#Hintergrund – Der fast schon unheimliche Boom der Beauty-Startups


Beauty-Startups sind derzeit ein echter Trend. Jede Woche poppen derzeit neue Startups, die sich im weitesten Sinne um Kosmetik drehen, auf. Immer mehr ältere Startups buhlen zudem um Aufmerksamkeit. Auch in der Vox-Show “Die Höhle der Löwen” waren Beauty-Startups zuletzt ein Thema. Beauty-Löwin Judith Williams etwa investierte zuletzt 250.000 Euro in NUI Cosmetics. Hinter dem Startup verbirgt sich eine “Produktwelt mit natürlichen und veganen – aber auch stylischen – Kosmetikprodukten”.

Auch das Berliner Startup gitti, ein Startup für veganen Nagellack,war zuletzt bei “Die Höhle der Löwen” unterwegs. gitti-Gründerin Jennifer Baum-Minkus schaffte dabei das absolute Novum! Zum ersten Mal gaben alle Löwen einzeln ein Angebot ab. Am Ende investierten Judith Williams und Dagmar Wöhrl 350.000 Euro in gitti. Der Deal platzte nach der Show aber. Kurze Zeit später investierten aber Grazia Equity und btov Partners 3 Millionen Euro in das Berliner Startup. Auch abseits des Fernsehens sind Beauty-Startups derzeit somit ein Renner.

Auch Seriengründer wie Roman Kirsch (Lesara) und Sebastian Merkhoffer (Fitvia) setzen derzeit auf das Trendthema Kosmetik. Gemeinsam hoben sie kürzlich HappyGlam aus der Taufe.  Auf eBay Kleinanzeigen suchte die Jungfirma zuletzt Testerinnen. Dort hieß es: “Wir sind ein junges, neues Kosmetikunternehmen und suchen Testerinnen für unsere Nagellacke und Gellacke. Hinter dem Hamburger Startup Groomed Rooster, eine neue Brand für Männerpflege, steckt Familonet-Gründers Hauke Windmüller.

Wie lukrativ der Kosmetik-Markt sein kann, zeigt das Beispiel Invincible Brands. Der Konsumgüterkonzern Henkel übernahm im August von Invicible Brands 75 % an den Marken HelloBody, Banana Beauty sowie Mermaid+Me. Henkel zahlte mehr als 300 Millionen Euro dafür. In den zwölf Monaten vor dem Verkauf erwirtschafteten die Marken einen Umsatz in Höhe von 100 Millionen.

In solche Dimensionen müssen die vielen neuen Startups erst hoch gelangen. Einigen könnte das gelingen, andere werden sicherlich niemals in solche Dimensionen vorstoßen können. Einen Versuch ist es aber immer wert! Nachfolgend einige spannende neue und auch ältere Beauty-Startups.

Über 25 Beauty-Startups, die uns zuletzt über den Weg gelaufen sind

Apricot
Bei Apricot aus Baldham geht es insbesondere um Faltenreduzierung. “Wir entwickeln innovative Beauty- und Healthcare-Produkte mit schnell sichtbarem und zugleich nachhaltigem Effekt. Denn Pflege soll für dich so einfach und unkompliziert wie möglich sein”, teilt das Unternehmen mit.

asEasyasThat
Das junge Startup asEasyasThat, das von Katrin Steinbach gegründet wurde, setzt auf Kosmetik- und Haushaltsprodukte mit einem möglichst geringen CO2-Fußabdruck. Gelingen soll dies “durch den Einsatz von Inhaltsstoffen aus Upcycling und umweltschonender, biotechnologischer Herstellung bis hin zum Zero-Waste Etikett”.

Ave & Edam
Bei Ave & Edam geht es um “personalisierte Pflegeprodukte”, insbesondere um Hautcreme. Das Startup verspricht seinen Kundinnen und Kunden dabei einzigartige Hautpflegeprodukte, die komplett auf persönliche Vorlieben und Anforderungen abgestimmt ist. Gründer sind Franziska Leonhardt und Dominik L. Michels.

Circly
Das Münchner Startup Circly, das von Oliver Kremer, Maximilian Munz gegründet wurde, nutzt “wertvolle Reststoffe, die sonst weggeworfen werden, um daraus hochwertige Naturkosmetik herzustellen”. Das Ziel der Jungunternehmer ist es, eine “ganzheitliche Hautpflege” auf den Markt zu bringen, die “so umweltfreundlich wie irgend möglich ist”.

Formel Skin
Formel Skin aus Berlin, bisher unter True Skin bekannt, bietet “individuelle Lösung gegen Hautunreinheiten”. Das Startup verspricht dabei: “Ein Dermatologe stellt eine Creme mit aktiven Wirkstoffen für Deine Haut zusammen”.Formel Skin wurde 2019 von Anton Kononov und Florian Semler gegründet.

gitti
Das Berliner Startup gitti – zuletzt bei “Die Höhle der Löwen” unterwegs – setzt auf veganen Nagellack. Grazia Equity und btov Partners investieren kürzlich 3 Millionen Euro in das Unternehmen. Zuvor investierten bereits Mirko Caspar, Christoph Honnefelder und Caren Genthner in die Jungfirma, die von Jennifer Baum-Minkus gegründet wurde.

Groomed Rooster
Das Hamburger Startup Groomed Rooster positioniert sich als “neue Brand für Männerpflege, die nicht an der Gürtellinie halt macht”. Es geht somit um Intimpflege! Hinter dem Unternehmen steckt Fave Labs, das neue Startup des Familonet-Gründers Hauke Windmüller. Zur Seite steht ihm Benjamin Reiss.

Handz
Das Essener Startup Handz setzt auf hygienische Kosmetikartikel als Lifestyle-Produkte. So will der Ableger der Firmenschmiede Crealize den Markt der klinischen Desinfektionsmittel und Handreiniger aufmischen. Handz kommt in den Duftnoten Watermelon, Citrus und Aloe Vera daher. 

HappyGlam
Hinter HappyGlam stecken unter anderem Roman Kirsch (Lesara) und Sebastian Merkhoffer (Fitvia). Auf eBay Kleinanzeigen sucht die Jungfirma bereits Testerinnen. Dort heißt es: “Wir sind ein junges, neues Kosmetikunternehmen und suchen Testerinnen für unsere Nagellacke und Gellacke.

Indica Skincare
Bei Indica Skincare finden Onliner eine “natürliche, nachhaltige und zertifizierte CBD-Hautpflegeserie”. Für die Indica Skincare-Gründer Alexander Lacina und Christoph Richter ist die neue Kosmetik-Linie bereits der dritte Anlauf, ein CBD-Startup zum Erfolg zu führen.

Maniko
Bei Maniko dreht sich alles um Nagellackstreifen. Das Startup, das von Georg Blümer und Emma-Mitgründer Max Laarmann ins Leben gerufen wurde, will den “Nagellack neu erfunden” haben. Bei ihren “Nagellackstreifen aus echtem Nagellack” garantieren die Jungunternehmer “14 Tage Farbglanz ohne Absplittern”. 

myATTTD
Das Düsseldorfer Startup myATTTD, das von Daniela Proksch gegründet wurde, positioniert sich als “die erste völlig schamlose Beauty Care Marke, die sich den Tabuthemen junger Erwachsener widmet” Es geht dabei aber wirklich nur um Körperpflegeprodukte. Das angesprochene Tabuthema ist dabei übrigens Intimpflege.

myRapunzel
myRapunzel aus Mannheim verspricht “märchenhaft schönes Haar”. “myRapunzel ist 100% natürlich und somit frei von allen Inhaltsstoffen, die dir und deiner Gesundheit schaden. Zudem verzichten wir vollständig auf Tierversuche”, heißt es auf der Website.

nakt
Das Startup nakt, eine Ausgründung aus der TU Darmstadt, entwickelt nachhaltige Abschminktücher. Vorangetrieben wird das Projekt von Dominique Gerlach, Katharina Rueckert, Sebastian Seibert und Louisa Wenkemann.

Nâmeco Cosmetics
Das Münchner Beauty-Startup Nâmeco Cosmetics setzt auf “regionale, nachhaltige und vegane Kosmetik”. Insbesondere geht es dabei um “hochwertige dermatologische Naturkosmetik”. Hinter Nâmeco stecken die Psychologin Monica Wimmer und die Ärztin Nikola Schuster.

NUI Cosmetics
NUI Cosmetics wurde kürzlich durch einen Auftritt in “Die Höhle der Löwen” bekannt. Judith Williams investierte 250.000 Euro in NUI Cosmetics und sicherte sich dabei 40 % am Unternehmen. Hinter NUI Cosmetics verbirgt sich eine “Produktwelt mit natürlichen und veganen – aber auch stylischen – Kosmetikprodukten”.

Pakahi 
Hinter Pakahi verbirgt sich individuelles Shampoo. Das Startup wurde von Lisa Sobotta und Markus Peetz in Brannenburg gegründet.  Die Idee zu Pakahi entstand “aus einer Alltagssituation heraus vor dem Shampoo Regal im Drogeriemarkt”.

PoBeau
Auch PoBeau war kürzlich bei “Die Höhle der Löwen” zu Gast. Gründerin Sandy Glückstein ist auf ein ganz bestimmtes Körperteil spezialisiert, den Po. Die promovierte Soziologin entwickelte mit PoBeau pflegende Masken für den Po. Im Sortiment befinden sich Produkte gegen Pickelchen, zur Straffung, aber auch zum Bleachen.

Pretty Cheeky Cosmetics
Das Berliner Startup Pretty Cheeky Cosmetics, das von Saman Mischler gegründet wurde, setzt auf Kosmetik und “hochwertige, natürliche und aufregende Inhaltsstoffe”. Dazu schreibt das Team: “We believe that high quality beauty products based on effective natural ingredients does not have to be boring”.

Reflora Skin
Die Jungfirma Reflora Skin kämpft gegen trockene Haut. Das Potsdamer Startup, das von David Baumgarten geführt wird, beschreibt sich selbst als “Akutpflege für neurodermitische Haut”. Dabei verzichtet das Unternehmen “auf unnötige Chemie und bewahrt die nützlichen Bakterien auf der Haut”. Zielgruppe sind aber auch Menschen mit sensibler Haut.

salted
Das junge Berliner Startup salted beschreibt sich selbst als “junge, innovative Kosmetikmarke”. Die Jungfirma, die von Moritz Richter und Florian Karber gegründet wurde, vertreibt Produkte mit natürlichen Wirkstoffen. “Wir vertreiben unsere Produkte in unserem eigenem Online-Shop, unsere Kunden erreichen wir via Influencer Marketing”, teilt das Startup mit.

Shishi Cherie
Schon seit 2015 betreibt das Ehepaar Lucy Leiter und Peter Leiter den Online Shop Shishi Cherie, in dem vor allem koreanische Naturkosmetik im mittleren bis oberen Preissegment angeboten werden. In der Vox-Show “Die Höhle der Löwen” wollten die Shishi Cherie-Macher zuletzt ihre Produktlinie SoRose an die Löwen bringen.

Striazin
Bei Striazin, das von Colin Farfan Harder gegründet wurde, dreht sich alles um das leidige Thema Dehnungsstreifen und wie man diese “vorbeugen und reduzieren” kann. Gelingen soll dies mit einer ganz besonderen “medizinischen Hautpflege-Creme”, die speziell für Kraftsportler und deren Anforderungen entwickelt wurde.

The Yu Club
Im The Yu Club gibt es verschiedene Beauty-Produkte – darunter Vitamin-Fruchtgummies für gesunde, lange Haare. “Alle Produkte von YU sind vegan, umweltfreundlich, ohne toxische Inhaltsstoffe und umweltschonend”, teilt das Berliner Startup, das unter anderem von Nicholas Fechtner, früher GymEntry, gegründet wurde, mit.

This Place
Hinter This Place, eine “Premium CBD Kosmetik”-Linie des Berliner Cannabis-Startups Sanity Group. “Mit This Place machst Du aus der bloßen Anwendung von Produkten einen Moment, der Dich mit Dir selbst verbindet”, heißt es auf der Website der jungen Kosmetik-Marke.

VeniceBody
Bei VeniceBody aus Hamburg dreht sich alles um “die innovativsten Skincare Produkte für schöne, gesunde und gebräunte Haut”. Das erstes Produkt des Startups war ein “revolutionärer Self Tanning Mousse”. Gegründet wurde VeniceBody von Caroline Schürmann.

Yepoda
Bei Yepoda finden schönheitsbewusste Onliner koreanische Hautpflege, also sogenannte K-Beauty-Produkte. “Bei Yepoda glauben wir fest an die koreanische Expertise, die jahrhundertealten Traditionen, sowie die Beauty-Innovationen des Landes”, teilt das Startup, das von Sander van Bladel und Veronika Strotmann gegründet wurde, mit.

Bonus: Lovoo-Mitgründer Björn Bak setzt auf Sqin, eine eine App, die den E-Commerce im Beauty-Segment ankurbeln soll. “Mit Sqin Select kannst du vorgeschlagene Produkte sogar direkt in der App erwerben und dabei kräftig sparen”, heißt es in der Selbstbeschreibung. Mit dem Beautyself wiederum will das Bochumer Gründerpaar Olivia und Sebastian Janus Transparenz in den milliardenschweren Hautpflege-Markt bringen. Das Startup positioniert sich dabei als “All-in-One-Community und Plattform für Beauty und Hautpflege”.

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#DealMonitor – Lukasz Gadowski investiert Millionen in Wolt – Fashionette plant IPO


Im aktuellen #DealMonitor für den 14. Oktober werfen wir wieder einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

INVESTMENTS

Scoperty
+++ Die niederländische Großbank ING und Sprengnetter investieren eine siebenstellige Summe in Scoperty. Das PropTech, das in München, Frankfurt am Main, Hamburg, Berlin, Köln und in der Metropolregion Nürnberg unterwegs ist, “liefert für mehr als acht Millionen Immobilien indikative Schätzwerte”.  Das Unternehmen ist ein Gemeinschaftsunternehmen der ING Bank und von Sprengnetter.

Wolt
+++ Der Delivery Hero-Investor Lukasz Gadowski investiert in den Lieferdienst Wolt. Nach einem Bericht des “Handelsblatt” investiert Gadowski 7,5 Millionen in das Unternehmen. Das 2014 gegründete Startup aus Helsinki ist seit wenigen Wochen auch in Berlin unterwegs. Investoren wie ICONIQ Capital, Highland Europe, 83 North, EQT Ventures, Goldman Sachs Equity Partners, Inventure und Lifeline Ventures investierten in den vergangenen Jahren rund 267 Millionen in das Unternehmen.

IPO

Fashionette
+++ Das Düsseldorfer Unternehmen Fashionette, ein Shop für Premium- und Luxus-Modeaccessoires (Handtaschen, Schuhe, Schmuck) plant einen Börsengang. Dieser soll noch im vierten Quartal dieses Jahres an der Frankfurter Wertpapierbörse stattfinden. “Der geplante Börsengang besteht aus der Ausgabe neuer Aktien durch das Unternehmen, einer Platzierung bestehender Aktien aus dem Bestand der Genui Fund GmbH & Co. KG, dem Hauptaktionär des Unternehmens, und einer üblichen Mehrzuteilungsoption. Die Erlöse aus dem Börsengang sollen in erster Linie verwendet werden, um die langfristige organische und anorganische Wachstumsstrategie voranzutreiben”, teilt das Grownup mit. 2019 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von rund 73,2 Millionen Euro, “was zu einem EBITDA von EUR 6,8 Mio. und einer EBITDA-Marge von 9,3 % führte”. Genui stieg 2015 bei Fashionette ein.

VENTURE CAPITAL

neoteq ventures
+++  Der neue Kölner Geldgeber neoteq ventures verkündet das First Closing (30 Millionen Euro). “Der Fonds richtet sich an Startups und hat seinen Investitionsschwerpunkt im Rheinland. Hauptinvestor ist die NRW.BANK. Weitere Ankerinvestoren sind die Stadtsparkasse Düsseldorf, die Kreissparkasse Köln und die Sparkasse KölnBonn”, teilt der Geldgeber mit. Bis Sommer des kommenden Jahres können weitere Investoren einsteigen. Zielgröße des Gründerfonds Rheinland ist ein Final Closing von 40 bis 60 Millionen Euro. Hinter  neoteq ventures stecken B.J. Park und Simon Schneider, die beide schon seit etlichen Jahren in der deutschen Investorenszene unterwegs sind.

DIE HÖHLE DER LÖWEN

presize.ai
+++ In der siebten Folge der achten Staffel investierte Carsten Maschmeyer 650.000 Euro in presize.ai (15%). Das Münchner Startup, das 2019 von Awais Shafique, Tomislav Tomov und Leon Szeli gegründet wurde, bietet seinen Nutzern mit einer mobilen Body-Scanning-Technologie die Möglichkeit, basierend auf einem Smartphone-Video ihres Körpers, die passende Größe bei Online-Bestellungen zu finden. “Kurz darauf stocken weitere Investoren die Finanzierungsrunde auf insgesamt knapp 2 Millionen Euro auf, basierend auf einer circa 50 % höheren Bewertung”, teilt Löwe Maschmeyer nach der Show mit. Konkret investierten zuletzt auch Plug & Play, UnternehmerTUM und mehrere Angel-Investoren in presize.ai.

SoRose
+++ In der siebten Folge der achten Staffel Judith Williams 200.000 Euro in SoRose (33,3 %) bzw. Shishi Chérie. Hinter SoRose verbirgt sich Gesichtstoner auf der Basis von Rosenwasser. Die Gründer Lucy und Peter Leiter wollten SoRose aus ihrem Unternehmen Shishi Chérie, einem Beauty-Onlinehandel für japanische und koreanische Naturkosmetik, ausgründen. Löwin Williams gefiel der Shop besser als die Ausgründung, deswegen weitere sie den Deal auf Shishi Chérie aus. Der Deal platzte alerdings nach der Show.

Knödelkult
+++ In der siebten Folge der achten Staffel investierte Ralf Dümmel 250.000 Euro in Knödelkult (25 %). Dahinter verbergen sich Semmelknödeln im Glas aus 100 % gerettetem Brot. Das Food-Startup wurde von Janine Trappe und Felix Pfeffer gegründet. Ursprünglich wollten die Knödelkult-Macher 250.000 Euro für 10 % der Firmenanteile einsammeln.

LooMaid
+++ In der siebten Folge der achten Staffel investierte Ralf Dümmel 200.000 Euro in LooMaid (20 %), eine borstenlose WC-Bürste. Das Unternehmen wurde von den Brüderm Jan-Peter und Andres Psczolla ins Leben gerufen.

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#Hintergrund – SoRose: Eine Frage der Ausgründung #DHDL


Das Ehepaar betreibt schon seit 2015 den Online Shop Shishi Cherie, in dem vor allem koreanische Naturkosmetik im mittleren bis oberen Preissegment angeboten wird. Dadurch wurde über die Jahre viel Wissen in diesem Bereich erworben, woraus in Kombination mit bulgarischem Rosenwasser die erste eigene Produktlinie – SoRose – entstand, die nun auch den Löwen vorgestellt werden sollte. Das Angebot – 200.000 Euro für 20% – bezog sich dann auch auf die noch auszugründende Marke und nicht auf Shishi Cherie.

Doch was genau bedeutet es eigentlich, eine Marke “auszugründen” und warum sollte man das tun? Und vielleicht noch spannender: Warum machte Judith Williams schließlich ein Angebot für das ganze, bereits bestehende Unternehmen und wollte die Ausgründung gar nicht?

Zunächst einmal ist Shishi Cherie ein recht “klassischer” Online Shop, in dem Sinne, dass hier Produkte verkauft werden, die zuvor bei Lieferanten oder auch Produzenten eingekauft werden. Besonders ist hier vor allem die Positionierung mit einem starken Trend innerhalb der Kosmetikbranche, zu dem Produkte für die zahlungskräftigen Endverbraucherinnen aber noch nicht überall zu bekommen sind. Die Gründer bewiesen allein schon mit dem Aufbau dieses ersten Unternehmens eine Menge unternehmerisches Gespür und Geschick, denn eine solche Positionierung erfolgreich am Markt zu monetarisieren ist nicht einfach.

Doch ein reiner Wiederverkäufer unterliegt mittel- bis langfristig mindestens zwei Risiken: einerseits kann die Positionierung angegriffen werden, denn sowohl andere Nischenanbieter als auch große Player können in das gleiche Produktsegment vordringen. Andererseits sind die Margen immer begrenzt und werden gewissen Spannen nie überschreiten. Erhöhte Konkurrenz z.B. kann für einen Online Shop sehr schnell zu höheren Kundenakquisekosten (CAC) führen, ohne dass der Einkaufspreis niedriger wird. Diese zusätzlichen Kosten müssen also von der eigenen Marge bezahlt werden, ohne Aussicht auf eine Verbesserung der Situation.

Ein solcher Online Shop sucht also ständig nach Möglichkeiten, seine Positionierung und damit eng zusammenhängend seine Margen zu sichern. Das kann man tun, in dem man  regelmäßig neue Produkte für die Zielgruppe möglichst frühzeitig und möglichst exklusiv für sich sichert – oder man entwickelt solche Produkte eben selbst. Die Entwicklung eigener Marken hat zusätzlich den Charme, dass die Margen größer sind und bei Erfolg der Produkte auch länger stabil bleiben können. Den Trend zu Eigenmarken kann man daher in vielen Branchen und online wie offline, bei großen wie bei kleinen Marktteilnehmern häufig beobachten.

Doch warum wurde den Löwen “nur” die neue Marke angeboten und nicht der bewährte Online Shop?

Investoren suchen häufig nach dem schnell skalierbaren Produkt mit möglichst hohen Margen. Sind sie so gut vernetzt wie die Löwen, haben sie oft auch eigene Vertriebskanäle bzw. können hier viele Türen aufmachen. Zu diesem Zweck waren die Gründer wahrscheinlich bestrebt, ihnen ein “sauberes” Paket anzubieten. In diesem Fall gründet man eine neue Firma, die mit der ursprünglichen nicht verbunden ist, und überträgt nur die betreffende Marke (und ggf. weitere Rechte wie Patente, die das entsprechende Produkt betreffen) in dieses Unternehmen. Alle Kosten, die fortan entstehen, ob zur Produktion oder für Mitarbeiter, sind dadurch von der ursprünglichen Firma komplett getrennt, es gibt keine Verwicklungen.

Doch die Produkte von SoRose waren den Löwen anscheinend noch etwas zu jung, mehrere stiegen wegen noch fehlender Belege der Wirksamkeit aus.

Doch dann kam Judith Williams Angebot, die jedoch 33 % von Shishi Cherie haben wollte, was die Gründer verständlicherweise überraschte. Doch Investoren, die sehr stark in einer bestimmten Branche unterwegs sind, kennen diese Branche eben in- und auswendig, und können eine gut etablierte Positionierung eben auch besonders gut ein- und wertschätzen. Ein Grund für ein eher ungewöhnliches Investment in “nur” einen Online Shop könnte der Zugang zu einer bestimmten Zielgruppe sein, die als schwer oder nur teuer zu erreichen bekannt ist. In diesem speziellen Fall wurde über den Shop ein neues Produkt mit einer sehr hohen Marge platziert, was darauf hinweisen könnte, dass dies auch noch mit weiteren Produkten möglich sein könnte.

Leider hat Judith Williams nicht wirklich verraten, wie es zu ihrem Angebot kam, doch durch ihre umfassende Branchenkenntnis des Kosmetikmarkts können wir sicher sein, dass sie etwas weiß hat, das vielen anderen Investoren vielleicht nicht bekannt  ist und sie so den Wert von Shishi Cherie besonders gut einschätzen konnte. Das Trend-Thema koreanische Naturkosmetik könnte also vielleicht bald schon einen weiteren Push erleben.

Tipp: Alles über die Vox-Gründer-Show gibt es in unserer DHDL-Rubrik. Die jeweiligen Deals und Nicht-Deals gibt es hier: “Die Höhle der Löwen (8. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen (7. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (6. Staffel)Die Höhle der Löwen” – Deals (5. Staffel), “Die Höhle der Löwen – Deals (4. Staffel)“, Die Höhle der Löwen – Deals (3. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (2. Staffel)“, “Die Höhle der Löwen – Deals (1. Staffel)“.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben):  TVNOW / Bernd-Michael Maurer

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