#Hintergrund – Der fast schon unheimliche Boom der Beauty-Startups


Beauty-Startups sind derzeit ein echter Trend. Jede Woche poppen derzeit neue Startups, die sich im weitesten Sinne um Kosmetik drehen, auf. Immer mehr ältere Startups buhlen zudem um Aufmerksamkeit. Auch in der Vox-Show “Die Höhle der Löwen” waren Beauty-Startups zuletzt ein Thema. Beauty-Löwin Judith Williams etwa investierte zuletzt 250.000 Euro in NUI Cosmetics. Hinter dem Startup verbirgt sich eine “Produktwelt mit natürlichen und veganen – aber auch stylischen – Kosmetikprodukten”.

Auch das Berliner Startup gitti, ein Startup für veganen Nagellack,war zuletzt bei “Die Höhle der Löwen” unterwegs. gitti-Gründerin Jennifer Baum-Minkus schaffte dabei das absolute Novum! Zum ersten Mal gaben alle Löwen einzeln ein Angebot ab. Am Ende investierten Judith Williams und Dagmar Wöhrl 350.000 Euro in gitti. Der Deal platzte nach der Show aber. Kurze Zeit später investierten aber Grazia Equity und btov Partners 3 Millionen Euro in das Berliner Startup. Auch abseits des Fernsehens sind Beauty-Startups derzeit somit ein Renner.

Auch Seriengründer wie Roman Kirsch (Lesara) und Sebastian Merkhoffer (Fitvia) setzen derzeit auf das Trendthema Kosmetik. Gemeinsam hoben sie kürzlich HappyGlam aus der Taufe.  Auf eBay Kleinanzeigen suchte die Jungfirma zuletzt Testerinnen. Dort hieß es: “Wir sind ein junges, neues Kosmetikunternehmen und suchen Testerinnen für unsere Nagellacke und Gellacke. Hinter dem Hamburger Startup Groomed Rooster, eine neue Brand für Männerpflege, steckt Familonet-Gründers Hauke Windmüller.

Wie lukrativ der Kosmetik-Markt sein kann, zeigt das Beispiel Invincible Brands. Der Konsumgüterkonzern Henkel übernahm im August von Invicible Brands 75 % an den Marken HelloBody, Banana Beauty sowie Mermaid+Me. Henkel zahlte mehr als 300 Millionen Euro dafür. In den zwölf Monaten vor dem Verkauf erwirtschafteten die Marken einen Umsatz in Höhe von 100 Millionen.

In solche Dimensionen müssen die vielen neuen Startups erst hoch gelangen. Einigen könnte das gelingen, andere werden sicherlich niemals in solche Dimensionen vorstoßen können. Einen Versuch ist es aber immer wert! Nachfolgend einige spannende neue und auch ältere Beauty-Startups.

Über 25 Beauty-Startups, die uns zuletzt über den Weg gelaufen sind

Apricot
Bei Apricot aus Baldham geht es insbesondere um Faltenreduzierung. “Wir entwickeln innovative Beauty- und Healthcare-Produkte mit schnell sichtbarem und zugleich nachhaltigem Effekt. Denn Pflege soll für dich so einfach und unkompliziert wie möglich sein”, teilt das Unternehmen mit.

asEasyasThat
Das junge Startup asEasyasThat, das von Katrin Steinbach gegründet wurde, setzt auf Kosmetik- und Haushaltsprodukte mit einem möglichst geringen CO2-Fußabdruck. Gelingen soll dies “durch den Einsatz von Inhaltsstoffen aus Upcycling und umweltschonender, biotechnologischer Herstellung bis hin zum Zero-Waste Etikett”.

Ave & Edam
Bei Ave & Edam geht es um “personalisierte Pflegeprodukte”, insbesondere um Hautcreme. Das Startup verspricht seinen Kundinnen und Kunden dabei einzigartige Hautpflegeprodukte, die komplett auf persönliche Vorlieben und Anforderungen abgestimmt ist. Gründer sind Franziska Leonhardt und Dominik L. Michels.

Circly
Das Münchner Startup Circly, das von Oliver Kremer, Maximilian Munz gegründet wurde, nutzt “wertvolle Reststoffe, die sonst weggeworfen werden, um daraus hochwertige Naturkosmetik herzustellen”. Das Ziel der Jungunternehmer ist es, eine “ganzheitliche Hautpflege” auf den Markt zu bringen, die “so umweltfreundlich wie irgend möglich ist”.

Formel Skin
Formel Skin aus Berlin, bisher unter True Skin bekannt, bietet “individuelle Lösung gegen Hautunreinheiten”. Das Startup verspricht dabei: “Ein Dermatologe stellt eine Creme mit aktiven Wirkstoffen für Deine Haut zusammen”.Formel Skin wurde 2019 von Anton Kononov und Florian Semler gegründet.

gitti
Das Berliner Startup gitti – zuletzt bei “Die Höhle der Löwen” unterwegs – setzt auf veganen Nagellack. Grazia Equity und btov Partners investieren kürzlich 3 Millionen Euro in das Unternehmen. Zuvor investierten bereits Mirko Caspar, Christoph Honnefelder und Caren Genthner in die Jungfirma, die von Jennifer Baum-Minkus gegründet wurde.

Groomed Rooster
Das Hamburger Startup Groomed Rooster positioniert sich als “neue Brand für Männerpflege, die nicht an der Gürtellinie halt macht”. Es geht somit um Intimpflege! Hinter dem Unternehmen steckt Fave Labs, das neue Startup des Familonet-Gründers Hauke Windmüller. Zur Seite steht ihm Benjamin Reiss.

Handz
Das Essener Startup Handz setzt auf hygienische Kosmetikartikel als Lifestyle-Produkte. So will der Ableger der Firmenschmiede Crealize den Markt der klinischen Desinfektionsmittel und Handreiniger aufmischen. Handz kommt in den Duftnoten Watermelon, Citrus und Aloe Vera daher. 

HappyGlam
Hinter HappyGlam stecken unter anderem Roman Kirsch (Lesara) und Sebastian Merkhoffer (Fitvia). Auf eBay Kleinanzeigen sucht die Jungfirma bereits Testerinnen. Dort heißt es: “Wir sind ein junges, neues Kosmetikunternehmen und suchen Testerinnen für unsere Nagellacke und Gellacke.

Indica Skincare
Bei Indica Skincare finden Onliner eine “natürliche, nachhaltige und zertifizierte CBD-Hautpflegeserie”. Für die Indica Skincare-Gründer Alexander Lacina und Christoph Richter ist die neue Kosmetik-Linie bereits der dritte Anlauf, ein CBD-Startup zum Erfolg zu führen.

Maniko
Bei Maniko dreht sich alles um Nagellackstreifen. Das Startup, das von Georg Blümer und Emma-Mitgründer Max Laarmann ins Leben gerufen wurde, will den “Nagellack neu erfunden” haben. Bei ihren “Nagellackstreifen aus echtem Nagellack” garantieren die Jungunternehmer “14 Tage Farbglanz ohne Absplittern”. 

myATTTD
Das Düsseldorfer Startup myATTTD, das von Daniela Proksch gegründet wurde, positioniert sich als “die erste völlig schamlose Beauty Care Marke, die sich den Tabuthemen junger Erwachsener widmet” Es geht dabei aber wirklich nur um Körperpflegeprodukte. Das angesprochene Tabuthema ist dabei übrigens Intimpflege.

myRapunzel
myRapunzel aus Mannheim verspricht “märchenhaft schönes Haar”. “myRapunzel ist 100% natürlich und somit frei von allen Inhaltsstoffen, die dir und deiner Gesundheit schaden. Zudem verzichten wir vollständig auf Tierversuche”, heißt es auf der Website.

nakt
Das Startup nakt, eine Ausgründung aus der TU Darmstadt, entwickelt nachhaltige Abschminktücher. Vorangetrieben wird das Projekt von Dominique Gerlach, Katharina Rueckert, Sebastian Seibert und Louisa Wenkemann.

Nâmeco Cosmetics
Das Münchner Beauty-Startup Nâmeco Cosmetics setzt auf “regionale, nachhaltige und vegane Kosmetik”. Insbesondere geht es dabei um “hochwertige dermatologische Naturkosmetik”. Hinter Nâmeco stecken die Psychologin Monica Wimmer und die Ärztin Nikola Schuster.

NUI Cosmetics
NUI Cosmetics wurde kürzlich durch einen Auftritt in “Die Höhle der Löwen” bekannt. Judith Williams investierte 250.000 Euro in NUI Cosmetics und sicherte sich dabei 40 % am Unternehmen. Hinter NUI Cosmetics verbirgt sich eine “Produktwelt mit natürlichen und veganen – aber auch stylischen – Kosmetikprodukten”.

Pakahi 
Hinter Pakahi verbirgt sich individuelles Shampoo. Das Startup wurde von Lisa Sobotta und Markus Peetz in Brannenburg gegründet.  Die Idee zu Pakahi entstand “aus einer Alltagssituation heraus vor dem Shampoo Regal im Drogeriemarkt”.

PoBeau
Auch PoBeau war kürzlich bei “Die Höhle der Löwen” zu Gast. Gründerin Sandy Glückstein ist auf ein ganz bestimmtes Körperteil spezialisiert, den Po. Die promovierte Soziologin entwickelte mit PoBeau pflegende Masken für den Po. Im Sortiment befinden sich Produkte gegen Pickelchen, zur Straffung, aber auch zum Bleachen.

Pretty Cheeky Cosmetics
Das Berliner Startup Pretty Cheeky Cosmetics, das von Saman Mischler gegründet wurde, setzt auf Kosmetik und “hochwertige, natürliche und aufregende Inhaltsstoffe”. Dazu schreibt das Team: “We believe that high quality beauty products based on effective natural ingredients does not have to be boring”.

Reflora Skin
Die Jungfirma Reflora Skin kämpft gegen trockene Haut. Das Potsdamer Startup, das von David Baumgarten geführt wird, beschreibt sich selbst als “Akutpflege für neurodermitische Haut”. Dabei verzichtet das Unternehmen “auf unnötige Chemie und bewahrt die nützlichen Bakterien auf der Haut”. Zielgruppe sind aber auch Menschen mit sensibler Haut.

salted
Das junge Berliner Startup salted beschreibt sich selbst als “junge, innovative Kosmetikmarke”. Die Jungfirma, die von Moritz Richter und Florian Karber gegründet wurde, vertreibt Produkte mit natürlichen Wirkstoffen. “Wir vertreiben unsere Produkte in unserem eigenem Online-Shop, unsere Kunden erreichen wir via Influencer Marketing”, teilt das Startup mit.

Shishi Cherie
Schon seit 2015 betreibt das Ehepaar Lucy Leiter und Peter Leiter den Online Shop Shishi Cherie, in dem vor allem koreanische Naturkosmetik im mittleren bis oberen Preissegment angeboten werden. In der Vox-Show “Die Höhle der Löwen” wollten die Shishi Cherie-Macher zuletzt ihre Produktlinie SoRose an die Löwen bringen.

Striazin
Bei Striazin, das von Colin Farfan Harder gegründet wurde, dreht sich alles um das leidige Thema Dehnungsstreifen und wie man diese “vorbeugen und reduzieren” kann. Gelingen soll dies mit einer ganz besonderen “medizinischen Hautpflege-Creme”, die speziell für Kraftsportler und deren Anforderungen entwickelt wurde.

The Yu Club
Im The Yu Club gibt es verschiedene Beauty-Produkte – darunter Vitamin-Fruchtgummies für gesunde, lange Haare. “Alle Produkte von YU sind vegan, umweltfreundlich, ohne toxische Inhaltsstoffe und umweltschonend”, teilt das Berliner Startup, das unter anderem von Nicholas Fechtner, früher GymEntry, gegründet wurde, mit.

This Place
Hinter This Place, eine “Premium CBD Kosmetik”-Linie des Berliner Cannabis-Startups Sanity Group. “Mit This Place machst Du aus der bloßen Anwendung von Produkten einen Moment, der Dich mit Dir selbst verbindet”, heißt es auf der Website der jungen Kosmetik-Marke.

VeniceBody
Bei VeniceBody aus Hamburg dreht sich alles um “die innovativsten Skincare Produkte für schöne, gesunde und gebräunte Haut”. Das erstes Produkt des Startups war ein “revolutionärer Self Tanning Mousse”. Gegründet wurde VeniceBody von Caroline Schürmann.

Yepoda
Bei Yepoda finden schönheitsbewusste Onliner koreanische Hautpflege, also sogenannte K-Beauty-Produkte. “Bei Yepoda glauben wir fest an die koreanische Expertise, die jahrhundertealten Traditionen, sowie die Beauty-Innovationen des Landes”, teilt das Startup, das von Sander van Bladel und Veronika Strotmann gegründet wurde, mit.

Bonus: Lovoo-Mitgründer Björn Bak setzt auf Sqin, eine eine App, die den E-Commerce im Beauty-Segment ankurbeln soll. “Mit Sqin Select kannst du vorgeschlagene Produkte sogar direkt in der App erwerben und dabei kräftig sparen”, heißt es in der Selbstbeschreibung. Mit dem Beautyself wiederum will das Bochumer Gründerpaar Olivia und Sebastian Janus Transparenz in den milliardenschweren Hautpflege-Markt bringen. Das Startup positioniert sich dabei als “All-in-One-Community und Plattform für Beauty und Hautpflege”.

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#Interview – “Wir wurden von der Masse an Bestellungen förmlich überrannt”


Beim Kölner Startup Elimba dreht sich alles um Kakao. “Elimba ist das erste Unternehmen weltweit, welches für seinen Kakao nach dem Vorbild der Inkas, die ganze und ungeröstete Kakaobohne, samt der wohltuenden Inhaltsstoffe verwendet, die sonst bei Rösten verloren gehen”, teilen die Rheinländer mit. Zielgruppe sind insbesondere Erwachsene. “Geschmacklich als auch Wirkungstechnisch gibt es kein vergleichbares Produkt auf dem Markt”, sagt Gründer Elias El Gharbaoui.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Elimba-Macher über Gewürze, Südamerika und Löwen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Elimba erklären?
Wenn ich meiner Großmutter unser Startup erklären würde, würde ich sie fragen, ob sie sich noch an den Kakao erinnert, den sie mir damals als Kind gemacht hat. Und jetzt soll sie sich vorstellen, dass es statt diesem flachen und auf Kinder ausgelegten Kakao, Elimba gibt. Ein Kakao der intensiv ist, spannende Gewürze verwendet und sich an dem Geschmack und an den Bedürfnissen Erwachsener orientiert. Wie eine schokoladige Alternative zum Kaffee, die für alle da ist, die sich für bewusste und gesunde Ernährung interessieren. Dann würde sie mich wahrscheinlich fragen, wie das zusammenpasst und ich könnte ihr erklären, dass die Kakaobohne in ihrem ungerösteten Zustand wahnsinnig gesund ist. Magnesium, Antioxidantien und ein Einfluss auf unseren Serotoninspiegel, also unsere Glückshormone, machen Rohkakao einzigartig. Wir nutzen das, indem wir nur hochwertigen Rohkakao und Bio-Zutaten verwenden und zeigen so, dass schokoladiger Genuss deinem Körper und Geist wirklich guttun kann. Bei uns ist „Schokolade macht glücklich“ eben nicht nur ein Mythos.

Welches Problem genau wollt Ihr mit Elimba lösen?
Uns ist aufgefallen, dass fast niemand das Potential von Kakao kennt. In Südamerika ist das ganz anders. Dort haben schon die Mayas und Inkas den Kakao für seine wohltuenden Eigenschaften geschätzt. Wir wollen, dass dieses Verständnis auch bei uns ankommt und die moderne Kaffeehauskultur sowie vegane Ernährung mit Produkten aus Rohkakao bereichern. Dabei setzen wir außerdem auf eine Zubereitungsform, die unsere Sinne anspricht und uns einlädt sich eine Auszeit zu nehmen. Slow Food und Achtsamkeit spielen bei uns eine große Rolle.

Jede Woche entstehen dutzende neue Startups, warum wird ausgerechnet Elimba ein Erfolg?
Mit Elimba erschließen wir einen bisher nicht vorhandenen Markt, da wir das erste Kakaogetränk mit einer erwachsenen Zielgruppe sind. Geschmacklich als auch Wirkungstechnisch gibt es kein vergleichbares Produkt auf dem Markt.

Ihr habt im vergangenen Jahr an der Vox-Show “Die Höhle der Löwen! teilgenommen. Hat sich die Teilnahme für euch gelohnt?
“Die Höhle der Löwen” war für uns ein unglaublich großer Erfolg. Wir haben so viele Bestellungen bekommen und an Bekanntheit gewonnen, dass wir als Unternehmen stark wachsen konnten. Dadurch konnten wir einige Prozesse optimieren, unser Team ist gewachsen und sind nun auch an dem Punkt die ersten neuen Produkte zu launchen. Wer weiß ob wir ohne “Die Höhle der Löwen” auch an diesem Punkt wären – vermutlich aber nicht.

Lief alles so, wie ihr es euch vorgestellt habt?
Wir wurden von der Masse an Bestellungen förmlich überrannt und konnten deshalb nur einen Bruchteil der Ware sofort ausliefern. Daraufhin haben wir allerdings unsere Produktion vergrößert, neue Maschinen gekauft und den Produktionsprozess optimiert. Trotzdem hat es fast drei Monate gedauert bis alle Bestellungen ausgeliefert wurden. Auch wenn diese Zeit für uns nicht einfach war, sind wir dadurch Produktionstechnisch sehr gut aufgestellt und haben nun die Möglichkeit auch große Kaufanfragen zu bewältigen.

Euer Tipp an andere Gründer, die mit einem Auftritt bei “Die Höhle der Löwen” liebäugeln?
Wir würden jedem*r Gründer*in empfehlen teilzunehmen. Denn selbst wenn man keine passende*n Investor*innen findet, ist es eine unglaublich spannende Erfahrung und außerdem eine Möglichkeit sein Produkt einem großen Publikum vorzustellen.

Reden wir zudem noch über den Standort Köln. Wenn es um Startups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was spricht für Köln als Startup-Standort?
Köln an sich ist relativ überschaubar, aber im Food Startup-Bereich vergleichsweise gut aufgestellt. Außerdem gibt es hier ein sich gegenseitig stark unterstützendes und wohlwollendes Netzwerk in der Szene.

Was genau macht den Reiz der Startup-Szene in Köln aus?
Die Startup-Szene in Köln ist sich untereinander sehr wohl gesonnen und durch die überschaubare Größe sehr eng miteinander vernetzt. Wir haben uns schon öfter ausgetauscht, miteinander kommuniziert und pflegen einen engen Kontakt, den es in anderen Städten so wahrscheinlich nicht gibt.

Was ist in Köln einfacher als im Rest der Republik?
Man kennt Köln ja als weltoffene Stadt, die sagt „Jede Jeck is anders“. Diese Mentalität, die durch Offenheit und Akzeptanz geprägt ist, überträgt sich auch auf die Start-Up Szene. Dadurch werden das Kennenlernen und auch das Zusammenarbeiten sofort sehr angenehm, sowohl im Geschäftlichen als auch im Zwischenmenschlichen.

Was fehlt in Köln noch?
Wir finden, dass es in Deutschland generell schwierig ist, passende Investor*innen zu finden. Das gilt natürlich auch für Köln. Die Capital Venture Kultur oder Gesellschaften sind hier leider nicht so ausgeprägt, wie man sich das als Start-Up wünschen würde.

Zum Schluss hast Du drei Wünsche frei: Was wünschst Du Dir für den Startup-Standort Köln?
Unsere drei Wünsche wären Erstens: Dass sich die Suche nach Investor*innen einfacher gestaltet. Zweitens: Gerne noch mehr Networking-Events, die Startups auch mit etablierten Unternehmen in Kontakt bringen und natürlich. Drittens: Dass die Mentalität der Kölner*innen so bleibt, wie sie ist.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit circa 400 Startups, über 60 Coworking Spaces, Acceleratoren und Inkubatoren sowie attraktiven Investoren, zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH#Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

Foto (oben): Elimba

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#Hintergrund – NUI Cosmetics: Markenaufbau für Fortgeschrittene #DHDL


Für regelmäßige Zuschauer von “Die Höhle der Löwen” entsteht manchmal der Eindruck, die Bewertung der teilnehmenden Startups hinge für die Löwen fast allein vom Umsatz ab. Und tatsächlich leitet die Frage nach den bisherigen Umsätzen häufig die Bewertungsdiskussion ein. Im Falle von NUI Cosmetics sah es hierbei zunächst so aus, als ob die bisher erreichten Umsätze die Löwen beeindruckt hätten, und die Diskussion drehte sich eher um den Innovationsgehalt der vorgestellten Produkte, bzw. über den Neuheitsgrad der Marke NUI insgesamt. Die meisten Löwen stiegen aus, weil sie die ganz große Innovation vermissten, doch die Gründerin kämpfte weiter für ihre Vision der Verbindung von Trendbewusstsein und Naturkosmetik.

Denn sie vermisste vor ihrer Gründung eine Kosmetikmarke, die zwar auf natürliche und komplett vegane Inhaltsstoffe setzt, gleichzeitig aber für Trendbewusstsein mit starken Farben steht und im zeitgemäßen, schicken Gewand daherkommt. Mit NUI will sie das etwas angestaubte Öko-Image der Naturkosmetik in Frage stellen. Zwar gaben ihr die guten Verkaufszahlen Recht, dass eine relevante Zielgruppe für solche Produkte existiert, doch der überwiegende Teil der Löwen lobte zwar ihren Auftritt, konnte sich aber trotz guter Qualität der Produkte nicht für ein Investment begeistern.

Dass Swantje bereits zu einem gewissen Teil geschafft hatten, was viele Gründer mit einer oft überhöhten Bewertung und wesentlich schwächeren Umsätzen erst noch erreichen wollen, schien nicht übermäßig viel wert zu sein. Denn das berühmte “Wir wollen eine Marke aufbauen” sagt sich so leicht und hört sich nach großen und beeindruckenden Plänen an, doch dahinter verbirgt sich eine Menge Geld und Arbeit.

Denn ein Markenaufbau ist eben viel mehr als ein schönes Design und eine gute erste Kampagne. Es bedeutet eben auch, eine Marke und vor allem das, wofür sie steht, längerfristig in den Köpfen der Kunden zu verankern. Und dafür ist das Konzept eben nur die einfachste Basis, zur Erreichung dieses Ziels braucht man vor allem eins: ganz viel Reichweite. Die kostet ihrerseits aber normalerweise auch eine Menge Geld. Und soll dieses Geld vom Investor kommen, kommt es verständlicherweise nicht so gut an, wenn Gründer ihre Bewertung zu großen Teilen mit dem Potenzial ihrer Marke begründen. Denn bevor die Marke auch wirklich entsprechend etabliert ist, lässt sich nur sehr schwer vorhersagen, wie erfolgreich ihr Aufbau wirklich sein wird. Hier ist also ein großes Risiko enthalten, was ohne deutlichen Innovationsvorsprung noch schwerer wiegt.

Doch die NUI-Gründerin machte genau das nicht, sie verwies auf bereits erreichte Erfolge, ihre saubere Firmenkonstruktion und wagte sogar eine fachliche Diskussion über Inhaltsstoffe mit der Beauty-Expertin Judith Williams. Sie zeigt damit eine gewisse Stärke, aber auch ganz viel Leidenschaft für ihr Vorhaben – eine sehr beliebte Kombination bei Investoren.

Aber selbst das Patent für die besonders umweltfreundliche Verpackung konnte die Meinung der Löwen bezüglich des Innovationsgrades nicht maßgeblich beeinflussen, doch das Gesamtpaket schien schließlich Judith William zu überzeugen, ein Angebot abzugeben.

Das war allerdings in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich: zwar kommt eine Verdopplung der angebotenen Unternehmensanteile in der Höhle immer mal wieder vor, jedoch fordert selten ein Investor 40%.

Und das, obwohl man meinen könnte, dass ein Investor immer möglichst viele Anteile für sein Geld haben möchte. Doch das stimmt nur bedingt, zumindest für professionelle Investoren wie die Löwen. Denn viele hoch skalierbare Geschäftsmodelle – besonders im Zusammenhang mit dem Aufbau einer Marke – brauchen für spätere Wachstumsphasen noch einmal einen erheblichen Nachschub an Kapital, der meistens für das entsprechende Marketing verwendet wird.

Bei einem solchen Angebot sollten Investor und Gründer also sehr sicher sein, dass erstmal kein weiteres Kapital von Investoren benötigt wird. In den Aussagen der Investorin könnte man dies bestätigt sehen, da sie auf das Gegenangebot der Gründerin hin versichert, im Zweifel Geld nachzulegen, andererseits aber betont, dass sie sehr viel Arbeit in den Markenaufbau hineinstecken wolle. Hier stehen Ihr als Branchenprofi auch Möglichkeiten zur Verfügung, die die Gründerin mit selbst wesentlich mehr Kapital kaum erlangen könnte. Das schon häufig in der Höhle gehörte Argument, dass der Mehrwert des Investors eben über das Kapital hinaus auch bewertet werden muss, kommt hier also wieder stark zum tragen.

Die Gründerin sieht diesen Mehrwert und geht schließlich auf das Angebot ein. Die Marke NUI wird sich also hoffentlich bald wirklich in den Köpfen der Verbraucher verankern können.

Tipp: Alles über die Vox-Gründer-Show gibt es in unserer DHDL-Rubrik. Die jeweiligen Deals und Nicht-Deals gibt es hier: “Die Höhle der Löwen (8. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (7. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (6. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (5. Staffel), “Die Höhle der Löwen – Deals (4. Staffel)“, Die Höhle der Löwen – Deals (3. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (2. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (1. Staffel)“.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben):  TVNOW / Bernd-Michael Maurer

#aktuell, #beauty, #die-hohle-der-lowen, #nui-cosmetics, #reloaded

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#Hintergrund – SoRose: Eine Frage der Ausgründung #DHDL


Das Ehepaar betreibt schon seit 2015 den Online Shop Shishi Cherie, in dem vor allem koreanische Naturkosmetik im mittleren bis oberen Preissegment angeboten wird. Dadurch wurde über die Jahre viel Wissen in diesem Bereich erworben, woraus in Kombination mit bulgarischem Rosenwasser die erste eigene Produktlinie – SoRose – entstand, die nun auch den Löwen vorgestellt werden sollte. Das Angebot – 200.000 Euro für 20% – bezog sich dann auch auf die noch auszugründende Marke und nicht auf Shishi Cherie.

Doch was genau bedeutet es eigentlich, eine Marke “auszugründen” und warum sollte man das tun? Und vielleicht noch spannender: Warum machte Judith Williams schließlich ein Angebot für das ganze, bereits bestehende Unternehmen und wollte die Ausgründung gar nicht?

Zunächst einmal ist Shishi Cherie ein recht “klassischer” Online Shop, in dem Sinne, dass hier Produkte verkauft werden, die zuvor bei Lieferanten oder auch Produzenten eingekauft werden. Besonders ist hier vor allem die Positionierung mit einem starken Trend innerhalb der Kosmetikbranche, zu dem Produkte für die zahlungskräftigen Endverbraucherinnen aber noch nicht überall zu bekommen sind. Die Gründer bewiesen allein schon mit dem Aufbau dieses ersten Unternehmens eine Menge unternehmerisches Gespür und Geschick, denn eine solche Positionierung erfolgreich am Markt zu monetarisieren ist nicht einfach.

Doch ein reiner Wiederverkäufer unterliegt mittel- bis langfristig mindestens zwei Risiken: einerseits kann die Positionierung angegriffen werden, denn sowohl andere Nischenanbieter als auch große Player können in das gleiche Produktsegment vordringen. Andererseits sind die Margen immer begrenzt und werden gewissen Spannen nie überschreiten. Erhöhte Konkurrenz z.B. kann für einen Online Shop sehr schnell zu höheren Kundenakquisekosten (CAC) führen, ohne dass der Einkaufspreis niedriger wird. Diese zusätzlichen Kosten müssen also von der eigenen Marge bezahlt werden, ohne Aussicht auf eine Verbesserung der Situation.

Ein solcher Online Shop sucht also ständig nach Möglichkeiten, seine Positionierung und damit eng zusammenhängend seine Margen zu sichern. Das kann man tun, in dem man  regelmäßig neue Produkte für die Zielgruppe möglichst frühzeitig und möglichst exklusiv für sich sichert – oder man entwickelt solche Produkte eben selbst. Die Entwicklung eigener Marken hat zusätzlich den Charme, dass die Margen größer sind und bei Erfolg der Produkte auch länger stabil bleiben können. Den Trend zu Eigenmarken kann man daher in vielen Branchen und online wie offline, bei großen wie bei kleinen Marktteilnehmern häufig beobachten.

Doch warum wurde den Löwen “nur” die neue Marke angeboten und nicht der bewährte Online Shop?

Investoren suchen häufig nach dem schnell skalierbaren Produkt mit möglichst hohen Margen. Sind sie so gut vernetzt wie die Löwen, haben sie oft auch eigene Vertriebskanäle bzw. können hier viele Türen aufmachen. Zu diesem Zweck waren die Gründer wahrscheinlich bestrebt, ihnen ein “sauberes” Paket anzubieten. In diesem Fall gründet man eine neue Firma, die mit der ursprünglichen nicht verbunden ist, und überträgt nur die betreffende Marke (und ggf. weitere Rechte wie Patente, die das entsprechende Produkt betreffen) in dieses Unternehmen. Alle Kosten, die fortan entstehen, ob zur Produktion oder für Mitarbeiter, sind dadurch von der ursprünglichen Firma komplett getrennt, es gibt keine Verwicklungen.

Doch die Produkte von SoRose waren den Löwen anscheinend noch etwas zu jung, mehrere stiegen wegen noch fehlender Belege der Wirksamkeit aus.

Doch dann kam Judith Williams Angebot, die jedoch 33 % von Shishi Cherie haben wollte, was die Gründer verständlicherweise überraschte. Doch Investoren, die sehr stark in einer bestimmten Branche unterwegs sind, kennen diese Branche eben in- und auswendig, und können eine gut etablierte Positionierung eben auch besonders gut ein- und wertschätzen. Ein Grund für ein eher ungewöhnliches Investment in “nur” einen Online Shop könnte der Zugang zu einer bestimmten Zielgruppe sein, die als schwer oder nur teuer zu erreichen bekannt ist. In diesem speziellen Fall wurde über den Shop ein neues Produkt mit einer sehr hohen Marge platziert, was darauf hinweisen könnte, dass dies auch noch mit weiteren Produkten möglich sein könnte.

Leider hat Judith Williams nicht wirklich verraten, wie es zu ihrem Angebot kam, doch durch ihre umfassende Branchenkenntnis des Kosmetikmarkts können wir sicher sein, dass sie etwas weiß hat, das vielen anderen Investoren vielleicht nicht bekannt  ist und sie so den Wert von Shishi Cherie besonders gut einschätzen konnte. Das Trend-Thema koreanische Naturkosmetik könnte also vielleicht bald schon einen weiteren Push erleben.

Tipp: Alles über die Vox-Gründer-Show gibt es in unserer DHDL-Rubrik. Die jeweiligen Deals und Nicht-Deals gibt es hier: “Die Höhle der Löwen (8. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (7. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (6. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (5. Staffel), “Die Höhle der Löwen – Deals (4. Staffel)“, Die Höhle der Löwen – Deals (3. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (2. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (1. Staffel)“.

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#Interview – “Egal, ob letztlich ein Deal zustande kommt oder nicht. Machen!” #DHDL


Auch in der achten Staffel der Vox-Gründer-Show “Die Höhle der Löwen” treten wieder etliche Gründerinnen und Gründer vor die Jury. In der siebten Folge der aktuellen Staffel ist unter anderem Janine Trappe und Felix Pfeffer, die Gründer von Knödelkult, Semmelknödeln im Glas aus 100 % gerettetem Brot. Im Interview mit deutsche-startups.de stellen die die Knödelkult-Macher ihr Startup einmal ganz genau vor.

Welches Problem wollt Ihr mit Knödelkult lösen?
Wer kennt nicht dieses Problem: Man hat Heißhunger auf leckere Knödel und mal wieder keine Oma zur Stelle, die einem schnell welche kochen könnte. Für dieses – überhaupt nicht konstruierte – Problem gibt es unsere Knödel im Glas. Sie sind schnell und einfach zubereitet, lecker und mit ihrer langen Haltbarkeit auch ideal für den Vorratsschrank geeignet.
Außerdem lösen unsere Knödel noch ein echtes Problem von Bäckereien, die jeden Abend vor der Frage stehen, was nun aus den ganzen unverkauften und dennoch super leckeren Broten werden soll. Wir kaufen Bäckereien ihr übriggebliebenes Brot ab, um daraus unsere Knödel zu machen. So retten wir Tag für Tag jede Menge Brot vor der Tonne und schenken ihm ein zweites knödeliges Leben.

Wie ist die Idee zu Knödelkult entstanden?
Knödelkult ist eine wahr gewordene „Schnapsidee“. Eines Abends saßen wir Gründer bei einem Stammtisch zusammen und diskutierten über das Thema Lebensmittelverschwendung: Jedes Jahr werden allein in Deutschland mehr als 500.000 Tonnen Brot weggeworfen. Eine Deutsche Bäckerei produziert täglich durchschnittlich zehn bis 20 % für die Tonne. Hiergegen wollten wir etwas tun. Unser damaliger Mitgründer und Ingenieur Matze hatte die Idee, eine Maschine für Bäcker zu bauen, die aus altem Brot Knödel machen kann. Die Maschine war schnell vom Tisch, aber geblieben ist das Ziel, gegen das sinnlose Brotsterben anzuknödeln.

Wo steht Knödelkult  in einem Jahr?
Zur Knödelsaison 2021 sollen Knödelliebhaber in ganz Deutschland unsere Produkte im Handel finden. Außerdem planen wir noch neue Knödelsorten und weitere Produkte aus gerettetem Brot.

Warum habt ihr euch entschieden, bei “Die Höhle der Löwen” mitzumachen?
Als junges Unternehmen versucht man ja vieles, um die eigene Marke bekannt zu machen. Wir wollten die Chance nutzen, unser Produkt einem großen Publikum vorzustellen und mit etwas Glück einen Löwen für uns zu gewinnen.

Wie nervös wart ihr kurz vor eurem TV-Pitch?
So ein Pitch vor den Löwen ist natürlich alles andere als eine alltägliche Situation und dann sind da noch die ganzen Kameras. Wir waren definitiv aufgeregt, haben uns dann aber auch schnell eingewöhnt.

Euer Tipp an andere Gründer, die mit einem Auftritt bei “Die Höhle der Löwen” liebäugeln?
Wer ein marktreifes Produkt oder eine Dienstleistung bietet ist unserer Meinung nach in der Show gut aufgehoben. Egal, ob letztlich ein Deal zustande kommt oder nicht. Machen!

Tipp: Alles über die Vox-Gründer-Show gibt es in unserer DHDL-Rubrik. Die jeweiligen Deals und Nicht-Deals gibt es hier: “Die Höhle der Löwen (8. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (7. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (6. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (5. Staffel), “Die Höhle der Löwen – Deals (4. Staffel)“, Die Höhle der Löwen – Deals (3. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (2. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (1. Staffel)“.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

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#Interview – “Viele Gründer stellen sich den Weg zu einem erfolgreichen Unternehmen zu einfach vor”


Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Heute antwortet Jonathan Kurfess, Gründer von Appinio, einem Marktforschungsunternehmen.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?
Mein Tag beginnt in der Regel mit einem Blick aufs Smartphone. Ich weiß, das ist nicht der gesündeste Start in den Tag – und ich arbeite daran, mir dieses Verhalten abzugewöhnen –, aber ich checke morgens gerne schnell die Slack- und Mail-Nachrichten. Wenn es mein Terminkalender zulässt, versuche ich dann noch joggen zu gehen und fahre danach mit dem Fahrrad ins Büro und arbeite erst einmal Mails ab. Mein erstes Frühstück nehme ich gegen 11 Uhr zu mir – meistens Müsli.

Wie schaltest du nach der Arbeit ab?
Am besten kann ich abschalten, wenn ich mich nach Feierabend mit Freunden auf einen Drink treffe – im Sommer gern ein Glas Rosé, im Winter eher Rotwein. Auch Sport und Yoga ist ein sehr guter Ausgleich.

Was über das Gründer-Dasein hättest du gerne vor der Gründung gewusst?
Viele Gründer stellen sich den Weg zu einem erfolgreichen Unternehmen zu einfach vor. Ich hatte das zu Beginn auch unterschätzt. Das liegt vermutlich daran, dass wir häufig nur die positiven Start-up-Stories zu hören bekommen und seltener die Geschichten, die die Probleme und Herausforderungen oder gar das Scheitern beschreiben. Jedem sollte klar sein: Der Weg zu einem erfolgreichen Unternehmen ist steinig und zeitintensiv. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich auf jeden Fall trotzdem gegründet, aber ich hätte mich besser darauf einstellen können. Heute sind wir bei Appinio stolz, selbst eine dieser positiven Start-up-Stories zu sein.

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?
Da ich kein Entwickler bin, sondern einen betriebswirtschaftlichen Hintergrund habe, brauchte ich zu Beginn jemanden, mit dem ich die Idee umsetzen kann. Das war die erste Hürde, die ich zu nehmen hatte. Damals hatte ich das große Glück, unseren jetzigen CTO Kai Granaß kennenzulernen, der Feuer und Flamme für meine Idee war. Im weiteren Verlauf komplettierte unser jetziger COO Max Honig das mittlerweile eingespielte Führungstrio – die Heterogenität im Management-Team ist sicherlich ein essenzieller Faktor unseres bisherigen Unternehmenserfolgs und die größte Challenge, die man bei einer Gründung hat. Eine weitere Hürde war die Finanzierung: Ich musste ein Darlehen aufnehmen und dadurch privat ins Risiko gehen, weil ich damals nicht zu früh Unternehmensanteile abgeben und durch einen Investor verwässern wollte. Und da wäre noch das Thema Glaubwürdigkeit oder neudeutsch “Street Credibility”: Es ist nicht einfach, mit Anfang 20 eine ganze Branche auf den Kopf stellen zu wollen. Ich musste anfangs häufig sehr dicke Bretter bohren, um in den Chefetagen ernst genommen zu werden. Das ist heute glücklicherweise nicht mehr nötig.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?
Wir hatten im Jahr 2016 eine wilde Phase, in der Appinio unglaublich schnell gewachsen ist. Leider haben wir auf diese Entwicklung damals mit zu vielen Neueinstellungen reagiert, woraufhin ich einige Mitarbeiter*innen kurz darauf wieder entlassen musste. Ich gebe gern zu: Diese Kündigungen auszusprechen war extrem hart für mich. Aber ich habe daraus gelernt: Heute ist ein ordentliches Recruiting und ein optimaler Auswahlprozess ungemein wichtig für uns. Wir treffen die Entscheidungen mit sehr viel Augenmaß und sind uns als Arbeitgeber unserer Verantwortung gegenüber den Mitarbeiter*innen sehr bewusst.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter für sein Startup?
Ich beantworte diese Frage immer anhand von drei Faktoren: Smartness, Begeisterung fürs Produkt und freundliches bzw. leidenschaftliches und überzeugendes Auftreten. Letzteres ist mir persönlich sehr wichtig. Der Drive, also ein gewisser Anspruch, selbst etwas erreichen zu wollen, muss deutlich spürbar sein. Der Lebenslauf kommt erst an zweiter Stelle.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer?
Bleibt hartnäckig! Was Gründer*innen von Nicht-Gründer*innen unterscheidet, ist die Hartnäckigkeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, selbst wenn es ungemütlich wird. Ein paar weitere Tipps: Seid zu 100 Prozent von eurer Idee überzeugt, habt keine Angst vor dem Urteil anderer, habt keine Angst vor dem Scheitern und nehmt euch selbst und andere nicht immer zu ernst. Außerdem: Karma is a bitch. Pflegt einen freundlichen Umgang und ihr erfahrt viel Unterstützung, was gerade als junge*r Gründer*in extrem wertvoll ist. Klingt nach Binsenweisheit, nimmt sich aber nicht jeder zu Herzen und wird unterschätzt.

Ohne welches externes Tool würde dein Startup quasi nicht mehr existieren?
Hubspot als sehr zentrales Tool für Sales und Teile des Marketings, Slite als Wiki, die G-Suite und Slack sind für unser Unternehmen extrem wichtig – auch wenn ich nicht so weit gehen würde zu sagen, dass Appinio ohne diese Tools nicht existieren könnte.

Wie sorgt ihr bei eurem Team für gute Stimmung?
Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie haben wir Wege und Mittel gefunden, die Stimmung innerhalb des Teams aufrecht zu erhalten. Wir haben beispielsweise ein virtuelles Pub-Quiz initiiert und einen Zauberkünstler per Videokonferenz zugeschaltet. Eine gute Stimmung leitet sich aber vor allem über den Erfolg des Unternehmens ab. Wir dürfen uns glücklich schätzen, in der Krise weder Mitarbeiter*innen entlassen noch in Kurzarbeit gehen zu müssen. Im Gegenteil: Das Geschäft läuft gut und wir stellen aktuell sogar monatlich zwei neue Mitarbeiter*innen ein. Eine solche positive Entwicklung innerhalb einer Wirtschaftskrise stärkt den Zusammenhalt des Teams enorm.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?
Die Coronakrise war für uns auf jeden Fall eine wilde Zeit. Wir sind für circa drei Monate ins Home Office gegangen und sind es zum Teil immer noch, was eine starke Umstellung für uns war. Wir haben allerdings gemerkt, dass wir remote ohne Produktivitäts- und Effizienzverlust als Organisation funktionieren. Vom Gefühl her waren wir in Teilen sogar noch effizienter. Das war ein großes Learning für mich. Außerdem ist die Dynamik und das Commitment im Team in dieser Zeit sehr hoch, da alle nochmal eine Schippe drauf gelegt haben und wir so bisher weiterhin profitabel mit deutlich mehr als 100 Neukunden in diesem Jahr durch die Krise gekommen sind.

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

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#aktuell, #appinio, #grunderalltag, #hamburg, #interview, #reloaded

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#Podcast – Pitch it! Sales2B, Edyoucated, JonnyGit, Applysia, Lemon Markets


Willkommen zum fünften Pitch-Podcast (Münster-Edition) von deutsche-startups.de. In der Audio-Version von Startup-Radar, unserem Newsletter über junge, frische und brandneue Startups, die noch nicht jeder kennt, präsentieren wieder fünf Startups ihre Idee. Auf die virtuelle Pitch-Bühne treten diesmal Sales2B, Edyoucated, JonnyGit, Applysia und Lemon Markets. Die Gründer haben jeweils maximal 180 Sekunden Zeit, ihr Startup vorzustellen. Und jetzt geht es auch schon los!

Startup-Radar #5 – Der Podcast

Abonnieren: Die Podcasts von deutsche-startups.de könnt ihr bei Amazon Music – Apple Podcasts – Castbox – Deezer – Google Podcasts – iHeartRadio – Overcast – PlayerFM – Podimo – Spotify – SoundCloud oder per RSS-Feed abonnieren.

Startup-Radar #5 – Der Sponsor

Der Sponsor der heutigen Ausgabe ist flaschenpost.de; der erste Getränkesofortlieferdienst Deutschlands. Das 2016 in Münster gegründete Unternehmen liefert täglich mehr als 100.000 Getränkekisten in über 140 Städten im gesamten Bundesgebiet aus – mit einem Lieferversprechen von 120 Minuten nach Bestelleingang. Rufe jetzt einfach www.flaschenpost.de auf und entdecke die riesige Getränkevielfalt und die vielen weiteren Vorteile eines der am stärksten wachsenden Startups Deutschlands!

Startup-Radar #5 – Die Startups

Sales2B
Das junge Unternehmen Sales2B tritt an, um den B2B-Vertrieb zu revolutionieren. “Sales2B wandelt eure Vertriebsaktivitäten in außergewöhnlich gezielte Prozesse und ermöglicht euch die effiziente Realisierung von Vertriebspotenzialen in Millionenhöhe”, teilt das Unternehmen mit.

Edyoucated
Bei Edyoucated dreht sich alles ums Lernen. “Durch eine einzigartige Kombination aus personalisierten digitalen Lernpfaden und Experten-Mentoring erhalten Mitarbeitende genau das richtige Lernprogramm, angepasst an Vorwissen und die strategischen Ziele Ihres Unternehmens”, teilt das Startup mit

JonnyGit
Das Startup JonnyGit entwickelt “holistische, datengetriebene Lösungen für Softwareentwicklungsteams, um die täglichen Herausforderungen mit leichter zu bewältigen”. So soll ein vollständiger Überblick entstehen, wie Software entsteht. Ziel ist die Steigerung der Qualität bei der Softwareentwicklung.

Applysia
Applysia möchte Unternehmen helfen, die Personalauswahl zu digitalisieren. “Die Prozesse werden dadurch effizienter,  nachhaltiger und fairer und unsere Analyse bieten tiefere Einblicke als es mit Papier je möglich war”, verspricht das Unternehmen.

Lemon Markets
Das Unternehmen Lemon Markets positioniert sich als Tech-Broker. “Über eine Schnittstelle/API ermöglichen wir das Streaming von Echtzeit-Marktdaten und die automatische Order Ausführung. “Entwickler können Trading-Algorithmen, Bots oder Applikationen programmieren, in einer Sandbox testen und dann live am Markt ausführen”.

Startup-Radar als Newsletter

In unserem Newsletter Startup-Radar berichten wir einmal in der Woche über junge, frische und brandneue Startups, die noch nicht jeder kennt. Alle diese Startups stellen wir in unserem kostenpflichtigen Newsletter kurz und knapp vor und bringen sie so auf den Radar der bundesweiten Startup-Szene und im besten Fall auf die Agenda von Investoren, Unternehmen und potenziellen Kooperationspartnern. Jetzt unseren Newsletter Startup-Radar abonnieren!

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#aktuell, #applysia, #edyoucated, #jonnygit, #lemon-markets, #munster, #podcast, #reloaded, #sales2b, #startup-radar

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#Interview – “Es ist eine tolle Erfahrung mit einer gewaltigen Lernkurve”


Hinter Vytal verbirgt sich ein digitales Mehrwegsystem mit eigenen Leihschalen für Take-Away- und Lieferessen. Das Startup wurde von Sven Witthöft und Tim Breker ins Leben gerufen. In der fünften Folge der achten Staffel der Vox-Gründershow “Die Höhle der Löwen” investierte Social-Media-Löwe Georg Kofler 450.000 Euro in Vytal. “Wir sind froh, dass wir uns mit Georg Kofler geeinigt haben. Er hat einen guten Riecher für Produkte, die im Massengeschäft funktionieren”, sagt Mitgründer Breker.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Vytal-Macher außerdem über Nachhaltigkeit, Erwartungen und zahlungskräftige Neukunden.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Vytal erklären?
Liebe Oma, unsere Vytal-App funktioniert wie ein Bibliotheksausweis, nur eben für hochwertige Essensverpackungen.  Mit Vytal kannst du dir kostenlos bei mehreren hundert Gastronomen in Deutschland und Österreich auslaufsichere und mikrowellenfeste Vytal-Schalen ausleihen und sie bis zu 14 Tage behalten. Und du musst dafür nichts bezahlen. Damit kannst du dir ganz bequem Essen mitnehmen oder liefern lassen und ohne Verpackungsmüll, aber dafür mit einem guten Gewissen genießen. Finanziert wird unser pfandfreies Mehrwegsystem von Partnern und insbesondere den Gastronomen, die Vytal pro Befüllung bezahlen. Warum sie das machen? Immer wenn sie vergleichbare Einwegverpackungen durch Vytal-Mehrwegschalen ersetzen, sparen sie bares Geld und vermeiden Müll.

Welches Problem genau wollt Ihr mit Vytal lösen?
Alle Zukunftsprognosen deuten auf ein starkes Marktwachstum von Mitnahme- und Lieferessen sowie von To-Go und Convenience Food hin. Der flexible und bequeme Essenskonsum geht heutzutage unweigerlich mit großen Mengen Einwegverpackungsmüll einher. Das muss sich dringend ändern. Mit Vytal müssen sich selbst extrem umweltbewusste Verbraucher keine Sorgen mehr machen wegen des anfallenden Einwegmülls. Sie könne ihr Essen, to-go oder geliefert, ganz einfach mit gutem Gewissen genießen. Vytal macht es leicht, die Umwelt zu schonen,  Jedes Essen in einer Vytal-Schale ist ein kleiner Schritt auf dem Weg Richtung Zero-Waste. Einwegverpackungen sind eine riesige Ressourcenverschwendung und teuer. Jedes Jahr werden Essensverpackungen im Wert von 259 Milliarden Euro produziert und schon nach nur kurzer Benutzung landen sie im Müll, werden verbrannt oder enden schlimmstenfalls in der Natur. Laut einer Studie des Verbands Kommunaler Unternehmen geben Städte und Gemeinden in Deutschland jährlich fast 500 Millionen Euro für die Entsorgung von Abfall aus dem To-Go Verzehr aus. Auch für die Gastronomie sind Einwegverpackungen teuer. Für vermeintlich umweltfreundlichere, so genannte “biologisch abbaubare” Verpackungen  zahlen Gastronomen zwischen 25 und 45 Cent pro Stück, obwohl auch diese in Deutschland in der Regel mit dem Restmüll verbrannt werden. Mit Vytal bieten wir Restaurants, Betriebsgastronomen, Kommunen und Supermärkten die Möglichkeit, Einwegverpackungskosten und -müll einzusparen. Zudem gewinnen Sie über unsere Vytal-App nachhaltigkeitsorientierte und zahlungskräftige Neukunden. Für alle Beteiligten im Vytal-Mehrwegsystem sind die ökonomischen Incentives an der positiven ökologischen Wirkung ausgerichtet. Klingt vielleicht ein wenig modelltheoretisch, aber bei Vytal kannst du genau das intuitiv erleben.

Jede Woche entstehen dutzende neue Startups, warum wird ausgerechnet Vytal ein Erfolg?
Vytal trägt dazu bei, ein elementares Umweltproblem zu reduzieren. Aber nicht über schulmeisterliche Belehrung oder Appelle, sondern durch ein einfaches, digitales Angebot für Konsumenten und Unternehmen. Der Klimawandel, Ressourcenschonung und ein besserer Umgang mit unserem Planeten sind Ziele, die wir über alle Gesellschaftsbereiche hinweg dringend verfolgen müssen. Der Purpose von Vytal ist also hoch aktuell. Obwohl anderswo wie z.B. in Großbritannien das Verpackungsmüll-Problem von to-go food noch größer ist, haben wir Vytal bewusst in Deutschland gegründet. Denn hier haben wir Konsumenten jahrzehntelange Erfahrung mit Mehrweg. Diesen Standortvorteil möchten wir nutzen, um aus Deutschland heraus ein innovatives, digitales Unternehmen aufzubauen, das weltweit unnötigen Plastikmüll reduziert. Wir sind im noch jungen Geschäftsfeld für Mehrwegessensverpackungen aktuell Marktführer und fest entschlossen, diese Position auszubauen. Und im Unterschied zu anderen Anbietern entwickeln wir ein Mehrweg-Ökosystem, das weit über die Mitnahme- und Liefer-Gastronomie hinausgeht. Das ist extrem wichtig. Aufgrund von Netzwerk- und Skaleneffekten ist der Mehrwegmarkt ein “Winner-takes-it-all” Geschäft, in dem wir mit unserem erfahrenen, gut vernetzten und handlungsschnellen Team sowie mit unseren Investoren gute Chancen haben, viele lokale Märkte schnell zu gewinnen.

Ihr habt gerade an der Vox-Show “Die Höhle der Löwen! teilgenommen. Hat sich die Teilnahme für euch gelohnt?
Absolut. Vytal ist ein Plattform-Modell, das stark von Netzwerkeffekten profitiert: Je mehr Gastronomen, Händler und Unternehmen mitmachen, desto bequemer ist die Nutzung für Konsumenten. Und auch andersherum gilt: Je mehr Konsumenten mitmachen, desto wichtiger ist es für unsere Vytal B2B-Partner, Vytal als Verpackungsoption anzubieten. Bereits vor der  Ausstrahlung von “Die Höhle der Löwen” konnten wir trotz minimaler Ausgaben für Konsumentenmarketing unsere Transaktionszahlen stark steigern, was u.a. auch an der hohen Nutzungsfrequenz im Mehrwegmodell liegt, bei dem die Kunden in der Regel bei der Schalenrückgabe eine weitere Vytal-Schale mit leckerem Essen ausleihen. Durch die Reichweite der TV-Ausstrahlung konnten wir zudem die Anzahl an Vytal-Nutzern deutlich steigern.Lief alles so, wie ihr es euch vorgestellt habt?Wir sind ehrlicherweise ohne große Erwartungen an den Ausgang in die Gründershow gegangen. Wir waren gespannt, wie Nico Rosberg tickt, der als neuer Investoren-Löwe – zumal mit Fokus auf Nachhaltigkeit – für uns interessant und gleichzeitig vorab schwer einzuschätzen war. Auf die Diskussion zu unserer Bewertung waren wir gut vorbereitet und wir sind froh, dass wir uns mit Georg Kofler im Rahmen unseres vorab gesetzten Verhandlungsspielraums geeinigt haben. Er hat einen guten Riecher für Produkte, die im Massengeschäft funktionieren.Dein Tipp an andere Gründer, die mit einem Auftritt bei “Die Höhle der Löwen” liebäugeln?

Ich kann jedem Gründer nur empfehlen, sich in “Die Höhle der Löwen” zu trauen. Es ist eine tolle Erfahrung mit einer gewaltigen Lernkurve. Neben einer guten Vorbereitung wäre zudem mein Tipp, einfach Spaß zu haben. Wer begeistert ist von seinem Startup, wird auch die Löwen anstecken. Am Ende des Tages ist die Investorensuche ein wenig wie ein Vorstellungsgespräch. Wenn die Begeisterung auf der anderen Seite nicht geteilt wird, hätte man im Zweifel auch keinen Spaß an der Zusammenarbeit.

Tipp
Vytal: Der Unterschied zwischen Wollen und Können bei der Bewertung

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit circa 400 Startups, über 60 Coworking Spaces, Acceleratoren und Inkubatoren sowie attraktiven Investoren, zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH#Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

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#aktuell, #die-hohle-der-lowen, #interview, #reloaded, #vytal

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#Hintergrund – 20 neue FinTech-Startups, die jeder kennen sollte


FinTech ist auch 2020 einer der ganz großen Trends. Immer mehr Startups versuchen die Welt der Banken bzw. die Welt der Geldströme aller Art zu digitalisieren. Auch in den vergangenen Monaten sind wieder einige neue FinTech-Startups entstanden. Hier ein kurzer Überblick über die neuesten FinTech-Unternehmen im Lande.

Axovision
Das junge Fintech Axovision, das in Hannover zu Hause ist, sieht sich als “Pionier im Einsatz von künstlicher Intelligenz im Assetmanagement”. Am Ende soll eine “ganzheitliche, unverzerrte und datenbasierte Analyse” herauskommen, die “ein optimiertes Aktienportfolio ermöglicht”.

Banxware
Über Banxware möchte die bekannte Fintech-Gründerin Miriam Wohlfarth Kredite an Plattformhändler vergeben. Zum Konzept heißt es in Stellenanzeigen: “Our white-label software solution is an end-to-end application that covers the whole lending lifecycle”.

Betterfront
Betterfront bietet Private-Equity-Fondsmanager eine datengesteuerte Fundraisingplattform, die durch Analysen Investitionsentscheidungen unterstützen soll. Zudem sollen Fondsmanager mit dem Fintech “institutionelle Anleger gewinnen, binden und halten können”.

Beyond Saving
Beyond Saving aus Frankfurt am Main tritt an, um die Finanzbildung im Lande zu verbessern. “Wir verstehen uns als Informations- und Bildungsplattform für finanzielle Selbstentscheider und diejenigen, die es noch werden möchten”, versprechen die Gründer dabei.

Billwall
Hinter Billwall verbirgt sich eine App zur “automatisierten Finanzplanung”. ZUm Konzept: “Based on capturing all financial data from account transactions, electronic payments as well as cash payments, you are able to track, manage and plan your financial situations from the past, in the present and even for the future”.

Centrifuge
Bei Centrifuge dreht sich alles um das Trendthema Decentralized Finance (DeFi). Über das Startup können Unternehmen Rechnungen oder Lieferscheine  tokenisieren lassen. Mit dem Produkt Tinlake bietet Centrifuge zudem eine Smart-Contract-Anwendung an.

Compa
Das Berliner FinTech Compa will “monetäre Transaktionen in der Baubranche” digitalisieren. Atlantic Labs unterstützt die Jungfirma, die von Matthäus Kerres und Ferdinand Witt-Dörring gegründet wurde, bereits. Die Berliner versprechen dabei: “We’ll launch the future of B2B payments soon”.

Cooler Future
Das Berliner Startup Cooler Future verbindet Finanzinvestments und Klimaschutz. “At Cooler Future, we’re bringing together our investment know-how and climate change expertise to make it easy for you to invest in the good guys”, schreibt das deutsch-finnische Team.

Equintel
Das Berliner Startup Equintel, das von Janna Lipenkova und Timo Heroth gegründet wurde, wirbt mit dem Slogan: “Advanced Equity Intelligence”. Die Jungfirma will Investoren helfen mit Big Data und Artificial Intelligence” die passenden Investmentmöglichkeiten zu finden. 

Gemms
Das Berliner FinTech Gemms arbeitet daran, sich als Admin- und Finanztool zu etablieren. Dabei versprechen die Haupstädter: “All admin & finance in one place – bank accounts, incoming & outgoing invoices, expenses. Auto-reconciliation & tax chat with your accountant”.

Heimkapital
Heimkapital ermöglicht Immobilienbesitzern im Alter von mindestens 60 Jahren den Teilverkauf ihrer Immobilie gegen eine Sofortauszahlung. Heimkapital wird damit stiller Teilhaber der Immobilie und unterstützt auch bei einem späteren Gesamtverkauf der Immobilie.

iVE.One
Beim Frankfurter FinTech iVE.One kümmert sich um digitale Assets. Das Ziel ist die Kapitalbeschaffung. Das Startup entwickelte dazu einen sogenannten Smart-Contract, “der auf einfache Weise regulatorische Anforderungen integriert”. Das passende Schlagwort dabei sind Security Token Offering (STO). 

Uplift1
Mit Uplift1versucht Gründer Ariyan Seyed Nassir eine neue Art der Startup-Finanzierung zu etablieren. “We provide you with up to €500.000 growth capital – paid back via revenue share. In exchange for our capital we receive a monthly revenue share for 12-18 months after the financing”, heißt es dazu auf der Website. 

Paigo
Das junge Fintech Paigo, ein Ableger von Arvato Financial Solutions, möchte sich als “Plattform für verbraucherorientiertes Forderungsmanagement” etablieren. Konkret geht es dabei darum, Prozesse und Abläufen bei Inkassoverfahren zu digitalisieren.

pockid
Das FinTech pockid nennt sich selbst “digitale Finanzlösung für junge Leute und Eltern”. Konkret will die Jungfirma mit einer Finanzapp Jugendlichen den Umgang mit Geld beibringen. Zielgruppe sind damit aber eher Eltern, die sich einen Überblick über die Einnahmen und Ausgaben ihrer Kinder verschaffen möchten.

Prolendo
Das Berliner FinTech Prolendo möchte “Hypotheken für Verbraucher zugänglicher und erschwinglicher zu machen”. Die Jungfirma arbeitet dabei mit institutionellen Anlegern zusammen, um Hypothekenkreditgebern Darlehen anzubieten. Insbesondere kleinere Banken im ländlichen Raum sollen von dieser Lösung profitieren können.

Quin
Die Investment-App Quin richtet sich insbesondere an Millennials. “Quin ist eine Software für Anleger, die ihr Portfolio selber verwalten möchten oder bereits Wertpapiere gekauft haben, die sie optimieren möchten”, teilt das junge Berliner Unternehmen mit. Ein Robo-Advisor will das FinTech somit nicht sein.

Stargazr
Hinter Stargazr aus Hamburg verbirgt sich ein “webbasierter Softwareanbieter, der Controlling Teams unterstützt, ihr Unternehmensergebnis besser zu verstehen und zu steuern”. Stargazr aus Hamburg liefert somit eine “innovative KI-Software für modernes Controlling”.

Vanta
Hinter dem jungen FinTech Vanta stecken die ehemaligen Move24-Macher Ante Krsanac und Anton Rummel. Zum Start positioniert sich das FinTech als “Komplettlösung für den Erwerb von Kreditkarten”. Zielgruppe sind Startups.

Weißhaus
Mit Weißhaus baut Finleap ein Startup rund um das Thema Immobilieninvestitionen auf. Zum Konzept heißt es auf der Website: “Weißhaus bietet eine Plattform, die vermögenden Privatpersonen erstklassige Anlagen von führenden Unternehmen in der Immobilienbranche und im Anlagebereich einfach zugänglich macht”. 

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#aktuell, #fintech, #reloaded

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#Interview – “Wir hatten Glück – oder einfach das richtige Produkt”


Das 2015 gegründet Unternehmen Userlane stellt seinen Nutzern ein Navigationssystem für Software zur Verfügung. Damit ist es möglich jede Software ohne Einarbeitungszeit zu bedienen. “Die Idee zu Userlane ist bei einer Bergtour entstanden, wo wir sehr dankbar über unser Navi waren – und uns gefragt haben, warum es eigentlich kein Navigationssystem für Software gibt, bzw. gab”, erzählt Hartmut Hahn, der das Startup gemeinsam mit Felix Eichler und Kajetan Uhlig gegründet hat.

Inzwischen beschäftigt das Unternehmen 80 Mitarbeiter. Zu den rund 250 Kunden weltweit gehören bekannte Namen wie Allianz, Deutsche Bahn und Linde. “Inzwischen unterstützen wir immer mehr große Dax-Konzerne bei der Digitalisierung, indem wir neue Software schnell und einfach nutzbar machen, antiquierte Handbücher und Schulungen ersetzen und die Bereitschaft zum digitalen Wandel und der digital Adoption erhöhen”, sagt Userlane-Macher Hahn.

Investoren wie Five Elms Capital, Capnamic Ventures, High-Tech Gründerfonds (HTGF) und main incubator, der Frühphaseninvestor der Commerzbank-Gruppe, investierten kürzlich weitere 10 Millionen Euro in Userlane. “Die Finanzierung dient dem Ausbau des Teams, des Produktes sowie der Erschließung neuer Märkte”, erzählt Hahn. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Firmengründer außerdem über Spickzettel, Home Office und Chaos.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Userlane erklären?
Mit Userlane können auch Omas und Opas, die mit Computer und IT nicht viel am Hut haben, jedes Programm sofort bedienen und nutzen – ohne vorige Schulung. Userlane ist selbst eine Software, die sich über andere Programme legt und wie ein Navigationssystem im Auto funktioniert: Schritt-fu?r-Schritt-Anleitungen -Interaktive Guides – fu?hren Nutzer durch die jeweilige zu erlernende Anwendung und die zu erlernenden Aufgaben. Der Assistent bietet einen praktischen Spickzettel, der die no?tigen Informationen genau zum rechten Zeitpunkt anzeigt. So wird jeder Prozess einfach erkla?rt und mu?helos nachvollziehbar.

Hat sich das Konzept seit dem Start irgendwie verändert?
Userlane ist stark gewachsen. Von drei auf über achtzig Mitarbeiter und auch unser Kundenstamm hat sich verändert: Inzwischen unterstützen wir immer mehr große Dax-Konzerne bei der Digitalisierung, indem wir neue Software schnell und einfach nutzbar machen, antiquierte Handbücher und Schulungen ersetzen und die Bereitschaft zum digitalen Wandel und der digital Adoption erhöhen. Das Konzept selbst jedoch hat sich nach wie vor als bulletproof erwiesen.

Die Corona-Krise traf die Startup-Szene zuletzt hart. Wie habt ihr die Auswirkungen gespürt?
Wir hatten Glück – oder einfach das richtige Produkt. Gerade wenn es um die Umstellung auf Home Office geht, Mitarbeiter mit Software allein zu Hause zurechtkommen müssen, dann hilft eine Digital Adoption Platform wie Userlane enorm bei der Umstellung. Dadurch sind wir von der Krise nicht nur verschont geblieben, sondern haben neue Kunden gewonnen und sind gewachsen. Wir haben eine Finanzierungsrunde über 10 Millionen abgeschlossen, neue Mitarbeiter eingestellt und sind auf internationalem Expansionskurs.

Wofür braucht ihr das viele Geld?
Die Finanzierung dient dem Ausbau des Teams, des Produktes sowie der Erschließung neuer Märkte.

Wie ist überhaupt die Idee zu Userlane entstanden?
Wir Gründer kannten uns schon aus vorigen gemeinsamen Projekten. Die Idee zu Userlane ist bei einer Bergtour entstanden, wo wir sehr dankbar über unser Navi waren – und uns gefragt haben, warum es eigentlich kein Navigationssystem für Software gibt, bzw. gab.

Wie genau funktioniert eigentlich euer Geschäftsmodell?
Mit der Userlane-Technologie kann eine unbegrenzte Anzahl von Mitarbeitern – egal ob 100 oder 100.000 – automatisch am eigenen Arbeitsplatz in kürzester Zeit nachhaltig geschult werden. Userlane hat dazu einen eigenen Algorithmus entwickelt, der es ermöglicht interaktive Anleitungen direkt in Software zu erstellen. Im Gegensatz zu Vor-Ort Schulungen und Video-Lösungen funktioniert Userlane direkt in der zu erklärenden Software selbst. Wir bieten unseren Kunden einen Komplett-Service an – auf Wunsch erstellen wir den Kunden die Interaktiven Guides in ihrer Software oder sie haben bereits einen Digital Adoption Manager in ihrem Unternehmen, der die Erstellung und Pflege übernimmt. Je nach Service Level, Anzahl der User und genutztenGuides rechnen wir monatlich ab.

Wie hat sich Userlane seit der Gründung entwickelt?
Sehr positiv. Nur drei Jahre nach Gründung gehört Userlane zu den Top 50 Tech-Startups in Europa und belegt Platz 26 auf der FAZ-Liste deutscher Top-Unternehmen. Zudem wurden wir bereits mehrfach ausgezeichnet und zählen inzwischen Dax-Konzerne wie die Allianz, die Deutsche Bahn oder Mercedes zu unseren Kunden.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Userlane inzwischen?
Userlane wurde 2015 gegründet und beschäftigt inzwischen über 80 Spezialisten für Digital Adoption und Learning und Development, die über 250 Kunden weltweit betreuen, darunter die Allianz, die Deutsche Bahn, Linde und die Stadt München.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Zum Glück nicht viel. Vielleicht haben wir uns anfangs zu sehr auf Software-Firmen konzentriert und weniger die Anwender selbst im Fokus gehabt. Das haben wir jedoch bald korrigiert und uns so auf einen sehr guten Wachstumskurs gebracht.

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht?
Den oben beschriebenen Zielgruppendreh haben wir gut hinbekommen. Auch das schnelle Wachstum, das natürlich einhergeht mit dem Onbording vieler neuer Mitarbeiter auf einen Schlag haben wir gut begleitet. Das ist elementar, damit nicht alles plötzlich im Chaos versinkt, sondern strukturiert und für die Mitarbeiter so angenehm und nachvollziehbar wie möglich abläuft. Das entscheidet letztenendes darüber, ob ein Unternehmen besser oder schlechter vorankommt.

Wo steht Userlane in einem Jahr?
In einem Jahr ist der Begriff Digital Adoption auch in Deutschland gesetzt und Userlane umgekehrt über Deutschlands Grenzen hinaus ein Begriff.

#aktuell, #interview, #munchen, #reloaded, #userlane

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#Hintergrund – MeDusch oder die Magie der ganz frühen Zahlen #DHDL


Die Energie und Überzeugungskraft der Gründerin riss die Löwen von Beginn an mit, doch es schien sich ein Wendepunkt anzukündigen, als die Frage nach den bisherigen Verkaufszahlen kam. Denn MeDusch – in der Sendung noch als MediDusch unterwergs, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht am Markt, es gab also noch gar keine Verkaufszahlen, und manchem Investor konnte man seine Enttäuschung kurzzeitig sogar ansehen. Doch die Gründerin hörte hier nicht auf und schob direkt hinterher, dass sie in den letzten 2 Wochen schon circa 100 Apotheken abgeklappert hatte, um Vorverkäufe zu machen. 1600 Stück habe sie so verkauft, 98% der angefragten Apotheken haben tatsächlich geordert.

Das sind nicht nur beeindruckende Zahlen, sondern sie zeigen Investoren gleich mehrere Dinge. Zum einen ist Jacqueline Torres Martinez Pharmareferentin und wusste daher, dass Vorverkäufe bei Apotheken durchaus üblich sind. Sie nutzt also ihre Kenntnisse der Branche und ihr Können in ihrem bisherigen Beruf, um ihr Unternehmen voranzubringen. Gleichzeitig zeigt das aber auch, dass ihr bisheriger beruflicher Weg von großem Vorteil für Ihr Startup ist und sie damit genau die richtige Gründerin für diese Geschäftsidee ist. Zum anderen macht sie mit den Vorverkäufen aber auch eindrucksvoll klar, dass sie alles tut, um ihre Geschäftsidee zum Erfolg zu führen: mit großer Leidenschaft schildert sie ihren Einsatz, sogar an Wochenenden losgezogen zu sein um zu zeigen, welches Potenzial ihr Produkt hat. Und Gründer, die die berühmte “Extra-Meile” gehen, sind eben auch extra beliebt bei Investoren. Denn sie können Ideen zum Erfolg bringen, bei denen andere zu früh aufgeben.

All diese Informationen teilt die Gründerin den Löwen mit, ohne explizit danach gefragt worden zu sein. Auch beim Punkt Unternehmensstruktur “pusht” sie zusätzliche Informationen. Nämlich, dass ihr Unternehmern keine Schulden hat und bisher komplett aus Eigenmitteln finanziert wurde. Ein solches “sauberes Paket” ist für die meisten Investoren ein wichtiger Check-Punkt auf ihrer Liste. Dass sie diesen quasi selbst abhakt, zeigt damit den Investoren, dass sie weiß, wie wichtig dieser Fakt sein kann. Doch der Pluspunkt ist damit sogar noch größer: sie zeigt, dass sie sich auch jenseits ihres ursprünglichen Kompentenzgebiets weiter schlau gemacht hat und in der Lage ist, sich in neue und komplexe Themengebiete einzuarbeiten. Eine weitere sehr wichtige Eigenschaft für Gründer.

Als Gründer ist man also gut beraten, sich schlau zu machen, welche Punkte Investoren häufig auf ihrer Check-Liste haben und welche Dinge bei ihnen gut ankommen, um sie dann aktiv zu “pushen”, also von sich aus anzusprechen. Dass können allgemeine Sachen sein, wie das Rechtliche im Fall von MeDusch. Oder auf den jeweiligen Investor bezogene Punkte, die man vorher recherchiert hat.

Denn wenn man z.B. vor Marktstart auf die Frage nach den bisherigen Verkäufen mit einem simplem “keine” antwortet, werden Investoren selten fragen, ob man denn schon irgendetwas anderes getan hat, um zeigen zu können, dass das Produkt echte Marktchancen hat. Getreu nach der Lean Startup-Methodologie gibt es hier aber viele Möglichkeiten: Vorverkäufe ebenso wie Voranmeldungen, Verkaufs-Buttons, die zur Newsletter-Anmeldung führen, Social Media Traction und vieles mehr. Alles, was irgendwie das Interesse der potenziellen Kunden belegen kann, ist wertvoll. Und die Mühe eines Gründers, sich hier zu überlegen, was man machen kann, um praktische etwas zu verkaufen, was es noch gar nicht gibt, zeigt wiederum das berühmte Brennen für das eigene Produkt und Unternehmen.

Schließlich hat genau diese Kombination aus Fakten und Leidenschaft diese “magische” Wirkung auf Investoren. Bei den Löwen scheint es jedenfalls funktioniert zu haben und jeder der fünf Anwesenden wollte investieren. Selbst Carsten Maschmeyer, der zunächst einen Portfoliokonflikt mit dem Aspira-Clip aus einer früheren Staffel sah, von Ralf Dümmel dann aber doch überzeugt werden konnte, dass die beiden Produkte nicht in Konkurrenz zueinander stehen.

Die Kombination von guten Zahlen und Leidenschaft scheint also tatsächlich eine gewisse “Magie” in sich zu tragen.

Tipp: “Nur eine gute Idee zu haben, reicht leider nicht aus” – MeDusch-Gründerin Jacqueline Torres Martinez im Interview

Tipp: Alles über die Vox-Gründer-Show gibt es in unserer DHDL-Rubrik. Die jeweiligen Deals und Nicht-Deals gibt es hier: “Die Höhle der Löwen (8. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (7. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (6. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (5. Staffel), “Die Höhle der Löwen – Deals (4. Staffel)“, Die Höhle der Löwen – Deals (3. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (2. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (1. Staffel)“.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben):  TVNOW / Bernd-Michael Maurer

#aktuell, #die-hohle-der-lowen, #medidusch, #medusch, #monheim-am-rhein, #reloaded

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#Interview – “Als Startup kannst du dir es nicht leisten, die falschen Personen mitzuziehen”


Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Heute antwortet Til KleinGründer des Altersvorsorge-Startups Vantik.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?
Mein Alltag hat sich durch Corona komplett verändert. Seit Mitte März arbeiten mein Freund und ich vom Homeoffice aus – erst komplett, mittlerweile wieder im Wechsel mit Büroarbeit. Wenn wir zu Hause in den Arbeitstag starten, stehen wir um 6 Uhr auf. Dann gehe ich mit unserem Hund eine Stunde im Wald joggen, denn dabei kann ich ganz gut Probleme lösen und Entscheidungen treffen. Danach füttere ich den Hund, dusche, mache mir einen Kaffee und plane meinen Tag. Bis zum ersten Call habe ich ca. zwei Stunden Zeit, in denen ich mich gut konzentrieren und auf wichtige Dinge fokussieren kann. Sobald der Telefonwahnsinn losgeht, gibt es den “ganz normalen Arbeitsalltag” nicht mehr, denn jeder Tag bringt eine neue Überraschung.

Wie schaltest du nach der Arbeit ab?
Als Berater habe ich mir schon vor Jahren einen Rhythmus angewöhnt, der für mich persönlich sehr gut funktioniert. Unter der Woche konzentriere ich mich zu 100 % auf die Arbeit. Am Wochenende blende ich die Arbeit komplett aus. Das funktioniert für mich persönlich sehr gut. Die Woche ist komplett dem Job gewidmet. Das heißt, dass ich unter der Woche “nur” darauf achte, einigermaßen genug Schlaf und Bewegung zu bekommen. Zum Hochfahren am Morgen und Herunterfahren am Abend bin ich vor Corona circa eine halbe Stunde ins Büro und nach Hause gelaufen. Momentan ersetzen das die Spaziergänge mit unserem Hund. Am Wochenende, von Freitagabend bis Sonntagmittag, kann ich den Job dann sehr gut ausblenden. Die Zeit gehört meinem Freund, unserem Hund, meiner Familie und meinen Freunden. Sonntagnachmittags setze ich mich dann gerne wieder an den Schreibtisch, vor allem für Themen, für die man Zeit und Ruhe braucht.

Was über das Gründer-Dasein hättest du gerne vor der Gründung gewusst?
Wie schwierig es ist, wirklich Top-Level-Mitarbeiter*innen zu bekommen! Aus meiner Zeit bei BCG war ich natürlich sehr verwöhnt, was die Pipeline an super motivierten Menschen fürs Team angeht. Im Nachhinein verstehe ich noch besser, warum Unternehmensberatungen wie BCG oder McKinsey so viel Ressourcen fürs Recruiting verwenden. Als Startup hast du am Anfang kein Brand, vergleichsweise wenig Geld und vor allem keine komplettes Recruiting-Team. Das heißt: Um Top-Leute zu bekommen, musst du das x-fache an Zeit und Geld aufwenden. Mein Rat daher an alle Gründer*innen: Recruiting ist entscheidend, plant viele Ressourcen dafür ein!

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?
Mit Vantik wollen wir die Altersvorsorge einfacher machen. Aber Geldanlage ist in Deutschland generell stark reguliert. Das ist grundsätzlich richtig und notwendig. Aber leider verfehlt die Regulierung oftmals ihr Ziel. Statt die Verbraucher*innen zu schützen, werden die Banken vor ihnen geschützt. Wir sind zum Beispiel rechtlich gezwungen, den Kund*innen mehrere hundert Seiten komplizierter rechtlicher Texte zur Verfügung zu stellen. Das schützt vor allem uns als Finanzdienstleister vor der Haftung – aber die Verbraucher*innen haben gar nichts davon. Hier wäre ein generelles Umdenken seitens des Regulierers wünschenswert, denn nur mit mehr Transparenz kann Vertrauen seitens der Verbraucher*innen aufgebaut werden.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?
Mein größter Fehler war, mich nicht schnell genug von Mitarbeiter*innen getrennt zu haben, die entweder ihrem Job nicht gewachsen waren oder nicht voll hinter dem Produkt standen. Ohne die notwendige Überzeugung vom Produkt fehlt die notwendige Passion für den Job. Das zeigt sich übrigens schon im Bewerbungsprozess. Bewerber*innen, die nicht mal so viel Interesse haben, dass sie das Produkt vorher mal ausprobiert haben, lehne ich gleich ab. Als Startup kannst du dir es nicht leisten, die falschen Personen mitzuziehen.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter für sein Startup?
Wirklich gute Mitarbeiter*innen zu finden, ist nicht leicht. Die besten Mitarbeiter*innen haben wir fast immer direkt oder indirekt über unser Netzwerk gefunden. Gerade Investoren mit einem guten Netzwerk können hierbei Gold wert sein. Mit Atlantic Labs und STS Ventures haben wir Investoren mit einem großen Netzwerk von Top-Talenten gewonnen, die sie möglichst innerhalb ihres Portfolios weitervermitteln. Das ist natürlich eine Win-win-Situation für alle.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer?
Fokus, Fokus, Fokus. Insbesondere kleine Unternehmen, aber das gilt auch für große Unternehmen, können nur ein paar Dinge gleichzeitig wirklich sehr gut machen. Daher fokussiere dich auch die absolut wichtigsten Dingen. Das tut manchmal sehr weh, weil man gerne 100 Ideen gleichzeitig umsetzen möchte. Aber auch hier gilt, weniger ist meistens mehr. Und unterschätze nicht deine Rolle als Gründer*in. Dein Fokus ist der Fokus des Unternehmens. Für Gründer*innen im Bereich FinTech und InsurTech ist die richtige Einstellung zum Thema Compliance besonders wichtig. Regulierung ist richtig und wichtig. Aber in einigen Fälle ist die Regulierung bzw. die Umsetzung nicht im besten Interesse der Verbraucher*innen. Über hundert Seiten Vertragsdokumente in unverständlichem Juristendeutsch schaffen nicht mehr, sondern weniger Transparenz und Vertrauen. Daher kann ich nur empfehlen, das Thema Compliance nicht allein den Juristen*innen zu überlassen.

Ohne welches externes Tool würde dein Startup quasi nicht mehr existieren?
Ehrlich gesagt: keines. Tools sind Tools und kein Selbstzweck. Ja, es gibt zahlreiche Tools, die uns das Leben erleichtern. Aber es gibt inzwischen für jedes Thema mehrere Lösungen, die jeweils Vor- und Nachteile mit sich bringen und austauschbar sind. Das ist oftmals eine Gewohnheitsfrage. Ich musste mich nach 15 Jahren Windows etwa auf Mac OS umstellen. Das ist nicht unbedingt besser, sondern einfach anders.

Wie sorgt ihr bei eurem Team für gute Stimmung?
Erfolg ist der beste Garant für eine gute Stimmung im Team. Daneben spielt der soziale Aspekt eine große Rolle. Der wöchentliche Team Lunch, monatliche Teamevents, aber auch das Feierabendbier auf der Dachterrasse sind wichtig. Der fehlende soziale Austausch ist auch für uns bei Vantik die größte Herausforderung durch Corona. Wir alle vermissen den informellen Austausch untereinander und versuchen, dass virtuell und digital – so geht es eben nur geht – zu kompensieren.

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?
Da gibt es einige. Der Launch von Vantik 2019 war zum Beispiel “intensiv”. Bis zum Tag X musste die neue Webpage und Onboarding-Strecke fertig sein. Wie das immer so ist, hat sich einiges verzögert. Da wir den Termin schon in der Presse angekündigt hatten, war eine Verschiebung nicht mehr möglich. Um 3:00 Uhr nachts haben wir die neue Webseite dann doch noch rechtzeitig live geschaltet. “Wild” war aber besonders diese Episode: Im Sommer letzten Jahres haben wir mit dem Team einen Bootsausflug auf der Havel gemacht. Auf dem Rückweg sind wir mit Motorschaden liegen geblieben und mussten zwei Stunden warten, bis wir abgeschleppt wurden. Zwei Teammitglieder mussten aber am Abend noch zum Flughafen. Um ihren Flieger zu bekommen, mussten sie ans Ufer schwimmern und per Anhalter weiterfahren… Aber sie haben ihren Flieger noch bekommen!

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

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Foto (oben): Vantik

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#Hintergrund – Vytal: Der Unterschied zwischen Wollen und Können bei der Bewertung


Bewertungen sind immer wieder Kernthema bei Investorenverhandlungen, sowohl innerhalb als auch außerhalb von “Die Höhle der Löwen”. Die Suche nach der einen, absolut wahren und immer zutreffenden Formel oder Methode blieb jedoch bisher ergebnislos. Zwar findet man nach kurzer Recherche schnell ausführliche Beschreibungen und Anleitungen wie z.B. zu der “Dicounted-Cashflow”-Methode (DCF), in der Realität ist ein solches Rechenergebnis jedoch vor allem in frühen Startup-Phasen selten ausschlaggebend.

Das liegt vor allem daran, dass die meisten dieser Methoden auf Werten basieren, die bei sehr jungen Unternehmen nur schwer vorhersehbar sind, wie z.B. die geplanten Umsätze. Das ist auch einer der Gründe, warum man Umsätze bottom-up auf Basis möglichst konkret ermittelter Branchen-KPIs bei Investoren (und in Finanzplänen) kalkulieren sollte, und nie top-down etwa von der Marktgröße argumentieren sollte. Hieraus entstehen dann nämlich allzu oft völlig übertriebenen Bewertungen, und nicht nur einmal hat man  auch die Löwen sagen hören, das die Größe eines Marktes keine Bewertungsargumentation ist.

Oberflächlich betrachtet hätte bei Vytal zunächst der Eindruck entstehen können, dass die Gründer genau diesen Weg gegangen sind. Denn die Bewertung wurde von allen Löwen als wesentlich zu hoch empfunden, und die Gründer argumentierten häufig mit den Aussichten eines globalen Geschäftsmodells.

Was gerade in der Höhle vielen Gründern auch passiert, ist, den Löwen eine Bewertung wie für einen reinen Finanzinvestor anzubieten, also einen Investor, der sich außer der Bereitstellung von Kapital nicht viel einbringt. Doch Investoren wie die Löwen bieten wesentlich mehr, vielen Gründern ist hier sogar oft z.B. der Zugang zu Vertriebskanälen wichtiger als das Kapital selbst, und genau diese Leistungen müssen eben auch bei der Bewertung berücksichtigt werden, schließlich wären viele davon mit Geld kaum zu bezahlen.

Im Fall von Vytal hatte man jedoch nicht das Gefühl, dass die Gründer die Investoren und ihre Bedeutung unterschätzten, denn immer wieder betonten sie, was sie sich von einem starken Investor erhofften und dass sie unbedingt mit einem oder mehreren der Löwen arbeiten wollten. Doch das Gegenangebot von Dr. Georg Kofler und Nico Rosberg war mit 25% weit von den ursprünglich angebotenen 10% entfernt. Daher hat es auch weniger überrascht, dass die Gründer nun ihrerseits ein neues Angebot machten. Allerdings hätten viele Zuschauer ein wenig mehr Entgegenkommen von ihnen erwartet, denn die nun vorgeschlagenen 12,5% wirkten nicht so, als ob die Gründer unbedingt einen Deal haben wollten. Auch nach einem weiteren Entgegenkommen der Löwen mit 20% zeigte sich im Angebot der Gründer keine Bewegung. Dadurch verloren sie Nico Rosberg, Dr. Georg Kofler machte jedoch schließlich den Deal alleine. Doch was gab hier den Ausschlag und überzeugte letztendlich, dass die Gründer, wie sie auch sagten, nicht mehr Anteile anbieten “konnten” und nicht nur einfach nicht “wollten”?

Schon recht früh in der Argumentation der Bewertung legten die Gründer dar, welche Skalierungsmöglichkeiten sie in ihrem Geschäftsmodell sahen, und in diesem Zug auch, dass daher im Laufe des Wachstum noch viel mehr weiteres Geld nötig sei, und daher auch weitere Investitionsrunden. Solche weiteren Runden, die oft eine mindestens 7-stellige Investmentsumme umfassen, werden dann meistens von reinen Finanzinvestoren angeführt, die normalerweise ein bestimmtes Set an Regeln haben, nach denen sie investieren. Eine der verbreitetsten ist hierbei, dass die Gründer noch einen erheblichen Anteil der Unternehmensanteile besitzen, was viel mit Motivation und Commitment der Gründer, aber auch z.B. mit Entscheidungsstrukturen zu tun hat. Einen zu hohen Anteil in einer frühen Runde abzugeben, könnte also das scheitern späterer Investorenakquisen und damit auch das Ende des Unternehmens bedeuten.

Dieses Argument wird jedoch häufiger genutzt, als es tatsächlich zutrifft, es müssen schon einige Merkmale in der Komposition von Markt, Geschäftsmodell und Unternehmensphase vorliegen, um wirklich sagen zu können, dass man nicht mehr Anteile abgeben “kann” obwohl man den Investor unbedingt an Board haben will.

Ein weiteres Indiz, dass dies im Fall von Vytal zutrifft, kann in der genauen Nachfrage von Dr. Georg Kofler nach den Sklalierungsplänen gesehen werden, denn natürlich dreht sich bei einem solchen Modell alles ums Wachstum.

Schließlich schien ihn die Antwort zufrieden zu stellen und wir dürfen gespannt sein, ob mit Vytal endlich ein global agierendes Modell im Kampf gegen die Plastikberge von Essensverpackungen entsteht.

Tipp: Alles über die Vox-Gründer-Show gibt es in unserer DHDL-Rubrik. Die jeweiligen Deals und Nicht-Deals gibt es hier: “Die Höhle der Löwen (8. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (7. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (6. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (5. Staffel), “Die Höhle der Löwen – Deals (4. Staffel)“, Die Höhle der Löwen – Deals (3. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (2. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (1. Staffel)“.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit circa 400 Startups, über 60 Coworking Spaces, Acceleratoren und Inkubatoren sowie attraktiven Investoren, zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt von der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH#Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

Foto (oben):  TVNOW / Bernd-Michael Maurer

#aktuell, #die-hohle-der-lowen, #koln, #reloaded, #vytal

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#Interview – “Es ist sehr schwer, sich von sehr guten Mitarbeitern zu trennen”


Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Heute antwortet Nikbin Rohany von Shore.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?
Meine Daily Routine beginnt meist mit einem morgentlichen Lauf an der Isar. Idealerweise schaffe ich es, dreimal in der Woche vor der Arbeit Laufen zu gehen. Es folgt ein schnelles, gesundes Frühstück. 

Wie schaltest du nach der Arbeit ab?
Abschalten kann ich am besten beim Sport. Aber ich gehe auch gerne an der Isar spazieren oder unternehme mit meinem Motorrad eine Spritztour durch das Münchner Umland.

Was über das Gründer-Dasein hättest du gerne vor der Gründung gewusst?
Wie wichtig ein komplementär aufgestelltes Gründerteam ist. Idealerweise ist man auch nicht alleine, sondern gründet zusammen mit ein oder zwei weiteren Leuten, die sich in ihren Fähigkeiten ergänzen. 

Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?
Eine der größten Herausforderungen auf dem Weg zur Gründung ist es einerseits, den oder die richtigen Mitgründer zu finden. Denn ein Gründerteam, das zusammen passt, ist das A und O. Das gleiche gilt andererseits auch später für die Mitarbeiter – man sollte also immer und in jedem Bereich die richtigen Leute an Board haben. Ansonsten habe ich persönlich keine weiteren großen Hürden erlebt, bis auf die eigenen mentalen – sei es der eigene Erfolgsdruck oder die Angst vorm Scheitern. 

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?
Es ist sehr schwer, sich von sehr guten Mitarbeitern zu trennen, die aufgrund ihrer exzellenten Skills vermeintlich unersetzlich scheinen, aber nicht in das Team passen. Ich habe aber mit der Zeit gelernt, dass das Team wichtiger ist als einzelne “Superhelden”, die einen negativen Einfluss auf den Rest der Angestellten ausüben. 

Wie findet man die passenden Mitarbeiter für sein Startup?
Passende Mitarbeiter findet man heutzutage am besten über sein eigenes Netzwerk und Empfehlungen. Wir haben über zufriedene Unternehmer und Angestellte schon erfolgreich viele neue Mitarbeiter für uns gewinnen können. 

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer?
Gründer sollten anfangs nicht zu stark auf Wachstum setzen, sondern den Fokus lieber auf die Produktqualität und eine hohe Kundenzufriedenheit setzen. Denn einem theoretischen Plan hinterher zu hecheln und dabei das Produkt oder den Service und die damit einhergehenden Prozesse zu vernachlässigen, wird sich früher oder später rächen. Das gilt zumindest für Geschäftsmodelle, in denen es nicht auf einen First-Mover-Advantage ankommt.

Ohne welches externe Tool würde dein Startup quasi nicht mehr existieren?
Digitale Tools wie Slack oder G Suite sind für uns nicht mehr wegzudenken. 

Wie sorgt ihr bei eurem Team für gute Stimmung?
Wir haben eine Office-Hündin namens Pinky, die immer für gute Laune im Team sorgt. Außerdem darf bei uns jeder Mitarbeiter selbstständig an den für ihn oder sie am spannendsten Themen arbeiten, was zu einer hohen Zufriedenheit im Team führt. Als waschechtes Start-up gibt es bei uns selbstverständlich auch regelmäßige Kicker- und Tischtennis-Matches. 

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?
Ehrlicherweise gibt es keine wilden Erlebnisse, die ich hier teilen kann. In diesem Punkt muss ich die Leser wohl enttäuschen. 

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

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Foto (oben): Shore/Klaus D. Wolf Fotografie

#aktuell, #grunderalltag, #interview, #reloaded, #shore

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#Zahlencheck – Clue-Aufbau kostete bereits 22 Millionen


Das junge Berliner Startup Clue, eine millionenschwere Zyklus- und Fruchtbarkeits-App, legt neue Unternehmenszahlen vor – und zwar den Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 2018. Die kleine Kapitalgeber erwirtschaftete demnach vor zwei Jahren einen Jahresfehlbetrag in Höhe von rund 6,7 Millionen Euro. Im Vorjahr war der Verlust leicht höher und lag bei 6,8 Millionen. Seit dem Start im Jahre 2012 kostete der Aufbau von Clue nun bereits rund 22 Millionen.

Bis Ende 2017 flossen aber auch schon 28,7 Millionen Euro in die Jungfirma, die 2013 von Ida Tin und Hans Raffauf gegründet wurde. Zu den Investoren von Clue gehören große Namen wie NGP Capital, Union Square Ventures und Mosaic Ventures. Im Jahresabschluss finden sich auch Infos zum derzeitigen Stand der Dinge bei Clue: “Die Gesellschaft hat zur Sicherstellung der Liquidität im Geschäftsjahr 2019 vom Bestandsinvestor Union Square Ventures zwei Wandeldarlehen mit einem Betrag von insgesamt 2,5 Millionen Euro in Anspruch genommen. Mit dem Beschluss vom 17. Januar 2020 wurde die Series C Finanzierungsrunde beschlossen und am 24. Februar 2020 eingetragen. Im Rahmen der Series C wurden weitere Kapitaleinlagen von mehreren Bestandsinvestoren geleistet und des Weiteren die Wandeldarlehen gewandelt. Einschließlich neuer Investoren ermöglicht die Series C Finanzierungsrunde eine Erhöhung der Kapitaleinlagen um insgesamt 13,5 Millionen Euro. Bis einschließlich 31. März 2020 sind bereits 9,6 Millionen Euro investiert und eingegangen. Die verbleibenden 4,0 Millionen Euro sind noch keinem Investor fest zugeordnet und die Gesellschaft hat 90 Tage zur Auswahl dieses Investors / dieser Investoren”. Darüber hinaus braucht das Startup 2021 aber weiteres Geld.

Zu den anderen Fakten rund um das FemTech: Nach eigenen Angaben verfügt Clue bereits über mehr als 10 Millionen Nutzerinnen. 2018 wirkten durchschnittlich 50 Arbeitnehmer für Clue. Im Vorjahr waren es 48.

Fakten aus dem Jahresabschluss 2018
* Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer kleinen Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 1 HGB auf.
* Ausweislich der Liquiditätsplanung der Geschäftsjahre 2019 – 2021 ist die Gesellschaft weiterhin auf die Bereitstellung neuer Liquidität durch bestehende und neue Kapitalgeber angewiesen, da das Dienstleistungsangebot sich weiter im Aufbau befindet.
* Die Gesellschaft hat zur Sicherstellung der Liquidität im Geschäftsjahr 2019 vom Bestandsinvestor Union Square Ventures zwei Wandeldarlehen mit einem Betrag von insgesamt 2,5 Millionen Euro in Anspruch genommen. Mit dem Beschluss vom 17. Januar 2020 wurde die Series C Finanzierungsrunde beschlossen und am 24. Februar 2020 eingetragen. Im Rahmen der Series C wurden weitere Kapitaleinlagen von mehreren Bestandsinvestoren geleistet und des Weiteren die Wandeldarlehen gewandelt. Einschließlich neuer Investoren ermöglicht die Series C Finanzierungsrunde eine Erhöhung der Kapitaleinlagen um insgesamt 13,5 Millionen Euro. Bis einschließlich 31. März 2020 sind bereits 9,6 Millionen Euro investiert und eingegangen. Die verbleibenden 4,0 Millionen Euro sind noch keinem Investor fest zugeordnet und die Gesellschaft hat 90 Tage zur Auswahl dieses Investors / dieser Investoren.
* Das Interesse am Markt ist groß, was dem zunehmenden Bewusstsein für Frauengesundheit geschuldet ist. Dennoch wird die Gesellschaft im ersten Quartal 2021 auf die Bereitstellung weiterer Liquidität durch Kapitalgeber angewiesen sein. Deshalb begann die Gesellschaft im August 2019 damit, sich bei Startup-erfahrenen Darlehensgebern wie der Europäischen Investitionsbank, der Silicon Valley Bank und bei Kreos Capital Angebote einzuholen, um weiteres Kapital für Wachstum zu sichern.

Clue im Zahlencheck

2018: 6,7 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2017
: 6,8 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2016: 4,7 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2015: 2,4 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)

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Foto (oben): Clue

#aktuell, #berlin, #clue, #femtech, #reloaded, #zahlencheck

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#Zahlencheck – Idagio-Verluste steigen auf 7,8 Millionen


Das Berliner Startup Idagio, ein kostenpflichtiger Streamingdienst für klassische Musik, legt neue Unternehmenszahlen vor – und zwar den Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 2018. Der Jahresfehlbetrag stieg demnach auf 7,8 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es nur 3,7 Millionen und 2016 sogar nur 1,8 Millionen. Von 2017 auf 2018 stieg der Jahresfehlbetrag somit um 111,4 %. Insgesamt kostete der Aufbau von Idagio bereits 14,9 Millionen.

In den vergangenen Jahren wanderten mehr als 24 Millionen Euro in das Unternehmen. Zu den Investoren des musikalischen Startups gehören unter anderem Tengelmann Ventures (TEV), btov Partners und Macquarie. Seit Ende 2019 ist zudem das Klassik-Label Deutsche Grammophon am Unternehmen, das von  Till Janczukowicz und Christoph Lange gegründet wurde, beteiligt. 2018 wirkten durchschnittlich 64 Mitarbeiter für die Jungfirma. Im Jahr zuvor waren es nur 34.

Nach eigenen Angaben konnte Idagio bereits 1,9 Millionen App-Downloads generieren. Das Startup wächst somit weiter, zuletzt waren es 1,5 Millionen App-Downloads. Ein Jahr nach dem Start, der 2016 erfolgte, waren gerade einmal 25.000 registrierte Nutzer bei Idagio an Bord – siehe “Idagio – klassische Musik für die Generation Streaming“. Die Zahl der Abonnenten, die rund 10 Euro im Monat für Idagio zahlen, ist nicht leider bekannt.

Fakten aus dem Jahresabschluss 2018

  • Die Gesellschaft ist eine kleine Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 1 i.V.m. § 267 Abs.4. HGB und hat von den Erleichterungsvorschriften gemäß § 288 Abs. 1 HGB in Bezug auf den Anhang teilweise Gebrauch gemacht.
  • Im Zusammenhang mit der Erhöhung des Stammkapitals der Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2018 eine Einzahlung in die Kapitalrücklage im Sinne des § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB in Höhe von T€ 11.509 durchgeführt.
  • Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer beträgt 64.

Idagio im Zahlencheck

2018: 7,8 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2017: 3,7 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2016: 1,8 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)

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#aktuell, #idagio, #musik, #reloaded, #zahlencheck

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#Hintergrund – Hiit the Beat: Kann man Fitness-Trends vorhersagen?


Schon mehrfach wurden Groupfitness-Konzepte in “Die Höhle der Löwen” vorgestellt, doch nie war eines so nahe am Deal wie Breakletics – Hiit the Beat. Die Löwen scheinen recht skeptisch den Erfolgsaussichten eines solchen Geschäftsmodells gegenüberzustehen, doch woran genau liegt das und welche Indizien können vielleicht doch den Erfolg solcher Modelle prognostizieren helfen?

Der Auftritt der Gründer Peter Sowinski und Samim Quraischi war definitiv einer der spektakulärsten bisher, und so genossen sie verdientermaßen direkt die volle Aufmerksamkeit der Löwen.
Das Konzept des auf Breakdance basierten Fitness-Workouts ist zwar erstmal ein bisschen erklärungsbedürftig, aber genau in dem richtigen Maße, dass es neugierig macht. So sehr, dass sogar Dr. Georg Kofler es direkt ausprobierte. Auch lässt es sich visuell sehr gut rüberbringen und so erfüllt HIIT the Beat schon einmal eines der grundsätzlichen Erfolgskriterien eines Groupfitness-Programms: es hat einen hohen Neuheitsgrad, ist aber nicht so kompliziert zu erklären, dass einmal neugierig Gewordene zu schnell aufgeben. Das ist wichtig, denn oft haben solche Konzepte nur ein paar Sekunden Zeit, um z.B. über ein kurzes Video die Neugier von Messe- und Fitnessstudio-Besuchern zu wecken.

Doch der Markt ist heiß umkämpft, seit Erfolgsgeschichten wie Zumba und Les Mills gezeigt haben, was umsatztechnisch möglich ist.

Denn neben den Trainerausbildungen können ab einer gewissen Reichweite und Verbreitung noch zusätzliche, sehr lukrative Einnahmequellen wie Abonnements für die Trainer, Lizengebühren von den Studios oder Bekleidungslinien etabliert werden. Und genau hier liegt der Knackpunkt: bei der großen Konkurrenz und Vielfalt der Konzepte ist es sehr schwierig zu bewerten, ob ein neues Konzept das Potenzial hat, diese Reichweite zu erlangen und zu einem solch starken Trend zu werden. Und genau diese Bedenken äußerten auch die Löwen in Hinblick auf HIIT the Beat: Kann das Konzept wirklich so groß werden, dass sich das Investment von 350.000 € für 10% irgendwann lohnt?

Ein interessierter Investor bräuchte also definitiv noch weitere Informationen, um eine rationale Entscheidung treffen zu können. Denn viele Fitnesskonzepte bleiben relativ klein, oder verschwinden sogar sehr schnell wieder. HIIT the Beat aber hält sich seit circa 3 Jahren am Markt und ist kontinuierlich gewachsen, und das ohne viel eigenes Investment und völlig ohne Fremdkapital bisher. Das ist beeindruckend, für einen Investor aber meistens noch lange nicht genug.

Welche Hinweise gäbe es also noch darauf, ob ein solches Konzept einmal zu den ganz großen gehören könnte? Da es um Reichweite geht, sollte man sich alles anschauen, was damit in Zusammenhang zu bringen ist. Und zwar nicht nur die Ist-Zahlen, sondern – in einer solchen Phase fast noch wichtiger – alle Fakten, die darauf hindeuten könnten, dass das Konzept in nächster Zeit (oder auch mit der entsprechenden Unterstützung) stark an Fahrt gewinnen könnte. Prinzipiell versucht man also herauszufinden, ob das Konzept das Potenzial zum Trend oder sogar zum Hype hat. Doch diese Fakten sind oft eher versteckt und verlangen ein sehr tiefes durchdringen des Marktes und seiner Mechanismen. Wie gut die existierenden Kurse besucht sind und wie viele Trainer anteilsmäßig ihre Lizenzen verlängern, sind z.B. solche Hinweise. Die Reaktionen, wo immer das Konzept vorgestellt wird, können auch viele Einblicke für jemanden bereithalten, der sich in diesem Markt auskennt: Wie gut besucht ist z.B. der entsprechende Stand auf einer Fitness-Messe, wie viele Leute machen spontan bei Vorführungen mit und ist hier eine Art Conversion zu interessierten Trainern und Studios bemerkbar? Aus den Publikumsreaktionen ist schon recht viel erkennbar, doch diese Informationen zu erlangen, ist natürlich zeitaufwändig.

Im Social Media-Zeitalter kann man aber natürlich auch online viel “ablesen”. Wie sind die Follower-Zahlen auf den verschiedenen Kanälen, wo funktioniert das Konzept gut und wie gut interagieren die Leute mit den Posts? Hieraus lassen sich nicht nur Informationen ableiten, wie gut das Konzept ankommt und was ggf. kritisiert wird, sondern auch, welche Kompetenzen das Gründerteam in diesem Bereich hat.

Ein kurzer Check des HIIT the Beat-Accounts bei Instagram zeigt definitiv überdurchschnittliche Werte an, was auch gut zu dem Background der Gründer passt.

Sollte man also wirklich zu dem Schluss kommen, dass ein Konzept Potenzial zum Trend in der Fitnessbranche hat, ist schließlich noch die Weiterentwicklung entscheidend: Welche Pläne haben die Gründer, die Reichweite dann tatsächlich auch zu monetarisieren? Wie oben beschrieben sind verschiedene Konzepte hier verschiedene Wege gegangen, der Plan muss also gut durchdacht sein und zum Konzept passen.

HIIt the Beat geht hier praktisch noch einmal einen Sonderweg und macht mit seiner App einen völlig neuen Geschäftsbereich auf. Das Konzept, das im Prinzip auch als Variante auf Musik von Hoch-Intensivem Intervalltraining (HIIT) beschrieben werden kann, eignet sich für diese Form besser als viele andere Fitness-Konzepte, die meist Lied-für-Lied choreografiert werden und daher für den kleinen Smart Phone-Bildschirm eher schlecht geeignet sind. Die ersten Zahlen scheinen den Gründern zu diesem ungewöhnlichen und mutigen Schritt Recht zu geben, auch die Bewertungen im App Store sprechen dafür.

Ein Groupfitness-Konzept zu bewerten und seine Erfolgsaussichten zu prognostizieren ist also sehr schwierig und kann wie bei den meisten komplexeren Geschäftsmodellen in eine Zahlen- und Informationsschlacht ausarten. Diese Zeit und Möglichkeiten hatten die Löwen leider nicht, was Investoren automatisch vorsichtiger werden lässt. Doch das Potenzial sahen auch sie, dem Lob für den insgesamt starken Auftritt nach zu urteilen. Sie sollten also ebenfalls gespannt sein, ob hier nicht tatsächlich ein neuer Fitness-Trend made in Germany entsteht.

Tipp: Alles über die Vox-Gründer-Show gibt es in unserer DHDL-Rubrik. Die jeweiligen Deals und Nicht-Deals gibt es hier: “Die Höhle der Löwen (8. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (7. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (6. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (5. Staffel), “Die Höhle der Löwen – Deals (4. Staffel)“, Die Höhle der Löwen – Deals (3. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (2. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (1. Staffel)“.

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#Zahlencheck – Verlust bei orderbird sinkt um 51,3 %


Das Berliner Kassensystem orderbird, das 2011 von Jakob Schreyer, Bastian Schmidtke, Patrick Brienen und Artur Hasselbach gegründet wurde, legt neue Zahlen vor – und zwar den Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 2018/2019 (Oktober 2018 bis September 2019). Demnach konnte das Unternehmen zuletzt ein Rohergebnis in Höhe von rund 9 Millionen Euro verbuchen. Im Vorjahreszeitraum waren es nur  7,3 Millionen.

“Dieser Anstieg von 23,5% ist vor allem auf den weiteren Ausbau der Kundenbasis zurückzuführen sowie des verstärkten Fokus auf die Kernprodukte Software-as-a-Service (SaaS) und weitere Dienstleistungen”, teilt das Unternehmen mit. Die Gesamtkundenzahl von orderbird stieg von 9.200 Anfang Oktober 2018 auf 10.200 Ende September 2019. Der Jahresfehlbetrag verringerte sich ebenfalls deutlich – um 51,3% – von 4,5 Millionen auf 2,3 Millionen.

Das FinTech bietet im Jahresabschluss einen guten Überblick über seine Umatzbringer: “Wiederkehrende Erträge aus Software und Service stiegen überproportional von TEUR 6.178 im Vorjahr um 29,9% auf TEUR 8.027. Der Software-Umsatz mit den Kernprodukten orderbird POS und orderbird PAY konnte von TEUR 5.976 im Vorjahr um 27,1% auf TEUR 7.594 gesteigert werden”. Das Unternehmen führt diesen Anstieg auf  “das kontinuierliche Kundenwachstum und die langfristigen Geschäftsbeziehungen” zurück. Aber auch auf “erfolgreiche Cross-Selling-Strategien mit weiteren selbstentwickelten Produkten, wie z. B. einem digitalen Kassenbuch”.

Zeitgleich konnte die orderbird-Mannschaft aber auch Kosten einsparen: “Personalaufwendungen konnten aufgrund umfassender Restrukturierungen im Vertrieb und der Produktentwicklung von TEUR 6.561 um 6,2% auf TEUR 6.153 gesenkt werden. Sowohl Löhne und Gehälter (TEUR 5.133; Vorjahr TEUR 5.510) als auch Aufwendungen für soziale Abgaben und Altersversorgung (TEUR 1.021; Vorjahr TEUR 1.052) sanken um 6,8% bzw. 2,9%”. Die Mitarbeiterzahl sank dabei von 110 auf 103.

Der Ausblick aus das kommende Geschäftsjahr fällt positiv aus: “Im Geschäftsjahr 2019/2020 wird ein Umsatzwachstum im Kernbereich Softwareumsatz von 29,8% erwartet. Das Wachstum des Annual Recurring Revenues (ARR) wird mit 31,3% gegenüber dem Geschäftsjahr 2018/2019 prognostiziert. Der Jahresfehlbetrag wurde für das Geschäftsjahr 2018/2019 mit TEUR -3.000 erwartet. Diese Erwartung konnte deutlich übertroffen werden, da der tatsächliche Fehlbetrag TEUR -2.181 beträgt. Für das Geschäftsjahr 2019/20 wird ein im Verhältnis zum Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2018/19 leicht niedrigerer Jahresfehlbetrag erwartet”.

In den vergangenen Jahren flossen rund 31 Millionen Euro in orderbird. Zuletzt investierten die Bestandsinvestoren Digital+ Partners und Carsten Maschmeyer sowie Makre, ein Family Office, und Dr. Max Iann Invest in das FinTech. Im Jahresabschluss heißt es dazu: “Im Geschäftsjahr 2018/2019 wurde eine Kapitalerhöhung durchgeführt, welche den erhöhten Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit begründet. Die aktuelle Liquiditätsausstattung reicht unter Berücksichtigung der zu erwartenden Zahlungsströme aus, um die Finanzierung der Gesellschaft bis zum Erreichen des ‘Break Even Points’ sicherzustellen”.

Fakten aus dem Jahresabschluss 2018/2019
*  Im Geschäftsjahr 2019 konnte der Marktanteil in der DACH-Region sowie Frankreich weiter ausgebaut werden. Die Gesamtkundenzahl stieg von 9.200 Anfang Oktober 2018 auf 10.200 Ende September 2019. Der Jahresfehlbetrag konnte von TEUR -4.482 auf TEUR -2.281 verringert werden.
* Die orderbird AG verzeichnete im Geschäftsjahr 2018/2019 ein Rohergebnis von TEUR 9.043 im Vergleich zu TEUR 7.321 im Vorjahr. Dieser Anstieg von 23,5% ist vor allem auf den weiteren Ausbau der Kundenbasis zurückzuführen sowie des verstärkten Fokus auf die Kernprodukte Software-as-a-Service (SaaS) und weitere Dienstleistungen.
* Wiederkehrende Erträge aus Software und Service stiegen überproportional von TEUR 6.178 im Vorjahr um 29,9% auf TEUR 8.027. Der Software-Umsatz mit den Kernprodukten orderbird POS und orderbird PAY konnte von TEUR 5.976 im Vorjahr um 27,1% auf TEUR 7.594 gesteigert werden. Dies ist zum einen durch das kontinuierliche Kundenwachstum und die langfristigen Geschäftsbeziehungen zu den Kunden der orderbird AG begründet sowie auf erfolgreiche Cross-Selling-Strategien mit weiteren selbstentwickelten Produkten, wie z. B. einem digitalen Kassenbuch. Weitere wiederkehrende Software-Umsätze mit Industriekunden stiegen von TEUR 202 im Vorjahr um 114,5% auf TEUR 433.
* Die wichtigste umsatzbezogene Unternehmenskennzahl ist der Annual Recurring Revenue (ARR), welcher die wiederkehrenden Umsatzanteile eines Jahres abbildet. Dazu zählt die orderbird AG vor allem Umsätze der Software- und Payment-Produkte sowie Umsätze aus der anonymisierten Datenverarbeitung (Data Subscriptions). Der ARR konnte im Geschäftsjahr 2018/2019 um 29,9% gegenüber dem Geschäftsjahr 2017/2018 gesteigert werden.
*  Personalaufwendungen konnten aufgrund umfassender Restrukturierungen im Vertrieb und der Produktentwicklung von TEUR 6.561 um 6,2% auf TEUR 6.153 gesenkt werden. Sowohl Löhne und Gehälter (TEUR 5.133; Vorjahr TEUR 5.510) als auch Aufwendungen für soziale Abgaben und Altersversorgung (TEUR 1.021; Vorjahr TEUR 1.052) sanken um 6,8% bzw. 2,9%.
* Die Mitarbeiterzahl sank im Geschäftsjahr 2018/2019 von 110,3 FTE im September 2018 aufgrund von Effizienzgewinnen in den Bereichen Vertrieb, Marketing und Kundenservice auf 102,8 FTE im September 2019.
* Der Jahresfehlbetrag konnte im Vorjahresvergleich um 51,3% reduziert werden.
* Im Geschäftsjahr 2019/2020 wird ein Umsatzwachstum im Kernbereich Softwareumsatz von 29,8% erwartet. Das Wachstum des Annual Recurring Revenues (ARR) wird mit 31,3% gegenüber dem Geschäftsjahr 2018/2019 prognostiziert. Der Jahresfehlbetrag wurde für das Geschäftsjahr 2018/2019 mit TEUR -3.000 erwartet. Diese Erwartung konnte deutlich übertroffen werden, da der tatsächliche Fehlbetrag TEUR -2.181 beträgt. Für das Geschäftsjahr 2019/20 wird ein im Verhältnis zum Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2018/19 leicht niedrigerer Jahresfehlbetrag erwartet.

orderbird im Zahlencheck

2018/2019: 9,0 Millionen Euro (Rohergebnis); 2,3 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2017/2018
: 9,3 Millionen Euro (Umsatz); 7,3 Millionen Euro (Rohergebnis); 4,5 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2016/2017: 9,0 Millionen Euro (Umsatz); 8,8 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2015/2016: 5,6 Millionen Euro (Umsatz); 5,7 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2014/2015: 3,5 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)

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Foto (oben): Schutterstock

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#Interview – “Ein Gründer hat mehr Einfluss, als er tatsächlich glaubt”


Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Heute antwortet Sonny Vu, Gründer von Arevo, einem E-Bike-Unternehmen aus dem Silicon Valley.

Wie startest du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?
Mit Musikmeditation und Lesen der Bibel bevor ich die News auf meinem Smartphone checke. Danach bereite ich mich auf den Tag vor und mache das Frühstück für meine Familie. Währenddessen höre ich Hörbücher in zwei- bis dreifacher Geschwindigkeit – je nach Buchdichte. Derzeit höre ich „Just Send Me Words“ von Orlando Figes.   

Wie schaltest du nach der Arbeit ab?
Ich schalte gar nicht ab. Meist versuche ich vor dem Schlafengehen meine täglichen Liegestütze und Kniebeugen zu machen und sobald die Arbeit getan ist, schlafe ich einfach ein. Die Leute, die mich kennen, wissen, dass ich schneller einschlafe als jeder andere – das dauert im Normalfall nicht länger als 30 Sekunden.  

Was über das Gründerdasein hättest du gerne vor der Gründung gewusst?
Ich hätte gerne vorher gewusst, dass ein Gründer mehr Einfluss hat, als er tatsächlich glaubt. Denn das wird sehr schnell zur Realität.

Was waren die größten Hürden, die du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstet?
Die erste Finanzierungsrunde zu überstehen, war jedes Mal eine große Herausforderung. Da ist es egal, wie viele Exits ich bereits hatte. Denn es gab genug Skeptiker da draußen – sogar die, die mich gut kennen – die an meinen Ideen gezweifelt haben. 

Was waren die größten Fehler, die du bisher gemacht hast – und was hast du aus diesen gelernt?
Ich habe zu schnell Personal eingestellt und zu langsam entlassen. Mit der Zeit habe ich gelernt, dass ich anders herum besser fahre.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter für sein Startup?
Ich arbeite gerne mit gescheiterten Unternehmern zusammen. Sie haben am eigenen Leib erfahren müssen, wie schwer es ist, Geld zu verdienen. Sie können außerdem in der Regel gut mit der Ungewissheit und dem dynamischen Wesen von Unternehmensgründungen umgehen. Auch schätze ich die Zusammenarbeit mit Migranten der ersten Generation. Sie hatten es im Leben oft sehr schwer und sind demzufolge ambitioniert und fokussiert, die Dinge wirklich ins Rollen zu bringen. Vor allem setze ich aber auf Menschen, mit denen ich bereits in der Vergangenheit erfolgreich zusammengearbeitet habe, die mit mir durch gute und schlechte Zeiten gegangen sind und die auch meine schlechten Seiten kennen, aber trotzdem noch mit mir arbeiten wollen.

Welchen Tipp hast du für andere Gründer?
Findet Wege, wie ihr schneller und effektiver lernen könnt und hört niemals damit auf! 

Ohne welches externes Tool würde dein Startup quasi nicht mehr existieren?
Google Sheets!

Wie sorgt ihr bei eurem Team für gute Stimmung?
Indem wir unseren Mitarbeiter dabei helfen, zu verstehen, warum das, was wir tun, wichtig ist und warum wir es eben genau so machen. Außerdem schaffen wir einen Raum, in dem alle Team-Mitglieder offen sagen können, wenn sie der Meinung sind, dass falsche Entscheidungen getroffen werden. Alternative Vorschläge bei Herausforderungen sind auch sehr willkommen.  

Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?
Das war ganz klar der Reverse Pitch meiner zweiten Firma – AgaMatrix – am 11. September 2002.  Wir hatten es wirklich schwer, Finanzierungsmittel zu sammeln. Mein Mitgründer und ich haben unsere Ersparnisse aufgebraucht, um zwei Monate lang die Löhne unserer Mitarbeiter zu decken. Am Ende lief die Gehaltsabrechnung sogar für zwei weitere Monate über unsere eigenen Kreditkarten. Und es war immer noch kein Geld in Sicht. Das war der Zeitpunkt, an dem klar war, dass wir zu noch radikaleren Maßnahmen greifen müssen. Also luden wir Investoren zum ersten Jahrestag des 11. Septembers, an dem normalerweise niemand in den USA irgendwohin fliegen würde, zu einem Reverse Pitch ein. Wir haben ihnen ein Term Sheet ausgehändigt und einfach gefragt, wer investieren würde. So konnten wir gerade noch rechtzeitig einen Serie-A-Deal abschließen. 

Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.

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Foto (oben): Arevo

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