Lösung gearbeitet, die Online-ShopperInnen Zeit und Geld spart.

Ihr habt gerade eine siebenstellige Summe eingesammelt. Wofür braucht ihr das Geld?
Aktuell haben wir mehr als 100.000 NutzerInnen in Deutschland. Das wollen wir bis Ende des Jahres verdreifachen. Aber wir wollen nicht nur in Deutschland wachsen, sondern auch in andere europäische Länder expandieren, wo es noch keine vergleichbaren Tools gibt. Außerdem arbeiten wir an weiteren Lösungen, die unseren NutzerInnen helfen, online Geld und Zeit zu sparen, wie z.B. der One-Click-Check-out oder ein automatischer Preisvergleich auf der Produktseite.

Wo steht Lumaly in einem Jahr?
In einem Jahr haben wir die Zahl unserer NutzerInnen, MitarbeiterInnen und Partnershops deutlich gesteigert, neue Märkte erschlossen, zusätzliche Funktionen entwickelt und weitere Finanzierungsrunden erfolgreich eingefahren.

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Foto (oben): Lumaly

#aktuell, #interview, #lumaly

#Interview – Ein Startup, das hilft Lieferprozese zu verbessern


Das Berliner Startup byways, das 2020 von Alexander Palffy und Simon Jordan gegründet wurde, positioniert sich als “Digital Logistics Partner”. “Fast alle Dinge, die uns umgeben, müssen bevor wir sie nutzen können, mit einem LKW an ihren Bestimmungsort gebracht werden. Es gibt Hunderttausende von Logistikunternehmen, die diese Materialien und Pakete täglich transportieren. Unser Unternehmen verbindet diese Logistikunternehmen und hilft ihnen, den Lieferprozess zu koordinieren”, erklärt Gründer Palffy das Konzept.

Rider Global, Reflex Capital, einige Angel-Investoren sowie die Altinvestoren Entrepreneur First und Venista Ventures investierten zuletzt eine siebenstellige Summe in byways. Im Interview mit deutsche-startups.de stellt byways-Macher Palffy seine Startup einmal ausführlich vor.

Wie würdest Du Deiner Großmutter byways erklären??
Fast alle Dinge, die uns umgeben, müssen bevor wir sie nutzen können, mit einem LKW an ihren Bestimmungsort gebracht werden. Es gibt Hunderttausende von Logistikunternehmen, die diese Materialien und Pakete täglich transportieren. Unser Unternehmen verbindet diese Logistikunternehmen und hilft ihnen, den Lieferprozess zu koordinieren. Unser Ziel ist es nicht nur, all diese Parteien zu verbinden, sondern auch den Transport billiger zu machen.

Welches Problem genau wollt Ihr mit byways lösen?
Hunderttausende Logistikunternehmen kämpfen heute darum, Transporte effizient und zuverlässig zu planen, zu managen und durchzuführen. Erstens müssen die Lager- und Baustellenmitarbeiter den ganzen Tag telefonieren und E-Mails schreiben, um die Lieferungen zu verwalten. Die Disposition von LKWs mit den aktuellen Prozessen ist zeitaufwändig und ineffektiv. Dies führt zu massiven Betriebs-, Kapital- und anderen Ausgaben wie Wartezeiten. Zweitens haben Spediteure fast keinen Überblick darüber, wann einer der LKWs die Lieferung an seinem Lagerort abgeschlossen hat. Oder ob das Entladen einen Tag oder eine Stunde dauert. Für Spediteure führt dies zu der Angst, Geldstrafen zu zahlen, wenn sie zu spät kommen oder in einem Lager festsitzen, was zu einem Dominoeffekt bei ihren nächsten Lieferungen führt.

Wie ist die Idee zu byways entstanden?
Ich habe mehr als sieben Jahre in Lagerhäusern und auch auf der Spediteur-Seite gearbeitet. Dabei ist mir aufgefallen, wie extrem aufwändig das Planen und Nachverfolgen von Transporten heutzutage ist. In einer Branche mit sehr geringen Margen ist das ein riesen Problem. Simon kommt aus dem Automotive Bereich und kennt sich bestens mit KI-gestützter Prozessoptimierungen aus. Zusammen haben wir uns dann die Prozessschritte einmal genau angesehen und eine Lösung entwickelt, die den Verantwortlichen an Logistik Hubs endlich ein Werkzeug in die Hand gibt, ihre Transportplanung zu optimieren.

Wie wollt Ihr Geld verdienen, also wie genau funktioniert euer Geschäftsmodell?
Wir berechnen der Abhol- und Abgabestelle, d. h. Lagerhäusern, eine monatliche Abonnementgebühr für die Nutzung unserer Lösung. Mit unserer Zeitfenster & Yard-Management Lösung können Sie Ihre Prozesse Digitalisieren, Optimieren und teilweise Automatisieren was Personal- und Logistik Standortkosten drastisch reduziert. Darüber hinaus werden sie an ein Netzwerk von Spediteuren und Lagerunternehmen angeschlossen, um die Transportkosten weiter zu senken.

Wo steht byways in einem Jahr?
Im nächsten Jahr werden wir Dutzende von mittelständischen Lager- und Transportunternehmen mit intelligenter Planung, KI-gesteuerter Optimierung und Automatisierung versorgen. Außerdem wollen wir Dutzende der besten Talente für unsere wachsenden kaufmännischen und technischen Teams einstellen.

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Foto (oben): byways

#aktuell, #berlin, #brandneu, #byways, #interview, #logistik

#Interview – “Wir sind ein German Hero auf dem Weg zum European Hero”


Das Berliner Unternehmen ShowHeroes, 2016 von Ilhan Zengin, Mario Tiedemann und Dennis Kirschner gegründet, kümmert sich um die Produktion und Vermarktung von Videoinhalten. “Heißt konkret: Wenn Leser:innen im Internet surfen und Nachrichten oder andere Inhalte konsumieren, zeigen wir ihnen Content- und Werbevideos, die zu ihren jeweiligen Interessen passen”, sagt Gründer Zengin.

Zuletzt machte das ShowHeroes-Team mit einigen Übernahmen – etwas von Viralize aus Italien – Schlagzeilen. “Parallel hat sich auch unser Portfolio an Diensten und Marken in den vergangenen Jahren deutlich vergrößert”, führt Zengin aus. Rund 200 Mitarbeiter:innen arbeiten derzeit für die ShowHeroes Gruppe. Der Umsatz des Unternehmens, das “bislang gerade mal eine kleine Series-A Finanzierung erhalten” hat, stieg in den vergangenen drei Jahren von 6 Millionen auf etwa 100 Millionen Euro.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht ShowHeroes-Macher Zengin außerdem über Brand Safety, Kurzarbeit und die Gründer-Hürden.

Wie würdest Du Deiner Großmutter ShowHeroes erklären?
Meiner Großmutter muss ich nichts erklären. Die weiß: Wir sind einerseits Europas führender Anbieter von Videowerbung im Internet, andererseits ein erfolgreicher Produzent maßgeschneiderter Videoinhalte für Publisher. Die Verbindung von beidem, die Produktion der Videoinhalte und gleichzeitig ihre Vermarktung, macht die ShowHeroes Gruppe so wertvoll. Für Medienhäuser sind wir der Partner, der hochwertigeren Content liefert. Das hält die Nutzer länger auf der Seite und bietet einen Zusatznutzen. Für Marken und Werbungtreibende sorgen wir dafür, dass deren Botschaften Reichweite und gezielte Aufmerksamkeit bekommen, egal ob die Kunden via Programmatic Advertising oder direkt einkaufen. Und, ganz wichtig: Wir stellen sicher, dass die Videos in einem Umfeld erscheinen, dass der Marke absolute Sicherheit bietet. Stichwort: Brand Safety. Aber spätestens jetzt würde meine Oma aussteigen. Den Leser:innen von Deutsche Startups kann ich aber noch zwei Sätze zumuten: Als ShowHeroes Group produzieren und vermarkten wir seit 2016 erfolgreich digitale Videowerbung mit kontextueller Relevanz. Heißt konkret: Wenn Leser:innen im Internet surfen und Nachrichten oder andere Inhalte konsumieren, zeigen wir ihnen Content- und Werbevideos, die zu ihren jeweiligen Interessen passen.

Hat sich das Konzept, das Geschäftsmodell, in den vergangenen Jahren irgendwie verändert?
Selbstverständlich. Ich glaube, jeder der im Digitalen tätig ist, muss sein Modell und seine Leistungen permanent an den Markt anpassen. Dieser entwickelt sich stetig weiter, die Rahmenbedingungen ändern sich. Darauf müssen wir natürlich reagieren, nur so können wir den Anforderungen unserer Kunden und Partner weiterhin gerecht werden. Wir haben zum Beispiel unsere Connected TV-Sparte in den vergangenen Monaten stark ausgebaut und tun das auch weiterhin. Denn das Thema spielt in den europäischen Märkten eine immer größere Rolle.

Wie genau funktioniert euer Geschäftsmodell?
Wir sehen uns grundsätzlich als Anbieter von Videolösungen im Internet. Dabei richten wir uns vor allem an zwei Gruppen: Werbetreibende und Publisher. Die Werbetreibenden möchten Botschaften an ihr Zielpublikum senden. Ihnen stellen wir die entsprechenden Flächen auf Premium-Webseiten zur Verfügung. Die Publisher hingegen müssen ihre Inhalte besser monetarisieren, um ihren Leser:innen auch im digitalen Zeitalter hochwertige redaktionelle Qualität anbieten zu können. Unsere redaktionellen Videos, gepaart mit der ShowHeroes Technologie, unterstützen sie dabei, indem sie für höhere Reichweiten und Nutzer-Verweildauern sorgen. Mit unserer SemanticHero-Technologie werden der Kontext und der Inhalt dieser Seiten analysiert. Dadurch können wir Nutzer:innen mit entsprechendem Video Content und Werbemaßnahmen gemäß ihren Interessen ansprechen.

Die Corona-Krise traf die Startup-Szene zuletzt teilweise hart. Wie habt ihr die Auswirkungen gespürt?
Auch uns hat Corona anfangs getroffen. In der ersten Welle, ab März 2020, als Themen wie Inzidenzwerte und Lockdowns für alle noch neu waren, haben wir Kurzarbeit in Anspruch genommen. Zum Glück ging es aber sehr bald wieder bergauf: Schon im Sommer 2020 hatten wir die Umsatzeinbußen vom Frühling ausgeglichen und das angestrebte Ergebnis sogar übertroffen. In Summe war 2020 – trotz Corona-Krise – ein Rekordjahr für die ShowHeroes Group.

Wie ist überhaupt die Idee zu ShowHeroes entstanden?
In meinem früheren Job. Zusammen mit meinem Mitgründer Dennis Kirschner wuchs schon während unserer Zeit beim Native Advertising-Anbieter plista der Wunsch, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Wir waren beide on fire. Und wir wollten mit einer eigenen Firma unsere gesammelten Erfahrungen, unsere Fähigkeiten, aber auch unser Netzwerk auf den Prüfstand stellen. Ziemlich schnell konnten wir auch Mario Tiedemann, unseren jetzigen CFO und COO, begeistern. So nahm die Kernidee zu ShowHeroes rasch Gestalt an. Von unseren ersten Gesprächen bis zum offiziellen Start vergingen nur wenige Wochen. Das war ein Kraftakt. Den ersten Anruf von Mario erhielt ich übrigens als ich gerade in Texas auf dem South by Southwest (SXSW) Festival war. Die SXSW hat mir frische Eindrücke, inspirierenden Input und jede Menge Motivation geliefert. Gleich nach meiner Rückkehr haben wir uns gemeinsam an die Arbeit gemacht.

Wie hat sich ShowHeroes seit der Gründung entwickelt?
Die ShowHeroes Group ist eine der wachstumsstärksten deutschen Digital Marketing-Companies. Wir sind ein German Hero auf dem Weg zum European Hero. In der jüngsten Vergangenheit haben wir mehrere Firmen zugekauft. Parallel hat sich auch unser Portfolio an Diensten und Marken in den vergangenen Jahren deutlich vergrößert. Mit unserer Marke Viralize bieten wir beispielsweise auch kleineren Website-Betreibern effektive Lösungen, ihre Inhalte zu vermarkten. ShowHeroes hingegen richtet sich an Premium Publisher, also sehr große und teils sehr individuelle Projekte. Zudem produzieren wir unter der Marke ShowHeroes Studios Online Video Content und -Ads, TV-Werbung und Animationen. Und unsere Erfolgsgeschichte beginnt gerade erst richtig mit Connected TV (CTV).

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist ShowHeroes inzwischen?
Wir haben unseren Umsatz in drei Jahren mehr als verzehnfacht: von 6 Millionen in 2019 auf etwa 100 Millionen in diesem Jahr. Aktuell beschäftigen wir rund 200 Mitarbeiter:innen europaweit in acht Märkten an 15 Standorten. Und bis Jahresende sollen es mehr als 300 Mitarbeiter werden. Vor fünf Jahren, zu Beginn, waren Dennis, Mario und ich noch auf uns allein gestellt. Das Beste daran: Unsere Entwicklung ist nachhaltig, denn die ShowHeroes Group kann aus eigener finanzieller Kraft wachsen. Wir haben bislang gerade mal eine kleine Series-A Finanzierung erhalten.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Wir hatten Glück, denn Dank unserer Erfahrungen beim Start-up plista konnten wir viele der üblichen “Gründer-Hürden” schneller überwinden. Auch wurden wir bei vielen Fragen von unserem Netzwerk unterstützt. Ob beim Thema Investment oder der Skalierung unseres Geschäftsmodells. Das bereits erwähnte Pandemie-geprägte Frühjahr 2020 war die bislang schwierigste Zeit für uns. Die konnten wir aber glücklicherweise schnell überbrücken.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?
Wir haben immer an unsere Idee geglaubt. Auch wenn das nicht immer einfach war. 2014 boomte die AdTech-Branche zwar, doch kurz darauf war der Hype auch schon wieder vorbei. Und für viele Marktteilnehmer:innen – allen voran Investor:innen – hatte die Szene an Attraktivität verloren. Trotzdem haben wir daran geglaubt, dass wir Online-Werbung mit passendem Video Content revolutionieren können. Zum Glück. Denn wir haben ein echtes Premium-Netzwerk aufgebaut. Und bieten Nutzern einen echten Mehrwert. Wir entwickeln uns stetig weiter und orientieren uns an den Bedürfnissen im Markt, wie jetzt mit unserer CTV-Sparte. Das ist unsere größte Stärke als Unternehmen.

Wo steht ShowHeroes in einem Jahr?
In einem Jahr sind wir noch größer und breiter aufgestellt. Unser generelles Ziel lautet: Die Showheroes wollen nicht nur europaweit der wichtigste Player in der Vermarktung von Multiscreen Video Content werden. Das ist ein ambitioniertes Ziel, aber wir befinden uns auf einem sehr guten Weg.

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#Interview – “Beim Legospielen kann ich überraschend gut abschalten”


Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Heute antwortet Robin Sudermann, Gründer von talentsconnect. Das Unternehmen aus Köln bietet Unternehmen mit JobShops die Möglichkeit, offene Stellen wie in einem Online-Shop anzubieten.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?
Ich stehe um 5 Uhr auf und trinke als erstes einen Liter Wasser mit Limette, da fühle ich mich direkt fit. Danach spule ich eine kleine Morgenroutine ab, bei der ich in mich gehe, meine Ziele für den Tag fixiere und auch definiere, womit ich mich auf keinen Fall beschäftigen will. Die ersten drei Stunden des Tages sind mir heilig: Ich arbeite ausschließlich an Dingen, die einen echten Impact haben, z. B. lese ich einen inspirierenden Artikel oder ich nehme mir ein komplexes strategisches Thema vor. Um 8 Uhr habe ich immer ein „Filet-Meeting“ – das an dem Tag „beste“, da bedeutsamste, interne Meeting. Bis mittags folgt ein Meeting-Sprint… gefolgt von echten Sprints: Ich laufe täglich fünf bis zehn Kilometer durch den Stadtwald, gerne auch mit meinen Kids – der Einjährige im Kinderwagen, der Dreijährige auf dem Fahrrad. Wenn ich alleine unterwegs bin, höre ich am liebsten den Podcast „Die Kunst, dein Ding zu machen“ von Christian Bischoff. Das alles geht natürlich besonders gut und flexibel, seitdem wir alle aus dem Homeoffice arbeiten – das wird bei mir auch zukünftig an drei bis vier Tagen die Woche so blieben.

Wie schaltest du nach der Arbeit ab?
Um 18 Uhr versuche ich wirklich Feierabend zu machen und die Zeit mit der Familie zu genießen. Beim Legospielen kann ich überraschend gut abschalten. Ansonsten gehe ich auch mal eine Runde Fußball oder Tennis spielen und treffe mich gerne mit ehemaligen Teamkollegen. Das Wochenende ist seit fünf Jahren komplett arbeitsfrei, es gibt keine festen Verabredungen oder Termine – wir als Familie entscheiden einfach alles spontan.

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest du gerne vor der Gründung gewusst?
Gründen heißt Ausprobieren und Fehler machen in Reinform. Mich reizt das enorm, weil man wirklich jeden Tag eine neue Chance hat. Aber es gibt auch harte Durststrecken.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?
Ich komme nicht aus einer Gründerfamilie, was leider zur Folge hatte, dass ich besonders am Anfang mehr Gegenwind und Skepsis, als Unterstützung und Zuspruch erfahren habe. Das Verständnis für diese unternehmerische Entscheidung fehlte einfach. Ein zweite große Hürde war mir selbst einzugestehen, dass es neben dem Gründen und dem Unternehmen die ersten zwei Jahre rechts und links nichts anderes geben kann, wenn es ein Erfolg werden soll.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?
Der Größte war auf jeden Fall, dass wir am Anfang Leute eingestellt haben, ohne genau zu wissen, wer welchen Beitrag zur Entwicklung des Unternehmens leisten kann – ein wirklicher Entwicklungsplan für die Mitarbeitenden und ebenso die Organisation fehlte. Wir haben an der Stelle also einerseits zu viel Geld ausgegeben und uns gleichzeitig nicht optimal entwickelt. Beim Gründerkreis und im C-Level sieht es ähnlich aus: Wir haben zu spät Vollprofis an Bord geholt, die das Unternehmen wirklich nach vorne bringen. Rückblickend würde ich sagen, dass wir bis zum Pivot 2016 zu lange an unserem Geschäftsmodell festgehalten haben, obwohl es offensichtlich nicht funktionierte. Das war nicht verantwortungsvoll; umso wichtiger war mir, dass es nach dem Pivot mit möglichst vielen der Mitarbeiter:innen weitergeht. Gleiches gilt für die Investor:innen und Business Angels.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter:innen für sein Startup?
Bei uns läuft eigentlich alles über unser mittlerweile sehr großes Netzwerk an Talenten. Dank einer soliden Talent-Pipeline können wir die meisten Stellen schnell mit den richtigen Leuten besetzen. Die Basis dafür ist natürlich unser eigenes Tool, der JobShop.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?
Schau genau hin, von wem du dir Rat und Unterstützung holst – es gibt einen großen Unterschied zwischen Leuten, die es gut mit dir meinen und ernsthaft an deinem Erfolg interessiert sind und Dienstleistern, die man bezahlt und die nicht selten primär eine monetäre Motivation haben. Am Ende sollte es eine gesunde Mischung aus beidem sein, ehrlichen Berater:innen und den richtigen Expert:innen.

Ohne welches externes Tool würde dein Startup quasi nicht mehr existieren?
Wir wachsen aktuell sehr stark und haben unsere Kund:innen-Anzahl im ersten Halbjahr 2021 verdoppelt. Das würde nicht ohne einen hohen Automatisierungsgrad in Sales und der Kundenbetreuung funktionieren. Insofern sind Salesforce und Confluence bzw. Jira für mich aktuell die entscheidenden Tools.

Wie sorgt ihr bei eurem Team für gute Stimmung?
Mit Sitz in Köln haben wir natürlich einen Kühlschrank voller – auch alkoholfreiem – Kölsch und nutzen jetzt im Sommer die zahlreichen Terrassen, um auch nach der Arbeit nochmal zusammenzukommen. Solche Kleinigkeiten aber mal beiseite – für alle Mitarbeiter:innen stehen jeweils 500 Euro im Jahr für die persönliche Entwicklung zur Verfügung. Damit sich unsere Talente auch langfristig wohlfühlen, finde ich das ganz ganz wichtig. Sicher eines der wichtigsten Investments – nicht nur monetär – ist die Weiterentwicklung.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?
Im November 2013 hatten wir noch genau 27,30 Euro auf dem Konto und keinen Dispo. Am gleichen Tag kam die Finanzierungszusage durch einen neuen Business Angel, die nächsten Monate waren also gesichert. Das erste, was wir getan haben – für 200 Euro Champagner gekauft und mit dem gesamten Team ausgelassen gefeiert. Die Sorgen der vergangenen Wochen waren kurz vergessen und wir wollten einfach alle gebührend daran teilhaben lassen – auch wenn wir uns an dem Tag sicher eher Kranwasser hätten leisten können.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

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Foto (oben): talentsconnect / Marcus Becker, sichtplan

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#Interview – “Wir hätten schneller agieren und ausprobieren können”


Acht Jahre nach dem Start steht das Münchner Startup Mileways, über das Nutzer:innen bisher unabhängig von Airlines Meilen sammeln konnten, vor einem Neustart. “Meilen werden hauptsächlich gesammelt, um einen Status bei einer Airline zu erreichen und wenn, dann nur für Flüge oder Flug-Upgrades genutzt. Die Meilen im Miles-Shop einzulösen ist wirtschaftlich nicht interessant. Das mussten wir auf die harte Tour lernen”, sagt Gründer Alexander Lueck.

Nun positioniert sich die Jungfirma als eine Fluginfodienst. “Flying can and should be comfortable. Instead, in times like these, we travel with uncertainty and anxiety. We think we can do better. We have identified the problems faced by many air travelers and translated them into a modern, contemporary user experience, finally creating the a flight tracker that will meet all your needs”, heißt es auf der Website.  Vom ursprünglichen Mileways-Team ist nur noch Lueck an Bord. Zum neuen Gründerteam gehören nun aber noch Gernot Poetsch, Marton Salomvary und Yannick Lung.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Mileways-Macher Lueck über alten Code, Flugdaten und Szenarien.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Mileways erklären?
Oma, Mileways hilft dir zu sehen, wann ich wo hinfliege und liefert mir alle relevanten Informationen zu meinen Flügen am schnellsten und übersichtlichsten.

Beim Start vor einigen Jahren lag der Fokus noch auf dem Sammeln von Meilen. Wie kam es zu dieser Veränderung?
Leider hat es nicht so viele Leute interessiert Meilen unabhängig der Airlines zu sammeln und diese bei unseren Partner einzulösen. Obwohl wir mit Airbnb, Uber, damals noch DriveNow, Sixt, Amazon usw. recht coole Partner für uns begeistern und akquirieren konnten. Meilen werden nämlich hauptsächlich gesammelt, um einen Status bei einer Airline zu erreichen und wenn, dann nur für Flüge oder Flug-Upgrades genutzt. Die Meilen im Miles-Shop einzulösen ist wirtschaftlich nicht interessant. Das mussten wir auf die harte Tour lernen.

Was war die größte Herausforderung, was die größte Schwierigkeit, beim Wandel zum jetzigen Konzept?
Die Motivation und Ausdauer über so eine lange Zeit zu behalten. Aber auch den Schritt zu gehen und das Produkt noch einmal von Null zu entwickeln, da wir vom alten Code nur noch wenig bis gar nichts verwenden konnten.

Der erste Start von Mileways ist jetzt acht Jahre her. Was habt ihr in dieser langen Zeit sonst so gemacht?
In den acht Jahren ist tatsächlich sehr viel passiert. Aus dem ehemaligen Gründerteam hat sich, klassisch, jeder für sich selbst neu orientiert und beispielsweise neue Unternehmungen gestartet oder ist zu anderen Unternehmen als Mitarbeiter gewechselt. Mileways haben wir aber gemeinsam tatsächlich nie abgeschaltet, da wir immer noch organisches Wachstum hatten und die Burn-Rate überschaubar war. Als dann Flighttrack 5 von Expedia übernommen wurde und sich viele User beschwert halten, dass es keinen vernünftigen Flighttracker mehr auf dem Markt gibt, kam die Idee zum Pivot. Interessanterweise hat die Zeit uns eher geholfen, da die Flugdaten mittlerweile sehr viel besser geworden sind. Damals war man noch happy, wenn man eine Flugverspätung korrekt angezeigt hat, heute kann man eigentlich immer sehr genau sagen wo sich das Flugzeug befindet vom Taxiing bis hin zur exakten Flugroute. Und auch die Verfügbarkeit des mobilen Internets in Europa begünstigt unser Produkt. Denn so können wir nach einer Landung nützliche Informationen wie zum Bespiel das Anschluss-Gate oder das Baggage Belt mühelos zur Verfügung stellen.

Welchen Tipp gibst du anderen Gründern, die vor einem Pivot stehen?
Es gibt drei Szenarien, die einem als Gründer widerfahren können. Das beste Szenario: Schneller Erfolg. Das zweitbeste Szenario: Schneller Misserfolg. Das schlimmste Szenario: Langsamer Misserfolg. Leider haben auch wir viel zu lange mit der Entscheidung des Pivots gewartet. Ich kann daher jedem Gründer raten, die relevanten KPIs immer im Blick zu haben und sehr kritisch und ehrlich mit sich selbst zu sein. Wenn etwas nicht läuft, nicht all zu lange warten und die Strategie anpassen. Auch wenn es bedeutet sich um 180 Grad zu drehen oder den Laden komplett zu schließen.

Blicke bitte noch einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren sonst noch so richtig schief gegangen?
Ganz klar, das wir die Entscheidung betreffend Pivot und neuem Fokus der App viel zu lange herausgezögert haben. Wir hätten schneller agieren und ausprobieren können.

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht?
Ich würde sagen, dass wir den Customer Support immer ganz gut bewältigt haben. Wir haben uns stets gut um das Bugfixing und die Anliegen und Wünsche unsere User gekümmert. Glückliche User, die unsere App nutzen, machen auch uns als Team glücklich. Deshalb haben wir auch mit der alten Version eigentlich eine recht gute Bewertung im deutschsprachigen App-Store. Auch das neue Team haben wir zusammen ganz gut auf die Beine gestellt. Wir ergänzen uns alle in unseren Fähigkeiten und haben die nötigen Skills um ein erstklassiges Produkt auf dem Markt zu etablieren. Mittlerweile haben wir auch viel Erfahrung im Flight-Tracking Bereich sammeln können, was enorm wichtig ist. Einer der Team-Mitglieder hat sogar seine Bachelorarbeit über Mileways geschrieben, so sehr brennen wir für unser Produkt.

Die Corona-Krise traf die Startup-Szene zuletzt teilweise hart. Wie habt ihr die Auswirkungen gespürt?
Wir hatten Glück im Unglück. Tatsächlich war die Flugindustrie ja mit am härtesten betroffen. Die Airlines sind als erste in die Krise rein und kommen als letzte wieder raus. Wir haben jedoch genau in dieser Zeit die neue Version entwickelt und hoffen jetzt mit unserem Launch ein gutes Timing zu erwischen, um mit dem steigenden Flugaufkommen zu wachsen.

Wo steht Mileways in einem Jahr?
Als Travel-Startup während der Corona-Pandemie ist es natürlich sehr schwer bis gar unmöglich eine Prognose abzugeben. Unser Ziel ist es, uns als App langfristig im Travel-Bereich unter den top Travel-Apps zu etablieren. Wir haben spannende Features in der Pipeline und hoffen das es diesmal um einiges besser läuft als beim ersten Anlauf.

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Foto (oben): Mileways

#aktuell, #interview, #mileways, #munchen, #pivot, #travel

#Interview – “Macht erst Vertrieb für eure Vision und entwickelt dann euer Produkt”


Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Heute antwortet Bastian Maiworm, Gründer von ambeRoad. Das Startup betreibt mit ambeRise eine Unternehmenssuchmaschine, die Mitarbeitern helfen soll, “relevante Daten und Informationen schnell und vollständig zu finden”.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?
Der ganz normale Arbeitsalltag ist schwierig zu beschreiben. Eigentlich beginnt der nächste Tag schon am Abend zuvor: Ich checke die geplanten Termine für den nächsten Tag. Danach entscheide ich, ob ich im Home-Office arbeite oder in die Digital Church gehe. Das ist unser Co-Working Space in Aachen, eine umgebaute Kirche. Wo ich dann arbeite, ist eigentlich ziemlich irrelevant, da wir mit unserem Team sowieso über mehrere Standorte verteilt sind, d. h. ich muss auch nicht zwangsläufig vor Ort sein. Aber nach mehreren Monaten Home-Office durch die Lockdowns tendiere ich eher zum Co-Working Space. Morgens starte ich dann meistens um 9 Uhr und checke zunächst meine E-Mails. Meistens gehe ich anschließend auf unser CRM Tool und schaue dann, welche Themen für den jeweiligen Tag anfallen. Andernfalls sind es oft Marketingthemen oder Strategiethemen, mit denen ich mich mit meinen Co-Foundern jeden Tag befasse. Wie sich der Tag anschließend entwickelt, hängt dann auch immer etwas davon, was über den Tag passiert.

Wie schaltest du nach der Arbeit ab?
Nach der Arbeit gehe ich am liebsten Rennradfahren, mal allein, mal mit Freunden. Da schalte ich dann mal richtig ab. Vor der Gründung von ambeRoad habe ich auch viel Rugby gespielt, doch durch Corona und den zeitlichen Aufwand hat das leider nicht mehr gepasst. Mir ist es wichtig, dass ich nach der Arbeit vom Bildschirm wegkomme und durch Freunde oder Sport auch mal über andere Themen spreche kann als nur unser Startup.

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest du gerne vor der Gründung gewusst?
Das man ganz schön viele Bälle zeitgleich jonglieren muss, da alle Bereiche irgendwie abgedeckt werden wollen – sei es Sales, Produktentwicklung, Strategie, Marketing oder HR. Wie anspruchsvoll das ist, merkt man dann doch erst, wenn man es mal selbst machen muss. Zum Glück habe ich mit Philipp, Julian und Igli ein starkes Co-Founder-Team um mich rum, mit dem wir uns perfekt ergänzen. Auch dadurch habe ich ein hervorragendes Team nochmal richtig wertschätzen gelernt. Und gemeinsam wachsen wir so jeden Tag an unseren Aufgaben!

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?
Die größte Hürde war sicherlich, dass ich für einen Bereich allein komplett verantwortlich bin. Ich bin bei uns in den Vertrieb “reingerutscht” obwohl ich zu dem Zeitpunkt keinen Vertriebshintergrund hatte. Trotzdem muss ich mich als Hauptverantwortlicher für den Vertrieb darum kümmern, dass genug Aufträge vorhanden sind. Das war anfangs extrem anspruchsvoll, da wir im B2B-Bereich unterwegs sind und der Vertriebsprozess natürlich nochmal etwas anders ist, als er es manchmal im B2C-Bereich ist. Aber mit der Unterstützung des Teams und verschiedener Mentoren klappt es mittlerweile ziemlich gut.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?
Für mich sind Fehler eher Learnings und da gab es sicherlich viele. Anfangs habe ich im Vertrieb probiert mich auf zu viele Use Cases zu fokussieren. In den ersten Monaten wollten wir die Suchmaschine für jedes Unternehmen sein. Dabei war es dann schwierig für mich, wenn ich morgens mit einer Kanzlei, mittags mit einer Versicherung und abends mit einem Bauunternehmen unterhalten habe. Da hat der Pitch dann nicht mehr gut gepasst und war viel zu allgemein. Stattdessen fokussieren wir uns jetzt auf einen Use Case in zwei verschiedenen Branchen: Versicherungen und Unternehmen, die selbst technische Produkte entwickeln bzw. in der Baubranche unterwegs sind. Dadurch können wir bspw. Referenzen deutlich besser einsetzen und einen viel spezifischeren Pitch halten.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter für sein Startup?
Indem man durchgehend Präsenz, vor allen Dingen in verschiedenen Medien, zeigt. Es ist hilft, wenn die einzigen Ressourcen, die ein potenzieller Mitarbeiter nicht nur die eigene Webseite, der eigene Blog und eine leere LinkedIn-Page von einem sehen, sondern wenn es auch einige externe Beiträge über das eigene Start Up gibt, da dies natürlich auch Trust aufbaut.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?
Macht erst Vertrieb für eure Vision und entwickelt euer Produkt oder euern Prototypen dann im Rahmen eines Proof of Concepts gemeinsam mit einem Kunden. Nutzt das Kundenfeedback, um ihn direkt zu verstehen und um nicht am Markt vorbeizuentwickeln. Es bringt nichts, im Hinterzimmer zu sitzen und ein halbes Jahr ein Produkt zu entwickeln, welches keiner benötigt.

Ohne welches externes Tool würde dein Startup quasi nicht mehr existieren?
Wahrscheinlich gather.town. Das ist ein Tool, mit dem das gesamte Team sich in einem virtuellen Office trifft. Wenn ich dann in die nähe einer Person gehe, dann öffnet sich direkt ein Videochat. So hat man auch im Home-Office ein bisschen das klassische Office-Feeling.

Wie sorgt ihr bei eurem Team für gute Stimmung?
Einerseits natürlich Erfolge, andrerseits indem wir schauen, dass wir uns regelmäßig treffen. So haben wir beispielsweise jeden Tag ein Meeting, bei denen das gesamte Team anwesend ist und über Veränderungen, Probleme und Erfolge spricht. Zudem haben wir am Freitag unseren sogenannten Friday-for-our-future eingeführt. Hier muss jeder eine Idee vorstellen, die entweder unserer Software amberSearch oder dem Start Up als solches hilft.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?
Das eine Erlebnis rauszupicken fällt mir schwer. Vermutlich sind es eher die enggetakteten Ups und Downs, die man als Gründer so erlebt. Es kam bei mir beispielsweise mal vor, dass dir ein Kunde morgens erzählt, welch einen großen Mehrwert er in deinem Produkt sieht. Dann denkst du fast, dass die Welt dir gehört, weil du dich so darüber freust, dass jemand anderes auch den Mehrwert deines Produktes sieht. Und am Nachmittag ist es bei mir mal vorgekommen, dass ein anderer, schon fast sichergeglaubter Kunde noch kurz vor der Unterschrift abgesprungen bist – obwohl ich schon seit Monaten mit ihm in Gesprächen war und die Planungen bereits sehr detailliert waren. Da kommt nach einem kurzen Up natürlich direkt ein down… Aber im Großen und Ganzen muss man einfach schauen, dass man mehr Ups als Downs hat und diese im Notfall im Team aussitzt.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

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#Interview – Ein Startup, das die Liquidität von Unternehmen im Auge behält


Das Berliner Startup Airbank, das von Christopher Zemina, zuletzt Principal bei Speedinvest, und Patrick de Castro Neuhaus gegründet wurde, kann man als eine Art CFO-Cockpit bezeichnen. In der Selbstbeschreibung heißt es: “Cashflow Management Lösung für Startups und KMUs, die alle Geschäftskonten und Finanzdaten an einem Ort vereint, reibungslose Liquiditätskontrolle und -planung ermöglicht und den Zahlungsverkehr vereinfacht”.

New Wave, Speedinvest, Calm/Storm Ventures, Tiny.VC und einige Angel-Investoren investierten kürzlich 2,5 Millionen Euro in das FinTech. Im Interview mit deutsche-startups.de stellt Gründer Zemina das Konzept hinter Airbank einmal ausführlich vor.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Airbank erklären?
Unternehmen müssen ihre Liquidität planen um sicherzustellen, dass laufende Rechnungen beglichen und neue Investitionen getätigt werden können. Unser Startup bietet eine Lösung an, die die Liquiditätsplanung vereinfacht indem Prognosen auf der Basis von historischen Daten erstellt und folglich automatisch mit dem Bankkonto abgeglichen werden.

Welches Problem genau wollt Ihr mit Airbank lösen?
Die allermeisten KMUs haben einen unzureichenden Überblick über die Liquidität des Unternehmens. Viele Unternehmen werden nach wie vor aus dem Gefühl heraus gesteuert. Gleichzeitig ist die mangelnde Liquiditätsplanung die Hauptursache für Unternehmensinsolvenzen. Die unzureichende Planung ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass der Prozess der Liquiditätsplanung sehr zeitaufwändig, fehleranfällig und oft ungenau ist. Die Planung wird heute vorwiegend manuell vorgenommen. Airbank schafft ein einfaches Tool zur automatisierten Liquiditätsplanung und möchte somit die Cashflow Planung allen Unternehmen zugänglich machen.

Wie ist die Idee zu Airbank entstanden?
Mein Co-Gründer und ich bringen mehrjährige Erfahrung aus den Bereichen Banking und FinTech mit. Im Zuge unserer unternehmerischen Tätigkeit wurde uns die Wichtigkeit der Liquiditätsplanung bewusst und wir stellten schnell fest, dass die Planung in Excel zeitaufwändig, fehleranfällig und ungenau ist. Neue Technologien wie Open Banking ermöglichen uns den Zugriff auf Kontodaten unserer Kunden um eine unkomplizierte Liquiditätsplanung in Echtzeit zu ermöglichen.

Wie wollt Ihr Geld verdienen, also wie genau funktioniert euer Geschäftsmodell?
Unsere Kunden können sich kostenlos bei Airbank anmelden und die Basisversion nutzen. Einige Funktionen sind nur für Premium-Nutzer zugänglich wie beispielsweise die Verknüpfung von mehreren Bankkonten. Für unsere Premium-Version verrechnen wir eine Lizenzgebühr in Höhe von 29 Euro im Monat. Damit werden unsere Kosten gedeckt. In der Zukunft planen wir außerdem ein breites Angebot an Finanzdienstleistungen, die über unsere Plattform zugänglich gemacht werden. Unsere Kunden werden ihre Zahlungen auf der Airbank-Plattform tätigen können, Forderungen eintreiben, Kredite aufnehmen, und vieles mehr.

Ihr konntet bereits 2,5 Millionen Euro einsammeln – wofür braucht ihr das Geld?
Das Geld aus der Finanzierungsrunde wird in die Produktentwicklung und den Vertrieb gesteckt. Wir suchen derzeit aktiv nach Mitarbeitern in den Bereichen Marketing und Sales.

Wo steht Airbank in einem Jahr?
In einem Jahr wollen wir mehrere hundert Kunden auf unserer Plattform haben und neue Produkte anbieten.

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#airbank, #aktuell, #berlin, #brandneu, #fintech, #interview

#Interview – “Wir wollten uns nicht mit der Suche nach passenden Investoren aufhalten”


Das Berliner Unternehmen Mobile Learning Labs, das 2015 an den Start ging, bietet mit Quizzer eine “Learning App für Unternehmen” an. “Die Fragen drehen Sich meist um Themen rund um den Beruf, Fragen zum Unternehmen aber auch um Allgemeinwissen. Das Unternehmen und die MitarbeiterInnen können selbst bestimmen, welche Themen in der App verfügbar sind”, erklärt Gründer Christian Kiefer das Konzept des EdTech-Unternehmens. Unternehmen wie EDEKA, Beiersdorf und SPAR setzen derzeit auf Quizzer.

Zum Start hatte das Quizzer-Team dabei Unternehmen gar nicht als Zielgruppe im Visier. “Anfangs war das System für Schulen und Unis gedacht. Aufgrund der enormen Hürden, in diesem Bereich Fuß fassen und Umsatz generieren zu können, haben wir uns dann auf Unternehmen als Zielgruppe konzentriert”, erzählt Kiefer. Bisher bauten die Hauptstädter Quizzer dabei ohne Investorengelder auf. “Wir wollten uns nicht mit der Suche nach passenden Investoren/Investorinnen aufhalten, sondern auf die Entwicklung des Produkts fokussieren und damit auch schnell Umsatz generieren”, sagt Kiefer.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Quizzer-Macher außerdem über Pilotkunden, Marketing und den Austausch mit Kundinnen und Kunden.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Quizzer erklären?
Wir haben eine App entwickelt, die in Unternehmen eingesetzt wird und mit der die MitarbeiterInnen auf eine unterhaltsame Art lernen können. Sie beantworten dabei Quiz-Fragen und wenn sie etwas nicht genau wissen, erhalten sie direkt die Informationen, die sie benötigen. Die Fragen drehen Sich dann meist um Themen rund um den Beruf, Fragen zum Unternehmen aber auch um Allgemeinwissen. Das Unternehmen und die MitarbeiterInnen können selbst bestimmen, welche Themen in der App verfügbar sind und jederzeit auch einfach neue Fragen dafür erstellen.

Hat sich das Konzept, das Geschäftsmodell, seit dem Start irgendwie verändert?
Anfangs war das System für Schulen und Unis gedacht. Aufgrund der enormen Hürden, in diesem Bereich Fuß fassen und Umsatz generieren zu können, haben wir uns dann auf Unternehmen als Zielgruppe konzentriert.

Wie genau hat sich Quizzer seit der Gründung entwickelt?
Wir hatten von Beginn an versucht, unsere Kunden eng in die Entwicklung des Quizzer-Systems einzubinden. Das hatte auch enorme Vorteile. Zum einen nutzen fast alle anfänglichen Pilotkunden noch immer unser System. Zum anderen haben wir durch die enge Kooperation sehr viel gelernt und das System in eine Richtung entwickelt, die für einen Großteil der Unternehmen alle Anforderungen erfüllt. Inzwischen haben wir Kunden vom kleinen 2-Personen-Schulungsunternehmen über private Schulen bis hin zu Konzernen im In- und Ausland. Aktuell stehen wir kurz vor der Veröffentlichung einer technologisch komplett überarbeiteten Version unseres Systems – Quizzer 2.0.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Quizzer inzwischen?
Wir haben inklusive Gründer und Teilzeitkräften sieben MitarbeiterInnen. Unser Umsatz 2020 lag bei rund 250.000 Euro, obwohl wir 2020 aufgrund der Neuentwicklung kaum Marketing und nahezu keine aktive Kundenakquise betrieben hatten.

Du hast Mobile Learning Labs bzw. Quizzer bisher ohne Fremd-Finanzierungen und Kapitalgeber aufgebaut. War dies von Anfang an eine bewusste Entscheidung?
Ja, wir wollten uns nicht mit der Suche nach passenden Investoren/Investorinnen aufhalten, sondern auf die Entwicklung des Produkts fokussieren und damit auch schnell Umsatz generieren. Es kam dann über einen Kontakt zu Gesprächen mit einem interessierten Business Angel. Diese waren dann sehr zeitaufwändig. Am Ende kam keine Kooperation zustande, weil ein Deal nur mit einem starken Engagement des Investoren Sinn gemacht hätte und Teile unseres Teams davon nicht komplett überzeugt waren.

Wie war der Start ohne fremdes Geld – was geht recht einfach, was ist als Bootstrapping-Startup recht schwierig?
Das Gründungsteam hatte zuvor bereits in einem Startup eine erfolgreiche App entwickelt und brachte alles mit, um unser Produkt schnell realisieren zu können. Somit kamen wir recht kostengünstig zum MVP und auch bald zu einem Umsatz, von dem wir leben konnten. In den ersten Jahren gab es dennoch einige sinnvolle Möglichkeiten zum Marketing, die wir aus finanziellen Gründen nicht wahrnehmen konnten. Wir waren auch sehr darauf angewiesen, dass uns unsere Kunden weiterempfehlen. Besonders die Vorträge von unseren Pilotkunden über die Erfahrungen mit unserem Produkt hatten auf uns aufmerksam gemacht.

Gab es denn viele Dinge, die Du einfach nicht umsetzen konntest, weil das Geld fehlte?
Ja, vor allem für Marketing. Ähnliche Produkte mit Investment im Rücken wie Kahoot! hatten hier ganz andere Möglichkeiten. Wir haben auch schon länger Ideen für weitere Produkte neben Quizzer, für die uns jedoch die Ressourcen fehlen.

Was rätst du anderen Gründer:innen, die sich für Bootstrapping entscheiden?
Es nur zu machen, wenn man für das Produkt brennt und von dem Erfolg des Produktes überzeugt ist. Und sich mit anderen Gründern zu vernetzen, um sich zu aktuellen Herausforderungen auszutauschen.

Wovon hast Du in der Anfangszeit gelebt?
Wir hatten uns aus dem Startkapital ein grundlegendes Gehalt gezahlt und konnten auf Reserven aus den vorigen Jobs zurückgreifen.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Wir hatten uns bei einem sehr großen Kunden mit besonderen Anforderungen im Aufwand sehr verschätzt. Das hat die Weiterentwicklung des Kernproduktes kurzzeitig komplett lahmgelegt – aber wir haben daraus gelernt.

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht?
Die Kunden eng in die Entwicklung einzubeziehen und immer in einem ehrlichen Austausch mit den Kundinnen und Kunden zu pflegen.

Wo steht Mobile Learning Labs in einem Jahr?
Mit dem Release der neuen Version, auf die sich viele Kunden und auch Interessenten freuen, erwarten wir viele neue Kundinnen und Kunden.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

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#Interview – “Wir zielen nicht auf exponentielles Wachstum”


Das Berliner Startup froach, das 2011 von Thomas Reformat, Gunnar Reinhardt und Till Schrader gegründet wurde, kämpft für “die bewusste Pause” am Arbeitsplatz. “Unsere Minipausen sind kurze Übungspakete, die Mitarbeitende jederzeit in weniger als vier Minuten am Tag ausführen können – mal dynamisch, mal entspannend und manchmal einfach zum kurz Durchatmen”, heißt es auf der Website. Besonders im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen gut zulegen.

“Wir sind seit letztem Jahr stark gewachsen: Unser Team umfasst nun 13 Mitglieder, wir haben fast 160 Kunden – wir haben die Kundschaft seit letztem Jahr fast verdreifacht -, wir haben fast 90.000 Nutzerinnen und Nutzer, täglich werden über 5.000 Minuten an Minipausen geschaut, wir machen aktuell eine halbe Million Umsatz – bisher ohne Marketing- und Vertriebsaktivitäten – und 86 % unser Nutzerinnen und Nutzer froachen mindestens ein Mal die Woche”, sagt Geschäftsführerin Agnieszka Sarnecka, die das E-Health-Unternehmen seit 2020 führt.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht die froach-Macherin außerdem über Home-Office-Aktionen, Arbeitsflexibilität und sympathisches Lächeln.

Wie würdest Du Deiner Großmutter froach erklären?
Du arbeitest den ganzen Tag so hart, dass du dir auch mal eine Pause verdient hast! Weil ich weiß, dass du diese oft vergisst, möchte ich Dir gern dabei helfen oder besser – unser froach – der Gesundheitscoach für bewusste Pausen. Da du meist nur wenig Zeit hast, haben wir extra kurze Minipausen-Techniken für deinen Rücken, deine Augen, deine Koordination, dein Gedächtnis und natürlich für deine Entspannung entwickelt. Physiotherapeuten, Psychologen und Sportwissenschaftler haben darauf geachtet, dass alle Übungen für jedermann gut durchführbar sind und die Intensität leicht an deine Fähigkeiten angepasst werden kann. Du brauchst keine speziellen Geräte, nicht viel Platz und auch keine Fitness-Kleidung. Egal wo du gerade bist, du kannst einfach loslegen. Mit unserem kostenfreien 28-Tage-Angebot, kannst du froach jederzeit testen und gleich loslegen.

Hat sich das Konzept, das Geschäftsmodell, in den vergangenen Jahren irgendwie verändert?
Ja, wir sind in unserer Organisationsform ähnlich wie der froach: schnell und beweglich. Wir haben gemerkt, wie wichtig stetige technische Anpassungen und Entwicklungen hinsichtlich IT und Datenschutz sind. Einmalig produzierter Content reicht nicht aus. Damit froach spannend bleibt, entwickeln wir stets neue Anregungen, nutzerfreundliche Bedienungstools und natürlich motivationale Bausteine. Das Nudging – das sanfte Anstupsen erfordert verschiedene Aktivierungsansätze. So bieten wir regelmäßige Newsletter für Nutzer und für BGM-Ansprechpartner, Blogposts auf unserem Blog, Printmedien wie Übungsposter, Kalender und Giveaways sowie trainerbasierte Module an. Bald gibt es auch zusätzlich zu unserer digitalen Anwendung, EduClips und EduPaper. Mit dem klaren Profil “bewusste Pausen in Home & Office” und dem methodisch integrativen Ansatz sind wir einzigartig und unterscheiden uns deutlich von Wettbewerbern. Wir verstehen froach als unterstützenden Gesundheitsprozess für bewusste Pausen im Arbeitskontext, die auch Spaß machen dürfen. Wir helfen somit den Organisationen sich noch besser um ihre Mitarbeitenden zu kümmern.

Wie genau funktioniert euer Geschäftsmodell?
Wir verkaufen Jahresabos für unsere Softwarelizenz. Dabei orientiert sich der Preis des Abos an der Größe des Unternehmens. Eine organisationsweite Einführung von froach ist unserer Meinung nach am erfolgreichsten, weil man nur so die aktiven und auch die bisher inaktiven Beschäftigten erreicht.

Die Corona-Krise traf die Startup-Szene zuletzt teilweise hart. Wie habt ihr die Auswirkungen gespürt?
Wir haben ein sehr multikulturelles Team. Wir haben uns zu Beginn ausgetauscht, wie jeder an seinem Ort die Pandemie erlebt und uns gegenseitig aufgefangen und geholfen. Dann haben wir in einem zeitlichen Kraftakt bereits Anfang April 2020 eine kostenfreie Home-Office-Aktion gestartet und viel positiven Zuspruch erhalten. Größere Krankenkassen wurden Partner und haben froach als hilfreiches Angebot für ihre Gesundheitsförderung insbesondere für Mitarbeitende im Homeoffice genutzt. Wir haben unser Team sukzessive ausgebaut und die Entscheidung für unsere Geschäftsführerin Agnieszka Sarnecka getroffen. Seit November hat sich das Tempo gefühlt vervierfacht. Wir kooperieren im Betrieblichen Gesundheitsmanagement mit einigen Firmen und Partnern aus dem klassischen trainerbasierten Betrieblichen Gesundheitsmanagement und haben hier natürlich die starken Einschränkungen erlebt. Als digitaler Gesundheitsanbieter unterstützen wir die neuen Anforderungen der wachsenden flexiblen Arbeitswelt.

Wie ist überhaupt die Idee zu froach entstanden?
Wir haben sehr früh gemerkt, wie gewinnbringend eine Zusammenarbeit zwischen IT- und Gesundheitsexperten ist. Unsere Gründer und Gesellschafter Gunnar Reinhardt und Thomas Reformat sind seit 20 mit ihrer Firma relax-Gesundheitsmanagement im Betrieblichen Gesundheitsmanagement unterwegs und Till Schrader bringt mit seiner Firma Chilicon IT das notwendige technische und konzeptionelle Know-how mit. Bereits 2003 wurde so eine CD-Rom für gesunde Pausen entwickelt, die die Inspiration für die spätere webbasierte froach Anwendung wurde. Durch den Anstieg der Arbeitsintensität und der Arbeitsflexibilität und der daraus resultierenden zunehmenden Arbeitsbelastung braucht es einfache niedrigschwellige Lösungen, um die Erholungsfähigkeit im Arbeitskontext zu verbessern. Nur fitte und zufriedene Mitarbeitende sind auf Dauer motiviert und leistungsstark. Eine gut skalierbare digitale Lösung für bewusste Pausen, die sich einfach und sicher in verschiedene Systeme integrieren lässt, wird nicht nur in Europa gebraucht.

Wie hat sich froach seit der Gründung entwickelt?
froach war lange Zeit ein spannender Innovationshub, der parallel zu den bisherigen Firmen der Gesellschafter entwickelt wurde. Die Entscheidung vor zwei Jahren in eine neue Mitarbeiterstruktur und damit verbunden in eine neue technische und inhaltliche Ausgestaltung Geld und Zeit zu investieren, hat sich ausgezahlt. Leider erschwert Corona das soziale Miteinander. Video Calls ersetzen eben nicht das Office-Leben und das Startup-Teamgefühl. Wir sind optimistisch, dass sich das in den nächsten Wochen ändert, denn so wie wir uns um das Wohlbefinden unserer Nutzer bemühen, möchten wir natürlich auch selbst eine gesunde Teamkultur leben.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist froach inzwischen?
Wir sind seit letztem Jahr stark gewachsen: Unser Team umfasst nun 13 Mitglieder, wir haben fast 160 Kunden – wir haben die Kundschaft seit letztem Jahr fast verdreifacht -, wir haben fast 90.000 Nutzerinnen und Nutzer, täglich werden über 5.000 Minuten an Minipausen geschaut, wir machen aktuell eine halbe Million Umsatz – bisher ohne Marketing- und Vertriebsaktivitäten – und 86 % unser Nutzerinnen und Nutzer froachen mindestens ein Mal die Woche.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Tatsächlich gab es auf dem Weg zum Ziel verschiedene Ansichten bezügliches des Weges. Wir haben im Team schnell gespürt, wie unterschiedlich die Perspektiven und Sichtweisen sind. Coaching und Beratung sowie neue Teamstrukturen haben uns aber sehr geholfen, den Weg gemeinsam zu gehen. Das große Ziel mit unserem Produkt die Arbeitswelt zu verbessern und die Menschen zufriedener und glücklicher zu machen, haben wir nie aus den Augen verloren.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?
Wir haben nicht aufgegeben! Wir haben die beschriebenen Hürden übersprungen, wir haben neben dem notwendigen Eigenkapital viel Zeit investiert und wir waren auch bereit, in entscheidenden Phasen Hilfe in Form von Coaching zuzulassen. Am meisten motiviert uns natürlich froach mit seinem sympathischen Lächeln. Vielleicht ist das der wichtigste Punkt, dass wir stets Spaß an dem Thema Gesundheit und Erholung haben.

Wo steht froach in einem Jahr?
In einem Jahr wird froach noch mehr Unternehmen gesünder und Menschen glücklicher machen. Wir zielen nicht auf exponentielles Wachstum. Wir wollen nach wie vor unser Unternehmen nachhaltig aufbauen und mit konstanter Weiterentwicklung und Expertise mehr und mehr Kunden für uns gewinnen. Nur so können wir unserer Mission treu bleiben und das Leben der Menschen verbessern.

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Foto (oben): froach

#aktuell, #berlin, #e-health, #froach, #interview

VC Geoff Lewis on moving to Austin and popping Silicon Valley’s ‘self-referential’ bubble

Austin has made headlines over the past year for a number of reasons: It’s home to Oracle’s new headquarters. Tesla is building a massive gigafactory in the Texas capital. People, mostly tech workers, are leaving the Bay Area in droves to settle in the city, driving up home prices in the process.

But, it’s not just tech workers. A number of venture capitalists have set up shop in Austin, including Jim Breyer of Breyer Capital and Palantir co-founder Joe Lonsdale, who said last year he was moving his venture capital firm, 8VC, from Silicon Valley to the city.

‘I don’t believe everyone should move to Austin. I don’t think it’s right for everyone, but I do think it’s right for us.’

The latest VC to call Austin home is Geoff Lewis, founder and managing partner of Bedrock Capital, a 4-year-old early-stage venture capital firm with $1 billion in assets under management. Lewis started his investing career at Founders Fund, where he was a partner for several years. He either serves or has served on the board of companies such as Lyft, Nubank, Vercel and Workrise.

Lewis also led early investments in Wish, Upstart, Tilray, Canva, Rippling, ClearCo, Flock Safety and a number of other unicorns. He’s largely credited with popularizing the phrase “narrative violation” to describe promising companies that are overlooked or underestimated because they are incongruent with popular narratives.

In making the move to Austin, the investor said he had grown disillusioned with Silicon Valley and the region’s continued lack of focus on solving what he described as real-world problems.

In a Medium post, Lewis said he was first introduced to Austin after backing Workrise (formerly called RigUp), a marketplace for skilled trade workers. In fact, he was the company’s first seed investor eight years ago and has gone on to invest in the company eight subsequent times. Today, Workrise is valued at nearly $3 billion.

Lewis said he was drawn to the company not just because it was “going to be huge” but also because it was “much more concerned with real people and real places than today’s Silicon Valley behemoths.”

“Put simply, it is a more humane technology company,” Lewis writes. “And it’s my search for this more humane genre of technological innovation that brought me to Texas. I’ve lived on the coasts and built my career as a Silicon Valley technology entrepreneur and investor, but I’ve never felt of the coasts or as an insider in Silicon Valley — I didn’t go to Stanford nor grow up rich.”

TechCrunch talked with Lewis to get more details around his decision to move his firm to Austin, learn more of his views on why Silicon Valley is too much of “a bubble” (spoiler alert: they may not be popular with many of you!) and how he plans to invest in more of Texas’ nexus of startups.

This interview has been edited for length and clarity.

I understand that you grew up in Canada. How did you first get involved in the tech industry to begin with?

I started off as an entrepreneur myself, building a SaaS company in the travel space [Topguest]. I founded that business in New York City, and in 2009 ended up moving my team to San Francisco. I spent most of my career from 2009 to 2021 bouncing between New York and SF. We ended up selling that company in 2011 and it was a reasonably OK outcome. I joined Founders Fund in 2012, where I just fell in love with investing. I ended up really having a special trajectory there and 2012 was a great time to be a young VC in San Francisco and Silicon Valley. I ended up specializing in marketplaces, both consumer and enterprise, backing companies like Lyft and Canva early. I also did the firm’s first fintech investment in Latin America, backing Nubank, and now that company has a $30 billion valuation.

I grew up with pretty modest means and by 2017, I figured I had done well enough as a VC and I should strike out on trying to get back to what I wanted to do, which was more entrepreneurial. So we founded Bedrock in late 2017. We’re on Fund III now and it’s been consistent with the investment philosophy I pursued — trying to find what we call narrative violations, or these counternarrative companies that are being overlooked or underestimated. We were very early investors in Cameo, which is now obviously a pretty well-known business, for example.

You initially chose to base Bedrock in New York. Why?

When I was at Founders Fund I had a home in both cities (SF and NYC), so I was the kid who grew up in Calgary, Canada and wanted to live on the coasts and be in the center of the action. But we decided to actually headquarter Bedrock in New York in 2017 because we had an inclination that Silicon Valley was becoming a little bit overly self-referential and wanted to be a bit outside of the noise. New York is less of a one-horse town, so we decided to base the firm there, but really invested in, and continue to invest, everywhere across the country and quite honestly around the world. We invested in WordPress in the early days and more recently in Argyle and Lambda School.

#bedrock-capital, #dallas, #ec-news-analysis, #funding, #geoff-lewis, #houston, #interview, #investment, #silicon-valley, #tc, #texas, #venture-capital

#Interview – Ein Startup, das bei akuten oder chronischen Beschwerden hilft


Das Kölner Startup alley, das 2019 von Manuel Mandler und Klara Honsl gegründet wurde, positioniert sich insbesondere als “smarte Begleiterin bei Gelenkbeschwerden”. “Nach einer erfolgreichen Pilotphase ist alley im Juli in die Einführungsphase gestartet. Das heißt, Patient:innen mit akuten oder chronischen Beschwerden des Hüft- und Kniegelenks bis hin zur gesicherten Diagnose einer Cox- und Gonarthrose können unsere Medizin-App zur Therapiebegleitung und OP-Vorbereitung kostenfrei nutzen”, sagt Gründer Mandler.

Hinter dem Startup steckt vor allem die Gothaer Krankenversicherung. 40 Mitarbeiter:innen “aus Medizin, Neurowissenschaften, Psychologie und Rehabilitation, Informatik, Mathematik, Wirtschaftswissenschaften und Sozialwissenschaften” wirken bereits für die Jungfirma. Im Interview mit deutsche-startups.de stellt der alley-Macher das Konzept hinter dem E-Health-Startup einmal ganz genau vor.

Wie würdest Du Deiner Großmutter alley erklären?
alley ist eine digitale medizinische Plattform und nutzt neueste Technologien, um für Menschen mit komplexen Erkrankungen die für sie optimale medizinische Behandlung zu finden. Dafür bündelt alley medizinische Daten und die Kommunikation zwischen Patient:innen, Ärzt:innen und Therapeut:innen und stellt sie zur individualisierten Therapieplanung bereit. Darüber hinaus informiert die App Patient:innen zu ihrer Diagnose und zu Behandlungsoptionen und unterstützt sie so, ihre Behandlung aktiv mitzugestalten.

Welches Problem genau wollt Ihr mit alley lösen?
Wir sehen, dass trotz einer leitlinienbasierten Therapie Behandlungsergebnisse weniger vorhersehbar sind, als anzunehmen wäre. Die Ursachen sind vielfältig. Häufig werden individuelle Situation und Bedürfnisse, zu denen zum Beispiel Lebensumstände, Nebenerkrankungen oder die persönlichen Erwartungen an eine Behandlung zählen, wenig berücksichtigt. Außerdem werden Behandlungen gegenwärtig vorrangig aus medizinischer Sicht bewertet. Die Patientensicht auf Erfolg und Nutzen spielt nur eine untergeordnete Rolle. Das möchte alley ändern und setzt dafür auf den Value Based Medicine-Standard, der eine patientenorientierte Perspektive in das Zentrum der Betrachtung stellt. Ziel ist es, die Gesundheitsversorgung zu optimieren und die individuelle Lebensqualität zu steigern.

Jede Woche entstehen dutzende neue Startups, warum wird ausgerechnet alley ein Erfolg?
Als analytisch getriebene, medizinische Plattform, die in Zusammenarbeit mit Leistungserbringern und Kostenträgern den optimalen Behandlungsweg für Patient:innen strukturiert, beziehen wir alle Akteure mit ihren Anforderungen und Bedürfnissen ein. Zudem ist es uns gelungen, ein starkes Netzwerk mit Ärzt:innen, Patientenvertreter:innen und Fachleuten aufzubauen. Sie haben sich gemeinsam mit uns dem Ziel verschrieben, die Qualität in der medizinischen Versorgung mithilfe von digitalen Innovationen zu verbessern.

Wo steht alley in einem Jahr?
Nach einer erfolgreichen Pilotphase in 13 Partnerkliniken in ganz Deutschland ist alley im Juli 2021 in die Einführungsphase gestartet. Das heißt, Patient:innen mit akuten oder chronischen Beschwerden des Hüft- und Kniegelenks bis hin zur gesicherten Diagnose einer Cox- und Gonarthrose können unsere Medizin-App zur Therapiebegleitung und OP-Vorbereitung kostenfrei nutzen. In einem Jahr wird alley sich als führende, smarte Therapiebegleitung bei Gelenkbeschwerden etabliert haben.

Reden wir über den Standort Köln. Wenn es um Startups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was spricht für Köln als Startup-Standort?
Für uns ist Köln der perfekte Standort, weil wir im Rheinland nah an unseren Partner:innen aus Medizin und Gesundheit sind. Außerdem kommen hier viele Kreative und Innovatoren zusammen. Daraus ergibt sich genau das richtige Umfeld, um als E-Health Start-Up neue Wege zu gehen.

Was fehlt in Köln noch?
Wir würden uns wünschen, dass sich in Köln noch mehr Investoren im Bereich Digital Health ansiedeln. Darüber hinaus wäre ein Ausbau von Co-Working Spaces und ähnlicher Infrastruktur für die Förderung von Startups super. Wir beobachten, dass die Innovations-Community kontinuierlich wächst, was wir wunderbar finden.

Zum Schluss hast Du drei Wünsche frei: Was wünscht Du Dir für den Startup-Standort Köln?
Köln ist eine wundervolle, lebensfrohe, tolerante und weltoffene Stadt mit einer Vielzahl von internationalen Städtepartnerschaften. Das ist eine perfekte Voraussetzung für einen international bekannten Startup Standort. Ich fände es positiv, wenn die Stadt Köln im Rahmen des städtepartnerschaftlichen Austausches stärker auf die Bedeutung und Möglichkeiten von Köln als Startup-Standort hinweist. Ein starker Impuls wäre auch gegeben, wenn die Wirtschaftsförderung bzw. starke Wirtschaftsunternehmen der Stadt Köln internationale Hackathons oder ähnliche Startup-fördernde Veranstaltungen in Köln veranstalten würden. Und schließlich der schon erwähnte Infrastrukturausbau für Startups und mehr Visibilität für das Rheinland als super erreichbaren und unterschätzten Innovationsstandort.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln werfen wir einen genaueren Blick auf das Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind dort die Voraussetzungen für Gründerinnen und Gründer, wie sieht es mit Investitionen aus und welche Startups machen gerade von sich reden? Mehr als 550 Startups haben Köln mittlerweile zu ihrer Basis gemacht. Mit zahlreichen potenziellen Investoren, Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents bietet Köln ein spannendes Umfeld für junge Unternehmen. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderung. #Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

Foto (oben): ValueBasedManagedCare

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#Interview – “Nur ein souveräner Umgang mit Rückschlägen ermöglicht es, erfolgreich zu sein”


Das Hamburger Startup HelloBetter, das 2015 als Get.on an den Start ging, bietet psychologische Online-Trainings zur Prävention und Behandlung psychischer Erkrankungen an. Insbesondere in den vergangenen Monaten boomte das Konzept. “Im ersten Quartal konnten wir mehr Nutzer betreuen als in den Jahren 2015 bis 2019 zusammen. Unsere Nutzerbasis hat sich von 2019 auf 2020 mehr als verdreifacht”, sagt HelloBetter-Macher Hannes Klöpper.

“HelloBetter hat sich von einem Universitätsprojekt zu einem Produkt entwickelt, das von der Software-Architektur, Design und Denke best-in-Class und eng an den Bedürfnissen der Nutzer:innen orientiert ist. Unsere Trainings ermöglichen es Menschen auf der ganzen Welt, ihre mentale Gesundheit selbstbestimmt in die Hand zu nehmen. Das freut mich total, und gleichzeitig ist es erst der Anfang”, ergänzt Gründerin Hanne Horvath.

Im Interview mit deutsche-startups.de sprechen die HelloBetter-Macher:innen Hannes Klöpper und Hanne Horvath außerdem über Krankenkassen, wissenschaftliche Belege und Routineversorgungen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter HelloBetter erklären?
Hanne: Viele Menschen leiden unter Depressionen, Schlafstörungen oder Ängsten – jeder vierte von uns erkrankt einmal im Leben daran. Obwohl wir in Deutschland eines der besten Gesundheitssysteme weltweit haben, werden trotzdem 60 % der Menschen mit psychischen Beschwerden nie diagnostiziert und behandelt. Viele scheuen sich davor, mit Ärztinnen oder Therapeuten über ihre Beschwerden zu sprechen und wenn sie sich dann doch dazu durchringen können, müssen sie viele Monate auf einen der begehrten Therapieplätze warten – wenn sie denn überhaupt einen bekommen. Es müsste viel mehr Psychotherapeutinnen und -therapeuten geben und zusätzlich digitale Programme, um Versorgungslücken zu schließen und Menschen möglichst früh sehr niedrigschwellig zu erreichen. Mit unseren Online-Trainings helfen wir Menschen dabei, mit Depressionen, Stress, Angst, Panik, Burnout und weiteren psychischen Beschwerden fertig zu werden. Ohne Wartezeit, an jedem Ort, zu jeder Zeit. Unser Angebot wurde von Psychotherapeutinnen, Experten und Wissenschaftlern entwickelt, unsere Trainings gehören zu den wirksamsten weltweit und können ähnlich wirksam sein wie eine klassische Psychotherapie. Zahlreiche Krankenkassen erstatten mittlerweile die Kosten für Ihre Versicherten, die unser Angebot nutzen wollen.

Hat sich das Konzept, das Geschäftsmodell, in den vergangenen Jahren irgendwie verändert?
Hanne: Unsere Vision, die wir von Anfang an hatten, hat sich bis heute nicht verändert: Wir wollen das Versorgungssystem für psychische Erkrankungen neu denken und wirksame Präventions- und Behandlungsangebote für psychische Erkrankungen weltweit für jeden zugänglich machen. Wir haben uns mit der Zeit aber breiter aufgestellt und arbeiten jetzt zum Beispiel auch mit Unternehmen zusammen, die ihren Mitarbeitenden unsere Trainings anbieten oder wir bieten unsere Plattform anderen Pflegedienstleistern als SaaS-Lösung an.

Wie genau funktioniert euer Geschäftsmodell?
Hanne: Unser Geschäftsmodell setzt sich aus verschiedenen Strategien zusammen, bei denen Versicherungen, andere Unternehmen oder Health Care Provider die Kosten für Endverbraucher übernehmen. Wir haben Partnerschaften zahlreichen Krankenkassen, die unser Angebot aktiv an ihre Mitglieder kommunizieren und die Kosten zum Teil oder vollständig erstatten. Zusätzlich arbeiten wir mit Unternehmen zusammen, die unsere Trainings im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen. Außerdem erweitern wir unsere Reichweite durch die Zusammenarbeit mit etablierten Pflegedienstleistern, die unsere Plattform mit Inhalt und Technologie als SaaS-Lösung nutzen und gleichzeitig ihre eigene psychologische Beratung anbieten.

2020 habt ihr euren Namen von Get.on zu HelloBetter geändert. Was waren die Gründe dafür?
Hannes: Das Forschungsprojekt, aus dem unsere digitale Lösung hervorgegangen ist, hieß “Get.On”. Was kaum jemand weiß: Get.On steht für Gesundheitstraining Online. Damals waren psychologische Online-Trainings bei weitem noch nicht so etabliert wie heute. Es gab viele Vorbehalte und so suchte das Gründerteam eine enge, auch namentliche Anbindung an den Forschungskontext, aus dem das Unternehmen hervorgegangen ist. Schließlich gab es zu all unseren Produkten wissenschaftliche Belege zu ihrer Wirksamkeit – bis heute auch im globalen Vergleich ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Gleichzeitig hatte der Name natürlich gewisse Limitationen. HelloBetter ist einfach verständlich, eingängig und transportiert unser Wertversprechen: Wer unsere Produkte nutzt, sieht einer bessere Zukunft entgegen.

Lief bei der Umbenennung alles glatt?
Hannes: Es war ein längerer Prozess, bei dem wir zunächst mit einer Agentur gearbeitet zusammengearbeitet haben aber schnell den Eindruck hatten, dass es nicht in die richtige Richtung geht. Daraufhin haben wir uns entschieden, mit einer befreundeten Freelance-Beraterin zu arbeiten und sind so auch sehr schnell zu einem tollen Ergebnis gekommen. Es war also nicht reibungslos, aber das Ergebnis stimmt und das ist letztlich was zählt.

Die Corona-Krise traf die Startup-Szene zuletzt teilweise hart. Wie habt ihr die Auswirkungen gespürt?
Hannes: Uns wurde schon ganz zu Beginn der Pandemie klar, dass neben der akuten Bedrohung durch Corona auch mit einer Epidemie im Bereich der psychischen Erkrankungen wie Stress, Angststörungen oder Depression zu rechnen ist. Wir haben direkt im ersten Quartal 2020 einen großen Ansturm auf unser Angebot erlebt. Für uns ist psychische Gesundheit ein Menschenrecht, und jeder Erkrankte sollte möglichst schnell psychologische Unterstützung bekommen. Deshalb haben wir überlegt, wie unser Beitrag aussehen könnte, und in relativ kurzer Zeit eine umfassende Initiative mit verschiedenen niederschwelligen Angeboten entwickelt: Gemeinsam mit der Allianz haben wir die Initiative “Stark durch die Krise” ins Leben gerufen: eine kostenlose Hotline und eine Online-Community ins Leben gerufen, die von Psychologinnen und Psychologen moderiert wird, sowie eine Mediathek, die über Strategien zum Umgang mit psychischen Beschwerden aufklärt. Aber auch die Nachfrage von Unternehmen ist stark angestiegen: Sie haben erkannt, wie wichtig es ist, ihren Teams dabei zu helfen, ihre psychische Gesundheit zu stärken und investieren jetzt mehr in das Thema betriebliches Gesundheitsmanagement. Um die hohe Nachfrage stemmen zu können haben wir unser Team stark ausgeweitet – seit Beginn 2020 hat sich die Anzahl der Mitarbeitenden mehr als verdoppelt und heute sind wir rund 70.

Wie ist überhaupt die Idee zu HelloBetter entstanden?
Hanne: Mit HelloBetter ging es uns von Anfang an darum, Menschen mit psychischen Beschwerden ganz niedrigschwellig und trotzdem wirksam zu erreichen. Im Schnitt dauert es sechs bis acht Jahre, bis Betroffene sich dazu durchringen können, zum Arzt oder Therapeuten zu gehen, Stigma und das sozusagen urmenschliche Bedürfnis, die eigenen Probleme selbstständig zu lösen sind die häufigsten Gründe. Und wenn man sich dann endlich zu einer Behandlung durchgerungen hat, macht es das deutsche Gesundheitssystem einem nicht immer leicht. Durchschnittlich warten Betroffene in Deutschland bis zu sechs Monate auf einen Behandlungsplatz, manche bekommen gar nicht erst einen Therapieplatz. In der Konsequenz bleiben zu viele psychische Erkrankungen unbehandelt und werden mit der Zeit zu chronischen Erkrankungen oder werden nur von Hausärzten behandelt. Wir wollten diese Versorgungslücke schließen, das Gesundheitssystem entlasten und Menschen mit psychischen Belastungen insgesamt stärker eine Stimme geben. Gestartet sind wir 2011 als EU-Forschungsprojekt an der Leuphana Universität Lüneburg. Wir haben für Deutschland untersucht, wie man mit digitalen Lösungen Menschen bei der Linderung ihrer psychischen Beschwerden helfen kann. Das Projekt war von Anfang an überdurchschnittlich erfolgreich. Das hat mich damals überrascht, denn ich war digitalen Behandlungsmodellen während meines Psychologie-Studiums noch einigermaßen kritisch eingestellt. 2015 kam dann die Ausgründung, damals noch unter dem Namen GET.ON Institut für Online Gesundheitstrainings GmbH.

Wie hat sich HelloBetter seit der Gründung entwickelt?
Hanne: HelloBetter hat sich von einem Universitätsprojekt zu einem Produkt entwickelt, das von der Software-Architektur, Design und Denke best-in-Class und eng an den Bedürfnissen der Nutzer:innen orientiert ist. Unsere Trainings ermöglichen es Menschen auf der ganzen Welt, ihre mentale Gesundheit selbstbestimmt in die Hand zu nehmen. Das freut mich total, und gleichzeitig ist es erst der Anfang. Wir waren einer der ersten Anbieter für digitale Lösungen zur Behandlung psychischer Beschwerden – mittlerweile gibt es jede Menge Digital Mental Health Angebote auf dem Markt. Es macht uns stolz zu sehen, dass wir als Vorreiter auf dem Gebiet diese Entwicklung mitgestaltet haben, gleichzeitig stellen wir leider immer wieder fest, dass noch immer nicht alle Angeboten da draußen transparente und gute Wirksamkeitsbelege vorlegen. Davon werden wir uns immer abgrenzen: HelloBetter hat sich zum führenden Digital Mental Health Startup weltweit entwickelt und wir arbeiten jeden Tag hart daran, diese Position weiter auszubauen. Es gibt keinen anderen Anbieter in unserem Bereich mit einem so starken wissenschaftlichen Fundament. Was ich damit meine: Über 30 Studien belegen zweifelsfrei, dass unsere Trainings wirksam und kosteneffektiv sind, und es kommen immer wieder neue hinzu. Kein anderes Startup kann eine so breite Studienlage aufweisen. Ein wichtiger Treiber unseres Erfolgs ist unser starkes, achtköpfiges Management Team, das wir ganz bewusst senioriger aufgestellt haben, als es in manchen anderen Startups der Fall ist. Mit diesem Set-up ist es uns gelungen, jede Menge Erfahrung aus der Startup- und Forschungswelt miteinander zu verbinden. Das macht in der täglichen Arbeit einfach unheimlich Spaß.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist HelloBetter inzwischen?
Hannes: Vor mittlerweile anderthalb Jahren haben wir die Marke HelloBetter ins Leben gerufen und sind seitdem stark gewachsen. Im ersten Quartal 2021 konnten wir mehr Nutzer betreuen als in den Jahren 2015 bis 2019 zusammen. Unsere Nutzerbasis hat sich von 2019 auf 2020 mehr als verdreifacht. Während wir fast ein ganzes Jahr gebraucht haben, um die ersten 100.000 Visits auf unserer Website zu generieren, generieren wir jetzt konstant weit über 100.000 Visits jeden einzelnen Monat. Auf unseren Social-Media-Kanälen konnten wir bislang über 20.000 Follower gewinnen. Innerhalb der letzten Monate konnten wir zudem einige neue Krankenversicherungen als Partner gewinnen, die ihren Mitgliedern die Kosten für die Nutzung unseres Angebots ganz oder zum Teil erstatten: Neben unseren langjährigen Partnern Barmer und SVLFG arbeiten wir nun auch mit Allianz Partners, der Allianz PKV und der AudiBKK und konnten überdies einen Rahmenvertrag mit der GWQ abschließen  – einer Einkaufsgemeinschaft der Betriebskrankenkassen. Über 100 Firmenkunden, darunter mehrere DAX-Unternehmen, aber auch Mittelständler wie Visit Berlin, Rebuy und Hidden-Champions wie Schaeffler, bieten unsere Kurse ihren 1,5 Millionen Mitarbeitern an. Insgesamt werden die Kosten für unsere Lösungen für den Erhalt und die Wiederherstellung der psychischen Gesundheit mittlerweile für über 15 Millionen Menschen in Deutschland von einem Kostenträger gedeckt, so dass sie durch unsere Lösungen kostenlos Unterstützung erhalten.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Hannes: Natürlich haben wir an einigen Stellen Lehrgeld bezahlt und die Dinge sind nicht immer so gelaufen, wie wir uns das gewünscht hätten. Aber das ist Teil des Startup-Lebens. Resilienz ist da enorm wichtig. Man muss analysieren was schiefgelaufen ist, wieder aufstehen, sich abstauben und weiter geht’ s. Nur ein souveräner Umgang mit Rückschlägen und die Bereitschaft aus den eigenen Fehlern zu lernen, ermöglichen es langfristig erfolgreich zu sein.

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht?
Hanne: Es gibt einiges, worauf wir sehr stolz sind, zum Beispiel unsere langjährige, vertrauensvolle Partnerschaft mit einem der größten Versicherer Deutschlands. Als wir vor über fünf Jahren an den Start gingen, waren das Verständnis und die Akzeptanz digitaler Gesundheitsanwendungen natürlich nicht vergleichbar mit heute. Einen großen Versicherer wie die Barmer davon zu überzeugen, mit uns zusammenzuarbeiten und unsere Produkte in die Routineversorgung zu bringen – das war schon eine ziemliche Herausforderung und ein großer Meilenstein für die weitere Entwicklung von HelloBetter. Auch unsere starke Unternehmenskultur ist etwas, worauf wir sehr stolz sind. Seit Anfang 2020 bis heute hat sich die Zahl unserer Mitarbeitenden mehr als verdoppelt. Ein so schnelles Wachstum führt oft zu Wachstumsschmerzen, aber das konnten wir verhindern, weil wir sehr früh in das Aufsetzen der richtigen Prozesse investiert haben. Wir konnten die typischen Reibungen, die Hypergrowthphasen mit sich bringen, vermeiden und fragen die Zufriedenheit in dem Team regelmäßig ab – mit sehr guten Ergebnissen.  Unsere Initiative „Stark durch die Krise“ wurde vom Weltwirtschaftsforum als eine von 15 Lösungen ausgewählt, die sich mit den unmittelbaren Auswirkungen der Pandemie und ihren langfristigen Folgen befassen, wir haben beim DT50-Award in der Kategorie „Healthcare“ gewonnen und wurden in das renommierte German Accelerator Programm aufgenommen – das macht uns natürlich auch sehr stolz.

Wo steht HelloBetter in einem Jahr?
Hannes: In einem Jahr werden ein halbes Dutzend unserer Produkte offiziell als Digitale Gesundheitsanwendungen gelistet sein. Dann können alle Versicherten den Großteil unserer Angebots auf Verschreibung kostenlos nutzen. Das ist ein sehr, sehr bedeutender Meilenstein in Richtung unserer Vision einer flexibleren, niedrigrschwelligeren, vielfältigeren und somit letztlich besseren psychotherapeutischen Versorgung.

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Foto (oben): HelloBetter

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#Interview – “Wir haben viel zu lange in Büchern gelesen oder mit Experten gesprochen”


Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Heute antwortet Carsten Greif, Gründer von metab.rocks. Das Unternehmen aus Magdeburg bietet mit sellby eine App an, mit der Influencer unter anderem Spenden einsammeln können.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?
Als erstes blicke ich aufs Smartphone und spiele ein bisschen rum. Check dann zum Beispiel Discord, meine Mails und die Social Medias, wobei es dort recht wenig neues gibt, weil ich das meiste dahingehend sowieso abbestellt oder entfolgt habe und dadurch meine Kanäle recht clean sind. Ich dusche mich, räume die Wohnung auf, frühstücke und gehe mit meinem Hund gegen 09:30 geht es ins Büro.

Wie schaltest du nach der Arbeit ab?
Als Geschäftsführer bin ich nach der Arbeit zwar noch erreichbar für Rückfragen, weil ich nun mal die größte Verantwortung trage, arbeite aber nicht mehr aktiv. Oft gehe ich abends noch eine Runde einkaufen, esse ganz entspannt und zocke ein paar Runden oder gucke Serien und Filme. Ich beschäftige mich nicht 24 Stunden mit dem Business und höre mir nicht noch den ganzen Abend irgendwelche Podcasts über Startups an, stattdessen lese ich später im Bett auch gern mal einen guten Roman, um auf andere Gedanken zu kommen.

Was über das Gründer:innen-Dasein hättest du gerne vor der Gründung gewusst?
Ich war zwar schon auf Bürokratie vorbereitet, aber dass es so viel ist und so lange dauert insgesamt eine Firma zu gründen, war sehr enttäuschend. Generell dass es nicht wirklich digital stattgefunden hat, fand ich persönlich schon fast befremdlich, weil ich alles mögliche was Finanzen & Versicherungen angeht auch auf dem Smartphone erledigen kann, bei einer Firmengründung jedoch exorbitant viel Papierkram auf dich zukommt und du es gefühlt für den Rest deines Lebens aufbewahren musst – insbesondere bei Kapitalgesellschaften.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?
Vielleicht nicht das größte, aber dafür nervigste Problem war es einen Notartermin zu finden, wenn du noch keine entsprechenden Kontakte hast und nicht nach Musterprotokoll gründest. Auch dass im Internet sehr viel über etwaige Kosten dazu steht, dies aber nicht der Realität entsprechend aufgezeigt wird. Die Kosten für die Gründung und dem Notar waren in Wirklichkeit um einiges höher, selbst bei einer UG. Auch einen passenden Steuerberater zu finden, der sich mit deiner Thematik auskennt, insbesondere digitalen Geschäftsmodellen, war etwas nervig.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?
Feedback von den “falschen” Leuten geholt, man sollte eher mit Kunden sprechen und schnell Hypothesen testen, um seinen Product-Market-Fit zu erreichen. Wir haben viel zu lange in Büchern gelesen oder mit Experten gesprochen, statt einen MVP zu bauen und diesen zu evaluieren. Oft steht in Büchern dass du Hypothesen innerhalb 48 Stunden testen kannst oder sollst, die Realität sieht anders aus: Wenn du den ersten MVP deines Produkt entwickelst, wird dieser wahrscheinlich nicht an einem Wochenende fertig sein für einen aussagefähigen Test. Du kannst halt sehr kleine Teile testen, aber nicht ein gesamtes Produkt oder einen gesamten Use-Case. Das wird später besser funktionieren, wenn du nur noch einzelne Feature A/B-testen musst.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter für sein Startup?
Du solltest dort werben, wo sich deine Wunsch-Mitarbeiter aufhalten. Suchst du bspw. jüngere Leute, die sich mit Medien auskennen, solltest du in aktuellen Sozialen Medien suchen, statt über Portale auszuschreiben, aber das hängt einfach von der Branche und der Stelle ab. Insbesondere in Startups kannst du jüngere Leute begeistern, wo es weniger ums Geld und mehr um das Ziel und die Vision geht.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?
Ideen schneller umsetzen und weniger durchdenken, das steht in jedem Startup-Buch und ist definitiv wahr. Du kannst dir so viel überlegen und konzipieren wie du willst, im Endeffekt entscheiden die Kunden ob die Idee gut ist. Die Feedback-Schleife aus Konzipieren – Entwickeln – Testen sollte so oft wie möglich wiederholt werden. Keine Angst, wenn das Produkt noch nicht “perfekt” ist, du musst dich beim ersten Test auf jeden Fall dafür schämen, sonst hast du zu lange daran entwickelt. Außerdem solltest du Online-Marketing so früh beginnen wie es nur geht beginnen, eine organische oder bezahlte Reichweite baut ihr nicht von heute auf morgen auf, es wird wahrscheinlich mehrere Jahre dauern bis die Marke und das Produkt bekannt sind. Den “Über-Nacht-erfolgreich-Geschichten” gehen jahrelange Entwicklung voraus.

Ohne welches externes Tool würde dein Startup quasi nicht mehr existieren?
Discord und Microsoft To Do, wir schreiben und diskutieren alles in Discord und sammeln dort auch unsere Community. In To Do organisieren wir grundlegend alles was noch ansteht in den verschiedenen Departments. Komplexere Tools aus der GSuite oder Trello sind zwar auch wichtig, aber die zuerst genannten verwenden wir definitiv am meisten und tauschen uns am schnellsten damit aus. Außerdem setzen wir stark auf serverless-Technologien wie Firebase, um insbesondere beim Launch neuer Produkte kaum Kosten zu haben, aber bei starken Wachstum trotzdem problemlos skalieren zu können.

Wie sorgt ihr bei eurem Team für gute Stimmung?
Unser Mops Penny sorgt für eine grundlegend entspannte Atmosphäre und gute Stimmung. Wir zocken oft nach dem Essen ein paar Runden cs:go und abends vor dem Feierabend Dart. Außerdem gibt es immer kostenlose Softdrinks. Außerdem hängen in unserem Büro viele lustige Memes und ein Rick and Morty Kalender.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?
Ein sehr positives Erlebnis war unser Pitch um das erste Pre-Seed-Geld von der Investitionsbank Sachsen-Anhalt. Wir haben wochenlang den Pitch geübt, ein “Funktionsmuster” zum Vorzeigen entwickelt und uns noch extra ein paar schicke Klamotten zugelegt. Da wir beide frisch aus dem Studium kamen, waren wir noch gut im ganzen Präsentieren drin. Dann sind wir morgens zu Fuß hingegangen und waren extrem aufgeregt, wir haben immerhin einem Gremium aus fast 20 Experten unsere Idee vorgestellt, alle in schicken Anzügen versteht sich. Wir mussten nach dem Pitch einen extra Raum, damit sich das Gremium beraten kann – ein bisschen wie Weihnachten und man wartet auf die Geschenke. Im Endeffekt waren die Leute extrem nett und zuversichtlich, fanden unsere Idee gut und waren bereit uns zu unterstützen. An diesem Tag fühlten wir uns unbesiegbar.

Negativ dagegen waren unsere ersten Erfahrungen mit einem Business Angel. Die ersten Gespräche waren ziemlich cool, wir haben uns gut verstanden und alles war echt locker. Nach ein paar Wochen ist uns jedoch aufgefallen, dass die Person sich gar nicht so recht für unser Produkt interessiert hat und es gefühlt auch nicht 100 % verstanden hat. Es ging auch immer mehr darum, dass wir in die anderen Firmen des Angels fast das gesamte Kapital was er uns geben wollte re-investieren sollten, weil wir diese Dienstleistungen angeblich brauchen, um die Firma voranzubringen. Dass er dann in den Term-Sheets noch hier und da an den Prozenten gedreht hat, war dann für uns das endgültige Aus und wir haben die Verhandlungen abgebrochen. Retrospektiv betrachtet wissen jedoch für die Zukunft besser, was wir wollen und worauf wir achten sollten.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): sellby

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#Interview – “Ich bin kein Investor, der schnell den Stecker zieht”


Der Mainzer Kapitalgeber Wi Venture, hinter dem Matthias Willenbacher steckt, investiert ausschließlich in grüne Startups. “Nachhaltigkeit ist bei uns oberstes Ziel. Das bedeutet, wir investieren ausschließlich in junge Unternehmen mit grünem Geschäftsmodell. Wir wollen gemeinsam mit unseren Gründern und Gründerinnen die Nachhaltigkeitswende vorantreiben – ohne wenn und aber. Wir legen unseren Fokus dabei natürlich auf Unternehmen, die nicht nur grün sind, sondern auch nachhaltig wirtschaften”, sagt Willenbacher.

Seit dem Start im Jahre 2017 investierte Wi Venture bereits eine niedrige zweistellige Millionensumme in mehr als 20 grüne Startups – darunter in das Solarauto-Unternehmen Sono Motors, die Mobile-Bank Tomorrow und das Food-Startup Pottsalat. “Wir haben einen sehr großen Dealflow und schauen uns regelmäßig Unternehmen an. Die Startups müssen zunächst eine Menge an Filtern durchlaufen – beispielsweise Nachhaltigkeit, Bewertung, Gründerteam, passt der Businessplan. Aber am Ende spielt auch das Bauchgefühl eine Rolle”, sagt Willenbacher.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Wi Venture-Macher außerdem über Windkraftanlagen, Nullen und Reportingtools.

Reden wir über Geld. Was genau reizt Dich daran, Geld in Unternehmen zu investieren?
Mit Investitionen in Startups sind wir bei Wi Venture in der Lage, einen echten Impact zu erreichen. Große Unternehmen sind gut für Evolution, sie können etwas Gutes noch besser machen. Aber kleine Firmen haben das Potenzial, ganze Branchen zu revolutionieren. Das macht für uns einen großen Reiz aus.

Wie wird man eigentlich Venture-Capital-Geber – wie bist Du Venture-Capital-Geber geworden?
Ich habe Mitte der Neunziger den Erneuerbare-Energien-Projektentwickler Juwi aufgebaut und knapp 20 Jahre als CEO geführt. Nach dem Ausstieg der Bundesregierung aus der Solarenergie-Förderung für große PV-Anlagen in 2012 und der Kürzung der Einspeisevergütung für Windkraftanlagen habe ich einen strategischen Investor mit an Bord geholt und bin als Vorstand ausgeschieden. Allerdings konnte ich nicht still sitzen. Ich wollte weiter mit meinem Geld etwas bewegen. Und der größte Hebel ist ein Investment in junge, aufstrebende Unternehmen.

In der VC-Welt wird oftmals mit Millionenbeträgen hantiert, wird Dir da nicht manchmal mulmig zumute – bei diesen Summen?
Als ich mein erstes Windrad gebaut habe, war ich Mitte 20. Das Windrad hat mehr als 900.000 D-Mark gekostet. Damals habe ich die letzten drei Nullen zugehalten, weil mir dabei tatsächlich mulmig zumute war. Bei Juwi haben wir dann über mehrere Jahre über eine Milliarde Umsatz gemacht. Deshalb jagen mir diese Summen mittlerweile keine Angst mehr ein.

Was sollte jede-Gründerin, jeder Gründer über Euch – als VC – wissen – wie etwa grenzt Ihr Euch von anderen Investoren ab?
Nachhaltigkeit ist bei uns oberstes Ziel. Das bedeutet, wir investieren ausschließlich in junge Unternehmen mit grünem Geschäftsmodell. Wir wollen gemeinsam mit unseren Gründern und Gründerinnen die Nachhaltigkeitswende vorantreiben – ohne wenn und aber. Wir legen unseren Fokus dabei natürlich auf Unternehmen, die nicht nur grün sind, sondern auch nachhaltig wirtschaften.

Welche Unterstützung bietet Ihr – neben Geld?
Wir haben bei Wi Venture viele Teammitglieder, die selbst gegründet haben und die mit ihrer jeweiligen Expertise sehr gezielt auf die Bedürfnisse der Gründer und Gründerinnen in unserem Portfolio eingehen können. Da können wir sehr gut unterstützen, egal ob es um die Themen Business Development, Marketing, IT oder Recht geht. Ich selbst bin seit mehr als 20 Jahren Unternehmer und habe in dieser Zeit natürlich auch schon viel erlebt. Wir bringen von unserer Seite also grundsätzlich schon mal jede Menge Erfahrung mit, die wir gerne mit den Gründern und Gründerinnen teilen.

Wie organisiert Ihr den Austausch mit Euren Portfolio-Firmen, welche Tools nutzt Ihr?
Wie oft und wie lange wir uns mit unseren Portfolio-Unternehmen austauschen, ist immer individuell vom Startup und der aktuellen Phase abhängig. Vor einer Finanzierungsrunde sprechen wir häufig mehrmals pro Woche jeweils mehrere Stunden miteinander; bei reiferen Startups in ruhigeren Zeiten teilweise auch nur ein Mal im Monat. Wir setzen dabei vor allem auf die Tools, die unsere Startups nutzen. Für uns intern bauen wir gerade ein neues Reportingtool, auf dem dann alle Startup-Reportings gesammelt werden und der aktuelle Stand für uns und unsere Investoren übersichtlich angezeigt wird.

Was ist wichtiger: Das Team oder die Idee?
Auf jeden Fall das Team!

Wie sieht das ideale Gründerteam aus bzw. gibt es überhaupt das ideale Gründerteam?
Es kann von Vorteil sein, wenn es ein bestehendes Team gibt und der Gründer bzw. die Gründerin nicht auf sich allein gestellt ist. Das hat oft den Vorteil, dass sich die Skills der Teammitglieder gut ergänzen können, besonders wenn unterschiedliche Charaktere zusammenkommen. Das hilft natürlich enorm. In der Summe muss das Gründerteam extrem viel Leidenschaft und Biss mitbringen. Durchhaltevermögen und Lösungskompetenz sind ebenfalls von enormer Bedeutung – gerade wenn sich beispielsweise einmal eine Hürde auftut. Resilienz ist wichtig, um auch mit Rückschlägen zurechtzukommen. Und natürlich eine gewisse Smartness…

Wie entscheidet Ihr, ob Ihr in ein Startup investiert: Bauchgefühl, Daten, Beides oder was ganz anderes?
Wir haben einen sehr großen Dealflow und schauen uns regelmäßig Unternehmen an. Die Startups müssen zunächst eine Menge an Filtern durchlaufen – beispielsweise Nachhaltigkeit, die Phase des Unternehmens, Bewertung, Skalierfähigkeit, Gründerteam, passt der Businessplan. Aber am Ende spielt natürlich auch das Bauchgefühl eine Rolle.

Nicht jedes Startup läuft rund, nicht jedes wird ein Erfolg. Was macht Ihr, wenn eine Eurer Beteiligungen in Schieflage gerät?
Ich bin kein Investor, der schnell den Stecker zieht. Wir versuchen schon, den Gründern und Gründerinnen auch in diesem Fall eine wichtige Stütze zu sein. Das mag zwar aus kaufmännischer Sicht nicht immer der smarteste Move sein, aber aus menschlicher Sicht gehört das für mich einfach dazu. Wir gehen ja eine Art Partnerschaft mit den Startups ein – und da will man auch helfen, wenn es mal schwierig wird. Es gibt aber natürlich immer einen Zeitpunkt, an dem man merkt, das wir nicht mehr weiterkommen.

Und woran merkt Ihr, dass Ihr bei einem Startup die endgültige Reißleine ziehen müsst?
Wenn das Business Modell nicht funktioniert hat, weil sich beispielsweise der Markt gedreht hat. Wenn es keine Nachfinanzierungen mehr für das Unternehmen gibt, weil niemand mehr investieren möchte. Wenn das Gründerteam so zerstritten ist, dass es keinen Weg mehr zurück gibt. Bisher ist das bei 25 Investitionen von Wi Venture erst zwei Mal vorgekommen… Bisher haben wir die Unternehmen also recht gut ausgewählt.

Wie wichtig und bindend ist ein Businessplan?
Der Businessplan ist die Grundlage, um zu sehen, ob das Team den Business Case überhaupt richtig verstanden hat. Wie planen sie? Wie gehen sie voran? Natürlich gibt es für Startups immer wieder Herausforderungen, selten wird ein Businessplan eingehalten. Oft sind die jungen Unternehmer zu optimistisch – aber ich habe auch schon das Gegenteil erlebt. Der Businessplan ist für uns eine Handlungsorientierung und muss ständig überarbeitet werden.

Wie spricht man als Gründer:in am besten einen Investor an?
Ein Gründer oder eine Gründerin muss in der Lage sein, einen Investor oder eine Investorin in 30 bis 90 Sekunden zu überzeugen. Das ist eine Grundvoraussetzung. Wenn das Team das hinkriegt, kann die Ansprache immer und überall stattfinden. Sind sie nicht dazu in der Lage, wird es extrem schwierig.

Was sollten Gründer:innen vor Investoren niemals sagen oder machen?
Ich mag Gründer oder Gründerinnen, die natürlich rüberkommen und Extreme vermeiden. Wer zu tief stapelt, wird keine Chance haben. Wer aber auf der anderen Seite das Blaue vom Himmel verspricht oder zu selbstverliebt daherkommt, hat es ebenfalls schwer. Es geht um eine gute Mischung, die den Investor oder die Investorin überzeugt. Die Gründer und Gründerinnen sollten in jedem Fall für viele Jahre voll für das Startup committed sein. Für größere Nebenprojekte bleibt dann einfach keine Zeit und die Entwicklung dauert meistens deutlich länger als vom Team optimistisch “konservativ” geplant.

Gibst Du uns zum Abschluss noch einen Einblick in Dein bzw. Euer Anti-Portfolio – bei welchen, jetzt erfolgreichen, Firmen bist Du, seid Ihr leider nicht eingestiegen?
Wir sind erst seit drei Jahren richtig am Markt aktiv, deshalb ist unsere Anti-Portfolio-Liste noch recht kurz. Die meisten Unternehmen, denen wir abgesagt haben, sind noch in der frühen Phase. Ich persönlich hatte die Chance, sowohl bei Tesla vor dem Börsengang als auch bei Sonnen in der frühen Phase zu investieren und habe dies aufgrund von anderen Prioritäten verpasst. Das ist natürlich ärgerlich, aber die Unternehmen sind auch ohne mein Investment sehr erfolgreich geworden.

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Foto (oben): Wi Venture

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